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Full text: Die Chronik der Cölner Stadtschreiber von 1542 - 1605 / Fidicin, Ernst (Public Domain)

Die Chronik der Cölner Stadtschreiber 
vom Jahre 1542 bis zum Jahre 1605. 
Die im Berliner Stadt- Archive aufbewahrte „Matrien]a eirium 
Qoloniehsium“ oder Bürgervolle der Stadt Cöln von 1508 bis 1610 
enthält, vom Jahre 1542 ab, Mittheilungen von Tagesbegebenheiten 
und dergleichen, welche die zur Führung der Bürgerrollen verpflichteten 
Stadtschreiber von Jahr zu Jahr niedergeschrieben haben. 
- Es mochte im Plane des Schreibers, welcher hiermit begann, ge* 
legen haben, nur solc<e Gegenstände zu verzeichnen, welche allein die 
städtische Verwaltung berührten; wogegen seine Nachfolger Alles ver- 
merkt zu haben scheinen, was ihnen amtlich bekannt geworden oder als 
Stadtneuigkeit zu Ohren gekommen war. Sie selbst nennen diese Mit- 
theilungen mehrmals: „Verzeichnus, was sich dieses Jahr denk- 
würdig zugetragen.“ 
Im bunten Gemisch werden Begebenheiten aus der Nähe und 
Ferne erzählt, Hoffeste beschrieben und Nachrichten von Taufen, Ver- 
löbnissen, Hochzeiten und Todesfällen, nicht nur angesehener, sondern 
auch geringerer Personen gegeben, und auch der Himmelserscheinungen 
wird mit großer Sorgfalt gedacht. 
Der heutige Großstädter, welcher den Ernst und Eifer belächelt, 
womit unsere Vorfahren alle diese Gegenstände verzeichneten, möge be- 
Denken, daß Berlin und Cöln damals nur kleine Städte waren, deren 
Bewohner sich fast alle kannten und an ihren Familienbegebenheiten 
Theil nahmen, daß den Verlöbnissen und Hochzeiten wohl die halbe 
Stadt beiwohnte, daß die dabei gehaltenen Aufzüge, die Beschenkung 
der Armen und Schüler (wobei auch die Straßenjugend nicht leer aus- 
ging) dergleichen Begebenheiten gewissermaßen den Charakter eines 
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