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Full text: Bildung in Freiburg ... (Rights reserved) Ausgabe 1.2008 (Rights reserved)

Bildung in Freiburg 2008 1. Bildungsbericht der Stadt Freiburg im Breisgau Bildung in Freiburg 2008 Erster Bildungsbericht der Stadt Freiburg im Breisgau Impressum Herausgeber Stadt Freiburg, Dezernat II Regionale Steuerungsgruppe Bildungsregion Freiburg Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung Warschauer Str. 34-38 10234 Berlin In Zusammenarbeit mit Regionales Bildungsbüro im Amt für Schule und Bildung der Stadt Freiburg Fehrenbachallee 12 79106 Freiburg i. Br. Erstellt von Redaktion Anja Bechstein Prof. Dr. Hans Döbert Georg Grund PD Dr. Susan Seeber Rolf Wiedenbauer Unter Mitwirkung von: Fanny Oehme Martin Oppermann Michaela Rentl und Tim Siepke Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung a3plus.de Bucherer + End GmbH, Kappel-Grafenhausen Gestaltung Titel Druck © Stadt Freiburg im Breisgau, Oktober 2008 Bildung in Freiburg 2008 Erster Bildungsbericht der Stadt Freiburg im Breisgau Inhaltsverzeichnis Seite Vorwort Funktion und Anlage des Freiburger Bildungsberichts 1. 1.1 1.2 1.3 1.4 1.4.1 1.4.2 1.4.3 1.4.4 1.4.5 1.4.6 2. 2.1 2.2 2.3 2.4 2.5 2.6 3. 4. Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg Bevölkerungssituation und demografische Entwicklung Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund Wirtschaftliche Infrastruktur Bildungsinfrastruktur Bildungseinrichtungen als Arbeitgeber Bildungsniveau in Freiburg Kinderbetreuung Schulen Berufliche Schulen Studium und Weiterbildung Darstellung ausgewählter Indikatoren Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung Übergänge in die Schule Übergänge und Wechsel an Freiburger Schulen Wiederholer und Abbrecher Schulabschlüsse Qualität schulischer Arbeit Projekt Bildungsregion Freiburg Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse 7 9 13 13 15 17 20 20 22 22 23 24 25 29 29 37 44 51 58 62 69 79 87 Tabellenanhang 5 Vorwort Dr. Dieter Salomon Oberbürgermeister Gerda Stuchlik Bürgermeisterin Der vorliegende erste Freiburger Bildungsbericht beleuchtet als Auftakt zu einer kontinuierlichen Bildungsberichterstattung Schulen und Einrichtungen im Stadtkreis Freiburg. Er gibt Hinweise darauf, wie weit wir unserer Leitvorstellung eines bestmöglichen Bildungserfolgs für jedes Freiburger Kind gerecht werden. Der Bildungsbericht stellt dazu datenbasierte Informationen bereit, in welchen Bereichen des schulischen Lebens in den nächsten Jahren Handlungsbedarf besteht, und definiert zusammengefasst die Ausgangsbasis für zukünftige Entwicklungsfelder der Bildungsregion Freiburg. Investitionen in Bildung sind Investition in die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Bildung ist ökonomisch ertragreich und wirkt präventiv gegen Armut und soziale Ausgrenzung. In der Stadtpolitik ist Bildung ein zentraler Aufgabenschwerpunkt. Insbesondere mit dem Ausbau der Ganztagsschulen, der Weiterentwicklung der Schulsozialarbeit, dem erfolgreichen Konzept der Leselernpaten und der besonderen Unterstützung der Hauptschülerinnen und Hauptschüler mit dem Programm „Erfolgreich in Ausbildung“ hat die Stadt Freiburg die Bildungsziele mit konkreten Projekten und Inhalten gefüllt. Das Projekt Bildungsregion Freiburg hat darüber hinaus wichtige Anstöße zum Aufbau einer systematischen und vernetzten Bildungslandschaft für Freiburg gegeben. Im Mittelpunkt der Bildungsregion stehen die Qualitätsentwicklung der Freiburger Schulen in schulartübergreifender Vernetzung und tragfähigen Kooperationen mit außerschulischen Partnerinnen und Partnern auf der Basis gemeinsam entwickelter Ziele und Leitbilder von Schulen, Schulträger und Schulaufsicht. Alle beteiligten Schulen profitieren nachhaltig von diesem Projekt, das dauerhaft mit Unterstützung des Landes Baden-Württemberg weitergeführt und ausgebaut wird. 7 Die Entwicklung einer zukunftsfähigen Bildungslandschaft erfordert neben der Partizipation vieler Partnerinnen und Partner auch fundierte Informationen, um die jeweils richtigen Umsetzungsschritte unter sinnvollem Ressourceneinsatz vorzunehmen. Diesem Ziel entspricht die Bildungsberichterstattung. Der Freiburger Bildungsbericht soll künftig in einem zweijährigen Turnus vorgelegt werden. Hier ist vor allem der Regionalen Steuerungsgruppe im Projekt Bildungsregion Freiburg für die sorgsame Auswahl der Indikatoren zu danken. Auch wenn sie bei weitem noch nicht die gesamte Bildungslandschaft abbilden können, so sind damit fundierte Aussagen zu zentralen Aspekten der Bildungsbiografie möglich geworden: Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung, Übergänge und Wechsel im Schulwesen, Wiederholer und Abbrecher in der Schule, Schulabschlüsse und die Qualität schulischer Arbeit. Die Inhalte sollen künftig kontinuierlich fortgeschrieben und um weitere wichtige Aspekte erweitert werden, insbesondere im Bereich der beruflichen Bildung und der Erwachsenenbildung. Die Stadt Freiburg wird die Ergebnisse des nun vorliegenden Berichts aufgreifen und den damit definierten Handlungsbedarf vor allem im Bereich der Verbesserung der Bildungschancen und Schulabschlüsse für Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund in konkrete Maßnahmen umsetzen. Ein herzlicher Dank gilt allen, die diesen ersten Freiburger Bildungsbericht möglich gemacht, und damit die Basis zu einer kontinuierlichen Bildungsberichterstattung geschaffen haben: der Regionalen Steuerungsgruppe der Bildungsregion für die Erarbeitung der inhaltlichen Grundlagen, dem Regionalen Bildungsbüro und dem Deutschen Institut für Internationale Pädagogische Forschung für die gemeinsame Recherchearbeit, Texterstellung und Koordination, sowie der Bertelsmann Stiftung für die Unterstützung und Beratung bei der Entwicklung des Bildungsberichts. Bildung ist eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben unserer Gesellschaft. Dieser Bericht soll dazu beitragen, die Notwendigkeit einer vernetzten, innovativen und nachhaltig wirkenden Bildungspolitik in der Öffentlichkeit bewusst zu machen und Unterstützung für die Weiterentwicklung der Bildungsregion zu gewinnen. Dr. Dieter Salomon Oberbürgermeister Gerda Stucklik Bürgermeisterin 8 Funktion und Anlage des Freiburger Bildungsbericht Funktion und Anlage des Freiburger Bildungsberichts Fragen der Bildung sind in den letzten Jahren wieder stärker in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt – und das gleichermaßen in Politik wie Öffentlichkeit. Vor allem die Ergebnisse international vergleichender Schulleistungsuntersuchungen haben dazu geführt, dass die Diskussion über die Verbesserung der Qualität von Bildungseinrichtungen auf jenes Interesse in den Bildungseinrichtungen, in den Kommunen, in den Bundesländern sowie in Deutschland insgesamt gestoßen ist, das sie gerade in den bei den Schulleistungsstudien erfolgreichen Staaten erheblich früher fand. In Bildungsdebatten und im praktischen Handeln sind damit über die „traditionellen“ Themen wie Schulstrukturen, Lehrpläne und die Ausstattung von Bildungseinrichtungen hinaus vor allem Fragen der Gestaltung von Bildungsprozessen sowie der Blick auf die Ergebnisse von Bildung verstärkt in den Vordergrund gerückt. Inzwischen wurden vielerorts Maßnahmen ergriffen, die Qualität von Bildungseinrichtungen zu verbessern und die erreichten Ergebnisse zu erfassen. Zentrale Abschlussprüfungen, Bildungsstandards, Vergleichsarbeiten, interne Evaluationen und Fremdevaluationen sind längst nicht nur gängige Begriffe, sondern werden in den Bildungseinrichtungen zunehmend mit Leben gefüllt. Mit diesen Maßnahmen ist die Erwartung verbunden, Stärken und Schwächen bisheriger Entwicklungen in Bildungseinrichtungen zu verdeutlichen, Hinweise auf Handlungsbedarfe zu bekommen und Ansatzpunkte für die zielgerichtete weitere Verbesserung der Bildungsqualität zu erhalten. Das Ensemble dieser Maßnahmen ist neuerdings auch durch regelmäßige Bildungsberichte erweitert worden. Das wirft die Frage auf, wozu - neben all den genannten Maßnahmen eigentlich auch noch Bildungsberichte nötig sind? Bildungsberichte sind, wie internationale Erfahrungen zeigen, eine sehr informative, effektive und aussagekräftige Form der Erfassung des Zustands und der Entwicklung des Bildungswesens aus der Systemperspektive. Bildungsberichte • liefern systematische Informationen und Maßstäbe, die Aufschluss darüber geben, wie gut das Bildungssystem funktioniert und wie es sich im Vergleich mit anderen Regionen darstellt; sorgen für Transparenz im Bildungswesen; schaffen eine verlässliche Grundlage für eine breite öffentliche Diskussion zu Bildungsfragen; bieten eine Grundlage für bildungspolitische Entscheidungen im Sinne einer wissens(oder evidenz-) basierten Bildungspolitik; geben Impulse für Interventionen und weitere Entwicklungen im Bildungswesen. • • • • Neben der Verdeutlichung übergreifender Problemlagen aus der Systemperspektive liegt der große Vorteil von Bildungsberichten vor allem in der Darstellung wiederkehrender Informationen zum Bildungswesen in einer Zeitreihe. Wenn Bildungsberichte regelmäßig erstellt werden, können sie Entwicklungen über längere Zeiträume aufzeigen und damit Aufschluss über Veränderungen geben, die nach bestimmten bildungspolitischen Entscheidungen und Maßnahmen zur Verbesserung der Qualität in Bildungseinrichtungen eintreten. In einer solchen 9 Bildung in Freiburg 2008 Darstellung in Zeitreihe liegt der entscheidende Ansatzpunkt für Interpretation, Analyse und letztlich für die politische Bewertung der dargestellten Informationen. Dazu ist die Darstellung umfassender, zuverlässiger und gültiger Indikatoren erforderlich. Um diesen Zweck zu erfüllen, müssen die Indikatoren • • • empirisch belastbare (objektive, reliable und valide) Informationen über einen relevanten Ausschnitt des Bildungswesens enthalten, sich auf regelmäßige (periodische) Erhebungen stützen und damit Änderungen im Zeitverlauf aufzeigen, soweit möglich und sinnvoll vergleichende Aussagen zulassen. Bildungsberichte sollen die Verantwortlichkeit fördern und zum Handeln befähigen, und zwar mit Hilfe von Daten. Mit den Ergebnissen eines Bildungsberichts muss gearbeitet werden: Die Zahlen müssen interpretiert und analysiert werden, Handlungsfelder zur Qualitätssteigerung und –sicherung sind zu identifizieren, Zusammenhängen muss nachgespürt werden, das Notwendige und – bei einiger Anstrengung – Mögliche ist zu verwirklichen. Leitgedanke der Arbeit sollte sein, alle für Bildung Verantwortlichen und an Bildung Beteiligten in ihrem Gestaltungs- und Verantwortungsbereich in das weitere Handeln einzubeziehen. Aber auch das Instrument „Bildungsbericht“ hat seine Grenzen. Sie liegen vor allem in seinem deskriptiven Charakter begründet. Bildungsberichte erlauben keine Darstellung kausaler Zusammenhänge. Mit dem ersten Bildungsbericht beschreitet die Stadt Freiburg Neuland. Der Bericht ist dem vorgenannten Anspruch verpflichtet: Er soll dazu beitragen, Positives weiter auszubauen und Entwicklungsbedarfe zu identifizieren. Der erste Bericht ist zugleich ein „Prototyp“. Kern des Berichts sind sechs Indikatoren. Aus einer Reihe von möglichen Indikatoren in kommunaler Bildungsverantwortung wurden die folgenden aufbereitet und dargestellt: 1. Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung 2. Übergänge in die Schule 3. Übergänge und Wechsel im Schulwesen 4. Wiederholer und Abbrecher 5. Schulabschlüsse 6. Qualität schulischer Arbeit Der Bericht wird durch Informationen eröffnet, die die Indikatoren in den Kontext kommunaler Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg stellen. Dazu werden grundlegende Aspekte der wirtschaftlichen Infrastruktur, der Bevölkerungssituation, insbesondere unter den Aspekten der demografischen Entwicklung und der Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, sowie der Bildungsinfrastruktur in Freiburg beschrieben. In jedem Bildungsbericht sollten über die indikatoren- bzw. datengestützten Teile hinaus stets auch weitere bildungspolitisch besonders relevante Problembereiche behandelt und dargestellt werden, die nicht oder noch nicht in Form von Indikatoren fassbar sind. Dieser Teil muss nicht, wie die übrigen Teile eines Bildungsberichts, indikatorenorientiert aufgebaut werden, sondern hier können auch Ergebnisse von Umfragen, Beschreibungen von Maß10 Funktion und Anlage des Freiburger Bildungsbericht nahmen und Arbeitsschritten usw. eingehen. In diesem Teil können wesentliche Entwicklungsfelder des Bildungswesens thematisch aufgegriffen und Optionen für eine qualitätsorientierte Weiterentwicklung diskutiert werden. Der erste Freiburger Bildungsbericht folgt diesen Erfahrungen und stellt im Anschluss an die sechs Indikatoren den Projektbericht der Bildungsregion Freiburg dar, der sich auf Erhebungen und Erfahrungen in der Arbeit mit dem SEIS-Instrument gründet. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des ersten Freiburger Bildungsberichts schließt den Bericht ab. Die Auswahl der Indikatoren war zum einen am Kriterium der Machbarkeit innerhalb relativ kurzer Zeit orientiert und ist zum anderen der Verfügbarkeit von verlässlichen Daten geschuldet. So relevant und interessant bestimmte Bildungsthemen für eine breite Öffentlichkeit auch sein mögen, nicht immer lassen sie sich empirisch erfassen und nach den genannten Kriterien auf der Basis von Indikatoren definieren und berechnen. Soweit dies auf der Grundlage der vorhandenen Daten möglich war, wurden bei der Darstellung der Indikatoren Differenzierungen nach Geschlecht und Migrationshintergrund vorgenommen. Der Bericht soll jedoch sukzessive ausgebaut werden. Denkbar ist, schon im nächsten Bildungsbericht den Übergang in die berufliche Bildung aufzunehmen. Perspektivisch sollen auch Fragen der Hochschulentwicklung sowie der Entwicklung der Erwachsenenbildung in Freiburg berücksichtigt werden. Angestrebt wird damit eine Darstellung von Bildung im Lebenslauf. Erforderlich ist aber auch eine bessere Verfügbarkeit von Daten. Vor allem die in kommunaler Verantwortung liegenden Daten sollten koordiniert und gepflegt werden. Grundsätzlich sind in diesem Bericht Mädchen und Jungen sowie Frauen und Männer in gleicher Weise angesprochen. Sollten an einzelnen Stellen maskuline Funktionsbezeichnungen wie z.B. „Schüler“ auftauchen und nicht die entsprechende genderspezifische Formulierung „Schülerinnen und Schüler“, dann ist das entweder vorhandenen Redundanzen im Text oder der Hervorhebung einer geschlechtsspezifischen Akzentuierung geschuldet. 11 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. 1. Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. Ein Bericht über Bildung in Freiburg kann nicht ohne Darstellung der Rahmenbedingungen vorgenommen werden, unter denen Bildungsinstitutionen arbeiten und Bildungsprozesse ablaufen. Das Bildungssystem und die allgemeinen wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen sich gegenseitig. Die Bildungsangebote und die Arbeit von Bildungseinrichtungen werden in hohem Maße von solchen Faktoren wie der wirtschaftlichen Situation in der Region, der Situation und demografischen Entwicklung der Bevölkerung in der Kommune sowie den Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund geprägt. Andererseits stellt Bildung ein zentrales Handlungsfeld dar, um den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels, der demografischen Entwicklung und der wirtschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden. Freiburg als traditionelle Bildungsstadt versucht die vielfältigen Potenziale in diesem Bereich optimal zu fördern und ständig weiter zu entwickeln. Informationen über diese und andere Rahmenbedingungen bilden den Hintergrund, der zum Verständnis vieler Aussagen in den Indikatoren erforderlich ist und auf dem die Interpretation der dargestellten Indikatoren vorgenommen werden sollte. Im Folgenden wird daher auf die Bevölkerungssituation und die demografische Entwicklung, auf die Einwohner mit Migrationshintergrund, auf die wirtschaftliche Infrastruktur und auf die Infrastruktur des Bildungswesens selbst in Freiburg eingegangen. 1.1 Bevölkerungssituation und demografische Entwicklung Zum Ende des ersten Quartals 2008 registriert das Statistische Landesamt BadenWürttemberg 219.162 Einwohner in Freiburg. Das Durchschnittsalter in der Stadt betrug Ende 2007 nach einer Berechnung des Landessinformationssystems Baden-Württemberg 40,6 Jahre. Hat der Stadtkreis Freiburg seit den 50er Jahren einen kontinuierlichen und unter den baden-württembergischen Stadtkreisen auch aktuell noch höchsten Zuwachs der Gesamtbevölkerung zu verzeichnen (in 20 Jahren 1987-2007 gab es nach Berechnungen der Stadt einen Zuwachs um 38.875 Personen bzw. 21,8%), wird langfristig, bis zum Jahr 2025, wieder mit einer allmählichen Abnahme der Gesamtbevölkerung gerechnet (Prognose für 2025: 206.276, das sind 12.886 Einwohner weniger als aktuell im Jahr 2008). Den Großteil an der Gesamtbevölkerung werden dann noch immer, aber in noch höherem Maße, die 40- bis 65Jährigen ausmachen (91.898). Gefolgt – nicht mehr wie derzeit von der Altersgruppe der 25bis 40-Jährigen – von den Menschen, die 65 Jahre und älter sind (46.542). Die Altergruppen ‚unter 15’, ,15-18’, ‚18-25’ und ‚25-40’ werden auf Dauer sinken; 2025 werden voraussichtlich nur noch 21.351 Kinder und Jugendliche unter 15 Jahre in Freiburg leben, während aktuell noch 27.793 unter 15-Jährige registriert sind. Am stärksten wird die Altersgruppe 25 bis 40Jährige sinken, vergleicht man die Zahlen von 2008 und 2025 des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg: 55.793 zu 27.994. Eine Grafik der Bertelsmann Stiftung verdeutlicht die Prognose der Bevölkerungsentwicklung in den verschiedenen Altersgruppen im Vergleich der Jahre 2003 und 2020. Bei etwas anderer Einteilung der Altersgruppen als zuvor beschrieben, wird auch hier deutlich: ab Alter 50 aufwärts steigen die Bevölkerungszahlen, darunter sinken sie, vor allem in der Gruppe der 30-49-Jährigen. 13 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 1.1.1: Entwicklung der Alterstruktur in Freiburg i. Br. 2003 und 2020 nach Altersgruppen (Anzahl) Quelle: Bertelsmann Stiftung, Publikation „Demographiebericht Kommune ′Freiburg im Breisgau′“, 2006 Für 2007 gibt das Statistische Landesamt eine Zahl von 33.159 Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren an. Demnach würden auf 1.000 Einwohner 151 Kinder und Jugendliche kommen. Hinzu kommen 3.957 ausländische Kinder und Jugendliche (18 je 1000 Einwohner). Für 2008 wird auf der zugrunde liegenden Ausgangsbevölkerung von 2005 eine Anzahl von 33.112 unter 18-Jährigen auf eine Einwohnerzahl von 215.612 voraus berechnet. Und trotz sinkender Zahlen werden die Kinder und Jugendlichen nach der Bevölkerungsprognose auch 2025 noch 26.838 von 206.276 in Freiburg lebenden Menschen ausmachen. Es ist ein – entgegen dem bundesweiten Trend – spezifisches Charakteristikum Freiburgs, dass sich die Altersstruktur der Bevölkerung weniger dramatisch verändert als anderswo und zunächst kein gravierendes Problem darstellt. Dies liegt vor allem auch an den relativ hohen, ausgleichenden Zuwanderungsquoten von jungen Menschen, vor allem von Studierenden und Berufseinsteigern, wie die folgende Grafik verdeutlicht: 14 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. Abb. 1.1.2: Zu- und Fortzüge in Freiburg i. Br. 2006 nach Altersgruppen (Anzahl) 12000 10000 8000 6000 4000 2000 0 unter 15 15-20 20-30 30-40 A lters gruppe 40-50 50-60 60 und älter Zuzüge Fortzüge Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg 1.2 Einwohnerinnen und Einwohner mit Migrationshintergrund Für 2007 errechnete das Statistische Landesamt für den Stadtkreis Freiburg einen Ausländeranteil an der Gesamtbevölkerung von 14,3%. Bei jährlichen Schwankungen des Ausländeranteils an der Gesamtbevölkerung kann längerfristig ein Zuwachs für Freiburg prognostiziert werden. Bedeutsamer als die Zahlen der ausländischen Bevölkerung sind (insbesondere seit dem neuen Einbürgerungsrecht) die Zahlen über die Bevölkerung mit Migrationshintergrund. Diese Daten sind für die Feststellung über den Integrationsbedarf einer Region entscheidend. So gab es Ende 2006 bei knapp 29% der in Freiburg lebenden Menschen den Hinweis auf einen Migrationshintergrund. In ganz Baden-Württemberg betrug der Anteil 2005 ca. 25%, der damit weit über dem bundesdeutschen Durchschnitt von 19% und unter den Bundesländern an zweiter Stelle nach Hamburg (2005 = 27%) liegt. Der Stadtkreis Freiburg weist demnach im baden-württembergischen Vergleich einen überdurchschnittlich hohen Anteil an Menschen mit Migrationshinweis auf, der sich nach Berechnungen der Stadt Freiburg Ende 2006 wie folgt zusammensetzt: 15 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 1.2.1: Einwohner in Freiburg i. Br. am 31.12.2006 nach Art des Migrationshintergrundes (in %) Quelle: Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, Peter Höfflin, aus einem Vortrag zum Thema „Menschen mit Migrationshintergrund in Freiburg“ am 17.04.2008 Methodischer Hinweis: In die Gruppe der Menschen mit Migrationshintergrund fallen statistisch die Personengruppen ‚Ausländer’, ‚Eingebürgerte’ und ‚Aussiedler’. Hintergrund dieser statistischen Vorgehensweise ist die Erkenntnis, dass die bloße Frage nach der Staatsangehörigkeit keine verlässlichen Aussagen über den tatsächlichen Integrationsbedarf, den es in der Stadt gibt, zulässt. Auch für Menschen, die statistisch nicht unter „Ausländer“ erfasst werden, wie beispielsweise Aussiedler, gibt es einen solchen Bedarf. Im vorliegenden Bericht wird die Darstellung des Migrationshintergrunds angestrebt. Das ist auf Grund der Datenlage jedoch nicht immer möglich. Festzustellen ist, dass es unter den Menschen mit Migrationshintergrund besonders viele Kinder und Jugendliche gibt: 17,4% von ihnen sind 0-3 Jahre alt, 19,3% der Kinder mit einem solchen Hintergrund sind 3-6-, 20,1% 6-10-, 22,3% 10-15- und 24,3% 15-18-Jährige.1 Errechnet man den prozentualen Anteil der Kinder und Jugendlichen mit Migrationshintergrund am Gesamtanteil in diesen Altersgruppen für Freiburg, wird deutlich, dass ein Großteil der Kinder und Jugendlichen im Vorschul- und Schulalter aus Migrantenfamilien kommen. So weisen 44,6% der 3-6-Jährigen in Freiburg einen Migrationshintergrund auf. Unter den 6-10Jährigen sind es 40,5% und unter den 10-15-Jährigen 38,5%. Mit zunehmendem Alter verringern sich die Prozentanteile. Aber auch unter den Jugendlichen zwischen 15 und 18 Jahren in Freiburg weisen noch 37,7% einen solchen Hintergrund auf2. In der Altersgruppe 60 Jahre und älter hingegen machen die Menschen mit Migrationshintergrund nur noch zwischen 20 - 30% aus.3 Bei sozialräumlicher Betrachtungsweise im Hinblick auf die Freiburger Stadtteile wird der Integrationsbedarf besonders deutlich. Die Stadtgebiete Brühl-Industriegebiet (46,6%), Betzenhausen-Bischofslinde (45,7%), Stühlinger-Beurbarung (39,1%), Weingarten (51,2%), Alt1 2 3 Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, Peter Höfflin, aus einem Vortrag zum Thema „Menschen mit Migrationshintergrund in Freiburg“ am 17.04.2008. Errechnet auf Grundlage der Daten vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, Peter Höfflin, aus einem Vortrag zum Thema „Menschen mit Migrationshintergrund in Freiburg“ am 17.04.2008. Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, Peter Höfflin, aus einem Vortrag zum Thema „Menschen mit Migrationshintergrund in Freiburg“ am 17.04.2008. 16 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. Stühlinger (36,5%) und Landwasser (46,7%) zählen zu den Gebieten in Freiburg mit einem überdurchschnittlich hohen Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund.4 Abb. 1.2.2: Stadtbezirke mit überdurchschnittlichen Migrationsanteilen in Freiburg i. Br. 2008 (in %) Quelle: Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, Peter Höfflin, aus einem Vortrag zum Thema „Menschen mit Migrationshintergrund in Freiburg“ am 17.04.2008 1.3 Wirtschaftliche Infrastruktur Freiburg gilt in der Größenklasse von Städten mit mehr als 100.000 Einwohnern als eines von 19 prosperierenden Wirtschaftszentren der Altbundesländer (nach einer Studie der Bertelsmann Stiftung5). Zu den Charakteristika dieser Großstädte zählt unter anderem die dynamische Wirtschaftsentwicklung. Herausragendes Merkmal Freiburgs ist eine tendenzielle Beschäftigungszunahme insbesondere im Bereich der Dienstleistung und ein hoher Anteil an Hochqualifizierten am Wohn- (19,0%) und Arbeitsort (15,2%). Freiburg verzeichnet 2007 einen Zuwachs von 19,4% an neuen Arbeitsplätzen gegenüber 1987.6 Die dennoch im baden-württembergischem Vergleich weiterhin hohe Quote an Ar4 5 6 ebd. „Demographiebericht – Ein Baustein des Wegweisers Kommune“, Stand 2006, Bertelsmann Stiftung Online: www.wegweiser-kommune.de, 12.08.2008. B. Dallmann, Geschäftsführer Freiburg Wirtschaft Tourismus und Messe GmbH, in: IN Freiburg, Veranstaltungsheft der FWTM, 09.2008. 17 Bildung in Freiburg 2008 beitslosen von 7% (der Durchschnittswert für Baden-Württemberg liegt bei 4,1%) in Freiburg ist damit zu erklären, dass fast die Hälfte der Erwerbstätigen in Freiburg Stadt aus den umliegenden Gemeinden kommt und es in der Stadt einen hohen Anteil an schwer vermittelbaren Langzeitarbeitslosen gibt.7 Im boomenden Dienstleistungssektor erfahren vor allem die Bereiche Bildung und Weiterbildung einen Zuwachs.8 Bildung wird zunehmend zum Wirtschaftsfaktor mit etlichen Sekundäreffekten. Unternehmen entscheiden sich in Zukunft, gerade im Kontext des demografischen Wandels, für Standorte mit einer guten Bildungsinfrastruktur.9 Die prozentuale Verteilung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in den einzelnen Wirtschaftbereichen sieht für Freiburg wie folgt aus: Abb. 1.3.1: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Freiburg i. Br. 2006 nach Wirtschaftsabschnitten (in %) sonstige; 8,20% Baugewerbe; 2,90% Verarbeitendes Gewerbe; 14,40% Dienstleistungen; 58,20% Handel; 15,80% Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg Bei weiterer Beschäftigungszunahme stellt der Dienstleistungssektor schon seit langem den Großteil der Arbeitsplätze der Stadt. Daneben sind der Handel und das verarbeitende Gewerbe zu nahezu gleichem Anteil die zwei hauptsächlichen Wirtschaftssektoren in Freiburg. Die Sozial- und Erziehungsberufe machen in Freiburg einen beträchtlichen Anteil an der Gesamtheit der Dienstleistungsberufe aus, wie die folgende Tabelle verdeutlicht: 7 8 9 ebd. ebd. ebd. 18 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. Tab. 1.3.1: Berufssparte ‚Dienstleistungsberufe’ in Freiburg i. Br. in den Jahren 1999 bis 2006 nach Fachgruppen (Anzahl) Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg (selbst gewählter Auszug aus der dort abgebildeten Tabelle zum Gesamtarbeitsmarkt in Freiburg) Die Bildungs- und Berufskarrieren einer Stadt hängen eng mit der Bildungsinfrastruktur vor Ort zusammen. Diese ist in der Hochschulstadt Freiburg sehr gut entwickelt und weist stadtspezifische Tendenzen auf, die im folgenden Kapitel verdeutlicht werden sollen. 19 Bildung in Freiburg 2008 1.4 Bildungsinfrastruktur 1.4.1 Bildungseinrichtungen als Arbeitgeber Bildung ist ein wesentlicher Standortfaktor Freiburgs. Mit 94 allgemein bildenden öffentlichen und privaten Schulen10 sowie fünf Hochschulen11 stellt der Bildungsbereich zahlreiche Arbeitsplätze in Freiburg und in der ganzen Region, einschließlich angrenzender Landkreise. Bildungseinrichtungen beschäftigten... täglich rund 19.000 Menschen in der Region Freiburg, darunter: 3.000 Hochschullehrerinnen und -lehrer und Dozentinnen und Dozenten an den Hochschulen und am Universitätsklinikum 6.000 Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen allgemein bildenden Schulen (ohne berufliche Schulen) 10.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftige in den Bereichen Forschung und Entwicklung sowie Erziehung und Unterricht (ohne Beamte, Selbständige und freiberufliche Dozenten)12 In der Region Freiburg sind damit ca. 10% der Einwohner beruflich mit dem Thema Bildung beschäftigt. In der Stadt Freiburg waren im Schuljahr 2005/06 etwa 1.760 Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen allgemein bildenden Schulen angestellt. Die folgende Tabelle informiert über die Anzahl der Lehrkräfte sowie die Beschäftigungsstruktur der Lehrerinnen und Lehrer an öffentlichen Schulen im Schuljahr 2007/08. 10 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (Angaben zur Zahl der privaten Schulen/Schuljahr 06/07: 30 Schulen), Amt für Schule und Bildung/Stadt Freiburg (Angaben zur Zahl der öffentlichen Schulen/Schuljahr 06/07: 64 Schulen). 11 ohne Freie Hochschule Grafik/Design und Kunstschule. 12 Zitiert nach Dr. Michael Richter, Freiburg Wirtschaft Tourismus und Messe GmbH, Power Point Präsentation, 2008. 20 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. Tab. 1.4.1: Lehrkräfte und Beschäftigungsstruktur an öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Freiburg i. Br. im Schuljahr 2007/08 (Anzahl) Schulzweig Beschäftigungsart Vollzeit Teilzeit Sonstige Zusammen Vollzeit Teilzeit Sonstige Zusammen Vollzeit Teilzeit Sonstige Zusammen Vollzeit Teilzeit Sonstige Zusammen Vollzeit Teilzeit Sonstige Zusammen Vollzeit Teilzeit Sonstige Zusammen männlich 32 14 7 53 68 20 43 131 51 12 15 78 151 101 50 302 40 15 1 56 334 89 74 497 Lehrkräfte weiblich insgesamt 75 52 21 148 144 295 61 500 39 80 16 135 66 223 56 345 18 56 3 77 100 164 48 312 107 66 28 201 212 315 104 631 90 92 31 213 217 324 106 647 58 71 4 133 434 253 122 809 Sonderschule Grund- und Hauptschule Realschule Gymnasium Schule besonderer Art Berufliche Schulen Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2008, Referat 22 Darüber hinaus besuchten in Freiburg im Schuljahr 2006/07 rund 25.000 Schülerinnen und Schüler13 öffentliche und private Schulen und studierten mehr als 29.000 Studierende14 an den fünf Hochschulen der Stadt, viele davon in erziehungs- und sozialwissenschaftlichen und pädagogischen Bereichen. 13 14 Statistisches Landesamt Baden-Württemberg (Angaben zur Schülerzahl an privaten Schulen/Schuljahr 06/07: 4.777), Amt für Schule und Bildung/Stadt Freiburg (Angaben zur Schüler zahl an öffentlichen Schulen/Schuljahr 06/07: 20.157). Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, auf Grundlage der Gesamtstudierendenzahl der fünf Hochschulen im Wintersemester 2006/07. 21 Bildung in Freiburg 2008 1.4.2 Bildungsniveau in Freiburg In einem Städteranking untersuchte die Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft in Kooperation mit der Zeitschrift WirtschaftsWoche 50 deutsche Großstädte15. Dabei belegt Freiburg im Gesamtergebnis mit Platz 21 eine gute Position im Mittelfeld, welche die Entwicklungspotentiale der Stadt verdeutlicht. Dass Freiburg dabei auf einem guten Bildungsniveau als einen wesentlichen Standortfaktor aufbauen kann, zeigt ein im Städtevergleich überdurchschnittlicher Prozentanteil an Hochqualifizierten. 15,2% machen diese am Arbeitsort Freiburg aus, bei einem bundesdeutschen Mittelwert von 12,0%. Damit belegt Freiburg Rang 9 unter den 50 untersuchten Großstädten. 1.4.3 Kinderbetreuung Für die Kinder- und Jugendbetreuung im außerschulischen Bereich gibt das Sozial- und Jugendamt für 2008 folgende Anzahl der einzelnen Einrichtungen und ihrer Plätze für Kinder und Jugendliche an16: Tab. 1.4.3.1: Einrichtungen und Plätze für Kinder und Jugendliche in Freiburg i. Br. im Jahr 2008 (Anzahl) JugendbegegnungsKrippen/ Krabbelstuben 18 443 Plätze Kindergärten 117 7.079 Plätze Schülerhorte 16 652 Plätze Heilpädagogische Horte 4 183 Plätze stätten/ Jugendtreffs 27 --- Quelle: Sozial- und Jugendamt der Stadt Freiburg Die Anzahl an Kinderbetreuungsplätzen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen. So gab es 1999 beispielsweise 12 Kindergärten und 847 Kindergartenplätze weniger als im Jahr 2008. Bei den Krippen und Krabbelstuben ist die Anzahl der Einrichtungen währenddessen um 10 und damit die Zahl der Betreuungsplätze um 255 Plätze gestiegen.17 Zu den oben genannten Betreuungseinrichtungen kommen die Schulkindergärten hinzu. Im Schuljahr 2007/08 gab es 113 solcher Einrichtungen.18 Es ist wichtig, die Stadt Freiburg als lebenswerten, attraktiven Wohnort zu gestalten, der auch für Familien- und Kinderfreundlichkeit steht. Hierzu gehören vor allem auch flexible Betreuungsangebote. Nur so wird sich das Verhältnis zwischen Zu- und Abwanderung junger, gut qualifizierter Menschen und Familien langfristig zum Positiven der Stadt entwickeln. Die quantitativen und qualitativen Bildungsangebote spielen hierbei eine zentrale Rolle und sind insgesamt ein immer entscheidenderer wirtschaftlicher Standortfaktor. 15 16 17 18 WirtschaftsWoche Online: http://www.insm-wiwo-staedteranking.de/stadt_freiburg.html, 14.08.2008. ohne Waisenhäuser und Kinderheime. Die Vergleichszahlen von 1999 stammen aus dem Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg und basieren ebenfalls auf den Daten des Sozial- und Jugendamtes. Schulstatistik des Amts für Schule und Bildung der Stadt Freiburg, Stichtag 17.10.2007. 22 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. 1.4.4 Schulen Öffentliche und private allgemein bildende Schulen Im Schuljahr 2006/07 zählte Freiburg insgesamt 94 Schulen, davon 64 öffentliche und 30 private Einrichtungen. Im selben Jahr besuchten ca. 25.000 Schülerinnen und Schüler diese Schulen. Die Aufteilung der Schülerinnen und Schüler in den öffentlichen Einrichtungen im Schuljahr 2006/07 ist in der folgenden Tabelle dargestellt: Tab 1.4.4.1: Schülerinnen und Schüler an öffentlichen allgemein bildenden Schulen in Freiburg i.Br. im Schuljahr 2006/07 (Anzahl) Grundschulen Anzahl Schulen Anzahl Schüler 30 6.84919 Hauptschulen 10 1.593 Sonderschulen 8 803 Realschulen 6 2.742 Gymnasien 9 7.014 Gesamtschulen 1 1.242 Summe 64 20.157 Quelle: Schulstatistik des Amts für Schule und Bildung der Stadt Freiburg, Stichtag 17.10.2007 Die Anzahl der privaten Schulen und der Schülerinnen und Schüler ist in der folgenden Tabelle dargestellt. Tab 1.4.4.2: Schülerinnen und Schüler an privaten allgemein bildenden Schulen in Freiburg i. Br. im Schuljahr 2006/07 (Anzahl) Grundschulen Anzahl Schulen Anzahl Schüler 6 464 Hauptschulen 4 423 Sonderschulen 9 317 Realschulen 4 445 Gymnasien 4 1.685 Gesamtschulen 3 1.443 Summe 30 4.777 Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg Nach einem Anstieg der Schülerzahlen in den vergangenen Jahren werden nun langfristig sinkende Schülerzahlen für alle Schularten prognostiziert. Für die Realschulen und Gymnasien rechnet man für die nächsten Schuljahre jedoch mit einem leichten Anstieg20. So kalkuliert das Statistische Landesamt Baden-Württemberg beispielsweise mit folgenden Schülerzahlen im Vergleich der Schuljahre 2008/09 und 2015/16 für die Schularten Grund-, Haupt-, Realschule und Gymnasium der allgemein bildenden Schulen: 19 20 Einschließlich der Schülerzahl der Grundschulförderklassen. Struktur- und Regionaldatenbank des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, unter: http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/, 17.10.2008, Tabelle „Voraussichtliche Entwicklung der Schüler an allgemein bildenden Schulen bis zum Schuljahr 2015/2016 nach ausgewählten Schularten“ für den Stadtkreis Freiburg. 23 Bildung in Freiburg 2008 Tab 1.4.4.3: Schülerzahlen an allgemeinbildenden Schulen in Freiburg i. Br. für die Schuljahre 2008/09 und 2015/16 nach ausgewählten Schularten (Anzahl) Schuljahr 2008/09 2015/16 Grundschulen 6.875 5.875 Hauptschulen 1.890 1.715 Realschulen 3.280 3.220 Gymnasien 9.015 8.210 Summe 21.060 19.020 Quelle: Struktur- und Regionaldatenbank des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg, unter: http://www.statistik.baden-wuerttemberg.de/, 17.10.2008, Tabelle „Voraussichtliche Entwicklung der Schüler an allgemein bildenden Schulen bis zum Schuljahr 2015/2016 nach ausgewählten Schularten“ für den Stadtkreis Freiburg Am deutlichsten sinkt die Zahl der Grundschülerinnen und -schüler, was mit dem Rückgang der Geburtenraten zu erklären ist. Die Anzahl der Gymnasiasten sinkt im Vergleich zu jener an den Haupt- und Realschulen deutlich stärker. 1.4.5 Berufliche Schulen Wie in den folgenden Tabellen sichtbar wird, sind die Schüler- und Klassenzahlen im Vergleich der beiden Schuljahre 1999/00 und 2006/07 sowohl bei den privaten als auch bei den öffentlichen beruflichen Schulen Freiburgs gestiegen. Dies ist mit neu hinzu gekommenen Ausbildungsangeboten an den beruflichen Schulen zu erklären. Tab 1.4.5.1: Klassen- und Schüleranzahl an öffentlichen beruflichen Schulen in Freiburg i. Br. für die Schuljahre 1999/00 und 2006/07 (Anzahl) 1999/00 Klassen Schüler 599 12.991 2006/07 632 13.648 Quelle: Schulstatistik des Amts für Schule und Bildung der Stadt Freiburg, Stichtag 18.10.2000 bzw. 17.10.2007 Tab 1.4.5.2: Klassen- und Schüleranzahl an privaten beruflichen Schulen in Freiburg i. Br. für die Schuljahre 1999/00 und 2006/07 (Anzahl) 1999/00 Klassen Schüler 72 1.684 2006/07 104 2.453 Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg Im Schuljahr 2006/07 besuchten mehr als 16.000 Schülerinnen und Schüler eine der beruflichen Schulen Freiburgs. An den öffentlichen beruflichen Schulen befanden sich dabei im Schuljahr 2006/07 von den insgesamt 13.648 Schülerinnen und Schülern 8.866 Jugendliche in einer teilzeitschulischen Ausbildung (duales System) und 251 in einer berufsvorbereitenden Maßnahme.21 4.531 Schülerinnen und Schüler durchliefen eine vollzeitschulische Aus- 21 Schulstatistik des Amts für Schule und Bildung der Stadt Freiburg, Stichtag 17.10.2007. 24 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. bildung an einer der öffentlichen beruflichen Schulen Freiburgs.22 Der Anteil der Jugendlichen, die sich an öffentlichen beruflichen Schulen im dualen System befinden, ist seit 1999/00 von 8.718 bis 2006/07 auf 8.866 leicht gestiegen, ebenso wie der Anteil derer, die sich in einer berufsvorbereitenden Maßnahme befinden (1999/00 = 229 Jugendliche / 2006/07 = 251 Jugendliche). Deutlich mehr Schülerinnen und Schüler (487) absolvierten im Vergleich der beiden Schuljahre eine vollzeitschulische Ausbildung an einer der öffentlichen beruflichen Schulen Freiburgs (1999/00 = 4.044 / 2006/07 = 4.531).23 1.4.6 Studium und Weiterbildung Hochschulen Mehr als 29.000 Studierende zählte Freiburg im Wintersemester 2006/2007 an fünf Hochschulen.24 Insgesamt ist mit einer Zunahme der Studierendenzahlen bis zum Jahr 2013 zu rechnen, was in der Prognose des Statistischen Landesamtes Baden-Württemberg mit dem erstmaligen Zusammentreffen der Abgänger des alten 9-jährigen Gymnasiums mit denen des neuen 8-jährigen Gymnasiums im Jahr 2012 begründet wird. Für das Wintersemester 2006/2007 waren nach Berechnungen der Stadt gegenüber dem Wintersemester 1999/2000 20,6 % mehr Studierende an den Hochschulen eingetragen. Im Vergleich dieser beiden Semester sieht die Entwicklung für die einzelnen Hochschulen wie folgt aus: Tab 1.4.6.1: Studierendenzahl der fünf Hochschulen in Freiburg i. Br. in den Wintersemestern 1999/00 und 2006/07 (Anzahl) Ausbildungsstätte Universität Pädagogische Hochschule Hochschule für Musik Evangelische Fachhochschule Katholische Fachhochschule Insgesamt 1999/2000 18.507 3.867 538 517 996 24.425 2006/2007 22.100 4.871 536 734 1.210 29.451 Quelle: FRITZ (FReiburg Infos Tabellen Zahlen) Online-Statistik der Stadt Freiburg: http://fritz.freiburg.de/ scripts/fritz/fritz-view.exe?aw=Gesamtstadt%20Bildg.%20Hochschulen%20Wintersemester, 17.10.2008 Mit der Pädagogischen Hochschule, der Katholischen- und der Evangelischen Fachhochschule hat Freiburg drei Hochschulen, an denen pädagogische, sozial- und erziehungswissenschaftliche Berufsfelder gelehrt werden. Hinzu kommen die Studierenden der AlbertLudwigs-Universität, die das Gymnasiallehramt studieren oder das Fach Erziehungswissenschaften belegen. Das Angebot an ausgebildeten Studierenden im Bildungsbereich ist für die Größe der Stadt sehr groß. Hiermit wird deutlich, welches wissenschaftliche und berufspraktische Potential Freiburg im Bildungsbereich parat hält und welche Präsenz die vielfältigen Themen rund um Bildung und Erziehung in der Stadt haben. 22 23 24 ebd. ebd., Stichtag 18.10.2000 bzw. 17.10.2007. Stadt Freiburg, Stand Wintersemester 07/08, ohne Freie Hochschule Grafik/Design und Kunst schule. 25 Bildung in Freiburg 2008 Volkshochschule Die Volkshochschule Freiburg ist einer der größten regionalen Bildungsträger, rechtlich wie finanziell sowohl öffentlich als auch privatwirtschaftlich getragen. Die Volkshochschule bietet als Träger öffentlicher Weiterbildung ein umfassendes Weiterbildungsangebot in den Bereichen: • • • • • • Politik – Gesellschaft – Umwelt (Allgemeinbildung) Kultur und Gestalten Gesundheitsbildung Sprachen Berufliche Bildung Nachholen von Schulabschlüssen (Hauptschulabschluss, Abendrealschule, Abendgymnasium) Nach einem Rückgang der Kursbelegungen und Teilnahmerzahlen stiegen die Zahlen bis Ende 2007 deutlich an. 13.058 Menschen nahmen im Jahr 2007 eines der Angebote der Volkshochschule wahr. Mit 32.623 Teilnehmern ist dies ein neuer Teilnehmerrekord. Ca. 75% der Teilnehmerinnen und Teilnehmer kommen aus dem Stadtgebiet Freiburg, die übrigen aus benachbarten Landkreisen. Die Zahlen veranschaulichen die Bedeutung der Bildungsträger für die Region und das Interesse der Freiburger Bevölkerung an Bildung auch über standardisierte Bildungswege hinaus. Vor allem Frauen nutzen die Angebote der Volkshochschule. Das zeigt die folgende Grafik zur Verteilung der Kursbelegung in den einzelnen Fachbereichen nach Geschlechtern. Abb. 1.4.6.1: Kursbelegungen der Volkshochschule in den einzelnen Fachbereichen in Freiburg i. Br. im Wintersemester 2005/06 nach Geschlecht (in %) in % Kultur - Gestalten 85% 15% Gesundheit Politik - Gesellschaft Umwelt Sprachen 80% 20% 73% 27% 67% 33% Arbeit - Beruf Grundbildung Schulabschlüsse 68% 32% 48% 52% Frauen Männer Quelle: Volkshochschule Freiburg 26 Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg i.Br. Auch die Statistik zur Volkshochschulnutzung gibt einen Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Bildungsbiographien und sozialer Herkunft. In den traditionell bildungsgeprägten Stadtgebieten und in denen mit hoher Studierendenquote liegt die Teilnehmerrate an Volkshochschulkursen besonders hoch. Hierzu gehören die Stadtteile Wiehre, Herdern-Nord, AltStühlinger und St. Georgen-Süd mit dem neuen Stadtquartier Vauban. Tab. 1.4.6.2: Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Volkshochschule in Freiburg i. Br. im Wintersemester 2005 nach Stadtbezirken (Anzahl) Quelle: Statistischer Infodienst, Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg, Publikation „Wer besucht die Volkshochschule Freiburg – Eine statistische Auswertung der Kursbelegungen“, 2007 27 Bildung in Freiburg 2008 Deutlich wird auch, dass solche Weiterbildungsangebote für die junge Generation eine große Rolle spielen. Die Quote an Volkshochschulbesuchen ist in jenen Stadtbezirken besonders hoch, in denen viele 18- bis 35-Jährige Menschen leben.“ Die Teilnahme ausländischer Bürgerinnen und Bürgern hat seit der Einführung der Integrationskurse um fast 60% zugenommen (2004 = 1.951 Kursbelegungen, 2007 = 3.108 Kursbelegungen).25 25 Volkshochschule Freiburg. 28 Darstellung ausgewählter Indikatoren 2. Darstellung ausgewählter Indikatoren 2.1 Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung Frühkindliche Betreuung hat längst nicht mehr ausschließlich eine familienpolitische Funktion, um Berufstätigkeit und Kindererziehung von Eltern, insbesondere von Müttern, besser in Einklang zu bringen, sondern sie hat vor allem auch einen Bildungs- und Erziehungsauftrag zu leisten. Nicht zuletzt findet dies seinen Ausdruck in den vielfältigen Bemühungen, die pädagogische Arbeit in den Einrichtungen zu unterstützen, u. a. durch Qualifizierungs- und Weiterbildungsmaßnahmen des Personals in Kindertageseinrichtungen als auch durch die Erarbeitung von Rahmenplänen zur pädagogischen Arbeit mit Kindern, die noch nicht die Schule besuchen. Seit 2005 stellt der „Orientierungsplan für Bildung und Erziehung in Tageseinrichtungen für Kinder“ in Baden-Württemberg einen pädagogischen Rahmenplan dar, der wichtige Impulse für die pädagogische Arbeit mit Kindern im Alter von 3 Jahren bis zum Schuleintritt gibt. Darüber hinaus werden mit der Unterstützung der Landesregierung im Rahmen von Projekten, z. B. „Schulreifes Kind“ und „Bildungshaus 3 bis 10“ neue Konzepte der frühkindlichen Bildung erprobt26. Infrastruktur der frühkindlichen Bildung und Betreuung In Freiburg standen im Jahr 2007 insgesamt 166 Tageseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft für den Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung zur Verfügung. Dabei kommt vor allem den freien, nichtkonfessionellen Trägern eine hohe Bedeutung zu. Sie decken mit 80 Einrichtungen 48% des Angebots in der Stadt ab. 38% der Einrichtungen werden von konfessionellen Trägern geführt und rund 14% liegen in öffentlicher Verantwortung (vgl. Abb. 2.1.1, Tab. 2.1.1A). 26 Landesinstitut für Schulentwicklung, Bildung in Baden-Württemberg 2007, Stuttgart 2007, S. 41. 29 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 2.1.1: Tageseinrichtungen für Kinder in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Jahr 2007 nach Trägergruppen (in %) in % 50 40 30 20 10 0 Öffentliche Träger Freiburg i. Br. Nicht-konfessionelle Träger Konfessionelle Träger Baden-Württemberg Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Damit unterscheidet sich die Angebotsstruktur in Freiburg deutlich von der BadenWürttembergs insgesamt. In Baden-Württemberg dominieren die konfessionellen und öffentlichen Träger mit jeweils mehr als zwei Fünfteln das Gesamtangebot. Nicht-konfessionelle und konfessionelle Träger haben für Freiburg eine große Bedeutung für die Bereitstellung von frühkindlichen Betreuungs- und Bildungsangeboten. Im Vergleich zu Baden-Württemberg weisen in Freiburg die öffentlichen Tageseinrichtungen einen relativ geringen Anteil an den frühpädagogischen Trägern rauf. Zwischen 2006 und 2007 sind fünf neue Einrichtungen hinzugekommen, eine neue öffentliche Einrichtung und vier zusätzliche Einrichtungen bei den nicht-konfessionellen Trägern (vgl. Tab. 2.1.1A). Insbesondere konnte das Angebot bei den Kinderkrippen erweitert werden, hier stieg die Zahl von 15 auf 21 Einrichtungen. Bei den Kindergärten gab es im Zeitraum 2006 und 2007 einen Rückgang von 79 auf 76 Kindergärten. Auch die Zahl der Horte hat sich um drei reduziert von 17 auf nunmehr 14. Knapp 46% der Betreuungseinrichtungen für Kinder unter 6 Jahren sind Kindergärten. Krippen und Horte machen einen Anteil von 13 bzw. 8% aus (vgl. Tab. 2.1.6A). Die Größe der Einrichtungen variiert zwar zwischen max. 25 Kindern und mehr als 126 Kindern, jedoch überwiegen in Freiburg Einrichtungen, die höchstens 50 Kinder aufnehmen (vgl. Tab. 2.1.8A; Tab. 2.19A). Zwischen 1994 und 2006 ist die Anzahl der Kinderbetreuungseinrichtungen von 119 auf 161 angestiegen, die Zahl der Plätze von 6.851 auf 7.855 (vgl. Abb. 30 Darstellung ausgewählter Indikatoren 2.1.2, Tab. 2.1.2A). Allerdings zeigt sich zwischen 2002 und 2006 ein Rückgang an Plätzen für Kindergarten- und Hortkinder. Abb. 2.1.2: Verfügbare Plätze in Freiburg i. Br. in den Jahren 1994, 1998, 2002 und 2006 nach Art der Tageseinrichtung (Anzahl) 9.000 8.000 7.000 6.000 5.000 4.000 3.000 2.000 1.000 0 Insgesamt Plätze für Krippenkinder Plätze für Kindergartenkinder 31.12.2002 Plätze für Hortkinder 31.12.1994 31.12.1998 15.03.2006 Quelle: Statistische Landesämter: Tageseinrichtungen für Kinder 1994, 1998 und 2002 (Statistik-Regional, Genesis); Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Wie die Abbildung 2.1.2 zeigt, hat sich das Angebot vor allem im Bereich der Krippenplätze zwischen 1994 und 2006 deutlich verbessert. Im Jahr 2006 standen mit 1.106 Plätzen mehr als viermal so viele Plätze zur Verfügung als im Jahr 1994. Zwischen 1994 und 2006 wurde das Angebot an Kinderbetreuungseinrichtungen in Freiburg deutlich ausgebaut. Die Anzahl der Plätze hat sich um ca. 1.000 erhöht. Es wurden in diesem Zeitraum mehr Plätze für Krippenkinder geschafften, allerdings zeigt sich hier noch Ausbaubedarf. Tagespflege Die Tagespflege ist ein wichtiges Betreuungsangebot vor allem für jüngere Kinder. Nahmen im Jahr 2006 rund 3,8% der betreuten Kinder unter 3 Jahren dieses Angebot in Anspruch, so stieg der Anteil im Jahr 2007 auf 4,4%. Mit zunehmendem Alter der Kinder nimmt die Bedeutung der Kindertagespflege ab. Im Jahr 2006 wurden 1,8% der betreuten Kinder im Alter von 3 bis 5 Jahren in Tagespflege betreut, im Jahr 2007 sank dieser Anteil sogar auf 1,2%. Vergleicht man diese Angaben mit dem Durchschnitt in Baden-Württemberg, wird jedoch die 31 Bildung in Freiburg 2008 Bedeutung der Kindertagespflege für Freiburg deutlich: in Freiburg ist der Anteil der betreuten Kinder in Kindertagespflege mehr als doppelt so hoch als in Baden-Württemberg insgesamt. Offensichtlich hat die Kindertagespflege vor allem für die Betreuung der unter 3Jährigen eine wichtige ergänzende oder auch alternative Funktion (vgl. Tab. 3.1.3A). Die Tagespflege stellt ein wichtiges ergänzendes Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren. Insgesamt wurden im Jahr 2007 261 Kinder unter 3 Jahren durch Tagespflegepersonen betreut; dies sind 41 Kinder dieser Altersgruppe mehr als im Jahr zuvor. Bildungsbeteiligung nach Altersgruppen In Freiburg i. Br. wurde bei den 5-Jährigen eine nahezu flächendeckende Bildungsbeteiligung erreicht (vgl. Abb. 2.1.3; Tab. 2.1.3A). Zwischen 2006 und 2007 konnte diese Quote um ca. 4 Prozentpunkte von 95 auf 99% gesteigert werden und liegt damit über der Landesquote. Im letzten Kindergartenjahr vor der Einschulung befanden sich damit so gut wie alle Kinder in frühpädagogischer Bildung und Betreuung. Auch bei den 3-Jährigen liegt die Quote mit ca. 92% im Landesvergleich überdurchschnittlich hoch. Allerdings darf diese hohe Quote der Versorgung nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Angebote in den einzelnen Planungsbezirken und Stadtteilen durchaus unterschiedlich darstellen. So zeigt die Erhebung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. aus dem Jahr 2007, dass eine Reihe von Planungsbezirken eine über 100prozentige Versorgungsquote erreichen, während einzelne Planungsbezirke für die Gruppe der 3- bis unter 7-Jährigen lediglich eine Quote zwischen knapp 80 und 90% aufweisen (vgl. Tab. 2.1.10A). Wird die Versorgung nach Stadtteilen betrachtet, so ändert sich das Bild nochmals gravierend: Stadtbezirken mit einer überdurchschnittlich hohen Versorgungsquote von über 150% (z. B. Stühlinger-Eschholz, Haslach-Gartenstadt, Mooswald-Ost und Günterstal) stehen Stadtbezirke mit sehr niedrigen Versorgungsquoten gegenüber (z. B. Mooswald-West, Haslach-Egerten, Stühlinger-Beurbarung; vgl. Tab. 2.1.11A). Allerdings bedeutet dies nicht, dass jene Stadtteile mit sehr hohen, weit über dem Bedarf liegenden Versorgungsquoten nicht ausgelastete Kindergartenplätze hätten, sondern diese werden von Familien aus anderen Stadtteilen und Gebieten mit ungünstiger Versorgungslage in Anspruch genommen. 32 Darstellung ausgewählter Indikatoren Abb. 2.1.3: Bildungsbeteiligung von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Jahr 2007 nach Altersjahrgängen (in %) in % 100 80 60 40 20 Jahre unter 3 3 bis 5 unter 1 Freiburg i. Br. 0 1 2 3 4 5 6 Baden-Württemberg Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Mit 5 Jahren besuchen nahezu alle Kinder in Freiburg i. Br. eine Kindertageseinrichtung. Das 3. Lebensjahr wird zum Regelbeginn des Kindergartenbesuchs. Im Vergleich zu BadenWürttemberg wird in Freiburg ein höherer Anteil an Kindern unter 3 Jahren von Betreuungsangeboten erreicht. Erfreulich ist auch die Entwicklung der Betreuungsangebote bei den unter 3-Jährigen. Mit rund einem Viertel aller Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen oder in Kindertagespflege betreut werden, liegt der Anteil deutlich über der durchschnittlichen Beteiligungsquote Westdeutschlands (ca. 8%27). Auch im Vergleich zu Baden-Württemberg werden in Freiburg i. Br. deutlich mehr Kinder mit Betreuungsangeboten erreicht. Ab einem Alter von 3 Jahren befinden sich nahezu alle Kinder in vorschulischen Bildungs- und Betreuungsangeboten. In der Bedarfsabschätzung des Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) in Frankfurt a. M. (2007) wurde auf der Grundlage einer Bedarfserhebung empfohlen, den Ausbau der Betreuungskapazitäten für die unter 3-Jährigen weiter voranzubringen. Die dortigen Analysen ergaben einen Betreuungsbedarf von rund 39%28. Durch einen zügigen Ausbau von Betreuungskapazitäten für die unter 3-jährigen Kinder könnten einerseits familienpolitische Zielsetzungen der besseren Vereinbarkeit von Kindern und Beruf stärker umgesetzt werden und andererseits Ziele der Integration, vor allem von Kindern mit Migrationshintergrund und deren frühzeitige Förderung in der Verkehrsprache, weiter vorangebracht werden. Während die unter 1-Jährigen überwiegend halbtags betreut werden (ca. 43%) und nur zu einem geringen Anteil ganztags (18%), nehmen mehr als die Hälfte der 3-Jährigen einen 27 28 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008, Bielefeld 2008, S. 50. ISS, 2007, S. 108. 33 Bildung in Freiburg 2008 Teilzeitplatz von 5 bis 7 Stunden täglicher Betreuungszeit in Anspruch. Auch bei den 5Jährigen dominiert die Teilzeitbetreuung, ca. ein Viertel der Kinder dieser Altersgruppe besucht die Kindertageseinrichtung ganztags (vgl. Abb. 2.1.4; Tab.2.1.4A). Abb. 2.1.4: Kinder, die noch nicht die Schule besuchen, in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Jahr 2007 nach Altersgruppen und Betreuungszeit (in %) in % 60 50 40 30 20 10 0 Freiburg i.Br. unter 3 Jahre Baden-Württemberg Freiburg i.Br. 3 Jahre bis Schuleintritt Baden-Württemberg bis 5 Stunden mehr als 7 Stunden mehr als 5 bis zu 7 Stunden vor- und nachmittags ohne Mittagsbetreuung Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Bei der Nutzung von Kinderbetreuungseinrichtungen dominiert in Freiburg i. Br. sowohl bei den unter 3-Jährigen als auch in der Gruppe der 3-Jährigen bis zum Schuleintritt die Teilzeitbetreuung mit einem Umfang von 5 bis zu 7 Stunden. Bildungsbeteiligung von Kindern mit Behinderungen Für Kinder mit Behinderungen zeichnete sich innerhalb der letzten Dekade eine Verschiebung in der Betreuung ab, weg von den Sondereinrichtungen hin zur integrierten Betreuung. Dabei stehen im Rahmen der Eingliederungshilfe zusätzlich finanzierte Angebote zur Verfügung. Mit dem Alter steigt die Zahl der betreuten Kinder mit spezifischem Förderbedarf an. Waren 2006 bei den unter 3-Jährigen nur 9 Kinder mit Eingliederungshilfen in frühkindlicher 34 Darstellung ausgewählter Indikatoren Betreuung, hat sich deren Zahl mit 22 Kindern im Jahr 2007 mehr als verdoppelt und macht einen Anteil von knapp 2% in dieser Altersgruppe aus. In der Gruppe der 3-Jährigen bis zum Schuleintritt wiesen im Jahr 2006 141 einen erhöhten Förderbedarf auf, im Jahr 2007 waren dies 149. Anteilig entspricht dies einer Erhöhung von 0,2 Prozentpunkten auf 2,5% (vgl. Tab. 2.1.12A). Der Anteil an Kindern, für die Eingliederungshilfen gewährt werden, liegt in Freiburg bei den über 3-Jährigen bis zum Schuleintritt über der Landesquote von 1,5%. Eingliederungshilfen werden überwiegend für Kinder im typischen Kindergartenalter gewährt (vgl. Tab. 2.1.13A). Diese auch in Freiburg deutlich erkennbare Tendenz stimmt mit der bundesweiten Entwicklung29 sowie dem Landestrend überein. Bildungsbeteiligung von Kindern mit Migrationshintergrund In der Kinder- und Jugendhilfestatistik, die den Analysen in diesem Kapitel überwiegend zugrunde gelegt wurde, wird der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund über zwei Merkmale erfasst: zum einen wird erhoben, ob mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde, zum anderen wird erfasst, ob im Elternhaus überwiegend eine nicht deutsche Familiensprache gesprochen wird. Damit können die Angaben zum Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund von anderen Kapiteln in diesem Bericht abweichen, da unterschiedliche Datengrundlagen und damit verschiedene Möglichkeiten der Erfassung des Migrationshintergrunds zugrunde liegen. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund lag in Freiburg für das Jahr 2007 – nach Angaben der Kinder- und Jugendhilfestatistik – unter den 3-Jährigen bis zum Schuleintritt bei ca. 36% und damit höher als die Beteiligungsquote für BadenWürttemberg. Diese Angaben beziehen sich auf Kinder, von denen mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde. In der Altersgruppe der unter 3-Jährigen liegt der Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund bei rund 25%, der Landesdurchschnitt liegt in dieser Altersgruppe mit knapp 26% geringfügig höher (vgl. Abb. 2.1.5, Tab. 2.1.5A). Legt man nun die in der Familie gesprochene Sprache als Differenzierungsmerkmal zugrunde, so zeigt sich für Freiburg, dass zu einem nicht unbeträchtlichen Anteil in Familien mit mindestens einem im Ausland geborenen Elternteil überwiegend deutsch gesprochen wird. Eine nicht deutsche Familiensprache ist bei lediglich ca. 11% der unter 3-Jährigen und bei rund 21% in der Gruppe der 3-Jährigen bis Schuleintritt anzutreffen (vgl. Abb. 2.1.5, Tab. 2.1.5A). 29 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008, Bielefeld 2008, S. 52. 35 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 2.1.5: Kinder in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i. Br. sowie Baden-Württemberg für das Jahr 2007 nach Herkunft der Eltern und Familiensprache (in %) in % 40 30 20 10 0 Freiburg i. Br. Baden-Württemberg Freiburg i. Br. Baden-Württemberg mind. 1 Elternteil im Ausland geboren vorrangig gesprochene Sprache nichtdeutsch unter 3 Jahre 3 Jahre bis Schuleintritt Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Die Anteile an Kindern und Familien mit Migrationshintergrund fallen in den einzelnen Planungsbezirken höchst unterschiedlich aus. Die höchsten Quoten finden sich in den Planungsbezirken 4 (Weingarten und Haslach-Haid) mit 53,6 Prozent und 9 (Brühl und Stühlinger-Beurbarung) mit 52,2 Prozent30. Dies sind auch diejenigen Planungsbezirke, die die geringsten Versorgungsquoten aufweisen (vgl. Tab. 2.1.10A). Mehr als die Hälfte der Familien, in denen beide Elternteile einen Migrationshintergrund aufweisen, wünschen sich eine Förderung beim Spracherwerb und 30 Prozent eine allgemeine Sprachförderung für ihr Kind. In noch stärkerem Maße wünschen sich Familien, in denen eine andere als die deutsche Sprache gesprochen wird, eine Förderung beim Spracherwerb31. Hier könnten durch die Schaffung entsprechender Bildungs- und Betreuungsangebote an diese Familien die Integrationsleistungen verstärkt werden. In Freiburg i.Br. wird ein höherer Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund von frühpädagogischen Angeboten erreicht als in Baden-Württemberg insgesamt. Jedoch liegen nach Planungsbezirken erkennbare Segregationstendenzen vor; darüber hinaus weisen Planungsbezirke mit hohem Migrationsanteil weisen die niedrigsten Versorgungsquoten auf. Dabei wünscht sich mehr als die Hälfte der Eltern mit Migrationshintergrund eine Förderung beim Spracherwerb ihrer Kinder; dies trifft noch stärker auf Familien zu, in denen eine nichtdeutsche Sprache gesprochen wird. 30 31 ISS, 2007, S. 58. Ebd. 36 Darstellung ausgewählter Indikatoren Zur Professionalisierung des pädagogischen Personals in Kinderbetreuungseinrichtungen Die Qualifikation des pädagogischen Personals hat einen entscheidenden Einfluss auf die Bildungsangebote im Rahmen der frühkindlichen Betreuung. In Freiburg i. Br. sind insgesamt 1.432 Personen in den Kindertageseinrichtungen tätig. Davon haben rund drei Viertel einen fachpädagogischen Berufsausbildungsabschluss. Ca. 44% der Beschäftigten sind in Vollzeit beschäftigt, mehr als die Hälfte der in den Einrichtungen tätigen Personen übt eine Teilzeitbeschäftigung aus (vgl. Tab. 2.1.14A). Rund drei Viertel der in Tageseinrichtungen Beschäftigten haben einen fachpädagogischen Berufsabschluss. Mehr als die Hälfte der Beschäftigten sind teilzeitbeschäftigt. Leider lässt die verfügbare Statistik für die Stadt keine detaillierte Aufstellung der Teilzeitbeschäftigung nach Wochenarbeitszeiten zu. Bundesweit wird eine Zunahme der Teilzeitbeschäftigung im Umfang von weniger als 20 Wochenstunden beobachtet. Dies ist nicht ganz unproblematisch, da Teilzeitbeschäftigte weniger Gelegenheit haben, sich nachhaltig für die Qualitätsentwicklung in den Einrichtungen zu engagieren und eine hohe Identifikation mit der jeweiligen Einrichtung zu entwickeln. Offen muss freilich bleiben, ob die beobachtete bundesweite Zunahme an Teilzeitbeschäftigung unter 20 Wochenstunden entsprechenden Wünschen der Betroffenen folgt, oder ob dies stärker aus einer Kostenabrechnung nach aktueller Belegungssituation in den Kindertageseinrichtungen resultiert. Auch stehen keine in Indikatoren abbildbaren Daten zur Professionalisierung des pädagogischen Personals zur Verfügung. Laut Auskunft des Sozial- und Jugendamtes der Stadt Freiburg i. Br. nehmen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter öffentlicher Kindertageseinrichtungen jährlich an mindestens zwei Fortbildungstagen und einer Fachtagung teil. Darüber hinaus stehen Fachberaterinnenressourcen für die Einrichtungen in öffentlicher Trägerschaft zur Verfügung. 2.2 Übergänge in die Schule Zur Bedeutung frühkindlicher Bildung und Betreuung für den Übergang in die Schule In den letzten Jahren wurde sehr intensiv geforscht und diskutiert über die Effekte des Besuchs vorschulischer Einrichtungen auf die Lernbiografien und die Kompetenzentwicklung der Kinder, vor allem im Bereich der Lese- und Sprachkompetenz. Die internationale Schulleistungsstudie am Ende der Grundschulzeit PILRS/IGLU 2001 und die Folgestudie 2006 zeigten, dass sich in vielen Ländern positive Effekte des Kindergartenbesuchs auf die Kompetenzentwicklung, aber auch auf die sozial-emotionale Entwicklung nachweisen lassen. Vorschulische Bildungsarbeit, frühzeitige Sprachförderung und vor allem auch die Sensibilisierung und Weiterbildung von Erzieherinnen zur Diagnostik von Sprachproblemen im Rahmen der frühkindlichen Bildung und Betreuung sollen einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Sprachentwicklung leisten. Derzeit ist es allerdings nicht möglich, den Beitrag institutionalisierter frühkindlicher Bildungs- und Betreuungsangebote empirisch genauer zu bestimmen. In nahezu allen Bundesländern gibt es umfassende Angebote zur Sprachdiagnostik, im überwiegenden Teil der Länder werden landesweit einheitliche Verfahren zur Sprachstandserhebung empfohlen bzw. verpflichtend durchgeführt. In Baden-Württemberg wird im Alter zwischen 4-5 Jahren das Heidelberger Auditive Screening in der Einschulungsuntersuchung (HASE) und der Sprachentwicklungstest für drei- bis fünfjährige Kinder (SETK 3-5) einge37 Bildung in Freiburg 2008 setzt32. Leider stehen keine übergreifenden Statistiken für die Land- und Stadtkreise zur Auswertung dieser Ergebnisse zur Verfügung. Vorzeitige und verspätete Einschulung Über einen langen Zeitraum dominierte die Zahl der verspäteten Einschulungen die Anzahl der Kinder, die vorzeitig in die Schule aufgenommen wurden. Dies mag zum einen in der Perspektive der Feststellung von Schulreife oder Schulfähigkeit, die stärker an möglichen Defiziten als an Potenzialen interessiert war, aber auch in den Haltungen und Befürchtungen von Eltern begründet liegen. Spätestens seit Bekanntwerden der ersten PISA-Ergebnisse im Jahr 2000 zeichnet sich eine Trendwende ab: Einerseits sind Eltern und Erziehungsverantwortliche sensibilisiert, den Kindern möglichst frühzeitig eine optimale Bildung und Förderung zukommen zu lassen, andererseits wird in der Bildungspolitik zusehends dem Trend verspäteter Einstellungen und Rückstellungen entgegengewirkt. Nicht zuletzt geschieht dies, um den im internationalen Vergleich relativ späten Eintritt von hiesigen Jugendlichen in das Erwerbsleben abzusenken, aber auch um das Lernpotenzial in frühen Lebensphasen optimal zu nutzen. So wurde in einer Reihe von Bundesländern das Einschulungsalter abgesenkt. Während beispielsweise Berlin und Brandenburg den Stichtag vom 30.06. (vollendetes 6. Lebensjahr des Kindes) auf den 3.12. (Berlin) bzw. 30.09. (Brandenburg) ab dem Jahr 2005 veränderten, erfolgte die Absenkung des Einschulungsalters in Baden-Württemberg wie auch in einigen anderen Ländern durch sukzessive Anpassungen. Im Jahr 2005 wich auch Baden-Württemberg von dem bis dahin geltenden einheitlichen Stichtag 30.06. ab und legte den neuen Stichtag auf den 31.07. In den Jahren 2006 und 2007 erfolgte wiederum jeweils eine Absenkung des Einschulungsalters um jeweils einen Monat, so dass seit 2007 der 30.09. als Stichtag gilt. D.h. alle Kinder, die bis zum 30.09. eines Jahres das 6. Lebensjahr vollendet haben, werden regulär schulpflichtig. Darüber hinaus kann ein Kind auch dann die Schule besuchen, wenn der Zeitpunkt der Vollendung des 6. Lebensjahrs zwischen dem 1.10. desselben Jahres und dem 30.06. des Folgejahres liegt. Hier ist also ein sehr weiter Korridor für vorzeitige Einschulungen gegeben. Wie Abbildung 2.2.1 zeigt, ist zwischen den Jahren 2000 und 2004 der Anteil der vorzeitig eingeschulten Kinder von 11% auf 16% stetig angestiegen. Seit dem Jahr 2005 ist allerdings mit der beginnenden Absenkung des Einschulungsalters eine rückläufige Tendenz auszumachen: der Anteil der vorzeitig eingeschulten Kinder sank zwischen 2005 und 2007 kontinuierlich von 13 auf 6%. Im Gegenzug stieg in diesem Zweijahreszeitraum der Anteil verspätet eingeschulter Kinder (dies sind zurückgestellte Kinder oder Kinder, deren Einschulung nachträglich wieder aufgehoben wird) von knapp 6 auf 10%. Ebenso nahmen die Zurückstellungen zwischen 2004 und 2006 zu, zwischen 2006 und 2007 zeigt sich eine leichte Abnahme der Zurückstellungen (vgl. Abb. 2.2.1, Tab. 2.2.1A). 32 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008, Bielefeld 2008, S. 58. 38 Darstellung ausgewählter Indikatoren Abb. 2.2.1: Vorzeitig und verspätet eingeschulte sowie zurückgestellte Kinder in Freiburg i. Br. in den Jahren 2000 bis 2007 (in %) in % Einschulungsstichtag 18 30.06. 30.06. 30.06. 30.06. 30.06. 31.07. 31.08. 30.09. 16 14 12 10 8 6 4 2 0 2000/01 (N=1.641) 2001/02 (N=1.584) 2002/03 (N=1.582) 2003/04 (N=1.808) 2004/05 (N=1.772) 2005/06 (N=1.846) 2006/07 (N=1.800) 2007/08 (N=1.710) vorzeitig eingeschult verspätet eingeschult zurückgestellt Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen Für Freiburg zeigt sich zwischen 2000 und 2004 ein ungebrochener Trend zur vorzeitigen Einschulung. Mit Absenkung des Einschulungsalters ab Jahr 2005 sinkt der Anteil vorzeitig eingeschulter Kinder. Für Freiburg zeigen sich damit ganz ähnliche Trends wie in Baden-Württemberg insgesamt; allerdings auf unterschiedlichem Niveau (vgl. Abb. 2.2.2; Tab. 2.2.1A und Tab. 2.2.2A). Im betrachteten Zeitraum lag der Anteil an vorzeitig eingeschulten Kindern in Freiburg durchgängig höher als in Baden-Württemberg insgesamt, was mit dem spezifischen Bildungsstand der Bevölkerung in Freiburg in Zusammenhang stehen dürfte. Beispielsweise stieg in BadenWürttemberg der Anteil an vorzeitigen Einschulungen zwischen den Jahren 2000 und 2004 von 8,3 auf 11,9%, während in Freiburg dieser von 10,5 auf 15,7% stieg. Bei den verspäteten Einschulungen sind die Anteilsunterschiede deutlich geringer: Der Anteil an verspätet eingeschulten Kindern belief sich im Zeitraum 2000 bis 2007 für Baden-Württemberg zwischen 5,8 und 7,8%, in Freiburg zwischen 5,2 und 9,7%. Auffällig ist der, im Vergleich zu Baden-Württemberg, deutliche Anstieg an verspäteten Einschulungen mit der Absenkung des Einschulungsalters zwischen 2005 und 2007. Leider liegen hierzu keine differenzierten Informationen zu den Merkmalen der Kinder und den Hintergründen verspäteter Einschulungen vor, die diesen Sachverhalt genauer aufklären könnten. Auffällig bleibt auch die deutliche Zunahme der verspäteten Einschulungen zwischen 2002 und 2003 in Freiburg. 39 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 2.2.2: Vorzeitig und verspätet eingeschulte Kinder in Freiburg i. Br. und in Baden-Württemberg in den Schuljahren 2000/01 bis 2007/08 (in %) in % Einschulungsstichtag 18 30.06. 30.06. 30.06. 30.06. 30.06. 31.07. 31.08. 30.09. 16 14 12 10 8 6 4 2 0 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 vorzeitig eingeschult Freiburg i.Br. verspätet eingeschult Freiburg i.Br. vorzeitig eingeschult BW verspätet eingeschult BW Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen Freiburg weist einen höheren Anteil früh eingeschulter Kinder auf als Baden-Württemberg. Der Anteil verspätet Eingeschulter lag in Freiburg etwa gleichauf mit Baden-Württemberg insgesamt, 2006 und 2007 weist Freiburg einen leicht höheren Anteil an Rückstellungen auf als Baden-Württemberg. Deutliche Unterschiede zwischen vorzeitig und verspätet eingeschulten Kindern zeigen sich nach Geschlecht. Während die Anteile vorzeitig eingeschulter Mädchen in Freiburg zwischen 11,4% im Jahr 2000 und 7,3% im Jahr 2007 lagen, wurden lediglich 9,6% bzw. 5,5% der Jungen in diesen beiden betrachteten Jahren vorzeitig eingeschult. Hingegen lag der Anteil an Rückstellungen von männlichen Schulpflichtigen um 2 bis 3 Prozentpunkte höher als bei den Mädchen (vgl. Abb. 2.2.3; Tab. 2.2.1A). Für beide Geschlechter zeigt sich der insgesamt für Baden-Württemberg festgestellte Trend einer Abnahme der vorzeitigen Einschulungen mit der Absenkung des Einschulungsalters ab dem Jahr 2005. Im Jahr 2007 wurden erstmals mehr Mädchen zurückgestellt als vorzeitig eingeschult; in allen anderen Jahren des betrachteten Zeitraums lag der Anteil vorzeitig eingeschulter Mädchen über dem der verspätet eingeschulten Mädchen. 40 Darstellung ausgewählter Indikatoren Abb. 2.2.3: Vorzeitig und verspätet eingeschulte Kinder in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2000/01 bis 2007/08 nach Geschlecht (in %) in % 20 18 16 14 12 10 8 6 4 2 0 Einschulungsstichtag 30.06. 30.06. 30.06. 30.06. 30.06. 31.07. 31.08. 30.09. 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 vorzeitig eingeschult Mädchen verspätet eingeschult Mädchen vorzeitig eingeschult Jungen verspätet eingeschult Jungen Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen Mädchen werden häufiger vorzeitig und seltener verspätet eingeschult als Jungen. Ab 2005 erfolgte eine Annäherung der Anteile vorzeitig eingeschulter Jungen und Mädchen. Anteil ausländischer Schulanfänger und Schulanfängerinnen In Freiburg ist der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse zwischen 2001 und 2007 kontinuierlich gesunken, beinahe parallel zur Entwicklung in BadenWürttemberg insgesamt. Freiburg weist einen höheren Anteil an ausländischen Schulanfängerinnen und Schulanfänger auf als Baden-Württemberg insgesamt; dieser liegt um etwa 3 Prozentpunkte höher als im Bundesland insgesamt und etwa gleichauf mit der Universitätsstadt Heidelberg (Stadtkreis); Tübingen (Landkreis) weist hingegen einen noch unter dem Landesschnitt liegenden Anteil auf33. Der Anteil ausländischer Kinder betrug in Freiburg in der ersten Klassenstufe im Jahr 2001 rund 18%, im Jahr 2007 lag dieser bei ca. 11% (vgl. Abb. 2.2.4; Tab. 2.2.4A). Die Erfassung des Migrationshintergrunds über den Ausländerstatus, wie dies in der Schulstatistik erfolgt, zeigt allerdings das Ausmaß der Migration nur unvollständig auf. Vergleicht man den Anteil der Kinder im Alter von 5 Jahren in den Kindergärten im Jahr 2006, so zeigt sich dort ein Migrationsanteil von ca. 35,5% (erhoben über die ausländische Herkunft mindestens eines Elternteils) (vgl. Abschnitt 2.1). 33 Landesinstitut für Schulentwicklung, Bildung in Baden-Württemberg 2007, Stuttgart 2007, S. 55. 41 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 2.2.4: Ausländische Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse in Freiburg i. Br. und BadenWürttemberg in den Jahren 2001 bis 2007 (in %) in % 20 16 12 8 4 0 2001 2002 Freiburg i. Br. 2003 2004 2005 2006 2007 Baden-Württemberg Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen Der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler liegt in Freiburg i. Br. leicht über dem Landesanteil und etwa gleichauf mit dem Anteil ausländischer Kinder in Heidelberg. Öffentliche und private Grundschulen Für die Berichterstattung standen leider keine differenzierten Zahlen zu den Schülerinnen und Schülern an privaten und öffentlichen Grundschulen nach Klassenstufen sowie in Zeitreihe zur Verfügung. Für das Schuljahr 2006/07 sind jedoch im Bildungsbericht BadenWürttemberg die Anteile an Grundschülerinnen und -schülern in öffentlichen und privaten Einrichtungen nach Stadt- und Landkreisen ausgewiesen. Dabei zeigt sich, dass in Freiburg i. Br. im Unterschied zu Baden-Württemberg insgesamt ein relativ hoher Anteil an Grundschülerinnen und -schülern private Einrichtungen besucht. Lag im Schuljahr 2006/07 der Anteil privater Grundschüler im Land bei ca. 2% (mit einem wachsenden Anteil seit 1990), so betrug dieser in Freiburg i. Br. mit 6% das Dreifache. Der Anteil an Schülerinnen und Schülern in privaten Grundschulen lag in Freiburg i. Br. mit 6% im Schuljahr 2006/07 rund dreimal so hoch wie in Baden-Württemberg insgesamt. Im Vergleich zu Heidelberg (4%) betrug dieser Anteil etwa das Doppelte. 42 Darstellung ausgewählter Indikatoren Schülerinnen und Schüler der ersten Klasse an Sonderschulen Sonderschulen dienen der Erziehung, Bildung und Ausbildung von behinderten Schülerinnen und Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die an allgemeinen Schulen nicht adäquat gefördert werden können34. Zu den Sonderschulen gehören Einrichtungen, die auf spezifische Behinderungsarten spezialisiert sind (z. B. Sonderschulen für Blinde oder für Gehörgeschädigte), aber auch z. B. Förderschulen und Schulen für Erziehungshilfe. Die Förderschulen sind dabei der größte Schultyp35. In Freiburg i. Br. liegt der Anteil an Schülerinnen und Schülern der ersten Klasse, der in Sonderschulen unterrichtet wird, mit Ausnahme von 2001 mehr als doppelt so hoch wie in Baden-Württemberg insgesamt. Die höchsten Anteile sind für Freiburg i. Br. in den Jahren 2006 und 2007 zu verzeichnen (vgl. Abb. 2.2.5; Tab. 2.2.5A). Abb. 2.2.5: Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse in Sonderschulen in Freiburg i. Br. und BadenWürttemberg in den Jahren 2001 bis 2007 (in %) in % 6 5 4 3 2 1 0 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 Freiburg i. Br. Baden-Württemberg Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2001 bis 2007, eigene Berechnungen Ganztagsangebote in den Grundschulen Der Auf- und Ausbau von Ganztagsangeboten in den Schulen stellt ein Kernstück gegenwärtiger Reformmaßnahmen in der Bildungs- und Familienpolitik dar. Zum einen sollen über Ganztagsangebote eine bessere Vereinbarkeit von Berufstätigkeit und Familienaufgaben erreicht werden und zum anderen sollen über ganztägige Angebote Kindern zusätzliche Chancen sozialer und kultureller Teilhabe, aber auch individueller Förderung unterbreitet werden. 34 35 Schulgesetz Baden-Württemberg in der Fassung vom 1. August 1983. Landesinstitut für Schulentwicklung, Bildung in Baden-Württemberg 2007, Stuttgart 2007, S. 90. 43 Bildung in Freiburg 2008 In den letzten Jahren ist vor allem im Bereich der Grundschulen das Ganztagsangebot bundesweit erheblich ausgebaut worden. Nahmen im Jahr 2002 nur 4,2% der Grundschüler an einem Ganztagsangebot teil, so waren dies im Jahr 2006 bereits 12,7% aller Grundschüler. Allerdings verlief dieser Ausbau in den einzelnen Bundesländern sehr unterschiedlich. So gehören Niedersachsen, Bayern, Mecklenburg-Vorpommern und Baden-Württemberg zu jenen Ländern, in denen lediglich 2 bis 3% der Schüler der Primarstufe im Jahr 2006 an einem Ganztagsangebot partizipieren konnten36. Hier liegen gerade für Baden-Württemberg noch bedeutsame Chancen eine wirksame Förderung der Schülerinnen und Schüler zu erreichen, insbesondere durch Integration von Kindern aus bildungsferneren Schichten in ganztätige Angebote. Für Freiburg stellt sich hier die Situation deutlich günstiger dar als dies für Baden-Württemberg insgesamt gilt. Während in Baden-Württemberg in der Gruppe der 6- bis 10-Jährigen lediglich 3,7% (2006) bzw. 3,9% (2007) der Kinder, die bereits die Schule besuchen, Betreuungsangebote im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe (Hortangebote) in Anspruch nahmen, liegt dieser Anteil in Freiburg um mehr als ein Dreifaches höher. Im Jahr 2006 wurden 12,6% und 2007 knapp 13% der 6- bis 10-Jährigen, die eine Schule besuchen, im Rahmen von Hortangeboten in der Stadt betreut. Dies sind 954 bzw. 981 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 10 Jahren (vgl. Tab. 2.2.6A). In Freiburg i. Br. gibt es – neben den Hortangeboten - zwei Ganztagsschulen, die AlbertSchweitzer-Schule I mit 201 Schülerinnen und Schülern und die Vigeliusschule I mit 260 Schülerinnen und Schülern im Schuljahr 2006/2007 (Stichtag 17.10.2007). 2.3 Übergänge und Wechsel an Freiburger Schulen Der Übergang vom Primarbereich auf eine weiterführende Schule stellt eine Herausforderung für alle Beteiligten dar. Der Entscheidung für eine der Schularten kommt trotz aller späteren Durchlässigkeit im Bildungssystem eine große Bedeutung für die Bildungswege und beruflichen Entwicklungsmöglichkeiten zu. Die Kultusministerkonferenz führt dazu aus, dass der Übergang von Klasse 4 von so weitragender Bedeutung sei, „dass er mit aller Behutsamkeit und Sorgfalt vorbereitet und vollzogen werden muss“.37 Weiterhin wird die Einbeziehung des Elternwunsches als zentraler Aspekt dieser Entscheidung betrachtet. Lehrerinnen und Lehrer müssen gemeinsam mit den Eltern darauf achten, dass soziale Aspekte, bzw. Aspekte der möglichen Förderung im familiären Umfeld für die Wahl der weiterführenden Schulart nicht ausschlaggebend sein dürfen. Die Studien PISA und IGLU bestätigen dies.38 36 37 38 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008, Bielefeld 2008, S. 260. Informationsunterlage des Sekretariats der Kultusministerkonferenz, März 2006, S. 5. So weist der Bildungsbericht 2006 in diesem Zusammenhang unter Bezugnahme auf die Studien PISA und IGLU darauf hin, „dass Kinder unterer Sozialgruppen auch bei gleicher Schulleistung bei der Übergangsentscheidung benachteiligt sind.“ 44 Darstellung ausgewählter Indikatoren Übergang auf weiterführende Schulen Das Übergangsverhalten auf weiterführende Schulen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Während in den 60er-Jahren auch in Freiburg die meisten Schülerinnen und Schüler auf Hauptschulen gingen, hat diesen Platz nun bereits viele Jahrzehnte das Gymnasium übernommen. In Freiburg gibt es seit den 90er-Jahren bei den Realschulen eine relativ stabile Übergangsquote von ca. 20%. Bei fast 25% lag die Quote im Schuljahr 2003/04. Im Bereich der anderen weiterführenden Schularten ergibt sich eine Zunahme beim Übergang auf das Gymnasium und eine Abnahme der Übergangsquoten auf die Hauptschule. Lagen die Übergänge auf das Gymnasium 1990 bei 44%, so stieg dieser Wert bis 2007 auf 51%. Bezogen auf die Hauptschule ergibt sich in diesem Zeitraum eine Abnahme der Übergänge von 23% (1990) auf 16% (2007). Auch die flächendeckende Einführung des 8-jährigen Gymnasiums konnte diesen Trend in Freiburg nicht stoppen. Im Gegenteil: zum entsprechenden Schuljahr 2004/05 stieg die Übergangszahl auf das Gymnasium nochmals von 47% auf 51% an. Freiburg liegt mit dieser Entwicklung zwar im Landestrend. Dieser ist hier allerdings besonders stark ausgeprägt und setzte bereits bedeutend früher ein als im gesamten Bundesland Baden-Württemberg. So hat im Land das Gymnasium erst 2001 die Hauptschule als häufigste Übergangsart überholt, während in Freiburg bereits 1990 etwa doppelt so viele Schülerinnen und Schüler auf das Gymnasium wechselten als auf die Hauptschule. Ein Vergleich der Übergangsquote mit dem Land Baden-Württemberg kann für das Jahr 2006 gezogen werden: Die Quote der Übergänge auf das Gymnasium liegt 2006 landesweit bei gut 38%, in Freiburg bei fast 52%. Lagen im gleichen Jahr die landesweiten Hauptschulübergänge noch bei ca. 27%, waren es in Freiburg knapp 15%. Ähnliche Zahlen wie in Freiburg gibt es im Land nur noch in Tübingen und in Heidelberg, was auf den Einfluss stark bildungsgeprägter, akademischer Milieus auf die Entscheidung der Schullaufbahnen schließen lässt. Nicht berücksichtigt sind bei diesen Zahlen Freie Waldorfschulen und die Staudinger Gesamtschule, die in der amtlichen Statistik zusammen mit den Sonderschulen als „sonstige Übergänge“ zusammengefasst sind. 45 Bildung in Freiburg 2008 Abb. 2.3.1: Schulübergänge aus öffentlichen und privaten Grundschulen auf weiterführende Schulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 1990/91 bis 2007/08 (in %) in % 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 1990/91 1991/92 1992/93 1993/94 1994/95 1995/96 1996/97 1997/98 1998/99 1999/00 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 auf Hauptschulen Schuljahr auf Realschulen auf Gymnasien auf Sonstige 1) 1) Übergänge auf integrierte Schulformen und Sonderschulen sowie Wiederholer der Klassenstufe 4 der Grundschule Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Mit langjährigen stabilen Übergangsquoten von ca. 50% zeigt Freiburg einen deutlichen Trend zu höher qualifizierten Abschlüssen. Auch im Landes- und Bundesvergleich besuchen in Freiburg überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler das Gymnasium. Der Übergang auf die Hauptschule ist dagegen weiter rückläufig. Grundschulempfehlung und tatsächlicher Übergang Nach wie vor gilt für Baden-Württemberg für die Übergänge nach Klasse 4 die Grundschulempfehlung als verbindliches Verfahren. Hierbei sollen neben dem Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch und Mathematik (3,0 für Realschule, 2,5 für Gymnasium) auch das Lernund Arbeitsverhalten, die gesamte schulische Leistung sowie die bisherige Entwicklung berücksichtigt werden. Lehnen Eltern die Grundschulempfehlung ab, kommt es zum Beratungsverfahren. Darüber hinaus gibt es die Möglichkeit der Aufnahmeprüfung. In Freiburg zeigt sich hierbei bezogen auf das Jahr 2007 folgendes Bild: 339 Schülerinnen und Schüler hatten eine Hauptschulempfehlung. Bei 287 Schülerinnen und Schülern war dies auch der Elternwunsch. 280 Schülerinnen und Schüler gingen tatsächlich auf eine Hauptschule. Bei den Realschulen hingegen wollten 453 Eltern eine Realschulempfehlung, die 377 Schülerinnen und Schüler erhielten. 346 Schülerinnen und Schüler besu46 Darstellung ausgewählter Indikatoren chen tatsächlich diesen Bildungsgang. 944 Grundschülerinnen und Grundschüler wurden für das Gymnasium empfohlen. Das entspricht einem Wert von fast 60%. 920 Eltern folgten dieser Empfehlung. Tatsächlich gingen 832 Schülerinnen und Schüler auf das Gymnasium über (vgl. Tab. 2.3.2A). Bei allen Schularten zeigt sich in Freiburg bei geringen Abweichungen zwischen 0,4 und 6,5 Prozentpunkten eine weitgehende Übereinstimmung von Schulempfehlung, Elternwunsch und tatsächlichem Schulbesuch. Die leichten Abweichungen bei Realschulen und Gymnasien lassen sich darüber hinaus mit dem Besuch der Gesamtschule erklären. Abb. 2.3.2: Vergleich von Grundschulempfehlung (GSE), Elternwunsch und tatsächlichem Übergang in Freiburg i. Br. im Jahr 2007* (in %) in % 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 Hauptschule Realschule Gymnasium GSE Elternwunsch Tatsächlicher Übergang * ohne Gesamtschule und private Schulen Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Ausländeranteil in den Schularten Da der Übergang auf die weiterführenden Schulen „eine der entscheidenden Gelenkstellen für Bildungskarrieren“39 darstellt und soziale Segregation vermieden werden soll, gilt es, sich hierbei der Entwicklung von ausländischen Schülerinnen und Schülern sowie den Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund besonders zu widmen. Begründet im demografischen Faktor und jüngsten Freiburger Befunden, wonach jedes zweite in Freiburg geborene Kind einen Migrationshintergrund besitzt, steht als Zukunftsfrage für die Stadt fest: Wie kann es gelingen, die Potenziale dieser Schülerinnen und Schüler zu fördern und zur vollen Entfaltung kommen zu lassen? Wie können sozial, familiär und ethnisch bedingte Brüche in Bildungsbiografien vermieden werden? 39 Konsortium Bildungsberichterstattung: Bildung in Deutschland, Bielefeld 2006, S. 49. 47 Bildung in Freiburg 2008 Die folgenden statistischen Angaben stellen nur die Zahlen bezogen auf Ausländer dar, da die Schulstatistik bislang den Faktor „Migrationshintergrund“ nicht berücksichtigt. In Freiburg liegt 2007 der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an der Gesamtzahl der Übergänger auf die Hauptschule bei ca. 35%. Bei den Realschülerinnen und Realschülern liegt dieser Anteil bei etwa 16%. Bei den Schülerinnen und Schülern, die 2007 auf das Gymnasium wechselten, gab es nur einen Anteil von rund 7% ausländischer Schülerinnen und Schüler. Im gesamten Land weist der Bildungsbericht Baden-Württemberg bezogen auf 2005 folgende Zahlen aus. Bei den Übergängen auf die weiterführenden Schulen betrug der Ausländeranteil an den Übergängen auf die Hauptschule 26% und auf die Realschule 10%. Bei den Gymnasien waren es nur 6% Schülerinnen und Schüler mit ausländischem Pass.40 Übergänge bei ausländischen und deutschen Schülerinnen und Schülern Bezogen auf alle ausländischen Schülerinnen und Schüler in Freiburg geht fast die Hälfte auf die Hauptschule. Der Wert sank von circa 52% (2000) auf etwa 46% (2007). Bei den Gymnasien liegt der Wert seit 2000 bis 2007 relativ konstant bei etwa 28% der Übergänge. Beim Übergang auf die Realschule gab es 2003 gegenüber dem Wert vom Jahr 2000 einen deutlichen Anstieg von fast 10%. Circa 26% der ausländischen Schülerinnen und Schülern gingen im Jahr 2007 auf die Realschule. Mit ca. 26% bei den Übergängen auf das Gymnasium handelt es sich für dieses Jahr um sehr ähnliche Werte. Von den deutschen Schülerinnen und Schülern besuchen in Freiburg 2007 rund 62% das Gymnasium. Rund 23% der deutschen Schülerinnen und Schüler besuchen eine Realschule aber nur rund 14% eine Hauptschule. Abb. 2.3.3: Tatsächliche Übergänge von ausländischen Schülerinnen und Schülern aus öffentlichen Grundschulen auf Hauptschule (HS), Realschule (RS) und Gymnasium (Gym) in Freiburg i. Br. 2000-2007 (in %) in % 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 2000 2001 2002 2003 Jahr 2004 2005 2006 2007 Quelle: HS RS Gym Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen 40 Landesinstitut für Schulentwicklung, Bildung in Baden-Württemberg 2007, Stuttgart 2007, S. 60. 48 Darstellung ausgewählter Indikatoren Im Vergleich dazu die Übergangsquoten von deutschen Schülerinnen und Schülern: Abb. 2.3.4: Tatsächliche Übergänge von deutschen Schülerinnen und Schülern aus öffentlichen Grundschulen auf Hauptschule (HS), Realschule (RS) und Gymnasium (Gym) in Freiburg i. Br. 2000-2007 (in %) in % in % 70,0 70,0 60,0 60,0 50,0 50,0 40,0 40,0 30,0 30,0 20,0 20,0 10,0 0,0 10,0 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 0,0 2000 HS 2001 HS 2002 Jahr 2003 2004 RSJahr 2005 2006 Gym Gym 2007 RS Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Während in Freiburg das Gymnasium bei den deutschen Schülerinnen und Schülern die am meisten besuchte Schulart ist, ist dies bei den ausländischen Schülerinnen und Schülern die Hauptschule. Die Realschule ist die einzige Schulart mit etwa gleichen Prozentanteilen von deutschen und ausländischen Schülerinnen und Schülern. Schulartwechsel in der Sekundarstufe I m Hinblick auf Bildungsbiografien ohne Brüche ist neben dem Übergang auf die weiterführende Schule nach Klasse 4 die weitere Weichenstellung die Sekundarstufe I. Neben dem generell positiven Moment der Durchlässigkeit der Bildungsgänge stellt der aktuelle nationale Bildungsbericht 2008 für Deutschland insgesamt das Ungleichgewicht der Abwärts- gegenüber der Aufwärtswechsel heraus: “Innerhalb der Wechselquote von knapp 3% machen noch immer die Abwärtswechsel in niedriger qualifizierende Schularten die Mehrzahl aller Schulartwechsel in Deutschland aus. Darunter entfallen 39% auf Abstiege aus dem Gymnasium und 27% auf einen Wechsel von der Real- zur Hauptschule. Insgesamt kommen im Bundesdurchschnitt 2007 auf jeden Wechsel in eine höher qualifizierende Schulart fast fünf Abwärtswechsel.“41 41 Autorengruppe Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008, Bielefeld 2008, S. 66. 49 Bildung in Freiburg 2008 Schulartwechsel in Freiburg Schulartwechsel sind ausschließlich Wechsel zwischen verschiedenen Schularten. In Freiburg liegen die Wechselbewegungen zwischen verschiedenen Schularten in einem sehr niedrigen Bereich. Innerhalb der Jahre 2001 und 2007 schwankt dieser Wert zwischen 0,5 und 1,7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler. Dies entspricht im langjährigen Trend (mit Ausnahme 2005/2006 mit 65) rund 100 Schülerinnen und Schülern, die in den Klassen 7–9 in Freiburg die Schulart wechseln. Von den 112 Schülerinnen und Schülern, die in Freiburg im Schuljahr 2007/2008 die Schulart wechselten, wechselten 57 vom Gymnasium auf die Realschule und 43 von der Realschule auf die Hauptschule. Demgegenüber stehen nur 12 Wechsel von der Hauptschule auf die Realschule und nur 2 Wechsel von der Realschule auf das Gymnasium. Insgesamt ist auch in Freiburg der Anteil der Abwärtswechsel deutlich höher als derjenige der Aufwärtswechsel. Von 2001 bis 2007 betrug der Anteil der Aufwärtswechsel zwischen 24% (2002) und 11% (2007). Die Mehrzahl der Aufwärtswechsel findet dabei von der Hauptschule auf die Realschule statt (Höchstwert im Jahr 2003 mit 26%, aktueller Wert: 9%). Bei den Abwärtswechseln überwiegen die Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule (zwischen 38% und 51% im untersuchten Zeitraum, vgl. Tab. 2.2.4A). Abb. 2.3.5: Übergänge absteigend zwischen den Schularten* in den Jahrgansstufen 7-9 in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2001/02 bis 2007/08 (in %) in % 70,0 60,0 50,0 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 Jahr 2005/2006 2006/2007 GY nach HS 2007/2008 RS nach HS GY nach RS * Ohne schulartunabhängige Orientierungsstufe, Freie Waldorfschule und Förderschule Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Schulstatistik 50 Darstellung ausgewählter Indikatoren Abb. 2.3.6: Aufsteigende und absteigende Wechsel in Freiburg i. Br. im Schuljahr 2007/2008 (in %) Abstiege Aufstiege 1 1 in % 60 55 50 45 40 35 30 25 20 15 10 5 Realschule ► Hauptschule Gymnasium ► Realschule 0 0 5 10 15 Hauptschule ► Realschule Realschule ► Gymnasium Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Die Anzahl der Schulartwechsler in Freiburg ist vergleichsweise gering. Innerhalb der Gruppe wechselnder Schülerinnen und Schüler ist das Verhältnis jedoch sehr unausgewogen. Die deutlich größte Zahl bezieht sich auf den Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule, eine sehr geringe Zahl von Schülerinnen und Schüler wechselt dagegen auf eine Schulart mit höherem Bildungsabschluss. Wechsel von Bildungsgängen innerhalb einer Schulart, z.B. den Schularten mit mehreren Bildungsgängen, müssen hier aufgrund der Datenlage unberücksichtigt bleiben. 2.4 Wiederholer und Abbrecher Wiederholer sind Schülerinnen und Schüler, die am Ende des Schuljahres nicht in die nächst höhere Jahrgangsstufe aufrücken und nochmals die gleiche Klassenstufe besuchen. In Baden-Württemberg können Schülerinnen und Schüler, die das Klassenziel nicht erreicht haben, wiederholen (auch freiwillig), auf Probe42 versetzt werden oder die Schule verlassen. Da in den Angeben zu Wiederholern auch die freiwillig wiederholenden Schüler enthalten sind, weist das Statistische Landesamt Baden-Württemberg nur die „nicht versetzten“ Schüler aus. Im Folgenden wird über diese berichtet. Als Abbrecher43 gelten Schülerinnen und Schüler, die noch vor Vollendung der Vollzeitschulpflicht und ohne Schulabschluss die Schule verlassen. Seit den PISA-Studien 2000 und 2003, in denen vor allem die Dimensionen von Klassenwiederholungen im internationalen Vergleich und von verzögerten Schullaufbahnen einer breiten 42 43 Wer das Klassenziel nicht erreicht, kann für einen Zeitraum von ca. 4 Wochen auf Probe versetzt werden. 2007 wurden in Baden-Württemberg ca. 190 Schülerinnen und Schüler an Hauptschulen, 370 an Realschulen und 580 an Gymnasien gemeldet, die diese Möglichkeit in Anspruch nahmen. – Vgl. Schwarz-Jung, Silvia: Nichtversetzte 2007 – Die Quoten sinken. – In: Statistisches Monats heft Baden-Württemberg 8/2008. Die amtliche Statistik erlaubt derzeit keine exakten Angaben zu Abbrechern. Die Problematik der Abbrecher wird daher im Kontext der Schülerinnen und Schüler ohne Schulabschluss mit sichtbar. 51 Bildung in Freiburg 2008 Öffentlichkeit bekannt wurden, wird das „Sitzenbleiben“ vielfältig und kontrovers diskutiert: Einerseits wird die geringe pädagogische Sinnhaftigkeit der Maßnahme beklagt, andererseits wird argumentiert, dass „Sitzenbleiben“ nicht nur Nachteile hat und selektierend wirkt, sondern mit positiven Impulsen für Bildungslaufbahnen verbunden sein kann, wie Bildungs- und Berufskarrieren bekannter Persönlichkeiten belegen würden. Die Ergebnisse der bei PISA-200044 getesteten Schülerinnen und Schüler haben eindeutig gezeigt, dass „Sitzenbleiber“ (wie übrigens auch späteingeschulte Schülerinnen und Schüler) im Allgemeinen signifikante Leistungsnachteile gegenüber Schülerinnen und Schülern haben, die sich nach einem regulären Durchlauf in derselben Jahrgangsstufe befinden45. Allerdings muss einschränkend bemerkt werden, dass im Einzelfall nichts darüber ausgesagt werden kann, welche Auswirkungen das Wiederholen einer Klassenstufe auf den späteren Schulerfolg tatsächlich hat, solange keine individualisierte Verlaufsstatistik vorliegt. Die Zweifel an der Praxis der Klassenwiederholung verstärken sich allerdings noch, wenn man die damit verbundenen Kosten für den zusätzlichen Personalbedarf sowie den Mehraufwand an Bildungszeit in Rechnung stellt. Der Indikator beschreibt die Situation und das Ausmaß, in dem Nichtversetzungen in Freiburg auftreten. Er verdeutlicht möglichen Handlungsbedarf und gibt damit zugleich Hinweise, wie effektiv und effizient mit der Schulzeit der Jugendlichen umgegangen wird. Nicht versetzte Schüler in den Schulstufen in Freiburg In Freiburg wurden im Schuljahr 2006/0746 etwa 470 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 11 nicht in die nächst höhere Klassenstufe versetzt. Das sind ca. 2,1% aller Schülerinnen und Schüler dieser Klassenstufen. Innerhalb der drei Schulstufen – Primarstufe, Sekundarbereich I und Sekundarbereich II – zeigen sich deutliche Unterschiede, wie die folgende Abbildung zeigt. Zum Vergleich sind auch die Durchschnittswerte für Baden-Württemberg dargestellt. 44 45 46 Vgl. Deutsches PISA-Konsortium (Hrsg.): PISA 2000. Basiskompetenzen von Schülerinnen und Schülern im internatio nalen Vergleich. Opladen: Leske & Budrich, 2001, S. 475. Bildung in Deutschland, 2006. Angaben für das Schuljahr 2007/08 liegen derzeit seitens des Statistischen Landesamtes BadenWürttemberg noch nicht vor. Sie sollen mit Beginn des Jahres 2009 verfügbar sein. 52 Darstellung ausgewählter Indikatoren Abb. 2.4.1: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler öffentlicher und privater Schulen in Freiburg i. Br. und in Baden-Württemberg im Schuljahr 2006/07 nach Schulstufen (in %) in % 4,5 4 3,5 3 2,5 2 1,5 1 0,5 0 Primarstufe (Klassenstufen 2-4) Sekundarstufe I (Klassen 5-10) Sekundarstufe II (Klasse 11) Stadtkreis Freiburg Baden-Württemberg Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2007, eigene Berechnungen Die Abbildung zeigt, dass der Anteil nicht versetzter Schülerinnen und Schüler von der Primarstufe bis zum Sekundarbereich II zunimmt. Beträgt er in der Primarstufe weniger als 1%, so steigt er bis zum Sekundarbereich II auf 4% der Schülerinnen und Schüler. Der Vergleich zu Baden-Württemberg macht deutlich, dass die Quote der nicht versetzten Schülerinnen und Schüler in Freiburg fast durchweg über dem Landesdurchschnitt liegt. Während es im Sekundarbereich II und im Primarbereich eher geringe Differenzen zum Landesdurchschnitt gibt, zeigen sich im Sekundarbereich I größere Unterschiede. Der Anteil nicht versetzter Schülerinnen und Schüler liegt in Freiburg in allen drei Schulstufen über dem Landesdurchschnitt. Diese Betrachtung soll im Folgenden unter verschiedenen Gesichtspunkten weiter differenziert werden: Zunächst sollen die Anteile der nicht versetzten Schülerinnen und Schüler in den einzelnen Schularten dargestellt werden, dann wird für die Realschule die Entwicklung des Anteils nicht versetzter Schüler nach Geschlecht und in einer Zeitreihe seit dem Schuljahr 2001/02 dargestellt sowie anschließend eine Analyse des Anteils der nicht versetzten Schülerinnen und Schüler nach Klassenstufen am Beispiel des Gymnasiums vorgenommen. Nicht versetzte Schüler nach Schularten Was sich bereits bei der Betrachtung nach Schulstufen andeutete zeigt die Analyse der nicht versetzten Schülerinnen und Schüler nach Schularten deutlicher: Zwischen den verschiedenen Schularten gibt es zum Teil erhebliche Unterschiede. Während die Anteile in den Grundschulen am geringsten sind, besitzen die Realschulen mit über 5% die größten Anteile nicht 53 Bildung in Freiburg 2008 versetzter Schülerinnen und Schüler, gefolgt von dem Sekundarbereich I der Gymnasien und den Hauptschulen (vgl. Abb. 2.4.2). Im Vergleich der Anteile nicht versetzter Schüler in Freiburg und Baden-Württemberg zeigen sich die bereits angesprochenen Unterschiede. In allen hier betrachteten Schularten sind die Anteile nicht versetzter Schüler in Freiburg höher als der Landesdurchschnitt von BadenWürttemberg. Diese Differenz zeigt sich bei den Realschulen am deutlichsten. Die Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler liegen in den Freiburger Realschulen erheblich über dem Landesdurchschnitt. Hier muss allerdings berücksichtigt werden, dass die Realschulen die aus den Gymnasien abgegebenen Schülerinnen und Schüler aufnehmen, welche statistisch als nicht versetzte Schüler an den Realschulen erfasst werden. Abb. 2.4.2: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Schuljahr 2006/07 nach Schularten (in %) in % 6 5 4 3 2 1 0 Grundschule Hauptschule Realschule Gymnasium Sek I Stadtkreis Freiburg Land Baden-Württem berg Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2007, eigene Berechnungen Um eine genauere Verortung der Freiburger Situation vornehmen zu können, sollen im Folgenden die Anteile der nicht versetzten Schülerinnen und Schüler in Freiburg und Heidelberg, als den beiden unmittelbar vergleichbaren „Universitätsstädten“ in den drei Schularten des Sekundarbereichs I betrachtet werden. Für die andere „Universitätsstadt“ Tübingen liegen in der amtlichen Statistik keine Angaben für den Stadtkreis, sondern nur die Angaben des Landkreises und des Regierungsbezirks vor47. Beide Werte lassen sich nicht unmittelbar mit den Werten für die Stadtkreise Freiburg und Heidelberg vergleichen. Auf ihre Darstellung wird daher verzichtet. Die Quote der nicht versetzten Schüler beträgt für die Hauptschulen im Stadtkreis Freiburg 2,1% und im Stadtkreis Heidelberg 2,0%. Bei den Realschulen ergibt sich folgendes Bild: Stadtkreis Freiburg 5,1% und Stadtkreis Heidelberg 6,9%. Bei den Gymnasien weisen mit 3,1% beide Stadtkreise die gleichen Anteile auf. 47 Schwarz-Jung, Silvia: A.a.O., S. 27. Auch der Bildungsbericht Tübingen 2002-2006 macht keine Aussagen zu den nicht versetzten Schülerinnen und Schülern in den drei Schularten in der Stadt. 54 Darstellung ausgewählter Indikatoren In allen drei betrachteten Schularten (Hauptschule, Realschule und Sekundarbereich I des Gymnasiums) ist der Anteil nicht versetzter Schülerinnen und Schüler in Freiburg höher als im Landesdurchschnitt. Die mit Abstand höchsten Anteile nicht versetzter Schüler gibt es an den Realschulen. Der Vergleich mit Heidelberg zeigt, dass es sich hier um kein spezifisches Freiburger Problem handelt. Die Anteile nicht versetzter Schüler liegen beispielsweise auch in Heidelberg in allen drei Schularten auf dem gleichen Niveau. Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler in den Realschulen Im Folgenden wird für die Realschule, als der Schulart mit den höchsten Anteilen an nicht versetzten Schülerinnen und Schülern, eine differenziertere Betrachtung nach Geschlecht und in einer Zeitreihe für Freiburg und Baden-Württemberg vorgenommen. Abb. 2.4.3 zeigt dabei, dass deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede bestehen. Jungen werden deutlich öfter nicht versetzt als Mädchen. Erfreulich ist, dass bei beiden Geschlechtern die Anteile an nicht versetzten Schülerinnen und Schülern seit dem Schuljahr 2001/02 tendenziell sinken. Während es bei den Mädchen in den Schuljahren 2003/04 und 2004/05 Anstiege gab, sind seither die Anteile nicht versetzter Schülerinnen deutlich gesunken und erreichten im Schuljahr 2006/07 den geringsten Wert im betrachteten Zeitraum. Bei den Jungen war der Anteil nicht versetzter Schüler von Schuljahr 2001/02 mit fast 9% bis 2005/06 auf 6% deutlich rückläufig, ist aber von 2005/06 zu 2006/07 wieder angestiegen. Abb. 2.4.3: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler an Realschulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2001/02 bis 2006/07 nach Geschlecht (in %) in % 9,0 8,0 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0 0,0 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 2005/2006 weiblich 2006/2007 m ännlich Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2002 bis 2007, eigene Berechnungen 55 Bildung in Freiburg 2008 Die Abb. 2.4.4 zeigt im Vergleich zu Freiburg die Entwicklung der Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler an Realschulen in Baden-Württemberg. Auffällig sind auch hier die deutlichen Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen, allerdings – wie beschrieben – auf deutlich niedrigerem Niveau. Ähnlich wie in Freiburg sinken die Anteile tendenziell. Hervorzuheben ist der recht geringe Anteil nicht versetzter Mädchen im Landesdurchschnitt. Abb. 2.4.4: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler an Realschulen in Baden-Württemberg in den Schuljahren 2001/02 bis 2006/07 nach Geschlecht (in %) in % 6 5 4 3 2 1 0 2001/2002 2002/2003 2003/2004 m ännlich 2004/2005 weiblich 2005/2006 2006/2007 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2002 bis 2007, eigene Berechnungen In den Anteilen nicht versetzter Schülerinnen und Schüler in den Realschulen zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Jungen werden deutlich öfter nicht versetzt als Mädchen. Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler nach Klassenstufen in Gymnasien Unterschiede in den Anteilen nicht versetzter Schülerinnen und Schüler zeigen sich nicht nur in den Schularten und Geschlechtern, sondern auch in den Klassenstufen. Faktisch gibt es bei jeder Schulart zwei bis drei „kritische“ Klassenstufen. Die Daten zeigen, dass dabei die Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler zwischen den Klassenstufen und den Schularten variieren. Im Prinzip lässt sich ableiten (vgl. Tab. 2.4.1A bis 2.4.4A), dass insbesondere in den Klassenstufen vor einem Schulabschluss (also Klassenstufe 8 in der Hauptschule und Klassenstufe 9 in der Realschule) die Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler steigen. Im Folgenden soll das am Beispiel des Gymnasiums im Zeitraum von 2001/02 bis 2006/07 näher betrachtet werden (vgl. Abb. 2.4.5). Bei allen in der Abbildung sichtbaren Variationen lassen sich mindestens folgende Befunde festhalten: In der Klassenstufe 5 spielt das Problem keine Rolle, wie die Quote von zum Teil deutlich unter 1% zeigt. Fast ebenso verhält es 56 Darstellung ausgewählter Indikatoren sich mit Klassenstufe 6, auch wenn die Anteile dort zwischen 1% und 2,5% liegen. Dieser Anstieg setzt sich aber kontinuierlich bis Klassenstufe 9 fort, wobei er in Klassenstufe 8 im Schuljahr 2004/05 auffällig hoch war. Allerdings dürfte dies in erster Linie ein einmaliger jahrgangsspezifischer Effekt sein. Als problematische Klassenstufen erweisen sich im Gymnasium vor allen die Klassen 10 und 11. Während die Anteile in Klassenstufe 11 tendenziell sinken, variieren sie in Klassenstufe 10 nicht nur, sondern sind von Schuljahr 2005/06 zu 2006/07 kräftig gestiegen. In Baden-Württemberg wurde zum Schuljahr 2004/05 an den Gymnasien flächendeckend das 8-jährige Gymnasium (G8) eingeführt. Es bleibt abzuwarten und Bedarf der weiteren Beobachtung, insbesondere mit Blick auf die Daten für 2007/08 und 2008/09, ob der in den Klassenstufen 7 bis 11 ab dem Schuljahr 2005/06 sichtbare Anstieg nicht versetzter Schülerinnen und Schüler mit dem G8 zusammenhängt. Abb. 2.4.5: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler in Gymnasien in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2001/02 bis 2006/07 nach Klassenstufen (in %) in % 7,0 6,0 5,0 4,0 3,0 2,0 1,0 0,0 2001/2002 2002/2003 Klasse 5 Klasse 9 2003/2004 Klasse 6 Klasse 10 2004/2005 Klasse 7 Klasse 11 2005/2006 Klasse 8 2006/2007 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2002 bis 2007, eigene Berechnungen In allen Schularten gibt es „kritische“ Klassenstufen. Im Gymnasien sind dies besonders die Klassenstufen 10 und 11. Auswirkungen der Einführung des G8 auf die Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler sind derzeit nicht ableitbar. 57 Bildung in Freiburg 2008 2.5 Schulabschlüsse Die Erlangung von qualifizierten formalen Schulabschlüssen ist in zweifacher Hinsicht von großer Bedeutung für Schülerinnen und Schüler. Schulabschlüsse sind zum einen die Voraussetzung für eine positive Gestaltung des weiteren Lebenslaufs (individuelle Perspektive). Ferner bieten formale Abschlüsse allen Institutionen der Arbeitswelt eine bedeutsame Orientierung hinsichtlich der zu erwartenden Kenntnisse und Fähigkeiten von Schulabsolventinnen und -absolventen (gesellschaftliche Perspektive). Entwicklung der Abschlüsse in Freiburg Bezogen auf 2007 gab es in Freiburg 2.263 Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Davon haben 2.194 einen schulischen Abschluss erreicht. 559 Mädchen und 378 Jungen (insgesamt 937) haben Ihre schulische Laufbahn mit der allgemeinen Hochschulreife abgeschlossen. Den mittleren Bildungsabschluss erhielten im gleichen Zeitraum 322 Mädchen und 297 Jungen. Den Hautschulabschluss erreichten 209 Mädchen und 280 Jungen (insgesamt 489). Bezogen auf die Abschlüsse mit allgemeiner Hochschulreife liegen somit 2007 (und in diesem Trend bereits in den Vorjahren) die Mädchen mit fast 60% deutlich vor den Jungen. Bei den Hauptschulabschlüssen liegen die Mädchen mit knapp 43% der Abschlüsse deutlich unter der Anzahl der Jungen. Von den 937 Abgängen mit allgemeiner Hochschulreife sind (wiederum bezogen auf 2007) 47 Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft. Den mittleren Bildungsabschluss haben 60 Schülerinnen und Schüler mit ausländischer Herkunft erreicht, den Hauptschulabschluss 133 Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft (vgl. Tab. 2.5.1A) Abb. 2.5.1: Abschlussquoten allgemeinbildender Schulen in Freiburg im Schuljahr 2006/07 nach Abschlussart und Geschlecht (in %) in % 45,0 40,0 35,0 30,0 25,0 20,0 15,0 10,0 5,0 0,0 Ohne Mit Haupts chulabs chlus s Haupts chulabs chlus s m ännliche Schulabgänger Mit Mittlerem Abs chlus s Jahr weibliche Schulabgänger Mit Fachhochs chulreife Mit allg. Hochs chulreife Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 58 Darstellung ausgewählter Indikatoren Insgesamt ist auch im langjährigen Trend die Quote der schulischen Abgänge mit allgemeiner Hochschulreife in Freiburg am höchsten (Abb. 2.5.2). Lediglich 2003 und 2004 lagen durch einen nur vorübergehenden Abwärtstrend der Quoten der allgemeinen Hochschulreife die mittleren Bildungsabschlüsse fast gleich auf. 2005 und 2006 lässt sich dagegen wieder ein starker Zuwachs an Abschlüssen mit allgemeiner Hochschulreife verzeichnen. Im Vergleich zum Landestrend nimmt Freiburg bezogen auf 2006 mit über 41% der Schülerinnen und Schüler mit dem Abschluss allgemeine Hochschulreife gegenüber knapp 23%48 mit diesem Abschluss für das gesamte Land BadenWürttemberg eine Spitzenposition ein.49 Abb. 2.5.2: Schulabgänger von allgemeinbildenden öffentlichen und privaten Schulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2000/01 bis 2006/07 nach Abschlussart (in %) in % 45,0% 40,0% 35,0% 30,0% 25,0% 20,0% 15,0% 10,0% 5,0% 0,0% 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 Ohne Hauptschulabschluss Mit Fachhochschulreife Mit Hauptschulabschluss Mit allg. Hochschulreife Mit Mittlerem Abschluss Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Über 40% der Schülerinnen und Schüler, die in Freiburg die Schule absolvieren, erreichen die allgemeine Hochschulreife. Der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss sinkt seit dem Schuljahr 2004/05 tendenziell. Abschlussquoten im Vergleich von deutschen zu ausländischen Schülerinnen und Schülern Ein deutlicher Unterschied zeigt sich bei der Betrachtung der Abschlussquoten nach Schülerinnen und Schülern mit deutscher und ausländischer Nationalität. Die Quote der ausländi48 49 Landesinstitut für Schulentwicklung, Bildung in Baden-Württemberg 2007, Stuttgart 2007, S. 149. Die statistischen Zahlen beruhen auf den Angaben für allgemein bildende Schulen. Bei der Einbe ziehung der Abschlüsse aus den beruflichen Schulen würde sich insbesondere die relativ geringe Anzahl der Fachhochschulreife erhöhen. Die Daten sind nicht pendlerbereinigt. 59 Bildung in Freiburg 2008 schen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss beträgt 2007 in Freiburg 39,4%, diejenige mit deutscher Staatsangehörigkeit 6,0%. Auch bei den Jugendlichen, die einen Hauptschulabschluss erwerben, überwiegen ganz deutlich die ausländischen Schüler und Schülerinnen (Abb. 2.5.3). Bezogen auf alle Hauptschulabschlüsse in Freiburg ist 2007 mehr als jeder vierte Abgänger ausländischer Herkunft. Etwa jeder zehnte mittlere Abschluss wird von einer Schülerin oder einem Schüler mit ausländischer Herkunft erreicht. Bei der allgemeinen Hochschulreife ist dagegen nur jeder zwanzigste Abschluss von einer Schülerin oder einem Schüler mit ausländischer Herkunft zu verzeichnen. Bezogen auf alle Abschlüsse im alterstypischen Alter haben 2007 fast 41% der deutschen Schülerinnen und Schülern die allgemeine Hochschulreife erworben, aber nur 12% der ausländischen Schülerinnen und Schülern. Abb. 2.5.3: Abschlussquoten an allgemeinbildenden Schulen in Freiburg i. Br. im Schuljahr 2006/07 nach Abschlussart und Nationalität* im typischen Abschlussalter (in %) in % 70,0 60,0 50,0 * 40,0 30,0 20,0 10,0 0,0 Ohne Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss ausländische Schulabgänger Mit allg. Hochschulreife deutsche Schulabgänger Die Absolventenzahl wird auf die Wohnbevölkerung (am 31.12. des Vorjahres) im jeweils typischen Abschlussalter bezogen. Je nach Abschlussart werden unterschiedliche Altersjahrgänge zugrunde gelegt (Hauptschulabschluss: 15 bis unter 17 Jahre; Mittlerer Abschluss: 16 bis unter 18 Jahre; Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife: 18 bis unter 21 Jahre). Damit ist verbunden, dass die Summe der Abschlussquoten in der Regel 100% übersteigt. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 60 Darstellung ausgewählter Indikatoren Die allgemeine Hochschulreife ist in Freiburg der mit Abstand am häufigsten erreichte schulische Abschluss. Ihn erreichen wiederum deutlich mehr Mädchen als Jungen. Beim Hauptschulabschluss ist das Geschlechterverhältnis umgekehrt. Der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler ist beim Hauptschulabschluss stark überrepräsentiert, bei der allgemeinen Hochschulreife dagegen stark unterrepräsentiert. Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss Die gesamtgesellschaftlich betrachtet nach wie vor sehr hohe Zahl von Schülerinnen und Schülern ohne Hauptschulabschluss stellt eine große Herausforderung dar. Im Jahre 2006 waren dies nach Angaben des nationalen Bildungsberichts 2008 ca. 76.000 Schülerinnen und Schüler im Alter zwischen 15 und 17 Jahren in Deutschland. Das bedeutet, dass ca. 8% der Bevölkerung in diesem Alterssegment die Schule verlassen, ohne zumindest einen Hauptschulabschluss erworben zu haben.50 In Freiburg sank der Anteil aller Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, im Zeitraum von 2005 bis 2007 von 10,2% auf 7,8%. (siehe Abb. 2.5.2A) Bezogen auf die Schulart Hauptschule sank der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die ohne Hauptschulabschluss eine Freiburger Hauptschule verlassen, zwischen 2005 und 2007 von 12% auf 4,3 % (siehe Tab. 2.5.4A). In absoluten Zahlen gab es im Jahre 2007 177 Schülerinnen und Schüler, die die allgemeinbildenden Schulen in Freiburg ohne Hauptschulabschluss verlassen. Davon sind 69 Schülerinnen und 108 Schüler. Somit sind 61% der Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss männlich. Der Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss stieg von rund 35% im Jahr 2001 auf rund 46% im Jahr 2007 an. So sind fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in Freiburg ohne Hauptschulabschluss ausländischer Herkunft. Der Anteil von Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss liegt in Freiburg von 2001 bis 2007 relativ gleichbleibend bei ca. 40%. Davon ist etwa jede fünfte Schülerin oder jeder fünfte Schüler Abgänger einer Förderschule. Die Gruppe der Jungen mit ausländischer Herkunft stellt eine besondere Risikogruppe dar. Die Gruppe der Jugendlichen in Freiburg mit den höchsten Bildungsrisiken sind ausländischer Herkunft und männlich. Zwar sinkt der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss. Innerhalb dieser Gruppe steigt jedoch der Anteil von ausländischen Jugendlichen, insbesondere männlichen Jugendlichen. In Freiburg sank der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss seit 2005 deutlich. Dennoch verlassen ca. ein Viertel aller ausländischen Schülerinnen und Schüler die Schule ohne Hauptschulabschluss. 50 vgl.: Konsortium Bildungsberichterstattung, Bildung in Deutschland 2008, Bielefeld 2008, S. 88. 61 Bildung in Freiburg 2008 2.6 Qualität schulischer Arbeit Reformmaßnahmen und Steuerungsimpulse im Bildungssystem können letztlich nur über die einzelnen Bildungseinrichtungen und deren Praxis wirksam werden. Viele Reformmaßnahmen, insbesondere in der Schulentwicklung sowie der Qualitätsentwicklung und -sicherung, zielen daher vorrangig auf die Optimierung der pädagogischen Praxis und damit auf die bessere Gestaltung pädagogischer Prozesse. Vorliegende Bildungsberichte machen bisher jedoch kaum explizit Aussagen über pädagogische Prozesse. Gerade über jenen Bereich, an dem das Bildungssystem in besonderer Weise „in Aktion tritt“ und spezifische Lernumgebungen für die Bildungsteilnehmerinnen und Bildungsteilnehmer gestaltet, wird eher selten berichtet. Nicht nur aus wissenschaftlichen Untersuchungen, sondern vor allem auch auf der Grundlage täglicher pädagogischer Erfahrungen ist jedoch hinreichend bekannt, dass die Prozessgestaltung auf der Schul- und Unterrichtsebene einen großen Einfluss auf den Erfolg pädagogischer Arbeit hat. Ohne Aussagen über pädagogische Prozesse und damit zu einem maßgeblichen Bereich für die Entwicklung der Qualität schulischer Arbeit würde zudem jeder Bericht über Bildung an Akzeptanz nicht nur bei Lehrenden und Erziehenden verlieren. Vor allem sie würden ihre professionelle Praxis nicht hinreichend berücksichtigt und gewürdigt sehen. Das Problem jedoch ist, dass es kaum Daten auf regionaler Ebene zur Qualität schulischer Arbeit und zur Gestaltung von Bildungsprozessen gibt. Daten zur Prozessgestaltung von Schule und Unterricht und deren Ergebnissen liegen meist nur in den einzelnen Einrichtungen vor (z. B. im Rahmen der Selbstevaluation), jedoch nicht für eine Region insgesamt. Die Daten aus Einzelevaluationen von Schulen sind in der Regel nicht zwischen den Schulen vergleichbar, da häufig verschiedene Aspekte der Qualität von Schule und Unterricht erhoben werden und zudem unterschiedliche Erhebungsinstrumente und Erfassungsmethoden eingesetzt werden. Das SEIS-Instrument als Chance für die Einschätzung der Qualität schulischer Arbeit Die Stadt Freiburg befindet sich insofern in einer günstigen Lage, als in diesem Bericht Aussagen zur Qualität schulischer Arbeit und zur Gestaltung von Bildungsprozessen in Schule und Unterricht auf der Grundlage von Daten aus „SEIS“ (Selbstevaluation in Schulen) möglich sind. Das Steuerungsinstrument SEIS wurde von der Bertelsmann Stiftung entwickelt und interessierten Schulen zur Verfügung gestellt. Aus der internationalen Praxis heraus stellt SEIS ein Steuerungsinstrument dar, das Schulleitungen und Kollegien helfen soll, Schulentwicklungsprozesse mit Hilfe von Daten zu evaluieren und zu planen. SEIS beruht auf einem international tragfähigen Verständnis über Schulqualität. Die Merkmale schulischer Qualität werden durch die Befragung unterschiedlicher Gruppen (Schulleitungen, Lehrer, Schüler, Eltern und Schulpersonal) erhoben. Es handelt sich hierbei um standardisierte Fragebögen, die sowohl einen Vergleich zwischen den Gruppen als auch im Zeitverlauf zulassen. Die Schulen erhalten in Form von Schulberichten eine Rückmeldung über die Ergebnisse der Befragungen und können so datengestützt Veränderungsmaßnahmen einleiten und den Qualitätsentwicklungsprozess voranbringen. Schulentwicklung soll auf diese Weise effizienter, systemischer und nachhaltiger werden. SEIS ist in erster Linie ein Instrument für die einzelne Schule. Durch die Standardisierung der eingesetzten Befragungsinstrumente sind jedoch auch Vergleiche über mehrere Schulen 62 Darstellung ausgewählter Indikatoren möglich. Zwar haben die Schulen bezüglich der SEIS-Erhebungen die Datenhoheit, aber im Rahmen von bislang zwei vorliegenden Schulgruppenberichten sind auch aggregierte Daten verfügbar. Diese lassen jedoch keine Rückschlüsse auf einzelne Schulen zu. Diese aggregierten Daten ermöglichen schulübergreifende Aussagen zur Qualität der schulischen Arbeit in Freiburg, freilich nur bezogen auf die an SEIS beteiligten Schulen. Aus diesen aggregierten Ergebnissen lassen sich Entwicklungstrends der beteiligten Schulen sichtbar machen, die auch mit Blick auf weitere differenzierte Unterstützungsanstrengungen beachtet werden sollten. Da sich jedoch nicht alle Schulen der Stadt Freiburg beteiligt haben und auch die Stichproben zwischen den Schulen und innerhalb der Erhebungszeitpunkte variieren (z. B. unterschiedliche Klassenstufen, unterschiedliche Stichproben bei den Befragtengruppen der Schulen), sind – wie bereits angemerkt - Einschränkungen hinsichtlich der Belastbarkeit der Aussagen zu machen. Insofern können in diesem Bericht lediglich einige ausgewählte Aspekte bezogen auf die beteiligten Schulen dargestellt werden. Die Datenbasis Im Rahmen des Projekts Bildungsregion Freiburg (vgl. Kapitel 3) haben sich insgesamt 21 Grundschulen, 8 Grund- und Hauptschulen, 2 Hauptschulen, 6 Realschulen und eine Gesamtschule, 7 Sonderschulen, 7 Gymnasien, 3 berufliche Schulen sowie 10 private Schulen an einer Erhebung zur Selbstevaluation als Freiburger Schulgruppe beteiligt. Die folgenden Aussagen stützen sich auf Ergebnisse dieser teilnehmenden Schulen. Zu beachten ist dabei, dass ca. 20% der Freiburger Schulen nicht an den SEIS-Erhebungen teilgenommen haben. Für diese Schulen sind keine vergleichbaren Aussagen möglich. Das betrifft 5 Grund- und Hauptschulen, 4 Realschulen, 5 Gymnasien, 3 Gesamtschulen, 3 Sonderschulen und die große Mehrheit der beruflichen Schulen. Die Auswertung der beiden Schulgruppenberichte lässt nur Aussagen zum Grad der Zustimmung in Prozent zu (aggregiert über zwei Skalenwerte). Mittelwerte und Streuungen (Standardabweichungen) sind nicht ausgewiesen und können daher hier nicht angegeben werden. Im Rahmen der auf SEIS beruhenden Selbstevaluationen der Schulen wurden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 2 bis 13, die Eltern dieser Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Schulen befragt. Tab. 2.6.1 verdeutlicht die Anzahl der jeweils befragten Personen in den zwei SEIS-Erhebungen 2006 und 2007. Die dritte Erhebung von 2008 konnte bei Redaktionsschluss dieses Bildungsberichts leider nicht mehr berücksichtigt werden. Dies kann im Bildungsbericht 2010 erfolgen. 63 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.6.1: Überblick über die Anzahl der Befragten in Freiburg i. Br in den SEIS-Erhebungen 2006 und 2007 nach Personengruppen (Anzahl; in %) SEIS-Erhebung - Bildungsregion Freiburg 2. SEIS-Erhebung 1. SEIS-Erhebung 2006 Befragte Anzahl Schüler allgemeinbildender Schulen (Klassen 2-13)* Eltern (Klassen 2-12)** Lehrerinnen und Lehrer*** Schüler beruflicher Schulen (Klassen 11-13) Ausbilderinnen und Ausbilder Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 5376 5401 1956 271 121 195 13320 2007 Befragte Befragte in Anzahl 5955 5532 1957 0 239 247 13930 Befragte in % 40,4 40,5 14,7 2,0 0,9 1,5 100 % 42,7 39,7 14,0 0,0 1,7 1,8 100 Gesamt * inkl. Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf ** inkl. Eltern von Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf *** inkl. Lehrerinnen und Lehrer für Schülerinnen und Schüler mit besonderem Förderbedarf Quelle: SEIS – Schulgruppenbericht Freiburg i. Br., 2006 und 2007 Mit dem Selbstevaluationsinstrument SEIS konnte die Einschätzung zu wichtigen Bereichen der Schulqualität von allen am Schulleben Beteiligten erhoben und ausgewertet werden. Daraus ergaben sich dann in vielen Fällen zielgeleitete Entwicklungsprozesse, die die Schulqualität der staatlichen und privaten Schulen aller Schularten in Freiburg voranbringen sollen. Für den kommenden Prozess der Fremdevaluation durch das Landesinstitut für Schulentwicklung bietet die Selbstevaluation der beteiligten Schulen eine gute Grundlage. In diesem Kapitel sollen für die Jahre 2006 und 2007 ausgewählte Aspekte der Qualität schulischer Arbeit dargestellt werden. Aus den genannten zwei Schulgruppenerhebungen kann so Herausragendes hervorgehoben, aber auch auf Entwicklungsräume verwiesen werden. Angesichts der Vielfalt der erhobenen Merkmale kann hier keine vollständige Darstellung der abgefragten Aspekte vorgenommen werden. Vielmehr sollen durch die ausgewählten Ergebnisse einige Impulse zur Weiterentwicklung der Bildungsregion Freiburg gegeben werden. Hohe Sozialkompetenzen bei Schülerinnen und Schüler Die Befragungsinstrumente erfassen u. a. Merkmale der Sach-, Fach- und Sozialkompetenzen. In diesem Zusammenhang zeigten sich insbesondere im Bereich der sozialen Fähigkeiten positive Einschätzungen. So geben in allen Befragungen über 80% der Schülerinnen und Schüler und rund 90% der Lehrkräfte an, dass die Schülerinnen und Schüler ein gutes Verhältnis untereinander haben. Jeweils zwischen 80% und 90% der Schülerinnen und Schüler sowie der Lehrerinnen und Lehrer stimmen der Aussage zu, dass im Unterricht gelernt werde, die Meinungen anderer zu respektieren, zur Arbeit einer Gruppe beizutragen und eigenständig an Aufgaben zu arbeiten. 64 Darstellung ausgewählter Indikatoren Herausragend ist die Steigerung der positiven Zustimmung der Schülerinnen und Schüler von 2006 auf 2007 auf die Frage, ob sie im schulischen Rahmen auch Erfahrungen in der Arbeitswelt sammeln. Haben dies 2006 etwa ein Drittel der Freiburger Schülerinnen und Schüler positiv bestätigt, sind es bei der Befragung 2007 mit fast 53% deutlich über die Hälfte. Bei der Einschätzung praktischer Kompetenzen wurden aber auch gemeinsame Handlungsbedarfe sichtbar: So geben etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler und der Lehrkräfte an, in der Schule zu lernen oder gelernt zu haben, gesund zu leben. Ein noch niedrigerer Zustimmungswert findet sich im Feld der Entwicklung wirtschaftlicher Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler. So stimmen lediglich 48% der Schülerinnen und Schüler, ca. 20% der Eltern und ca. 30% der Lehrkräfte der Aussage zu, in der Schule zu lernen oder gelernt zu haben, mit Geld vernünftig umzugehen. Weiterentwicklung der Unterrichtskultur Im Bereich des Unterrichts zeigen sich in Freiburger Schulen auf der Grundlage von SEIS deutliche Veränderungen hin zur Arbeit in Gruppen und neuen Formen des Lehrens und Lernens. Damit wird den gesellschaftlichen Veränderungen und dem damit verbundenen notwendigen Aufbau von Schlüsselqualifikationen Rechnung getragen. So geben ca. 83% der Schülerinnen und Schüler an, in Gruppen zusammen zu arbeiten. Die Lehrkräfte bewerten dies mit einer noch höheren Zustimmung von ca. 89%. Das „Lernen durch eigenes Tun“ wird von über 80% der Schülerinnen und Schüler und von über 90% der Lehrkräfte bestätigt. Bezüglich einer Rückmeldekultur im Unterricht gibt es einen interessanten Aspekt: Während über 90% der Lehrkräfte der Aussage zustimmen, den Schülerinnen und Schülern „regelmäßig Rückmeldungen über ihre Arbeit im Unterricht“ zu geben, stimmen dem nur ca. 65% der befragten Schülerinnen und Schüler zu. Hier zeigt sich demnach eine deutliche Diskrepanz zwischen Lehrer- und Schülerwahrnehmung, deren Ursachen einer weiteren Aufklärung bedürfen. Hier könnten Chancen liegen, das Steuerungspotenzial von Rückmeldungen an die Schüler zu verbessern und so die Lernprozesse der Schülerinnen und Schüler auf dieser Grundlage zu optimieren. Ein genauer Blick verweist beispielsweise auf bislang noch wenig genutzte Instrumente wie den Lerntagebüchern und Portfoliomappen. Hier stimmt nur etwa jede fünfte beteiligte Freiburger Lehrkraft der Aussage zu, solche Methoden einzusetzen. Knapp die Hälfte der Eltern, etwas mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler, aber über 80% der Lehrpersonen stimmen der Aussage zu, nach einer Klassenarbeit Ergebnisse für Erklärungen zur Verbesserung in ihrer weiteren Arbeit zu verwenden. Auch hier zeigen sich Verbesserungsmöglichkeiten in der Unterrichtsarbeit. Gutes Klima in den Freiburger Schulen Voraussetzung für gelingende Lernprozesse ist ein Klima der Akzeptanz und des ganzheitlichen Wohlbefindens am jeweiligen Lernort. Diese „alten“ pädagogischen Erkenntnisse haben in den letzten Jahren die Neurowissenschaften eindrücklich belegt51. Die beteiligten Freiburger Schulen können in diesem Bereich auf eine erfolgreiche Arbeit zurückblicken: 51 Spitzer, Manfred: Lernen. Gehirnforschung und die Schule des Lebens. Heidelberg 2006. 65 Bildung in Freiburg 2008 Über zustimmende Einschätzung der beteiligten Befragungsgruppen hinaus zeigt sich vor allem ein positiver Entwicklungstrend zwischen 2006 und 2007 ab (vgl. Tab. 2.6.2). Tab. 2.6.2: Schule als einladender und freundlicher Ort in Freiburg i. Br. in den Jahren 2006 und 2007 nach Befragtengruppen (in %) Die Schule ist ein sehr einladender und freundlicher Ort Befragungsgruppe 2006 Schüler Lehrer Eltern 55,3 65,0 64,6 Zustimmung in % 2007 64,6 72,3 68,0 Quelle: SEIS – Schulgruppenbericht Freiburg i. Br., 2006 und 2007 Die Zustimmung zur Aussage, dass die Schule ein „sehr einladender und freundlicher Ort“ sei, ist bei allen befragten Gruppen relativ hoch und steigerte sich von 2006 nach 2007 in allen Gruppen deutlich. Ein hoher Anteil aller befragten Gruppen stimmt der Aussage zu, dass die Schülerinnen und Schüler gut mit den meisten Lehrkräften auskommen. Auch die Frage, ob man sich an seiner Schule sicher fühlt, wird mit hoher Zustimmung (von 74,1% bei Schülerinnen und Schülern und bis 94,7% bei den sonstigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern) beantwortet. Über 80% aller befragten Gruppen stimmen der Aussage zu, dass die „meisten Lehrerinnen und Lehrer die Schülerinnen und Schüler gerecht behandeln“. Bedarf ergibt sich bei der Frage, ob Lehrerinnen und Lehrer und Schulleitungen etwas dagegen tun, „wenn Mitschülerinnen und -schüler geärgert oder körperlich und seelisch schlecht behandelt werden“. Sehen dies im Durchschnitt etwas mehr als 64% der Schülerinnen und Schüler so, lag dieser durchschnittliche Zustimmungswert bei den Lehrkräften mit 93% doch deutlich höher. Offensichtlich ist auch hier die Selbst-Wahrnehmung der Lehrkräfte zu hinterfragen. Keine Schulqualität ohne gutes Schulleitungsmanagement Je eigenständiger eine Schule z.B. im Bereich der Personaleinstellung, des Budgets und der pädagogischen Konzepte wird, umso größere Verantwortung liegt bei den Schulleitungen für strategische Aufgaben. Gefragt sind personale und kommunikative Kompetenzen, pädagogische Führungsqualitäten sowie weitere Managementfähigkeiten, um diese Herausforderungen zu meistern. Im Rahmen der SEIS-Schulgruppenberichte erfolgte eine differenzierte Beurteilung der Schulleitungen: In den Augen der Lehrkräfte zeichnen die Schulleitungen der einbezogenen Schulen vor allem durch klare Zielvorstellungen, einen kooperativen Führungsstil (z. B. durch die Einbeziehung der Kolleginnen und Kollegen in die Entscheidungsprozesse) und durch eine hohe Motivierung der Lehrkräfte zur Entwicklung neuer Ideen und damit zur Stützung von Innovationsprozessen aus. Hingegen ist es den Schulleitungen noch nicht hinreichend gelungen, auch die Schülerinnen und Schüler und Eltern bei wichtigen schulischen Ent66 Darstellung ausgewählter Indikatoren scheidungen einzubeziehen. Etwa die Hälfte der Schülerinnen und Schüler und knapp zwei Drittel der Eltern fühlen sich nur hinreichend einbezogen. Entwicklungsbedarf zeichnet sich vor allem hinsichtlich der konkreten Entscheidungsprozeduren ab. So waren im Jahr 2007 nur ca. 40% der Schülerinnen und Schüler und knapp 60% der Eltern, jedoch immerhin fast 70% der Lehrkräfte mit der Art und Weise, wie Entscheidungen an der Schule getroffen werden, zufrieden. Ein zukünftiges Entwicklungsfeld für Schulleitungen ist sicherlich auch die Einbeziehung der am Schulleben Beteiligten in Fragen der Mittelverwendung. So stimmen beispielsweise 2007 nur 13% der beteiligten Eltern der Freiburger Schulen der Aussage zu, sich darüber informieren zu können, wie die Schule ihre finanziellen Mittel einsetzt. Hohe Zufriedenheitswerte in den Freiburger Schulen Bei allen befragten Gruppen zeigt der Schulgruppenbericht neben verschiedenen kritischen Aspekten durchgehend hohe Zufriedenheitswerte mit den Schulen insgesamt. Beinahe drei Viertel der befragten Schülerinnen und Schüler gehen gerne in ihre Schule. Mehr als vier Fünftel der befragten Eltern würde die Schule, die ihr Kind besucht, auch anderen Eltern weiterempfehlen. Die Ausbilderinnen und Ausbilder äußern sich in diesem Punkt verhaltener: 2006 geben 62% und 2007 rund 76% der Befragten an, die Schule insgesamt zu empfehlen. Die hohen Zufriedenheitswerte im Umgang zwischen Lehrern und Schülern sowie der Schüler untereinander finden letztlich auch ihren Niederschlag in einer positiven Gesamtbewertung des Arbeitsplatzes „Schule“. So arbeiten jeweils mehr als 90% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wie auch der Lehrerinnen und Lehrer gerne in ihrer Schule. Diese hohen Zustimmungen zeigen sich sowohl 2006 als auch 2007. Das Ergebnis schafft ausgesprochen günstige Voraussetzungen, die begonnenen Qualitätsentwicklungsprozesse an den Freiburger Schulen weiter voranzubringen. Zugleich ist es eine gute Basis, um vor allem in jenen Bereichen die Anstrengungen zu intensivieren, die bislang noch kritischer beurteilt wurden. 67 Projekt Bildungsregion Freiburg 3. Projekt Bildungsregion Freiburg Als gewinnbringend für die Freiburger Bildungslandschaft erweist sich das Projekt „Bildungsregion Freiburg“. Von 2006 bis Ende 2008 läuft das gemeinsam von der Stadt Freiburg, dem Land Baden-Württemberg und der Bertelsmann Stiftung getragene Projekt, an dem 65 staatliche und private Freiburger Schulen aller Schularten beteiligt sind. Vision des Projekts ist es für Freiburger Schülerinnen und Schüler optimale Bildungschancen als eine Voraussetzung für ein gelingendes Leben zu schaffen. Angestrebt werden Bildungsbiographien ohne Brüche. Dies soll von allen Verantwortlichen in gemeinsamer Verantwortung anstatt in Zuständigkeitsdenken gestaltet werden. Folgende Leitziele wurden von einer staatlich-kommunalen Steuerungsgruppe definiert: • • • • • Systematische Qualitätsentwicklung der Schulen Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Bildungsrisiken Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit Entwicklung eines abgestimmten Bildungssystems Entwicklung einer Verantwortungsgemeinschaft Schulträger – Land Auf der Grundlage eines schulartübergreifenden Qualitätsentwicklungsprozesses wurden Unterstützungssysteme und Vernetzungen aufgebaut, die zur Gestaltung einer vernetzten Bildungslandschaft beitragen sollen. Da das Projekt maßgeblich zu systematischen Qualitätsprozessen, verstärktem Austausch und intensiverer Vernetzung der Schulen mit außerschulischen Partnern geführt hat, sollen die wesentlichen Ergebnisse als Kurzbilanz in diesem Rahmen vorgestellt werden. Schule als Schlüssel für Bildung vor Ort – von „SEISmischen Schwingungen“ Da alle Kinder einer Stadt die Einrichtung Schule durchlaufen, stellen die Schulen die zentrale Basis zur Herausbildung einer vernetzten Bildungsregion dar. Ansatzpunkt in Freiburg war es, das Projekt „Bildungsregion“ mit einem Qualitätsentwicklungsprozess der Schulen zu beginnen. Dabei gestaltet jede beteiligte Schule einen spezifischen Schulentwicklungsprozess, der im regionalen Kontext mit Unterstützungsangeboten flankiert wird. Hierzu eignete sich eine Selbstevaluation der Freiburger Schulen mit dem Instrument SEIS (Selbstevaluation in Schulen, siehe auch Kapitel „Qualität schulischer Arbeit“), das von der Bertelsmann Stiftung zur Verfügung gestellt wurde. In bisher drei Schulgruppenerhebungen mit SEIS beteiligten sich 65 Freiburger Schulen aller Schularten mit jeweils ca. 11.000 befragten Schülerinnen und Schülern, Lehrerinnen und Lehrer, Eltern, Ausbilderinnen und Ausbilder, und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unterstützt wurde diese gemeinsame Erhebung durch das Regionale Bildungsbüro mit Workshops und Praxisforen. Im 1. Freiburger Praxisforum wurde eine Liste mit jeweils zwei Stärken und Entwicklungsfeldern der Freiburger Schulen erstellt, die zum Austausch über ähnliche Ziele und Kooperationen im Hinblick auf gemeinsame Projekte dient. Die Ergebnisse der Schulevaluation konnten auch direkt in Fortbildungsunterstützung umgesetzt werden, z.B. im Bereich „Neue Formen der Leistungsbeurteilung“. 69 Bildung in Freiburg 2008 Im Selbstevaluationsprozess wurden die Schulen bei der Datenauswertung und Aktivitätenplanung durch Prozessbegleiterinnen und Prozessbegleiter unterstützt. Der Vorteil dieser Vorgehensweise für die Schulen liegt auf der Hand. Sie gehen nicht allein in den Prozess der Selbstevaluation, sondern in ständiger Anbindung an andere Schulen und ein Unterstützungssystem aus „einem Guss“. Die Akzeptanz und die Beteiligung an dem für die Schulen neuen zeit- und ressourcenaufwändigen Selbstevaluationsverfahren sind deshalb hoch. So führt die Schulleiterin eines Freiburger Gymnasiums aus: „Ob in Praxisforen, Schulleitertreffen oder Fortbildungskursen, hier treffen Kollegen der verschiedenen Schulformen oft zum ersten Mal aufeinander. Das allein öffnet schon den Blick für Probleme, die man an seiner eigenen Schule vielleicht gar nicht so hat oder kennt.“ Da nach süddeutscher Bauernregel das „Schwein nicht fett vom Wiegen wird“ ist es ein weiterer Vorteil für die Schulen, die zahlreichen Angebote der Bildungsregion zur Begleitung der Schulentwicklungsprozesse, die durch die Selbstevaluation angestoßen oder intensiviert wurden, zu nutzen. Qualifizierung für Freiburger Schulen – gemeinsam statt einsam Ein weiterer zentraler Vorteil regionalisierter Schulentwicklung sind gemeinsam geplante und wiederum schulartübergreifend durchgeführte Qualifizierungen in einer Region. Hierbei ergaben sich zwei Bereiche, die die beteiligten Schulen als Angebot wahrnehmen konnten. Zunächst konnten sich Schulleitungen und Steuerungsgruppen zu einer Qualifizierungsreihe im Bereich der Organisationsentwicklung anmelden. Folgende Module wurden dabei angeboten: • • • • • Statusanalyse und Veränderungsmanagement Qualitätsmanagement und die Rolle der Steuergruppe Selbstevaluation als Teil von Qualitätsentwicklung Teamentwicklung und Projektmanagement Statusanalyse und langfristige Erfolgssicherung 50 Schulen haben diese Qualifizierungen durchlaufen. Die Schulen begrüßten insbesondere die Teile der Qualifizierungen, die sie besser in die Lage versetzten, die SEIS - Ergebnisse in Entwicklungsschritte („von Daten zu Taten“) umzusetzen. Im zweiten Schritt wurde gemeinsam von Bildungsbüro, Schulaufsicht und Experten eine Grundorientierung zur Unterrichtsentwicklung erarbeitet. Zum ersten Mal stellten sich in Freiburg alle Schulaufsichtsebenen, die Stadt als Schulträger, die Schulen und die Personalvertretungen die Frage, welche überfachlichen Kompetenzen der Lehrerinnen und Lehrer für zentral erachtet werden. In einem vom Regionalen Bildungsbüro moderierten Prozess entstand das „Freiburger Konzept Neue Lernkultur“. Es besteht aus folgenden fünf Modulen: • • • • • Reflexionskompetenz und Rollenklarheit Methodische Kompetenz Kompetenz der fördernden Leistungsbeurteilung Diagnostische und didaktische Kompetenz im Umgang mit Heterogenität Kompetenz effizienter Klassenführung Zum Auftakt wurden alle Module im Rahmen einer Fachtagung mit 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmern von namhaften externen Referentinnen und Referenten vorgestellt. In der in70 Projekt Bildungsregion Freiburg zwischen angelaufenen systematischen Fortbildungskonzeption beteiligten sich 34 Projektschulen mit ca. 130 Teilnehmerinnen und Teilnehmern an den einzelnen Modulen. Hierbei werden in einer ersten Phase regionale Fortbildnerinnen und Fortbildner qualifiziert, in einer zweiten Phase Schulteams, in einer dritten Phase finden Pädagogische Tage an den jeweiligen Schulen statt. In einer vierten Reflexions- und Coachingphase werden die Schulteams im Hinblick auf die weitere Implementierung beraten. Alle Module bewegen sich im Rahmen überfachlicher Kompetenzen und werden schulartübergreifend bearbeitet. Da die Inhalte der Module eng miteinander verzahnt sind, können die Schulen in einem abgestimmten Prozess über mehrere Jahre hinweg gemeinsam, aber doch im jeweiligen Entwicklungstempo der Einzelschule, das Gesamtkonzept implementieren. Gutes Geld für gute Ideen – der Innovationsfonds Ein zentrales Element des Freiburger Projekts ist der Regionale Innovationsfonds. Hier haben Schulen die Chance, schuleigene Projekte, Qualifizierungsmaßnahmen und besondere Arbeitsvorhaben fördern zu lassen. In der dreijährigen Projektlaufzeit stehen pro Jahr 75.000€ zur Verfügung, die die Regionale Steuerungsgruppe auf Antrag vergibt. Bei den Vergabekriterien ist es entscheidend, dass es einen Bezug zum jeweiligen Schulentwicklungsprozess gibt und die Relevanz für das gesamte System einer Schule deutlich wird. Eine vermeintliche „Hürde“ hat sich als großer Gewinn herausgestellt: Nur drei Schulen gemeinsam können einen Antrag stellen. Dies können drei Schulen einer gleichen Schulart sein, sofern sich ein außerschulischer Partner beteiligt. Arbeiten nur drei Schulen im Projekt zusammen, muss mindestens eine davon aus einer anderen Schulart dabei sein. In den zurückliegenden drei Antragsterminen beteiligten sich 33 Schulen, also über die Hälfte der Schulen, die mit der Teilnahme an SEIS als Projektschulen gelten (65), an insgesamt 17 geförderten Projekten aus dem regionalen Innovationsfonds. Die Inhalte wurden teilweise direkt aus den Ergebnissen der Erhebung mit SEIS abgeleitet. Sie haben immer Relevanz für die Schule als Gesamtsystem und haben teilweise Eingang in schuleigene Curricula und Schulprogramme gefunden. Die Zusammenarbeit mehrerer Schularten, auch schulartübergreifend, führt zu anderen mentalen Bildern der jeweiligen Schulart und kann so im Hinblick auf schulische Übergänge in Freiburg hilfreich sein. Die Inhalte der Innovationsfondsprojekte liegen bisher in folgenden Bereichen: • • • • Berufliche Orientierung (3 Projekte) Integration / Migration (4 Projekte) Kulturelle Bildung (4 Projekte) Soziales Lernen (6 Projekte, davon 2 speziell für Jungen) So konnten z.B. bisherige Visionen von Sprach- und Erziehungskursen für Eltern in Schulen oder eines „Elterncafés Global“ in Zusammenarbeit mit vielen Partnern umgesetzt werden. Am Schluchsee entsteht eine Kanustation für drei Schulen, die gemeinsame Konzepte zur Erlebnispädagogik entwickelt haben und im „Kreativspektakel“ stehen geistig behinderte Schülerinnen und Schüler mit Real- und Hauptschülerinnen gemeinsam auf der Bühne. Der Innovationsfonds, dessen Vergabe wiederum in enger Abstimmung von Stadt und Schulaufsichtsbehörden erfolgt, wurde so zu einem Erfolg für alle Beteiligten. Eine Bildungsregion lebt vom Engagement der an ihr beteiligten Menschen, egal ob Schüler, Eltern, Lehrer oder andere Partner, die sich für Schule und deren Entwicklung einsetzen. Dieses Engagement braucht auch finanzielle Unterstützung, die hier verlässlich erfolgt. 71 Bildung in Freiburg 2008 Das Netzwerk Berufliche Orientierung Allen Projektbeteiligten der Bildungsregion war von Beginn an klar, dass die Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit ein zentrales Anliegen darstellt. Wie sollte man dieses Ziel verfolgen? Wo lagen Ansatzpunkte, bzw. Potenziale für eine systematische Zusammenarbeit von Schulen, Bildungsträgern, Arbeitsagentur und Wirtschaft? Wie können Betriebe für eine stärkere Kooperation mit Schulen gewonnen werden? 2007 wurde als eines von drei Jahreszielen der Bildungsregion in Abstimmung mit Schulen und Beirat definiert: „Alle Schülerinnen und Schüler erhalten eine qualifizierte berufliche Orientierung.“ Bei der Umsetzungsstrategie richtete sich der Blick sehr schnell auf die Hauptschulen und Förderschulen mit einem sehr hohen Anteil von Risikoschülerinnen und Risikoschülern. So lag beispielsweise zum Ende des Schuljahres 2005/2006 der Anteil derjenigen Hauptschülerinnen und Hauptschüler, die direkt einen Ausbildungsplatz erhielten, bei lediglich 11,4%. Im vom Regionalen Bildungsbüro initiierten Netzwerk Berufliche Orientierung wurden Projektschulen, Schulaufsicht, Vertreterinnen und Vertreter der Wirtschaft, Kammern, Arbeitsagentur und Bildungsträger eingeladen. Schon in der 1. Sitzung wurde deutlich, dass es zwar viele erfolgversprechende Einzelansätze an Schulen gab, diese allerdings untereinander nicht verbunden waren. Außerschulische Partner waren in punktueller Kooperationen mit Schulen eingebunden, hatten jedoch untereinander kaum Kontakt. Nach einer Phase der Zieldefinierung mit Schwerpunkt bei der Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit, der Schaffung von mehr Ausbildungsplätzen und des Erreichens eines Standards zur beruflichen Orientierung in Freiburg, ging es zunächst darum, seitens des Bildungsbüros als Ist-Erhebung eine Datei zu erstellen, in der alle Aktivitäten im Bereich dieser Zielsetzungen zusammengestellt wurden. Allen Beteiligten wurde diese Datei zur Verfügung gestellt und auf der Homepage des Regionalen Bildungsbüros veröffentlicht. Dies war ein wichtiger Schritt, der zunächst die Phase der Information und Konstituierung abgeschlossen hat. Eingeleitet durch ein Strukturpapier aller Freiburger Hauptschulen, hat dann sehr schnell die Phase der gemeinsamen Projekte begonnen. Die Hauptschulen nutzten das Netzwerk, um ihre langjährigen Erfahrungen im Bereich der beruflichen Orientierung darzustellen und im Hinblick auf die daraus resultierenden Bedarfe aktiv zu werden. So wurde nach einer ausführlichen inhaltlichen Analyse folgendes Anliegen formuliert: • eine langfristige und verlässliche Anbindung von außerschulischen kompetenten Partnern mit profunden Kenntnissen der strukturellen Gegebenheiten in Freiburg eine auf die Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler ausgerichtete, kontinuierlich gleich bleibende personelle und programmatische Begleitung eine langfristig abgesicherte Finanzierung eine gezielt auf „Ausbildungsfähigkeit“ ausgerichtete Fortbildung für Lehrkräfte • • • Nach diesem „Aufschlag“ bewährten sich die Synergien des neu geschaffenen Netzwerks: Die Freiburger Bildungsträger entwickelten ein ebenfalls auf langjährige Erfahrungen mit Kleinprojekten aufgebautes modulares System zur vertiefenden beruflichen Orientierung. Durch den hohen Einsatz aller Beteiligten und die Koordination des Regionalen Bildungsbüros konnte bereits 5 Monate nach Vorliegen des Papiers der Hauptschulen ein Vertrag über das Konzept „Erfolgreich in Ausbildung“ unterzeichnet werden. Dabei werden alle Schülerinnen und Schüler der Klassen 8 und 9 der Freiburger Hauptschulen (ca. 700 Schüler) in en72 Projekt Bildungsregion Freiburg ger Abstimmung mit den Schulen und der Arbeitsagentur in acht Modulen vertiefend in beruflicher Orientierung geschult. Das Projekt wird begleitet durch eine Lenkungsgruppe, einen Qualitätszirkel und eine Evaluation durch die Universität Freiburg. Die Rückmeldungen sind überzeugend. In einem ersten Erfahrungsaustausch wurde die „positive Umklammerung“ zum Thema berufliche Orientierung durch Schule, Coaches und Arbeitsagentur hervorgehoben. Parallel dazu entwickelte eine „Initiative Hauptschule“ aus der Wirtschaft eine Kampagne zur besonderen Berücksichtigung von Hauptschülerinnen und Hauptschülern bei neuen Ausbildungsplätzen, und das Handwerk stellte eine Ansprechpartnerschaft für Anliegen der Schulen (Praktikaplätze, Ausbildungsplätze, Patenschaften) zur Verfügung. Ein ähnliches Projekt konnte über den Innovationsfonds mit den Freiburger Förderschulen initiiert werden. Als gemeinsamer Rahmen wird durch die Freiburger Hauptschulen parallel ein gemeinsames Berufswegecurriculum von Klasse 5–10 entwickelt und das Land führt derzeit in Klasse 7 eine Kompetenzanalyse ein. Die gelingende Arbeit im Netzwerk wird in einem ersten Zwischenbericht einer Projektevaluation durch die Pädagogische Hochschule Freiburg bestätigt. Dabei stimmen etwa zwei Drittel der befragten Schulleitungen der Aussage zu, dass das Projekt Bildungsregion entscheidend dazu beiträgt, dass alle Schülerinnen und Schüler eine qualifizierte berufliche Orientierung erhalten. Das Netzwerk Kulturelle Bildung Auf gemeinsame Initiative des Regionalen Bildungsbüros und des Kulturamts gründete sich nach mehreren Workshops und einem Praxisforum ein Netzwerk Kulturelle Bildung. Ziel dieses Netzwerks ist die Systematisierung der Zusammenarbeit von Kultureinrichtungen und Schulen im Sinne von ganzheitlicher Bildung, passend zum Schulentwicklungsprozess. Kulturelle Bildung ist Bestandteil des Kulturkonzepts der Stadt Freiburg. Aus dem demographischen Wandel werden hierin unter anderem folgende Konsequenzen für die Kulturpolitik der Stadt abgeleitet: • Kulturelle Vielfalt, eine attraktive und ausdifferenzierte Kulturlandschaft sind immer wichtigere Faktoren sowohl für die Lebensqualität der Bürgerinnen und Bürger als auch als Standortfaktor in der sich verschärfenden Städtekonkurrenz Verstärktes Engagement für die Zielgruppe Kinder wird immer zwingender: Stichworte Kinderfreundlichkeit, besondere Verantwortung für eine „Kultur des Aufwachsens“, Kulturelle Bildung, Familien durch attraktive Familien und Kinderangebote in der Stadt halten oder zurück zu holen. Das Integrationspotential von Kulturarbeit, insbesondere in den Stadtteilen, wird zunehmend nachgefragt Eine qualitätsvolle und vielfältige Bildungslandschaft ist die wichtigste Basis nachhaltiger Stadtentwicklung52. • • • In einer Umfrage vom Mai 2007, die das Kulturamt und das Regionale Bildungsbüro beim Amt für Schule und Bildung durchführten, wurden 74 Schulen (Rücklaufquote = 45 Schulen bzw. 61,0 %) und 69 Kultureinrichtungen (Rücklauf = 30 Einrichtungen bzw. 43,4 %) zu be52 „Kulturkonzept Freiburg – Demographischer Wandel und Kultur in Freiburg“, Anlage 1 zur Druck sache G-07/194, Kulturamt, Dezernat III der Stadt Freiburg, Oktober 2007. 73 Bildung in Freiburg 2008 stehenden und geplanten Aktivitäten im Bereich Kulturelle Bildung befragt. 26 der 30 Kultureinrichtungen haben nach dieser Umfrage seit 2005 Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen durchgeführt. Bei den Schulen geben 40 der 45 Schulen, die sich rückgemeldet haben, an, seit 2005 in Kooperationen mit kulturellen Einrichtungen/Partnern zu stehen. Die folgende Grafik gibt einen Einblick in die Art der bestehenden Kopperationen von Schulen und Kultureinrichtungen und in die Kooperationsbereitschaft für die Zukunft: Abb. 3.1.1: Kooperationsformen zwischen Kultureinrichtungen und Schulen in Freiburg i. Br. im Jahr 2007 (in %) in % 100 90 80 70 60 50 40 30 20 10 0 Einzelprojekte längerfristige Partnerschaften geplante Kooperationen Kultureinrichtungen (Kooperationen mit Schulen und anderen Bildungseinrichtungen) Schulen (Kooperationen mit Kultureinrichtungen) Quelle: Auswertungsbericht „Projekte und Partnerschaften der kulturellen Bildung an Schulen und Kultureinrichtungen in Freiburg – Umfrage vom Mai 2007“ des Kulturamts und des Regionalen Bildungsbüros beim Amt für Schule und Bildung, August 2007, S. 1 53 Demnach planten zum Zeitpunkt der Umfrage 76,6 % der befragten Kultureinrichtungen (auch) in Zukunft Kooperationen mit Schulen und Bildungseinrichtungen durchzuführen. Bei den Schulen sind es 77,8 %, die weiterhin kooperieren wollen. Bei den bisherigen Workshops und Netzwerktreffen wurden u.a. die Ansprüche an ein solches Netzwerk formuliert, von dem sich beide Seiten insbesondere verlässliche und entsprechend im Schulcurriculum verankerte, langfristige Kooperationen wünschen. Kulturelle Bildung soll zum festen Bestandteil der Freiburger Schulen und der Regionalen Bildungslandschaft werden. Eine Website, betreut durch das Jugendhilfswerk Freiburg, bildet die Plattform für das Netzwerk Kulturelle Bildung und dient der Systematisierung des Austauschs. 53 Grafik: Regionales Bildungsbüro auf der Grundlage der dort angegebenen Daten. Zehn der Schulen benannten beide Kategorien: „Einzelprojekte“ und „längerfristige Partnerschaften“, diese wurden in der Grafik nicht mit aufgeführt. 74 Projekt Bildungsregion Freiburg Im Netzwerk Kulturelle Bildung sollen die Potentiale von Kultur und Bildung in Freiburg in Synergie genutzt werden. Gemeinsame Strukturen Steuerungsgruppe Zentrale Strukturmerkmale des Projekts sind die Regionale Steuerungsgruppe, der Bildungsbeirat und das Regionale Bildungsbüro. Die Regionale Steuerungsgruppe setzt sich paritätisch aus je zwei Vertreterinnen der Kommune (Frau Bürgermeisterin Stuchlik, Herr Burgert) und der Schulaufsicht (Frau Dr. Busse, Herr Weng) zusammen. Beratend wurde das Gremium vom Leiter des Bildungsbüros und jeweils einer Projektmanagerin der Bertelsmannstiftung und des Kultusministeriums begleitet. Wesentliche Aufgaben der Steuerungsgruppe in den zurückliegenden 2,5 Jahren waren: • • • • • Systematische staatlich–kommunale Kooperation Leitbild - und Zieldefinitionen Steuerung und Unterstützung von Qualitätsentwicklung von Schulen Initiierung und Unterstützung systematischer Netzwerkbildung Bereitstellung eines Innovationsfonds Bildungsbeirat Gemäß dem bekannten afrikanischen Sprichwort „Es bedarf eines ganzen Dorfes, um ein Kind zu erziehen“ war es von Anfang an allen Beteiligten im Projekt klar, dass eine Bildungsregion nur mit Unterstützung aller an Bildungsprozessen in Freiburg Beteiligten gestaltet werden kann. Intensiv wurde deshalb an der Idee eines Bildungsbeirats gearbeitet. Die Zusammensetzung des Beirats sollte die ca. 80.000 Menschen, die in Freiburg direkt oder indirekt mit Bildung zu tun haben, abbilden. Die Zusammensetzung wurde hierbei nicht als festgelegt betrachtet. Sie hat sich im Projektverlauf je nach inhaltlichen Schwerpunkten auch verändert, bzw. um Experten und Expertinnen (z.B. zum Themenfeld Migration) erweitert. In der konstituierenden Sitzung wurden von den Beiratsmitgliedern folgende Erwartungen erarbeitet: • • • • • • Sozialräumliche Bildungsverantwortung Verbesserung bei den bildungsbiografischen Übergängen Früher Einstieg in die berufliche Orientierung Stärkung von Kindern mit Migrationshintergrund Stärkere Einbeziehung der Eltern Vernetzte Bildungslandschaft In der 2. Beiratssitzung konnten aus diesen Themen bereits inhaltliche Arbeitsgruppen gebildet werden, die insbesondere im Feld der beruflichen Orientierung und der kulturellen Bildung in Netzwerkbildungen mündeten. 75 Bildung in Freiburg 2008 In der darauf folgenden Beiratssitzung wurden von diesen Zielsetzungen die zwei Schwerpunkte „Elternarbeit“ und „Berufliche Orientierung“ in einem World Cafe bearbeitet. Dabei gab es viele Vorschläge und kreative Anregungen. So gab es zum Thema Elternpartizipation die konkreten Vorschläge der Elternkurse direkt an Schulen und der Elterncafés. Diese Anregungen gingen direkt in das aus dem Innovationsfonds geförderte Projekt „Schulen lernen von und mit Eltern“ ein. In der Beiratssitzung wurden hierzu wichtige Kontakte zwischen Schulen und potenziellen außerschulischen Partnern geknüpft. Die Anregungen des Kaffeetischs zur beruflichen Orientierung, insbesondere die systematische vertiefende Orientierung an den Schulen, konnte im Konzept „Erfolgreich in Ausbildung“ verwirklicht werden. Die 4. und 5. Beiratssitzung widmeten sich beide der Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund als Jahresziel 2008. Beide Sitzungen hatten eine geringere Beteiligung als bisher, allerdings wurden unter Hinzuziehung wichtiger Experten zum Thema Migration zentrale Fragestellungen der Bildungsregion im Hinblick auf hohe Anteile von Kindern mit Migrationshintergrund insbesondere in einzelnen Stadtteilen erörtert. Der Gewinn des Beirats für die Bildungsregion ist in seiner beratenden, unterstützenden und ideengebenden Funktion zu sehen. Eine nicht zu vernachlässigende weitere Funktion ergab sich in der Weitergabe von Projektinformationen in die jeweiligen (teilweise sehr großen) im Beirat vertretenen Institutionen und die Ansprechmöglichkeit bei konkreten Anliegen. Insbesondere mit Vertretern der Wirtschaft, der Volkshochschule und der Universitäten ergaben sich anschließend im Projektzusammenhang wichtige Kooperationen von der Bereitstellung von Räumlichkeiten bis hin zu gemeinsamen Teilprojekten. Kommunikation ist auch hier das Schlüsselwort. Konsens herrscht über das Ziel der Beibehaltung des Bildungsbeirats über das Projektende hinaus. Regionales Bildungsbüro Das Regionale Bildungsbüro Freiburg wurde als Stabsstelle beim städtischen Amt für Schule und Bildung angesiedelt und verfügt im Moment über 2,8 Stellen, die gemeinsam von der Stadt Freiburg und dem Land Baden-Württemberg getragen werden. Bei der Arbeit des Bildungsbüros geht es im wesentlichen um die Sicherstellung einer geplanten und strukturierten Zusammenarbeit, Vernetzung und Beratung im Feld Schulträger, Schulaufsicht, Schulen, außerschulischen Partnern und allen an Bildungsprozessen vor Ort Beteiligten. In Freiburg differenzierte sich die Arbeit des Regionalen Bildungsbüros neben den Kernaufgaben als Geschäftsführung der Regionalen Steuerungsgruppe und als Kooperationsstelle bei drei SEIS - Erhebungen von 65 Schulen sehr schnell aus: So wurden federführend Konzepte für Schulleitungs- und Steuerungsgruppenqualifizierung und zur Unterrichtsentwicklung in Kooperation mit dem Staatlichen Schulamt für die Stadt Freiburg und dem Regierungspräsidium Freiburg sowie der Partnerregion Ravensburg erarbeitet. Thematische Netzwerke wurden initiiert bzw. unterstützt, insbesondere in den Bereichen Berufliche Orientierung und Kulturelle Bildung. Weiterhin bestand eine Hauptaufgabe darin, für den regionalen Innovationsfonds ein Konzept zu entwickeln und diesen zu betreuen, bzw. Schulen bei der Entwicklung und Durchführung beratend zu unterstützen. 76 Projekt Bildungsregion Freiburg Die Kommunikation ist die Querschnittsaufgabe des Bildungsbüros über alle konkreten Zuständigkeiten hinweg. Dabei spielen insbesondere die Regionale Steuerungsgruppe, Regelkontakte mit allen relevanten Einrichtungen, der Beirat, ein Newsletter aus dem Bildungsbüro, die Website und zahlreiche Veranstaltungen und Workshops mit den Schulen eine wichtige Rolle. Das Regionale Bildungsbüro wird als aktive Service- und Unterstützungsleistung wahrgenommen und kann in keine „institutionelle Schublade“ gesteckt werden. Dies gerade macht die Bedeutung der Einrichtung auch für Kommunen und Land aus. In einer Erstevaluation des Kultusministeriums lag der Zufriedenheitswert mit der Arbeit des Regionalen Bildungsbüros bei den Schulleitungen der Projektschulen bei 88%. Ausblick Der Freiburger Weg lässt sich auf der Ebene der Schulen folgendermaßen zusammenfassen: Vom „Ich und meine Klasse“ über das „Wir und unsere Schule“ hin zu „Wir Schulen einer Region“. Auf der Ebene der Stadt und der Schulaufsicht führte der Weg von der Einzelschule über die Schullandschaft zur Bildungslandschaft. Nun hat die Politik dieser gelingenden Entwicklung einen verlässlichen Rahmen gegeben. So gibt es die Zusage vom Land Baden-Württemberg für die Abordnung einer Stelle der stellvertretenden Leitung des Regionalen Bildungsbüros. Die Stadt stellt hierfür im Stellenplan 2,2 Stellen zusätzlich zur Verfügung (1,0 Leitungsstelle, 0,7 pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und eine halbe Stelle als Verwaltungskraft). Der Gemeinderat der Stadt Freiburg hat im Juli diesen Jahres die Weiterführung der Strukturen (Bildungsbüro mit entsprechender Stellenausstattung, Steuerungsgruppe, Beirat, Qualifizierungen und Innovationsfonds) nahezu einstimmig beschlossen. Die Steuerungsgruppe wird um die Bereiche Jugendhilfe, Kultur und Migration erweitert, Herr Bürgermeister von Kirchbach wird dazu an den Sitzungen teilnehmen. Die Aufgabe der nächsten Jahre wird darin bestehen, Kinder einer Region von der frühen Bildung über den Beruf bis zur Weiterbildung in ihren Potenzialen bestmöglich zu fördern und die entsprechenden bildungsbiografischen Übergänge gemeinsam zu gestalten. Hierfür sollten alle relevanten Potenziale vor Ort vernetzt und verstetigt werden. Schulen spielen hierbei als Kontext für alle Kinder und Jugendlichen einer Region die zentrale Rolle. Die Freiburger Schulen stellen sich dieser Herausforderung gemeinsam im Kontext eines abgestimmten Unterstützungssystems. Ohne das große Engagement aktiver Schulleitungen, Lehrerinnen und Lehrer sowie Schülerinnen und Schüler in Freiburg und die vielfältige Unterstützung durch die Stadt wäre diese Entwicklung nicht möglich gewesen. 77 Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse 4. Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg Ein Bericht über Bildung in Freiburg kann nicht ohne Darstellung der Rahmenbedingungen vorgenommen werden, unter denen Bildungsinstitutionen arbeiten und Bildungsprozesse ablaufen. Das Bildungssystem und die allgemeinen wie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen sich gegenseitig. Die Bildungsangebote und die Arbeit von Bildungseinrichtungen werden in hohem Maße von solchen Faktoren wie der wirtschaftlichen Situation in der Region, der Bevölkerungssituation einschließlich der jeweiligen kulturellen Prägungen sowie der demografischen Entwicklung beeinflusst. Andererseits stellt Bildung ein zentrales Handlungsfeld dar, um den Herausforderungen des gesellschaftlichen Wandels, der demografischen und der wirtschaftlichen Entwicklung gerecht zu werden. Freiburg als traditionelle Bildungsstadt versucht die vielfältigen Potenziale in diesem Bereich optimal zu fördern und ständig weiter zu entwickeln. Dem Bericht wurden daher Informationen zur Bevölkerungssituation und zur demografischen Entwicklung, zu den Einwohnerinnen und Einwohnern mit Migrationshintergrund, zur wirtschaftlichen Infrastruktur sowie zur Infrastruktur des Bildungswesens in Freiburg vorangestellt. „Herzstück“ des ersten Freiburger Bildungsberichts ist die Darstellung von sechs Indikatoren, deren wichtigste Ergebnisse im Folgenden kurz zusammengefasst werden. Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung In Freiburg standen im Jahr 2007 insgesamt 166 Tageseinrichtungen in öffentlicher und privater Trägerschaft für den Bereich der frühkindlichen Bildung und Betreuung zur Verfügung. Dabei kommt vor allem den freien, nichtkonfessionellen Trägern eine hohe Bedeutung zu. Sie decken mit 80 Einrichtungen 48% des Angebots in der Stadt ab. 38% der Einrichtungen werden von konfessionellen Trägern geführt und rund 14% liegen in öffentlicher Verantwortung. Nicht-konfessionelle und konfessionelle Träger haben somit für Freiburg eine große Bedeutung für die Bereitstellung von frühkindlichen Betreuungs- und Bildungsangeboten. Im Vergleich zu Baden-Württemberg weisen in Freiburg die öffentlichen Tageseinrichtungen einen relativ geringen Anteil an den frühpädagogischen Trägern rauf. Zwischen 1994 und 2006 hat sich das Angebot vor allem im Bereich der Krippenplätze deutlich verbessert. Im Jahr 2006 standen mit 1.106 Plätzen mehr als viermal so viele Plätze zur Verfügung im Vergleich zum Jahr 1994. Trotzdem zeigt sich hier ein noch weiterer Ausbaubedarf. Die Tagespflege stellt ein wichtiges ergänzendes Betreuungsangebot für Kinder unter 3 Jahren dar. Insgesamt wurden im Jahr 2007 261 Kinder unter 3 Jahren durch Tagespflegepersonen betreut; dies sind 41 Kinder mehr als im Jahr zuvor. In Freiburg wurde bei den 5-Jährigen eine nahezu flächendeckende Bildungsbeteiligung erreicht. Zwischen 2006 und 2007 konnte diese Quote um ca. 4 Prozentpunkte von 95 auf 99% gesteigert werden und liegt damit über der Landesquote. Mit 5 Jahren besuchen demnach nahezu alle Kinder in Freiburg eine Kindertageseinrichtung. Das 3. Lebensjahr wird weitgehend zum Regelbeginn des Kindergartenbesuchs. Im Vergleich zu Baden-Württemberg wird in Freiburg ein höherer Anteil an Kindern unter 3 Jahren von Betreuungsangeboten erreicht. 79 Bildung in Freiburg 2008 Bei der Nutzung von Kinderbetreuungseinrichtungen dominiert die Halbtagsbetreuung bei den unter 3-Jährigen, in der Gruppe der 3-Jährigen bis zum Schuleintritt wird überwiegend eine Teilzeitbetreuung mit einem Umfang von 5 bis zu 7 Stunden in Anspruch genommen. Für Kinder mit Behinderungen zeichnete sich in den letzten Jahren folgende Entwicklung ab. In der Gruppe der 3-Jährigen bis zum Schuleintritt wiesen im Jahr 2006 141 Kinder einen erhöhten Förderbedarf auf, im Jahr 2007 waren dies 149. Anteilig entspricht dies einer Erhöhung von 0,2 Prozentpunkten auf 2,5%. Der Anteil an Kindern, für die Eingliederungshilfen gewährt werden, liegt in Freiburg bei den über 3-Jährigen bis zum Schuleintritt über der Landesquote von 1,5%. Der Anteil von Kindern mit Migrationshintergrund lag in Freiburg für das Jahr 2007 – nach Angaben der Kinder- und Jugendhilfestatistik – unter den 3-Jährigen bis zum Schuleintritt bei ca. 36% und damit höher als die Beteiligungsquote für Baden-Württemberg. In Freiburg befindet sich ein höherer Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund in frühpädagogischen Angeboten als in Baden-Württemberg insgesamt. Nach Planungsbezirken liegen jedoch erkennbare Segregationstendenzen in der frühkindlichen Bildung und Betreuung vor. Darüber hinaus weisen Planungsbezirke mit hohem Migrationsanteil die niedrigsten Versorgungsquoten auf. Dabei wünscht sich mehr als die Hälfte der Eltern mit Migrationshintergrund eine Förderung beim Spracherwerb für ihre Kinder. Dies trifft noch stärker auf Familien zu, in denen eine nichtdeutsche Sprache gesprochen wird. Im Rahmen der frühkindlichen Betreuung sind in Freiburg insgesamt 1.432 Personen in den Kindertageseinrichtungen tätig. Davon haben rund drei Viertel einen fachpädagogischen Berufsausbildungsabschluss. Ca. 44% der Beschäftigten sind in Vollzeit beschäftigt, mehr als die Hälfte der in den Einrichtungen tätigen Personen übt eine Teilzeitbeschäftigung aus. Übergänge in die Schule Über einen langen Zeitraum lag die Zahl der verspätet eingeschulten Kinder über der Zahl jener Kinder, die vorzeitig in die Schule aufgenommen wurden. Hier zeichnete sich jedoch bundesweit gegen Ende der 1990er Jahre eine Trendumkehrung ab. Zwischen den Jahren 2000 und 2004 ist der Anteil der vorzeitig eingeschulten Kinder in Freiburg von 11 auf 16% stetig angestiegen. Freiburg weist im betrachteten Zeitraum 2000 bis 2007 einen insgesamt etwas höheren Anteil früh eingeschulter Kinder auf als Baden-Württemberg. Seit dem Jahr 2005 ist allerdings mit der beginnenden Absenkung des Einschulungsalters eine rückläufige Tendenz bei den vorzeitigen Einschulungen auszumachen. Der Anteil verspätet Eingeschulter lag in Freiburg in den Jahren 2000 bis 2005 etwa gleichauf mit Baden-Württemberg, 2006 und 2007 weist Freiburg einen leicht höheren Anteil an Rückstellungen auf als BadenWürttemberg. Deutliche Unterschiede zwischen vorzeitig und verspätet eingeschulten Kindern zeigen sich nach Geschlecht. Während die Anteile vorzeitig eingeschulter Mädchen in Freiburg zwischen 11,4% im Jahr 2000 und 7,3% im Jahr 2007 lagen, wurden lediglich 9,6% bzw. 5,5%der Jungen in diesen beiden betrachteten Jahren vorzeitig eingeschult. Hingegen lag der Anteil an Rückstellungen von männlichen Schulpflichtigen um 2 bis 3 Prozentpunkte höher als bei den Mädchen. Mädchen werden häufiger vorzeitig und seltener verspätet eingeschult als Jungen. Ab 2005 erfolgte jedoch eine Annäherung der Anteile vorzeitig eingeschulter Jungen und Mädchen. 80 Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse Der Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler liegt in Freiburg leicht über dem Landesanteil und etwa gleichauf mit dem Anteil ausländischer Kinder in der Vergleichsstadt Heidelberg. Der Anteil an Schülerinnen und Schülern in privaten Grundschulen lag in Freiburg i. Br. mit 6% im Schuljahr 2006/07 rund dreimal so hoch wie in Baden-Württemberg insgesamt. Im Vergleich zu Heidelberg (4%) betrug dieser Anteil etwa das Doppelte. In Freiburg i. Br. liegt der Anteil an Schülerinnen und Schülern der ersten Klasse, die an Sonderschulen unterrichtet werden, mit Ausnahme von 2001, mehr als doppelt so hoch wie in Baden-Württemberg insgesamt. Die höchsten Anteile sind für Freiburg in den Jahren 2006 und 2007 zu verzeichnen. Während in Baden-Württemberg in der Gruppe der 6- bis 10-Jährigen lediglich 3,7% (2006) bzw. 3,9% (2007) der Kinder, die bereits die Schule besuchen, Betreuungsangebote im Rahmen der Kinder- und Jugendhilfe (Hortangebote) in Anspruch nahmen, liegt dieser Anteil in Freiburg um mehr als ein Dreifaches höher. In den Jahren 2006 und 2007 wurden jeweils rund 13% der 6- bis 10-Jährigen, die eine Schule besuchen, im Rahmen von Hortangeboten in der Stadt betreut. Dies sind 954 bzw. 981 Schülerinnen und Schüler im Alter von 6 bis 10 Jahren. Übergänge und Wechsel an Freiburger Schulen Das Übergangsverhalten auf weiterführende Schulen hat sich in den letzten Jahrzehnten verändert. Während noch in den 60er-Jahren in Freiburg die meisten Schülerinnen und Schüler auf Hauptschulen gingen, hat diesen Platz nun bereits viele Jahrzehnte das Gymnasium übernommen. Bei den Realschulen in Freiburg gibt es seit den 90er-Jahren eine relativ stabile Übergangsquote von ca. 20%. Bei fast 25% lag die Quote nur im Schuljahr 2003/04. Im Bereich der anderen weiterführenden Schularten ergibt sich eine Zunahme beim Übergang auf das Gymnasium und eine Abnahme der Übergangsquoten auf die Hauptschule. Lagen die Übergänge auf das Gymnasium 1990 bei 44%, so stieg dieser Wert bis 2007 auf 51%. Bezogen auf die Hauptschule ergibt sich in diesem Zeitraum eine Abnahme der Übergänge von 23% (1990) auf 16% (2007). Auch die flächendeckende Einführung des 8-jährigen Gymnasiums konnte diesen Trend in Freiburg nicht stoppen. Im Gegenteil: zum entsprechenden Schuljahr 2004/05 stieg die Übergangszahl auf das Gymnasium nochmals von 47% auf 51% an. Mit langjährigen stabilen Übergangsquoten von ca. 50% zeigt Freiburg einen deutlichen Trend zu höher qualifizierten Abschlüssen. Auch im Landes- und Bundesvergleich besuchen in Freiburg überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler das Gymnasium. Der Übergang auf die Hauptschule ist dagegen weiter rückläufig. Bei allen Schularten zeigt sich in Freiburg bei geringen Abweichungen zwischen 0,4 und 6,5 Prozentpunkten eine weitgehende Übereinstimmung von Schulempfehlung, Elternwunsch und tatsächlichem Schulbesuch. Die leichten Abweichungen bei Realschulen und Gymnasien lassen sich darüber hinaus mit dem Besuch der Gesamtschule erklären. Der Anteil der ausländischen Schülerinnen und Schüler an der Gesamtzahl der Übergänger auf die Hauptschule in Freiburg liegt im Jahr 2007 bei ca. 35%. Bei den Realschülerinnen und Realschülern liegt dieser Anteil bei etwa 16%. Bei den Schülerinnen und Schülern, die 2007 auf das Gymnasium wechselten, gab es nur einen Anteil von rund 7% ausländischer 81 Bildung in Freiburg 2008 Schülerinnen und Schüler. Während in Freiburg das Gymnasium bei den deutschen Schülerinnen und Schülern die am meisten besuchte Schulart ist, ist dies bei den ausländischen Schülerinnen und Schülern die Hauptschule. Die Realschule ist die einzige Schulart mit etwa gleichen Prozentanteilen von deutschen und ausländischen Schülerinnen und Schülern. Die Anzahl der Schulartwechsler in Freiburg ist vergleichsweise gering. Innerhalb der Gruppe wechselnder Schülerinnen und Schüler ist das Verhältnis jedoch sehr unausgewogen. Denn die deutlich größte Zahl bezieht sich auf den absteigenden Wechsel vom Gymnasium auf die Realschule. Nur eine sehr geringe Zahl von Schülerinnen und Schüler wechselt dagegen auf eine Schulart mit höherem Bildungsabschluss. Wiederholer und Abbrecher In Freiburg wurden im Schuljahr 2006/07 etwa 470 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 1 bis 11 nicht in die nächst höhere Klassenstufe versetzt. Das sind ca. 2,1% aller Schülerinnen und Schüler dieser Klassenstufen. Innerhalb der drei Schulstufen – Primarstufe, Sekundarbereich I und Sekundarbereich II – zeigen sich deutliche Unterschiede. Der Anteil nicht versetzter Schülerinnen und Schüler nimmt in Freiburg von der Primarstufe bis zum Sekundarbereich II zu. Beträgt er in der Primarstufe weniger als 1%, so steigt er bis zum Sekundarbereich II auf 4% der Schülerinnen und Schüler. Der Vergleich zu BadenWürttemberg macht deutlich, dass die Quote der nicht versetzten Schülerinnen und Schüler in Freiburg fast durchweg über dem Landesdurchschnitt liegt. Diese Differenz zeigt sich bei den Realschulen am deutlichsten. Die Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler liegen in den Freiburger Realschulen erheblich über dem Landesdurchschnitt. Ein Vergleich mit Heidelberg zeigt: Die Quote der nicht versetzten Schüler beträgt für die Hauptschulen im Stadtkreis Freiburg 2,1% und im Stadtkreis Heidelberg 2,0%. Bei den Realschulen ergibt sich folgendes Bild: Stadtkreis Freiburg 5,1% und Stadtkreis Heidelberg 6,9%. Bei den Gymnasien weisen mit 3,1% beide Stadtkreise die gleichen Anteile auf. Der Vergleich mit Heidelberg zeigt, dass es sich hier um kein spezifisches Freiburger Problem handelt. Die Anteile nicht versetzter Schüler liegen in Heidelberg in allen drei Schularten auf dem gleichen Niveau. In den Anteilen nicht versetzter Schülerinnen und Schüler in den Realschulen zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Jungen werden deutlich öfter nicht versetzt als Mädchen. In allen Schularten gibt es „kritische“ Klassenstufen. In den Gymnasien sind dies besonders die Klassenstufen 10 und 11. Auswirkungen der Einführung des G8 auf die Anteile nicht versetzter Schülerinnen und Schüler sind derzeit noch nicht ableitbar. Schulabschlüsse Bezogen auf 2007 gab es in Freiburg 2.263 Schulabgängerinnen und Schulabgänger. Davon haben 2194 einen schulischen Abschluss erreicht. 559 Mädchen und 378 Jungen (insgesamt 937) haben ihre schulische Laufbahn mit der allgemeinen Hochschulreife abgeschlossen. Den mittleren Bildungsabschluss erhielten im gleichen Zeitraum 322 Mädchen und 297 Jungen (insgesamt 639). Den Hautschulabschluss erreichten 209 Mädchen und 280 Jungen (insgesamt 489). Bezogen auf die Abschlüsse mit allgemeiner Hochschulreife liegen 82 Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse somit 2007 (und in diesem Trend bereits in den Vorjahren) die Mädchen mit fast 60% deutlich vor den Jungen. Bei den Hauptschulabschlüssen liegen die Mädchen mit knapp 43% der Abschlüsse deutlich unter der Anzahl der Jungen. Insgesamt ist auch im langjährigen Trend die Quote der schulischen Abgänge mit allgemeiner Hochschulreife in Freiburg am höchsten. Lediglich 2003 und 2004 lagen durch einen nur vorübergehenden Abwärtstrend der Quoten der allgemeinen Hochschulreife die mittleren Bildungsabschlüsse fast gleich auf. Ein deutlicher Unterschied zeigt sich bei der Betrachtung der Abschlussquoten nach Schülerinnen und Schülern mit deutscher und ausländischer Nationalität. Die Quote der ausländischen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss beträgt 2007 in Freiburg 39,4%, diejenige mit deutscher Staatsangehörigkeit 6,0%. Auch bei den Schülerinnen und Schülern, die einen Hauptschulabschluss erwerben, überwiegen ganz deutlich die ausländischen Schüler und Schülerinnen. Bezogen auf alle Hauptschulabschlüsse in Freiburg ist 2007 mehr als jeder vierte Abgänger ausländischer Herkunft. Etwa jeder zehnte mittlere Abschluss wird von einer Schülerin oder einem Schüler mit ausländischer Herkunft erreicht. Bei der allgemeinen Hochschulreife ist dagegen nur jeder zwanzigste Abschluss von einer Schülerin oder einem Schüler mit ausländischer Herkunft. In Freiburg sank der Anteil aller Schülerinnen und Schüler, die die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen, im Zeitraum von 2005 bis 2007 von 10,2% auf 7,8%. Bezogen auf die Schulart Hauptschule sank der Anteil der Schülerinnen und Schüler, die ohne Hauptschulabschluss eine Freiburger Hauptschule verlassen zwischen, 2005 und 2007 von 12% auf 4,3 % Der Anteil der ausländischen Schulabgänger ohne Hauptschulabschluss stieg von rund 35% im Jahr 2001 auf rund 46% im Jahr 2007 an. So sind fast die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler in Freiburg ohne Hauptschulabschluss ausländischer Herkunft. Der Anteil von Schülerinnen und Schüler an Sonderschulen an der Gesamtzahl der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss liegt in Freiburg von 2001 bis 2007 relativ gleichbleibend bei ca. 40%. Davon ist etwa jede fünfte Schülerin oder jeder fünfte Schüler Abgänger einer Förderschule. Die Gruppe der Jugendlichen in Freiburg mit den höchsten Bildungsrisiken sind ausländischer Herkunft und männlich. Zwar sinkt der Anteil der Schülerinnen und Schüler ohne Hauptschulabschluss. Innerhalb dieser Gruppe steigt jedoch der Anteil von ausländischen Jugendlichen, insbesondere männlichen Jugendlichen. Qualität schulischer Arbeit Die Stadt Freiburg befindet sich bezüglich Aussagen zur Qualität schulischer Arbeit in einer günstigen Lage, da in diesem Bericht Aussagen zur Qualität schulischer Arbeit und zur Gestaltung von Bildungsprozessen in Schule und Unterricht auf der Grundlage von Daten aus „SEIS“ (Selbstevaluation in Schulen) möglich sind. SEIS ist in erster Linie ein Instrument für die Evaluation der einzelnen Schule. Durch die Standardisierung der eingesetzten Befragungsinstrumente sind jedoch auch Vergleiche über mehrere Schulen möglich. Diese Aussagen lassen jedoch keine Rückschlüsse auf einzelne Schulen zu. Die aggregierten Daten ermöglichen zwar schulübergreifende Aussagen zur Qualität der schulischen Arbeit in Freiburg, jedoch nur bezogen auf die an SEIS beteiligten Schulen. Im Rahmen des Projekts Bildungsregion Freiburg haben sich insgesamt 21 Grundschulen, 8 Grund- und Hauptschulen, 2 Hauptschulen, 6 Realschulen und eine Gesamtschule, 8 Sonderschulen, 7 Gymnasien, 3 berufliche Schulen sowie 10 private Schulen an einer Erhebung 83 Bildung in Freiburg 2008 zur Selbstevaluation als Freiburger Schulgruppe beteiligt. Damit haben 55 von den 63 öffentlichen Schulen (87%) und 10 von den 14 privaten Schulen (71%) das SEIS-Instrument in vergleichbarer Weise genutzt. Im Rahmen dieser Selbstevaluationen der Schulen wurden Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 2 bis 13, die Eltern dieser Schüler, Lehrerinnen und Lehrer, Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der beteiligten Schulen befragt. Mit dem Selbstevaluationsinstrument SEIS konnte die Einschätzung zu wichtigen Bereichen der Schulqualität von allen am Schulleben Beteiligten erhoben und ausgewertet werden. Daraus ergaben sich dann in vielen Fällen zielgeleitete Entwicklungsprozesse, die die Schulqualität der staatlichen und privaten Schulen aller Schularten in Freiburg voranbringen sollen. Für den kommenden Prozess der Fremdevaluation durch das Landesinstitut für Schulentwicklung bietet die Selbstevaluation der beteiligten Schulen eine gute Grundlage. Im Wesentlichen lassen sich folgende Ergebnisse in Übereinstimmung aller Befragten festhalten: hohe Sozialkompetenz bei Schülerinnen und Schüler deutliche Weiterentwicklung der Unterrichtskultur gutes Klima in den Freiburger Schulen gutes Schulleitungsmanagement als wichtige Voraussetzung für die Entwicklung von Schulqualität Insgesamt gesehen zeigen sich hohe Zufriedenheitswerte in den Freiburger Schulen. • • • • Stärken und Herausforderungen im Bereich vorschulischer und schulischer Bildung in Freiburg Über diese sechs dargestellten Indikatoren hinweg stellen die nachfolgend genannten Aspekte besondere Stärken der frühkindlichen und schulischen Bildung in Freiburg dar: Platzangebot und Beteiligungsquoten in Kindertageseinrichtungen der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung liegen in Freiburg sowohl für die Kinder unter drei Jahren als auch für die Kinder von drei bis fünf Jahren über dem Landesdurchschnitt. Das gilt auch für Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund. Das 3. Lebensjahr ist der Regelbeginn eines Besuchs der Kindertageseinrichtungen für die Kinder aller diejenigen Eltern, die das wünschen. In Freiburg zeigen sich über die letzten Jahre hinweg deutliche Trends zu vorzeitigen Einschulungen und zu einer Reduzierung verspäteter Einschulungen (das gilt allerdings nur eingeschränkt ab der Veränderung des Einschulungsstichtages auf den 30.09.). Seit Jahren gibt es in Freiburg eine stabile und sehr hohe Übergangsquote in höher qualifizierende Schularten. Vor allem besuchen überdurchschnittlich viele Schülerinnen und Schüler das Gymnasium (wobei sich im Schuljahr 2006/07 ein leichter Rückgang dieser sehr hohen Übergangsquoten und eine größere Differenz zwischen Grundschulempfehlung für das Gymnasium und tatsächlichem Übergang zeigten). Die Erhebungen auf der Grundlage des SEIS-Instruments, mit dem viele Freiburger Schulen arbeiten, verdeutlichen insgesamt eine hohe Zufriedenheit aller an Schule Beteiligten mit dem Lernen und Leben in den Schulen in Freiburg. - - - 84 Zusammenfassung wesentlicher Ergebnisse Die hier im Einzelnen dargestellten Indikatoren machen zugleich aber auch auf Handlungsfelder aufmerksam, die Herausforderungen für die weitere politische und pädagogische Arbeit in Freiburg darstellen. Zu ihnen gehören vor allem die Folgenden: Die Analyse des Übergangs von der Grundschule auf die weiterführenden Schularten in Freiburg macht deutlich, dass Schülerinnen und Schüler ausländischer Herkunft mehrheitlich auf die Hautschule und nur zu geringen Anteilen auf das Gymnasium übergehen. Insgesamt wechseln eher wenige Schülerinnen und Schüler die nach dem Ende der 4. Klasse gewählte Schulart. Wenn die Schulart in Freiburg gewechselt wird, dann überwiegend von höher qualifizierenden Schularten auf niedriger qualifizierende, also vom Gymnasium zur Realschule bzw. von der Realschule zur Hauptschule. Die Quote der Schulerinnen und Schüler, die in Freiburg nicht versetzt werden, liegt in allen Schularten zum Teil deutlich über dem Landesdurchschnitt. Ein Viertel aller ausländischen Schülerinnen und Schüler verlassen in Freiburg die Schule ohne zumindest den Hauptschulabschluss erreicht zu haben. - - Projekt Bildungsregion Freiburg Als gewinnbringend für die Freiburger Bildungslandschaft erweist sich das Projekt „Bildungsregion Freiburg“. Von 2006 bis Ende 2008 läuft das gemeinsam von der Stadt Freiburg, dem Land Baden-Württemberg und der Bertelsmann Stiftung getragene Projekt, an dem 65 staatliche und private Freiburger Schulen aller Schularten beteiligt sind. Vision des Projekts ist es für Freiburger Schülerinnen und Schüler optimale Bildungschancen als eine Voraussetzung für ein gelingendes Leben zu schaffen. Angestrebt werden Bildungsbiographien ohne Brüche. Dies soll von allen Verantwortlichen in gemeinsamer Verantwortung anstatt in Zuständigkeitsdenken gestaltet werden. Folgende Leitziele wurden von einer staatlich-kommunalen Steuerungsgruppe definiert: • • • • • Systematische Qualitätsentwicklung der Schulen Begleitung und Unterstützung von Kindern und Jugendlichen mit Bildungsrisiken Erhöhung der Ausbildungsfähigkeit Entwicklung eines abgestimmten Bildungssystems Entwicklung einer Verantwortungsgemeinschaft Schulträger – Land Auf der Grundlage eines schulartübergreifenden Qualitätsentwicklungsprozesses wurden Unterstützungssysteme und Vernetzungen aufgebaut, die zur Gestaltung einer vernetzten Bildungslandschaft geführt haben. Mit tatkräftiger Unterstützung der Stadt, die dafür zusätzlich Stellen zur Verfügung stellt, und durch das hohe Engagement aller Beteiligten hat das Projekt insgesamt maßgeblich zu systematischen Qualitätsprozessen, verstärktem Austausch und intensiverer Vernetzung der Schulen mit außerschulischen Partnern beigetragen. . 85 Tabellenanhang Bildung in Freiburg 2008 Erster Bildungsbericht der Stadt Freiburg im Breisgau 87 Tabellenanhang 1. Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg Tab. 1.1.1A: Zu- und Fortzüge in Freiburg i. Br. nach Altersgruppen im Jahr 2006 (Anzahl) Altersgruppen unter 15 Zuzüge Fortzüge 1201 1366 15-20 1656 701 20-30 9867 8670 30-40 2810 3439 40-50 1392 1568 50-60 601 662 60 und älter 755 722 Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg Tab. 1.3.1A: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Freiburg i. Br. im Jahr 2006 nach Wirtschaftsabschnitten (in %) Wirtschaftsabschnitte Dienstleistungen Handel Verarbeitendes Gewerbe Baugewerbe sonstige in % 58,20 15,80 14,40 2,90 8,20 Quelle: Statistisches Jahrbuch 2007, hrsg. Vom Amt für Bürgerservice und Informationsverarbeitung der Stadt Freiburg 89 Bildung in Freiburg 2008 2. Darstellung ausgewählter Indikatoren 2.1 Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung Tab. 2.1.1A: Tageseinrichtungen für Kinder in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg in den Jahren 2006 und 2007 nach Trägergruppen (in %) 2006 Freiburg. Öffentliche Träger Nichtkonfessionelle Träger Konfessionelle Träger 39,1 45,1 38,0 44,6 47,2 12,1 48,2 12,8 13,7 42,8 13,9 42,6 Baden-Württemberg Freiburg 2007 Baden-Württemberg * Stichtag der Erhebung ist der 15.03. Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Tageseinrichtungen für Kinder in Freiburg i. Br. in den Jahren 2006 und 2007 nach Trägergruppen (Anzahl; in %) 2006* Anzahl Öffentliche Träger Nichtkonfessionelle Träger Konfessionelle Träger Gesamt 161 100,0 166 100,0 63 39,1 63 38,0 76 47,2 80 48,2 22 13,7 23 13,9 in % Anzahl 2007 in % * Stichtag der Erhebung ist der 15.03. Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 90 Tabellenanhang Tab. 2.1.2A: Entwicklung der verfügbaren Plätze und der Anzahl der Einrichtungen in Freiburg i. Br. in den Jahren 1994, 1998, 2002 und 2006 nach Art der Tageseinrichtung (Anzahl) Plätze für Krippenkinder Kindergartenkinder Hortkinder Gesamt 1994* 274 5.801 784 6.859 1998* 188 6.240 929 7.357 2002* 524 6.334 1.223 8.081 2006** 1.106 6.040 709 7.855 Anzahl Einrichtungen Krippenkinder Kindergartenkinder Hortkinder Gesamt 1994* 9 89 15 119 1998* 2 94 14 123 2002* 17 75 16 147 2006** 15 79 17 161 *Stichtag 31.12. **Stichtag 15.03. Quelle: Statistische Landesämter: Tageseinrichtungen für Kinder 1994, 1998 und 2002 (Statistik-Regional, Genesis); Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 91 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.1.3A: Bildungsbeteiligungsquoten von Kindern in Tageseinrichtungen und Kindertagespflege in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg in den Jahren 2006 und 2007 nach Altersjahrgängen (in %) 2006 Kinder, die noch nicht die Schule besuchen, im Alter von in Einrichtungen in Tagespflege Freiburg unter 1 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 6 Jahre Kinder unter 3 Jahre 19 Kinder von 3 bis 5 Jahren 94,8 1,8 96,6 90,2 0,8 91 3,8 22,8 7,1 1,5 8,6 1,7 16,2 40,8 92,3 98,9 93,4 44,8 1,3 4,8 5,4 2,5 1,5 1,3 0,6 3 21 46,3 94,8 100,4 94,7 45,3 Gesamt in Einrichtungen in Tagespflege Gesamt Baden-Württemberg 0,6 3,6 17,4 88,7 95,4 94,6 48,6 0,8 1,9 1,8 1 0,8 0,7 0,6 1,4 5,5 19,1 89,7 96,2 95,3 49,2 2007 Kinder, die noch nicht die Schule besuchen, im Alter von in Einrichtungen in Tagespflege Freiburg unter 1 1 Jahr 2 Jahre 3 Jahre 4 Jahre 5 Jahre 6 Jahre Kinder unter 3 Jahre Kinder von 3 bis 5 Jahren 3,4 18,7 37,9 95,2 92,8 97,9 43,1 19,7 95,2 1,5 5,3 6,7 1,7 0,8 1,2 0,5 4,4 1,2 4,9 24 44,6 96,8 93,5 99 43,5 24,1 96,4 Gesamt in Einrichtungen in Tagespflege Gesamt Baden-Württemberg 0,9 4,9 22 90,1 94,9 94 44,1 9,3 90 1,1 2,8 2,4 1,2 0,9 0,9 0,8 2,1 1 2 7,7 24,4 91,2 95,8 94,9 44,9 11,4 91 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 92 Tabellenanhang Tab. 2.1.4A: Kinder, die noch nicht die Schule besuchen, in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Jahr 2007 nach Altersgruppen und Betreuungszeit (in %) Alter unter 3 Jahre Baden- WürttemFreiburg bis 5 Stunden mehr als 5 bis zu 7 Stunden mehr als 7 Stunden vor- und nachmittags ohne Mittagsbetreuung 4 37,9 13,5 35,7 19 7,3 23 8 46 42,4 55 44 30,7 berg 12,4 Freiburg 8,4 3 Jahre bis Schuleintritt Baden- Württemberg 11,6 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Tab. 2.1.5A: Kinder in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg für das Jahr 2007 nach Herkunft der Eltern und Familiensprache (in %) nicht ausländische HerAltersgruppe Freiburg unter 3 Jahre 3 Jahre bis Schuleintritt 64,3 69,0 75,5 kunft BadenWürttemberg 74,1 Kinder mit Eltern ausländischer Herkunft Freiburg 24,5 BadenWürttemberg 25,9 ausländische Herkunft, vorrangig gesprochene Sprache nicht deutsch Freiburg 10,8 Baden-Württemberg 12,1 35,5 31 20,6 12,5 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 93 Bildung in Freiburg 2008 Tab.2.1.6A: Tageseinrichtungen für Kinder in Freiburg i. Br. in den Jahren 2006 und 2007 nach Art der Einrichtung (Anzahl; in %) 2006 2007 Anzahl in % Anzahl in % Gesamt Krippe Kindergarten Hort Einrichtung mit alterseinheitlichen Gruppe Einrichtung mit altersgemischten Gruppen Einrichtung mit alterseinheitliche + altersgemischte Gruppen 161 15 100 9,3 166 100 21 12,7 76 45,8 14 20 9 8,4 12 5,4 79 49,1 17 10,6 18 11,2 6 3,7 26 16,1 26 15,7 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Tab.2.1.7A: Tageseinrichtungen für Kinder in Freiburg i. Br. und in Baden-Württemberg in den Jahren 2006 und 2007 nach Art der Einrichtung (in %) 2006 Freiburg Gesamt Krippe Kindergarten Hort Einrichtung mit alterseinheitlichen Gruppe Einrichtung mit altersgemischten Gruppen Einrichtung mit alterseinheitliche + altersgemischte Gruppen 16,1 10,1 15,7 10,1 100 9,3 49,1 10,6 11,2 3,7 BadenWürttemberg 100 1,9 76 3,7 2,8 5,5 Freiburg 100 12,7 45,8 8,4 12 5,4 2007 BadenWürttemberg 100 2,8 72,9 3,8 4 6,4 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 94 Tabellenanhang Tab. 2.1.8A: Tageseinrichtungen in Freiburg i. Br. in den Jahren 2006 und 2007 nach Anzahl der Plätze (Anzahl; in %) 2006 Anzahl bis 25 Plätze 26 bis 50 Plätze 51 bis 75 Plätze 76 bis 100 101 bis 125 Plätze 126 Plätze und mehr Gesamt 46 48 30 23 10 4 161 in % 28,6 29,8 18,6 14,3 6,2 2,5 100 Anzahl 45 54 29 26 • • 166 2007 in % 27,1 32,5 17,5 15,7 • • 93 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Tab. 2.1.9A: Tageseinrichtungen in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg in den Jahren 2006 und 2007 nach Anzahl der Plätze (in %) 2006 Freiburg bis 25 Plätze 26 bis 50 Plätze 51 bis 75 Plätze 76 bis 100 101 bis 125 Plätze 126 Plätze und mehr 28,6 29,8 18,6 14,3 6,2 2,5 BadenWürttemberg 14,7 32,8 29,1 15,3 6,1 2 Freiburg 27,1 32,5 17,5 15,7 • • 2007 BadenWürttemberg 16,2 32,8 28,9 14,8 5,4 2 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 95 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.1.10A: Versorgungsquote für Kindergartenkinder im Alter von 3 bis unter 7 Jahren im Jahr 2007 nach Planungsbezirken* (in %) Versorgungsquote in % 97,2 105,3 107,3 89,2 110,5 84,7 86,7 89,0 79,2 126,4 184,8 98,0 115,5 102,4 105,4 96,3 Planungsbezirk 1: Süd-westliche Ortschaften 2: Rieselfeld / Mundenhof 3: Haslach 4: Weingarten, Haslach-Haid 5: Neuburg, Herdern-Süd 6: Zähringen, Herdern-Nord 7: Hochdorf 8: Nord-West Mooswald, Betzenhausen, Lehen, Landwasser 9: Brühl u. Stühlinger Beurbarung 10: Stühlinger 11: Günterstal 12: Vauban 13: St. Georgen 14: Altstadt, Wiehre, Oberau 15: Waldsee Littenw. usw. 16: Unterwiehre * Gerechnet auf 3,5 Jahrgänge der 3- bis unter 7-Jährigen Quelle: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) (2007). Endbericht zur Kindertagesstättenbedarfsplanung. Freiburg im Breisgau, Teil A, S. 112 96 Tabellenanhang Tab. 2.1.11A: Versorgungsquote für Kindergarten im Alter von 3 bis unter 7 Jahren in Freiburg i. Br. für das Jahr 2007 nach Stadtteilen* (in %) Versorgungsquote Stadtbezirk 232 Brühl-Industriegebiet 613 Haslach-Schildacker 522 Mooswald-West 611 Haslach-Egerten 511 Stühlinger-Beurbarung 531 Betzenh.-Bischofslinde 212 Herdern-Nord 410 Oberau 421 Oberwiehre 630 Opfingen 540 Landwasser 330 Ebnet 650 Munzingen 422 Mittelwiehre 111 Altstadt-Mitte 240 Hochdorf 614 Haslach-Haid 660 Weingarten 320 Littenweiler 220 Zähringen 424 Unterwiehre-Süd (in %): Stand Mai 2007 0,0 423 Unterwiehre-Nord 0,0 624 Vauban 23,2 211 Herdern-Süd 31,1 670 Rieselfeld 42,1 532 Alt-Betzenhausen 65,2 621 St. Georgen-Nord 66,4 340 Kappel 68,1 231 Brühl-Güterbahnhof 68,3 513 Alt-Stühlinger 69,4 640 Tiengen 79,2 310 Waldsee 81,2 560 Waltershofen 81,6 120 Neuburg 83,3 550 Lehen 83,7 512 Stühlinger-Eschholz 86,7 612 Haslach-Gartenstadt 88,9 521 Mooswald-Ost 89,4 430 Günterstal 92,8 622 St. Georgen-Süd ohne Vauban 93,5 112 Altstadt-Ring 96,2 570 Mundenhof Stadtbezirk Versorgungsquote (in %) Stand Mai 2007 96,5 98,0 100,5 103,1 103,3 105,3 110,1 112,2 112,6 126,5 130,2 130,4 133,8 141,3 150,8 161,1 166,7 184,8 186,8 346,6 750,0 *Gerechnet auf 3,5 Jahrgänge der 3- bis unter 7-Jährigen Quelle: Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik e.V. (ISS) (2007). Endbericht zur Kindertagesstättenbedarfsplanung. Freiburg im Breisgau, Teil A, S. 113 97 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.1.12A: Kinder in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i.Br. in den Jahren 2006 und 2007 nach Alter und erhöhtem Förderbedarf (Anzahl; in %) Alter Förderbedarf kein 2006 Anzahl 1097 9 1106 5903 141 6044 in % 99,2 0,8 100,0 97,7 2,3 100,0 Anzahl 2007 in % 98,1 1,9 100,0 97,5 2,5 100,0 1135 22 1157 5.839 149 5988 unter 3 Jahre erhöht* gesamt 3 J. bis Schuleintritt kein erhöht gesamt * Eingliederungshilfe SGB XII (körperl/geistig Behind); Eingliederungshilfe § 35a SGB VIII (seel Behind); HzE nach § 27ff SGB VIII Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Tab. 2.1.13A: Kinder in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Jahr 2007 nach Alter und erhöhtem Förderbedarf (in %) 2007 Alter Förderbedarf Freiburg 98,1 1,9 97,5 2,5 BadenWürttemberg 99,2 0,8 98,5 1,5 unter 3 Jahre 3 J. bis Schuleintritt kein erhöht* kein erhöht * Eingliederungshilfe SGB XII (körperl/geistig Behind); Eingliederungshilfe § 35a SGB VIII (seel Behind); HzE nach § 27ff SGB VIII Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder Tab. 2.1.14A: Tätige Personen in Kindertageseinrichtungen in Freiburg i.Br. und Baden-Württemberg im Jahr 2007 (Anzahl; in %) Freiburg Anzahl gesamt davon mit fachpädagogischem Berufsausbildungsabschluss davon in Vollzeit 1432 1063 628 in % 100,0 74,2 43,9 Baden-Württemberg Anzahl 54329 41600 24191 in % 100,0 76,6 44,5 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg 2007, eigene Berechnungen 98 Tabellenanhang 2.2 Übergänge in die Schule Tab. 2.2.1A: Vorzeitig und verspätet eingeschulte sowie zurückgestellte Kinder in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2000/01 bis 2007/08 (in %) SchulanJahr* Geschlecht m 2000/01 w insgesamt m 2001/02 w insgesamt m 2002/03 w insgesamt m 2003/04 w insgesamt m 2004/05 w insgesamt m 2005/06 w insgesamt m 2006/07 w insgesamt m 2007/08 w insgesamt fänger insgesamt 813 828 1641 819 765 1584 813 769 1582 926 882 1808 932 840 1772 964 882 1846 918 882 1800 888 822 1710 Fristgerecht eingeschult Anzahl 682 701 1383 700 630 1330 692 611 1303 740 694 1434 750 648 1398 780 714 1494 741 715 1456 739 696 1435 in % 83,9 84,7 84,3 85,5 82,4 84,0 85,1 79,5 82,4 79,9 78,7 79,3 80,5 77,1 78,9 80,9 81,0 80,9 80,7 81,1 80,9 83,2 84,7 83,9 Vorzeitig eingeschult Anzahl 78 94 172 68 104 172 67 135 202 110 140 250 123 156 279 112 134 246 79 115 194 49 60 109 in % 9,6 11,4 10,5 8,3 13,6 10,9 8,2 17,6 12,8 11,9 15,9 13,8 13,2 18,6 15,7 11,6 15,2 13,3 8,6 13,0 10,8 5,5 7,3 6,4 Verspätet eingeschult Anzahl 53 33 86 51 31 82 54 23 77 76 48 124 59 36 95 72 34 106 98 52 150 100 66 166 6,5 4,0 5,2 6,2 4,1 5,2 6,6 3,0 4,9 8,2 5,4 6,9 6,3 4,3 5,4 7,5 3,9 5,7 10,7 5,9 8,3 11,3 8,0 9,7 Zurückgestellt in % 12,3 5,2 8,7 10,7 5,4 8,1 9,3 5,5 7,5 7,8 4,9 6,4 7,9 4,8 6,4 10,5 5,7 8,2 12,1 6,2 9,2 10,0 7,1 8,6 in % Anzahl 100 43 143 88 41 129 76 42 118 72 43 115 74 40 114 101 50 151 111 55 166 89 58 147 *Stichtage für die Schuljahre 2000/01 bis 2004/05: : 30.06; für Schuljahr 2005/06: 31.07., für Schuljahr 2006/07: 31.08 und für Schuljahr 2007/08: 30.09. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen 99 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.2.2A: Vorzeitig und verspätet eingeschulte Kinder in Baden-Württemberg in den Schuljahren 2000/01 bis 2007/08 (in %) Schulanfänger Fristgerecht eingeschult in % Vorzeitig eingeschult Anzahl in % Verspätet eingeschult Anzahl in % Zurückgestellt Anzahl Jahr* Geschlecht insgesamt Anzahl m 55574 47693 85,8 3789 6,8 4092 7,4 4412 w 53116 45657 86,0 5278 9,9 2181 4,1 2292 insgesamt 108690 93350 85,9 9067 8,3 6273 5,8 6704 m 55574 47693 85,8 3789 6,8 4092 7,4 4412 2001/02 w 53116 45657 86,0 5278 9,9 2181 4,1 2292 insgesamt 108690 93350 85,9 9067 8,3 6273 5,8 6704 m 56500 48217 85,3 4264 7,5 4019 7,1 4338 2002/03 w 54640 46530 85,2 5981 10,9 2129 3,9 2327 insgesamt 111140 94747 85,3 10245 9,2 6148 5,5 6665 m 58979 50161 85,0 4970 8,4 3848 6,5 4049 2003/04 w 57058 47837 83,8 7078 12,4 2143 3,8 2190 insgesamt 116037 97998 84,5 12048 10,4 5991 5,2 6239 m 57214 47846 83,6 5581 9,8 3787 6,6 3695 2004/05 w 54921 45079 82,1 7795 14,2 2047 3,7 1935 insgesamt 112135 92925 82,9 13376 11,9 5834 5,2 5630 m 56172 48782 86,8 3965 7,1 3425 6,1 4926 2005/06 w 54152 46573 86,0 5693 10,5 1886 3,5 2634 insgesamt 110324 95355 86,4 9658 8,8 5311 4,8 7560 m 55294 48282 87,3 2558 4,6 4454 8,1 5862 2006/07 w 52548 46412 88,3 3768 7,2 2368 4,5 3244 insgesamt 107842 94694 87,8 6326 5,9 6822 6,3 9106 m 52829 46370 87,8 1341 2,5 5118 9,7 6817 2007/08 w 50607 45585 90,1 2101 4,2 2921 5,8 3974 insgesamt 103436 91955 88,9 3442 3,3 8039 7,8 10791 *Stichtage für die Schuljahre 2000/01 bis 2004/05: : 30.06; für Schuljahr 2005/06: 31.07., für Schuljahr 2006/07: 2000/01 31.08 und für Schuljahr 2007/08: 30.09. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen 100 Tabellenanhang Tab. 2.2.3A: Vorzeitig und verspätet eingeschulte Kinder in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2000/01 bis 2007/08 nach Geschlecht (in %) vorzeitig eingeschult Mädchen 11,4 13,6 17,6 15,9 18,6 15,2 13 7,3 Jungen 9,6 8,3 8,2 11,9 13,2 11,6 8,6 5,5 verspätet eingeschult Mädchen 4 4,1 3 5,4 4,3 3,9 5,9 8 Jungen 6,5 6,2 6,6 8,2 6,3 7,5 10,7 11,3 Einschulungsjahr* 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 *Stichtage für die Schuljahre 2000/01 bis 2004/05: : 30.06; für Schuljahr 2005/06: 31.07., für Schuljahr 2006/07: 31.08 und für Schuljahr 2007/08: 30.09. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen Tab. 2.2.4A: Anteil ausländischer Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg in den Jahren 2001 bis 2007 (in %) Freiburg Schüler der 1. Klasse insgesamt Jahr davon ausl. Schüler Anzahl 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 1.594 1.696 1.848 1.811 1.872 1.809 1.720 Anzahl 285 278 327 265 283 250 194 in % 17,9 16,4 17,7 14,6 15,1 13,8 11,3 Baden-Württemberg Schüler der 1. Klasse insgesamt davon ausl. Schüler Anzahl 110.193 112.317 117.115 113.251 111.364 108.668 104.408 Anzahl 16.297 16.020 16.341 15.826 15.047 12.630 10.349 in % 14,8 14,3 14,0 14,0 13,5 11,6 9,9 Quelle: Statistisches Landesamt Baden- Württemberg, 2000 bis 2008, eigene Berechnungen 101 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.2.5A: Anteil Schülerinnen und Schüler in der ersten Klasse in Sonderschulen in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg in den Jahren 2001 bis 2007 (in %) Freiburg Schüler der 1. Klasse insgesamt Jahr Anzahl 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 1594 1696 1848 1811 1872 1809 1720 davon in Sonderschulen Anzahl 9 72 64 76 73 84 84 in % 0,6 4,2 3,5 4,2 3,9 4,6 4,9 Anzahl 110193 112317 117118 113251 111364 108668 104408 Baden-Württemberg Schüler der 1. Klasse insgesamt davon in Sonderschulen Anzahl 387 1808 1882 1889 1985 1962 2110 in % 0,4 1,6 1,6 1,7 1,8 1,8 2,0 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, 2001 bis 2007, eigene Berechnungen Tabelle 2.2.6A: Kinder, die bereits die Schule besuchen, in Tageseinrichtungen und Quote der Bildungsbeteiligung nach Alter in Freiburg i.Br. und Baden-Württemberg 2006 und 2007 (Anzahl; in %) Altersgruppen Insgesamt 6 bis unter 10 Jahre 10 bis unter 14 Jahre Freiburg i.Br. 15.03.2006 15.03.2007 15.03.2006 15.03.2007 15.03.2006 15.03.2007 1.199 1.184 8,2 8,1 2,4 2,4 954 981 245 203 3,5 2,9 1,0 1,0 Quote der Bildungsbeteilung 12,6 12,9 Baden-Württemberg 3,7 3,9 Quelle: Statistische Landesämter: Kinder in Kindertageseinrichtungen 2006 und 2007; Auswertung der Mikrodaten durch die Dortmunder Arbeitsstelle Kinder- und Jugendhilfestatistik im Forschungsdatenzentrum der Länder 102 Tabellenanhang 2.3 Übergänge und Wechsel an Freiburger Schulen Tab. 2.3.1A: Schulübergänge aus öffentlichen und privaten Grundschulen auf weiterführende Schulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 1990/91 bis 2007/08 (Anzahl; in %) davon auf Schuljahr Übergänge insgesamt 1227 1411 1435 1420 1572 1558 1493 1577 1656 1500 1647 1608 1645 1666 1594 1552 1655 1769 Hauptschulen Anzahl 1990/91 1991/92 1992/93 1993/94 1994/95 1995/96 1996/97 1997/98 1998/99 1999/00 2000/01 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 278 261 279 283 306 364 316 313 322 272 355 336 325 298 275 255 247 287 in % 22,7 18,5 19,4 19,9 19,5 23,4 21,2 19,8 19,4 18,1 21,6 20,9 19,8 17,9 17,3 16,4 14,9 16,2 Realschulen Anzahl 208 288 300 295 348 342 339 333 388 324 337 326 337 411 332 313 341 366 in % 17 20,4 20,9 20,8 22,1 22 22,7 21,1 23,4 21,6 20,5 20,3 20,5 24,7 20,8 20,2 20,6 20,7 Gymnasien Anzahl 539 621 670 675 712 681 644 736 798 734 781 792 815 785 813 777 857 896 Sonstige* in % Anzahl in % 43,9 44 46,7 47,5 45,3 43,7 43,1 46,7 48,2 48,9 47,4 49,3 49,5 47,1 51 50,1 51,8 50,7 202 16,5 241 17,1 186 13 167 11,8 206 13,1 171 194 11 13 195 12,4 148 8,9 170 11,3 174 10,6 154 9,6 168 10,2 172 10,3 174 10,9 207 13,3 210 12,7 220 12,4 * Übergänge auf integrierte Schulformen und Sonderschulen sowie Wiederholer der Klassenstufe 4 der Grundschule. Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Tab. 2.3.2A: Vergleich von Grundschulempfehlung, Elternwunsch und tatsächlichem Übergang in Freiburg i. Br. im Jahr 2007* (Anzahl; in %) Weiterführende Schule Hauptschule Realschule Gymnasium Andere* Summe Grundschulempfehlung Anzahl 339 377 944 1660 in % 20,4 22,7 56,9 100 Elternwunsch Anzahl 287 453 920 1660 in % 17,3 27,3 55,4 100 Tatsächlicher Übergang Anzahl 280 346 832 195 1653 in % 16,9 20,9 50,3 11,8 100 * z.B. Integrierte Gesamtschulen, private Schulen Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen 103 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.3.3A: Tatsächliche Übergänge von ausländischen und deutschen Schülerinnen und Schülern aus öffentlichen Grundschulen auf Hauptschule (HS), Realschule (RS) und Gymnasium (Gym) in Freiburg i. Br. in den Jahren 2000-2007 (Anzahl; in %) Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 Übergänge insgesamt HS 348 330 316 290 272 251 242 280 RS 334 308 328 393 313 295 320 346 Gym 757 761 765 734 770 729 810 832 Summe 1439 1399 1409 1417 1355 1275 1372 1458 HS 121 125 104 98 96 91 90 davon Ausländer RS 43 49 55 61 55 49 43 Gym 68 67 61 56 56 55 59 Summe HS davon Deutsche RS 291 259 273 332 258 246 277 290 Gym 689 694 704 678 714 674 751 773 Summe 1207 1158 1189 1202 1148 1080 1180 1244 232 227 241 205 220 212 215 192 207 176 195 160 192 152 99 56 59 214 181 In % der jeweiligen Kohorte Übergangsquote bei Ausländern HS 52,2 51,9 47,3 45,6 46,4 46,7 46,9 46,3 RS 18,5 20,3 25 28,4 26,6 25,1 22,4 26,2 Gym 29,3 27,8 27,7 26 27,1 28,2 30,7 27,6 Summe 100 100 100 100 100 100 100 100 Jahr 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 Übergangsquote insgesamt HS RS Gym Summe 100 100 100 100 100 100 100 100 Übergangsquote bei Deutschen HS 19 18 18 16 15 15 13 15 RS 24,1 22,4 23 27,6 22,5 22,8 23,5 23,3 Gym 57,1 59,9 59,2 56,4 62,2 62,4 63,6 62,1 Summe 100 100 100 100 100 100 100 100 24,2 23,2 52,6 23,6 22 54,4 22,4 23,3 54,3 20,5 27,7 51,8 20,1 23,1 56,8 19,7 23,1 57,2 17,6 23,3 59 19,2 23,7 57,1 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg Tab. 2.3.4A: Übergänge auf- und absteigend zwischen den Schularten* in den Jahrgansstufen 7 bis 9 in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2001/02 bis 2007/08 (in %) Schulartpaarung (A - B) Wechselrichtung 2001/02 2002/03 2003/04 2004/05 2005/06 2006/07 2007/08 Wechsler insgesamt (Jahrgänge 7 bis 9) HS-RS A B A B A B B A B A B A 100 15,8 38,3 2,3 41,4 0 2,3 18 82 100 14 35,5 10,3 38,3 0 1,9 24,3 75,7 100 25,7 32,4 1,9 39 0 1 27,6 72,4 100 12,8 31,9 3,2 51,1 1,1 0 17 83 100 13,8 36,9 3,1 44,6 0 1,5 16,9 83,1 100 10,1 27 2,2 58,4 0 2,2 12,4 87,6 100 8,9 38,4 1,8 50,9 0 0 10,7 89,3 RS-GY HS-GY Aufwärtswechsel zusammen Abwärtswechsel zusammen : Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Schulstatistik, eigene Berechnungen 104 Tabellenanhang 2.4 Wiederholer und Abbrecher Tab. 2.4.1A: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler öffentlicher und privater Schulen in Freiburg i. Br. und in Baden-Württemberg im Schuljahr 2006/07 nach Schulstufen (Anzahl; in %) Freiburg Schulstufe davon nicht versetzt Anzahl Primarstufe (Klassenstufen 2-4) Sekundarstufe I (Klassen 5-10) Sekundarstufe II (Klasse 11) 5414 11321 822 Anzahl 51 388 33 in % 0,9 3,4 4,0 Anzahl 339128 667485 32390 Baden-Württemberg davon nicht versetzt Anzahl 2665 18089 1284 in % 0,8 2,7 4,0 Schüler der Schulstufe insgesamt Schüler der Schulstufe insgesamt Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Tab. 2.4.2A: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler in Freiburg i. Br. und Baden-Württemberg im Schuljahr 2006/07 nach Schularten (Anzahl; in %) Freiburg Schulart Schüler der Schulart insgesamt davon nicht versetzt Anzahl Grundschule (Klassenstufen 2-4) Hauptschule (Klassenstufen 5-9) Realschule (Klassenstufen 5-10) Gymnasium (Sek I) 5414 1972 3160 6140 Anzahl 51 41 163 184 in % 0,9 2,1 5,2 3,0 Anzahl 339128 176097 244794 239703 Baden-Württemberg Schüler der Schulart insgesamt davon nicht versetzt Anzahl 2665 3071 8890 2341 in % 0,8 1,7 3,6 2,6 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Tab. 2.4.3A: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler an Realschulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2001/02 bis 2006/07 nach Geschlecht (Anzahl; in %) Schüler der Realschule* insgesamt Schuljahr m w insgesamt davon nicht versetzte Schüler m Anzahl 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 2005/2006 2006/2007 1446 1524 1558 1572 1584 1639 1567 1580 1607 1572 1520 1521 3013 3104 3165 3144 3104 3160 % w Anzahl % insgesamt Anzahl % 122 8,4 123 8,1 119 7,6 119 7,6 89 5,6 106 6,5 81 5,2 69 4,4 93 5,8 99 6,3 60 3,9 57 3,7 203 6,7 192 6,2 212 6,7 218 6,9 149 4,8 163 5,2 * Klassenstufen 5 bis 10 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen 105 Bildung in Freiburg 2008 Tab. 2.4.4A: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler an Realschulen in Baden-Württemberg in den Schuljahren 2001/02 bis 2006/07 nach Geschlecht (Anzahl; in %) Schüler der Realschule* insgesamt Schuljahr m 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 2005/2006 2006/2007 116922 120003 122548 123125 122164 122874 w 120825 123098 124740 124345 122586 121920 insgesamt 237747 243101 247288 247470 244750 244794 m Anzahl 6185 6083 6284 6265 5782 5515 davon nicht versetzte Schüler w insgesamt % 5,29 5,07 5,13 5,09 4,73 4,49 Anzahl 4050 4115 4130 4183 3774 3375 % 3,35 3,34 3,31 3,36 3,08 2,77 Anzahl 10235 10198 10414 10448 9556 8890 % 4,30 4,19 4,21 4,22 3,90 3,63 * Klassenstufen 5 bis 10 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen 106 Tabellenanhang Abb. 2.4.5A: Nicht versetzte Schülerinnen und Schüler an Gymnasien in Freiburg i.Br. in den Schuljahren 2001/02 bis 2006/07 nach Klassenstufen (Anzahl; in %) Schüler der 5. Klasse des Gymnasiums insgesamt Schuljahr davon nicht versetzt Schüler der 6. Klasse des Gymnasiums insgesamt davon nicht versetzt Schüler der 7. Klasse des Gymnasiums insgesamt davon nicht versetzt Schüler der 8. Klasse des Gymnasiums insgesamt davon nicht versetzt Anzahl Anzahl in % Anzahl Anzahl in % Anzahl Anzahl in % Anzahl Anzahl in % 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 2005/2006 2006/2007 1072 1022 995 973 1004 1013 11 10 4 6 8 4 1,0 1,0 0,4 0,6 0,8 0,4 881 898 814 775 1009 1038 22 9 12 18 12 12 2,5 1,0 1,5 2,3 1,2 1,2 1016 1107 1153 1043 782 986 32 28 24 33 15 33 3,1 2,5 2,1 3,2 1,9 3,3 1009 1005 1065 1135 1049 1043 50 37 35 66 28 37 5,0 3,7 3,3 5,8 2,7 3,5 Schüler der 9. Klasse des Gymnasiums insgesamt Schuljahr davon nicht versetzt Schüler der 10. Klasse des Gymnasiums insgesamt Schüler der 11. Klasse des Gymnasiums insgesamt davon nicht versetzt davon nicht versetzt Anzahl Anzahl 2001/2002 2002/2003 2003/2004 2004/2005 2005/2006 2006/2007 994 998 966 1052 1112 1031 44 40 40 38 33 36 in % 4,4 4,0 4,1 3,6 3,0 3,5 Anzahl 892 987 984 960 1054 1029 Anzahl in % 44 38 58 50 36 62 Anzahl 811 813 939 924 919 822 Anzahl 52 44 38 43 33 33 in % 6,4 5,4 4,0 4,7 3,6 4,0 4,9 3,9 5,9 5,2 3,4 6,0 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen 107 Bildung in Freiburg 2008 2.5 Schulabschlüsse Tab. 2.5.1A: Abschlüsse in allgemeinbildenden Schulen in Freiburg i. Br. im Schuljahr 2006/07 nach Abschlussart und Geschlecht (Anzahl; in %) Weibliche Abgängerinnen Abschlussarten 2006/07 alterstypischer JahrAbschlussquote gang 902 902 910 1415 1415 5544 7,60% 23,20% 35,40% 0,70% 39,50% 106,40% Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allg. Hochschulreife weibliche Abgänger insgesamt Männliche Abgänger Abschlussarten 69 209 322 10 559 1169 2006/07 alterstypischer JahrAbschlussquote gang 897 897 951 1157 1157 5059 12,00% 31,20% 33,40% 1,00% 32,70% 110,30% Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allg. Hochschulreife männliche Abgänger insgesamt Abgänger insgesamt Abschlussarten Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allgemeiner Hochschulreife Abgänger insgesamt 108 280 317 11 378 1094 2006/07 177 489 639 21 937 2263 alterstypischer JahrAbschlussquote gang 1799 1799 1861 2572 2572 10603 9,80% 27,20% 34,30% 0,80% 36,40% 108,50% Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen 108 Tabellenanhang Tab. 2.5.2A: Schulabgänger von allgemeinbildenden öffentlichen und privaten Schulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2000/01 bis 2006/07 nach Abschlussart (in %) Abschlussarten Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allg. Hochschulreife 2000/01 9,20 21,60 29,70 0,50 38,90 2001/02 6,50 22,90 31,60 0,80 38,20 2002/03 6,80 23,30 30,10 0,80 39,10 2003/04 9,00 22,70 32,40 1,00 34,90 2004/05 10,20 22,00 31,10 0,90 35,80 2005/06 8,60 20,00 28,90 1,00 41,40 2006/07 7,80 21,60 28,20 0,90 41,40 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg, eigene Berechnungen Tab. 2.5.3A: Abschlüsse an allgemeinbildenden Schulen in Freiburg i. Br. im Schuljahr 2006/07 nach Abschlussart und Nationalität* (Anzahl; in %) Ausländische Abgänger Abschlussarten Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allgemeiner Hochschulreife weibliche Abgänger insgesamt 2006/07 81 133 60 0 47 321 alterstypischer Jahrgang 206 206 222 398 398 Abschlussquote in % 39,40% 64,70% 27,00% 0,00% 11,80% Deutsche Abgänger Abschlussarten Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allgemeiner Hochschulreife männliche Abgänger insgesamt 2006/07 96 356 579 21 890 1942 alterstypischer Jahrgang 1593 1593 1599 2174 2174 Abschlussquotein % 6,00% 22,30% 36,20% 1,00% 40,90% Abgänger insgesamt Abschlussarten Ohne Hauptschulabschluss Mit Hauptschulabschluss Mit Mittlerem Abschluss Mit Fachhochschulreife Mit allgemeiner Hochschulreife Abgänger insgesamt 2006/07 177 489 639 21 937 2263 alterstypischer Jahrgang 1799 1799 1861 2572 2572 Abschlussquote in % 9,80% 27,20% 34,30% 0,80% 36,40% 109 Bildung in Freiburg 2008 * Die Absolventenzahl wird auf die Wohnbevölkerung (am 31.12. des Vorjahres) im jeweils typischen Abschlussalter bezogen. Je nach Abschlussart werden unterschiedliche Altersjahrgänge zugrunde gelegt (Hauptschulabschluss: 15 bis unter 17 Jahre; Mittlerer Abschluss: 16 bis unter 18 Jahre; Fachhochschulreife und Allgemeine Hochschulreife: 18 bis unter 21 Jahre) Tab. 2.5.4A: Schulabgänger und Wiederholer an öffentlichen Hauptschulen in Freiburg i. Br. in den Schuljahren 2004/05 bis 2006/07 (Anzahl; in%) Schülerzahl 1570 1539 1467 Abgänger 8. Klasse 34 9 4 Abgänger 9. Klasse 359 317 346 Abgänger gesamt 393 326 350 WieAbgänder- in% ger 10. holer Klasse 53 41 30 3,4 2,7 2 35 34 49 Schuljahr 2004/05 2005/06 2006/07 mit HSAbschluss 346 296 335 ohne HSin% Abschluss 47 30 15 12 9,2 4,3 mit WRSAbschluss 35 33 49 Quelle: Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Schulstatistik 110 Bildungsberichte sind eine sehr informative, effektive und aussagekräftige Form der Erfassung des Zustands und der Entwicklung des Bildungswesens. Neben der Verdeutlichung übergreifender Problemlagen liegt der große Vorteil von Bildungsberichten in der Darstellung verlässlicher, datengestützter und wiederkehrender Informationen zu ausgewählten Aspekten des Bildungswesen im Zeitverlauf. Mit dem ersten Bericht „Bildung in Freiburg 2008“ beschreitet die Stadt Freiburg den Weg einer transparenten und evidenzbasierten Bildungsentwicklung und -politik. „Kern“ des Berichts sind sechs Indikatoren: „Qualität frühkindlicher Bildung, Betreuung und Erziehung“, „Übergänge in die Schule“, „Übergänge und Wechsel im Schulwesen“, „Wiederholer und Abbrecher“, „Schulabschlüsse“ und „Qualität schulischer Arbeit“. Der Bericht wird durch Informationen eröffnet, die die Indikatoren in den Kontext kommunaler Rahmenbedingungen für Bildung in Freiburg stellen. Dazu werden grundlegende Aspekte der wirtschaftlichen Infrastruktur, der Bevölkerungssituation, insbesondere unter den Aspekten der demografischen Entwicklung und der Entwicklung der Bevölkerung mit Migrationshintergrund, sowie der Bildungsinfrastruktur in Freiburg beschrieben. Im Anschluss an die sechs Indikatoren wird der Projektbericht der Bildungsregion Freiburg dargestellt, der sich auf Erhebungen und Erfahrungen in der Arbeit mit dem SEIS-Instrument gründet. Eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des ersten Freiburger Bildungsberichts schließt den Bericht ab. Der Bericht soll künftig um andere Indikatoren erweitert werden, insbesondere auch solchen aus den hier noch nicht berücksichtigten Bildungsbereichen (berufliche Ausbildung, Hochschule und Erwachsenenbildung). www.freiburg.de Bildung in Freiburg 2008
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