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fähig wäre. =- Man wird nicht leugnen wollen, daß selbst in dem
Wenigen, was uns der Thurmknopf aufbehalten, ein großer Reiz zu
novellistischex Bearbeitung liegt. Daß der Baccalauxeus am Ende
seinen ehemaligen Famulus heirathen müßte, versteht sich von selbst.
Ebenso von selbst würden sich einige novellistische Seitenhiebe auf den
damaligen Magistrat verstehen, der diese nie gestäupt worden gewesen
seiende Jungfer ins Gefängniß wirft, bloß weil sie eine Kundschafterin
sein konnte. == Der Stoff ist entschieden dankbar, wenn man auch zugestehen
muß, daß das historisch und thurmknöpflich Ueberlieferte nur
dürftig ist. Mit Bezug auf den Ort, wo uns die Nachricht aufbewahrt
wurde, könnte man in der Vorrede behaupten, »höheren Orts8« zur
belletristischen Behandlung des Gegenstandes veranlaßt worden zu sein,
ja man könnte andeuten, daß die Papiere Jahrhunderte lang in den
»höchsten Regionen« aufbewahret worden sind, was jedenfalls in der
betreffenden Buchhändler - Anzeige zum Ankauf anreizen würde.
Beiden unstreitig curiosen Fällen schließt sich aber noch ein dritter,
ungleich curioserxer an, der sich im Jahre 1746 in militärischen Verhältnissen
ereignete. König sagt Th. V., S. 99, daß er der Seltenheit
wegen verdient, der Vergessenheit entrissen zu werden, und weil er
darin offenbar Recht hat, so wollen auch wir uns bestreben, mit zu entreißen.
»Ein Pfeifer von dem hier in Garnison liegenden gräflich Haakschen
Regimente, der beide schlesische Feldzüge mitgemacht, ward unerwartet
von einem Sohne entbunden. Natürlich war er also ein Weibsbild,
und der Vater des Kindes war der Tambour von selbiger Compagnie,
wobei jener diente. Der Vater ward Regiments -Tambour,
und bei der Taufe seines Sohnes befanden sich die vornehmsten Personen
des Hofes und andere angesehene und bemittelte Leute, welche
die Sechs-Wöchnerin so reichlich beschenkten, daß sie dadurch in den
Besitz von einigen Tausend Thalern kam.«
In der Darstellung dieses Vorganges macht sich bei dem sonst
nicht eben ausgelassen humoristischen Ordensrathe König eine entschiedene
Neigung zum Humor bemerkbar. Er sagt, daß jener Pfeifer unerwartet
yon einem Sohne entbunden wurde, und wer diesem »unerwartet«
nicht einen tiefen humoristischen Zug zugestehen will, da der
gleichen Begebenheiten bei Trommlern und Pfeifern allerdings nicht zu
den erwarteten gehören, der muß sich absichtlich gegen humoristische
Auffassung »Verlinischer Nachrichten« abschließen wollen. Ebenso bezeichnend
ist das »Natürlich« in dem folgenden Sake, nämlich, daß Der