Path:
Nachtrag

Full text : Chronik von Gütergotz / Brodersen, H. E. A. (Public Domain)

zm ilt = ee
Nachtrag.
Es sind 4 Jahre verflossen, seitdem die vorstehende Chronik niedergeschrieben
 wurde; in diese 4 Jahre fällt für unser preußisches, unser
deutsches Vaterland eine Zeit, wie wir sie ruhmreicher nicht erlebt haben.
Auch Gütergoß nahm mit seinen Sinnen und Gedanken an den Erfolgen
des deutsch - französischen Krieges um so lebhafteren Antheil, da der
Gutsherr der Kriegsministex von Roon war, dessen Verdienste der König
nach dem Kriege bei Gelegenheit des Einzugs der Garden in Berlin
am 16. Juni 1871 dadurch ehrte, daß ex ihn in den Grafenstand erhob.
Als der Kriegsminister Graf von Roon nach seiner Rückkehr aus dem
Feldzug zum exsten Mal wieder nach Gütergoß kam, war das Dorf
mit Guirlanden geschmückt und die ganze Gemeinde empfing ihn am
Eingang des Schlosses. Eine bleibende Erinnerung an den Krieg und
dessen Erfolge wird der Schmuck sein, mit dem die Gräfin von Roon
in Folge dessen die Kirche schmückte, sowie namentlich der Kronleuchter,
den die Berliner Damen, die auf dem Tempelhofer Berg bei Berlin
in den Lazarethen die Verwundeten gepflegt hatten, ihrer Vorsteherin,
der Gräfin von Roon, für die Kirche in Gütergoß schenkten; ebenso
eine Friedenseiche, die am Geburtstage des Königs, den 22. März 1871,
auf dem Kirchhof gepflanzt wurde. Im Juni 1871 ließ Graf Roon die
Leiche seines zweiten Sohnes, Artillerxie- Hauptmann Bernhard von
Noon, der in der Schlacht bei Sedan am 1. September 1870 schwer
verwundet, am 3. September gestorben und anfangs im Park des
Schlosses La Morcelles bei Sedan begraben war, nach Gütergoß
bringen, und wurde dieselbe am 11. Juni, D. 1 p. Irinit. in der
Gruft unter der Kirche feierlich beigeseht, bei welcher Gelegenheit der
Onkel des Gefallenen, Hofprediger Rogge aus Potsdam , die Gedächtnißpredigt
 über 2. Timoth. 4, 7--8 hielt. Zwei der eroberten französischen
Kanonen, die der König dem Grafen Roon schenkte, wurden später vor
dem Schloß in Gütergok aufgestellt.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.