Path:

Full text: Gartenkulturpfad Neukölln

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Dem „Böhmischen Dorf“ gegenüber
liegt ein Garten, in dem die Weltanschauung des Universalgelehrten Johann Amos Comenius architektonisch interpretiert ist: Hier
lassen sich die als „Schulen“
begriffenen Lebensphasen des
Menschen nachvollziehen sowie
der Unterschied zwischen „Erster“
und „Zweiter Natur“ (unberührter
und kultivierter) erkennen. Und
unterwegs trifft man ihn – als
Denkmal in Bronze gegossen.

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Route 2 „Köllnische Heide“

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Museum Neukölln

Dieses zweitälteste Regionalmuseum
Berlins wurde 1897 unter dem Namen
„Naturhistorisches Schulmuseum der
Gemeinde Rixdorf“ gegründet. Heute versteht es sich als innovatives, soziales
Gedächtnis der Region. Wechselnde kulturhistorische Ausstellungen präsentieren
die neuesten Arbeitsergebnisse über Neuköllner Alltagskultur, ergänzt von begleitenden Veranstaltungen wie Stadtspaziergängen, Lesungen und Vorträgen.

Johann Amos Comenius
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Comeniusgarten

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"Ich bin von Geburt ein Mähre, der Sprache nach ein Böhme, von Beruf ein
Theologe" so lautet die autobiografische Kurzfassung des Jan Komensk alias
Johann Amos Comenius. 1592 wurde er in Nivnice (Tschechien) geboren, arbeitete nach seinem Studium zunächst als Lehrer, dann als Priester der Böhmischen
Brüderunität, deren (letzter) Bischof er 1648 wurde, und gelangte schließlich als
Philosoph und Pädagoge zu internationalem Ruhm. Während des 30jährigen
Krieges als Mitglied der „Böhmischen Brüder“ verfolgt und vertrieben, ließ er sich
in Lissa/Leszno (Polen) nieder, wo er durch die Zerstörung der Stadt 1656
(Schwedisch-Polnischer Krieg) ein weiteres Mal Hab und Gut verlor. Sein letztes
und endgültiges Asyl fand Comenius in Amsterdam, wo er 1670 starb.
„Alles fließe aus eigenem Antrieb, Gewalt sei fern den Dingen“

1

Köllnische Heide

Dieser denkmalgeschützte Bahnhof mit
Empfangsgebäude
im
Stil
der
„Klassischen Moderne“ wurde erstmals
im Jahre 1920 und nach wechselvoller
Geschichte 1993 ein zweites Mal feierlich eröffnet. Er liegt in einem ehemaligen Wald- und Wiesengebiet links der
Spree, das nach der Stadt „Cölln“
benannt wurde, und bildet den Auftakt
der zweiten Route.

„Omnes, omnia, omnino“ bzw. „Alle, Alles, allumfassend“

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Impressum:
www.gartenkulturpfad-neukoelln.de
Kulturnetzwerk Neukölln e.V.
Karl-Marx-Str. 131
12043 Berlin

Projektleitung/Redaktion:
Auguste Kuschnerow, Anke Widenhorn
Recherche:
Jessica Amann, Dr. Anne Ego, Markus
Kobin, Marc Reginbogin, Andreas Rülcker, Marc Vorwerk

Text:
Dr. Anne Ego
Grafik:
Marc Reginbogin
Wir danken allen Beteiligten für die
engagierte Zusammenarbeit.
Das Projekt wurde realisiert in enger Kooperation mit dem Bezirksamt Neukölln, Abteilung Naturschutz- und Grünflächenamt, Herrn Bernd Kanert; dem
Jobcenter Neukölln, dem Freilandlabor Britz e.V. und dem Bezirksverband Berlin
Süden der Kleingärtner e.V. sowie in Abstimmung mit der Lokalen Agenda 21 in
Berlin Neukölln und dem Kulturamt Neukölln.
Besonderer Dank gilt dem Bezirksamt Neukölln, dem Bürgermeister Heinz Buschkowsky, dem Stadtrat für Bauwesen Herrn Thomas Blesing und dem Stadtrat für
Bildung, Schule, Kultur und Sport Herrn Wolfgang Schimmang sowie dem Leiter des
Amtes für Naturschutz und Grünflächen Herrn Bernd Kanert.

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Berlin war einst zweitgrößte Binnenhafenstadt Deutschlands und baute dafür
Wasserstraßen und Häfen aus. 1850 wurde
der Landwehrkanal eingeweiht, 50 Jahre
später Teltowkanal und „Neuköllner
Schiffahrtskanal“. Mittlerweile haben die
Kanäle ihre Funktion als Transportwege für
Güter weitgehend verloren, sind jedoch für
den Ausflugs- und Fremdenverkehr umso
bedeutsamer geworden. Und vor allem prägen sie das Bild Berlins als der Stadt der
Brücken, deren es hier bekanntlich mehr als
in Venedig gibt, und als grüne Stadt wegen
der Ufer. Einer solchen Uferpromenade folgen wir auf diesem Pfad – entlang an
Bäumen und Sträuchern, an Brücken, über
einen lebendigen Markt und biegen an der
Friedelstraße ins Künstlerviertel ein.

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Die Routen des Gartenkulturpfades in Neukölln
Sie finden im folgenden 5 Hauptrouten, die zu Fuß in 1,5 bis 4 Std. zurückgelegt werden können. Innerhalb der fünften Route gibt es zusätzlich 2 kürzere Alternativen.
Interessante, außerhalb des Pfades liegende Orte sind als „Schlaglichter“ gekennzeichnet: rot eingerahmte Ziffern von 1 bis 5 bzw. Texte in blauen Kästchen.

Route 1 „Rixdorf – Von Richardsdorf zur interkulturellen Großstadt“ ca. 10 km
Hasenheide

Einst Jagdgehege des „Großen
Kurfürsten“, erlangte die Hasenheide
überregionale Bekanntheit bereits im
19. Jh, und zwar sowohl aufgrund des
nationalpolitisch motivierten „deutschen Turnfestes“ als auch wegen ihres
Rufes als Vergnügungspark. 1925
erklärte man die „Hasenheide“ offiziell
zum „Volkspark". Seither wurde das
weitläufige Gelände mehrmals umgestaltet: Eine kleine Anhöhe entstand,
aufgeschüttet aus Trümmern, ein Teich
wurde angelegt, ein Rosengarten, ein
Rhododendronhain, ein Naturtheater
und ein Spielplatz nach Motiven von
„1001 Nacht“.

Der Gartenkulturpfad Neukölln ist ein
Projekt des Kulturnetzwerk Neukölln
e.V., dem Förderverein der AugustHeyn-Gartenarbeitsschule Neukölln e.V.
und der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft 1822 e.V.

Lessinghöhe - Thomashöhe

Das sind zwei, auf Ablagerungen der letzten Eiszeit – den Rollbergen – aufgeschüttete Hügel: Im Zuge der Industrialisierung waren die Rollberge durch den Abbau
von Kies und Sand allmählich abgetragen und anschließend bebaut worden. Da
man nach dem II. Weltkrieg Raum für Trümmer brauchte, häufte man in den
Kleingartenkolonien der „Rollbergsiedlung“ zwei kleine Schutthügel auf, aus denen
später grüne Parks gestaltet wurden. Sie bieten Spazierwege zwischen Bäumen
sowie Liege- und Spielwiesen. Zusammen mit den dicht beieinander liegenden
Friedhöfen, die westlich angrenzen, bilden sie einen breiten Grüngürtel, an den
sich im Süden der neobarock gestaltete Körnerpark anschließt.

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Förderverein der August-HeynGartenarbeitsschule Neukölln e.V.
Fritz-Reuter-Allee 121
12359 Berlin

Foto:
Jessica Amann, Bruno-Otto Braun, Dr.
Anne Ego, Jörg Kantel, Marc Reginbogin, Andreas Rülcker

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Hermannplatz

Er ist gleichsam das Tor nach
Neukölln. Im Unterschied zu anderen städtischen Plätzen war er nie
Keimzelle einer Siedlung, sondern
eine Wegkreuzung, an der Reisende
Rast machten und die Pferde wechselten. Ab Mitte des 19. Jhs. entwikkelte sich um diesen „Platz am
Rollkrug“, wie er seinerzeit noch
hieß, urbanes Ambiente mit Vergnügungslokalen. Daran erinnert die
Bronzestatue „Tanzendes Paar“ auf
seiner Mittelinsel.

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Route 1 „Rixdorf – Von Richardsdorf zur interkulturellen Großstadt“

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Landwehrkanal & Neuköllner Schiffahrtskanal

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Neukölln

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Diese beiden Leitsätze aus Comenius‘ umfangreichem Werk sind Hinweis sowohl auf
seine Lebenserfahrung und -auffassung als auch auf seine politische Überzeugung
und pädagogischen Ziele. Comenius lehnte Zwang und Intoleranz ab, gleich wo sie
sich zeigten. Und er forderte Bildung für jedes Kind, gleich welchen Standes,
Geschlechts, welcher Begabung, und zwar ganzheitliche. Mehr noch: Bildung ist
Werden, ist also lebenslängliches Lernen, das nach der Zeugung beginnt und mit
dem Tod erst endet.

Neuer Garnisonsfriedhof und Türkischer Friedhof

Der parkähnliche „Friedhof Columbiadamm“ wurde 1861 eröffnet. Er
spiegelt preußisch-deutsche Militärgeschichte wider von den Befreiungskriegen bis zum Ende des II.
Weltkrieges. Fast gleich alt, doch
wesentlich kleiner ist der angrenzende „Islamische Friedhof“, der 1866
eingeweiht wurde. Aus dieser Zeit
stammt die ornamentierte Grabsäule
zu Ehren der ersten in Berlin begrabenen Osmanen, die heute eher
unscheinbar wirkt neben der prächtigen Moschee „Türk Sehitlik Camii“.

Hermannplatz > rechts in die Hasenheide (Straße) > links Wissmannstr. > rechts in den Volkspark Hasenheide > freie
Wegwahl durch den Park > Ausgang beim Rixdorfer Teich > Columbiadamm überqueren > in den Islamischen Friedhof
und Garnsionsfriedhof > rechts Columbiadamm > rechts Straße 645 (Fuß- und Radweg) > links Herrfurthstr. >
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Herrfurthplatz > rechts Schillerpromenade > links Okerstr. > Links Hermannstr. > rechts Leykestr. > links
U Hermannplatz
Neuwedeller Str. > rechts Kopfstr. > rechts Lessinghöhe > Mittelweg überqueren > Thomashöhe > Thomasstr.
Hasenheide
überqueren > Körnerpark mit Galerie > links Schierker Str. > Karl-Marx-Str. überqueren > halb links
U Rathaus Neukölln
Kirchhofstr. > Richardplatz umrunden > Richardstr. Richtung Norden > links Comeniusgarten > Kirchgasse
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> rechts über die Streuwiesen (durch Tor) > rechts Böhmische Str. > links Thiemannstr. > links
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Boddinstr.
Weigandufer > Weichselplatz (am Kanal entlang) > Maybachufer > links Nansenstr. > Reuterplatz >
rechts Weserstr. > links Hermannplatz
U Karl-Marx-Str.
Sonnenallee
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Route 2 „Köllnische Heide“ ca. 5 km
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Route 1

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Körnerpark

Diese 3,6 Hektar große Parkanlage liegt in einer Kiesgrube, die Franz Körner der
Stadt Rixdorf vermachte . Sie gleicht einem Schlosspark im Stil des Neubarock: die
Aufteilung streng axial, mittig ein beidseits von kleinen Wasserkanälen eingefasstes Rasenmedaillon und eine Kaskadenanlage mit Fontänenbecken; die seitlichen
Begrenzungen bilden hohe Arkadenwände, Balustraden und eine Orangerie.
Letztere beherbergt ein Café sowie eine Galerie für wechselnde Ausstellungen und
veranstaltet u. a die Konzertwochen „Sommer im Park“.

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Hermannstr.

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Köllnische Heide

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Grenzallee

Route 2

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Route 3 „Britz – Mittelalterliches Gut, Großsiedlung, Naturdenkmal“ ca. 7 km
Route 3

Blaschkoallee
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Parchimer Allee

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Route 4

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Britz Süd

Schillerpromenade

Sie reicht von der Selchower Straße
über den kreisförmigen Herrfurthplatz mit der Genezarethkirche bis
zur Leinestraße mit Blick auf die
Baugewerkschule und bildet das
Zentrum eines als Nobelviertel konzipierten städtebaulichen Ensembles. Heute noch bietet sie fast dasselbe Bild wie zu Kaisers Zeiten:
Eine von aufwendig gestalteten
Häuserfassaden gesäumte Prachtstraße mit einem großzügigem
Mittelstreifen, auf dem sich zwischen Grünstreifen und Bäumen
promenieren läßt.

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Richardplatz (Rixdorf)

Nicht weit von der Karl-MarxStraße liegt der historische Kern
Neuköllns respektive Rixdorfs –
alte Linden, Kopfsteinpflaster,
eine Kirche, eine Schmiede, eine
Trinkhalle, Bürgerhäuser und
Gehöfte. Hier, am und um den
Richardplatz, wird eine architektonische Zeitreise geboten. Und
mehr noch: das 1737 außerhalb
des Dorfangers von „Richardsdorf“
für Exilanten-Familien errichtete
„Böhmische Dorf“ macht Flüchtlings- und Asylgeschichte sinnfällig.

U-Bhf Parchimer Allee (Ausgang Richtung Bildungswerk) > Fritz-Reuter-Allee > links in den Park > links
August-Heyn-Gartenarbeitsschule > links Parkweg > Malchiner Straße > Rambow Str. > links Krugpfuhl >
geradeaus Hufeisensiedlung > geradeaus Hüsung > rechts Onkel-Bräsig-Str. > links durch den
Schulparkplatz > vor der Schule rechts die Treppe herunter > rechts in den kl. Wiesenweg >
Fennpfuhl umrunden > Parkausgang auf kl. Asphaltweg (zw. Kita und Fritz-Karsen-Schule) >
Fulhamer Allee überqueren > rechts in den kl. Radweg > links nach dem Spielplatz in kl.
Parkweg > freie Wegwahl durch den Gutsgarten > Schloss Britz > halblinks Backbergstr.
> Eingang zur Britzer Dorfkirche > Britzer Kirchteich umrunden > rechts Alt-Britz >
Gutshof Britz > links Alt-Britz > geradeaus Mohriner Allee > halblinks Massiner
Weg > rechterhand Roetepfuhl > links Deutsch-Krone-Ring > freie Wegwahl
durch die Kolonie "Am Marienfelder Weg" > Ausgang an der Britzer Mühle
(Stechhan’sche Mühle) > Weg zur Buckower Allee (Bus M44)

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Johannisthaler Str.

Britzer Garten
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S-Bhf Köllnische Heide > links Planetenstr. > rechts Wegastr. > Heidekampgraben (Berliner
Mauerweg) > Sonnenallee überqueren > Heidekampgraben (Berliner Mauerweg) > links
Neuköllnische Allee > rechts Heinrich-Schlusnus-Str. > im Straßenbogen links in den HerbertKrause-Park (Ausbildungszentrum des Naturschutz- und Grünflächenamtes Neukölln) >
Jupiterstr. überqueren > hinter den Häusern durch die Kleingartenanlage Volksgärten >
Sonnenallee überqueren > durch den Von der Schulenburg Park –> links Drosselbartstr. > links
Planetenstr. > rechts zum S-Bhf Köllnische Heide

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Route 4 „Der Britzer Garten“

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Lipschitzallee
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Zwickauer Damm
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Alt-Rudow

Route 5 „Rudow –
U-Bhf Rudow > Neuköllner Str. > links in den Park am Rudower
Fließ > Großziethener Chaussee überqueren > weiter durch den Park
am Rudower Fließ (Erlenbruch) > links Rhodeländer Weg > rechts
Gockelweg > halblinks Feldweg > zum Dörfer Blick > links
Waßmannsdorfer Chaussee > rechts Schneehuhnweg > durch den
Nordpark > Elfriede-Kuhr-Str. überqueren > weiter durch den Nordpark
> Waltersdorfer Chaussee überqueren > Narkauer Weg > rechts
Deutschtaler Str. > links vorbei am kl. Röthepfuhl > links Am Espenpfuhl

Die Haupteingänge des BUGA-Parks sind folgendermaßen erreichbar: Mohriner Allee, Sangerhauser
Weg, Tauernallee: U-Bahn Alt-Mariendorf, dann
Bus 179 bzw. 181; Buckower Damm: U-Bahn
Lipschitzallee oder S-/U-Bahn Hermannstraße,
danach in beiden Fällen Bus M44.

Spuren der Eiszeit“ ca. 11-12 km

Route 5

> rechts Ostburger Weg > Kirchhof Rudow >
rechts Ostburger Weg > links Lettberger Str. >
rechts Künnekeweg > Zum Dankmarsteig > über
Rudower Höhe (vorbei am Priesterpfuhl) > An der
Werderlake > August-Froehlich-Str. > links
Köpenicker Str. > Köpenicker Friedhof > links
Köpenicker Str. > links Alt-Rudow > rechts zum UBhf Rudow

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Diese Grünanlage wurde von auszubildenden Landschaftsgärtnern gestaltet
und trägt den Namen Herbert Krauses,
der 1974-96 Leiter des Naturschutzund Grünflächenamtes war. Im Mittelpunkt des Parks liegt der „Saale-Stein“,
ein Geschenk der Stadt Hof. Darum
herum findet der Besucher Bänke und
Staudenbeete. Wer Lust auf mehr oder
besondere Raritäten hat, geht ins Ausbildungszentrum des NGA: Koniferenwäldchen, Heidegarten, japanische
Bäume und nicht zu vergessen – der
Mammutbaum.

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Rudower Fließ

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Dörferblick

Von hier aus sieht man bei klarem
Wetter die nahegelegenen Dörfer
Brandenburgs – daher der Name. Es
handelt sich um den baumfreien Gipfel
eines Trümmerberges, der mit seinen 86
m Höhe zu den prominenten
Erhebungen Berlins zählt und einst als
geeignete Aussichtsplattform für den
begehrten „Blick nach drüben“ diente.

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Das Frauenviertel

In diesem 1996 erbauten Rudower
Neubauviertel sind sämtliche Straßen
und Plätze nach wegweisenden Frauen
aus Politik, Wissenschaft und Kultur
benannt. Begrenzt wird das Viertel vom
„Nordpark“ mit Erlebnisspielplätzen
und Themenparks einerseits und dem
„Südpark“ mit Wiesen, Hecken, Gehölzen, Promenadenwegen andererseits.

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Alt-Rudow

In diesem Dorf findet der Besucher
einige orts- und architekturgeschichtlich bedeutende Gebäude: Entlang der
Köpenicker Str. die im 14. Jh. errichtete Feldsteinkirche und ein Ensemble
von Backsteingebäuden aus dem 19.
Jh. (Gemeindehaus, Küsterei). In der
Straße Alt-Rudow stehen der Dorfkrug
mit Ställen sowie die um 1890 im Stil
der Neugotik errichtete Schule und ein
1820 gebautes Büdnerhaus.
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Friedhöfe in Rudow

Entlang des Rudower Pfades liegen drei
Friedhöfe: Erstens der „Kirchhof Rudow“,
ein 64.512 qm großer, seit 1958 belegter
Parkfriedhof. Zweitens ein Alleequartiersfriedhof an der Köpenicker Straße, der
neben seiner eigentlichen Bestimmung
vor allem als Biotop schätzenswert ist.
Drittens der kleine, seit dem Mittelalter
genutzte Dorffriedhof „Alt-Rudow“.

Meskengraben & Pfuhle

Möchte der Wanderer die Route abkürzen, so bieten sich die Wege durch die
„Siedlung an der Waßmannsdorfer
Chaussee“ an (vor dem „Nordpark“
abbiegen). Hier findet er das jüngste
der Neuköllner Toteislöcher – den zwischen 800 v. Chr. und 1150 n. Chr. entstandenen „Lolopfuhl“. Nördlich (ab
Bartschiner Str.) kann er dem Meskengraben folgen, ebenfalls ein eiszeitliches Relikt, das allerdings jetzt erst
renaturiert wurde. Schließlich gelangt
er zu den beiden mit Röhricht und
Gehölz umgebenen „Rohrpfuhlen“.

Rudower Pfuhle

Durchquert der Spaziergänger den
„Südpark“, so wird er östlich der Waltersdorfer Chaussee das Naturdenkmal
„Klarpfuhl“ finden. Passiert er den
„Nordpark“, so gelangt er in die frei
zugänglichen Landschaftsschutzgebiete
„Espenpfuhl“, der künstlich angelegt
wurde, und „Röthepfuhl“, einer der zwei
ältesten eiszeitlichen Pfuhle Neuköllns.

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Rudower Höhe

Dieser in den 1950er Jahren aufgeschüttete, 70 m hohe Trümmerberg im
Süden Rudows ist ein beliebtes
Ausflugsziel mit Spielplatz, Rodelbahn
und Aussichtsplattform. Nordwestlich
der „Rudower Höhe“ liegt das
Naturdenkmal „Priesterpfuhl“, an dessen Ufern Schilf, Böschung und
Grauerlen wachsen; nordöstlich stehen
Reste der mit großflächigen Graffiti
verschönerten Hinterlandmauer.

Entlang dieser eiszeitlichen Abflussrinne, die vom Rudower Dorfkern zur
Stadtgrenze verläuft, wechseln trockene und feuchte Biotope. Nach dem II.
Weltkrieg hatte sie zur Einleitung von
Abwässern gedient und war teilversiegelt. 1983 wurde mit dem Rückbau
begonnen und für die Entwicklung
natürlicher Ufervegetation gesorgt.

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neu angelegter Park
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August-Heyn-Gartenarbeitsschule

Sie ist Naturparadies und zugleich
erlebnis- und umweltpädagogischer
Lernort, in dem Großstadtkinder heimische Flora und Fauna erkunden und verantwortlichen Umgang mit Natur lernen
können. Hier finden sie Sträucher,
Bäume, Blumen, Gemüsebeete, ein
Getreidefeld und Teiche, sogar eine
kleine Schafherde lebt hier. Zudem stehen eine Solar- und eine RegenwasserAufbereitungsanlage sowie ein Steinbackofen zur Verfügung.

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Diese spätromanische Kirche wurde um
1220 errichtet und später mehrmals
umgestaltet. Mitte des 16. Jhs. unterteilte man entsprechend dem Stil der Gotik
das flachgedeckte Langhaus durch eine
Säulenreihe in zwei Schiffe. Die Ausmalungen im Kreuzrippengewölbe sind
noch in blassen Fragmenten erkennbar.
Zwei der Glocken im Turm stammen aus
dem Mittelalter: Die größere wurde 1322
gegossen, die kleinere und ältere stammt
aus dem Jahr 1250 und kann nur per
Hand geläutet werden.

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Route 4 „Der Britzer Garten“

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Buckower Dorfkirche

Britz-Buckow-Rudow-Grünzug

Route 3 „Britz – Mittelalterliches Gut, ...“

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Route 5 „Rudow – auf den Spuren der Eiszeit“

Dieser Grünzug knüpft historisch an Lennés „projektierte Schmuck- und Grenzzüge“
an, die von Berlins Mitte ausgehend quasi sternförmig in die Vororte laufen sollten. Als in der Nachkriegszeit die Großsiedlung „Britz-Buckow-Rudow“ (BBR, später „Gropiusstadt“) konzipiert wurde, plante man als entscheidendes Strukturelement einen breiten, über der U-Bahn-Trasse verlaufenden Grünzug. Er zieht sich
von „Britz Süd“ entlang der Stationen der Linie 7 bis „Rudow“.

Dieser 87 ha große Landschaftspark wurde anlässlich der Bundesgartenschau 1985
angelegt und im Jahr 2002 zu einem der zehn schönsten Gärten Deutschlands
gewählt. Im Zentrum liegt die großzügige Seenlandschaft mit Stränden, Buchten,
Brücken, drei bis zu 18 m hohen Aussichtshügeln und Quellen, die Bachläufe und
Wasserfälle speisen. Und ringsum gruppieren sich Themengärten, Spiellandschaften
für die Kleinen, ausgedehnte Liegewiesen, weitläufige Spazierwege, Biotope,
Wälder. Bauten und Kunstwerke sind in die jeweils räumliche Gegebenheit eingebettet und die angrenzenden Areale abwechslungsreich modelliert. Wer sich
zunächst einen Überblick verschaffen will, kann bei schönem Wetter die
Museumsbahn für eine knapp einstündige Rundfahrt nehmen. Während des
Sommers gibt es an den Wochenenden
Kindertheater und übers ganze Jahr
verteilt diverse Feste und Veranstaltungen: Walpurgisnacht, Sommersonnenwendfest, Drachenfeste oder St.
Martins-Umzüge, Klassik-Open-Air. Der
Park kostet geringen Eintrittspreis, für
Kleinkinder und Behinderte ist der
Eintritt frei.

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„Endlich wird niemand leugnen können, daß der Kanal auch in Britz zur
Verschönerung des Landschaftsbildes und zur allgemeinen Belebung der Gegend
wesentlich beträgt“, so die „Britzer Wochenschau“ 1911. Jetzt ist dieser 38 km
lange Verbindungskanal zwischen Havel und Spree 100 Jahre alt. Er durchfließt
Neukölln, mündet in die Dahme und streckenweise sind seine Ufer mit Fußgängerund Radwegen ausgestattet.
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Britzer Mühle

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Teltowkanal

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Diese 20 Meter hohe Galerie-Holländerwindmühle wurde 1865 gebaut und bis
1936 mit Windkraft betrieben, danach
mit Dieselmotor. Anlässlich der Bundesgartenschau im Jahre 1985 wurde die im
Krieg teilweise zerstörte Mühle nach
Originalunterlagen rekonstruiert und im
Februar 1987 wieder das erste Getreide
gemahlen. Heute ist die Mühle am
„Britzer Garten“ Ausbildungsstätte für
Hobby-Windmüller und sogar Ort für
standesamtliche Trauung und anschließende „Vermehlung“.

Es feierte vor Kurzem sein 300jähriges Jubiläum, dieses Gutshaus eines
der besterhaltenen Rittergüter
Berlins. Der Adelssitz wird urkundlich
erstmals 1375 unter dem Namen
„Britzik“ erwähnt. Das heutige Herrenhaus stammt aus dem 15. Jh. Seit
der Zeit hat das Gut mehrmals den
Besitzer gewechselt und das Gebäude
sein Aussehen: Aus dem 1547 gebauten Lehmfachwerkbau war bis zum Jahr 1883 ein kleines Schloss mit Turm im Stil
der Neo-Renaissance geworden. Wie das Gutshaus änderte sich auch das
Erscheinungsbild des Parks: Erhielt er im 18. Jh. den geometrischen Zuschnitt des
Barock, so im 19. Jh. zunächst die des Biedermeier, dann die eines Landschaftsgartens mit geschwungenen Wegen und exotischen Pflanzen. Das Guts-Ensemble
hatte während des Krieges durch Bombenschäden und danach durch bauliche
Eingriffe gelitten. Anlässlich der BUGA wurde der Zustand von 1883 rekonstruiert.
Seit 1988 stehen Schloss und Park dem Publikum wieder offen.

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Fennpfuhl

Schloß Britz

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Direkt an den „Britzer Garten“ schließt
sich östlich die „Kolonie am Marienfelder Weg“ an. Es handelt sich um eine
dauerhaft gesicherte Kleingartenkolonie. Südlich wird sie begrenzt von der
„Blütenachse“, einem der Eingänge in
den BUGA-Park. Überquert man diesen
Weg, so gelangt man in die „Kolonie
zur Windmühle“, an deren südöstlichem
Ausgang man die „Stechhansche
Mühle“ findet, während südwestlich der
„Parkfriedhof Neukölln“ angrenzt.

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Diese Grünanlage, benannt nach Rudolf
Wilhelm Graf von der Schulenburg, gab es
bereits zur Zeit der Weimarer Republik.
Älter noch als der gartenarchitektonische
Entwurf ist der sog. Märchenbrunnen am
großen Wasserbecken, den wir in der Mitte
des Parks finden: Vom Bildhauer Ernst
Moritz Geyger entworfen, dann fast zwei
Jahrzehnte eingelagert, wurde er 1935
erstmals aufgestellt. Nach wiederholten
Beschädigungen und Reparaturen dieses
Brunnens schritt man 2001 zu einer
umfassenden Restauration und stellte das
historische Wasserbild wieder her.

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Von der Schulenburg Park

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Am Marienfelder Weg

Eingebettet in einen Grünzug liegt
einer der größten Pfuhle Neuköllns.
Ehedem verlandet, ist der Fennpfuhl heute wieder ein Feuchtbiotop und genießt den Schutz eines
Naturdenkmals ebenso wie der
Findling, der im „Ehrenhain“ am
Fennpfuhl liegt. Eine Beobachtungsplattform ermöglicht den Zugang
zum Wasser.
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Volksgarten

Volksgarten ist nicht gleich Volksgarten:
Der Spaziergänger, der weniger Lust auf
Gartenästhetik mit Wasserspielen,
Denkmalen und Pavillons hat, sucht am
besten eine der 94 Neuköllner Kleingartenkolonien auf – zum Beispiel den
„Volksgarten“. Laubenhäuser sind zwar
nicht zu finden, aber die Tradition alter
Bauerngärtchen, in denen man auf kleinen Parzellen Obst, Gemüse und
Zierpflanzen kultiviert, Kleintieren noch
Raum lässt und Vögeln geeignete
Nistplätze bietet.

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Hufeisensiedlung

Rationalität, Wirtschaftlichkeit und
Sozialrefom mit der Idee der Gartenstadt
zu verschmelzen, war die Idee des
„Neuen Bauens“. Sie wurde beispielhaft
umgesetzt in der Großsiedlung westlich
der Fritz-Reuter-Allee: Im Zentrum steht
ein Wohnblock in Form eines Hufeisens,
an dessen offener Stelle ein ovaler Pfuhl
liegt, und an dessen geschlossenem
Bogen ein rautenförmiger Straßenplatz
anschließt. Unübersehbar ist dabei
Bruno Tauts Vorliebe für Farben,
Formen, Kontraste.

Herbert-Krause-Park

Roetepfuhl

Der Name dieses zwischen der
Mohriner Allee und Massiner Weg
liegenden Pfuhls weist auf seine
frühere Nutzung bei der Textilherstellung hin. Heute ist er mit seinen Röhricht- und Unterwasserpflanzen ein Biotop für Fische und
Amphibien. Das 23100 qm große
Gebiet „Roetepfuhl und Umgebung“
steht unter Naturschutz.

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Zwei Pfuhle, von denen einer naturgeschichtlich, der andere siedlungshistorisch interessant ist. Der „Krugpfuhl“
liegt in einer Grünanlage und zählt zu
den Naturdenkmalen, der „Hufeisenteich“ in der Siedlung gleichen
Namens. Letzterer war bereits in der
Jungsteinzeit Zentrum eines Dorfes.
Danach wechselten Perioden der
Verwilderung und kultureller Prägung.

Er war zu DDR-Zeiten Grenzfluss und
„grüne Wand“. Nach der Wiedervereinigung wurde der Grünzug am Heidekampgraben gelichtet und zugleich naturnah
weiterentwickelt. Pfade und Fußgängerbrücken über den Graben wurden angelegt
sowie der Mauerweg für Radfahrer und
Spaziergänger. Eine besondere Attraktion
ist der Naturerkundungspfad des Freilandlabors Britz mit Infostationen, wo kleine
Forscher sich Einblick in ökologische
Zusammenhänge verschaffen können.

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Krugpfuhl und Hufeisenteich

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Heidekampgraben

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Kattenpfuhl

Biegt der Spaziergänger vor dem Rudower
Friedhof (6) links ein in die Deutschtaler
Straße oder Am Espenpfuhl bis zum Neudecker Weg, so trifft er auf die Senke mit
dem „Kattenpfuhl“, einem typischen
Feldpfuhl mit einstmals beweideter Umgebung. Hier endete früher der Meskengraben. Seit den 1930er Jahren dient der
Pfuhl als Regenwassersammelbecken und
fällt daher nicht mehr trocken. Dieses
Naturdenkmal mit Wiesen und Gehölzen
ist allerdings eingezäunt.
        
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