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Full text: Bildungsbericht der Stadt Heilbronn ... (Rights reserved) Ausgabe 1.2010 (Rights reserved)

1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Kommunalen Bildungsplanung und des Kommunalen Bildungsmanagements B i l dungs re gion H EI BR L ONN 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Kommunalen Bildungsplanung und des Kommunalen Bildungsmanagements Impressum Herausgeber Stadt Heilbronn, Dezernat III Amt für Familie, Jugend und Senioren Schul-, Kultur- und Sportamt Bearbeitung und Redaktion Büro für Kommunales Bildungsmanagement Bernd Keller Jutta Dongus Sonja Fischer Nicole Bauder-Ade Hansjörg Winter Telefon: E-Mail: Telefon: E-Mail: Telefon: E-Mail: Telefon: E-Mail: Telefon: E-Mail: 07131 56-4032 bernd.keller@stadt-heilbronn.de 07131 56-4219 jutta.dongus@stadt-heilbronn.de 07131 56-3570 sonja.fischer@stadt-heilbronn.de 07131 56-3332 nicole.bauder-ade@stadt-heilbronn.de 07131 56-2965 hansjoerg.winter@stadt-heilbronn.de Weitere Beteiligte Joachim Nerpel Rebecca Kübler Telefon: 07131 56-2961 Amt für Familie, Jugend und Senioren Telefon: 07131 56-4741 Schul-, Kultur- und Sportamt Gestaltung Vermessungs- und Katasteramt der Stadt Heilbronn Druck Handelsdruckerei Georg Hohmann GmbH, Heilbronn 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Kommunalen Bildungsplanung und des Kommunalen Bildungsmanagements Inhalt Bürgermeister Harry Mergel: „Bildung ist kommunale Gestaltungsaufgabe" Wolfgang Seibold: „Schulentwicklung ist ein komplexes Geschehen" Bernd Keller: „Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen" Seite 7 9 11 1 1.1 1.2 1.3 Konzeption des Kommunalen Bildungsmanagements in Heilbronn Entstehung und Entwicklung des Kommunalen Bildungsmanagements Ausbaustand und Planungen Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen 1.3.1 1.3.2 1.3.3 1.3.4 1.3.5 1.3.6 1.3.7 Werkrealschule KECK: Kommunale Entwicklung – Chancen für Kinder Inklusion „Kooperative eigenständige Ganztages-Grund- und Hauptschule“ Schulsozialarbeit Künftige Schulentwicklung der Stadt Heilbronn und das GEW-Gutachten Kulturelle Bildung 13 13 16 33 33 35 38 41 44 47 49 2 2.1 2.2 Evaluierung der vier Leitziele des Kommunalen Bildungsmanagements Evaluationskriterien und Zielsetzungen Der Heilbronner Weg im Vergleich 2.2.1 Leitziel :  Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen 2.2.2 2.2.3 2.2.4 Leitziel :  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Leitziel :  Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Leitziel :  Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen 51 51 54 55 63 64 67 74 2.3 Interkommunaler Vergleich mit Pforzheim und Ulm Inhalt 3 3.1 3.2 Informationen und Statistik Offene Ganztagesschule nach dem Heilbronner Weg Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen, Übertrittsquoten und Schüler anderer Nationalität 3.3 Überblick: Grund-, Haupt- und Werkrealschulen, Grundschulförder- und Vorbereitungsklassen 3.4 Ganztagesschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung mit Schwerpunkt an den Hauptschulen 3.5 3.6 3.7 3.8 3.9 Überblick: Realschulen Überblick: Allgemeinbildende Gymnasien Ganztagesangebote an Realschulen und Gymnasien Überblick: Berufsbildende Schulen Überblick: Sonderschulen und Ganztagesangebote Seite 77 77 80 93 100 104 106 112 113 116 122 126 3.10 Überblick: Privatschulen 3.11 Städtische Zuschüsse für sozial benachteiligte Kinder »Heilbronn geht voran: Bildung ist kommunale Gestaltungsaufgabe« Harry Mergel, Bürgermeister Am 01.06.2007 hat die Stadt Heilbronn als erste Stadt in Süddeutschland die Grundlagen einer Kommunalen Bildungsplanung verabschiedet und damit auch ein neues kommunales Selbstverständnis in der Bildungspolitik formuliert. Inzwischen wird die aktive Mitgestaltung von Städten und Gemeinden am Bildungsprozess immer mehr, insbesondere auch durch die in Heilbronn angewandte Verzahnung von Schulentwicklungs- und der Jugendhilfeplanung, zur gängigen Praxis. Im Zentrum unserer Überlegungen steht das Bemühen, die Arbeit und die Qualität der vorschulischen und schulischen Einrichtungen permanent zu verbessern und den gesellschaftlichen Erfordernissen anzupassen. Dabei sind wir uns bewusst, dass der politische Wille, die Bildung aller Jugendlichen zu fördern und zu unterstützen, nur in vertrauensvoller Partnerschaft mit anderen - insbesondere den Schulen und den freien Trägern der Jugendhilfe – umgesetzt werden kann. Um diesem hohen Anspruch gerecht werden zu können und eine integrierte städtische Bildungs-, Betreuungs- und Erziehungspolitik zu gewährleisten, war es erforderlich neue Strukturen in Verwaltung und Politik zu schaffen: So ist die ämterübergreifende Lenkungsgruppe für Bildung und Betreuung, in der ständig auch die geschäftsführenden Schulleitungen vertreten sind, für die Beratung grundsätzlicher Angelegenheiten und konzeptioneller Vorgaben zuständig. Das städtische Büro für Kommunales Bildungsmanagement begleitet und unterstützt die beteiligten Kindertageseinrichtungen und Schulen im Prozess und bei der Umsetzung beschlossener Maßnahmen, derzeit schwerpunktmäßig beim Ausbau der offenen Ganztagesschulen. Im Rahmen des Landesprogrammes Bildungsregionen leitet seit September 2009 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  7 mit Bernd Keller ein vom Land Baden-Württemberg für drei Jahre abgeordneter Lehrer das Büro für Kommunales Bildungsmanagement der Stadt Heilbronn. Dem erweiterten Schulträgerverständnis folgend, ist der frühere Schulbeirat durch einen Bildungsbeirat mit zusätzlichen Akteuren und erweiterten Beratungskompetenzen ersetzt worden. Auch diesem, Ihnen erstmals vorliegenden Bildungsbericht kommt eine wichtige Rolle beim Ausbau unserer kommunalen Bildungslandschaft zu. Seine Aufgabe ist es, bildungspolitische Entwicklungen in Heilbronn über längere Zeiträume aufzuzeigen und damit Aufschluss über Veränderungen zu geben. Wichtige Betrachtungsfelder sind ein kontinuierliches Bildungsmonitoring und die Evaluation der im Jahre 2007 begonnenen Kommunalen Bildungsplanung. Bildungsmonitoring ist hier die systematische und auf Dauer angelegte Beschaffung und Aufbereitung von Informationen über die kommunale Bildungslandschaft. Hiermit wird gewährleistet, dass die in der Kommunalen Bildungsplanung formulierten vier Leitziele einer ständigen Überprüfung unterzogen werden. Diese sind:     Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Bildung ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft - auch unserer Stadt. Dieser Bildungsbericht soll deshalb auch dazu beitragen, die Notwendigkeit einer vernetzten, innovativen und nachhaltig wirkenden Bildungspolitik bewusst zu machen. Vieles haben wir in Heilbronn im Bildungsbereich auf einen guten Weg gebracht, manches müssen wir gemeinsam mit allen Beteiligten, den Schulen, den freien Trägern, den Vereinen und Institutionen aber insbesondere auch im Zusammenwirken mit den Eltern noch besser machen. In diesem Sinne gilt es den „Heilbronner Weg“ in der kommunalen Bildungspolitik konsequent weiterzugehen, zum Wohl unserer Kinder und deren Bildungs- und Zukunftschancen. Harry Mergel H Harry Bürgermeister 8 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 »Schulentwicklung ist ein komplexes Geschehen – deswegen brauchen wir Konzepte« Wolfgang Seibold, Staatliches Schulamt Heilbronn Ein abgewandeltes Zitat eines der Chefpädagogen der 70er-Jahre (Jochen Grell) beschreibt wohl am besten das ehrgeizige Vorhaben der Stadt Heilbronn in der Kommunalen Bildungsplanung. Eine wichtige Voraussetzung für eine solche ganzheitliche, integrierte Planung ist die Darstellung von Entwicklungsparametern mit Zahlen-Daten-Fakten und begründeten Prognosen. Die Zusammenführung bereits vorhandener Datenquellen und Planungsideen der Verwaltung der Stadt Heilbronn (z. B. den bisher schon sehr differenzierten jährlichen Schulbericht, Sozialdatenbeschreibungen usw.) ist eine unschätzbare Quelle für Planungsentscheidungen und Weichenstellungen für die Zukunft der Bildung in der Stadt Heilbronn: „Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben“, lehrte uns schon Albert Einstein. Wir begleiten und unterstützen diese wertvolle Arbeit sehr gerne von unserer Seite in den zuständigen Gremien, u. a. der sehr agilen Lenkungsgruppe für Bildung und Betreuung, um die wir andernorts beneidet werden. Diese erfolgreiche Grundlagenarbeit erfuhr im vergangenen Jahr eine zusätzliche Qualität durch den Beitritt der Stadt Heilbronn in das Landesmodell der Bildungsregionen. Das neu eingerichtete Kommunale Bildungsbüro hat mit diesem Bericht seine Feuertaufe erfolgreich bestanden: Die gewünschte Synergie der Landesinteressen mit den kommunalen Anliegen wird damit sichtbar und spürbar durch eine personelle Vernetzung – nur wenn Hand in Hand gearbeitet wird, lebt das gelingende System wirklich. Dies wird auch künftig die wichtigste Grundlage dafür sein, dass wir trotz vergleichsweise nicht gerade günstiger sozialdemographischer Voraussetzungen in der Stadt Heilbronn eine Bildungskonzeption auflegen, die passgenau, kreativ, lösungsorientiert und damit 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  9 erfolgreich ein Maximum an Bildungsqualität sichert und den Fortschritt sichtbar und messbar macht. Der Stadt Heilbronn gratulieren wir zum erfolgreichen Start der vom Land geförderten Bildungsregion mit dem Kommunalen Bildungsbüro und wünschen uns ganz einfach an dieser Stelle eine Weiterführung der sehr konstruktiven vertrauensvollen und intensiven Zusammenarbeit. Dies beinhaltet auch ein herzliches Danke an die beteiligten Personen, die in der alltäglichen Kooperation konstruktive Zusammenarbeit leben und damit dem Vorsatz huldigen, ins Gelingen verliebt zu sein. Wolfgang Seibold ld Leiter des Staatlichen Schulamtes Heilbronn 10  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 »Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen« - Afrikanische Weisheit Bernd Keller Büro für Kommunales Bildungsmanagement Die Veröffentlichungen zu den Ergebnissen der Pisa-Studie und die Erkenntnis, dass der Schulerfolg der Kinder in großem Ausmaß von ihrer sozialen Umgebung abhängig ist, haben kontroverse Diskussionen zur Situation des deutschen Bildungssystems und seiner möglichen Weiterentwicklungen ausgelöst. Gleichzeitig werden unter familienpolitischen Aspekten Möglichkeiten gesucht, die Rahmenbedingungen für eine Erweiterung des Kinderbetreuungsangebotes sowie eine qualitative Weiterentwicklung des Betreuungsangebotes in Kindertageseinrichtungen bzw. an den Schulen zu verbessern. Als erste Kommune in Baden-Württemberg hat die Stadt Heilbronn eine Strategie der Kommunalen Bildungsplanung vorgelegt, bei der die personellen und finanziellen Ressourcen von Jugendhilfe und Schule unter dem Dach individueller Schulkonzepte im Zuge des Ausbaus von Ganztagessschulen zusammen fließen. Seit September 2009 beteiligt sich die Stadt Heilbronn darüber hinaus am „Impulsprogramm Bildungsregionen“ des Landes Baden-Württemberg, das die sich in Heilbronn entwickelnden Strukturen unterstützt, wobei auch hier die Schaffung von optimalen Lernund Lebenschancen für alle Kinder und Jugendlichen Kernaufgabe ist. Die Schulen, das Staatliche Schulamt, die Stadt Heilbronn, die an den offenen Ganztagesschulen tätigen Träger der Betreuungsangebote sowie weitere außerschulische Bildungsträger arbeiten zur Erreichung dieser Ziele eng zusammen oder afrikanisch gesagt: Es braucht ein ganzes Dorf um ein Kind zu erziehen. Um diese Vernetzung von Bildungs- und Erziehungsakteuren auf kommunaler Ebene weiter zu entwickeln, wurde ich im Rahmen des Impulsprogrammes Bildungsregionen zum 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  11 01.09.2009 für drei Jahre vom Land Baden-Württemberg als Leiter des Büros für Kommunales Bildungsmanagement abgeordnet. Mit großer Freude bringe ich mich seitdem im Zuge des Aufbaus der Bildungsregion Heilbronn bei der Verbesserung der Bildungschancen aller Kinder ein. Dies liegt auch daran, dass ich beim Bürgermeisteramt Dezernat III, dem Amt für Familie, Jugend und Senioren, dem Schul-, Kultur- und Sportamt und dem Team des Büros für Kommunales Bildungsmanagement sehr herzlich aufgenommen wurde und sehr schnell in den Prozess der Zusammenführung von Schulentwicklungs- und Jugendhilfeplanung im Rahmen der Kommunalen Bildungsplanung fand. Dem Team des Büros für Kommunales Bildungsmanagement gehören vier sozialpädagogische Fachkräfte an, die schwerpunktmäßig mit der Strukturierung des Übergangs Kindergarten - Grundschule und der Umsetzung individueller Schulkonzepte vor Ort beauftragt sind. Eine weitere gemeinsame Aufgabe ist - in enger Zusammenarbeit mit dem Amt für Familie, Jugend und Senioren sowie dem Schul-, Kultur- und Sportamt - die Erstellung dieses Bildungsberichts. Ziel eines solchen Berichts ist es, Handlungsbedarfe zu erkennen und somit eine bedarfsorientierte Weiterentwicklung und Abstimmung der Bildungsangebote zu ermöglichen. Die Ergebnisse des Bildungsberichts werden die Grundlage für die weitere Vernetzung und die Zusammenarbeit der für das Wohl der Kinder Verantwortlichen in Heilbronn sein. Bernd Keller Leiter des Büros für Kommunales Bildungsmanagement 12  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 1 1 Konzeption des Kommunalen Bildungsmanagements in Heilbronn 1.1 Entstehung und Entwicklung des Kommunalen Bildungsmanagements Eine Untersuchung der Verwaltung zur Kinderarmut in Heilbronn (Gemeinderats-Drucksache 154) kommt u. a. zu folgendem Ergebnis: Ein hoher Anteil von Kindern und Jugendlichen wachsen in sozial benachteiligten Haushalten unter Armutsbedingungen auf (nach einer Studie der Dualen Hochschule Baden-Württemberg leben 16,3 % aller Kinder im Stadtkreis Heilbronn in materieller Armut – d. h. ihre Eltern erhalten Geld nach Hartz IV. Bei den unter Siebenjährigen sind es sogar 20,9 %). Diese Kinder erhalten von ihren Eltern aus den verschiedensten Gründen nicht die erforderliche Unterstützung in ihrem schulischen Werdegang und kennen teilweise keinen strukturierten Tagesablauf. Sehr viele dieser Kinder und Jugendlichen stehen später als sog. „Bildungsverlierer“ da, d. h. sie haben keine abgeschlossene Schul- oder Berufsausbildung. Einwohner in Heilbronn mit Zuwanderungsgeschichte haben deutlich weniger Schulund Berufsabschlüsse und sind häufiger erwerbslos als die Bevölkerung ohne Zuwanderungsgeschichte (Haushalte mit Zuwanderungsgeschichte umfassen nicht nur ausländische Staatsangehörige, sondern auch eingebürgerte Personen und Aussiedler). Schüler mit Zuwanderungsgeschichte sprechen zu Hause oft nur ihre Muttersprache und haben dadurch auch beim Übergang von der Schule in den Beruf bzw. Ausbildung Probleme (63,3 % aller Grundschüler in Heilbronn und 85 % der Grundschüler in der Innenstadt haben eine Zuwanderungsgeschichte). Dies wiederum bildet sich in den höheren Ausgaben im Bereich der Grundsicherung für Arbeitssuchende (Hartz IV) ab. 13,2 % der Heilbronner Bevölkerung erhält Fürsorgeleistungen aus Hartz IV und Sozialhilfe. In Heilbronn beziehen rund 4.100 Familien mit 8.800 Personen Grundsicherung für Arbeitssuchende, wobei die Bevölkerung mit Zuwanderungsgeschichte hier überproportional vertreten ist. Wie lässt sich nun dieser Teufelskreis Armut – soziale Benachteiligung - keine Bildung – Arbeitslosigkeit durchbrechen? Um Chancengerechtigkeit und eine Überwindung der sozialen Benachteiligung für diese Kinder und Jugendlichen zu erreichen, verfolgt deshalb die Stadt Heilbronn auf der Grund- 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  13 1  1.1  Entstehung und Entwicklung des Kommunalen Bildungsmanagements lage des Gemeinderatsbeschlusses vom 04.05.2006 das Ziel eines bedarfsorientierten Aufbzw. Ausbaus von ganztägigen Bildungs- und Betreuungsangeboten für alle Heilbronner Schüler an den Grundschulen, Förderschulen und weiterführenden Schulen („Offene Ganztagesangebote“). Bildung, Betreuung und Erziehung sollen hier zu einer Verantwortungsgemeinschaft vernetzt werden. Eine solche Zusammenführung kann jedoch nur auf örtlicher Ebene erfolgen. Deshalb wächst der Stadt hierbei eine zentrale Rolle in der Planung, Steuerung und Koordination zu. Durch die Zusammenführung sollen insbesondere Brüche in den Übergängen von Kindergarten zur Schule oder von Schule zur Ausbildung und Beruf vermieden werden sowie eine Vernetzung der in den verschiedenen Handlungsfeldern tätigen Institutionen erreicht werden. Kommunale Bildungsplanung soll deshalb ein Gesamtkonzept gelingenden Lernens in allen Lebensphasen umfassen. Einstieg ist dabei die frühkindliche Bildung und die schulische Bildung. Sie muss sich fortsetzen im Übergang Schule / Beruf, berufliche Weiterbildung, beruflicher Wiedereinstieg und Lernen im Alter. Mit der Errichtung eines Büros zum Kommunalen Bildungsmanagement der Stadt Heilbronn soll deshalb langfristig der Ausbau Kommunaler Bildungsplanung im Sinne lebenslangen Lernens ermöglicht werden. Da die Stadt Heilbronn bereits im Jahre 2006 mit der Zusammenführung der Schulentwicklungsplanung und der Jugendhilfeplanung in die Kommunale Bildungsplanung eingestiegen war, hat sie sich mit Schreiben des Oberbürgermeisters vom 16.06.2009 um die Teilnahme am „Impulsprogramm Bildungsregionen“ des Landes Baden-Württemberg beworben, das in weiten Teilen der vom Gemeinderat beschlossenen Strategie der Kommunalen Bildungsplanung entspricht. Ziel des Impulsprogrammes ist ein kooperatives Miteinander der kommunalen Träger, der staatlichen Schulverwaltung, außerschulischer Partner und der Schulen. Durch eine Vernetzung miteinander sollen deren Profile zum einen geschärft und zum anderen aufeinander abgestimmt werden, um sie wechselseitig wirkungsvoll zu ergänzen. So sollen sich die in Heilbronn tätigen „Bildungsakteure“ (Schulen, Anstellungsträger der Ganztagesbetreuung, Musikschule, Theater, Volkshochschule, Jugendkunstschule usw.) mit ihren reichhaltigen Angeboten vernetzen, um das Bildungsangebot an den Heilbronner Ganztagesschulen zu ergänzen, bzw. zu erweitern. 14  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entstehung und Entwicklung des Kommunalen Bildungsmanagements 1.1  1 Folgende Umsetzungsschritte haben sich in Heilbronn daraus ergeben: 1. Einrichtung einer Lenkungsgruppe „Bildung und Betreuung“ beim Bürgermeisteramt unter Einbeziehung des Amtes für Familie, Jugend und Senioren, des Schul-, Kultur- und Sportamtes, des Schulaufsichtsamtes, den Geschäftsführenden Schulleitern, der Agentur für Arbeit, des Regierungspräsidiums Stuttgart und der Leitung sowie nach Bedarf der pädagogischen Mitarbeiter des Büros für Kommunales Bildungsmanagement. 2. Einrichtung eines Büros „Kommunales Bildungsmanagement“, das die von der Lenkungsgruppe „Bildung und Betreuung“ formulierten Ziele im Rahmen der Kommunalen Bildungsplanung umsetzt. 3. Auflösung des Schulbeirats und Neubildung eines Bildungsbeirats als beratender Ausschuss des Gemeinderats. Er übernimmt die Aufgaben des bisherigen Schulbeirats und berät Angelegenheiten im Rahmen der Kommunalen Bildungsplanung. Das Ministerium für Kultus und Sport unterstützt die Bildungsregionen, indem es beim Landesinstitut für Schulentwicklung eine Beratungsstelle eingerichtet hat. Diese soll durch Ihren Rat den Aufbau von Bildungsregionen fachlich unterstützen. Außerdem ordnet das Land einen Lehrer als Leiter des Büros für Kommunales Bildungsmanagement für die Dauer des 3-jährigen Modellprojektes ab. Fazit: Durch die Einrichtung des Büros für Kommunales Bildungsmanagement können die Aufgabenfelder frühkindliche Bildung, der Übergang Kindergarten / Schule und Schule gesteuert und koordiniert werden. Dies geschieht durch die Kooperation Kindertageseinrichtungen / Schulen sowie der Begleitung und Unterstützung der Weiterentwicklung der Schulen zu Ganztagsschulen. Es wird geprüft, über Fördermittel Dritter (z. B. Europäischer Sozialfonds, Landesstiftung usw.) weitere Stellen im Büro für Kommunales Bildungsmanagement ggf. auch zeitlich einzurichten. Dies wäre für die Übergänge Schule / Beruf, die Vernetzung in den Kulturbereich, Erwachsenenbildung, berufliche Bildung und Seniorenbildung interessant. Für die vier Leitziele des Kommunalen Bildungsmanagements werden weitere konkrete Handlungsfelder mit eigenen Zielen und Maßnahmen herausgearbeitet und mit den Beteiligten abgestimmt. Ziel ist es, die noch „weißen Flecken“ nach und nach zu schließen. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  15 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2 Ausbaustand und Planungen Leitziel  Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen Handlungsfelder / Umsetzung Kindergarten Amt für Familie, Jugend und Senioren (Amt 50) Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Förderung der Kinder und Jugendlichen in Kindertageseinrichtungen entsprechend ihren sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten sowie sozialen und kulturellen Bedürfnissen  Umsetzung der Ziele des Orientierungsplanes für Bildung und Erziehung nach dem Infans-Konzept der Frühpädagogik  Schaffung von Kinder- und Familienzentren  Aufbau der Elternbildungsarbeit in Familienzentren  Teilnahme am Modellprojekt schulreifes Kind  Entwicklung einer Verfahrensregelung zur Umsetzung der Förderbedarfe  Abschluss und Auswertung des Modellprojektes schulreifes Kind  Entwicklung und flächendeckende Einführung des Einschätzbogens KOMPIK im Rahmen des Modellprojektes KECK Amt für Familie, Jugend und Senioren  Jedes Kind soll bis zum Schulbeginn über deutsche Sprachkenntnisse verfügen, um den Unterrichtsinhalten folgen zu können  Präventionsfonds  Sprachförderkurse im Vorschulalter in allen Kindergärten  Ausbau der Sprachförderkurse im Vorschulalter in allen Kindergärten Amt für Familie, Jugend und Senioren, Schule  Vorbereitung von Kindern und Eltern auf den Übergang Kindergarten - Grundschule  Schaffung von Bildungshäusern 3-10  Fertigstellung einer Rahmenkonzeption Kindergarten - Grundschule  Entwicklung eines Elternarbeitskonzeptes beim Übergang Kindergarten - Grundschule 16  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen Handlungsfelder / Umsetzung Schule Amt für Familie, Jugend und Senioren, Schule Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Förderung der Kinder und Jugendlichen in Schulen entsprechend ihren sprachlichen und sonstigen Fähigkeiten sowie sozialen und kulturellen Bedürfnissen  Vermeidung der Umschulung in eine Sonderschule  Entwicklung von Förderangeboten  Sprechstunde an der Schule  Erstellung individueller Förderpläne  Weiterentwicklung der Schulkonzeption der Schule E in Sontheim  Entwicklung von individuellen Schulkonzeptionen  Offene Ganztagesschule bzw Ganztagesschule nach Landesmodell Schule, Schulaufsichtsamt, Schul-, Kultur- und Sportamt (Amt 40), Amt für Familie, Jugend und Senioren, Diak. Jugendhilfe Region HN e. V. (AliceSalomon-Schule) Agentur für Arbeit, Diak. Jugendhilfe Region HN e. V., Internat. Bund  Einbeziehung Dritter in Schulkonzeptionen (Vereine, städtische Kulturträger usw.)  Entwicklung der Elternarbeit an Schulen  Unterstützung beim Übergang von der Schule in berufliche Ausbildung  Berufsbegleitung an fünf Modellschulen  Geplante Aufstockung von derzeit 1000 Berufseinstiegsbegleitern um weitere 3200 bundesweit (Kabinettsbeschluss), konkrete Umsetzung noch unklar Familie Amt für Familie, Jugend und Senioren  Stärkung der Erziehungskompetenzen in den Familien und Aufbau einer Erziehungspartnerschaft zwischen Eltern, Kindergarten und Schule  Aufbau der Elternbildungsarbeit in Familienzentren  Beteiligung am Modellprojekt KECK der Bertelsmann-Stiftung  Intensive Einbindung des Landesprogramms „Stärke“ in die Elternarbeit  Abschluss von KECK und Entwicklung von weiteren Maßnahmen  Weitere Qualifizierungsmaßnahmen mit AIM für Erzieher / innen und pädagogische Hilfskräfte 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  17 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen Handlungsfelder / Umsetzung Beruf Agentur für Arbeit, Berufsberatung Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Unterstützung bei der Berufswahl und Verbesserung des Berufswahlverhaltens  Berufswahlunterricht an allgemeinbildenden und beruflichen Schulen sowie Förder- und Sonderschulen  Einbeziehung der Eltern durch Elternabende an jeder Schule  Berufsinformationszentrum  Berufsberatung  Berufswahltest / Psychologischer Eignungstest Agentur für Arbeit, Berufsberatung  Herstellung der Ausbildungsreife  Finanzielle Förderung und beraterische Begleitung von Maßnahmen der „Vertieften Berufsorientierung“ an Schulen z. B. durch Projekte wie Job-Fit an Hauptschulen, Berufswahlkompass, Komm auf Tour, Techniktag im Bildungsund Technologizentrum (BTZ) der Handwerkskammer  Verlängerung des Programms „Erweiterte vertiefte Berufsorientierung bis Ende 2013“ Agentur für Arbeit, Berufsberatung  Verbesserung des schulischen Qualifikationsniveaus  Einsatz des Selbsterkundungsprogrammes „Explorix“ (Interessen und Fähigkeiten) 18  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen Handlungsfelder / Umsetzung Agentur für Arbeit, SGB II, Diak. Jugendhilfe Region HN e. V. Handlungsziel  Erlangung der Ausbildungsreife von Schulabgängern, die noch nicht ausreichend für eine Ausbildung geeignet sind Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Teilnahme an einer berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahme (Kennenlernen verschiedener Berufsfelder, Vertiefung schulischen Wissens, Berufswahlunterricht)  Maßnahme „Nachholen des Hauptschulabschlusses“ Planungen 2010 / 2011 Agentur für Arbeit, SGB II  Erhöhung der Ausbildungsquote von Schulabgängern  Maßnahme „ Aktivierungshilfe“ (Qualifizierung, Betriebliche Praktika, Erlernen und Erleben von Sozialkompetenzen)  Einsatz von Ausbildungsstellencoaches Erwachsenenbildung Amt für Familie, Jugend und Senioren  Stärkung von Erziehungskompetenzen  Elternbildungsangebote in Form von Kursen zu Erziehungsfragen in Kindergärten  Einführung des regelmäßigen Beratungsgesprächs auf der Basis des Portfolios mindestens einmal jährlich Kultur Senioren Amt für Familie, Jugend und Senioren  Stärkere Einbeziehung der Lebenserfahrung und Wissensressourcen in Kindergarten und Schule  Aufbau von Familienzentren für Jung und Alt 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  19 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Handlungsfelder / Umsetzung Kindergarten Amt für Familie, Jugend und Senioren Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Umsetzung des Bildungs- und Erziehungsauftrags der TEK, durch eine individuell ganzheitliche Förderung der Kinder entsprechend ihrer sozialen und kulturellen Bedürfnisse, orientiert an ihren Fähigkeiten, Interessen, Stärken, unter Einbeziehung der in der Einrichtung vereinbarten und wirksamen Erziehungsziele  Qualifizierung zur Umsetzung der Ziele des Orientierungsplanes für Bildung und Erziehung nach dem Infans-Konzept der Frühpädagogik  Erprobungsphase des neuen Konzeptes. Umsetzung in allen städtischen Tageseinrichtungen für Kinder bis 2010  Entwicklung von Qualitätsstandards zur Umsetzung des Bildungsund Erziehungsauftrags der TEK (Tageseinrichtungen für Kinder) Schule Schule  Erhöhung der Übertrittsquoten auf Realschulen und Gymnasien (Landesschnitt)  Individuelle Förderung von Schülern Berufsschule, Bildungsträger, Diak. Jugendhilfe Region HN e. V.  Jeder Jugendliche soll eine faire Chance auf einen Ausbildungsplatz haben  Teilnahme am Förderprogramm des Landes Schule, Bildungsträger, Betriebe, Berufsverbände  Jeder Jugendliche erzielt einen Schulabschluss und die Ausbildungsreife  Enge Kooperation mit Ausbildungsbetrieben und Bildungsträgern 20  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Handlungsfelder / Umsetzung Familie Amt für Familie, Jugend und Senioren Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Stärkung der Erziehungskompetenz in den Familien  Umsetzung des „Präventiven Elternarbeitskonzeptes“ – trägerübergreifender Ausbau der Elternbildungs- und Beratungsangebote in den Kindertagestätten  Inbetriebnahme des Familienzentrums Olgakrippe  Weiterentwicklung von niederschwelligen, familienunterstützenden Begegnungs-, Beratungsund Bildungsangeboten in den Kindertagesstätten und in Familienzentren  Angebot von KESSSeminaren analog dem Konzept zum Aufbau der Erziehungspartnerschaft mit Eltern  Entwicklung von Qualitätsstandards zur Zusammenarbeit mit Eltern Beruf Agentur für Arbeit, Reha-Team  Behinderte oder von Behinderung bedrohte Menschen werden in den Ausbildungs- bzw. Arbeitsmarkt integriert  Beratung  Eignungsdiagnostik, Arbeitserprobung  Teilnahme an betrieblichen bzw. über-betrieblichen Qualifizierungsmaßnahmen  Arbeitsvermittlung  Unterstützung von Arbeitgebern bei Einstellung von Behinderten 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  21 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Handlungsfelder / Umsetzung Agentur für Arbeit, Reha-Team, Arbeitgeberservice Handlungsziel  Es werden mehr besonders betroffene behinderte Menschen auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt beschäftigt (z. B. Abgänger aus Schulen für geistig behinderte Menschen) Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Eignungsdiagnostik über die Maßnahme „Diagnose der Arbeitsmarktfähigkeit besonders betroffener behinderter Menschen“  Qualifizierung über die Maßnahme „Unterstützte Beschäftigung“. Hier soll behinderten Menschen der Sprung auf den ersten Arbeitsmarkt ermöglicht werden  Vermittlung von Ausbildungsstellen inkl. Beratung über Fördermöglichkeiten  Angebot von Bewerbungstraining  Einstiegsqualifizierung (betriebliches Praktikum) für Ausbildungssuchende  Eignungsabklärung  Unterstützung von Arbeitgebern mit Ausbildungszuschuss  Teilnahme an überbetrieblichen Maßnahmen zum Erwerb eines qualifizierten Berufsabschlusses (BaE) Planungen 2010 / 2011 Agentur für Arbeit, Berufsberatung, Arbeitgeberservice  Vermittlung von Grundlagen für den Erwerb beruflicher Handlungsfähigkeit (Brücke in eine Ausbildung)  Benachteiligte Schüler nehmen eine berufliche Ausbildung auf Agentur für Arbeit, Berufsberatung, Arbeitgeberservice  Beseitigung schulischer Defizite während einer Berufsausbildung und Sicherstellen des Prüfungserfolges Agentur für Arbeit, Berufsberatung, Diak. Jugendhilfe Region HN e.V., Internat. Bund, Aufbaugilde Heilbronn gGmbH  Integration in Ausbildung von „Alt-Bewerbern“ mit länger zurückliegendem Schulabschluss  Nachhilfe für Berufsschüler über „Ausbildungsbegleitende Hilfen“ (abH) 22  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Handlungsfelder / Umsetzung Agentur für Arbeit, Berufsberatung, Arbeitgeberservice Handlungsziel  Schnelle Integration und Fortsetzung der Ausbildung von Insolvenz-Azubis Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Unterstützung von Arbeitgebern durch einen Ausbildungsbonus  Teilnahme an einer überbetrieblichen Ausbildung (BaE)  „Notfallberatung“  Aufnahme in eine überbetriebliche Ausbildung bei Vermittlungsschwierigkeiten  Assistierte Ausbildungsstellenvermittlung Planungen 2010 / 2011 Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt  Erweiterung des Berufswahlspektrums um geschlechteruntypische Berufe  Jährliche Teilnahme am Girls´ Day und am Boys´ Day Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt  Unterstützung von Jugendlichen mit Migrationshintergrund  Initiieren bzw. durchführen und unterstützen von Veranstaltungen und Projekten, z. B. Girls´ Day Akademie / www.wer-zieht-mit.de  Initiieren und durchführen von Projekten, z. B. LoLa! Hier werden jungen Migrantinnen eine praxisnahe Berufsorientierung und eine Erweiterung ihres Berufswahlspektrums ermöglicht.  Vernetzung der Arbeitsmarktakteure in diesem Feld 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  23 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Handlungsfelder / Umsetzung Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt Handlungsziel  Aktivierung und Mobilisierung arbeitsloser junger Menschen (U 25) Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Assistierte Ausbildung (ESF-Projekt Carpo). Die Förderung beinhaltet die Hinführung und Vorbereitung auf eine betriebliche Berufsausbildung sowie die Begleitung von jungen Menschen während der gesamten Ausbildungszeit  Beschäftigung, Qualifizierung und Betreuung von jungen Menschen in Arbeitsangelegenheiten nach § 16 SGB II Planungen 2010 / 2011 Erwachsenenbildung Agentur für Arbeit, Arbeitgeberservice  Vermeidung bzw. Beendigung von Arbeitslosigkeit  Professionelle Personaldienstleistung für Arbeitgeber  Vermittlung von Arbeitsstellen inkl. Beratung über Fördermöglichkeiten  Beratung von Arbeitgebern in allen Fragen zum Arbeitsmarkt (inkl. Qualifizierungsberatung für Beschäftigte) und der Personalsuche  Förderung des Hauptschulabschlusses Agentur für Arbeit, Arbeitgeberservice Agentur für Arbeit, Bildungsträger  Vorbereitung einer Qualifizierung durch Vermittlung schulischer Grundlagen  Berufliche Integration von Menschen mit Migrationshintergrund  Nachhaltige Integration von Arbeitssuchenden auf dem Arbeitsmarkt Agentur für Arbeit, Bildungsträger  Förderung von berufsbezogenen Sprachkursen Agentur für Arbeit, Bildungsträger  Förderung beruflicher Anpassungsqualifizierungen 24  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Handlungsfelder / Umsetzung Agentur für Arbeit, Bildungsträger, Betriebe Handlungsziel  Sicherung des Arbeitsplatzes von Beschäftigten und somit Vermeidung von Arbeitslosigkeit Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Förderung über das Sonderprogramm „WeGebAU“ (Weiterbildung Geringqualifizierter und -beschäftigter älterer Arbeitnehmer in Unternehmen)  Qualifizierung während Kurzarbeit, ESF-Programme Planungen 2010 / 2011 Agentur für Arbeit, Bildungsträger, Betriebe  Anpassung der fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten an geänderte technische und betriebswirtschaftliche Bedingungen  Förderung von Berufsabschlüssen für Geringqualifizierte und Sicherung des Fachkräftebedarfs Agentur für Arbeit, Bildungsträger  Sonderprogramm „Initiative zur Flankierung des Strukturwandels“. Hier soll die berufliche Weiterbildungsförderung dazu genutzt werden, den Erwerb anerkannter Berufsabschlüsse bzw. Teilqualifikationen bei arbeitslosen Geringqualifizierten zu ermöglichen. Kultur Senioren 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  25 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Handlungsfelder / Umsetzung Kindergarten Amt für Familie, Jugend und Senioren, Freie Träger Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Bedarfsgerechter Ausbau der Kindertagesbetreuung  Schaffung von 660 Kleinkindplätzen in Einrichtungen  Schaffung von 100 Betreuungsplätzen in der Kindertagespflege  Schaffung von Ganztagesplätzen  Weitere Umsetzung des Ausbaus der Kleinkindbetreuung sowie der Randzeitenbetreuung im Kindergarten unter Einbeziehung von Tagespflegepersonen  Qualifizierung der Erzieher / innen für die Arbeit mit Kleinkindern und im Ganztagesbetrieb  Entwicklung von Qualitätsstandards Schule Schul-, Kulturund Sportamt, Amt für Familie, Jugend und Senioren, Freie Träger, Schule  Bedarfsgerechter Ausbau der Ganztagesschule nach dem Heilbronner Weg und dem Landesmodell  Schaffung von Betreuungsplätzen an allen Schulen je nach Bedarf  Rhythmisierung Unterricht / Betreuung  Bedarfsgerechte Weiterentwicklung der Ganztagesschule nach dem Heilbronner Weg und dem Landesmodell Familie Amt für Familie, Jugend und Senioren  Erweiterung des Betreuungsspektrums für Familien  Randzeitenbetreuung durch Tagespflegepersonen in Kindergärten mit einem Bedarf an ganztägiger Betreuung für bis zu 5 Kinder  Ausbau der Tagespflege  Erweiterung der Randzeitenbetreuung durch Tagespflegepersonen 26  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Handlungsfelder / Umsetzung Beruf Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Förderung des Wiedereinstiegs in den Beruf  Beratung bei Fragen zum Wiedereinstieg bzw. bei Nicht-Ausstieg  Monatliche Informationsveranstaltungen für Wiedereinsteiger / innen  Monatliches Angebot an Kurz-Workshops (BiZ & Donna-Reihe) Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt  Information über Möglichkeiten zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf  Verschiedene WorkshopAngebote in Kooperation mit lokalen Arbeitsmarktakteuren für Wiedereinsteiger / innen und berufstätige Frauen (FrauenWirtschaftsTage) Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Betriebe  Beratung von Arbeitgebern bei Fragen zur familienfreundlichen Personalpolitik  Beratung und Bereitstellung von Informationsmaterial Agentur für Arbeit, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt, Diak. Jugendhilfe Region HN e.V.  Vereinbarkeit von Berufsausbildung und Kinderbetreuung / -erziehung, Familie  Berufsausbildung in einer außerbetrieblichen Ausbildung (BaE) – kooperatives Modell in Teilzeit Erwachsenenbildung Kultur Senioren 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  27 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Handlungsfelder / Umsetzung Kindergarten Amt für Familie, Jugend und Senioren Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Förderung der sozialen und persönlichen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen  Vernetzung des vorschulischen und schulischen Bereichs mit außerschulischen Lernorten  Heilpädagogische Hilfe  Konzeptionelle Einbindung der Aufgabenstellung – Entwicklung von Qualitätsstandards Amt für Familie, Jugend und Senioren  Bereitstellung verschiedener Angebote im Bereich der musikalischen Früherziehung, Sprach- und Leseförderung, Museumspädagogik  Verknüpfung der Inhalte und Laborangebote der EXPERIMENTA im Hagenbucher mit den Lehrplänen der allgemeinbildenden Schulen  Weiterentwicklung der Angebote durch stärkere Vernetzung im Sozialraum Amt für Familie, Jugend und Senioren  Inklusion / Integration von Kindern mit Behinderungen in Regeleinrichtungen  Förderung der interkulturellen Ausrichtung in Kindertagesstätten  Schaffung einer Beratungsstelle Stabsstelle Integration (III/107) in Zusammenarbeit mit Weiterbildungseinrichtungen Schule Amt für Familie, Jugend und Senioren, Schulen  Entwicklung von interkulturellen Bausteinen für Erzieher / innen und Vermittlung von interkulturellen Ansprechpartnern  Förderung der sozialen und persönlichen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen  Sozialtraining in Eingangsklassen von Grundschulen  Erarbeitung eines Konzeptes der „kooperativen, eigenständigen Ganztages-Grund- und Hauptschule“ 28  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Handlungsfelder / Umsetzung Amt für Familie, Jugend und Senioren Handlungsziel  Verbleib von Kindern mit erhöhtem Förderbedarf an der Regelschule Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit Planungen 2010 / 2011  Ausbau von musischkulturellen Bildungsangeboten an offenen Ganztagesgrundschulen nach dem Heilbronner Weg  Ausbau des Angebotes von Kultournee Stabsstelle Integration in Kooperation mit Schulen, freien Trägern und privaten Initiativen Stabsstelle Integration in Kooperation mit Schulen, freien Trägern und privaten Initiativen Stabsstelle Integration in Zusammenarbeit mit Weiterbildungseinrichtungen, Kultusministerium sowie Migrantenorganisationen  Förderung der interkulturellen Kompetenzen von Kindern bereits in den Grundschulen  Kultournee: Pilotprojekt während der Ganztagesbetreuung (kindgerechte Vorstellung der diversen Kulturen)  Jedes Kind / Jugendliche soll so gefördert werden, dass es Anschluss an eine weiterführende Schule oder eine berufliche Ausbildung erhält  Förderung der interkulturellen Ausrichtung in Schulen  Nachhilfeförderung für sozial Schwache über mehrere Anlaufstellen, z. B. Schulen, Familienzentren etc (Patenprojekt)  Vermittlung von Ansprechpartnern aus unterschiedlichen Kulturen, um in Besprechungen über kulturspezifische Prägungen zu informieren  Entwicklung und Angebot von interkulturellen Bausteinen für Lehrer und Vermittlung von interkulturellen Ansprechpartnern Familie Amt für Familie, Jugend und Senioren  Stärkung der Erziehungs- und Bildungskompetenz der Eltern  Durchführung von Elterntrainings  Entwicklung des Elternarbeitskonzeptes unter Einbeziehung der Eltern 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  29 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Handlungsfelder / Umsetzung Amt für Familie, Jugend und Senioren Handlungsziel  Förderung der Sprachkompetenz der Eltern Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010  Umsetzung des Elternarbeitskonzeptes Planungen 2010 / 2011  Fortschreibung des Elternarbeitskonzeptes unter Einbeziehung der Eltern Stabsstelle Integration in Zusammenarbeit mit den Kindertagesstätten und den Schulen  Jedes Kind / Jugendliche soll durch seine Eltern qualifizierter unterstützt werden können; Überwindung der Sprachbarrieren und etwaiger kultureller Barrieren  Einsatz von Eltern-Multiplikatoren bei Elternabenden, Einzelgesprächen und Kursen (Wie funktioniert die Schule?, Wie funktioniert der Kindergarten?)  Flächendeckender Einsatz von Eltern-Multiplikatoren Stabsstelle Integration und Bürgeramt (Amt 33) in Zusammenarbeit mit Integrationskursträgern und weiteren Anbietern Beruf Turkish Round Table Club (TRTC) und Stabsstelle Integration über EU-Projekt in Kooperation mit Diak. Jugendhilfe Region HN e.V., Agentur für Arbeit, Schulen, türk. Vereinen, IHK, Handwerkskammer sowie Internat. Bund  Förderung der Sprachkompetenz der Eltern zur Verbesserung des Kontakts zu Schulen und Kindertagesstätten  Angebot von niederschwelligen Deutschkursen  Weiterer Ausbau des Angebots von niederschwelligen Deutschkursen  Optimierung des Übergangs Schule / Beruf durch stärkere Einbeziehung der türkisch-stämmigen Eltern in den Ausbildungsprozess (Projekt „VelilerleEl Ele“)  Ausbildung und Einsatz von Mittlern, die türkische Familien beim Übergang Schule / Beruf begleiten  Fortführung des Projektes „VelilerleEl Ele“  Ausweitung des Projektes auf andere Kulturkreise 30  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ausbaustand und Planungen - Leitziele 1.2  1 Leitziel  Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Handlungsfelder / Umsetzung Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011 Erwachsenenbildung Stabsstelle Integration, VHS, Kath. Akademie, Haus der Familie, Agentur für Arbeit etc.  Verbesserung der Information zum Thema Integration bei den Weiterbildungsträgern / Sensibilisierung / Entwicklung von Maßnahmen  Intensive Zusammenarbeit z. B. durch Organisation gemeinsamer Veranstaltungen (z. B.. Tagung „Integration durch Weiterbildung“)  Intensivierung der Zusammenarbeit (Planung weiterer Maßnahmen) Stabsstelle Integration mit Schulen und Kindertagesstätten sowie Weiterbildungsträgern  Vernetzung des vorschulischen und schulischen Bereichs mit außerschulischen Lernorten  Vermittlung von Referenten und Ansprechpartnern zum Thema Interkulturelle Kompetenz und verschiedene Kulturen;  Ausbau der Vermittlung Stabsstelle Integration in Kooperation mit VHS, anderen Integrationskursträgern Agentur für Arbeit, Kulturinstituten  Stärkung der Sprachkompetenz, insbesondere von Eltern und Verbesserung deren Integration in alle gesellschaftlich relevanten Bereiche (Kultur, Soziales, Bildung, Gesundheit)  Erstellung eines Konzeptes zur Weiterführung von Integrationskursen  EU-Antragstellung 2011 Kultur Theater Heilbronn in Kooperation mit Kindergärten und Schulen (Projektantragstellung mit Stabsstelle Integration)  Vernetzung des vorschulischen und schulischen Bereichs mit außer-schulischen Lernorten  Menschen-Märchen-Projekt (Ausbildung und Einsatz von interkulturellen Märchenerzähler / innen an Schulen und an Kindergärten  Weiterführung des Menschen-MärchenProjektes 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  31 1  1.2  Ausbaustand und Planungen - Leitziele Leitziel  Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Handlungsfelder / Umsetzung Senioren Stabsstelle Integration in Kooperation mit den jungen Senioren, Seniorenbüro, weiteren interessierten Trägern (Kirchen) Handlungsziel Maßnahmen in der Umsetzungsphase Ausbaustand 2009 / 2010 Planungen 2010 / 2011  Information und Sensibilisierung im Umgang miteinander  Präsentationen, Durchführung von Workshops etc; Motivation zur Mitwirkung in Integrationsprojekten (Patenprojekte, Nachhilfeprojekte etc)  Weiterführung der intensiven Öffentlichkeitsarbeit 32  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Werkrealschule 1.3  1 1.3 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen 1.3.1 Werkrealschule Mit dem Bildungsplan Werkrealschule wird das Programm der früheren Hauptschule weiterentwickelt. Der bisherige Bildungsplan der Hauptschulen tritt für die Klassenstufen 5 – 8 außer Kraft, ab dem Schuljahr 2010 / 2011 gilt folglich in diesen Klassenstufen der Bildungsplan Werkrealschule sowohl für Werkrealschulen als auch für Hauptschulen gleichermaßen. Dadurch ist gewährleistet, dass Schulwechsel am Ende jeder Klassenstufe möglich sind. Zu den neuen pädagogischen Elementen des Profils zählt unter anderem eine kontinuierliche Elternberatung. Die durchgängige individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler in allen Klassenstufen ist ein weiteres Element. Sie wird insbesondere mit der Erstellung und Fortschreibung individueller Förderpläne für die Schülerinnen und Schüler erreicht. Das dritte Element stellt die erweiterte Berufswegeplanung ab der Klasse 5 dar. Dabei ist die Kooperation zwischen Schule und Betrieb intensiv gestaltet. Neben der Integration der Elemente des bisherigen Praxiszugs werden unter anderem zeitlich flexible Praktikumsphasen eingerichtet. Dadurch werden die Schülerinnen und Schüler frühzeitig auf die Berufswahl vorbereitet. Der Bildungsgang Werkrealschule ist durchgängig auf sechs Schuljahre angelegt und endet mit einem mittleren Bildungsabschluss. Dieser Abschluss ist dem der Realschule gleichwertig. Im Anschluss an die Werkrealschule kann ein Übergang in das duale Bildungssystem, die Berufsausbildung oder weiterführende berufliche Bildungsgänge erfolgen. Die Möglichkeit, die Schule mit einem Hauptschulabschluss bereits nach der neunten Klasse zu verlassen, besteht weiterhin. Zentrales Element in Klassenstufe 8 und 9 ist, dass die Schülerinnen und Schüler für diese beiden Schuljahre entsprechend Ihrer Interessen ein Wahlpflichtfach wählen können. Dabei stehen die Fächer „Natur und Technik“, „Wirtschaft und Informationstechnik“ sowie „Gesundheit und Soziales“ zur Auswahl. Mit dieser speziellen Ausrichtung wird eine optimale Vorbereitung auf die besonders konzipierte Klassenstufe 10 erreicht. Zentrales Element in Klasse 10 ist die enge Kooperation mit der zweijährigen Berufsfachschule. Die Kooperation bietet den Vorteil, dass sowohl allgemeinbildende als auch berufliche Inhalte vermittelt werden. Dabei stimmen die letztgenannten Lehrinhalte mit denen des berufsbildenden Teils des ersten Jahres der Berufsfachschule überein. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  33 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Werkrealschule Die Konzeption der Werkrealschule bietet den Schulen die Chance, ein individuelles Profil zu entwickeln. Da Werkrealschulen und Hauptschulen grundsätzlich Wahlschulen sind, wird ein offensives Werben um Schülerinnen und Schüler notwendig sein. Hierbei kann die Profilierung der Schulen zukünftig eine besondere Rolle spielen. Für den Stadtkreis Heilbronn hat der Schulträger von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, bis Ende Juli 2016 nochmals Schulbezirke festzulegen. Die Werkrealschulen und Hauptschulen sind bis dahin keine Wahlschulen, die Schülerinnen und Schüler gehen in die jeweilige Schule, in deren Schulbezirk sie wohnen. Dennoch entwickeln die Schulen bereits heute ihre Profile weiter und bauen diese weiter aus. Voraussetzung für die Genehmigung einer Werkrealschule ist die Zweizügigkeit gemäß § 6 Abs. 2 SchG. Diese erfüllten im Stadtkreis Heilbronn die Elly-Heuss-Knapp-Schule, die Fritz-Ulrich-Schule, die Gerhart-Hauptmann-Schule, die Rosenauschule, die Wartbergschule und die Wilhelm-Hauff-Schule. Sie sind daher künftig als „Werkrealschulen“ genehmigt. Bestehende einzügige Hauptschulen, die das 10. Schuljahr auch bereits bisher auf freiwilliger Basis anbieten, können die Schulartbezeichnung „Hauptschule mit Werkrealschule“ führen, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: Das 10. Schuljahr muss weitergeführt und nach dem neuen Konzept angepasst werden, des Weiteren muss eine Mindestschülerzahl von 16 erreicht werden. Als derartige Hauptschulen mit Werkrealschule genehmigt sind die Albrecht-Dürer-Schule und die Staufenbergschule Sontheim. Der Antrag für die Grund- und Hauptschule Frankenbach konnte nicht genehmigt werden, da die genannten Voraussetzungen nicht vorlagen. Somit bleibt diese Schule sowie die Grund- und Hauptschule Biberach weiterhin „Hauptschul“-Standort. Die Ludwig-Pfau-Schule führt bis zum Auslaufen der Hauptschule an diesem Standort bis zum Schuljahr 2012 / 13 vorübergehend ebenfalls die Bezeichnung „Hauptschule mit Werkrealschule“. Da der neue Bildungsplan wie oben beschrieben, sowohl für Hauptschulen als auch Werkrealschulen gilt, werden alle Schulen das Angebot der drei Wahlpflichtfächer bereitstellen müssen. Aus Kapazitätsgründen werden kleinere Hauptschulen voraussichtlich nicht alle Fächer anbieten können. Daher sind zukünftig höchstwahrscheinlich Kooperationen zu anderen Hauptschulen / Werkrealschulen sowie entsprechende Schülerbeförderungen notwendig. 34  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - KECK 1.3  1 1.3.2 KECK: Kommunale Entwicklung – Chancen für Kinder Die Stadt Heilbronn beteiligt sich zusammen mit der Bertelsmann Stiftung an dem Modellprojekt KECK: Kommunale Entwicklung – Chancen für Kinder. Das Projekt wird vom Land Baden-Württemberg unterstützt, beteiligt sind außerdem das Staatsinstitut für Frühpädagogik München (IFP) und das Institut empirica in Bonn. Die Stadt Heilbronn und das Land Baden Württemberg engagieren sich als zweite Modellregion neben der Stadt Jena und dem Land Thüringen für dieses bundesweit einzigartige Projekt. Nach der Pilotphase soll KECK auch in anderen Gemeinden in Baden-Württemberg und Thüringen und bundesweit genutzt werden. Warum beteiligt sich die Stadt Heilbronn am Modellprojekt KECK? Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung ist eines der vier Leitzeile der Kommunalen Bildungsplanung der Stadt Heilbronn. Einige nationale Studien, wie zuletzt die PISA-Nachfolgestudie zeigen jedoch, dass es einen ausgeprägten Zusammenhang zwischen sozialer Herkunft von Kindern und Jugendlichen und ihrem Bildungserfolg gibt. Die Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern sind abhängig davon, wo und unter welchen Bedingungen sie aufwachsen – auch in Heilbronn. Durch die Lebensbedingungen vor Ort entscheidet sich oft schon früh, welche Bildungseinrichtungen Kinder besuchen und welche beruflichen Chancen sie später haben. Die Stadt Heilbronn erhofft sich von dem Projekt KECK, aussagekräftige Zahlen und Fakten zu bekommen, die es ermöglichen, Ursachen für ungleiche Lebenschancen zu erkennen und politisch wirksam handeln zu können. Was kennzeichnet das Projekt KECK? Gemeinsam mit den Modellregionen entwickelt die Bertelsmann Stiftung ein Informationssystem, das die Lebenssituation von Kindern in ihrem Sozialraum erfasst und öffentlich zugänglich macht. Informationen über das soziale Umfeld und über den Entwicklungsstand von Kindern werden in einem Online-Atlas miteinander verknüpft. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  35 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - KECK Das Informationssystem KECK liefert damit Informationen über die Bedingungen des Aufwachsens von Kindern und zeigt zugleich, wie es den Kindern in ihrem Lebensraum geht. In einem Teilprojekt wird ein wissenschaftliches Instrument zur Erfassung der Kompetenzen und Interessen von Kindern (KOMPIK) entwickelt. Die gewonnenen Daten können sowohl als Grundlage für den Online-Atlas, als auch für die individuelle pädagogische Begleitung in den Kindertageseinrichtungen genutzt werden. Modellphase in Heilbronn Mit einer Auftaktveranstaltung am 22.02.2010 in der experimenta ist das Projekt KECK in Heilbronn offiziell gestartet. Während der Projektphase, die bis Juli 2011 terminiert ist, wird in den Kindertagesstätten der Beobachtungsbogen KOMPIK erprobt und entwickelt. Das Staatinstitut für Frühpädagogik führt zu diesem Zweck mit Unterstützung der Erzieher / innen in den Kindertageseinrichtungen mehrere Erhebungen durch, um die Genauigkeit der Fragen sowie die Aussagekraft der Ergebnisse zu überprüfen. Die Endversion des KOMPIK-Bogens wird im Februar 2011 zur Verfügung stehen. Der in Heilbronn bereits vorhandene Sozialdatenatlas auf der Ebene von 25 Planungsbezirken ist die Grundlage für den zukünftigen Online-Atlas. Während der Modellphase unterstützt das Institut empirica den Ausbau des Sozialdatenatlas zu einer differenzierten Gesundheits-, Bildungs- und Sozialberichterstattung. Durch die Verknüpfung der mit KOMPIK gewonnenen Erkenntnisse über den Entwicklungsstand der Kinder in einem Wohnquartier und den vorhandenen Sozialdaten im Online-Atlas erhält die Stadt Heilbronn fundierte Informationen zur Lage ihrer Kinder in den unterschiedlichen Sozialräumen. 36  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - KECK 1.3  1 Wie geht es nach der Modellphase weiter? Die Kindertageseinrichtungen erhalten mit dem Beobachtungsbogen KOMPIK ein neuartiges, wissenschaftlich fundiertes Instrument, womit die Kompetenzen und Interessen jedes Kindes sichtbar gemacht werden können. Der KOMPIK-Bogen kann auch nach Abschluss der Projektphase von den Erzieher / innen für ihre pädagogische Arbeit und die Zusammenarbeit mit den Eltern genutzt werden. Mit dem Online-Atlas auf der Basis von KECK wird ein Informationssystem geschaffen, das der Kommunalpolitik ermöglicht, die Entwicklung von Kindern in ihrem direkten Lebensumfeld zu betrachten und auf dieser Basis passende Förderansätze zu entwickeln. KECK bietet auch die Grundlage dafür, dass kommunale Netzwerke geschaffen werden, die eine gute Förderung aller Kinder sichern. Weiterhin sollen Angebote für Kinder miteinander verknüpft und Menschen zueinander gebracht werden, die sich in der Kommune für mehr Chancen für Kinder einsetzen. Die Stadt Heilbronn setzt mit ihrer Beteiligung an dem Modellprojekt KECK einen weiteren Meilenstein auf dem Weg, die Bildungschancen für alle Kinder in Heilbronn zu verbessern. Erste Ergebnisse und sich daraus ergebende Handlungsfelder können voraussichtlich im Bildungsbeirat am 25. November 2010 vorgestellt werden. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  37 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Inklusion 1.3.3 Inklusion Seit März 2009 gilt auch in Deutschland die Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen. Nach Artikel 24 des „Übereinkommens der Vereinten Nationen vom 13.12.2006 über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“ (UN-Konvention) sollen Menschen mit Behinderungen „gleichberechtigt mit anderen in der Gemeinschaft, in der sie leben, Zugang zu einem integrativen, hochwertigen und unentgeltlichen Unterricht an Grundschulen und weiterführenden Schulen haben“. Damit dies gewährleistet ist, wird den Bildungsverantwortlichen aufgegeben, „innerhalb des allgemeinen Bildungssystems die notwendige Unterstützung“ zu leisten, um Menschen mit Behinderungen Bildungserfolge zu erleichtern. Dieses Ziel soll mit „individuell angepassten Unterstützungsmaßnahmen in einem Umfeld, das die bestmögliche schulische und soziale Entwicklung gestattet“ erreicht werden. Die Verpflichtung zu Inklusion unterscheidet sich demnach grundlegend von der Integration. Während die Integration eine Anpassungsleistung vom behinderten Kind verlangt, bevor dieses in das allgemeine System integriert werden kann, nimmt die Inklusion nicht das Kind, sondern das System selbst in den Blick und fordert von ihm die Anpassungsleistung. Ein „Expertenrat sonderpädagogische Förderung“ des Kultusministeriums hat vor diesem Hintergrund folgende Weiterentwicklungsempfehlungen zur Sonderpädagogik erarbeitet: Die Sonderschulpflicht wird abgeschafft. Bildungskonferenzen mit Lehrern, Eltern, Vertretern der Jugend- und der Behindertenhilfe sollen gemeinsam darüber beraten, ob ein Kind eine Regelschule oder ein sonderpädagogisches Bildungszentrum besucht. Schüler mit Behinderung an Regelschulen sollen dort von Sonderschulpädagogen unterstützt werden. Die jeweiligen Kollegien sollen fortgebildet werden, alle künftigen Lehrer dafür ausgebildet werden, auch Kinder mit Behinderung zu unterrichten. Die Sonderschulen bleiben bestehen. Diesen Weg der Inklusion (Einschluss von Kindern mit Behinderung in die allgemeinbildenden Schulen) hat die Stadt Heilbronn bereits mit dem Schulversuch an der Alice-SalomonSchule (Schule für Erziehungshilfe) beschritten. 38  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Inklusion 1.3  1 Mit diesem Schulversuch sind folgende Ziele verbunden: 1. Der Verbleib von Kindern und Jugendlichen mit einem erhöhten Erziehungs- und sonderpädagogischen Förderbedarf in der allgemeinbildenden Schule und anderen Sonderschulen. 2. Die Rückführung von Schülern aus der Schule für Erziehungshilfe in die allgemeinbildende Schule und andere Sonderschulen. Als Modellstandorte wurden in einem ersten Schritt folgende allgemeinbildende Schulen ausgesucht: Gerhart-Hauptmann-Schule Fritz-Ulrich-Schule Albrecht-Dürer-Schule Staufenbergschule Dieser Schulversuch basiert auf der gemeinsamen Konzeptentwicklung der Stadt Heilbronn (Amt für Familie, Jugend und Senioren), des Staatlichen Schulamtes und der Diakonischen Jugendhilfe. Gemeinsam war die Absicht, Module der sonderpädagogischen und sozialpädagogischen Angebote der Alice-Salomon-Schule schrittweise an die oben genannten vier Regelschulen zu verlagern. Dies ermöglicht die Vernetzung von Schule und Jugendhilfeangebote, d. h. des sozial- und sonderpädagogischen Angebotes der Alice-Salomon-Schule mit den bereits an den Regelschulen vorhandenen Angeboten (Psychologische Sprechstunde an der Schule, Schulsozialarbeit, Ganztagesbetreuung). Zwischenzeitlich zeigen sich an den beteiligten Schulen spürbare Erfolge. Durch die intensive Kooperation der verschiedenen Akteure vor Ort (Lehrer und Sozialpädagogen der Alice-Salomon-Schule sind an den vier Modellstandorten tätig) ist es gelungen, die Umschulungen an die Alice-Salomon-Schule zu begrenzen. Auch die Mitwirkung der Eltern wird als unerlässliche Voraussetzung für ein dauerhaftes Gelingen dieses Schulversuches gesehen, der noch bis Ende des Schuljahres 2009 / 10 läuft. Die Entwicklung entsprechender Elternarbeitskonzepte, die intensivere Verzahnung von Kindergarten und Schule mit einer durchgängigen individuellen Erziehungs- und Hilfe- 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  39 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Inklusion planung und die Einbettung der verschiedenen Ansätze in ein funktionierendes Netzwerk werden somit die künftigen Aufgabenstellungen sein. Zu Beginn des Jahres 2010 wurde ein Antrag auf Überführung dieses Modellprojektes in den Regelbetrieb an das Land gestellt. Auch bei Kindern mit geistiger und körperlicher Behinderung wird in Heilbronn bereits seit ca. 12 Jahren der Weg der Inklusion beschritten. So sind 3 Klassen der Paul-Meyle-Schule (Schule für Geistig- und Körperbehinderte) mit eigenen Zimmern und ihren Lehrern fest an der Ludwig-Pfau-Schule verankert. Es findet mindestens 1 Stunde am Tag gemeinsamer Unterricht statt, bei dem 6 - 7 Schüler der Paul-Meyle-Schule fester Bestandteil des Deutsch-, Kunst, Sport und Mathematikunterrichts der Ludwig-Pfau-Schule sind. Eine noch intensivere Verzahnung von Sonderschule und Regelschule wird auch hier die künftige Zielsetzung sein. 40  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Ganztagesschule 1.3  1 1.3.4 „Kooperative, eigenständige Ganztages-Grund- und Hauptschule“ Ausgangslage Priorität bei der Umsetzung der Kommunalen Bildungsplanung hatte bisher der Ausbau schulischer Ganztagesbetreuungsangebote an den 23 Heilbronner Grund- und Förderschulen sowie 11 Hauptschulen. Zwischenzeitlich sind alle 19 Grundschulen und die vier Sonderschulen in städtischer Trägerschaft offene Ganztagesschulen nach dem „Heilbronner Weg“. 8 der 11 Hauptschulen sind „Ganztagesbrennpunktschulen“ nach dem Landeskonzept und verfügen zusätzlich über eine Stelle Schulsozialarbeit. Darüber hinaus ist noch an der Dammgrundschule, Grünewaldschule sowie Pestalozzischule anteilig Schulsozialarbeit vor Ort. Durch unterschiedliche gesetzliche Zuständigkeiten auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene sowie die Aufgabenverteilungen auf örtlicher Ebene, kann die Aufgabe der Kommunalen Bildungsplanung nur wirkungsvoll wahrgenommen werden, wenn bei allen Beteiligten die Bereitschaft zur übergreifenden fachlichen Zusammenarbeit und auch zur finanziellen Beteiligung besteht. Problemstellung und weitere Zielsetzung In einem ersten Schritt ging es darum, alle im Bereich der Schulkindbetreuung vorhandenen kommunalen Ressourcen, schulischen Ressourcen sowie Ressourcen des Landes zum Wohle gelingender Bildungsbiographien an den Schulen zu bündeln. Mit dem „Heilbronner Weg“ ist die Zusammenführung der Mittel des Landes für die Kernzeitenbetreuung / Flexible Nachmittagsbetreuung mit den Mitteln der Jugendhilfe für die Nachmittagsbetreuung von Schulkindern und den Mitteln des schulverwaltenden Amtes für die Mittagsverpflegung und sächliche Grundausstattung auf örtlicher Ebene gemeint. Ziel hierbei ist es, die schulischen Angebote durch außerschulische Betreuungs- und Bildungsangebote sinnvoll zu ergänzen. Auch eine Rhythmisierung von Unterricht und außerschulischen Bildungs- und Betreuungsangeboten wird in Betracht gezogen. Diese sinnvolle Bündelung vorhandener Strukturen stößt aufgrund der Vielzahl der Beteiligten mit ihren unterschiedlichen Interessenlagen an seine organisatorischen und fachlichen Grenzen. Ziel sollte daher sein, die Schule in die Lage zu versetzen, die ihr zugewiesenen bzw. neu entstandenen Aufgaben / Verwaltungsaufgaben bzw. die damit verbundene Verantwortung übernehmen zu können. Es geht darum, den Lebensraum Schule gemeinsam neu zu gestalten. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  41 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Ganztagesschule Mögliche Lösungsansätze Sowohl Land als auch Stadt ermöglichen auf der Grundlage einer gemeinsamen Vereinbarung und eines Schulversuchs den Schulen, in weitgehender Eigenregie Budgets für die Durchführung aller, für ein erfolgreiches Gelingen von Bildungsbiographien notwenigen Angebote an der Schule (Betreuung, Förderung, Erziehung, Inklusion, Sekretariat, Hausmeister, zusätzliche Lehrerstunden etc.) verwalten zu können. Dem Rektor wird aus einem Budget heraus, eine (noch zu definierende) Fachkraft, z. B. Schulkoordinator, zur Seite gestellt. Diese Fachkraft unterstützt den Rektor in den Leitungsaufgaben, insbesondere im Bereich Verwaltung, Organisation und Personal und übernimmt die Steuerungsverantwortung im Bereich Jugendhilfe. Städtischerseits bedeutet dies eine weitere Bündelung finanzieller Ressourcen, die aus verschiedenen „Töpfen“ in die Schule fließen. Hierzu zählen dann insbesondere auch Mittel für flexible und ambulante erzieherische Hilfen, Schulbegleitung, Erziehungsbeistandschaften, Präventionsfonds und Schulsozialarbeit. Im Zuge der Vernetzung der vielfältigen Betreuungs- und Hilfsangebote an den Schulen, die zwischenzeitlich alle der Schul- bzw. Jugendsozialarbeit zuzurechnen sind, muss eine Neuausrichtung des Aufgabenfeldes der klassischen Schulsozialarbeit erfolgen. Die Schulsozialarbeit könnte künftig an der Schule eine koordinierende Rolle übernehmen und sich so perspektivisch zum Schulkoordinator weiterentwickeln. Diese Veränderungen haben in der Konsequenz eine Veränderung der Bereitstellung der Angebote der klassischen Schulsoziarbeit zur Folge. 42  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Ganztagesschule 1.3  1 Mit diesem Lösungsansatz bei gleichzeitiger Bereitstellung von Schulbudgets sind folgende Erwartungen verbunden: Verbesserung der Steuerung des Mitteleinsatzes für den Betrieb der offenen Ganztagesschulen Verbesserung der Steuerung des Mitteleinsatzes für die Leistung erzieherischer Hilfen an Schulen und Vernetzung mit der vorhandenen Angebots– und Hilfestruktur Zielgerichtete Steuerung der Aufnahme von Kindergartenkindern beim Übergang in die Schule Verbesserung der Einnahmesituation durch qualifizierte Mittelakquise Unterstützung der Schulleitung bei der verwaltungsmäßigen und organisatorischen Umsetzung der Ganztagesschule Schnellere Gewährung bedarfsgerechter, passgenauer Hilfen einschließlich Elternarbeit im Rahmen zur Verfügung stehender Budgets Vernetzung mit den vorhandenen Unterstützungssystemen an bzw. im Umfeld der Schulen Vorbereitung der schulischen / außerschulischen Strukturen auf ein inklusives Bildungssystem Entlastung des Sozialen Dienstes des Amtes in der Hilfesteuerung und Evaluation; Vereinfachung der Hilfegewährung Begrenzung und Steuerung der Ausgabenentwicklung Erhöhung der Flexibilisierung der freien Träger in der Hilfegewährung 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  43 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Schulsozialarbeit 1.3.5 Schulsozialarbeit Zuständiges Fachamt für die Schulsozialarbeit ist das Amt für Familie, Jugend und Senioren. Das klassische Feld der Schulsozialarbeit hat sich zu Beginn der neunziger Jahre auf der Grundlage des § 13 des Kinder- und Jugendhilfegesetzes (SGB VIII) - Jugendsozialarbeit entwickelt. „Jungen Menschen, die zum Ausgleich sozialer Benachteiligungen oder zur Überwindung individueller Beeinträchtigungen in erhöhtem Maß auf Unterstützung angewiesen sind, sollen im Rahmen der Jugendhilfe sozialpädagogische Hilfen angeboten werden, die ihre schulische und berufliche Ausbildung, Eingliederung in die Arbeitswelt und ihre soziale Integration fördern.“ Der Einstieg in Heilbronn erfolgte mit 2 sozialpädagogischen Fachkräften an der Rosenauschule. Nach und nach konnten alle Hauptschulen sowie einzelne Grundschulen mit besonderer pädagogischer Aufgabenstellung und die beiden u. g. Berufsschulzentren beim Ausbau der Schulsozialarbeit berücksichtigt werden. Als klassische Leistungsbereiche der Schulsozialarbeit sind offene Angebote, Beratung in individuellen Problemsituationen, Arbeit mit Gruppen und Kooperation mit Betrieben und im Gemeinwesen mit dem Ziel der Vernetzung zu nennen. 44  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Schulsozialarbeit 1.3  1 Derzeit ergibt sich folgender Ausbaustand: Schule Träger des Angebotes Personelle Ausstattung Rosenauschule Fritz-Ulrich-Schule Wartbergschule Elly-Heuss-Knapp-GHS Albrecht-Dürer-Schule Ludwig-Pfau-Schule Staufenbergschule Wilhelm-Hauff-Schule Gerhart-Hauptmann-Schule Dammgrundschule Dammrealschule Grünewaldschule / Wilhelm-Hofmann-Schule Pestalozzischule Technisches Schulzentrum (Wilhelm-Maybach-Schule und Johann-Jakob-Widmann-Schule) Kaufmännische Schule (Gustav-von-Schmoller-Schule) Stadt Heilbronn Stadt Heilbronn Caritasverband Diakonisches Werk Heilbronn Diakonisches Werk Heilbronn Stadt Heilbronn Stadt Heilbronn Diakonisches Werk Heilbronn Stadt Heilbronn Stadt Heilbronn Stadt Heilbronn Diakonische Jugendhilfe HN e. V. Diakonisches Werk Heilbronn Caritas / Diakonische Jugendhilfe HN e. V. Caritas / Diakonische Jugendhilfe HN e. V. 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 1 Fachkraft 0,3 Fachkraft Budget im Umfang einer 0,5 Fachkraftstelle 0,5 Fachkraft 1, 5 Fachkräfte 0,5 Fachkraft 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  45 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Schulsozialarbeit Zwischenzeitlich melden auch Realschulen, Gymnasien und berufliche Schulen einen weiteren Bedarf an Schulsozialarbeit an, wobei sich Schulsozialarbeit nicht mehr auf den Einsatz einzelner pädagogischer Fachkräfte an den Schulen beschränkt. Mit der Entwicklung neuer präventiver Angebotes- und Hilfestrukturen mit unterschiedlichen Professionen wie zum Beispiel Sprechstunde an der Schule (Psychologische Fachkräfte) Sozialtraining in Schuleingangsklassen (Sozialpädagogische Fachkräfte / Lehrer) Schulische Ganztagesbetreuung im Rahmen der offenen Ganztagsschulen (Sozialpädagogen, Erzieher / innen, außerschulische Fachkräfte externer Bildungs- und Kultureinrichtungen) Individuelle Hilfen durch Nutzung des Präventionsfonds Erzieherische Hilfen an Schulen bzw. im Umfeld von Schule muss der Begriff der Schulsoziarbeit weiter gefasst werden. Gleichzeitig erfordert dies eine konzeptionelle Weiterentwicklung der klassischen Fachkraftstellen für Schulsozialarbeit in Richtung Steuerung und Koordination der verschiedenen Hilfen bzw. Unterstützungssysteme an den Schulen vor Ort im Zuge des weiteren Ausbaus der offenen Ganztagsschulen. Der Ausbau der Jugendsozialarbeit an Schulen erfolgte in den letzten Jahren ausschließlich in kommunaler Trägerschaft bzw. ausschließlich durch städtische Mittel. Das Land Baden-Württemberg hat sich aus der Finanzierung der Schulsozialarbeit komplett zurückgezogen. Schulsozialarbeit stärkt – in ihren unterschiedlichen Facetten - nicht nur Schülerinnen und Schüler nachhaltig, sondern auch das Regelsystem Schule und nicht zuletzt auch die Eltern in ihrem Erziehungsauftrag. Daher ist es zwingend notwendig, dass sich das Land wieder am Ausbau der Schulsozialarbeit finanziell beteiligt. 46  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Schulentwicklung 1.3  1 1.3.6 Künftige Schulentwicklung der Stadt Heilbronn und das GEW-Gutachten Mit Ausnahme der Hauptschulen Biberach und Frankenbach erfüllen alle anderen Hauptschulen Heilbronns die gesetzlichen Kriterien für die „Werkrealschule“ bzw. „Hauptschule mit Werkrealschule“ (siehe Seite 33 f). Nach Aussagen des Landes sollen gegen den Willen des Schulträgers keine einzügigen Hauptschulen geschlossen werden. Die Zusammenlegung einzelner Schulstandorte in den Stadtteilen könnte sich allerdings mittelfristig ergeben. Hierfür kann die Veränderung der auch weiterhin bestehenden Schulbezirke unerlässlich werden, um die Schülerströme entsprechend zu steuern. Am bisherigen Standort Ludwig-Pfau-Schule werden keine Hauptschüler mehr aufgenommen. Des Weiteren wird durch die auswachsende Hauptschule und die aufwachsende Realschule an der Ludwig-Pfau-Schule (als Außenstelle der Dammrealschule eingerichtet) eine Veränderung in der Schülerverteilung der Hauptschüler vorgenommen. Hauptschüler aus dem Bezirk der Ludwig-Pfau-Hauptschule werden zukünftig auf die umliegenden Hauptschulen Gerhart-Hauptmann-Schule, Rosenauschule und Wilhelm-Hauff-Schule verteilt. Dies wird zu einer Stärkung der Schülerzahlen an diesen Hauptschulen führen, die zu Werkrealschulen weiterentwickelt werden. Die Gewerkschaft Erziehung & Wissenschaft hatte ein Gutachten zur regionalen Schulentwicklung in Baden-Württemberg in Auftrag gegeben, das im Januar 2010 erstmals präsentiert wurde. Ausgangspunkt hierfür war die erneute Diskussion um den Fortbestand der Hauptschulen, nachdem ihre Schülerzahl in den letzten Jahren weiter gesunken ist. Aufgabe des Gutachtens war die Klärung der Schulsituation im Land und ihre mögliche weitere Entwicklung. So ist nach diesem Gutachten in der Stadt Heilbronn ein starker Rückgang beim Besuch der Hauptschule zu konstatieren. Zwischen 2000 / 01 und 2009 / 10 fiel er von 41,8 % auf 32,6 %. So ging zwischen 2003 / 05 und 2008 / 09 die Zahl an Übergängen zur Hauptschule binnen fünf Jahren von 440 auf 374 Schüler / innen zurück, was einem Verlust von 15 % gleichkommt. Nach den aktuellen Daten für 2009 / 10 setzt sich dieser Trend fort, wonach nur noch 361 Schüler / innen in Heilbronn auf die Hauptschule wechseln. Setzt sich der langfristige Trend fort, dann sind ab 2015 für die Hauptschulen der Stadt Heilbronn bei prognostiziertem Zugang von 30 % insgesamt 308, bei 25 % Zugang von 282 Schüler / innen pro Jahrgang für die Sekundarstufe zu erwarten. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  47 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Schulentwicklung Nach Angaben der Studie wären in der Stadt Heilbronn selbst bei einem Zugang von 30 % nicht alle 11 Hauptschulen haltbar, sodass 2 Hauptschulen von der Auflösung bedroht wären. An Werkrealschulen nach neuer Konzeption könnten in Heilbronn alle vier Hauptschulen weitergeführt werden, die bereits die 10. Klasse der bisherigen Werkrealschule führen, sogar dann wenn die Zugangsquote fiele. Es wurden nun drei Modelle der Schulstruktur untersucht und hinsichtlich ihrer Leistungsfähigkeit für die Schulversorgung verglichen: das dreigliedrige Schulsystem mit Hauptschule / Werkrealschule, Realschule und Gymnasium die „Verbundschule“, bei der die Bildungsgänge von Haupt- und Realschule zusammengeführt sind die „Integrierte Sekundarschule“, bei der alle Kinder bis zur Klasse 10 eine Schule besuchen. Hierbei kamen Tino und Holger Bargel von der Universität Konstanz, die Verfasser des Gutachtens, für die Stadt Heilbronn zu folgenden Ergebnissen: Option 1: 9 Verbundschulen lösen die vorhandenen 11 Haupt- und 4 Realschulen ab. Unterschied gegenüber dem dreigliedrigen Schulsystem: Der Bedarf an Schulgebäuden ist geringer zu veranschlagen. Es wird eine effizientere Schulversorgung ermöglicht. Option 2: 12-16 integrierte Sekundarschulen ersetzen die vorhandenen 11 Hauptschulen, 4 Realschulen und 5 Gymnasien. Unterschied gegenüber dem dreigliedrigen Schulsystem: Es können alle Schulen der Stadt Heilbronn den realschulischen und gymnasialen Bildungsgang und somit die gesamte Breite der Bildungsgänge und Abschlüsse in der Sekundarstufe anbieten. 48  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Kulturelle Bildung 1.3  1 1.3.7 Kulturelle Bildung Nach der Charta der UNESCO ist das Recht auf Bildung ein Grundrecht. Dies bedeutet: Jedes Kind und jeder Erwachsene hat das Recht auf Möglichkeiten, die ihm volle und harmonische Entwicklung und Teilnahme am kulturellen Leben garantieren. Die kulturelle Bildung hat die Aufgabe, die Menschen zu dieser Erkenntnis und zu diesem Bewusstsein zu führen. Aus diesen Rechten resultiert die Hauptbegründung, kulturelle Bildung zu einem wichtigen, in der Tat verpflichtenden Teil des Bildungsprogrammes in jedem Land zu machen. Ein wesentliches Defizit der heutigen kulturellen Bildung scheint zu sein, dass die außerschulischen Bildungsträger die Menschen / Kinder zur Institution führen und damit ihre Lücken schließen möchten. Die kulturelle Bildung hingegen hat jedoch einen ganz anderen Auftrag: Sie trägt zu einer ganzheitlichen Persönlichkeitsentwicklung bei. Dies bedeutet: Nicht nur Ganztagesschule, sondern Ganztagesbildung! Bildung wird aber nur gelingen, wenn die Menschen neugierig sind. Nach einem Bericht einer Arbeitsgruppe der Kultusministerkonferenz werden 30 % von Bildung in der Schule vermittelt, die übrigen 70 % außerhalb der Schule (nach dieser Arbeitsgruppe ist Bildung die Fähigkeit des Menschen, sein Leben selbstständig und selbstbestimmt zu führen). Daher bringt die Halbtagesschule „halbe Bildung“, die Ganztagesschule muss jedoch auch die außerschulischen Bereiche (70 %) berücksichtigen. Dies wird nicht vollständig möglich sein, daher müssen möglichst umfassende Angebote in die Ganztagesschule integriert werden. So werden mit Beginn des Schuljahres 2010 / 11 die musisch-kulturellen Bildungsangebote, die bereits von Volkshochschule, Jugendkunstschule, Stadtarchiv, städt. Museum, Stabsstelle Integration, Stadtbibliothek usw. praktiziert werden, kontinuierlich ausgebaut und vor Ort in den Ganztagsschulbetrieb an den Schulen eingebunden. Beispiele: Die Kinder hören japanische Märchen und dürfen im Rahmen von Papierarbeiten, Rollenspielen und eigenen Märchenvarianten selbst in den Alltag von Ungeheuer jagenden Helden und verzauberten Schönheiten eintauchen. Im Rahmen einer Zeitreise in die Vergangenheit lernen die Kinder das Alltagsleben in der Römerzeit oder im Mittelalter mit Kostproben von damaligen Getränken und Speisen, der damaligen Kleidung, der Herstellung von damaligem Schuhwerk usw. kennen. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  49 1  1.3  Aktuelle bildungspolitische Herausforderungen - Kulturelle Bildung Ziel ist es, innerhalb des Schulalltags eine Rhythmisierung zwischen Unterricht und den Bildungselementen herbeizuführen. So sieht vor allem die Volkshochschule – und auch die von ihr getragene Jugendkunstschule – mit denen von ihr in die Ganztagesbetreuung eingebrachten Programmangeboten die große Chance, kulturelle Kompetenzen zu erwerben, die es den Kindern ermöglichen, am kulturellen Leben nicht nur teilzunehmen, sondern auch teilhaben zu können. Die Federführung in der Koordination der musisch-kulturellen Bildungsangebote liegt beim Büro für Kommunales Bildungsmanagement, als Schnittstelle zu den 19 Grundschulen, 2 Förderschulen und der Außenstelle der Dammrealschule, die sich auf dem „Heilbronner Weg“ befinden. Dadurch eröffnet sich die Möglichkeit, die Projektangebote der außerschulischen Bildungsträger nacheinander an den verschiedenen Schulen umzusetzen. Die Themenblöcke sollen mindestens auf ein Schulhalbjahr angelegt sein, damit sie von den Schülern / Eltern über diesen Zeitraum verbindlich gebucht werden können. Orte der Bildungsvermittlung 30% 70% Schule außerschulischer Bereich 50  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 2 2 Evaluierung der vier Leitziele des Kommunalen Bildungsmanagements 2.1 Evaluationskriterien und Zielsetzungen Eine wichtige Aufgabe des Bildungsberichts ist die Evaluation der im Jahre 2007 begonnenen Kommunalen Bildungsplanung. Dies bedeutet, dass die mit der Kommunalen Bildungsplanung verbundenen 4 Leitziele 1. Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen 2. Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen 3. Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf 4. Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen einer ständigen Überprüfung unterzogen werden. Hierbei werden die Schuljahre 2007 / 08 und 2009 / 10 miteinander verglichen. Bei diesen Vergleichen wird der Begriff „Ausländer“ (Mitbürger nichtdeutscher Herkunft) durch den Begriff „Andere Nationalität“ ersetzt. Evaluationskriterien, mit deren Hilfe dies geschehen soll, sind: Im Vorschulbereich Anzahl der Kindergartenkinder in Sprachfördermaßnahmen Anzahl der Kindergartenkinder anderer Nationalität in Sprachfördermaßnahmen Anzahl der geschaffenen Kleinkindbetreuungsplätze Anzahl der Ganztagesplätze in den Kindergärten Übergang Kindergarten - Grundschule Anzahl der Schüler in Grundschulförderklassen und der insgesamt zurückgestellten Kinder Anzahl der Schüler anderer Nationalität in Grundschulförderklassen Im Schulbereich Übertrittsquote auf weiterführende Schulen Bearbeitete Handlungsfelder des Kommunalen Bildungsmanagements 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  51 2  2.1  Evaluationskriterien und Zielsetzungen Betreuungsquote an den offenen Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg Übertrittsquote auf weiterführende Schulen von Schülern anderer Nationalität Anzahl der Schüler mit anderer Nationalität an Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen Anzahl der Schüler ohne Hauptschulabschluss Anzahl der Schüler mit Realschulabschluss und Abitur Integration von Schülern mit erhöhtem sonderpädagogischem Förderbedarf in die Grund- und Hauptschule Folgende Ziele, abgeleitet von den genannten Evaluationskriterien, werden anhand des Vergleichs der Schuljahre 2007 / 08 – 2009 / 10 überprüft. Im Vorschulbereich Erhöhung der Anzahl der Kindergartenkinder in Sprachfördermaßnahmen Erhöhung der Anzahl der Kindergartenkinder anderer Nationalität in Sprachfördermaßnahmen Erhöhung der Anzahl der geschaffenen Kleinkindbetreuungsplätze Erhöhung der Anzahl der Ganztagesplätze in den Kindergärten Übergang Kindergarten - Grundschule Verringerung der Anzahl der Schüler in Grundschulförderklassen und der Gesamtrückstellungen Verringerung der Anzahl der Schüler anderer Nationalität in Grundschulförderklassen Im Schulbereich Erhöhung der Übertrittsquoten auf Realschulen und Gymnasien Verringerung der Übertrittsquoten auf Hauptschulen Steigerung der Anzahl der bearbeiteten Handlungsfelder des Kommunalen Bildungsmanagements Steigerung der Betreuungsquote an den offenen Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg Erhöhung der Übertrittsquote auf Realschulen und Gymnasien von Schülern anderer Nationalität Verringerung der Übertrittsquote auf die Hauptschule von Schülern anderer Nationalität 52  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Evaluationskriterien und Zielsetzungen 2.1  2 Steigerung der Anzahl der Schüler anderer Nationalität an Realschulen und Gymnasien Verringerung der Anzahl der Schüler anderer Nationalität an Haupt- und Sonderschulen Verringerung der Anzahl der Schüler, die ohne Abschluss die Hauptschule verlassen Steigerung der Anzahl der Schüler, die die Realschule und das Gymnasium mit Abschluss verlassen Steigerung der Anzahl der Schüler mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf, die in Grund- und Hauptschulen integriert werden Inwieweit ein Ziel erreicht wurde, wird anhand der folgenden fünfstufigen Skala bewertet: Symbol Entwicklungsverlauf Deutliche Verschlechterung Verschlechterung Unverändert Verbesserung Deutliche Verbesserung Mathematische Bewertung Abweichung von 10 und mehr Prozent bzw. Prozentpunkten vom Ausgangswert Abweichung von über 1 Prozent bis unter 10 Prozent bzw. Prozentpunkten vom Ausgangswert Keine oder nur geringe Abweichung von + / - 1 Prozent bzw. Prozentpunkten vom Ausgangswert Abweichung von über 1 Prozent bis unter 10 Prozent bzw. Prozentpunkten vom Ausgangswert Abweichung von 10 und mehr Prozent bzw. Prozentpunkten vom Ausgangswert Bewertet wird ausschließlich die Veränderung eines Indikators zwischen zwei Zeitpunkten. Das Niveau eines Indikators wird nicht gewichtet. Ausblick: Bereits für die kommende Berichterstattung ist die Bearbeitung des Handlungsfeldes "Übergang von Schule - Beruf" in Planung, zudem soll künftig das Merkmal der Zuwanderungsgeschichte in der Evaluation berücksichtigt werden. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  53 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich 2.2 Der Heilbronner Weg im Vergleich Die Überprüfung der Kommunalen Bildungsplanung und die mit ihr verbundenen 4 Leitziele wird anhand der genannten Evaluationskriterien, der vorgegebenen Ziele und dem erläuterten Bewertungsschema durchgeführt. Hierbei soll versucht werden, eine Entwicklung des „Heilbronner Weges“ zu erkennen. 54  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 2.2.1  Leitziel: Gleichberechtigte Teilhabe aller Kinder und Jugendlichen an Bildung, um ihnen faire Zukunftschancen zu eröffnen Ziel 1  Erhöhung der Zahl der Kindergartenkinder in Sprachfördermaßnahmen gegenüber 2007 / 08 Anzahl der Kindergartenkinder in Sprachfördermaßnahmen 45,0% 40,0% 35,0% 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 2009/10 30,1% 40,4% Indikator: Anzahl der Kindergartenkinder in Sprachfördermaßnahmen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Kindergartenkinder Anteil Kinder in Sprachförderung Prozentualer Anteil 3 989 1 200 30,1% 2009 / 10 3 883 1 570 40,4% Differenz Bewertung + 10,3% Bewertung: Wir erreichen inzwischen mehr Kindergartenkinder mit Sprachfördermaßnahmen. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  55 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 2  Verringerung der Anzahl der Schüler in Grundschulförderklassen (GFK) und der Gesamtrückstellungen gegenüber 2007 / 2008 Anzahl der Kinder in Grundschulförderklassen und Gesamtrückstellungen 3,0% 2,5% 2,0% 1,5% 1,0% 0,5% 0,0% 2007/08 Schüler GFK 2,4% 1,9% 1,3% 0,8% 2009/10 Gesamtrückstellungen Indikator: Anzahl der Schüler in Grundschulförderklassen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Grundschüler inkl. GFK Anteil Schüler in GFK Prozentualer Anteil 4 407 58 1,3% 2009 / 10 4 316 34 0,8% Differenz Bewertung - 0,5% Indikator: Gesamtrückstellungen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Grundschüler inkl. GFK Anteil Gesamtrückstellungen Prozentualer Anteil 4 407 105 2,4% 2009 / 10 4 316 81 1,9% Differenz Bewertung - 0,5% Bewertung: Es ist ein leichter Rückgang der Anzahl der Schüler in Grundschulförderklassen sowie bei den Gesamtrückstellungen festzustellen. Dies zeigt Erfolge der vorschulischen Förderung im Kindergarten. 20 10 1 1 10 20 56  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 3  Erhöhung der Übertrittsquoten auf Realschulen (RS) und Gymnasien (Gym) gegenüber 2007 / 2008 Übertrittsquoten auf Realschulen und Gymnasien 40,0% 35,0% 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 Übertrittsquote auf RS 30,7% 33,6% 29,9% 36,4% 2009/10 Übertrittsquote auf Gym Indikator: Übertrittsquote auf Realschulen Schuljahr 2007 / 08 Grundschul-Abgänger 4. Klasse gesamt Anteil Übertritt Realschule Prozentualer Anteil 1 119 343 30,7% 2009 / 10 1 050 313 29,8% Differenz Bewertung - 0,9% Indikator: Übertrittsquote auf Gymnasien Schuljahr 2007 / 08 Grundschul-Abgänger 4. Klasse gesamt Anteil Übertritt Gymnasium Prozentualer Anteil 1 119 376 33,6% 2009 / 10 1 050 382 36,4% Differenz Bewertung + 2,8% Bewertung: Während im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 die Übertrittsquote auf die Realschule abnahm, stieg sie im Bereich des Gymnasiums an. Ein Vergleichmit dem Landesschnitt (RS: 34,0 %, Gym: 40,2 %) zeigt, dass dieser noch nicht erreicht ist. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  57 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 4  Verringerung der Übertrittsquote auf die Hauptschule (HS) gegenüber 2007 / 2008 Übertrittsquote auf die Hauptschule 40,0% 35,0% 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 2009/10 35,5% 33,6% Indikator: Übertrittsquote auf Hauptschulen Schuljahr 2007 / 08 Grundschul-Abgänger 4. Klasse gesamt Anteil Übertritt Hauptschule Prozentualer Anteil 1 119 397 35,5% 2009 / 10 1 050 353 33,6% Differenz Bewertung - 1,9% Bewertung: Gegenüber 2007 / 08 gab es bei der Übertrittsquote auf die Hauptschule eine geringfügige Verringerung. Der Landesschnitt (24,6 %) ist jedoch noch nicht erreicht. 20 10 1 1 10 20 58  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 5  Verringerung der Anzahl der Schüler gegenüber 2007 / 2008, die ohne Schulabschluss die Hauptschule verlassen Anzahl der Schüler, die ohne Abschluss die Hauptschule verlassen 4,5% 4,0% 3,5% 3,0% 2,5% 2,0% 1,5% 1,0% 0,5% 0,0% 2007/08 2009/10 4,1% 3,1% Indikator: Anzahl der Schüler, die ohne Schulabschluss die Hauptschule verlassen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Hauptschüler 9. Klasse Anteil ohne Hauptschulabschluss Prozentualer Anteil 510 21 4,1% 2009 / 10 424 13 3,1% Differenz Bewertung - 1,0% Bewertung: Gegenüber 2007 / 08 nahm der Anteil der Schüler, die ohne Schulabschluss die Hauptschule verlassen, im Verhältnis zur Gesamtanzahl leicht ab. In absoluten Zahlen sank im Schuljahr 2009 / 10 der Anteil der Hauptschüler ohne Hauptschulabschluss um mehr als ein Drittel. 20 10 1 1 10 20 Anmerkungen zu Ziel 5 siehe nächste Seite 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  59 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Anmerkungen zu Ziel 5: Bildungsmaßnahmen für Schüler, die ohne Abschluss die Hauptschule verlassen Nach dem Verlassen der Hauptschule folgt der Besuch des einjährigen BVJ (Berufsvorbereitungsjahr), da diese Schülerinnen und Schüler in der Regel unter 18 Jahre alt und somit berufsschulpflichtig sind. Durch die Möglichkeit, ein oder mehrere Berufsfelder kennen zu lernen, bietet das Berufsvorbereitungsjahr Hilfen in der Berufsorientierung und bereitet auf der Basis einer Beschreibung der individuellen Lernausgangslage zielgerichtet auf die Berufsund Arbeitswelt vor. Hier kann in den städtischen Berufsschulen zwischen den Praxisfeldern Holz, Metall, Hauswirtschaft, Wirtschaft, Verwaltung, Textiltechnik, Bekleidung, Bautechnik und Farbtechnik gewählt werden und es gibt die Möglichkeit, den Hauptschulabschluss abzulegen. In den letzten 3 Jahren bestanden ca. 50 % dieser Schülerinnen und Schüler am Ende des BVJ die Hauptschulabschlussprüfung. Dies ist darauf zurückzuführen, dass an der Berufsschule mit der Note „3“ im Prüfungsfach Berufspraktische Kompetenz die Note „5“ in den Fächern Deutsch oder Mathematik ausgeglichen werden kann. Nach Ablauf dieses Jahres endet die Berufsschulpflicht, lebt aber wieder auf, wenn ein Ausbildungsplatz gefunden wird. Dieses Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) wird sowohl von staatlichen Berufsschulen, als auch von freien Trägern (Diakonische Jugendhilfe, Internationaler Bund, USS) angeboten. Nach Beendigung der Berufsschulpflicht bietet die Diakonische Jugendhilfe Maßnahmen zum nachträglichen Erwerb des Hauptschulabschlusses im Rahmen von berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen an. Ergänzend gibt es für diese Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung der Agentur für Arbeit zu besuchen, bei denen betriebliche Praktika absolviert und Sozialkompetenzen eingeübt werden. Diese Bildungsmaßnahmen besitzen auch für Schüler mit Förderschulabschluss Gültigkeit. 60  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 6  Steigerung der Anzahl der Schüler mit Realschulabschluss gegenüber 2007 / 2008 Anzahl der Schüler mit Realschulabschluss 100,0% 90,0% 80,0% 70,0% 60,0% 50,0% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 0,0% 2007/08 2009/10 93,4% 94,3% Indikator: Anzahl der Schüler mit Realschulabschluss Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Realschüler 10. Klasse Anteil mit Realschulabschluss Prozentualer Anteil 426 398 93,4% 2009 / 10 439 414 94,3% Differenz Bewertung + 0,9% Bewertung: Die bereits hohe Zahl von Schülern, die mit bestandenem Abschluss die Realschule verlassen, hat sich gegenüber 2007 / 08 weiter leicht erhöht. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  61 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 7  Steigerung der Anzahl der Schüler gegenüber 2007 / 2008, die mit Abitur das Gymnasium verlassen Anzahl der Schüler mit Abitur 100,0% 90,0% 80,0% 70,0% 60,0% 50,0% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 0,0% 2007/09 2009/10 95,3% 99,5% Indikator: Anzahl der Schüler mit Abitur Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler 13. Klasse Anteil Abgänger mit Abitur Prozentualer Anteil 400 381 95,3% 2009 / 10 413 411 99,5% Differenz Bewertung + 4,2% Bewertung: Die bereits sehr hohe Zahl von Schülern mit Abitur hat sich gegenüber 2007 / 08 nochmals erhöht. 20 10 1 1 10 20 62  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 2.2.2  Leitziel: Schaffung gleicher Ausbildungs- und Beschäftigungschancen Ziel  Steigerung der Anzahl der bearbeiteten Handlungsfelder des Kommunalen Bildungsmanagements gegenüber 2007 / 08 Indikator: Bearbeitete Handlungsfelder Schuljahr 2007 / 08 2009 / 10 Kindergarten, Schule, Familie, Beruf, Erwachsenenbildung Differenz Kindergarten, Familie, Beruf, Erwachsenenbildung Bewertung Handlungsfelder Schule Bewertung: Im Vergleich zu 2007 / 08 wurden vier weitere Handlungsfelder bearbeitet. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  63 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2.3  Leitziel: Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Ziel 1  Erhöhung der Zahl der Kleinkindbetreuungsplätze (0-3 Jahre) gegenüber 2007 / 08 Anzahl der Kleinkindbetreuungsplätze 25,0% 20,0% 15,0% 14,2% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 2009/10 22,4% Indikator: Anzahl der Kleinkindbetreuungsplätze (0-3 Jahre) Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Kinder unter 3 Jahre Anteil Kleinkindbetreuungsplätze Prozentualer Anteil 3 314 470 14,2% 2009 / 10 3 305 740 22,4% Differenz Bewertung + 8,2% Bewertung: Im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 konnten deutlich mehr Kleinkindbetreuungsplätze geschaffen werden. Das langfristige Ziel ist nach Vorgabe die Schaffung von Kleinkindbetreuungsplätzen für 35 % aller Kinder unter 3 Jahre bis zum 01.08.2013. 20 10 1 1 10 20 64  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 2  Erhöhung der Anzahl der Ganztagesplätze in Kindergärten gegenüber 2007 / 08 Anzahl der Ganztagesplätze in Kindergärten 18,0% 16,0% 14,0% 12,0% 10,0% 8,0% 6,0% 4,0% 2,0% 0,0% 2007/08 2009/10 9,5% 14,6% Indikator: Anzahl der Ganztagesplätze in Kindergärten Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Kindergartenkinder Anteil Ganztagesplätze Prozentualer Anteil 3 989 379 9,5% 2009 / 10 3 883 567 14,6% Differenz Bewertung + 5,1% Bewertung: Die Anzahl der Ganztagesplätze in den Kindergärten stieg im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 an. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  65 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 3  Steigerung der Betreuungsquote an den offenen Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg gegenüber 2007 / 2008 Betreuungsquote an offenen Ganztagesschulen 45,0% 40,0% 35,0% 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 2009/10 18,8% 40,9% Indikator: Betreuungsquote an offenen Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler offener GTS Anteil betreute Kinder Prozentualer Anteil 4 735 892 18,8% 2009 / 10 4 494 1 837 40,9% Differenz Bewertung +22,1% Bewertung: Die Betreuungsquote an den offenen Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg stieg innerhalb von 2 Jahren um mehr als das Doppelte an. Bisher ging der Gemeinderat davon aus, dass bis Ende 2010 ca. 35 % aller Grund- und Förderschüler an ihren Schulen betreut werden. Diese Zielmarke wurde bereits überschritten. (Sachstand: 25.04.2010). 20 10 1 1 10 20 66  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 2.2.4  Leitziel: Förderung der Integration und des Zusammenlebens der Generationen Ziel 1  Erhöhung der Anzahl der Kindergartenkinder anderer Nationalität (a. N.) in Sprachfördermaßnahmen gegenüber 2007 / 08 Anzahl der Kindergartenkinder a. N. in Sprachfördermaßnahmen 35,0% 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 2009/10 21,1% 32,6% Indikator: Anzahl der Kindergartenkinder a. N. in Sprachfördermaßnahmen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Kindergartenkinder Anteil a. N. in Sprachförderung Prozentualer Anteil 3 989 843 21,1% 2009 / 10 3 883 1 265 32,6% Differenz Bewertung +11,5% Bewertung: Die Anzahl der Kindergartenkinder anderer Nationalität in Sprachfördermaßnahmen stieg im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 deutlich an. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  67 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 2  Verringerung der Anzahl der Schüler anderer Nationalität (a. N.) in Grundschulförderklassen (GFK) gegenüber 2007 / 2008 Anzahl der Schüler anderer Nationalität in Grundschulförderklassen 50,0% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 0,0% 2007/08 2009/10 34,5% 41,2% Indikator: Anzahl der Schüler anderer Nationalität in Grundschulförderklassen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler in GFK Anteil a. N. Prozentualer Anteil 58 20 34,5% 2009 / 10 34 14 41,2% Differenz Bewertung + 6,7% Bewertung: Im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 erhöhte sich die Anzahl der Schüler anderer Nationalität in Grundschulförderklassen. 20 10 1 1 10 20 68  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 3  Erhöhung der Übertrittsquoten auf Realschule (RS) und Gymnasium (Gym) von Schülern anderer Nationalität (a. N.) gegenüber 2007 / 2008 Erhöhung der Übertrittsquoten auf Realschulen und Gymnasien von Schülern a. N. 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 Übertrittsquote auf RS 27,6% 21,7% 16,5% 22,1% 2009/10 Übertrittsquote auf Gym Indikator: Übertrittsquote auf Realschulen von Schülern anderer Nationalität Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Grundschüler a. N. 4. Klasse Anteil Übertritt Realschule Prozentualer Anteil 346 75 21,7% 2009 / 10 312 86 27,6% Differenz Bewertung + 5,9% Indikator: Übertrittsquote auf Gymnasien von Schülern anderer Nationalität Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Grundschüler a. N. 4. Klasse Anteil Übertritt Gymnasium Prozentualer Anteil 346 57 16,5% 2009 / 10 312 69 22,1% Differenz Bewertung + 5,6% Bewertung: Im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 stiegen die Übertrittsquoten auf Realschule und Gymnasium von Schülern anderer Nationalität an. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  69 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 4  Verringerung der Übertrittsquote auf die Hauptschule (HS) von Schülern anderer Nationalität (a. N.) gegenüber 2007 / 2008 Übertrittsquote auf die Hauptschule von Schülern anderer Nationalität 70,0% 60,0% 50,0% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 0,0% 2007/08 2009/10 61,8% 50,3% Indikator: Übertrittsquote auf die Hauptschule von Schülern anderer Nationalität Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Grundschüler a. N. 4. Klasse Anteil Übertritt Hauptschule Prozentualer Anteil 346 214 61,8% 2009 / 10 312 157 50,3% Differenz Bewertung - 11,5% Bewertung: Im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 gab es eine erhebliche Verringerung der Übertrittsquote auf die Hauptschule von Schülern anderer Nationalität. 20 10 1 1 10 20 70  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 5  Steigerung des Anteils von Schülern anderer Nationalität (a. N.) an Realschulen (RS) und Gymnasien (Gym) im Vergleich zu 2007 / 2008 Anteil von Schülern a. N. an Realschulen und Gymnasien 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2007/08 Schülerquote an RS 22,5% 20,0% 7,1% 8,0% 2009/10 Schülerquote an Gym Indikator: Schülerquote anderer Nationalität an Realschulen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler an Realschulen Anteil Schüler a. N. Prozentualer Anteil 2 612 522 20,0% 2009 / 10 2 642 595 22,5% Differenz Bewertung + 2,5% Indikator: Schülerquote anderer Nationalität an Gymnasien Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler an Gymnasien Anteil Schüler a. N. Prozentualer Anteil 4 396 311 7,1% 2009 / 10 4 362 348 8,0% Differenz Bewertung + 0,9% Bewertung: Der Anteil von Schülern anderer Nationalität an Realschulen und Gymnasien stieg im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 leicht an. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  71 2  2.2  Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele Ziel 6  Verringerung der Schülerquote anderer Nationalität (a. N.) an Hauptschulen (HS) und Sonderschulen (SoSch) im Vergleich zu 2007 / 2008 Anteil von Schülern a. N. an Haupt- und Sonderschulen 60,0% 50,0% 40,0% 30,0% 20,0% 10,0% 0,0% 2007/08 Schülerquote an HS 47,9% 32,5% 50,3% 31,5% 2009/10 Schülerquote an SoSch Indikator: Schülerquote anderer Nationalität an Hauptschulen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler an Hauptschulen Anteil Schüler a. N. Prozentualer Anteil 2 272 1 088 47,9% 2009 / 10 2 078 1 045 50,3% Differenz Bewertung + 2,4% Indikator: Schülerquote anderer Nationalität an Sonderschulen Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler an Sonderschulen Anteil Schüler a. N. Prozentualer Anteil 622 202 32,5% 2009 / 10 609 192 31,5% Differenz Bewertung - 1,0% Bewertung: Die Schülerquote anderer Nationalität an Hauptschulen stieg im Vergleich zum Schuljahr 2007 / 08 an, während sie an Sonderschulen leicht abnahm. 20 10 1 1 10 20 72  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Der Heilbronner Weg im Vergleich - Leitziele 2.2  2 Ziel 7  Steigerung der Anzahl der Schüler mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf (Schüler an Förderschulen), die in Grund- und Hauptschulen integriert werden (gegenüber 2007 / 2008) Anzahl an GS und HS integrierter Schüler mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf 11,1% 12,0% 10,0% 8,0% 6,0% 4,0% 2,0% 0,0% 6,8% 1,8% 2007/08 Grundschule 1,3% 2009/10 Hauptschule Indikator: Integration von Schülern mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf in der Grundschule Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler an Förderschulen Anteil integrierter Schüler Prozentualer Anteil 225 4 1,8% 2009 / 10 235 3 1,3% Differenz Bewertung - 0,5% Indikator: Integration von Schülern mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf in der Hauptschule Schuljahr 2007 / 08 Gesamtanzahl Schüler an Förderschulen Anteil integrierter Schüler Prozentualer Anteil 225 25 11,1% 2009 / 10 235 16 6,8% Differenz Bewertung - 4,3% Bewertung: Die Zahl der Schüler, die mit erhöhtem sonderpädagogischen Förderbedarf in der Grundschule integriert wurden, nahm gegenüber 2007 / 08 leicht, die Zahl in den Hauptschulen deutlich ab. Dies zeigt, dass die Integrationsbemühungen verstärkt werden müssen. 20 10 1 1 10 20 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  73 2  2.3  Interkommunaler Vergleich mit Pforzheim und Ulm 2.3 Interkommunaler Vergleich mit Pforzheim und Ulm Um die Entwicklung des „Heilbronner Weges“ landesweit einordnen zu können, erfolgt ein Vergleich mit den Städten Pforzheim und Ulm. Gründe für den Vergleich mit diesen Städten waren die mit Heilbronn vergleichbare Bevölkerungszahl, der Ausländeranteil an der Bevölkerung (Mitbürger anderer Nationalität) und an den Grundschulen (Schüler anderer Nationalität). Bevölkerungsanzahl (Stichtag 30.09.2009) 119.813 22.035 122.009 20.618 122.293 24.352 0 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 Mitbürger anderer Nationaliät Pforzheim Ulm Heilbronn Einwohner gesamt Anzahl der Grundschüler Pforzheim 4.389 910 4.018 717 4.282 876 0 1.000 2.000 3.000 4.000 5.000 Ulm Heilbronn Grundschüler gesamt Schüler anderer Nationaliät 74  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Interkommunaler Vergleich mit Pforzheim und Ulm 2.3  2 Der Vergleich mit Pforzheim und Ulm wird anhand folgender Indikatoren durchgeführt: Übertrittsquoten in die weiterführenden Schulen Quote von Schülern anderer Nationalität an Hauptschulen, Realschulen, Gymnasien und Sonderschulen Vergleich 1 Es werden die Übertrittsquoten in die weiterführenden Schulen der Stadt Heilbronn denen der Städte Pforzheim und Ulm gegenübergestellt. Übertrittsquote auf weiterführende Schulen 32,0% Pforzheim 28,4% 38,7% 25,2% Ulm 28,4% 45,8% 32,6% Heilbronn 29,4% 37,0% 0,0% 10,0% 20,0% GS-Hauptschule 30,0% GS-Realschule 40,0% 50,0% GS-Gymnasium Indikator: Übertrittsquoten auf weiterführende Schulen 2009 / 10 Pforzheim Ulm 25,2 % 28,4 % 45,8 % Heilbronn 32,6 % 29,4 % 37,0 % Grundschule - Hauptschule Grundschule - Realschule Grundschule - Gymnasium 32,0 % 28,4 % 38,7 % 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  75 2  2.3  Interkommunaler Vergleich mit Pforzheim und Ulm Vergleich 2 Es werden die Anzahl der Schüler anderer Nationalität an Hauptschulen, Realschulen, Gymnasium und Sonderschulen der Stadt Heilbronn denen der Städte Pforzheim und Ulm gegenübergestellt. Anteil der Schüler anderer Nationalität 44,3% Pforzheim 20,0% 6,4% 30,7% 44,0% Ulm 19,0% 5,8% 25,0% 50,3% Heilbronn 22,5% 8,0% 31,5% 0,0% 10,0% 20,0% Realschule 30,0% 40,0% Gymnasium 50,0% 60,0% Hauptschule Sonderschule Indikator: Anzahl der Schüler anderer Nationalität 2009 / 10 Pforzheim Ulm 44,0 % 19,0 % 5,8 % 25,0 % Heilbronn 50,3 % 22,5 % 8,0 % 31,5 % Hauptschule Realschule Gymnasium Sonderschule 44,3 % 20,0 % 6,4 % 30,7 % 76  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 3 3 Informationen und Statistik 3.1 Offene Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg Die Stadt Heilbronn verfolgt das Ziel, allen Kindern die Voraussetzungen für eine gleichberechtigte Teilhabe an Bildung für faire Zukunftschancen zu eröffnen. Jedem Kind und Jugendlichen soll ermöglicht werden, sich den eigenen Fähigkeiten entsprechend zu entwickeln. Um diese Ziele zu erreichen, steht die Weiterentwicklung aller Heilbronner Schulen zu Ganztagesschulen im Vordergrund. Am 04.05.2006 hat der Gemeinderat den Grundsatzbeschluss zum bedarfsorientierten Ausbau der Schulkindbetreuung an allen Heilbronner Grund- und Hauptschulen, Förderschulen, Realschulen und Gymnasien als offenes Betreuungsangebot gefasst. Im Schuljahr 2009 / 10 bieten nunmehr alle 19 Grund- und 4 Sonderschulen, 9 der 11 Hauptschulen, sowie 2 der 4 Realschulen und 3 der 5 Gymnasien, d. h. 28 der 32 allgemeinbildenden Schulen, qualifizierte Betreuungsangebote in unterschiedlicher Ausprägung entsprechend der Nachfrage der Schüler und Eltern an. Alle Beteiligten haben bisher schon großartige Arbeit geleistet. Die Angebote der Ganztagesbetreuung an den Heilbronner Schulen haben im vergangenen Schuljahr eine große Nachfrage erfahren. In den einzelnen Schularten wird nach unterschiedlichen Modellen die Ganztagesbetreuung umgesetzt. Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg – Grundschulen als Priorität Für die Einrichtung von Ganztagesschulen nach dem Landesmodell ist das Regierungspräsidium zuständig. In einer Übergangszeit bis zum weiteren Ausbau der Ganztagesschulen durch das Land bringt die Stadt die vorhandenen sowie zusätzliche personelle und sachliche Ressourcen ein. Die Ganztagesbetreuung nach dem entwickelten Heilbronner Weg beinhaltet das Zusammenführen von Schulentwicklungsplanung und Jugendhilfeplanung. Vorhandene Angebote der Kinder- und Jugendhilfe an den Schulen (z. B. Hausaufgabenund Freizeithilfen, Horte) führen mit schulischen Angeboten zu einem Gesamtkonzept. Ziel der Ganztagesbetreuung nach dem Heilbronner Weg ist es, den Kindern außerhalb des Unterrichts von mindestens 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr an 4 bis 5 Wochentagen ein umfassendes und qualifiziertes Betreuungs-, Bildungs- und Förderangebot als offenes Angebot zu ermöglichen. Kooperationspartner an jedem Schulstandort sind die Schulleitung, der Träger 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  77 3  3.1  Offene Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg der Betreuungsangebote (freie Träger der Kinder- und Jugendhilfe) und die Stadt Heilbronn. Ein Koordinationsgremium stellt für die Partner verbindliche Regelungen über den Ablauf der Ganztagesbetreuung am Schulstandort auf. Eine Kooperationsvereinbarung zwischen den Beteiligten stellt die Finanzierung und inhaltliche Arbeit anhand eines Konzeptes sicher. Der Gemeinderat hat für die Umsetzung der Ganztagesschule erhebliche Gelder bereitgestellt. Seit dem Schuljahr 2008 / 09 bieten alle 19 Grundschulen den Eltern und Schülern ein bedarfsorientiertes und qualifiziertes Betreuungsangebot. An den meisten Standorten wurde die Teilnehmerzahl von 35 % der Grundschüler bereits überschritten. Insgesamt besuchen über 1.800 Schülerinnen und Schüler zu unterschiedlichen Zeiten die Betreuungsangebote. Neben den Grundschulen erfolgt die Umsetzung des Heilbronner Weges auch an den beiden Förderschulen Wilhelm-Hofmann-Schule und Pestalozzischule, sowie an den Außenklassen der Dammrealschule an der Ludwig-Pfau-Schule. Da das Betreuungsmodell sehr flexible Buchungs- bzw. Betreuungsblöcke zulässt, wurde zwischen der Stadt Heilbronn und den Trägern der Betreuungsangebote die Kategorie „Zählkinder“ zur Handhabung des Finanzierungsmodells vereinbart. Als Zählkinder werden Kinder bezeichnet, die an drei oder mehr Tagen in der Woche eine Betreuung wahrnehmen. Die Kinder, die an ein bis zwei Tagen in der Woche eine Betreuung erhalten, werden 3:1 als Zählkinder definiert, d. h. drei Nicht-Zählkinder werden als ein Zählkind eingerechnet. Belegung des Ganztagesangebotes im Schuljahr 2009/10 Stand: 25.04.2010 Quote Betreute Kinder 24,1% 30,6% 43,7% 66,2% 46,4% Schulen Dammschule Gerhart-Hauptmann-Schule Silcherschule Rosenauschule Wilhelm-Hauff-Schule Träger Evang. Jugendhilfe Friedenshort Stadt Heilbronn DPWV KV Heilbronn Evang. Jugendhilfe Friedenshort Stadt Heilbronn Schüler gesamt 406 373 387 216 267 Betreute Kinder 98 114 169 143 124 Zählkinder 1) 94 110 135 141 56 78  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Offene Ganztagesschulen nach dem Heilbronner Weg 3.1  3 Schulen Ludwig-Pfau-Schule Pestalozzischule (anderes Finanzierungsmodell) Wartbergschule Grünewaldschule & Wilhelm-Hoffmann-Schule Elly-Heuss-KnappGrund- und Werkrealschule Reinöhlschule Fritz-Ulrich-Schule Albrecht-Dürer-Schule Staufenberg-Grund- und Hauptschule Uhlandschule (anderes Finanzierungsmodell) Träger SKJR Heilbronn Diakonisches Werk Heilbronn SKJR Heilbronn Diakonische Jugendhilfe Diakonisches Werk Heilbronn Stadt Heilbronn Stadt Heilbronn Diakonische Jugendhilfe Diakonische Jugendhilfe SKJR / Stadt Heilbronn Stadt Heilbronn SKJR Heilbronn SKJR Heilbronn Stadt Heilbronn SKJR Heilbronn SKJR / Stadt Heilbronn SKJR Heilbronn Schüler gesamt 194 116 190 303 137 273 90 304 236 146 125 152 127 175 201 30 46 Betreute Kinder 99 116 72 126 74 78 37 95 75 29 55 49 51 65 111 26 31 Zählkinder 1) 72 0 62 112 54 75 31 94 67 0 43 40 39 59 79 0 21 Quote Betreute Kinder 51,0% 100% 37,9% 41,6% 54,0% 28,6% 41,1% 31,3% 31,8% 19,9% 44,0% 32,2% 40,2% 37,1% 55,2% 86,7% 67,4% Grundschule Horkheim Deutschorden-Grundschule Kirchhausen Grundschule Klingenberg Grund- und Hauptschule Biberach Grund- und Hauptschule Frankenbach (anderes Finanzierungsmodell) Leinbachschule Außenklasse der Dammrealschule an der Ludwig-Pfau-Schule Summen 1) 4 494 1 837 1 384 40,9% Die Betreuungsquote bei den Zählkindern liegt bei insgesamt 30,8 %. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  79 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen, Übertrittsquoten und Schüler anderer Nationalität Gesamtschüler- und Klassenzahlen Die Stadt Heilbronn unterhält als Schulträger im Schuljahr 2009 / 10 35 Schulen an 36 Standorten, an denen insgesamt 20.789 Schüler in 945 Klassen unterrichtet werden (Vorjahr: 20.956 Schülern in 945 Klassen). Die Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen in den vergangenen zehn Jahren zeigt folgenden Verlauf: Gesamtschülerzahl im Verlauf der letzten 10 Jahre 23.500 23.081 23.000 22.500 Schülerzahl 22.913 22.920 22.935 22.000 21.500 21.000 20.500 20.000 19.500 22.639 21.206 20.863 20.882 20.956 945 Schuljahr Gesamtklassenzahl im Verlauf der letzten 10 Jahre 1.040 1.011 1.000 Klassenzahl 1.008 1.017 1.026 1.020 980 960 940 920 900 880 1.002 942 Schuljahr 80  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 934 941 945 20.789 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2  3 Der starke Rückgang der Schüler- und Klassenzahlen mit Beginn des Schuljahrs 2005 / 06 ist insbesondere durch die Einrichtung der beruflichen Schule des Landkreises zu sehen. Mit dem Organisationserlass des Kultusministeriums für das Schuljahr 2009 / 10 hat das Land den ersten Schritt der in der Bildungsoffensive des Landes vom 15. Juli 2008 festgelegten Senkung der Klassenteiler vollzogen. Die folgende Darstellung zeigt die Senkung in Teilschritten in den nächsten Schuljahren und wird nach heutigen Erkenntnissen insbesondere in den unteren Klassenstufen in Realschulen und Gymnasien zu weiteren Klassenbildungen führen können, wie dem Zahlenteil mit den bekannten durchschnittlichen Schülerzahlen in den einzelnen Klassen zu entnehmen ist. Mit der Verkündung einer Änderung der Verwaltungsvorschrift Eigenständigkeit der Schulen und Unterrichtsorganisation im Schuljahr 2010 / 11 (Organisationserlass), die am 06.05.2010 bekannt gegeben wurde, hat das Land den Klassenteiler der Grundschulen bereits vorzeitig weiter abgesenkt. Schuljahr 2008 / 09 2009 / 10 2010 / 11 2011 / 12 bis 2015 / 16 2) GS 1) 28 / 31 28/31 28 / 31 28 / 30 28 / 28 1) 2) HS 33 32 RS 33 32 31 30 28 GY 33 32 31 30 28 BS 32 32 31 30 28 25 / 28 25 / 28 25 / 28 31 30 28 Angaben jeweils zu jahrgangsüberbegreifenden und jahrgangsbezogenen Klassen. Absenkung soll „in der kommenden Legislaturperiode“ des Landtages erfolgen. Die Klassenteilersenkung gilt nicht nur für die Eingangsklassen, sondern für alle betroffenen Klassenstufen der jeweiligen Schularten. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  81 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen Gesamtübersicht Schüler- und Klassenzahlen der Stadt Heilbronn im Schuljahr 2009 / 2010 Stand: 21. Oktober 2009 Allgemeinbildende Schulen Klassen 2009 2008 4 Klassendurchschnitt 2009 8,5 2008 14,0 Schüler 2009 34 2008 56 davon auswärts wohnhaft bzw. beschäftigt absolut 0 % 0,0 Grundschulförderklassen 4 Grundschulen 196 202 21,8 21,5 4 282 4 333 15 0,4 Hauptschulen 107 109 19,4 19,8 2 078 2 159 42 2,0 Realschulen 95 92 27,8 29,1 2 642 2 679 414 15,7 Förderschulen Sonderschule für Geistigund Körperbehinderte mit Kindergarten Schule für Sprachbehinderte mit Kindergarten Gymnasien Zwischensumme Allgemeinbildende Schulen 20 21 11,8 10,7 235 224 7 3,0 21 23 5,9 5,6 123 129 0 0,0 22 22 11,4 12,1 251 267 181 72,1 176 176 24,8 25,1 4 361 4 418 1 629 37,4 637 645 22,0 22,1 14 006 14 265 2 288 16,3 82  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2  3 Kaufmännische Schule Klassen 2009 2008 73 Klassendurchschnitt 2009 25,0 2008 25,6 Schüler 2009 1 928 2008 1 866 davon auswärts wohnhaft bzw. beschäftigt absolut 1 513 % 78,5 Kaufm. Berufsschule (TZ) 77 Wirtschaftsgymnasium (VZ) 21 20 22,0 23,2 462 464 315 68,2 Wirtschaftsschule (VZ) Berufskolleg Wirtschaftsinformatik; 2-jährig (VZ) Zwischensumme Gustav-von-Schmoller-Schule 10 10 28,5 28,3 285 283 180 63,2 4 4 29,8 29,5 119 118 76 63,9 112 107 24,9 25,5 2 794 2 731 2 084 74,6 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  83 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen Gewerbliche Schule I Klassen 2009 2008 69 Klassendurchschnitt 2009 20,0 2008 20,3 Schüler 2009 1 478 2008 1 399 davon auswärts wohnhaft bzw. beschäftigt absolut 786 % 53,2 Berufsschüler (TZ) Gewerbl.-techn. Berufskolleg Teilzeit (TZ) Berufsfachschulen Metall- u. Elektrotechnik; 1-jährig (VZ) Berufsvorbereitungsjahr (VZ) 74 3 2 13,7 18,5 41 37 34 82,9 9 8 21,7 23,4 195 187 142 72,8 1 1 15,0 17,0 15 17 10 66,7 Berufseinstiegsjahr (VZ) 3 3 16,7 19,3 50 58 28 56,0 2-jährige Berufsfachschule (VZ) Berufskolleg Informationstechnik (VZ) Technisches Gymnasium (VZ) Technikerschule - Vollzeitform (Maschinenbau, Elektrotechnik, Mechatronik) Kfz.-Meisterschule - Vollzeitform Kfz.-Meisterschule - Teilzeitform Zwischensumme Wilhelm-Maybach-Schule 6 6 21,2 20,5 127 123 74 58,3 4 4 22,0 23,3 88 93 52 59,1 15 20 28,1 21,3 421 426 318 75,5 6 6 23,5 22,7 141 136 125 88,7 1 1 23,0 22,0 23 22 18 78,3 2 2 24,5 24,5 49 49 39 79,6 124 122 21,2 20,9 2 628 2 547 1 626 61,9 84  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2  3 Gewerbliche Schule II Klassen 2009 2008 39 Klassendurchschnitt 2009 18,9 2008 19,8 Schüler 2009 717 2008 771 davon auswärts wohnhaft bzw. beschäftigt absolut 509 % 71,0 Berufsschüler (TZ) 38 Sonderberufsschule (TZ) Berufsfachschule Bau, Holz, Farbe u. Körperpflege; 1-jährig (VZ) Berufsvorbereitungsjahr (VZ) 4 3 10,3 11,7 41 35 13 31,7 11 12 18,2 19,4 200 233 158 79,0 3 3 14,7 17,3 44 52 11 25,0 Berufseinstiegsjahr (VZ) Berufskollegs Medien, Technik und Gestaltung (VZ) Meisterschule Stukkateure (VZ) 3 3 18,3 18,0 55 54 35 63,6 11 9 23,3 24,4 256 220 167 65,2 1 1 23,0 25,0 23 25 22 95,7 Berufsaufbauschule (VZ) Zwischensumme Johann-Jakob-WidmannSchule 1 1 25,0 23,0 25 23 17 68,0 72 71 18,9 19,9 1 361 1 413 932 68,5 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  85 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen Überblick Berufliche Schulen Klassen 2009 2008 112 Klassendurchschnitt 2009 23,0 2008 22,6 Schüler 2009 2 529 2008 2 534 davon auswärts wohnhaft bzw. beschäftigt absolut 1 748 % 69,1 - Vollzeitschüler 110 - Teilzeitschüler Zwischensumme Berufliche Schulen 198 188 21,5 22,1 4 254 4 157 2 894 68,0 308 300 22,0 22,3 6 783 6 691 4 642 68,4 Stadt Heilbronn insgesamt 945 945 22,0 22,2 20 789 20 956 6 930 33,3 86  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2  3 Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen nach Schularten - inkl. Sonderschulen – Stand: 21. Oktober 2009 Grundschulen Schuljahr Schüler 1997 / 98 1998 / 99 1999 / 00 2000 / 01 2001 / 02 2002 / 03 2003 / 04 2004 / 05 2005 / 06 2006 / 07 2007 / 08 2008 / 09 2009 / 10 4 954 4 845 4 847 4 698 4 547 4 536 4 529 4 481 4 553 4 468 4 349 4 333 4 282 Hauptschulen Zahl der Schüler 2 770 2 724 2 728 2 727 2 704 2 753 2 743 2 657 2 565 2 402 2 272 2 159 2 078 Realschulen Zahl der Schüler 2 385 2 440 2 492 2 519 2 578 2 656 2 644 2 669 2 554 2 557 2 611 2 679 2 642 Zahl der Klassen 211 210 211 204 202 206 200 201 203 201 205 202 196 Klassen 124 126 124 126 124 122 121 120 117 115 114 109 107 Klassen 87 90 90 90 93 94 93 92 90 90 91 92 95 allg. Gymnasien Schuljahr Schüler 1997 / 98 1998 / 99 1999 / 00 2000 / 01 2001 / 02 2002 / 03 2003/04 2004 / 05 2005/06 2006 / 07 2007 / 08 2008 / 09 2009 / 10 3 555 3 680 3 776 3 870 4 001 4 077 4 169 4 222 4 298 4 344 4 396 4 418 4 361 berufl. Schulen Zahl der Schüler 7 878 8 046 8 330 8 429 8 571 8 371 8 164 7 927 6 538 6 402 6 573 6 691 6 783 Zahl der Klassen 152 154 154 155 159 160 163 164 169 168 169 176 176 (inkl. Sonderschulen, GFK u. Schulkindergärten) Schüler 22 140 22 370 22 811 22 913 22 920 23 081 22 935 22 639 21 206 20 863 20 882 20 956 20 789 Summe Klassen 355 359 365 368 371 377 367 358 294 292 295 300 308 Klassen 988 999 1 010 1 008 1 017 1 026 1 011 1 002 942 934 941 945 945 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  87 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen Übertrittsverhalten nach der Grundschule auf weiterführende Schulen Nach Abschluss der 4. Klasse erstellen die Grundschulen für alle Schüler / innen so genannte Grundschulempfehlungen zum Besuch einer weiterführenden Schulart. Sofern die Elternwünsche von dieser Empfehlung abweichen und eine höhere Schulqualifikation angestrebt wird, ist eine Aufnahmeprüfung erforderlich. Die Entwicklung der Übertrittsquoten auf die weiterführenden Schulen (Hauptschulen, Realschulen und Gymnasien) ist - neben der allgemeinen Entwicklung der Altersjahrgänge eine wichtige Berechnungsgrundlage für die Schülerzahlenprognose bei den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen. Erfahrungsgemäß sind die Übergänge von Klasse 4 der Grundschule nach Klasse 5 der weiterführenden Schulen von Jahr zu Jahr recht unterschiedlich. Es lassen sich jedoch Tendenzen und Entwicklungen erkennen, die sich auf die Schulraumplanung der Stadt auswirken. Vergleicht man die Übertrittsquote im Stadtkreis Heilbronn mit den Vorjahresergebnissen, fällt ein weiterer Rückgang der Übertrittsquote bei den Hauptschulen auf. Die Übertrittsquote in die Realschulen weist in diesem Jahr einen kleinen Rückgang zu der sonst kontinuierlichen Steigung auf. Bei den Gymnasien lässt sich ebenfalls eine steigende Tendenz erkennen. Die Übertrittsquoten der Heilbronner Schüler nähern sich in langsamen Schritten den landesweiten Durchschnittswerten an, die aber weiterhin, besonders an den Hauptschulen, erkennbar davon abweichen. Sollte sich die Veränderung des Übergangsverhaltens in den nächsten Jahren weiterhin fortsetzen, werden sich erkennbare Verschiebungen beim Raumbedarf der einzelnen Schularten ergeben. Die nachfolgend vom Statistischen Landesamt festgestellten Zahlen beinhalten auch die Übergänge auf die privaten weiterführenden Schulen. Entsprechend der Anfrage aus dem Schulbeirat 2008 wurden die Vergleichszahlen anderer Stadtkreise in Baden-Württemberg bezogen auf das Schuljahr 2009 / 10 in das Schaubild aufgenommen: 88  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2  3 Jahr 1999 / 2000 2000 / 2001 2001 / 2002 2002 / 2003 2003 / 2004 2004 / 2005 2005 / 2006 2006 / 2007 2007 / 2008 2008 / 2009 2009 / 2010 Hauptschule % 42,1 41,8 41,7 42,3 38,7 36,6 40,7 36,2 33,6 33,0 32,6 Realschule % 25,2 25,3 25,3 25,6 27,9 29,4 25,0 27,5 30,6 31,5 29,4 Gymnasium % 29,6 31,4 30,5 30,2 32,2 32,2 32,6 35,5 34,6 34,3 37,0 Sonstige % 3,1 1,6 2,5 1,8 1,3 1,8 1,7 0,7 1,2 1,2 1,0 Stadtkreis Baden-Baden Freiburg Heidelberg Karlsruhe Mannheim Pforzheim Stuttgart Ulm Landesdurchschnitt 2009 / 10 Hauptschule % 20,7 12,6 10,9 19,4 24,3 32,0 21,5 25,2 24,6 Realschule % 26,7 23,1 18,0 26,6 22,0 28,4 25,6 28,4 34,0 Gymnasium % 50,1 54,1 58,2 52,7 44,4 38,7 51,9 45,8 40,2 Sonstige % 2,5 10,1 12,9 1,3 9,3 0,9 0,9 0,6 1,2 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  89 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen Zahl der Schüler anderer Nationalität (a. N.) in Heilbronner Schulen Die Zahl der Schüler anderer Nationalität wird ebenfalls in der amtlichen Schulstatistik erhoben. Stadtweit bestehen je nach Einzugsgebiet der Schule deutliche Unterschiede den Anteil betreffend. Zahl der Schüler anderer Nationalität in Heilbronner Schulen nach Schulstatistik Stand: 21. Oktober 2009 Grundschule Schülerzahl (inkl. VK) Hauptschule Schülerzahl (inkl. VK) Schülerzahl insgesamt davon a. N. davon a. N. davon a. N. 274 181 87 196 190 144 130 96 33 120 72 109 156 14 26 8 28 51 6 1 921 Grund- und Hauptschulen Rosenauschule Wilhelm-Hauff-Schule Silcherschule Gerhart-Hauptmann-Schule Wartbergschule Dammgrundschule Ludwig-Pfau-Schule Elly-Heuss-Knapp-GHS Grünewaldschule Fritz-Ulrich-Schule Reinöhlschule Albrecht-Dürer-Schule Staufenbergschule Uhlandschule GS Klingenberg GS Kirchhausen GHS Biberach GHS Frankenbach GS Horkheim Summe Grund- und Hauptschulen % % % 216 267 387 373 202 406 194 137 271 90 273 304 236 146 127 152 175 201 125 4 282 117 73 87 65 46 144 34 17 33 3 72 35 71 14 26 8 10 15 6 876 54,2 27,3 22,5 17,4 22,8 35,5 17,5 12,4 12,2 3,3 26,4 11,5 30,1 9,6 20,5 5,3 5,7 7,5 4,8 20,5 209 237 221 216 172 229 241 163 201 71 118 2 078 157 108 131 144 96 79 117 74 85 18 36 1 045 75,1 45,6 59,3 66,7 55,8 34,5 48,5 45,4 42,3 25,4 30,5 50,3 425 504 387 594 418 406 366 366 271 331 273 467 437 146 127 152 246 319 125 6 360 64,5 35,9 22,5 33,0 45,5 35,5 35,5 26,2 12,2 36,3 26,4 23,3 35,7 9,6 20,5 5,3 11,4 16,0 4,8 30,2 90  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen 3.2  3 Schülerzahl insgesamt Realschulen Dammrealschule Mörike-Realschule Helene-Lange-Realschule Heinrich-von-Kleist-Realschule Summe Realschulen davon a. N. 234 110 135 116 595 davon a. N. 72 91 69 80 36 348 % 484 750 573 835 2 642 48,3 14,7 23,6 13,9 22,5 Gymnasien Theodor-Heuss-Gymnasium Rober-Mayer-Gymnasium Justinus-Kerner-Gymnasium Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Mönchsee-Gymnasium Summe Gymnasien Schülerzahl insgesamt % 666 984 856 924 931 4 361 10,8 9,2 8,1 8,7 3,9 8,0 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  91 3  3.2  Entwicklung der Gesamtschüler- und Klassenzahlen Schülerzahl insgesamt Sonderschulen und Grundschulförderklassen Pestalozzischule Wilhelm-Hofmann-Schule Paul-Meyle-Schule (+ KiGa) Gebrüder-Grimm-Schule (+ KiGa) Grundschulförderklassen Summe Sonderschulen und Grundschulförderklassen davon a. N. 53 43 64 32 14 206 davon a. N. 382 243 475 1 100 4 170 % 115 120 123 251 34 643 46,1 35,8 52,0 12,7 41,2 32,0 Berufliche Schulen Wilhelm-Maybach-Schule Johann-Jakob-Widmann-Schule Gustav-von-Schmoller-Schule Summe der beruflichen Schulen Schülerzahl insgesamt % 2 628 1 361 2 794 6 783 14,5 17,9 17,0 16,2 Gesamtsumme Heilbronn 20 789 20,1 92  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Grund-, Haupt- und Werkrealschulen 3.3  3 3.3 Überblick: Grund-, Haupt- und Werkrealschulen, Grundschulförder- und Vorbereitungsklassen In Heilbronn bestehen zurzeit 19 Grundschulen, 11 dieser Grundschulen werden derzeit in kombinierter Form mit Hauptschulen bzw. Werkrealschulen geführt. Verzeichnis der Heilbronner Grund- und Hauptschulen / Werkrealschulen (GS = Grundschule; GWRS = Grund- und Werkrealschule; GHS = Grund- und Hauptschule; GHS + WRS = Grund- und Hauptschule mit Werkrealschule) Heilbronn - Stadt Dammschule (GS) Dammstraße 14, 74076 Heilbronn Gerhart-Hauptmann-Schule (GWRS) Karlstraße 104, 74076 Heilbronn Außenstelle Pavillonschule Karlstraße 145-147, 74076 Heilbronn Silcherschule (GS) Lenaustraße 8, 74074 Heilbronn Rosenauschule (GWRS) Bergstraße 40, 74072 Heilbronn Wilhelm-Hauff-Schule (GWRS) Charlottenstraße 62, 74074 Heilbronn Ludwig-Pfau-Schule (GHS + WRS) Herbert-Hoover-Straße 1, 74074 Heilbronn Wartbergschule (GWRS) Stielerstr. 20, 74076 Heilbronn Schulleitung: Frau Rektorin Matt Schulleitung: Herr Rektor Finkbeiner Tel.: 07131 56-2420 Tel.: 07131 56-2421 Tel.: 07131 56-2443 Tel.: 07131 56-2423 Schulleitung: Frau Rektorin Klotz Schulleitung: Herr Rektor Kirchhof Schulleitung: Frau Rektorin Franiel Schulleitung: N. N. Schulleitung: Herr Rektor Müller Tel.: 07131 56-2422 Tel.: 07131 56-2425 Tel.: 07131 56-2719 Tel.: 07131 797528 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  93 3  3.3  Grund-, Haupt- und Werkrealschulen Heilbronn - Böckingen Grünewaldschule (GS) Grünewaldstraße 16, 74080 Heilbronn Elly-Heuss-Knapp-Grund- und Werkrealschule (GWRS) Pfaffenhofener Straße 9 - 11, 74080 Heilbronn Reinöhlschule (GS) Ludwigsburger Straße 75, 74080 Heilbronn Fritz-Ulrich-Schule (GWRS) Längelterstraße 105, 74080 Heilbronn Schulleitung: N. N. Tel.: 07131 873180 Tel.: 07131 887820 Schulleitung: Frau Rektorin Biesdorf Schulleitung: Frau Rektorin Khilla Schulleitung: Frau Rektorin Ziemer Tel.: 07131 31028 Tel.: 07131 390840 Heilbronn - Neckargartach Albrecht-Dürer-Schule (GHS + WRS) Dürerstraße 1, 74078 Heilbronn Außenstelle Leinbachschule Frankenbacher Straße 45, 74078 Heilbronn Schulleitung: Frau Rektorin Wiedmann Tel.: 07131 973690 Tel.: 07131 202633 Heilbronn - Sontheim Staufenberg-Grund- und Hauptschule (GHS + WRS) Staufenbergstraße 91, 74081 Heilbronn Uhlandschule (GS) Max-von-Laue-Straße 7 - 9, 74081 Heilbronn Tel.: 07131 203490 Schulleitung: Herr Rektor Grimm Schulleitung: Frau Rektorin Scharping Tel.: 07131 56-2472 Heilbronn - Horkheim Grundschule Horkheim (GS) Hohenloher Straße 10, 74081 Heilbronn Schulleitung: Herr Rektor Janositz Tel.: 07131 570461 Heilbronn - Kirchhausen Deutschorden-Grundschule Kirchhausen (GS) Gustav-Lohmiller-Straße 4, 74078 Heilbronn Schulleitung: Herr Rektor Bister Tel.: 07066 7181 94  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Grund-, Haupt- und Werkrealschulen 3.3  3 Heilbronn - Klingenberg Grundschule Klingenberg (GS) Sonnenhalde 25, 74081 Heilbronn Schulleitung: Frau Rektorin Haug Tel.: 07131 30709 Heilbronn - Biberach Grund- und Hauptschule Biberach (GHS) Bibersteige 9, 74078 Heilbronn Schulleitung: Frau Rektorin Stattelmann-Hohlweck Tel.: 07066 91250 Heilbronn - Frankenbach Grund- und Hauptschule Frankenbach (GHS) Würzburger Straße 38, 74078 Heilbronn Schulleitung: Frau Rektorin Friedl Tel.: 07131 640850 Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen an Grundschulen Die Schülerzahl an den Grundschulen hat sich in den vergangenen Jahren kontinuierlich verringert. Im Schuljahr 2009 / 10 ist die Schülerzahl gegenüber 2008 / 09 um 51 auf 4.282 Schüler zurückgegangen. Die Zahl der eingeschulten ersten Klassen hat sich um 3 Klassen auf 47 Parallelzüge verringert. Die Gesamtzahl der Grundschulklassen verringerte sich hingegen um 6 Klassen gegenüber dem Vorjahr. Der Durchschnitt der Schüler pro Klasse liegt bei 21,9 Schülern (Vorjahr 21,5). Nach den bekannten Geburtenentwicklungen ist davon auszugehen, dass ein weiterer einschneidender Rückgang der Grundschülerzahlen vorerst nicht zu erwarten ist. Nach der bekannten demographischen Entwicklung ist abgesehen von einzelnen Ausnahmejahrgängen eine Seitwärtsbewegung zu erwarten. Ein deutlicher Schülerrückgang in zukünftigen Jahren lässt sich nicht ableiten. Einzelne Schulbezirke, insbesondere im Innenstadtbereich, weisen entgegen der allgemeinen Entwicklung eine leichte Steigerung aus. Wie die folgende Übersicht über die Stärke der Altersjahrgänge zeigt, ist die Geburtenentwicklung in den letzten Jahren in Heilbronn insgesamt als relativ stabil zu betrachten. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  95 3  3.3  Grund-, Haupt- und Werkrealschulen Stärke der Altersjahrgänge in den einzelnen Stadtteilen zum Stichtag 30.06.2009 und deren Einschulung Alter Heilbronn Äussere Bezirke Einwohner in Stadtteilen Neckargartach Einschulungsjahr Jahrgang 1) Lebensjahre Klingenberg Heilbronn Innenstadt Böckingen Sontheim Grundschule Weiterf. Schule 2008 / 09 2007 / 08 2006 / 07 2005 / 06 2004 / 05 2003 / 04 2002 / 03 2001 / 02 2000 / 01 1999 / 00 1998 / 99 1997 / 98 1996 / 97 1995/06 1994 / 05 1993 / 94 1992 / 03 1991 / 92 Summe 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 332 335 326 278 341 318 274 261 257 260 254 285 248 276 266 273 255 291 5 130 235 261 261 265 250 284 263 275 265 268 238 274 281 275 230 314 296 276 4 811 194 171 193 211 211 169 214 184 185 206 200 207 214 210 194 200 206 232 3 601 74 86 80 79 74 74 80 87 92 77 104 86 88 87 78 95 104 93 1 538 97 108 105 83 94 82 103 126 122 101 132 129 130 111 117 147 142 144 2 073 20 20 15 18 22 31 28 21 25 30 27 24 30 27 21 18 12 28 417 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 Quelle: Stadt Heilbronn, Stabsstelle Strategie – Kommunales Melderegister 1) Jahrgang: Jeweils 01.07. bis 30.06. = Einschulungsjahrgang Von 2005 bis 2007 wurde der Einschulungsstichtag jährlich um 1 Monat vorverlegt. Seit 2008 gilt der 30.09. als Stichtag. 96  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Grund-, Haupt- und Werkrealschulen 3.3  3 Alter Einwohner in Stadtteilen Einschulungsjahr Frankenbach Kirchhausen Jahrgang 1) Lebensjahre Horkheim Biberach Heilbronn gesamt Grundschule Weiterf. Schule 2008 / 09 2007 / 08 2006 / 07 2005 / 06 2004 / 05 2003 / 04 2002 / 03 2001 / 02 2000 / 01 1999 / 00 1998 / 99 1997 / 98 1996 / 97 1995 / 06 1994 / 05 1993 / 94 1992 / 03 1991 / 92 Summe 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 33 47 36 31 45 44 37 49 39 59 48 49 63 52 49 64 62 58 865 20 36 42 32 41 33 45 29 32 43 45 33 41 48 46 33 49 51 699 45 47 31 42 50 45 47 36 49 45 53 49 59 49 53 44 68 52 864 28 33 32 28 34 32 39 27 40 30 41 40 49 48 41 48 39 41 670 1 078 1 144 1 121 1 067 1 162 1 112 1 130 1 095 1 106 1 119 1 142 1 176 1 203 1 183 1 095 1 236 1 233 1 266 20 668 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 2001 2000 1999 1998 2019 2018 2017 2016 2015 2014 2013 2012 2011 2010 2009 2008 2007 2006 2005 2004 2003 2002 Hinweis: Zugrunde gelegt wurde der Stand vom 30.06.2009. Durch vorzeitige Einschulungen können geringfügige Abweichungen entstehen. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  97 3  3.3  Grund-, Haupt- und Werkrealschulen Entwicklung der Schüler- und Klassenzahlen an Hauptschulen Die Hauptschülerzahlen sind im Schuljahr 2009 / 10 weiter zurückgegangen. Nachdem 2008 / 09 noch 2.159 Schüler in 109 Klassen die Hauptschule besucht haben, hat sich die Zahl der Hauptschüler 2009 / 10 auf 2.078 Schüler in 107 Klassen reduziert. Die durchschnittliche Klassengröße liegt bei 19,4 Schülern und ermöglicht in relativ kleinen Klassen einen für die Schüler individuelleren Unterricht. Auch in den nächsten Jahren ist davon auszugehen, dass die Schülerzahl rückläufig sein wird. Diese Entwicklung ist durch die Veränderungen bei den Einschulungszahlen und auf die rückläufige Übertrittsquote auf die Hauptschule zurückzuführen. Obwohl die Hauptschulen über positive Rahmendaten verfügen (geringste Klassen- und Schulgröße der allgemeinbildenden weiterführenden Schulen, gute Sach- und Personalausstattung) verlieren sie zunehmend an Schüleranmeldungen. Grundsätzlich ist festzustellen, dass die Heilbronner Hauptschulen – im Gegensatz zu anderen Großstädten – derzeit noch eine relativ stabile und gesunde Schulstruktur haben. Neun der insgesamt elf Hauptschulen sind überwiegend zweizügig, nur die Hauptschulen in Frankenbach und Biberach sind derzeit einzügig. Durch den Rückgang der Schüler- und damit auch der Klassenzahlen wird weitere freie Raumkapazität an den Hauptschulen entstehen. Vorhandene Räumlichkeiten können bei Einführung der Ganztagesbetreuung im Haupt- und insbesondere Grundschulbereich für die Betreuung genutzt werden, ohne Erweiterungsbauten realisieren zu müssen. Von Vorteil wirkt sich dabei aus, dass in Heilbronn alle Hauptschulen mit Grundschulen kombiniert sind und eine flexible Raumnutzung möglich ist. Als schulorganisatorische Maßnahmen wurden aufgrund des erhöhten Raumbedarfs im Realschulbereich zum Schuljahr 2009 / 10 am Standort der Ludwig-Pfau-Schule keine 5. Klassen in der Hauptschule mehr eingeschult. Die sich daraus ergebenden Raumreserven werden für zwei Außenklassen der Dammrealschule genutzt. Die Hauptschule am Standort der Ludwig-Pfau-Schule wird somit sukzessive auswachsen, während eine zweizügige Außenstelle der Dammrealschule aufwächst. Die mittelfristige Reduzierung von 11 auf 10 Hauptschulstandorte trägt bei einer gleichmäßigen Verteilung der Hauptschüler zu einer Stärkung der Schülerzahlen an den verbleibenden Standorten bei. Einrichtung von Werkrealschulen an den Heilbronner Hauptschulen Zur Vorbereitung auf das 10. Schuljahr findet im Schuljahr 2009 / 10 an allen 11 Heilbronner Hauptschulen Zusatzunterricht statt. Der Unterricht im 10. Schuljahr erfolgt im 98  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Grund-, Haupt- und Werkrealschulen 3.3  3 Schuljahr 2009 / 10 an 5 Schulstandorten für insgesamt 98 Schüler in 5 Klassen (LudwigPfau-Schule, Fritz-Ulrich-Schule, Staufenbergschule, Elly-Heuss-Knapp-Grund- und Werkrealschule und Albrecht-Dürer-Schule). Mit bestandener Prüfung erwerben die Schüler den mittleren Bildungsabschluss der Werkrealschule. Das Eckpunkte-Konzept des Ministerrats des Landes vom 20.01.2009 sieht zur Stärkung der Hauptschulen die Möglichkeit zur Weiterentwicklung von zweizügigen Hauptschulen zu Werkrealschulen vor. Die neue Werkrealschule wird einen durchgängigen sechsjährigen Bildungsgang umfassen. Ziel ist der mittlere Bildungsabschluss, der dem Realschulabschluss gleichgesetzt ist, sowie ein Höchstmaß an individueller Förderung mit einer konsequenten Berufsorientierung. Für alle Heilbronner Hauptschulen, Biberach ausgenommen, wurde der Antrag auf Einrichtung als Werkrealschule neuer Art zum Schuljahr 2010 / 11 gestellt. Mit Ausnahme des Antrags für die Grund- und Hauptschule Frankenbach wurden die Anträge positiv beschieden. Ab dem Schuljahr 2010 / 11 sind daher die Benennungen der Heilbronner Schulen anzupassen. Um vorerst eine Steuerungsmöglichkeit der Schülerströme zu erhalten, hat der Gemeinderat entschieden, die Haupt- / Werkrealschulbezirke in Heilbronn bis längstens 2015 / 16 beizubehalten. Grundschulförder- und Vorbereitungsklassen Grundschulförderklassen haben die Aufgabe, die schulpflichtigen, aber vom Schulbesuch zurückgestellten Kinder, in einem einjährigen Bildungsgang zur Grundschulfähigkeit zu führen. Durch pädagogische Hilfen entwickelt die Grundschulförderklasse – gemäß den individuellen Bedürfnissen des Kindes – Fähigkeiten und Fertigkeiten weiter, die für einen erfolgreichen Schulstart wichtig sind. Heilbronn hat mit der Ludwig-Pfau-Schule und der Elly-Heuss-Knapp-Grund- und Werkrealschule zwei Standorte für Grundschulförderklassen mit der Möglichkeit zur Aufnahme von jeweils zwei Gruppen. Im Schuljahr 2009 / 10 wurden dort 34 Kinder auf den Schulanfang vorbereitet. Sprachförderung in der Grundschuleingangsstufe wird integrativ in Vorbereitungsklassen an sieben Grundschulstandorten im Stadtbereich angeboten. Sie sind für alle Kinder mit sprachlichem Rückstand offen. Über die Notwendigkeit und Aufnahme zum Förderunterricht entscheidet die Schulleitung. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  99 3  3.4  Ganztagesschulen - „Brennpunktschulen" 3.4 Ganztagesschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung mit Schwerpunkt an den Hauptschulen Schulen in sozialen Brennpunkten oder mit einem erhöhten Anteil an Kindern mit Zuwanderungsgeschichte können nach Genehmigung des Landes als sogenannte „Brennpunktschulen“ im Ganztagesbetrieb geführt werden. Brennpunktschulen können in gebundener oder teilweise gebundener Form geführt werden. Hauptschulen, die heute als Brennpunktschulen genehmigt werden, erhalten eine zusätzliche Lehrerzuweisung mit 5 Lehrerwochenstunden (bisher 6 bzw. 7 LWS), bei Grundschulen werden noch 6 (bisher 10 LWS) vom Land zugewiesen. Diese Schulform ist allerdings auf die Grund-, Haupt- und Förderschulen beschränkt. Die Entscheidung trifft das Kultusministerium. 9 von 11 Heilbronner Haupt- / Werkrealschulen und die Rosenaugrundschule werden in dieser Form als Ganztagesschule geführt. Für die Dammgrundschule liegt ein positiver Bescheid über die Einrichtung als Ganztagesschule mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung vor, eine Umsetzung kann jedoch aufgrund der engen räumlichen Verhältnisse noch nicht erfolgen. 100  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Ganztagesschulen - „Brennpunktschulen" 3.4  3 Schüler- und Klassenzahlen der Grundschulen der Stadt Heilbronn im Schuljahr 2009 / 10 Stand: 21. Oktober 2009 Vorbereitungsklasse Schülerzahlen Grundschulen Rosenauschule Wilhelm-Hauff-Schule Silcherschule Gerhart-Hauptmann-Schule Wartbergschule Dammgrundschule Ludwig-Pfau-Schule Elly-Heuss-Knapp-GHS Grünewaldschule Fritz-Ulrich-Schule Reinöhlschule Albrecht-Dürer-Schule Staufenbergschule Uhlandschule GS Klingenberg GS Kirchhausen GHS Biberach GHS Frankenbach GS Horkheim Summe Grundschulen 38 73 94 100 43 99 51 40 61 30 65 69 64 32 32 42 44 37 32 1 046 40 65 95 103 44 94 51 32 74 18 69 80 45 32 36 35 44 45 32 1 034 57 61 95 90 50 94 43 32 63 22 70 85 69 46 26 36 40 47 25 1 051 53 68 95 70 53 94 49 33 73 20 69 70 42 36 33 39 47 56 36 1 036 28 0 8 10 12 25 0 0 0 0 0 0 16 0 0 0 0 16 0 115 216 267 387 373 202 406 194 137 271 90 273 304 236 146 127 152 175 201 125 4 282 Grundschulförderklassen 0 0 0 0 0 0 16 18 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 34 Schülerzahl insgesamt 1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse 4. Klasse 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  101 3  3.4  Ganztagesschulen - „Brennpunktschulen" Vorbereitungsklasse Klassenzahlen Grundschulen Rosenauschule Wilhelm-Hauff-Schule Silcherschule Gerhart-Hauptmann-Schule Wartbergschule Dammgrundschule Ludwig-Pfau-Schule Elly-Heuss-Knapp-GHS Grünewaldschule Fritz-Ulrich-Schule Reinöhlschule Albrecht-Dürer-Schule Staufenbergschule Uhlandschule GS Klingenberg GS Kirchhausen GHS Biberach GHS Frankenbach GS Horkheim Summe Grundschulen 2 3 4 4 2 4 2 2 3 1 3 3 3 2 1 2 2 2 2 47 2 3 4 4 2 4 2 2 3 1 3 4 2 2 2 2 2 2 2 48 2 2 4 4 2 4 2 2 3 1 3 4 3 2 2 2 2 2 1 47 2 3 4 3 2 4 2 2 3 1 3 3 2 2 1 2 2 2 2 45 2 0 1 1 1 2 0 0 0 0 0 0 1 0 0 0 0 1 0 9 10 11 17 16 9 18 8 8 12 4 12 14 11 8 6 8 8 9 7 196 0 0 0 0 0 0 2 2 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 0 4 102  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Durchschnitt Schüler / Klasse 21,6 24,3 22,8 23,3 22,4 22,6 24,3 17,1 22,6 22,5 22,8 21,7 21,5 18,3 21,2 19,0 21,9 22,3 17,9 21,9 Grundschulförderklassen Klassenzahl insgesamt 1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse 4. Klasse Ganztagesschulen - „Brennpunktschulen" 3.4  3 Schüler- und Klassenzahlen der Hauptschulen der Stadt Heilbronn im Schuljahr 2009 / 10 Stand: 21. Oktober 2009 Vorbereitungsklasse 12 0 0 6 0 11 0 0 10 0 0 39 Vorbereitungsklasse Schülerzahlen Hauptschulen Rosenauschule Wilhelm-Hauff-Schule Gerhart-Hauptmann-Schule Wartbergschule Ludwig-Pfau-Schule Elly-Heuss-Knapp-GHS Fritz-Ulrich-Schule Albrecht-Dürer-Schule Staufenbergschule GHS Biberach GHS Frankenbach Summe Hauptschulen 33 77 42 33 0 37 36 24 33 16 28 359 37 43 43 46 34 38 38 30 24 8 20 361 43 35 35 43 33 42 42 24 36 17 24 374 47 40 47 50 46 45 47 34 28 15 24 423 37 42 54 38 42 38 55 32 49 15 22 424 0 0 0 0 17 18 23 19 21 0 0 98 Schülerzahl insgesamt 209 237 221 216 172 229 241 163 201 71 118 2 078 Durchschnitt Schüler / Klasse 19,0 21,5 20,1 16,6 19,1 19,1 20,1 20,4 20,1 14,2 23,6 19,4 Klassenzahl insgesamt 11 11 11 13 9 12 12 8 10 5 5 107 Klassenzahlen Hauptschulen Rosenauschule Wilhelm-Hauff-Schule Gerhart-Hauptmann-Schule Wartbergschule Ludwig-Pfau-Schule Elly-Heuss-Knapp-GHS Fritz-Ulrich-Schule Albrecht-Dürer-Schule Staufenbergschule GHS Biberach GHS Frankenbach Summe Hauptschulen 2 3 2 2 0 2 2 1 2 1 1 18 2 2 2 2 2 2 2 1 1 1 1 18 2 2 2 4 2 2 2 1 2 1 1 21 2 2 2 2 2 2 2 2 1 1 1 19 2 2 3 2 2 2 3 2 2 1 1 22 10. Klasse 0 0 0 0 1 1 1 1 1 0 0 5 5. Klasse 6. Klasse 7. Klasse 8. Klasse 9. Klasse 10. Klasse 5. Klasse 6. Klasse 7. Klasse 8. Klasse 9. Klasse 1 0 0 1 0 1 0 0 1 0 0 4 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  103 3  3.5  Realschulen 3.5 Überblick: Realschulen In Heilbronn bestehen insgesamt vier Realschulen an fünf Standorten: Realschulen Dammrealschule Dammstraße 14, 74076 Heilbronn Außenklassen der Dammrealschule an der Ludwig-Pfau-Schule Herbert-Hoover-Straße 1, 74074 Heilbronn Helene-Lange-Realschule Weststraße 33, 74072 Heilbronn Mörike-Realschule, Sontheim Max-von-Laue-Straße 7 - 9, 74081 Heilbronn Heinrich-von-Kleist-Realschule, Böckingen Kastanienweg 17, 74080 Heilbronn Schulleitung: Herr Rektor Jung Schulleitung: Herr Rektor Dr. Dörfler Schulleitung: Herr Rektor Keinert Schulleitung: N. N. Tel.: 07131 56-2440 Tel.: 07131 56-2441 Tel.: 07131 56-2442 Tel.: 07131 910881 Die Schüler- und Klassenzahlen an den Realschulen haben sich zum laufenden Schuljahr 2009 / 10 wie folgt verändert: Insgesamt werden 2.642 Schüler in 93 Regelkassen und 2 kleinen Förderklassen unterrichtet. Im Vorjahr wurden noch 2.679 Realschüler in 90 Regelklassen und 2 Förderklassen beschult. Die Einrichtung eines Realschulzuges an der Katholischen Freien Schule hat zu keiner merklichen Veränderung der Schülerzahlen an den Realschulen in Trägerschaft der Stadt Heilbronn geführt. Die Zahl der aufgenommenen Schüler und den sich daraus ergebenden Klassen hat bereits zu Wanderklassen und der Belegung von Fachräumen in verschiedenen Schulen, insbesondere der Mörikerealschule, geführt. Festzustellen ist ferner eine nicht zu übersehende Zahl von Schülern, die in den Klassenstufen 5 und 6 aus den Hauptschulen und Gymnasien in die Realschulen wechseln. Gleichfalls werden in den Klassenstufen 7 bis 9 zahlreiche Schulwechsel aus den Gymnasien festgestellt. Dies ist bei der Entwicklung der Klassenzahlen zu beachten und wird unter Berücksichtigung der Reduzierung des Klassenteilers zu weiteren Klassenbildungen in den Realschulen führen können. Wie unter „3.3 Überblick: Grund-, Haupt- und Werkreal- 104  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Realschulen 3.5  3 schulen, Grundschulförder- und Vorbereitungsklassen“ bereits dargestellt, wird der sich daraus ergebende Schulraumbedarf durch die Bildung von Außenklassen an der LudwigPfau-Schule als schulorganisatorische Maßnahme ausgeglichen. Ein Überwechseln von Realschülern auf die allgemeinbildenden Gymnasien ist aufgrund der neuen Lehrpläne des 8-jährigen Gymnasiums weitgehend ausgeschlossen, offen steht der Bildungsweg über die beruflichen Gymnasien. Schüler- und Klassenzahlen der Realschulen der Stadt Heilbronn im Schuljahr 2009 / 10 Stand: 21. Oktober 2009 Vorbereitungsklasse Auswärtige % 7,6 28,1 22,5 4,4 15,7 Schülerzahl insgesamt 484 750 573 835 2 642 Klassenzahl insgesamt 21 25 20 29 95 Schülerzahlen Realschulen Dammrealschule Mörike-Realschule Helene-Lange-Realschule Heinrich-von-KleistRealschule Summe Realschulen 80 84 85 110 359 61 154 95 145 455 91 129 96 181 497 63 138 102 150 453 90 125 112 114 441 73 120 83 135 411 26 0 0 0 26 Vorbereitungsklasse Klassenzahlen Realschulen Dammrealschule Mörike-Realschule Helene-Lange-Realschule Heinrich-von-KleistRealschule Summe Realschulen 4 3 3 4 14 2 5 3 5 15 3 4 3 6 16 3 5 4 5 17 4 4 4 4 16 3 4 3 5 15 2 0 0 0 2 Durchschnitt Schüler / Klasse 23,0 30,0 28,7 28,8 27,8 10. Klasse 5. Klasse 6. Klasse 7. Klasse 8. Klasse 9. Klasse davon Auswärtige 37 211 129 37 414 10. Klasse 5. Klasse 6. Klasse 7. Klasse 8. Klasse 9. Klasse 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  105 3  3.6  Allgemeinbildende Gymnasien 3.6 Überblick: Allgemeinbildende Gymnasien Im Stadtgebiet Heilbronn sind fünf allgemeinbildende Gymnasien mit einer Aufnahmekapazität von 19 Zügen eingerichtet: Allgemeinbildende Gymnasien Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium, Böckingen Kraichgauplatz 17, 74080 Heilbronn Schulleitung: Frau OStudDir.in Peimann-Schaak Schulleitung: Frau OStudDir.in Eisele Schulleitung: Frau OStudDir.in Droste Schulleitung: Herr OStudDir. Beck Schulleitung: Herr OStudDir. Dr. Meyer Tel.: 07131 897721 Justinus-Kerner-Gymnasium, Sontheim Max-von-Laue-Straße 1 - 3, 74081 Heilbronn Robert-Mayer-Gymnasium Bismarckstraße 10, 74072 Heilbronn Theodor-Heuss-Gymnasium Gymnasiumstraße 70, 74072 Heilbronn Mönchsee-Gymnasium Karlstraße 44, 74072 Heilbronn Tel.: 07131 56-2448 Tel.: 07131 642800 Tel.: 07131 56-2451 Tel.: 07131 56-2452 Gegenüber dem Vorjahr ist ein Rückgang um 57 Schüler von bisher 4.418 auf nunmehr 4.361 Schüler festzustellen. Nach wie vor erfreuen sich die Heilbronner Gymnasien einem großen Zuspruch auswärtiger Schüler, wie sich aus der nachfolgenden Tabelle ablesen lässt: Schüler insgesamt 3 449 4 344 4 396 4 418 4 361 Klassen insgesamt 150 168 169 176 176 Auswärtigenquote 29,7 % 37,5 % 38,4 % 38,2 % 37,4 % Schuljahr 1996 / 97 2006 / 07 2007 / 08 2008 / 09 2009 / 10 Stadtkreis 2 426 2 713 2 709 2 731 2 732 Landkreis 1 023 1 631 1 687 1 687 1 629 106  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Allgemeinbildende Gymnasien 3.6  3 Da im Landkreis Heilbronn die Aufnahmekapazitäten der südlich und westlich gelegenen Gymnasien erschöpft sind, werden die Schülerströme seit 1996 verstärkt nach Heilbronn umgeleitet, was zu einem Anstieg der Auswärtigenquote geführt hat. Im Schuljahr 2009 / 10 kommen die meisten auswärtigen Schüler aus Leingarten (366, Vorjahr 369), Schwaigern (226, Vorjahr 257), Flein (235, Vorjahr 235), Untergruppenbach (237, Vorjahr 230) und Talheim (134, Vorjahr 147). Die ausgelegte Aufnahmekapazität der Heilbronner Gymnasien liegt bei 17 Zügen pro Klassenstufe. 2009 / 10 wurden wie im Vorjahr 19 5. Klassen (und eine Vorbereitungsklasse am Justinus-Kerner-Gymnasium) an den fünf Gymnasien gebildet. Die Schüleranmeldungen an den fünf Heilbronner Gymnasien haben in den vergangenen Jahren den eigentlichen Raumbedarf überschritten. Durch den Bau von Schulräumen im Zuge des Bundesprogrammes IZBB und dem Umbau von Hausmeisterwohnungen konnte der Raumbedarf teilweise gedeckt werden. Das Mönchsee-Gymnasium hat als 3-zügige Einrichtung in den vergangenen Jahren regelmäßig vier Parallelklassen aufgenommen. Gleichzeitig befindet sich der für Klassenräume genutzte Pavillon aus dem Jahre 1961 in einem schlechten baulichen Zustand und muss dringend ersetzt werden. Es ist deshalb am Mönchsee-Gymnasium ein Anbau mit vier Klassenzimmern als Ersatz für den abgängigen 3-klassigen Pavillon vorgesehen. Mit dieser Maßnahme kann ein Teil der notwendigen Raumversorgung erfüllt werden. Eine weitere Entlastung und Versorgung mit Klassenräumen wird im Jahr 2012 entstehen, da der letzte 9-jährige und erste 8-jährige gymnasiale Ausbildungsgang gemeinsam abgehen und damit ca. 17 Klassen wegfallen werden. Durch die genannte Reduzierung des Klassenteilers und das Aufwachsen der schülerstarken Jahrgänge in die Oberstufe im Kurssystem mit kleinen Klassen werden sich nach heutigem Stand allerdings keine Überkapazitäten an Klassenräumen ergeben. Zu berücksichtigen ist ferner die zu erwartende Veränderung beim Übergangsverhalten nach den Grundschulen auf die Gymnasien. Die 2004 erfolgte Einrichtung des 2-zügigen katholischen Gymnasiums hat zu keinen nachhaltigen Veränderungen der Schülerzahlen an den fünf allgemeinbildenden Gymnasien geführt. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  107 3  3.6  Allgemeinbildende Gymnasien Flächendeckende Einführung des achtjährigen Gymnasiums Mit Beginn des Schuljahres 2004 / 05 wurden neue Bildungspläne mit Bildungsstandards und das flächendeckende 8-jährige Gymnasium eingeführt. Durch den 8-jährigen Bildungsgang wird der Unterricht so verdichtet, dass vermehrt Nachmittagsunterricht stattfindet und spätestens ab der Klassenstufe 8 (35 – 36 wöchentliche Unterrichtsstunden) an drei Nachmittagen unterrichtet werden muss. Hochbegabtenzug Nach der Eröffnung des Landesgymnasiums für Hochbegabte in Schwäbisch Gmünd hat das Land die Förderung hochbegabter Kinder und Jugendlicher weiter ausgebaut. Am 14.11.2006 hat die Landesregierung beschlossen, zu Beginn des Schuljahres 2007 / 08 am Robert-Mayer-Gymnasium Heilbronn einen Hochbegabtenzug einzurichten. Im Schuljahr 2009 / 10 werden vier gemischte Kassen (sehr begabte und getestet hochbegabte Kinder) geführt. In einer dieser Klassen werden ausschließlich getestet hochbegabte Kinder unterrichtet. Insgesamt besuchen 101 Schülerinnen und Schüler diesen Bildungsgang am Robert-Mayer-Gymnasium. Durch eine Reduzierung der Kontingentstundentafel in zwei Fächern werden zeitliche Räume für begabungsorientierten Ergänzungsunterricht ermöglicht. Das Unterrichtskonzept sieht vor, in den Hochbegabtenklassen den Bildungsplan schneller zu vermitteln. Die projektbezogenen Zusatzangebote werden von jeder Schule vor Ort selbst ausgestaltet. 108  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Allgemeinbildende Gymnasien 3.6  3 Schüler- und Klassenzahlen der Allgemeinbildenden und Beruflichen Gymnasien der Stadt Heilbronn im Schuljahr 2009 / 10 Stand: 21. Oktober 2009 (Unter- / Mittelstufe) Theodor-Heuss-Gymnasium Robert-Mayer-Gymnasium Justinus-Kerner-Gymnasium Vorbereitungsklasse Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Mönchsee-Gymnasium Summe Unter- / Mittelstufe 85 106 109 6 128 124 558 88 113 120 115 119 555 75 147 126 117 127 592 69 108 90 132 117 516 84 125 86 93 85 473 10. Klasse 82 81 83 60 74 380 5. Klasse 6. Klasse 7. Klasse 8. Klasse 9. Klasse Schülerzahlen Allgemeinbildende Gymnasien Summe Unter- / Mittelstufe 18 24 21 1 23 22 109 Summe Unter- / Mittelstufe 483 680 614 6 645 646 3 074 Durchschnitt Schüler / Klasse 26,8 28,3 29,2 6,0 28,0 29,4 28,2 (Unter- / Mittelstufe) Theodor-Heuss-Gymnasium Robert-Mayer-Gymnasium Justinus-Kerner-Gymnasium Vorbereitungsklasse Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Mönchsee-Gymnasium Summe Unter- / Mittelstufe 3 4 4 1 4 4 20 3 4 4 4 4 19 3 5 4 4 4 20 3 4 3 4 4 18 3 4 3 4 3 17 10. Klasse 3 3 3 3 3 15 5. Klasse 6. Klasse 7. Klasse 8. Klasse 9. Klasse Klassenzahlen Allgemeinbildende Gymnasien 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  109 3  3.6  Allgemeinbildende Gymnasien (Oberstufe) Theodor-Heuss-Gymnasium Robert-Mayer-Gymnasium Justinus-Kerner-Gymnasium Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Mönchsee-Gymnasium Summe Oberstufe 54 64 75 92 108 393 64 120 77 84 105 450 65 120 84 103 72 444 183 304 236 279 285 1 287 666 984 856 924 931 4 361 220 407 319 287 396 1 629 33,0 41,4 37,3 31,1 42,5 37,4 (Oberstufe) Theodor-Heuss-Gymnasium Robert-Mayer-Gymnasium Justinus-Kerner-Gymnasium Elly-Heuss-Knapp-Gymnasium Mönchsee-Gymnasium Summe Oberstufe 3 3 3 4 4 17 4 6 4 5 6 25 4 6 5 6 4 25 11 15 12 15 14 67 16,6 20,3 19,7 18,6 20,4 19,2 Klassenzahl insgesamt 12. Klasse 13. Klasse 11. Klasse Summe Oberstufe Klassenzahlen Allgemeinbildende Gymnasien Durchschnitt Schüler / Klasse 29 39 34 38 36 176 110  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Durchschnitt Schüler / Klasse 23,0 25,2 25,2 24,3 25,9 24,8 Auswärtige % Schülerzahl insgesamt davon Auswärtige 12. Klasse 13. Klasse 11. Klasse Summe Oberstufe Schülerzahlen Allgemeinbildende Gymnasien Allgemeinbildende Gymnasien 3.6  3 Schülerzahlen Berufliche Gymnasien Wirtschaftsgymnasium Technisches Gymnasium Summe Berufliche Gymnasien 150 143 293 156 144 302 154 134 288 462 421 883 315 318 633 68,2 75,5 71,7 Klassenzahlen Berufliche Gymnasien Wirtschaftsgymnasium Technisches Gymnasium Summe Berufliche Gymnasien 5 5 10 8 5 13 8 5 13 21 15 36 Durchschnitt Schüler / Klasse 22,0 28,1 24,5 Klassenzahl insgesamt 12. Klasse 13. Klasse 11. Klasse Auswärtige % Schülerzahl insgesamt davon Auswärtige 12. Klasse 13. Klasse 11. Klasse 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  111 3  3.7  Ganztagesangebote an Realschulen und Gymnasien 3.7 Ganztagesangebote an Realschulen und Gymnasien Im Zuge des Investitionsprogrammes des Bundes zur Bildung und Betreuung (IZBB) wurde an den drei Gymnasien Mönchsee-Gymnasium, Theodor-Heuss- und Elly-Heuss-KnappGymnasium Räumlichkeiten für eine Ganztagesbetreuung geschaffen. Die Schulen haben ein pädagogisches Konzept vorgelegt und bieten an mindestens drei Tagen in der Woche mit zumindest sieben Zeitstunden eine Betreuung einschließlich Unterrichtszeiten sowie ein Mittagessen an. Im Realschulbereich hat die Helene-Lange-Realschule durch eine Kooperation mit dem Olga-Jugendzentrum ein Konzept erarbeitet, nach dem eine Betreuung sowie ein Mittagessen im Jugendzentrum möglich ist. Für die Schülerinnen und Schüler in den Außenklassen der Dammrealschule an der LudwigPfau-Schule wird eine Ganztagesbetreuung nach dem Heilbronner Weg (d. h. mindestens von 7:30 Uhr bis 16:30 Uhr, an 4 bis 5 Tagen in der Woche) angeboten. Mit weiteren Realschulen und Gymnasien finden Gespräche statt, die zur Weiterentwicklung der Schulen als Ganztagesschule in offener Angebotsform führen sollen. Realschulen und Gymnasien erhalten als anerkannte offene Ganztagesschulen des Landes zusätzliche Lehrerdeputate zugewiesen; allerdings nur in begrenztem Umfang (zwei Lehrerwochenstunden bei Realschulen und eine Lehrerwochenstunde pro Klasse bei Gymnasien). Zusätzlich sollen ehrenamtliche Jugendbegleiter eingesetzt werden, um eine ganztägige Betreuung zu sichern. 112  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Berufsbildende Schulen 3.8  3 3.8 Überblick: Berufsbildende Schulen Die Stadt Heilbronn ist Schulträger von drei großen beruflichen Schulen: Berufsbildende Schulen Wilhelm-Maybach-Schule, Gewerbliche Schule I, Technisches Schulzentrum Sichererstraße 17, 74076 Heilbronn Johann-Jakob-Widmann-Schule, Gewerbliche Schule II, Technisches Schulzentrum Sichererstraße 17, 74076 Heilbronn Gustav-von-Schmoller-Schule, Kaufmännische Schule Frankfurter Straße 63, 74072 Heilbronn Schulleitung: Herr OStudDir. Troßbach Tel.: 07131 56-2454 Tel.: 07131 56-2456 Schulleitung: Frau OStudDir.in Steudle Tel.: 07131 56-2446 Schulleitung: Herr OStudDir. Seybold Nach dem Schulgesetz für Baden-Württemberg sind die Stadt- und Landkreise Träger der Berufsbildenden Schulen. Maßgebend für die Zuständigkeit der Schüler im dualen Bereich (Teilzeitschüler) ist der jeweilige Ausbildungs- bzw. Beschäftigungsort. Im Jahr 2001 wurde mit dem Landkreis Heilbronn eine neue öffentlich-rechtliche Vereinbarung über die Aufgabenteilung auf dem Gebiet des beruflichen Schulwesens abgeschlossen, die auch in der Zukunft fortzuschreiben ist. Durch den Bau des neuen Kreisberufsschulzentrums (Peter-Bruckmann-Schule) wurden die beiden gewerblichen Schulen der Stadt Heilbronn ab August 2005 räumlich entlastet. Auch beim kaufmännischen Schulzentrum entspannte sich mit der Teilung des Wirtschaftsgymnasiums die räumliche Situation. Gewerbliche Schulen (inklusive Fachschulen) Im Technischen Schulzentrum an der Paulinenstraße sind die Wilhelm-Maybach-Schule und die Johann-Jakob-Widmann-Schule untergebracht. Im Schuljahr 2009 / 10 ist die Zahl der Berufsschüler (Teilzeitschüler) an der Wilhelm-Maybach-Schule im Vergleich zum Vorjahr um rund 80 Schüler gestiegen, die Zahl der Vollzeitschüler bleibt nahezu unverändert. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  113 3  3.8  Berufsbildende Schulen Aufgrund der allgemeinen konjunkturellen Lage ist zu erwarten, dass die Zahl der Teilzeitschüler in den kommenden Jahren durch Abnahme des Lehrstellenangebotes, zurückgeht. An der Johann-Jakob-Widmann-Schule haben sich die Schülerzahlen leicht verringert. Hier ist besonders, im Gegensatz zur Wilhelm-Maybach-Schule, ein Rückgang der Berufsschüler (um rund 50 Schüler) zu verzeichnen. Dies veranlasst zu der Annahme, dass sich im eher handwerklichen Bereich die konjunkturelle Situation bereits heute bemerkbar macht. Generell erschwert der Einfluss der konjunkturellen Entwicklung die Schülerprognosen für berufliche Schulen. In wirtschaftlich schwierigen Zeiten, in denen Ausbildungsplätze knapp sind, geht zwangsläufig die Zahl der Teilzeitberufsschüler zurück. Umgekehrt steigt die Zahl der Vollzeitschüler, die aber einen erheblich höheren Raumbedarf haben. Die Weiterentwicklung der Schüler- und Klassenzahlen an beiden gewerblichen Schulen ist deshalb mit vielen Unwägbarkeiten behaftet und von der Entwicklung in einzelnen Berufssparten abhängig. Aufgrund der demographischen und wirtschaftlichen Entwicklung sowie den bekannten Schulabgängerzahlen muss in den nächsten Jahren mit einer verstärkten Nachfrage bei den Vollzeitschulen gerechnet werden. Mit Beginn des Schuljahres 2007 / 08 wurde an beiden Schulen das Berufseinstiegsjahr eingeführt. Hier werden Schüler mit Hauptschulabschluss an bestimmte Berufsfelder herangeführt. Die Einführung dieses BEJ ersetzt die dadurch entfallenden Klassen des BVJ (Berufsvorbereitungsjahr für Schüler ohne Hauptschulabschluss), sodass keine zusätzlichen Klassen gebildet werden. Da an den öffentlichen beruflichen Schulen des Stadt- und Landkreises lediglich eine begrenzte Anzahl an Schulplätzen für das Berufsvorbereitungsjahr bzw. das Berufseinstiegsjahr zur Verfügung stehen, können erfreulicherweise die restlichen Schüler in privaten Einrichtungen (Internationaler Bund, Diakonische Jugendhilfe und USS) aufgenommen werden. Eine besondere Entwicklung stellt in den beruflichen Schulen die Kooperation mit anderen Schularten und insbesondere den regionalen Firmen dar. Im Sinne dieser dualen Ausbildung erfolgt eine enge Zusammenarbeit mit den Betrieben. Durch intensive Praktikumsvereinbarungen konnten ca. einem Drittel der Schüler aus dem BVJ, BEJ und den Berufsfachschulen über die städtischen beruflichen Schulen Ausbildungsverträge vermittelt werden. 114  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Berufsbildende Schulen 3.8  3 Kaufmännische Schule An der Gustav-von-Schmoller-Schule (Kaufmännisches Schulzentrum) waren die Schülerzahlen bei den Berufsschülern (Teilzeitschüler) in den vergangenen Jahren durch die Auslagerung der Fachklassen für Lagerlogistik an die Andreas-Schneider-Schule kontinuierlich gefallen. Seit dem vergangenen Schuljahr werden weitgehend gleichbleibende Schülerzahlen registriert. Im Schuljahr 2009 / 10 besuchen 1.928 Teilzeitschüler die kaufmännische Berufsschule (Vorjahr 1.866 ). Im Schuljahr 2005 / 06 erfolgte aufgrund der starken Nachfrage und räumlichen Notwendigkeit die Einrichtung eines zweizügigen Wirtschaftsgymnasiums an der vom Landkreis unterhaltenen Andreas-Schneider-Schule. Dies hat zu einer Entlastung des beruflichen Gymnasiums an der kaufmännischen Schule geführt. Im laufenden Schuljahr werden statistisch 18 Klassen in den Klassenstufen 11 – 13 unterrichtet. Die Schülerzahl hat sich mit 462 Schülern gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig verändert (Vorjahr 464). Auch an der Wirtschaftsschule und dem Berufskolleg für Wirtschaftsinformatik haben sich die Schülerzahlen auf hohem Niveau eingependelt. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  115 3  3.9  Sonderschulen und Ganztagesangebote 3.9 Überblick: Sonderschulen und Ganztagesangebote In Heilbronn bestehen vier Sonderschulen in städtischer Schulträgerschaft: Sonderschulen Pestalozzischule (Förderschule) Geschwister-Scholl-Straße 8, 74072 Heilbronn Wilhelm-Hofmann-Schule, Böckingen (Förderschule) Grünewaldstraße 16, 74080 Heilbronn Außenstelle Leinbachschule Neckargartach Frankenbacher Straße 45, 74078 Heilbronn Paul-Meyle-Schule Sontheim (Schule für Geistig- und Körperbehinderte) Güldensteinstraße 32, 74081 Heilbronn Gebrüder-Grimm-Schule (Schule für Sprachbehinderte) Schillerstraße 3 – 7, 74072 Heilbronn Schulleitung: Frau Rektorin Beyl Schulleitung: Frau Rektorin Kugel Tel.: 07131 56-2434 Tel.: 07131 640060 Tel.: 07131 202632 Tel.: 07131 898760 Schulleitung: Frau Rektorin Fißler Tel.: 07131 56-2471 Schulleitung: Frau Rektorin Traub Förderschulen Im Heilbronner Stadtkreis sind mit der Pestalozzi- und der Wilhelm-Hofmann-Schule zwei Förderschulen eingerichtet. Die Schüler- und Klassenzahlen haben sich nach den rückläufigen Zahlen in den vergangen Jahren zum Schuljahr 2009 / 10 leicht erhöht. 235 Schüler (Vorjahr 224 Schüler) besuchen die beiden Schulen in insgesamt 20 Klassen. Für die Förderschulen besteht ein Schulbezirk mit den Gemeinden Leingarten und Flein, die sich an den Schulkosten entsprechend den Schülerzahlen beteiligen. Aus diesen beiden Gemeinden besuchen momentan 7 Schüler die Heilbronner Förderschulen. 116  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Sonderschulen und Ganztagesangebote 3.9  3 Schule für Geistig- und Körperbehinderte einschließlich Schulkindergarten Die Schülerzahlen an der Paul-Meyle-Schule (mit Schulkindergarten) verharren auf einem hohen Niveau. Problematisch ist dabei die hohe Zahl der schwerst mehrfachbehinderten Kinder, die einen außerordentlich hohen Pflegebedarf an der Schule erfordern. Durch die verkürzte Dienstzeit der Zivildienstleistenden, die einen Teil der Pflege- und Betreuungsarbeiten übernehmen, ist zusätzlicher Pflegebedarf entstanden. Nach den bekannten Schülerzahlen wurde eine Personalbedarfsbemessung durchgeführt, auf deren Grundlage eine Anpassung des Pflegepersonals erfolgte. Um eine weitere Flexibilität des Personaleinsatzes zu erreichen, wurde einem freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe die zusätzliche Personalgestellung mit Beginn des Schuljahres 2008 / 09 als Pilotprojekt übertragen. Im laufenden Schuljahr werden 123 Kinder beschult, 16 Kinder besuchen in 2 Gruppen den Schulkindergarten. Der „Klassendurchschnitt“ liegt an der Paul-Meyle-Schule derzeit bei rund 6 Schülern. Aufgrund des begrenzten Raumangebotes am Schulstandort selbst, werden 3 Außenklassen an der Ludwig-Pfau-Schule beschult. Diese Außenklassen kooperieren mit den Grund- und Hauptschulklassen dieser Schule. Schule für Sprachbehinderte einschließlich Schulkindergarten Die Schule für Sprachbehinderte mit Schulkindergarten (Gebrüder-Grimm-Schule) besteht seit 01.08.1979. Aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung beteiligt sich der Landkreis Heilbronn entsprechend der Schülerzahl (aktuell wohnen 72 % der Schüler im Landkreis) am nicht gedeckten Schulaufwand. Im Jahr 2009 betrug die Kostenbeteiligung des Landkreises 51.784,72 Euro. Die Zahl der Schüler hat sich 2009 / 10 um 16 Jugendliche auf 251 Schüler reduziert. Es bestehen weiterhin 22 Klassen. Die Schüler- und Klassenzahlen sind zwischenzeitlich an die Aufnahmegrenzen an diesem Schulstandort gestoßen. Gemeinsam mit der Schulleitung und dem Staatlichen Schulamt müssen Lösungen wie das Einrichten von Außenklassen gesucht werden, sofern sich eine weitere Erhöhung der Schülerzahlen abzeichnet. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  117 3  3.9  Sonderschulen und Ganztagesangebote Schüler- und Klassenzahlen der Sonderschulen (inkl. Schulkindergärten) der Stadt Heilbronn im Schuljahr 2009 / 10 Stand: 21. Oktober 2009 Schülerzahlen Paul-Meyle-Schule Geistig Behinderte Körperbehinderte Schulkindergarten Summe Paul-Meyle-Schule 12 9 16 37 16 10 0 26 20 3 0 23 28 9 0 37 Schülerzahl insgesamt 76 31 16 123 13 5 3 21 Durchschnitt Schüler / Klasse 5,8 6,2 5,3 5,9 Klassenzahl insgesamt Mittelstufe Unterstufe Mittelstufe Unterstufe Klassenzahlen Paul-Meyle-Schule Geistig Behinderte Körperbehinderte Schulkindergarten Summe Paul-Meyle-Schule 2 1 3 6 3 2 0 5 3 1 0 4 118  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Werkstufe 5 1 0 6 Oberstufe Werkstufe Oberstufe Sonderschulen und Ganztagesangebote 3.9  3 Schülerzahlen Förderschulen Pestalozzischule Wilhelm-Hofmann-Schule (mit Leinbachschule) Summe Förderschulen 43 50 93 72 70 142 Schülerzahl insgesamt 115 120 235 10 10 20 Durchschnitt Schüler / Klasse 11,5 12,0 11,8 165 16 181 72,7 66,7 72,1 Durchschnitt Schüler / Klasse 11,4 12,0 11,4 Auswärtige % davon Auswärtige 4 0 4 1 0 1 Klassenzahl insgesamt 20 2 22 6. Klasse Schülerzahl insgesamt 227 24 251 6. Klasse Klassenzahl insgesamt Grundstufe Grundstufe Klassenzahlen Förderschulen Pestalozzischule Wilhelm-Hofmann-Schule (mit Leinbachschule) Summe Förderschulen 4 4 8 Schülerzahlen Gebrüder-GrimmSchule Sprachbehinderte Schulkindergarten Summe Gebrüder-Grimm-Schule 1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse 4. Klasse 35 0 35 4. Klasse 3 0 3 77 24 101 71 0 71 30 0 30 Klassenzahlen Gebrüder-GrimmSchule Sprachbehinderte Schulkindergarten Summe Gebrüder-Grimm-Schule 1. Klasse 2. Klasse 3. Klasse 7 2 9 6 0 6 2 0 2 5. Klasse 1 0 1 5. Klasse 10 0 10 Hauptstufe 6 6 12 Hauptstufe 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  119 3  3.9  Sonderschulen und Ganztagesangebote Ganztagesbetreuung an den Sonderschulen An den beiden Förderschulen Wilhelm-Hofmann-Schule und Pestalozzischule erfolgt die Umsetzung der Ganztagesbetreuung nach dem Heilbronner Weg. Die Sonderschule für körperlich und geistig schwerst mehrfach behinderte Kinder, PaulMeyle-Schule, und die Gebrüder-Grimm-Schule, Sonderschule für Kinder mit Sprachschwierigkeiten, sind durch das Land als Ganztagesschulen eingerichtet und mit entsprechenden Lehrerstunden ausgestattet. Die Stadt stellt die Räumlichkeiten für die Essensausgabe mit Personal sowie Hilfs- und Pflegekräfte für die Ganztagesschule zur Verfügung. Hermann-Herzog-Schule - Schule für Sehbehinderte mit Schulkindergarten Der Landkreis Heilbronn hat aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung am 01.08.1991 die Schulträgerschaft für diese Sonderschule von der Stadt Heilbronn übernommen. Die Stadt beteiligt sich seither nur noch entsprechend der Schülerzahl am laufenden Schulaufwand des Landkreises für die Sehbehindertenschule mit Schulkindergarten. Im Kalenderjahr 2010 war für das Jahr 2009 ein Kostenanteil von 37.495,20 Euro an den Landkreis zu erstatten. Die Schule für Sehbehinderte wird im laufenden Schuljahr von 104 Schülern und 6 Kindern im Schulkindergarten besucht (Vorjahr 109). Davon wohnen 40 Kinder und Jugendliche im Stadtkreis Heilbronn (Vorjahr 42). Schule für Erziehungshilfe Die Schule für Erziehungshilfe in Heilbronn (Alice-Salomon-Schule) beteiligt sich seit dem Schuljahr 2007 / 08 mit einem Modellprojekt im Rahmen eines Schulversuchs an den sich flächendeckend in Heilbronn entwickelnden Ganztagesschulkonzepten, indem sie mit den an der Schule eingesetzten schulischen Ressourcen (Lehrerstunden) und Jugendhilfeangeboten (sozialpädagogische Fachkräfte) Schritt für Schritt an die Regelschulen kommt. Als Modellstandorte ausgesucht wurden in einem ersten Schritt folgende Schulen: die Gerhart-Hauptmann-Schule, die Fritz-Ulrich-Schule, die Albrecht-Dürer-Schule sowie die Staufenbergschule. 120  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Sonderschulen und Ganztagesangebote 3.9  3 Das Modellprojekt, das noch bis Ende des Schuljahres 2009 / 10 läuft, hat zum Ziel, die Regelschulen mit ihren Lehrern, die Schülerinnen und Schüler und ihre Eltern in ihrem Erziehungsauftrag und ihren Entwicklungsaufgaben so zu unterstützen, dass die Schulen und die Schulverwaltung einer Aussonderung von verhaltensauffälligen Kindern und Jugendlichen verstärkt entgegensteuern und somit integrativ wirken können. Die an die vier externen Schulstandorte umgeschichteten Ressourcen der Jugendhilfe werden hierbei vor allem in der Präventionsarbeit zur Vermeidung schulischer und erzieherischer Problemstellungen, in der Elternarbeit, d. h. zur Schaffung von Angeboten zur Stärkung von Elternkompetenzen und für die gezielte Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler auf den Übergang von Schule in Beruf eingesetzt. Schule für Kranke in längerer Krankenhausbehandlung Nach dem Schulgesetz sollen schulpflichtige Kinder und Jugendliche, die wegen einer längeren Krankheit die Schule nicht besuchen können, angemessen schulisch betreut werden. Aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Vereinbarung mit dem Landkreis Heilbronn wurde im Jahr 1985 eine Schule für Kranke in längerer Krankenhausbehandlung in der Trägerschaft des Landkreises eingerichtet. Der Unterricht wird in den einzelnen Kliniken des Stadt- und Landkreises abgehalten. Betroffen waren aus dem Stadtkreis im Schuljahr 2009 / 10 insgesamt 3 von 48 Kindern. Nach der öffentlich-rechtlichen Vereinbarung trägt die Stadt durch jährliche Schulkostenanteile zum Schulaufwand der Schule für Kranke bei, soweit die Kosten nicht durch Sachkostenbeiträge des Landes gedeckt sind. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  121 3  3.10  Privatschulen 3.10 Überblick: Privatschulen Zahlreiche Privatschulen bieten in Heilbronn ergänzend zu den öffentlichen Schulen in Trägerschaft der Stadt Heilbronn Schularten an, die in ihren Zielen und wesentlichen Lehrgegenständen den öffentlichen Schulen entsprechen (Ersatzschulen). Zusätzlich werden als Ergänzungsschulen Bildungszweige angeboten, denen eine Entsprechung im öffentlichen Schulwesen fehlt (z. B. Berufsfachschule für Dolmetscher). Privatschulen erhalten grundsätzlich keine finanziellen Zuwendungen seitens der Stadt. Freie Waldorfschule Heilbronn Die Freie Waldorfschule Heilbronn wurde 1978 gegründet. Die Schule unterrichtet im Schuljahr 2009 / 2010 Schülerinnen und Schüler in den Klassenstufen 1 - 13. Rund ein Drittel dieser Schüler wohnen in Heilbronn. Die Schule ist inzwischen Ganztagsschule. Ein neuer Schulerweiterungsbau mit Mensa / Schulküche, EDV-Räumen und weiteren Räumen für den Ganztagsbetrieb wurde im März 2009 in Betrieb genommen. Katholisches Freies Bildungszentrum St. Kilian Heilbronn Die Katholische Freie Schule Heilbronn hat im Jahr 2000 im Gebäude der Alten Staufenbergschule in Heilbronn Sontheim (Staufenbergstraße 46) ihren Schulbetrieb zunächst als Grundschule aufgenommen. Seit September 2004 werden Klassen aller weiterführenden Schularten unterrichtet. Aus räumlichen Gründen musste dafür ein Provisorium an der John-F.-Kennedy-Straße geschaffen werden. Der Schulträger, die Stiftung Katholische Freie Schule der Diözese Rottenburg-Stuttgart, hat im September 2007 ein neues Schulgebäude in Heilbronn fertig gestellt, in dem alle Schularten als Ganztagesschule geführt werden. Die zweizügige Grundschule besuchen im Schuljahr 2009 / 10 234 Schüler / innen, in der einzügigen Hauptschule werden in den Klassen 1 bis 9 insgesamt 143 Kinder unterrichtet. Der Antrag auf Einrichtung einer Werkrealschule neuer Form ist gestellt, bisher liegt jedoch noch kein Bescheid vor (Stand März 2010). In der Realschule werden in den Klassenstufen 5 bis 10 insgesamt 187 Schüler / innen einzügig beschult, das Gymnasium ist mittlerweile mit 2 Zügen bis in Klassenstufe 10 aufgewachsen und wird im Schuljahr 2009 / 10 von 366 Schülerinnen und Schülern besucht. 122  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Privatschulen 3.10  3 Bis zum Jahr 2011 / 2012 wächst das Bildungszentrum zu den jeweiligen Abschlüssen hoch. Zur Zeit besuchen insgesamt 930 Schüler / innen die Schule, im Endausbau werden am Katholischen Schulzentrum ca. 1100 Schüler unterrichtet werden. Abendrealschule Die Abendrealschule Heilbronn besteht seit 1963. Träger ist der gemeinnützige Verein „Abendrealschule Heilbronn e. V.“ . Der Unterricht findet in den Räumen der HeleneLange-Realschule statt. Die Teilnehmer / innen werden in einem 22-monatigen Lehrgang auf den Realschulabschluss vorbereitet. Die notwendigen Unterrichtsräume in der HeleneLange-Realschule werden kostenlos überlassen. Kolping-Bildungszentrum Heilbronn Das Kolping-Bildungszentrum Heilbronn ist eine im Jahre 1989 gegründete Einrichtung des Kolping-Bildungswerks Württemberg e. V. Insgesamt werden rund 650 Schüler bzw. Kursteilnehmer von rund 150 Mitarbeitern und Dozenten in mehreren staatlich anerkannten Ersatz- und Ergänzungsschulen unterrichtet: Abendgymnasium – seit 1990, 3- bzw. 4-jährige Vorbereitung auf das Abitur. Der Unterricht findet im KolpingBildungszentrum in der Bahnhofstr. 8 und in Fachräumen der Wilhelm-MaybachSchule statt. Fremdsprachenschule – seit 1990, 2-jährige Ausbildung zum / zur fremdsprachlichen Wirtschaftskorrespondent / in bzw. zum / zur Europasekretär / in. Berufskolleg Fachhochschulreife – seit 2004, 1-jähriges Berufskolleg mit den Schwerpunktbereichen Technik, Gestaltung und Betriebswirtschaft. Fachschule für Betriebswirtschaft – seit 1994, 3-jährige berufsbegleitende Weiterbildung zum / zur staatlich anerkannten Sozialwirt / in für Leitungsaufgaben im sozialen Bereich. Berufskolleg für Grafik-Design – seit 2001, 3-jährige schulische Berufsausbildung. Berufskolleg für Foto-Medientechnik – seit 2007, 2-jährige schulische Berufsausbildung. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  123 3  3.10  Privatschulen Während der Ausbildung besteht an beiden Berufskollegs die Möglichkeit, die Fachhochschulreife zu erwerben. Beide Berufskollegs befinden sich in der Villa Nestle, Bahnhofstraße 11. Sozialwissenschaftliches Gymnasium – seit dem Schuljahr 2009 / 10. Das berufliche Gymnasium führt in 3 Jahren Vollzeitunterricht zum Abitur. Der Unterricht findet im Gebäude Klosterhof, Kilianstraße 11 statt. Das Kolping-Bildungszentrum Heilbronn führt außerdem berufsbegleitende Seminare und Maßnahmen in Zusammenarbeit mit der Bundesagentur für Arbeit durch. Berufsschule Gustav-Werner-Schule der Diakonischen Jugendhilfe Region Heilbronn e. V. Die Diakonische Jugendhilfe ist privater Träger der Berufsschule in der Landturmstraße 4 in Heilbronn-Böckingen. Hier findet Unterricht für 2 Klassen des Berufsvorbereitungsjahres (BVJ), 2 Klassen des Berufseinsteigerjahres (BEJ) und 2 Klassen der zweijährigen Berufsfachschule (Schwerpunkt kaufmännisch und Gesundheit und Pflege) statt. Akademie für Kommunikation in der Innovationsfabrik Die Akademie für Kommunikation Heilbronn kombiniert eine berufspraktische Ausbildung mit qualifizierten, staatlich anerkannten Schulabschlüssen. Schüler mit einem Realschulabschluss gehen in eines der dreijährigen Berufskollegs für Grafik–Design, für Mode und Design, oder in das zweijährige Berufskolleg für technische Dokumentation mit den Profilen Multimedia, Architektur sowie Film & Video. Hier machen sie in drei bzw. zwei Jahren ihre berufliche Ausbildung zum staatlich geprüften Grafik– oder Modedesigner oder zum Dokumentationsassistenten, verbunden mit der allgemeinen Fachhochschulreife. Das technische Gymnasium bietet neben dem Abschluss der allgemeinen Hochschulreife mit dem Profil Gestaltungs- und Medientechnik eine Spezialisierung im gestalterischen Bereich an. Neu ist ab dem Schuljahr 2010 / 11 der Neigungszug Journalismus. Hauptschüler erhalten die Möglichkeit, in den Berufsfachschulen für Farbe & Gestaltung sowie Wirtschaft, Profil Soziales, nach zwei Jahren die Mittlere Reife plus eine berufliche Orientierung zu erlangen. Seit dem letzten Schuljahr gibt es auch die Möglichkeit, eine berufspraktische und -fachliche Kompetenz im Bereich Mode & Design zu erwerben. 124  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Privatschulen 3.10  3 Internationaler Bund Der Internationale Bund (IB), Freier Träger der Jugend-, Sozial- und Bildungsarbeit e. V., bietet als Privatschule nach dem Privatschulgesetz folgende weiterführende Schularten an: Schulart Berufsvorbereitungsjahr (BVJ) Sonder-BVJ Berufseinstiegsjahr (BEJ) Zweijährige kaufmännische Berufsfachschule – Wirtschaftsschule Kaufmännisches Berufskolleg I Kaufmännisches Berufskolleg II Sozialpädagogisches Gymnasium Status Staatlich anerkannt Staatlich anerkannt Staatlich anerkannt Staatlich anerkannt Staatlich anerkannt Staatlich anerkannt Staatlich anerkannt Abschluss BVJ bzw. Hauptschulabschluss BVJ bzw. Hauptschulabschluss BEJ-Abschluss Fachschulreife Abschluss BK I Fachhochschulreife / Wirtschaftsassistent Allgemeine Hochschulreife USS / impuls gGmbH Die USS / impuls gGmbH ist eine einjährige private Berufsfachschule und bietet seit acht Schuljahren das Berufsvorbereitungsjahr an, mit dem Ziel, den Hauptschulabschluss nachzuholen. Die Schüler wählen zwischen den Fachrichtungen Wirtschaft und Verwaltung, Ernährung / Hauswirtschaft, Holz und Metall. Seit dem Schuljahr 2008 / 2009 bietet die USS / impuls gGmbH auch das Berufseinstiegsjahr in den Fachrichtungen Wirtschaft, Verwaltung und Metall an. Hier werden die Schüler aufgenommen, die noch schulpflichtig sind, aber schon ihren Hauptschulabschluss haben. 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  125 3  3.11  Städtische Zuschüsse für sozial benachteiligte Kinder 3.11 Städtische Zuschüsse für sozial benachteiligte Kinder Zuschüsse zur schulischen Erstausstattung In seiner Sitzung am 23.07.2008 beschloss der Gemeinderat der Stadt Heilbronn, bedürftigen Heilbronner Erstklässlern zum Schuljahr 2008 / 09 einen Zuschuss in Höhe von maximal 100 Euro pro Kind für die schulische Erstausstattung zur Verfügung zu stellen. Die Betroffenen kauften Schulranzen, Mäppchen, Stifte und anderes und beantragten die Mittel beim jeweiligen Sekretariat der Schule, in die das Kind eingeschult wurde. Eine Barauszahlung des Zuschusses erfolgte grundsätzlich nicht, die Mittel wurden den Betroffenen von der Stadtkasse überwiesen. Von rund 1.020 Erstklässlern an den Heilbronner Schulen haben 96 Schülerinnen und Schüler einen Zuschuss zur schulischen Erstausstattung erhalten, insgesamt wurden 8.840,71 Euro ausbezahlt. Durch §§ 24a SGB II und 28a SGB XII wurde die Grundlage für zusätzliche Leistungen für die Schule durch Bundesrecht geschaffen. Zukünftig werden Schülerinnen und Schüler allgemeinbildender Schulen und anderer Schulen mit dem Ziel des Erwerbs eines allgemeinbildenden Schulabschlusses bis zum Abschluss der Jahrgangsstufe 10 jeweils zu Beginn eines Schuljahres eine zusätzliche Leistung für die Schule in Höhe von 100 Euro erhalten - wenn entweder die Schüler / innen selbst Leistungen nach dem SGB II oder nach dem 3. Kapitel SGB XII erhalten oder wenn mindestens ein im Haushalt lebender Elternteil am 01.08. des jeweiligen Jahres Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II hat. Zuschüsse für den regelmäßigen Mittagstisch Eine große Herausforderung stellt für die Schulen und den Schulträger die Essensversorgung und die dafür erforderliche Logistik dar. Im laufenden Schuljahr wird an 31 Schulen in Trägerschaft der Stadt Heilbronn ein warmes Mittagessen angeboten. Die Schulen bedienen sich hierbei unterschiedlichen Essensanbietern und Versorgungssystemen. Die Wahl des Essensanbieters ist der Schule überlassen. Der Gemeinderat hat mit verschiedenen Beschlüssen die Umsetzung des Mittagessens unterstützt. So werden den Schulen nach dem Heilbronner Weg pauschale Zuschüsse für die Essensausgabe mit Aufsicht zur Verfügung gestellt. 126  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 Städtische Zuschüsse für sozial benachteiligte Kinder 3.11  3 Ein besonderes Anliegen war dem Gemeinderat die Unterstützung bedürftiger Kinder und Jugendlicher zur Teilnahme am Mittagessen in der Schule. Der Gemeinderat hat einen Essensfonds zur Verfügung gestellt, über den Kinder aus sozial benachteiligten Familien unter Berücksichtigung eines Eigenanteils von 1,00 Euro einen Essenszuschuss von bis zu 2,50 Euro je Essen erhalten können. Die Essenszuschüsse werden über die Schule oder über den Träger der Betreuungsangebote abgerechnet, eine Auszahlung von Bargeld sowie eine direkte Auszahlung an die Schüler / innen oder Eltern erfolgt nicht. Eine Stigmatisierung bedürftiger Schüler kann somit vermieden werden. Die Einführung der Essenszuschüsse hat in einigen Schulen zu einer größeren Teilnehmerzahl beim Mittagessen geführt. Je nach Schule werden momentan im Durchschnitt zwischen 10 und 200 Essen am Tag ausgegeben. Es ist jedoch auch weiterhin von tendenziell steigenden Essenszahlen auszugehen. Insgesamt wurden im Schuljahr 2009 / 10 bisher mehr als 48.000 bezuschusste Essen an den Schulen an über 700 Kinder ausgegeben, wofür Haushaltsmittel in Höhe von bisher rund 87.000 Euro ausbezahlt wurden. (Stand Mitte Juli 2010). 1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010  127 128  1. Bildungsbericht der Stadt Heilbronn 2010 www.heilbronn.de
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