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Vorgeschichtliches

Full text: Vorgeschichtliche Funde aus Berlin und Umgegend / Friedel, Ernst (Public Domain)

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Munter und mir untersucht. Wenn man sich hinter dem Bota 
nischen Garten nach Wilmersdorf zu bewegt, so ist es der 
erste Höhenzug, der muldenförmig aus der Hochebene hervor 
springt. Ueber diesen Höhenrücken wird jetzt eine Strasse an 
gelegt, durch welche der Boden auf einer Stelle 8 Fuss tief ein 
geschnitten wird. Hier hat zuerst Herr Münter eine grosse 
Anzahl von Feuerstellen aufgefunden, welche zu beiden Seiten 
des Weges liegen. Die Stellen sind mit Steinen ausgelegt, die 
eng aneinander passen; sie bilden in der Begel eine flache Mulde. 
Dass man es nicht mit Begräbnissstellen zu thun hat, darauf 
dürfte der Umstand führen, dass die Steine ausserordentlich 
mürbe gebrannt sind, so dass sie in der Hand zerbröckeln. 
Ausserdem würden bei der kolossalen Masse von Topfscherben, 
wenn es Todtenurnen wären, erfahrungsgemäss sich wenigstens 
Partikelchen von Menschenknochen erkennen lassen. 
Ausserdem fand sich in der Nähe eine interessante Mühle 
aus der Urzeit, nämlich zwei Steine, von denen der obere aus 
leichtem, mürbem Granit besteht und ein kleines Loch hat, wäh 
rend der andere anscheinend aus härterer Granitmasse ist und 
ein grösseres Loch besitzt. Nicht weit von dieser Stelle erstreckt 
sich rechtwinkelig gegen die angelegte Strasse ein sehr tiefes 
Moor, welches unter dem Namen des „bösen Fenn“ bekannt ist. 
Dieses Moor wird jetzt ausgegraben, um die Torfmasse zur 
Gartenerde zu verwenden. Der Moorboden ist mit grosser Gewalt 
auf beiden Seiten der dort aufgeschütteten Strasse herausgequollen. 
In diesem Moor ist in einer Tiefe von 472 Fuss eine grössere 
Zahl von Thierknochen von eigenthümlicher Bräune zu Tage 
getreten, die zum Theil durchgeschlagen sind. 
Herr Virchow: „Nachdem ich schon einmal mit Herrn Münter 
die Fundstelle bei Wilmersdorf besucht hatte, begab ich mich 
neulich zu der von dem Herrn Vortragenden erwähnten gemein 
schaftlichen Untersuchung. Auf dem Wege dahin stiess ich schon 
an den letzten Häusern des Dorfes Schöneberg, wo die Strasse 
kürzlich verbreitert war, auf eine kohlige Bodenschicht, welche 
ausser geschlagenen Feuersteinsplittern zahlreiche, theils gröbere, 
theils feinere und geglättete Thonscherben von unzweifelhaft 
alter Beschaffenheit enthielt. Der Umstand, dass an einer Stelle 
Spuren eines modernen Ziegelofens sichtbar waren, liess den 
Gegensatz der alten Scherben um so deutlicher hervortreten. 
Ich bemerke, dass der Weg, den ich meine, nicht der hinter 
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