Path:
Periodical volume

Full text: Geschäftsbericht Issue 2012

Flughafen
Berlin Brandenburg
Größe	

1.470 Hektar

SXF, TXL & BER

Kapazität
Zur Eröffnung		
	

27 Millionen Passagiere pro Jahr

→

Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
Passagiere 2012
Berlin gesamt	

25.261.477

Berlin-Schönefeld	7.097.274
Berlin-Tegel	18.164.203

Ausbaustufen		

Flugzeugbewegungen 2012

	

Berlin gesamt	

45 Millionen Passagiere pro Jahr

242.872

Berlin-Schönefeld	71.758
Terminal

Berlin-Tegel	171.114

Bruttogrundfläche 		
	
Dachfläche 	

Vorsitzender der Geschäftsführung

320.000 Quadratmeter
49.000 Quadratmeter

Hartmut Mehdorn

Länge	

220 Meter

Geschäftsführer Technik

Breite 	

180 Meter

Horst Amann

Höhe 	

32 Meter

Geschäftsführerin Finanzen
Heike Fölster

Mainpier
Länge 	
Fluggastbrücken 	

16

Pier Nord
Länge	

350 Meter

Walk-Boarding-Positionen	12
Pier Süd
Länge	

350 Meter

Fluggastbrücken	9
Start- und Landebahnen
Nordbahn	

3.600 Meter

Südbahn	

4.000 Meter

Seitlicher Abstand	

1.900 Meter

Parkplätze	

Gesellschafter

715 Meter

10.000

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH Geschäftsbericht 2012 SXF, TXL & BER

→

Geschäftsbericht
2012

Bundesrepublik Deutschland 	

26 %

Land Berlin	

37 %

Land Brandenburg	

37 %

Airlines 	

81

Flugziele	178
Mitarbeiter (zum 31.12.2012)
Gesamt	1.414
Berlin-Schönefeld	1.055
Berlin-Tegel	359
Auszubildende	70
Kontakt
Flughafeninfo	
Internet	

Tel. 030 | 6091-1150

www.berlin-airport.de

	www.facebook.com/berlinairport
	www.twitter.com/berlinairport

→

Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
Passagiere 2012
Berlin gesamt	

25.261.477

Berlin-Schönefeld	7.097.274
Berlin-Tegel	18.164.203
Flugzeugbewegungen 2012
Berlin gesamt	

242.872

Berlin-Schönefeld	71.758
Berlin-Tegel	171.114
Vorsitzender der Geschäftsführung
Hartmut Mehdorn
Geschäftsführer Technik
Horst Amann
Geschäftsführerin Finanzen
Heike Fölster
Gesellschafter
Bundesrepublik Deutschland 	

26 %

Land Berlin	

37 %

Land Brandenburg	

37 %

Airlines 	

81

Flugziele	178
Mitarbeiter (zum 31.12.2012)
Gesamt	1.414
Berlin-Schönefeld	1.055
Berlin-Tegel	359
Auszubildende	70
Kontakt
Flughafeninfo	
Internet	

Tel. 030 | 6091-1150

www.berlin-airport.de

	www.facebook.com/berlinairport
	www.twitter.com/berlinairport

Inhalt  | 3  �

Inhalt
Vorab ................................................................................................................ 4

Vorwort des Aufsichtsratsvorsitzenden Matthias Platzeck .................................. 4
Editorial des Vorsitzenden der Geschäftsführung Hartmut Mehdorn ............... 7

SPRINT zum BER .................................................................... 9

SPRINT zum BER ....................................................................................................... 10
Die Flughafengesellschaft ........................................................................................ 12
Rekordjahr: 25 Millionen Passagiere ....................................................................... 14
Internationale Destinationen 2012 .......................................................................... 16
Verkehrsstatistik 2012 ............................................................................................... 18
Dialog .......................................................................................................................... 22
Struktur ....................................................................................................................... 24

Unsere Zahlen ........................................................................... 27

Konzernbilanz ............................................................................................................ 28
Konzerngewinn- und -verlustrechnung ............................................................... 30
Konzernkapitalflussrechnung .................................................................................. 31
Konzerneigenkapitalspiegel .................................................................................... 32
Konzernanhang ......................................................................................................... 33
Entwicklung des Anlagevermögens ....................................................................... 48
Konzernlagebericht .................................................................................................. 50
Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers ...................................................... 102

Umwelt .................................................................................................... 105

Fluglärm .................................................................................................................... 107

Luftqualität .............................................................................................................. 108
Klima und Energie .................................................................................................... 110
Flughafen-Landschaftspark .................................................................................... 111

Impressum ....................................................................................... 112

�  4  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Vorwort
Sehr geehrte Damen und Herren,
der Bau des Flughafens Berlin Brandenburg ist das wichtigste Infrastrukturprojekt in der deutschen
Hauptstadtregion. Ein Satz der immer
noch gilt – trotz aller Schwierigkeiten.
Dass der Flughafen nicht, wie geplant,

„Jede Region ist auf
eine funktionierende
Verkehrs­infrastruktur
angewiesen.“

eröffnen konnte, ist mehr als ärgerlich.
Doch nun sind die Weichen gestellt,
dass es mit dem Projekt wieder
aufwärts gehen kann. Die Flughafengesellschaft hat eine neue Führungs-

Matthias Platzeck,
Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Aufsichtsratsvorsitzender der
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

mannschaft bekommen, das Unternehmen wurde neu strukturiert. Mit
dem Beschleunigungsprojekt SPRINT
unter Leitung des Vorsitzenden der
Geschäftsführung Hartmut Mehdorn
wird die Flughafengesellschaft alles

Branden­burg. Er schafft die be­nö­tig­

stadtregion ist weiterhin auf Wachs-

dafür tun, um den Flughafen schnell

ten Kapazitäten im Luftverkehr und

tumskurs.

ans Netz zu bringen.

generiert Arbeitsplätze. Schon jetzt

Natürlich bringt ein Flughafen auch

Jede Region ist auf eine funktionie-

hat sich in den Landkreisen Teltow-

Belastungen für das Umfeld mit. Doch

rende Verkehrsinfrastruktur ange-

Fläming und Dahme-Spreewald ein

die Anwohner des Flughafens Berlin

wiesen. Der neue Hauptstadtflugha-

erfolgreiches Cluster Luftverkehrs-

Brandenburg werden durch ein an-

fen wird optimal in das Verkehrsnetz

wirtschaft gebildet. Auch die angren-

spruchsvolles Schallschutzprogramm

von Schiene und Straße eingebunden

zenden Gemeinden des Flughafens

vor Fluglärm geschützt. Die Flughafen­

und ist damit aus der ganzen Region

profitieren bereits deutlich durch

gesellschaft Berlin Brandenburg

Berlin-Brandenburg gut zu erreichen.

Bevölkerungszuwachs und neue

bekennt sich zu ihrer Verantwortung

Der Flughafen ist ein wichtiger

Firmenansiedlungen. Die Tourismus-

und wird den Menschen ein guter

Wirtschafts­faktor für Berlin und

und Kongresswirtschaft der Haupt-

Nachbar sein.
Matthias Platzeck
Ministerpräsident des Landes Brandenburg und Aufsichtsratsvorsitzender der
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

01 
Der Eingangsbereich des neuen Terminals am Flughafen Berlin Brandenburg

Vorab  | 7  �

Editorial

Sehr geehrte Damen und Herren,
2012 war wohl das schwierigste Jahr
in der Geschichte unseres Unternehmens, denn der neue Flughafen Berlin
Brandenburg konnte nicht wie geplant

„Wir können Flughafen,
wir können BER.“
Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der
Geschäftsführung der Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH

am 3. Juni 2012 eröffnet werden.
Unser Ziel ist nun, den BER so schnell

zahlen auf den bestehenden Flughä-

wie möglich in Betrieb zu nehmen.

fen Schönefeld und Tegel bewältigen.

Deswegen haben wir im April 2013

Mit mehr als 25 Millionen Passagieren

das Beschleunigungsprojekt SPRINT

wurde sogar eine neue Bestmarke

gestartet. Mit SPRINT steuern und

erreicht. Das war eine Aufgabe, die

koordinieren, strukturieren und pri-

den Mitarbeiterinnen und Mitarbei-

orisieren wir. Schnell, unbürokratisch

tern an den beiden Flughäfen große

und über Hierarchieebenen hinweg.

Kraftanstrengungen abverlangte und

Wir sehen es als unsere wichtigste

immer noch abverlangt. Ich danke da-

Aufgabe, den Flughafen BER zügig und

her an dieser Stelle allen Kolleginnen

sicher ans Netz zu bringen.

und Kollegen für ihre hohe Einsatz-

Auch für unsere Kunden und Partner

bereitschaft und für die gute Zusam-

war 2012 kein einfaches Jahr. Alle Be-

menarbeit mit unseren Kunden, den

teiligten mussten sich innerhalb kür-

Fluggesellschaften. Und deren Gästen

zester Zeit darauf einstellen, weiter an

danke ich für ihre Geduld und für ihr

den alten Flughäfen zu arbeiten und

Verständnis.

nicht wie geplant am BER starten zu

Jetzt schauen wir nach vorne: Mit dem

können. Wir bedauern es sehr, wenn

Flughafen Berlin Brandenburg werden

die verschobene Eröffnung auch für

wir einen hochmodernen Airport

unsere Kunden negative Auswir-

bekommen, der die Luftverkehrs­infra­

kungen hatte und wir werden offensiv

struktur der deutschen Haupt­stadt­

darum werben, verloren gegangenes

region für die nächsten Jahrzehnte

Vertrauen zurückzuerlangen.

sichert. Bis zur Eröffnung gibt es noch

Trotz der schwierigen Lage ist es uns

viel zu tun. Doch wir sind jetzt auf

sehr gut gelungen, den Flugbetrieb

einem guten Weg. Und wir werden

durchzuführen und auszubauen – wir

zeigen: Wir können Flughafen, wir

konnten die gestiegenen Passagier-

können BER!

Hartmut Mehdorn
Vorsitzender der Geschäftsführung der
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

01 
Hartmut Mehdorn, Vorsitzender der Geschäftsführung der

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, auf dem Vorfeld des BER

SPRINT zum BER  | 9  �

SPRINT
zum
BER

→
01 
Die Besucherterrasse am neuen Flughafen Berlin Brandenburg

�  10  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

SPRINT zum BER
Die Eröffnung beschleunigen
Im April 2013 startete das Beschleunigungsprojekt SPRINT.
Das Ziel: Den neuen Flughafen zügig ans Netz zu bringen.

Nach der mehrfach abgesagten Eröff-

menhängenden Aufgaben, angefan-

nung des Flughafens Berlin Branden-

gen von den Restbauarbeiten über

burg im Jahr 2012 liegt der Fokus der

Genehmigungen, Probebetrieb bis zur

Flughafengesellschaft darauf, den BER

Flughafeneröffnung selbst. Zentrales

erfolgreich und möglichst zeitnah in

Steuerungselement von SPRINT ist ein

Betrieb zu nehmen. Um dieses Ziel

Project Management Office (PMO), das

zu erreichen, wurde das Beschleu-

direkt auf dem BER angesiedelt ist. Ge-

nigungsprojekt SPRINT ins Leben

schäftsleitung und Führungskräfte der

gerufen, das vom Vorsitzenden der

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Geschäftsführung geleitet wird.

arbeiten vor Ort gemeinsam mit ex-

SPRINT bündelt sämtliche mit der

ternen Sachverständigen sowie einer

Inbetriebnahme des BER zusam-

größeren Zahl von Modulmanagern an
der zügigen und sicheren Eröffnung
des BER. Die integrierte Prozessarbeit
in einem Großraum-Campus schafft
die Basis für schnelle Entscheidungen.
Hier werden über Hierarchien hinweg
Probleme analysiert, auf ihren Kern
reduziert und gelöst. Die getroffenen
Entscheidungen werden sofort
dokumentiert und allen Beteiligten
gegenüber kommuniziert.

Project Management
Office (PMO)
Für die Steuerung des Projekts wurde
ein Project Management Office (PMO)
gebildet, das auf dem BER angesiedelt
Das Project Management Office ist direkt am BER angesiedelt. In dem Großraumbüro
laufen alle Fäden für SPRINT zusammen.

ist. Das PMO ist das zentrale Managementinstrument für SPRINT. Es stellt

SPRINT zum BER  | 11  �

„Wir haben am BER einen Campus errichtet.
Morgens um 9 Uhr findet eine Lagebesprechung statt.
Wir kommunizieren direkt und ohne E-Mails, treffen
Entscheidungen an Ort und Stelle und
sorgen für eine schnelle Umsetzung.“
Hartmut Mehdorn,
Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

die Unterstützungsinstrumente für die

Zeitplan sowie die Unterstützung der
internen und externen Kommunikation. Das PMO ist das Bindeglied
zwischen der Geschäftsführung und
den Modulmanagern.

Geschäftsfelder

Know-how, 
 Personal

ein übergreifender und einheitlicher

Anforderungen

rem das klare, fokussierte Reporting,

Project Management Office (PMO)

Beschleunigungsmodule
Technisches
Kompetenzzentrum

Inbetriebnahme / 
ORAT 2

Priorisierte Aufträge

Die Module

Externe Auftragnehmer

Die anstehenden Aufgaben für die Inbetriebnahme des BER sind in Module
aufgeteilt. Modulmanager sind interne
und externe Fachkräfte. Die Manager
steuern die Gewerke übergreifend, um

Lösung von Problemen und der Be-

so ein lösungsorientiertes Arbeiten

hebung von Mängeln in der Zusam-

entlang der zentralen Herausforde-

menarbeit mit externen Firmen. Das

rungen sicherzustellen. Der Zuschnitt

technische Kompetenzzentrum unter-

von Modulen erfolgt flexibel und wird

stützt die Maßnahmen zur beschleu-

am Bedarf des Projekts ausgerichtet.

nigten Inbetriebnahme, so dass diese
schnell und unbürokratisch umgesetzt

Das technische
Kompetenzzentrum
SPRINT verfügt über ein technisches
Kompetenzzentrum, in dem zusätzlicher Sachverstand gebündelt ist. Bei
Bedarf holen sich die Modulmanager
hier schnell Expertenrat ein, z.B. zur

werden können.

Know-how, 
 Personal

Projekt SPRINT

Verfügung. Dazu zählen unter ande-

IBN-kritische Sachverhalte,
BER-Bestandsaufnahme

FBB-Geschäftsleitung

Umsetzung des SPRINT Projekts zur

BER
Planung
und Bau

�  12  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Flughafengesellschaft
Das Unternehmen wird neu geordnet

Recht

GJ

Geschäftsführer
Technik

T

Die Flughafengesellschaft sichert die Luftverkehrsinfrastruktur der
deutschen Hauptstadtregion.

Die Flughafen Berlin Brandenburg

Geschäftsführung wurde ein Lei-

GmbH steht derzeit vor besonderen

tungsteam mit klarer Fachverantwor-

Herausforderungen. Einerseits muss

tung etabliert. Dieser Geschäftsleitung

der neue Flughafen Berlin Bran-

gehören die Geschäftsführer Tech-

denburg fertig gestellt und eröffnet

nik, die Geschäftsführerin Finanzen

werden. Andererseits muss das

sowie die Leiter der Geschäftsfelder

Unternehmen den Flugverkehr der

Operations, Marketing und Vertrieb

Hauptstadtregion über die Flughäfen

sowie Personal an. Hinzu kommen

Schönefeld und Tegel bis zur BER-

die Stabsstellen sowie das Beschleuni-

Eröffnung sicher und reibungslos

gungsprojekt SPRINT, die direkt dem

abwickeln. Es hat sich gezeigt, dass

Vorsitzenden der Geschäftsführung

auch strukturelle Maßnahmen nötig

zugeordnet sind.

sind, um die Flughafengesellschaft

Für den Flughafen TXL wurde ein

zurück auf die Erfolgsspur zu führen.

Verbesserungsprogramm beschlossen,

Am 1. Mai 2013 wurde das Unterneh-

welches helfen wird, bis zur Eröff-

men organisatorisch neu aufgestellt.

nung des BER einen reibunsglosen

Direkt unter dem Vorsitzenden der

Flugverkehr zu garantieren.

TSS

Schallschutz

TPC

Projektkosten­
controlling BER

TSP

Projektsteuerung
BER

TGI

Genehmigungen
BER

TUM

Umwelt

TR

Real Estate
Management

TF

Facility
Management

TB

Planung & Bau
BER

SPRINT zum BER  | 13  �

„Kurze Entscheidungswege und klare Zu­ständig­
keiten sind immer noch die beste Form, um ein
Unternehmen erfolgreich zu führen.“
Hartmut Mehdorn,
Vorsitzender der Geschäftsführung der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

G

Interne Revision

GR

Geschäftsführerin
Finanzen

F

Vorsitzender
der Geschäftsführung

GP

Pressestelle

Geschäftsleiter
Operations

O

Zentrale
Planung & Strategie

GZ

Geschäftsleiter
Marketing & Vertrieb

M

SPRINT

Beschleunigungsprojekt
„SPRINT“

Geschäftsleiter
Personal

P

FCO

Controlling

OA

Aviation
Management

MM

Marketing

PPB

Personal­
betreuung

FEK

Einkauf

OS

Safety & Security

MN

Non Aviation
Management

PPG

Personal­
grundsätze

FFL

Finanzierung &
Liquiditätsplanung

PUO

Unternehmens­
organisation

FRW

Rechnungswesen

FI

Informations- &
Kommunikationstechnik

Die Führungsstruktur der Flughafengesellschaft
(Stand Mai 2013)

airberlin fliegt seit März 2013 nach Chicago.

25 Millionen Passagiere
Ein Rekordjahr für die
Flughäfen Schönefeld
und Tegel
Das Verkehrswachstum in
Berlin lag 2012
deutlich über
dem Bundesdurchschnitt.

2012 wurde die Rekordmarke von

die neuen Strecken von airberlin und

25,3 Millionen Passagieren erreicht.

Lufthansa, aber auch easyJet.

Am Flughafen Berlin-Schönefeld

Im Jahr 2012 wurden von Berlin

starteten und landeten 7,1 Millionen

aus insgesamt 178 Ziele angeboten.

Gäste. Am Flughafen Berlin-Tegel

Schwerpunkt am Flughafen Schöne-

konnten 18,2 Millionen Passagiere

feld sind innereuropäische Verbin-

begrüßt werden. Das Wachstum lag

dungen, in Tegel kommen zahlreiche

mit 5,1 Prozent deutlich über dem

Strecken in Deutschland sowie

Bundesdurchschnitt von 1,1 Prozent.

Langstreckenverbindungen hinzu. Als

Wachstumstreiber waren vor allem

jüngste Interkontinental-Verbindung

SPRINT zum BER  | 15  �

2012 standen insgesamt
178 Ziele im Flugplan.

Derzeit wird der Flugverkehr über die bestehenden Flughäfen Schönefeld
und Tegel abgewickelt.

wurde im März 2013 Chicago in den

verkehr der Hauptstadtregion über

Flugplan mit aufgenommen.

die beiden Flughäfen Schönefeld und

nahmen sind der Einbau weiterer

Tegel abgewickelt. Um die Qualität der

Monitore zur Fluggastinformation,

Abfertigung und den Service für die

eine Grundreinigung des Flughafen-

Im Jahr 2013 wird sich das Verkehrs-

Passagiere sicherzustellen, wird die

terminals, die Sanierung beste-

wachstum bundesweit verlangsamen.

Flughafengesellschaft bis zu 20 Millio-

hender und der Einbau weiterer

Die Passagierzahlen in Berlin werden

nen Euro in die Flughäfen investieren.

sanitärer Anlagen.

voraussichtlich nur leicht zunehmen.

Das Gros der Investitionen fällt auf

Dank besserer Auslastung und dem

den besonders stark ausgelasteten

wird ihr Personal in Tegel weiter

Einsatz größerer Maschinen ist bei

Flughafen Tegel.

verstärken, um z. B. bei Wartungs-

der Anzahl der Flugbewegungen ein

Der Handlungsbedarf erstreckt sich

und Instandhaltungsarbeiten

leichter Rückgang zu erwarten.

auf drei Bereiche:

schneller agieren zu können.

Ausblick 2013

•  Infrastruktur: Die Infrastruktur der

Ertüchtigung
der bestehenden
Flughäfen

bestehenden Flughäfen Schönefeld

Bis zur Eröffnung des Flughafens

Gebäudeleittechnik, bei den Gepäck-

Berlin Brandenburg wird der Flug-

bändern und auf den Rollwegen an.

und Tegel ist in die Jahre gekommen.
So stehen z. B. Investitionen in die
Kälte- und Wärmeversorgung, die

•  Service: Wichtigste Service-Maß-

•  Personal: Die Flughafengesellschaft

Internationale Destinationen
im Jahr 2012

�  18  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Gesamt
Verkehrsstatistik
Berlin
2012

Veränderung
zum Vorjahr in %

25.261.477

5,1

A.

Fluggäste gesamt

I.

Lokalverkehr

25.236.664

5,2

1. Linienverkehr
a) Inland
b) Ausland

24.725.407
7.859.342
16.866.065

5,7
-1,8
9,6

511.257
472.410
28.422
10.425

-15,8
-17,4
-2,1
59,9

24.813

-29,9

2. Gelegenheitsverkehr
a) Pauschalflugverkehr
b) Tramp- u. Anforderungsverkehr
c) Sonstiger Verkehr
II.

Transit

B.

Flugzeugbewegungen gesamt

242.872

0,0

I.

Gewerblicher Verkehr

231.244

0,3

215.915
213.854
2.061

0,7
0,7
3,9

15.329
3.404
5.686
466
5.773

-5,2
-19,3
-7,7
-8,8
9,4

11.628

-6,7

1. Linienverkehr
a) Passagierverkehr
b) Frachtverkehr
2. Gelegenheitsverkehr
a) Pauschalflugverkehr
b) Tramp- u. Anforderungsverkehr
c) Frachtverkehr
d) Sonstiger Verkehr
II.

Nichtgewerblicher Verkehr

C.

Luftfracht gesamt

32.139.652

2,9

I.

Lokalverkehr Summe
a) Ausladung
b) Zuladung

31.458.533
15.656.163
15.802.370

3,0
7,0
-0,7

29.642.440
3.502.568

6,4
4,0

1.816.093
1.801.466

-32,3
-29,2

681.119

0,8

0

0,0

5.351.893

12,7

1. Linienverkehr
a) Frachter
2. Gelegenheitsverkehr
a) Frachter
II.

Transit

III.

Trucking

D.

Luftpost gesamt

I.

Lokalverkehr

5.350.838

12,7

Nachtpostverkehr

5.219.902

11,0

1.055

-50,8

1.
II.

Transit

SXF & TXL
Spitzenwerte 2012
Spitzentage
Tegel

596 Flugzeugbewegungen / Tag in TXL

28.09.2012
76.992 Passagiere
28.09.2012
596 Flugbewegungen

76.992 Passagiere / Tag in TXL

258 Flugzeugbewegungen / Tag in SXF

Schönefeld
28.09.2012
28.035 Passagiere
258 Flugbewegungen

28.035 Passagiere / Tag in SXF

Spitzenstunden
Tegel

Schönefeld

30.09.2012

27.11.2012

20.05.2012

06.04.2012

17–18 Uhr

8–9 Uhr

21–22 Uhr

15–16 Uhr

5.914 Passagiere

51 Flugbewegungen

3.416 Passagiere

28 Flugbewegungen

�  20  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

SXF
Verkehrsstatistik
Schönefeld
2012

Veränderung
zum Vorjahr in %

7.097.274

-0,2

A.

Fluggäste gesamt

I.

Lokalverkehr

7.082.828

-0,2

1. Linienverkehr
a) Inland
b) Ausland

6.803.781
694.075
6.109.706

0,1
-22,2
3,4

279.047
252.035
19.056
7.956

-7,0
-8,6
-4,1
82,8

2. Gelegenheitsverkehr
a) Pauschalflugverkehr
b) Tramp- u. Anforderungsverkehr
c) Sonstiger Verkehr
II.

Transit

14.446

0,7

B.

Flugzeugbewegungen gesamt

71.758

-2,5

I.

Gewerblicher Verkehr

65.053

-1,9

55.477
54.198
1.279

-2,8
-3,3
24,4

9.576
1.779
3.114
448
4.235

3,3
-10,0
-4,0
-10,9
19,4

6.705

-7,6

1. Linienverkehr
a) Passagierverkehr
b) Frachtverkehr
2. Gelegenheitsverkehr
a) Pauschalflugverkehr
b) Tramp- u. Anforderungsverkehr
c) Frachtverkehr
d) Sonstiger Verkehr
II.

Nichtgewerblicher Verkehr

C.

Luftfracht gesamt

5.206.172

12,0

I.

Lokalverkehr Summe
a) Ausladung
b) Zuladung

4.788.505
2.722.866
2.065.639

6,2
17,4
-5,6

1. Linienverkehr
a) Frachter

3.350.813
2.533.550

69,2
98,2

2. Gelegenheitsverkehr
a) Frachter

1.437.692
1.434.141

-43,1
-41,6

417.667

196,6

0

0,0

II.

Transit

III.

Trucking

D.

Luftpost gesamt

1.125.656

-72,4

I.

Lokalverkehr

1.125.221

-72,4

Nachtpostverkehr

1.119.330

-72,5

435

-52,1

1.
II.

Transit

SPRINT zum BER  | 21  �

TXL
Verkehrsstatistik
Tegel
2012

Veränderung
zum Vorjahr in %

A.

Fluggäste gesamt

18.164.203

7,4

I.

Lokalverkehr

18.153.836

7,4

1. Linienverkehr
a) Inland
b) Ausland

17.921.626
7.165.267
10.756.359

8,0
0,8
13,4

232.210
220.375
9.366
2.469

-24,5
-25,6
2,2
14,0

2. Gelegenheitsverkehr
a) Pauschalflugverkehr
b) Tramp- u. Anforderungsverkehr
c) Sonstiger Verkehr
II.

Transit

10.367

-50,8

B.

Flugzeugbewegungen gesamt

171.114

1,0

I.

Gewerblicher Verkehr

166.191

1,2

160.438
159.656
782

2,0
2,1
-18,1

5.753
1.625
2.572
18
1.538

-16,6
-27,5
-11,9
125,0
-11,3

4.923

-5,5

1. Linienverkehr
a) Passagierverkehr
b) Frachtverkehr
2. Gelegenheitsverkehr
a) Pauschalflugverkehr
b) Tramp- u. Anforderungsverkehr
c) Frachtverkehr
d) Sonstiger Verkehr
II.

Nichtgewerblicher Verkehr

C.

Luftfracht gesamt

26.933.480

1,3

I.

Lokalverkehr Summe
a) Ausladung
b) Zuladung

26.670.028
12.933.297
13.736.731

2,4
5,0
0,1

26.291.627
969.018

1,6
-53,6

378.401
367.325

142,9
318,4

263.452

-50,8

0

0,0

1. Linienverkehr
a) Frachter
2. Gelegenheitsverkehr
a) Frachter
II.

Transit

III.

Trucking

D.

Luftpost gesamt

4.226.237

532,8

I.

Lokalverkehr

4.225.617

533,9

Nachtpostverkehr

4.100.572

542,2

620

-49,9

1.
II.

Transit

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Fluggastinformation haben ein offenes Ohr für alle Fragen.

Dialog
So sprechen Sie uns an
„Welche Airline fliegt nach Los An-

Online

über alle Neuigkeiten, treten in Dialog

geles? Mit welcher Bahn komme ich

Auf unserer Homepage finden Sie

mit unseren Fans und veranstalten

vom Flughafen am schnellsten in die

Informationen für Reisende und Be-

natürlich auch Gewinnspiele. Beson-

Stadt? Wo kann ich eine Tour über

sucher, Geschäftskunden und Partner,

ders beliebt bei den Nutzern sind ak-

den Flughafen buchen?“ Diese und

Informationen zum Flughafen Berlin

tuelle oder historische Fotos von den

viele weitere Fragen landen täglich

Brandenburg sowie mehr über die

Flughäfen. Wir freuen uns über jeden

bei unseren Mitarbeiterinnen und

Flughafengesellschaft.

Fan, Kommentare und „Likes“.

Mitarbeitern im Callcenter oder am

www.berlin-airport.de

http://blog.berlin-airport.de

Flughafen. Ob telefonisch, per Mail, im

www.facebook.com/berlinairport

Social Network oder persönlich an der

Blog und Facebook

Fluggastinformation oder in unserem

Die Flughafengesellschaft ist auch im

Flughafeninfo und Buchung

Besucherzentrum – wir versuchen,

Social Web aktiv. Im Airport-Blog fin-

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbei-

alle Ihre Fragen schnellstmöglich zu

den Sie Interessantes, Wissenswertes

ter unseres Callcenters helfen Ihnen

beantworten.

und Kurioses über die beiden beste-

sieben Tage in der Woche rund um die

henden Flughäfen sowie den BER. Auf

Uhr mit allen Informationen zu An-

unserer Facebook-Seite berichten wir

und Abflügen, Anfahrt und Aufenthalt

SPRINT zum BER  | 23  �

am Flughafen oder vermitteln Sie an

Information für Medienvertreter

Besuchen Sie den BER

den richtigen Ansprechpartner.

Alle Pressemitteilungen, Basisinfor-

Der Flughafen Berlin Brandenburg

Tel. 030 | 6091-1150

mationen, Fotos und Videos sowie die

bietet für Besucher verschiedene

aktuellen Publikationen zum Bestel-

Möglichkeiten, sich selbst ein Bild zu

len finden Sie als Pressevertreter im

machen. Vom Infotower lässt sich das

Service auf Twitter

Internet unter:

gesamte Flughafengelände von oben

Alle Anfragen zu den Flughäfen

www.berlin-airport.de

überblicken. Im Besucherzentrum

(Zum Ortstarif, andere Preise aus Mobilfunk­
netzen möglich)

gibt es aktuelle Informationen zum

Berlin-Tegel und Berlin-Schönefeld
können auch über Twitter gestellt

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen, außerdem können Konfe-

werden. Die Flughäfen sind rund

Pressestelle

renzräume gemietet werden. Bei einer

um die Uhr unter @berlinairport zu

Tel. 030 | 6091-70100

Flughafentour können die Besucher

erreichen und beantworten zeitnah

Fax: 030 | 6091-70070

den BER aus dem Bus heraus erleben

auf Deutsch und Englisch alle Ser-

und an monatlich wechselnden Punk-

vicefragen. Gleichzeitig informiert die

ten auch aus dem Bus aussteigen.

Flughafengesellschaft auch aktiv über

Information und Buchung

Twitter und auf Facebook, falls es zu

Montag bis Freitag unter

Einschränkungen im Flugverkehr bei-

030 | 6091-77770 oder

spielsweise aufgrund von Streiks oder

www.berlin-airport.de

Terminalsperrungen kommen sollte.
www.twitter.com/berlinairport

Die Flughafengesellschaft im Social Web
www.berlin-airport.de

�  24  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Struktur
Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
Geschäftsleitung der
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Elmar Kleinert – Geschäftsleiter Operations, Christian Reimann – Geschäftsleiter Personal, Hartmut Mehdorn – Vorsitzender der
Geschäftsführung, Heike Fölster – Geschäftsführerin Finanzen, Horst Amann – Geschäftsführer Technik, Dr. Till Bunse – Geschäftsleiter
Marketing & Vertrieb (v.l.n.r.)

Beteiligungsverhältnisse

Land Brandenburg

Bundesrepublik Deutschland

37 %

26 %

Land Berlin

37 %

visit Berlin,
Berlin Tourismus &
Kongress GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

10 %

Betrieb SXF
Bau / Inbetriebnahme BER
100 %

100 %

FEW Flughafen
Energie & Wasser GmbH

Berliner FlughafenGesellschaft mbH

Sicherstellung Medienversorgung

Betrieb TXL

100 %

FMT Facility Management
Tempelhof GmbH i. L.

(Stand Mai 2013)

�  26  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Unsere Zahlen  | 27  �

Unsere
Zahlen

→

�  28  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Konzernbilanz zum 31. Dezember 2012
Aktiva

31.12.2012
EUR

31.12.2011
EUR

A.

Anlagevermögen

I.

Immaterielle Vermögensgegenstände

1.

Entgeltlich erworbene Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte und ähnliche Rechte und Werte sowie Lizenzen an
solchen Rechten und Werten

7.097.742,15

5.358.446,93

2.

Geleistete Anzahlungen

3.941.981,41

3.254.186,88

11.039.723,56

8.612.633,81

1.037.511.508,48

769.914.144,02

II.

Sachanlagen

1.

Grundstücke einschließlich der
Bauten auf fremden Grundstücken

2.

Technische Anlagen und Maschinen

411.871.044,94

368.536.549,97

3.

Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung

40.799.920,84

21.671.497,82

4.

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau

1.669.715.865,76

1.469.117.009,59

3.159.898.340,02

2.629.239.201,40

93.500,00

93.500,00

0,00

4.009,00

93.500,00

97.509,00

1.689.911,29

1.662.180,96

25.360.750,91

22.991.021,79

27.050.662,20

24.653.202,75

III.

Finanzanlagen

1.

Beteiligungen

2.

Sonstige Ausleihungen

B.

Umlaufvermögen

I.

Vorräte

1.

Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe

2.

Noch nicht abgerechnete Leistungen

II.

Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände

1.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

44.458.555,53

37.940.231,07

2.

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen
ein Beteiligungsverhältnis besteht

1.817.491,07

28.890.699,51

64.146.854,49

42.350.678,88

110.422.901,09

109.181.609,46

3.

Sonstige Vermögensgegenstände

III.

Kassenbestand, Guthaben bei Kreditinstituten

56.711.090,08

43.823.762,99

C.

Rechnungsabgrenzungsposten

16.548.793,42

15.352.243,31

3.381.765.010,37

2.830.960.162,72

Unsere Zahlen  | 29  �

Passiva

31.12.2012
EUR

31.12.2011
EUR

A.

Eigenkapital

I.

Gezeichnetes Kapital

11.000.000,00

11.000.000,00

II.

Kapitalrücklage

972.578.358,41

967.568.966,41

III.

Gewinnrücklagen

2.335.861,17

2.335.861,17

IV.

Bilanzverlust

-224.009.209,39

-38.824.321,89

761.905.010,19

942.080.505,69

105.143.740,24

86.136.431,56

5.448.977,00

5.562.756,00

918.500,00

755.200,00

115.960.998,97

86.266.704,62

122.328.475,97

92.584.660,62

2.228.159.718,73

1.540.081.980,57

B.

Sonderposten für Investitionszuschüsse

C.

Rückstellungen

1.

Rückstellung für Pensionen

2.

Steuerrückstellungen

3.

Sonstige Rückstellungen

D.

Verbindlichkeiten

1.

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

2.

Erhaltene Anzahlungen

24.772.737,82

21.238.359,32

3.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

23.541.756,56

47.882.137,71

4.

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht

7.111.552,74

0,00

28.598.020,28

31.202.982,02

2.312.183.786,13

1.640.405.459,62

80.203.997,84

69.753.105,23

3.381.765.010,37

2.830.960.162,72

5.

E.

Sonstige Verbindlichkeiten

Rechnungsabgrenzungsposten

�  30  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Konzerngewinn- und -verlustrechnung für
das Geschäftsjahr vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012
2012
EUR

2011
EUR

269.592.567,91

263.239.581,51

7.141.184,51

11.563.405,74

1.

Umsatzerlöse

2.

Bestandsveränderung

3.

Andere aktivierte Eigenleistungen

12.467.248,22

9.094.223,40

4.

Sonstige betriebliche Erträge

15.905.853,61

10.575.570,41

305.106.854,25

294.472.781,06

7.470.197,29
67.284.575,99

5.909.810,44
51.083.752,82

74.754.773,28

56.993.563,26

70.801.182,12

77.397.019,85

17.983.556,44

17.796.689,52

88.784.738,56

95.193.709,37

80.891.208,23
4.771.455,39

66.443.191,44
7.826.440,49

85.662.663,62

74.269.631,93

133.157.893,29

61.316.441,14

829,73

389,67

3.137.291,35

1.350.477,32

106.637.197,99

82.461.692,78

-180.752.291,41

-74.411.390,43

-589.736,24

121.928,90

-3.842.859,85

-247.475,66

-185.184.887,50

-74.536.937,19

-38.824.321,89

35.712.615,30

-224.009.209,39

-38.824.321,89

5.

6.

7.

Materialaufwand
a) Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe
und für bezogene Waren
b)  Aufwendungen für bezogene Leistungen
Personalaufwand
a)  Löhne und Gehälter
b) Soziale Abgaben und Aufwendungen für
Altersversorgung und für Unterstützung (davon für
­Altersversorgung: EUR 4.711.683,85; 2011: EUR 4.750.301,95)
Abschreibungen
a) auf immaterielle Vermögensgegenstände
des Anlagevermögens und Sachanlagen
b)  auf Vermögensgegenstände des Umlaufvermögens

8.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

9.

Erträge aus Ausleihungen des Finanzanlagevermögens

10.

Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge
(davon aus Abzinsung: EUR 109.841,00;
2011: EUR 0,00)

11.

Zinsen und ähnliche Aufwendungen
(davon aus Aufzinsung: EUR 2.370.181,67;
2011: EUR 2.594.301,35)

12.

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

13.

Steuern vom Einkommen und vom Ertrag (2011: Ertrag)

14.

Sonstige Steuern

15.

Konzernfehlbetrag

16.

Verlust- / Gewinnvortrag aus dem Vorjahr

17.

Bilanzverlust

Unsere Zahlen  | 31  �

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Konzernkapitalflussrechnung
für das Geschäftsjahr 2012
2012
TEUR

2011
TEUR

-185.185

-74.537

Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens

80.891

66.443

Zunahme der Rückstellungen (Vj. Abnahme)

30.839

-3.897

Auflösung des Sonderposten für Investitionszuschüsse

-3.098

-1.227

168

1.261

Sonstige zahlungswirksame Aufwendungen

4.772

6.508

Zunahme der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen
und Leistungen sowie anderer Aktiva

5.598

-14.812

Abnahme (Vj. Zunahme) der Liefer- und Leistungs­
verbindlichkeiten sowie anderer Passiva

-17.922

21.792

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

-83.937

1.531

1.788

737

5.009

0

Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlage­
vermögen

-613.494

-640.602

Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle
Anlagevermögen

-4.070

-4.722

Cash Flow aus der Investitionstätigkeit

-610.767

-644.587

Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten

690.000

644.524

Einzahlungen aus Investitionszuschüssen

17.591

21.983

Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit

707.591

666.507

Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelfonds

12.887

23.451

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode

43.824

20.373

Finanzmittelfonds am Ende der Periode

56.711

43.824

Periodenergebnis vor außerordentlichem Ergebnis

Verlust aus Anlagenabgängen (nach Verlustverrechnung)

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des
Anlagevermögens
Rückerstattung Grunderwerbsteuer

�  32  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Konzerneigenkapitalspiegel
für die Zeit vom 1. Januar bis 31. Dezember 2012
01.01.2012
EUR

Jahresergebnis
EUR

Ergebnisneutrale
Einstellungen EUR

Entnahmen
EUR

31.12.2012
EUR

Gezeichnetes Kapital
(Vorjahr)

11.000.000,00
11.000.000,00

0,00
0,00

0,00
0,00

0,00
0,00

11.000.000,00
11.000.000,00

Kapitalrücklage
(Vorjahr)

967.568.966,41
967.568.966,41

0,00
0,00

5.009.392,00
0,00

0,00
0,00

972.578.358,41
967.568.966,41

Gewinnrücklage
(Vorjahr)

2.335.861,17
2.335.861,17

0,00
0,00

0,00
0,00

0,00
0,00

2.335.861,17
2.335.861,17

-38.824.321,89
35.712.615,30

-185.184.887,50
-74.536.937,19

0,00
0,00

0,00
0,00

-224.009.209,39
-38.824.321,89

942.080.505,69
1.016.617.442,88

-185.184.887,50
-74.536.937,19

5.009.392,00
0,00

0,00
0,00

761.905.010,19
942.080.505,69

Bilanzverlust
(Vorjahr)
Konzerneigenkapital
(Vorjahr)

Unsere Zahlen  | 33  �

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Konzernanhang für das Geschäftsjahr 2012
Allgemeine Hinweise
Der vorliegende Konzernabschluss wurde gemäß §§ 290 ff. HGB aufgestellt.
Die Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung ist nach dem Gesamtkosten­
verfahren aufgestellt.
Konsolidierungskreis
Der Konzernabschluss wird von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH (FBB)
aufgestellt.
Die Konsolidierung umfasst unverändert die Muttergesellschaft FBB, die
Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH, Schönefeld (BFG), die Flughafen Energie & Wasser GmbH (FEW), Schönefeld, sowie die FMT Facility Management
Tempelhof GmbH i. L. (FMT), Berlin.
Die FBB hält sämtliche Anteile an der BFG, die mit einem Stammkapital
von TEUR 38.347 ausgestattet ist. Das Eigenkapital der BFG beläuft sich auf
TEUR 143.789.
Die FBB ist alleiniger Gesellschafter der FEW, die mit einem Stammkapital von
TEUR 25 ausgestattet ist. Das Eigenkapital der FEW beläuft sich auf TEUR 29.
Die FBB ist alleiniger Gesellschafter der FMT, die mit einem Stammkapital von
TEUR 25 ausgestattet ist. Das Eigenkapital entspricht dem Stammkapital.
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze
Die Abschlüsse der in den Konzernabschluss der FBB einbezogenen Unternehmen wurden nach einheitlichen, gegenüber dem Vorjahr unveränderten
Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätzen erstellt.
Die Bewertung der immateriellen Vermögensgegenstände erfolgte zu Anschaffungskosten abzgl. Anschaffungskostenminderungen unter Berücksichtigung
von Abschreibungen (lineare Methode).
Das Sachanlagevermögen ist zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten abzgl.
Anschaffungskostenminderungen angesetzt und wird, soweit abnutzbar, um
planmäßige Abschreibungen (lineare Methode) vermindert. In die in den Herstellungskosten berücksichtigten aktivierten Eigenleistungen sind neben den
Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten einbezogen. Im Berichtsjahr wurden
außerplanmäßige Abschreibungen in Höhe von EUR 1,8 Mio. auf Anlagen im Bau
vorgenommen, weil die betroffenen Vermögensgegenstände in Zukunft nicht
genutzt werden.
Die Vermögensgegenstände des Sachanlagevermögens und die immateriellen
Vermögensgegenstände werden nach Maßgabe der voraussichtlichen Nutzungsdauer abgeschrieben. Geringwertige Anlagegüter bis zu einem Wert von
EUR 150,00 werden im Jahr des Zugangs voll abgeschrieben.

�  34  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Abschreibungen auf Zugänge des Sachanlagevermögens erfolgen grundsätzlich zeitanteilig. Für Anlagegüter, deren Anschaffungskosten für das einzelne
Anlagegut EUR 150,01 bis EUR 1.000,00 betragen, wird jährlich ein Sammelposten
gebildet, der über fünf Jahre aufgelöst wird. Der Abgang der Anlagegüter im Anlagenspiegel wird am Ende der fünfjährigen Nutzungsdauer gezeigt.
Die immateriellen Vermögensgegenstände werden über eine betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 1 Jahr bis maximal 10 Jahren abgeschrieben.
Für das Sachanlagevermögen wurden folgende Nutzungsdauern in Jahren
zugrunde gelegt:
Bauten					10 
– 
50
Technische Anlagen und Maschinen	

10 – 25

Betriebs- und Geschäftsausstattung		  4 – 15
Mit der Eröffnung des neuen Flughafens Berlin Brandenburg wird der Flughafen Tegel gemäß Planfeststellungsbeschluss geschlossen. Gemäß den zwischen
der Gesellschaft und dem Land Berlin bzw. dem Bund geschlossenen Erbpachtverträgen ist eine verkehrswertorientierte Entschädigung vorgesehen, soweit
die Gebäude und Anlagen für Landes- bzw. Bundesaufgaben einer weiteren
Verwendung zugeführt werden können. Da zurzeit keine konkreten Konzepte
für eine Nachnutzung der bilanzierten Anlagen und Einrichtungen vorliegen,
wurden die Nutzungsdauern auf einen erwarteten Eröffnungstermin des BER
angepasst. Das Ende der Nutzungsdauer für Tegel wurde auf den 31. Oktober
2013 festgelegt und aktuell nicht geändert, da ein neuer Inbetriebnahmetermin
BER bzw. Schließungszeitpunkt für Tegel nicht bekannt ist.
Mit der Inbetriebnahme des Airports Berlin Brandenburg am Standort Schönefeld
ist auch die Neuerrichtung wesentlicher Infrastrukturelemente des Flughafens
verbunden. Bei einigen Anlagen im Bereich Terminal Schönefeld Nord wurde das
Ende der Nutzungsdauer auf den 31. Oktober 2013 festgelegt, da hier keine Nachnutzung der Gebäude und Anlagen geplant ist. Eine Anpassung der Nutzungsdauern über den 31. Oktober 2013 hinaus unterblieb, da gegenwärtig ein neuer
Eröffnungstermin für den BER nicht feststeht. Die Nutzungsdauern von Anlagen,
die zukünftig vom Protokollarischen Dienst und von der Flugbereitschaft der
Bundesrepublik Deutschland genutzt werden sollen, blieben unverändert.
Im Laufe des Geschäftsjahres 2012 wurde das Strom-, Notstrom-, Kälte-, W
­ ärme-,
Trink-, Ab- und Regenwassernetz der FBB zu Buchwerten an die FEW übertragen. Das Anlagevermögen der FEW hat sich um TEUR 310.732 erhöht, dass
der FBB entsprechend gemindert. Nach Übertragung der Anlagen wurden
zur Vereinheitlichung bei einem Teil dieser Anlagen die handelsrechtlichen
Nutzungsdauern an die steuerlich vorgeschriebenen kürzeren Nutzungsdauern
angepasst. Daraus ergibt sich im Vergleich ein höheres jährliches Abschreibungsvolumen von EUR 1,7 Mio.
Bei den Finanzanlagen werden die Anteilsrechte und Ausleihungen zu Anschaffungskosten oder zum niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt.
Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen in den Vorräten sind zu durchschnittlichen Anschaffungskosten oder zu niedrigeren Wiederbeschaffungs­
kosten am Bilanzstichtag angesetzt.

Unsere Zahlen  | 35  �

Alle erkennbaren Risiken im Vorratsvermögen sind durch angemessene Abwertungen berücksichtigt.
Als noch nicht abgerechnete Leistungen werden, wie bereits im Vorjahr, im Wesentlichen erbrachte Bauleistungen für in Zusammenhang mit BER-Maßnahmen
durchzuführende Fremdinvestitionen ausgewiesen. Die Herstellungskosten
umfassen neben den Einzelkosten auch anteilige Gemeinkosten. Die verlustfreie
Bewertung wird beachtet.
Abgesehen von handelsüblichen Eigentumsvorbehalten sind die Vorräte frei
von Rechten Dritter.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände sind zum Nennwert angesetzt. Allen risikobehafteten Posten ist durch die Bildung angemessener
Einzelwertberichtigungen Rechnung getragen; das allgemeine Kreditrisiko ist
durch pauschale Abschläge berücksichtigt. Langfristige Forderungen werden
mit ihrem Barwert angesetzt.
Die unter den sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesenen zum Verkauf
bestimmten Grundstücke für den Business Park Berlin sind zum niedrigeren
beizulegenden Wert angesetzt, der sich am Marktwert für unerschlossenes Bauerwartungsland orientiert. Dieser Wert wurde unter der Annahme der Erschließung und Verwertung als Gewerbegebiet ermittelt.
Die liquiden Mittel sind zum Nominalbetrag bilanziert.
Aktive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Ausgaben, soweit sie Aufwand
für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.
Im Rahmen der Kreditvereinbarungen zur Finanzierung des BER wurde 2009
eine Zahlung an die Kreditgeber von ursprünglich EUR 14,0 Mio. geleistet. Dieser
Zahlung stehen zukünftige Zinsersparnisse gegenüber. Die Gesellschaft hat diesen Betrag als zinsähnlichen Aufwand abgegrenzt, um diesen Aufwand über die
Laufzeit der Kredite zu verteilen.
Gezeichnetes Kapital, Kapitalrücklage und Gewinnrücklagen sind zum Nenn­
betrag angesetzt.
Investitionszulagen und Investitionszuschüsse für Gegenstände des Anlagevermögens werden als Sonderposten passiviert. Sie werden entsprechend dem
Abschreibungsverlauf aufgelöst. Der Auflösungsbetrag wird unter den sonstigen
betrieblichen Erträgen ausgewiesen.
Bei der Bemessung der Rückstellungen wurden alle erkennbaren Risiken berücksichtigt.
Die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden mit
den Barwerten für laufende Renten angesetzt, die nach versicherungsmathe­
matischen Grundsätzen mit dem durch die Deutsche Bundesbank ermittelten
laufzeitäquivalenten Zinsfuß von 5,07 % (Vj. 5,13 %) ermittelt werden. Dabei
wurde von dem Wahlrecht des § 253 Abs. 2 S. 2 HGB Gebrauch gemacht, pauschal
den Marktzins für eine Restlaufzeit von 15 Jahren heranzuziehen. Es wurde
unverändert ein Rententrend von 2,0 % angenommen. Als Bewertungsverfahren wurde die Projected-Unit-Credit-Methode (PUC-Methode) verwendet, die
Rechnungsgrundlagen basieren auf den Wahrscheinlichkeitswerten nach den
Richttafeln 2005 G von Klaus Heubeck.

�  36  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Steuer- und sonstigen Rückstellungen berücksichtigen alle ungewissen
­Verbindlichkeiten und Verpflichtungen. Sie sind in der Höhe angesetzt, die
nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung dem Erfüllungsbetrag entspricht. Soweit die Restlaufzeit über einem Jahr liegt, erfolgt eine Abzinsung
mit dem durch die Deutsche Bundesbank ermittelten Zinssatz für die jeweilige Laufzeit. Die Bewertung der langfristigen Rückstellungen erfolgt nach der
Nettomethode, d. h. Rückstellungen werden abgezinst mit dem Barwert erfasst.
Veränderungen durch den Zinsaufwand ergeben sich erst in den Folgejahren
im Rahmen der Aufzinsung.
Die Rückstellungen für Altersteilzeitregelungen beinhalten, aufgrund des bestehenden Tarifvertrages zur Regelung der Altersteilzeit, Verpflichtungen aus Erfüllungsrückstand und voraussichtlich entstehende Verpflichtungen, basierend
auf dem ab 1. Januar 2010 geltenden Tarifvertrag zur Zahlung von Aufstockungsbeträgen. Die Rückstellungen für Altersteilzeit wurden gemäß § 253 Abs. 1 und
2 HGB mittels eines versicherungsmathematischen Gutachtens bewertet. Die
Abzinsung der Rückstellungen auf den Barwert erfolgt unter Verwendung eines
Rechnungszinsfußes von 5,07 % (Vj. 5,13 %). Bei der Bewertung der Altersteilzeitrückstellung wurde unverändert ein Gehaltstrend von 1,5 % angenommen.
Die Verbindlichkeiten werden mit ihrem Erfüllungsbetrag angesetzt.
Passive Rechnungsabgrenzungsposten beinhalten Einnahmen, soweit sie Er­
träge für eine bestimmte Zeit nach dem Abschlussstichtag darstellen.
Latente Steuern
Der Ansatz eines aktiven Überhangs aus der latenten Steuerabgrenzung erfolgt
in Übereinstimmung mit § 274 Abs. 1 HGB nicht. Ein passiver Überhang wird
saldiert ausgewiesen.
Konsolidierungsgrundsätze
Die Kapitalkonsolidierung erfolgt für die Altfälle weiterhin nach der Buchwertmethode. Dabei wird der in der Bilanz der FBB aktivierte Buchwert der Anteile
an den konsolidierten Unternehmen mit dem zum Zeitpunkt der Erstkonsolidierung in den Bilanzen dieser Tochterunternehmen ausgewiesenen Eigenkapital
verrechnet. Bei der Kapitalkonsolidierung der BFG ergibt sich ein passiver Unterschiedsbetrag in Höhe von EUR 21,2 Mio. (Vj. EUR 16,2 Mio.), der den Kapitalrücklagen zugeordnet ist. Die Erhöhung des Unterschiedsbetrages resultiert daraus,
dass der Wert der Anteile an der BFG in 2012 um die in 2010 nachträglichen
objektbezogenen Anschaffungsnebenkosten in Höhe von TEUR 5.009 wieder
reduziert wurde. Dabei handelt es sich um Grunderwerbsteuer, die für die im
Rahmen der Verschmelzung im Jahr 2003 auf die FBB übertragenen Grundstücke
und Erbbaurechtsflächen der Flughäfen Tegel und Tempelhof im Jahr 2010 angefallen ist und im Berichtsjahr vom Finanzamt rückerstattet wurde.
Forderungen und Verbindlichkeiten zwischen den konsolidierten Unternehmen
werden gegeneinander aufgerechnet. Umsatzerlöse und andere Erträge wurden
mit entsprechenden Aufwendungen verrechnet.
Der Abschlussstichtag sämtlicher einbezogener Unternehmen entspricht dem des
Mutterunternehmens. Sämtliche einbezogene Jahresabschlüsse lauten auf Euro.

Unsere Zahlen  | 37  �

Erläuterungen zur Konzernbilanz
Anlagevermögen
Die Entwicklung der einzelnen Posten des Anlagevermögens ist unter Angabe
der Abschreibungen des Geschäftsjahres im Anlagenspiegel dargestellt.

Immaterielle Vermögensgegenstände
Sachanlagen
davon Grundstücke und Bauten
davon Anzahlungen und Anlagen im Bau
Finanzanlagen
Gesamt

31.12.2012
TEUR

31.12.2011
TEUR

11.040

8.613

3.159.898
1.037.512
1.669.716

2.629.239
769.914
1.469.117

94

97

3.171.032

2.637.949

Unfertige Leistungen
Die FBB erbringt im Hinblick auf bauliche Anlagen für den BER Bauleistungen
im Auftrag von Dritten. Die aktivierten Herstellungskosten (TEUR 25.361,
Vj. TEUR 22.991) beinhalten im Wesentlichen erbrachte Bauleistungen für die
­Unterflurbetankung, die im Auftrag der THBG BBI GmbH erbracht werden.
Die unfertigen Leistungen wurden in Höhe von EUR 4,8 Mio. abgeschrieben.
Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände
Die sonstigen Vermögensgegenstände haben eine Restlaufzeit von unter einem
Jahr.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
davon kurzfristige Forderungen
davon langfristige Forderungen
Forderungen gegen Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
davon kurzfristige Forderungen
davon langfristige Forderungen (Laufzeit > 1 Jahr)
Sonstige Vermögensgegenstände
Gesamt

31.12.2012
TEUR

31.12.2011
TEUR

44.459
35.002
9.457

37.940
28.684
9.256

1.817
0
1.817

28.891
28.891
0

64.147

42.351

110.423

109.182

Die Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis
besteht, betreffen im Vorjahr Forderungen aus der Weiterverrechnung von
Bauleistungen und im Berichtsjahr Forderungen aus gewährten Darlehen
­gegenüber den Dalandi Objekt KGs. Die sonstigen Vermögensgegenstände beinhalten im Wesentlichen die Grundstücke des Business Park Berlin (TEUR 28.616,
Vj. TEUR 28.326). Des Weiteren wurde im Berichtsjahr die Restforderung gegen­
über der EU für die TEN-T-Mittel Fluggastterminal i. H. v. TEUR 14.665 in den
sonstigen Vermögensgegenständen ausgewiesen.

�  38  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Gezeichnetes Kapital
Das Stammkapital beträgt wie im Vorjahr TEUR 11.000.
Kapitalrücklage
Die Kapitalrücklage beinhaltet unter anderem mit EUR 430 Mio. Finanzierungsbeiträge der Gesellschafter für den BER.
Gewinnrücklagen
Die Gewinnrücklagen enthalten Erträge aus der erstmaligen Abzinsung von
Rückstellungen im Jahr 2010 in Höhe von TEUR 2.336 auf Grund der Erstan­
wendung des BilMoG gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB.
Bilanzverlust
Der Konzernjahresfehlbetrag beträgt im Geschäftsjahr TEUR 185.185 (Vj. Fehlbetrag von TEUR 74.537). Zuzüglich des Konzernverlustvortrags aus dem
Vorjahr (TEUR 38.824) ermittelt sich ein Konzernbilanzverlust in Höhe von
TEUR 224.009.
Investitionszuschüsse und Investitionszulagen
Investitionszulagen und Investitionszuschüsse für Gegenstände des Anlage­
vermögens (TEUR 105.144, Vj. TEUR 86.136) werden als Sonderposten passiviert.
Sie werden entsprechend dem Abschreibungsverlauf aufgelöst.
Steuerrückstellungen
Die Steuerrückstellungen beinhalten ungewisse Grundsteuerverpflichtungen
für die Standorte Schönefeld und Tegel (TEUR 919, Vj. TEUR 755).
Sonstige Rückstellungen
Die sonstigen Rückstellungen wurden im Wesentlichen gebildet
•  für noch zu erbringende Leistungen für die Schienenanbindung des BER
(TEUR 4.793; Vj. TEUR 9.208),
•  für Altersteilzeit (TEUR 20.345, Vj. TEUR 22.603),
•  für ausstehende Rechnungen (TEUR 7.289, Vj. TEUR 8.727),
•  für das Personalkonzept TransFair BBI (TEUR 12.054; Vj. TEUR 15.358),
•  für Risikovorsorge auf Grund der Verschiebung der Inbetriebnahme des BER
(TEUR 30.002),
•  für Drohverlustrückstellung Unterflurbetankung (TEUR 7.200).
Verbindlichkeiten
Die Restlaufzeiten sind im Verbindlichkeitenspiegel im Einzelnen dargestellt.

Unsere Zahlen  | 39  �

Verbindlichkeitenspiegel in TEUR
Restlaufzeit
Art der Verbindlichkeit
1.
2.
3.

4.

5.

Gesamt

bis 1 Jahr

1 bis 5 Jahre

über 5 Jahre

31.12.2012

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten
(Vorjahr)

3.287
(5.209)

142.190
(77.206)

2.082.683
(1.457.667)

2.228.160

Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen
(Vorjahr)

24.773
(21.238)

0
(0)

0
(0)

24.773

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
­Leistungen
(Vorjahr)

23.542
(47.882)

0
(0)

0
(0)

23.542

7.112
(0)

0
(0)

0
(0)

7.112

28.598
(31.203)

(0)

(0)

87.312
(105.532)

142.190
(77.206)

2.082.683
(1.457.667)

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,
mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht
(Vorjahr)
Sonstige Verbindlichkeiten
(Vorjahr)
davon aus Steuern: (1.805; Vj. 2.563)
Gesamt
(Vorjahr)

1.540.082
21.238

47.882

0
28.598

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von TEUR 2.228.160
resultieren aus der Inanspruchnahme der Kreditlinien der BER-Langfristfinanzierung, die mittels Bürgschaften der Gesellschafter besichert sind.
Die Verbindlichkeiten aus erhaltenen Anzahlungen betreffen im Wesentlichen
Teilzahlungen für die Baumaßnahmen, die von der FBB für Drittinvestoren
durchgeführt werden.
Passiver Rechnungsabgrenzungsposten
Bei dem passiven Rechnungsabgrenzungsposten handelt es sich im Wesentlichen um erhaltene Vorauszahlungen von Erbbauzinsen und Zuschüsse für Investitionen in Gebäude oder Investitionen zur Erschließung von Flächen sowie
Zuschüsse für Wartungs- und Instandhaltungsverpflichtungen. Die erhaltenen
Vorauszahlungen wurden auf den vertraglich vereinbarten Barwert abgezinst
und über die Vertragslaufzeiten aufgelöst. Die Zuschüsse wurden entsprechend
der Nutzungsdauer der betreffenden Anlagengegenstände ertragswirksam
vereinnahmt.
Latente Steuern
Latente Steuern ergeben sich aus handels- und steuerrechtlich voneinander
abweichenden Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten. Im Jahresabschluss zum 31. Dezember 2012 wurden die
passiven latenten Steuern von TEUR -41, die im Wesentlichen auf unterschiedlichen Ansätzen von Sachanlagen und sonstigen Rückstellungen beruhen, mit
aktiven latenten Steuern von TEUR 11.097 verrechnet. Diese Saldierung wurde in
Ausübung des Wahlrechts gemäß § 274 Abs. 1 Satz 2 HGB nicht aktiviert.

31.12.2011

31.203
2.312.185
1.640.405

�  40  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Mitarbeiterzahlen

2012

1.347 Arbeitnehmer

2011

1.392 Arbeitnehmer

61 Auszubildende

66 Auszubildende

Aufwendungen in Mio. EUR

74,8

61,3*

57,0*

133,1

2012

2011
88,8

74,3

95,2

85,7

382,4 Mio. EUR

  Materialaufwand  

287,8 Mio. EUR

  Personalaufwand  

  Abschreibungen  

* Anpassung der Vorjahreszahlen aufgrund Ausweisänderung

  sonstiger betrieblicher Aufwand

Unsere Zahlen  | 41  �

Die aktiven latenten Steuern resultieren überwiegend aus dem unterschiedlichen Ansatz von Sach- und Finanzanlagen, Vorräten, Pensionsrückstellungen
und sonstigen Rückstellungen. Aktive latente Steuern auf steuerliche Verlustvorträge werden nicht angesetzt, da diese entsprechend der Unternehmens­
planung innerhalb der nächsten fünf Jahre nicht verrechnet werden können.
Den latenten Steuern liegt ein Steuersatz von 25,1 % zugrunde.
Haftungsverhältnisse
Im Zusammenhang mit dem Verkauf der GGB hat die BFG einem begrenzten,
marktüblichen Garantiekatalog zugestimmt, der Standardgarantien und -risiken
beinhaltet. Die wesentlichen Garantien sind: Pensionsrückstellungen, die Wirksamkeit der Rückwirkung des Zukunftssicherungstarifvertrags der GGB und die
Richtigkeit offengelegter Informationen. Es wurde eine ausgewogene Steuerfreistellungsverpflichtung, abgegrenzt zum 31. Dezember 2007, gegeben. Die Haftung
ist auf den Betrag von TEUR 2.053 begrenzt. Gründe für eine künftige Inanspruchnahme aus dem Haftungsobligo sind nicht ersichtlich, weil bereits in der
Vergangenheit keine Inanspruchnahme der BFG erfolgte.
Der FBB liegen Anspruchschreiben von Dienstleistern, Mietern, Airlines und
weiteren Unternehmen mit der Forderung auf Schadensersatz / Regress auf
Grund der Verschiebung der für den 3. Juni 2012 avisierten Inbetriebnahme
des Flughafens Berlin Brandenburg vor. Eine Airline hat bereits Feststellungsklage gegen die FBB erhoben. Die überwiegende Anzahl der Schreiben macht
die Forderungen zunächst nur dem Grunde nach geltend; beziffert sind die
Anspruchsschreiben in den wenigsten Fällen bzw. allenfalls mit Schätzungen
versehen. Auch die Klage der Airline ist nur mit einem vorläufigen Gegenstandswert hinterlegt. Aus diesem Grund lässt sich derzeit keine abschließende
Aussage über die gesamte Höhe der Forderungen der einzelnen Anspruchsteller
machen. Die FBB geht davon aus, dass ein Teil der Forderungen über gerichtliche Streitigkeiten geklärt werden wird, da es insbesondere in den Fällen ohne
vertragliche Beziehung neue bzw. komplexe rechtliche Fragestellungen, notfalls
über ­mehrere Instanzenzüge, zu klären gibt. Ein wesentliches Thema dieser
Klagen wird die Klärung des haftungsbegründenden Tatbestands (Verschulden
der FBB) sein. Die gerichtliche Aufklärung dieser Frage dürfte vermutlich über
fünf bis sieben Jahre Zeit in Anspruch nehmen.
Erkennbare Risiken wurden im Jahresabschluss durch die Bildung von Rück­
stellungen berücksichtigt. Weitere Risiken können nicht gänzlich ausgeschlossen
werden, sind derzeit aber nicht hinreichend quantifizierbar.

�  42  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Außerbilanzielle Geschäfte
Die sonstigen finanziellen Verpflichtungen bestehen in Höhe von TEUR 596.625.
Im Einzelnen betreffen diese Verpflichtungen folgende vertraglich fixierte bzw.
beauftragte Sachverhalte:
Nr.

Sonstige finanzielle Verpflichtungen

31.12.2012
TEUR

31.12.2011
TEUR

1.

Bestellobligo aus erteilten Investitions- /
Beratungsaufträgen

340.099

377.780

2.

Zahlungsverpflichtungen aus den Leasing­
verträgen mit den Dalandi Objekt KGs 1)

227.564

240.000

3.

Zahlungsverpflichtungen aus Miet- und
­Leasingverträgen

16.147

8.637

4.

Zahlungsverpflichtungen für Ausgleichs­
abgabe für Versiegelung gemäß Planfest­
stellungsbeschluss

9.422

12.849

5.

Zahlungsverpflichtungen aus Bauerlaubnisverträgen / Entschädigungszahlungen

3.393

3.434

596.625

642.700

Gesamt

1)
Dieser Wert entspricht dem Barwert der zukünftigen maximalen Zahlungsverpflichtungen (Miete
bzw. Zinsen und Tilgung), wenn als Diskontierungszinssatz der von FBB implizit über die Leasingrate zu
zahlende Zinssatz verwendet wird. Die genauen Zahlungsverpflichtungen sind erst nach Abschluss der
Baumaßnahmen bekannt.

Die erteilten Investitions- / Beratungsaufträge (Ziffer 1) für das Jahr 2013 betreffen im Wesentlichen Maßnahmen für den BER, u. a. Terminal (TEUR 173.190),
Tiefbau (TEUR 27.192), Drittinvestitionen (TEUR 35.108), Technische Infrastruktur
(TEUR 21.941).
Die Zahlungsverpflichtungen aus Leasingverträgen (Ziffer 2) stammen aus einer
im April 2010 unterzeichneten Leasingfinanzierung von bis zu EUR 240 Mio.,
mit der der Flughafen Berlin Brandenburg als Leasingnehmer die Finanzierung
der Errichtung und die Inbetriebnahme von neun Gebäuden im Umfeld des BER
sichergestellt hat.
Leasinggeber sind neun Kommanditgesellschaften aus der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe. Die FBB ist bei jeder der Kommanditgesellschaften Kommanditistin.
Die Leasingfinanzierung konnte ohne Bürgschaft außerhalb der BER-Langfristfinanzierung dargestellt werden, weil mit den zugehörigen Erbbaurechten ausreichend werthaltige Sicherheiten zur Verfügung gestellt wurden. Die Leasing­
verträge beinhalten auch, dass die FBB die Generalübernehmerfunktion für die
Erschließungen und Erstellung der Immobilien übernimmt. Damit ist das Risiko
von Bauablaufstörungen und Schnittstellenproblemen beim Bauablauf minimiert worden.
Die Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen (Ziffer 3) enden zwischen
2013 und 2027 und betreffen überwiegend Erbpacht, Bürogebäude, IT-Ausstattung, Fahrzeuge und Büromöbel.

Unsere Zahlen  | 43  �

Darüber hinaus besteht aus dem (ergänzenden) Planfeststellungsbeschluss die
Verpflichtung, Schallschutzmaßnahmen vorzunehmen bzw. Entschädigungszahlungen zu leisten. Diese Verpflichtungen belaufen sich auf bis zu EUR 444 Mio.
Bis zum Bilanzstichtag bei der FBB eingegangene aber noch in Prüfung befindliche Rechnungen für aktivierungspflichtige Maßnahmen belaufen sich auf
EUR 122 Mio. Hinsichtlich dieser Rechnungen ist noch keine endgültige Klärung
über die tatsächlich angemessene Höhe der angemeldeten Ansprüche der Bauleistenden erfolgt.
Erbrachte, aber noch nicht abgerechnete Bauleistungen lagen zum Bilanzstichtag in Höhe von rund EUR 100 Mio. vor.
In einem Erdgaslieferungsvertrag hat sich die FEW verpflichtet, in jedem Ab­
rechnungsjahr bis zur Schließung des Flughafens Tegel mindestens 60 % der
insgesamt bestellten Jahresmenge abzunehmen und zu bezahlen. Daraus resultieren finanzielle Verpflichtungen in Höhe von TEUR 1.553 p. a.
Derivative Finanzinstrumente
Die Zinsen für die langfristige Fremdfinanzierung stellen einen wesentlichen
Bestandteil der Zahlungsverpflichtungen der FBB dar.
Die Gesellschaft hat sich daher im Dezember 2006 durch den Abschluss von
Zinsswaps gegen einen Anstieg des Zinsniveaus und die damit einhergehenden ansteigenden Finanzierungskosten abgesichert. Es handelt sich hierbei
jeweils um eine Absicherung künftiger Cash Flows. Das zu sichernde Risiko ist
die Wertänderung der Zinszahlungen für die langfristige Fremdfinanzierung
aufgrund sich ändernder 3-Monats-Euribor Zinssätze. Das Ziel der Zinssicherungsgeschäfte ist es, einen Festsatz für einen Teil der Serien von erwarteten
Zinszahlungen (3-Monats-Euribor) zu etablieren.
Als Grundgeschäft für die Sicherung sollen während des Zeitraums bis 2013 etwa
70 % des Gesamtkreditbedarfs gemäß aktueller Liquiditätsplanung und Business­
plan gelten. Im Zeitraum von 2014 bis 2026 sollen bis zu 50 % des jeweiligen
Gesamtkreditbedarfs gemäß Businessplan abgesichert werden. Für die künftigen
Zinszahlungen dieser Grundgeschäfte sind Risiken aus Zahlungsstromschwankungen in der vorgenannten Höhe somit ausgeschlossen. Bei derivativen
Finanzinstrumenten handelt es sich um schwebende Geschäfte. Diese werden
deshalb in der Bilanz zum 31. Dezember 2012 nicht ausgewiesen. Die Zinsswaps
und die Kredite zur Finanzierung des Baus des BER bilden eine Bewertungseinheit nach HGB. Die bilanzielle Abbildung erfolgt nach der Einfrierungsmethode.
Die Wertänderungen der Zinsswaps werden soweit nicht bilanziert, wie sie
durch Wertänderungen des Grundgeschäfts ausgeglichen werden. Für einen
gegebenenfalls entstehenden Verlustüberhang wäre eine Drohverlustrückstellung zu bilden.
Die beizulegenden Zeitwerte per 31. Dezember 2012 belaufen sich auf einen
­Nominalwert von EUR 1,5 Mrd., bei einem Marktwert von EUR -294,9 Mio.
Die Ermittlung der Marktwerte der Swaps erfolgte mit Hilfe der Discounted Cash
Flow-Bewertung. Dabei wurden die zukünftigen Zinszahlungen mit der Zinsstrukturkurve vom 31. Dezember 2012 diskontiert. Der Barwert dieser Zahlungen
stellt den Wert der Swaps dar.

�  44  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Bei den drei Swaps handelt es sich um amortisierende Swaps.
Die Verpflichtung der FBB zur Absicherung der Swap-Geschäfte entfiel ab dem
15. März 2012 nach dem erfolgreichen Abschluss einer vertraglichen Restrukturierung im Dezember 2011.
Die prospektive Effektivität der Sicherungsbeziehung wurde auf der Grund­
lage einer Regressionsanalyse kalkuliert. In dieser Szenarioanalyse wurden die
Zinsen in einer Bandbreite von -2 % bis +2 % parallel verschoben. Auf Basis der
Critical-Term-Match-Methode ist von einer vollständigen Effektivität auszugehen.
Nach § 285 Nr. 23a HGB ist die Höhe der mit den Bewertungseinheiten abgesicherten Risiken im Anhang anzugeben. Dabei handelt es sich um die auf Grund
der Bildung der Bewertungseinheit nicht zu berücksichtigenden negativen
Marktwerte der Swaps von EUR -294,9 Mio.
Erläuterungen zur Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung
Umsatzerlöse

2012

2011

TEUR

%

TEUR

%

184.307

68,4

178.045

67,7

Non Aviation

45.225

16,8

46.980

17,9

Real Estate

28.891

10,7

29.250

11,1

Umsatzerlöse Bauleistungen

3.335

1,2

1.426

0,5

Umsatzerlöse Services

2.858

1,1

2.971

1,1

Sonstige

4.977

1,8

4.568

1,7

269.593

100,0

263.240

100,0

Aviation

Gesamt

Periodenfremde Aufwendungen und Erträge
Im Berichtsjahr sind periodenfremde Erträge in Höhe von TEUR 5.364 (Vj.
TEUR 6.201) angefallen. Diese resultieren im Wesentlichen aus Erträgen aus
der Auflösung von Rückstellungen (TEUR 4.386; Vj. TEUR 3.231).
Die periodenfremden Aufwendungen in Höhe von TEUR 5.280 (Vj. TEUR 2.811)
beinhalten hauptsächlich Steuern für Vorjahre inklusive Zinsen als Ergebnis
der abgeschlossenen Betriebsprüfung (TEUR 1.680) sowie Erlösminderungen
für Vorjahre (TEUR 1.155).
Zinsen aus Auf- bzw. Abzinsung von Rückstellungen
Im Berichtsjahr sind Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen
und Verbindlichkeiten in Höhe von TEUR 2.370 (Vj. TEUR 2.594) angefallen.
Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen werden im Berichtsjahr in Höhe
von TEUR 110 ausgewiesen.

Unsere Zahlen  | 45  �

Nahestehende Personen
Bestehende Geschäftsbeziehungen mit nahestehenden Personen werden zu
marktüblichen Konditionen vereinbart. Bei Institutionen, die an den Flughäfen
hoheitliche Aufgaben erfüllen, sowie weiteren öffentlichen Institutionen werden gesetzlich vorgeschriebene Selbstkostenmieten erhoben.
Erläuterungen zur Kapitalflussrechnung
Die Aufstellung der Kapitalflussrechnung erfolgte nach den Grundsätzen des
DRS 2. Der Finanzmittelfonds entspricht den flüssigen Mitteln.
Honorare Abschlussprüfer
Diese Honorare beinhalten die Leistungen für alle Gesellschaften und teilen sich
wie folgt auf:
2012
TEUR

2011
TEUR

100

105

Steuerberatungsleistungen

2

109

Sonstige Leistungen

8

23

110

237

Abschlussprüfungsleistungen

Gesamt

Kundenanlage nach § 3 Nr. 24a EnWG
Das EnWG verpflichtet Energieversorgungsunternehmen zur Entflechtung
gem. §§ 6 ff. EnWG. In einem Rechtsgutachten, das im Jahr 2011 beauftragt und
im Jahr 2012 aktualisiert wurde, wurde festgestellt, dass es sich bei den strom­
seitigen Energieanlagen der FEW am Standort Flughafen Schönefeld (Altflug­
hafen) und am Standort Flughafen Tegel um eine Kundenanlage nach § 3 Nr. 24a
EnWG handelt.
Aus der Einstufung der stromseitigen Energieanlagen der FEW als Kundenanlage folgt, dass die FEW den Regulierungsvorgaben des EnWG für Netzbetreiber
nicht unterliegt.

�  46  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Sonstige Angaben
Aufsichtsrat
Klaus Wowereit – Vorsitzender bis 16. Januar 2013; stellvertretender
Vorsitzender seit 16. Januar 2013; Regierender Bürgermeister von Berlin	
Frank Henkel – Senator; Senatsverwaltung für Inneres und Sport
Dr. Christian Sundermann – bis 07. März 2012; Staatssekretär;
Senatsverwaltung für Finanzen
Frau Dr. Margaretha Sudhof – seit 23. März 2012; Staatssekretärin;
Senatsverwaltung für Finanzen
Michael Zehden – Geschäftsführer; A–Z Hotelmanagement und
Beratungs GmbH & Co. KG
Matthias Platzeck	 – stellvertretender Vorsitzender bis 16. Januar 2013;
Vorsitzender seit 16. Januar 2013; Ministerpräsident; Landesregierung
Brandenburg
Ralf Christoffers – Minister; Ministerium für Wirtschaft und
Europ­aangelegenheiten des Landes Brandenburg
Dr. Helmuth Markov – Minister; Ministerium der Finanzen des Landes
­Brandenburg
Günther Troppmann – bis 13. Februar 2013; Vorsitzender des Vorstands
der Deutsche Kreditbank AG
Rainer Bomba – Staatssekretär; Bundesministerium für Verkehr,
Bau- und ­Stadtentwicklung
Werner Gatzer – Staatssekretär; Bundesministerium der Finanzen
Holger Rößler – Gewerkschaftssekretär der ver.di; Vereinte Dienstleistungs­
gewerkschaft Bezirk Berlin
Franziska Hammermeister – Angestellte der Berliner FlughafenGesellschaft mbH; Flughafen Tegel
Claudia Heinrich – Vorsitzende des Betriebsrats der Flughafen Berlin
­Brandenburg GmbH; Flughafen Schönefeld
Peter Lindner – Vorsitzender des Betriebsrats der Berliner Flughafen-­
Gesellschaft mbH; Flughafen Tegel
Sven Munsonius – Angestellter der Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH
Flughafen Tegel

Unsere Zahlen  | 47  �

Gesamtbezüge des Aufsichtsrats
Die Erstattungen für Sitzungsgelder an den Aufsichtsrat beliefen sich auf
TEUR 26,5 (Vj. TEUR 14,1).
Geschäftsführung
Prof. Dr. Rainer Schwarz – bis 16.01.2013; Sprecher der Geschäftsführung
Dr. Manfred A. Körtgen – bis 31.05.2012; Geschäftsführer Betrieb / BER
Horst Amann – seit 01.08.2012; Geschäftsführer Technik / Betrieb
Gesamtbezüge der Geschäftsführung
TEUR

1)

Grundvergütung

Erfolgsabhängige
Vergütung 1)

Altersvorsorge

Sonstige Bezüge

Gesamt

Prof. Dr. Rainer Schwarz

330

0

209

30

569

Dr. Manfred A. Körtgen

130

28

0

193

351

Horst Amann

133

0

0

11

144

Gesamt

593

28

209

234

1.064

  für das Geschäftsjahr 2011

Gesamtbezüge ehemaliger Mitglieder der Geschäftsführung
Für ehemalige Mitglieder der Geschäftsführung betrugen die Bezüge aus
Pen­sionen TEUR 478 (Vj. TEUR 474). Die Pensionsrückstellungen für ehe­­­ma­
lige ­Mitglieder der Geschäftsführung und ihre Hinterbliebenen sind in voller Höhe gebildet und belaufen sich zum 31. Dezember 2012 auf TEUR 5.348
(Vj. TEUR 5.446).
Mitarbeiter
Durchschnittliche Zahl der während des Geschäftsjahres beschäftigten Mitarbeiter:

Arbeitnehmer (Angestellte)
Auszubildende
Gesamt

Schönefeld, 26. Februar 2013
gez. Horst Amann

2012

2011

1.347

1.392

61

66

1.408

1.458

�  48  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Entwicklung des Konzernanlagevermögens
für das Geschäftsjahr 2012
FBB-Konzern

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2012
EUR

Zugänge
EUR

Abgänge
EUR

Umbuchungen
EUR

31.12.2012
EUR

I.

Immaterielle
Vermögensgegenstände

1.

Software und Rechte

22.841.760,74

2.086.528,45

6.245,00

1.581.264,64

26.503.308,83

2.

Geleistete Anzahlungen

3.254.186,88

1.983.258,50

0,00

-1.295.463,97

3.941.981,41

26.095.947,62

4.069.786,95

6.245,00

285.800,67

30.445.290,24

1.268.729.573,94

85.734.294,30

4.067.358,03

225.222.759,70

1.575.619.269,91

540.519.568,40

28.924.806,48

325,38

43.696.780,26

613.140.829,76

II.

Sachanlagen

1.

Grundstücke und Bauten

2.

Technische Anlagen und Maschinen

3.

Betriebs- und Geschäftsaus­
stattung inkl. GWG

99.068.327,60

14.540.045,53

2.681.583,40

12.239.822,21

123.166.611,94

4.

Geleistete Anzahlungen und
­Anlagen im Bau

1.473.427.691,31

484.294.810,02

452.995,37

-281.445.162,84

1.675.824.343,12

3.381.745.161,25

613.493.956,33

7.202.262,18

-285.800,67

3.987.751.054,73

III.

Finanzanlagen

1.

Beteiligungen

2.

Sonstige Ausleihungen

93.500,00

0,00

0,00

0,00

93.500,00

5.154,86

0,00

5.154,86

0,00

0,00

98.654,86

0,00

5.154,86

0,00

93.500,00

3.407.939.763,73

617.563.743,28

7.213.662,04

0,00

4.018.289.844,97

darunter BER

I.

Immaterielle
Vermögensgegenstände

1.

Software und Rechte

2.

Geleistete Anzahlungen

Anschaffungs- und Herstellungskosten
01.01.2012
EUR

Zugänge
EUR

Abgänge
EUR

Umbuchungen
EUR

31.12.2012
EUR

4.758.928,47

1.671.230,91

2.110,00

1.550.382,13

7.978.431,51

1.138.667,27

312.562,38

0,00

-830.423,35

620.806,30

5.897.595,74

1.983.793,29

2.110,00

719.958,78

8.599.237,81

II.

Sachanlagen

1.

Grundstücke und Bauten

653.416.142,02

83.067.282,03

3.257.707,49

221.291.924,72

954.517.641,28

2.

Technische Anlagen und Maschinen

380.992.027,78

28.753.165,92

180,75

43.643.201,68

453.388.214,63

3.

Betriebs- und Geschäftsaus­
stattung inkl. GWG

14.058.966,66

13.519.655,58

20.311,84

12.126.847,53

39.685.157,93

4.

Geleistete Anzahlungen und
­Anlagen im Bau

1.472.569.871,08

484.067.033,38

452.995,37

-280.701.816,85

1.675.482.092,24

2.521.037.007,54

609.407.136,91

3.731.195,45

-3.639.842,92

3.123.073.106,08

2.526.934.603,28

611.390.930,20

3.733.305,45

-2.919.884,14

3.131.672.343,89

Unsere Zahlen  | 49  �

Kumulierte Abschreibungen

Buchwerte

01.01.2012
EUR

Zugänge
EUR

Abgänge
EUR

Umbuchungen
EUR

31.12.2012
EUR

31.12.2012
EUR

31.12.2011
EUR

17.483.313,81

1.922.252,87

0,00

0,00

19.405.566,68

7.097.742,15

5.358.446,93

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

3.941.981,41

3.254.186,88

17.483.313,81

1.922.252,87

0,00

0,00

19.405.566,68

11.039.723,56

8.612.633,81

498.815.429,92

40.358.620,91

1.057.788,89

-8.500,51

538.107.761,43

1.037.511.508,48

769.914.144,02

171.983.018,43

29.278.293,85

0,00

8.472,54

201.269.784,82

411.871.044,94

368.536.549,97

77.396.829,78

7.534.244,96

2.564.411,61

27,97

82.366.691,10

40.799.920,84

21.671.497,82

4.310.681,72

1.797.795,64

0,00

0,00

6.108.477,36

1.669.715.865,76

1.469.117.009,59

752.505.959,85

78.968.955,36

3.622.200,50

0,00

827.852.714,71

3.159.898.340,02

2.629.239.201,40

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

93.500,00

93.500,00

1.145,86

0,00

1.145,86

0,00

0,00

0,00

4.009,00

1.145,86

0,00

1.145,86

0,00

0,00

93.500,00

97.509,00

769.990.419,52

80.891.208,23

3.623.346,36

0,00

847.258.281,39

3.171.031.563,58

2.637.949.344,21

Kumulierte Abschreibungen

Buchwerte

01.01.2012
EUR

Zugänge
EUR

Abgänge
EUR

Umbuchungen
EUR

31.12.2012
EUR

31.12.2012
EUR

31.12.2011
EUR

880.137,47

1.390.630,04

0,00

0,00

2.270.767,51

5.707.664,00

3.878.791,00

0,00

0,00

0,00

0,00

0,00

620.806,30

1.138.667,27

880.137,47

1.390.630,04

0,00

0,00

2.270.767,51

6.328.470,30

5.017.458,27

34.374.436,63

30.504.855,87

758.676,31

-8.500,51

64.112.115,68

890.405.525,60

619.041.705,39

20.222.673,50

26.686.595,72

0,00

8.472,54

46.917.741,76

406.470.472,87

360.769.354,28

1.444.247,46

4.342.648,51

0,00

-335,91

5.786.560,06

33.898.597,87

12.614.719,20

4.218.454,18

1.797.795,64

0,00

0,00

6.016.249,82

1.669.465.842,42

1.468.351.416,90

60.259.811,77

63.331.895,74

758.676,31

-363,88

122.832.667,32

3.000.240.438,76

2.460.777.195,77

61.139.949,24

64.722.525,78

758.676,31

-363,88

125.103.434,83

3.006.568.909,06

2.465.794.654,04

�  50  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld
Konzernlagebericht
für das Geschäftsjahr 1. Januar bis 31. Dezember 2012

→ 01

Die Flughafen
Berlin Brandenburg GmbH

A	 Neubau des Flughafens Berlin Brandenburg
A.1	

Die Verschiebung der Eröffnung und ihre Folgen

Überblick
2012 hat das Projekt BER einen großen Rückschlag hinnehmen müssen:
Am 8. Mai 2012 musste der Termin für die Eröffnung des Flughafens Berlin
­Brandenburg Willy Brandt verschoben werden.
Insbesondere technische Probleme beim Brandschutz machten eine pünktliche Inbetriebnahme zum 3. Juni 2012 unmöglich. Mit der Verschiebung des
Eröffnungstermins wurden alle Vorbereitungen zur Inbetriebnahme des neuen
Flughafens gestoppt. Der Integrationsprobebetrieb, der im Februar gestartet
war, und bei dem bereits über 10.000 Komparsen den neuen Flughafen getestet
hatten, wurde bis auf Weiteres ausgesetzt. Gespräche und Verhandlungen mit
den Airlines und Bodenverkehrsdienstleistern sowie Mietern und anderen Geschäftspartnern mussten geführt werden, um den Weiterbetrieb der Bestandsflughäfen Schönefeld und Tegel sicherstellen zu können. Der Aufsichtsrat der
Flughafengesellschaft entschied als Konsequenz aus der Verschiebung den damaligen Technikgeschäftsführer zu entlassen und darüber hinaus das Vertragsverhältnis mit den für Generalplanung und Objektüberwachung zuständigen
Unternehmen zu beenden. Als neuer Geschäftsführer Technik / Betrieb wurde
zum 1. August 2012 Horst Amann berufen. Dieser begann unverzüglich mit einer
verkürzten Bestandsaufnahme und der Neuorganisation des Projektes BER.
Bestandsaufnahme und insbesondere im letzten Quartal 2012 gestartete weitere
Tests der Brandschutzanlage führten Anfang Januar 2013 zu der Erkenntnis, dass
eine Inbetriebnahme des BER am 27. Oktober 2013 als nicht realistisch erscheint.
Der Aufsichtsrat entschied in seiner Sitzung Mitte Januar 2013 keinen neuen
Inbetriebnahmetermin festzulegen, sondern zunächst sämtliche Bestandsauf-

Unsere Zahlen  | 51  �

nahmen abzuschließen und die für die noch ausstehenden Baumaßnahmen
vollständigen Planungsunterlagen zu erstellen. Darüber hinaus wurde der Sprecher der Geschäftsführung seines Amtes entbunden.
Zeitliche Abfolge
Durch Verschiebung der für den 3. Juni 2012 geplanten Inbetriebnahme des
BER haben sich terminliche, organisatorische, rechtliche und finanzielle Auswirkungen innerhalb des Projektes BER ergeben. Zudem wurden als Konsequenz aus der Terminverschiebung durch die FBB Leistungsstandfeststellungen,
die organisatorischen Strukturen und die vertraglichen Rahmenbedingungen
im Projekt BER eingeleitet und darauf aufbauend eine neue Masterstrategie
ausgearbeitet.
Als neuer Eröffnungstermin für den BER war gemäß Entscheidung des Aufsichtsrates im Mai 2012 der 17. März 2013 vorgesehen. Entsprechend dem Auftrag des
Aufsichtsrates an den neuen Geschäftsführer Technik / Betrieb der FBB wurde
dieser Termin ab August 2012 hinsichtlich seiner Machbarkeit geprüft. Im Ergebnis zeigte sich keine ausreichende Belastbarkeit des Termins, da die Erfüllung genehmigungsrechtlicher und planerischer Randparameter innerhalb der vorgegebenen Zeitfenster nicht gewährleistet war. Durch den Geschäftsführer Technik /
Betrieb wurde auf Grundlage der vorgenommenen Analyse des Projektstandes
deshalb der 27. Oktober 2013 als neuer Eröffnungstermin vorgeschlagen. Durch
Beschluss des Aufsichtsrates im September 2012 wurde dieser Termin bestätigt.
Damit verbunden war eine erneute Überarbeitung der Terminpläne hinsichtlich
Fertigstellung des Fluggastterminals sowie der Inbetriebnahme des BER.
Für die am Projekt BER beteiligten Baufirmen und Dienstleister haben sich
durch die geänderte Terminsituation teilweise verlängerte Ausführungszeiträume ergeben. Die zwischen der FBB und den betroffenen Firmen bestehenden
Vertragsverhältnisse mussten dementsprechend angepasst werden. Dies betrifft

�  52  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

schwerpunktmäßig die für das Terminal BER tätigen Baufirmen, aber auch übergeordnete Dienstleister wie z. B. Projektsteuerung oder Baustellensicherheit.
Innerhalb des für das Projekt BER verantwortlichen Bereiches wurde durch die
FBB eine neue Organisationsstruktur geschaffen. Im Zuge dessen wurden die
Kompetenzen, Zuständigkeiten und Verantwortlichkeiten auf Bauherrenseite
neu definiert.
Das Vertragsverhältnis mit der für Generalplanung und Objektüberwachung
­zuständigen Planungsgemeinschaft wurde im Mai 2012 durch die FBB gekündigt. Zur Durchsetzung der ihr zustehenden Schadensersatzforderungen hat
die FBB eine Feststellungsklage erhoben. Unter Regie der FBB wurde eine neue
Objektplanung und Objektüberwachung für das Fluggastterminal installiert.
Leistungsschwerpunkt von neuer Objektplanung und -überwachung ist die
Beseitigung der baulichen Mängel durch Ergänzung und Ertüchtigung des vorhandenen Bauvolumens. Wesentlich ist ebenso die Fertigstellung der sicherheitstechnischen Anlagen im Fluggastterminal als Grundlage für eine bauordnungsrechtliche Freigabe des Gebäudes. Durch die neue Objektüberwachung
müssen darüber hinaus bestehende Defizite im administrativen Bereich, hier
insbesondere Bearbeitungsrückstände im Bereich Nachtrags- und Rechnungsprüfung, beseitigt werden. Zur Sicherstellung der Leistungsfähigkeit der Objektüberwachung wurde diese Ende 2012 im Rahmen eines EU-weiten Verhandlungsverfahrens mit Teilnahmewettbewerb personell verstärkt.
Durch die neue Objektplanung wurden und werden die durch den vorherigen
Generalplaner übergebenen mangelhaften Planungen vervollständigt und
­aktualisiert sowie fehlende Planungen ergänzt. Unter Koordination der neuen
Objektüberwachung müssen die bestehenden Mängel und Restbauleistungen im
Fluggastterminal bei Innenausbau und Gebäudetechnik abgearbeitet werden.
Anschließend können die technischen Systeme getestet und durch die zuständigen Sachverständigen freigegeben werden.
Bis Ende 2013 werden auch die beiden Pavillonbauten, welche aufgrund der
Umsetzung der neuen EU-Sicherheitsrichtlinien errichtet werden, baulich
f­ertiggestellt. Im Vergleich zur geplanten Eröffnung am 3. Juni 2012 wird bei Eröffnung des Flughafens deshalb von Beginn an das vollständige Terminal BER
zur Verfügung stehen.
Im Anschluss an die im Mai 2012 getroffene Entscheidung der Verschiebung des
Eröffnungstermins, wurden durch die FBB die Baukosten für den BER überprüft.
Die ermittelten Mehrkosten resultierten im Wesentlichen aus der Verschiebung
der Inbetriebnahme, Mehraufwendungen bei Brandschutz und Entrauchung,
Planungsabweichungen zum Bausoll sowie eingetretenen Bauablaufstörungen.
Dem Aufsichtsrat wurden dementsprechend zusätzliche Mittelzuführungen für
das Projekt BER empfohlen.

Unsere Zahlen  | 53  �

Im vierten Quartal 2012 wurde die Überprüfung der Baukosten wiederholt
und in Abhängigkeit neuer Erkenntnisse aktualisiert. Infolge neu eingetretener
Sachverhalte sowie Kosten aufgrund der nochmaligen Verschiebung der In­
betriebnahme waren Umschichtungen im vorhandenen Budget erforderlich,
um so dem Projekt BER zusätzliche Mittel bereit zu stellen.
Zur Sicherstellung der Finanzierung der zusätzlich erforderlichen Bau- und
Schallschutzmaßnahmen haben die Gesellschafter der FBB 2012 beschlossen, der
Gesellschaft insgesamt weitere EUR 1,2 Mrd. zur Verfügung zu stellen. Nach der
erneuten Verschiebung des Inbetriebnahmetermins ist ohne Nennung eines
neuen Termins und abhängig von dem Zeitfenster bis zur Inbetriebnahme davon auszugehen, dass weiterer Finanzierungsbedarf besteht. Eine Einschätzung
der Höhe ist erst möglich, wenn sämtliche Bestandsaufnahmen abgeschlossen
und die noch erforderlichen weiteren Investitionen daraus konkret ermittelt
worden sind sowie ein neuer Inbetriebnahmetermin benannt werden konnte.
Die Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld
Die Bestandsflughäfen Schönefeld und Tegel müssen länger als zunächst geplant
das steigende Passagieraufkommen bewältigen. Die FBB prüft regelmäßig, in
welchen Bereichen Instandsetzungsmaßnahmen und darüber hinaus gehende
umfassende Generalüberholungen durchgeführt werden müssen, um einen
geregelten und für die Passagiere soweit wie möglich annehmbaren Betrieb
aufrecht erhalten zu können.
In Schönefeld werden insbesondere in Erwägung gezogen:
•  Generalüberholung der Gepäckförderanlage,
•  Erneuerung der Vorfeldflächen, der Rollbahnen sowie der Regenwasserund Abwasseranlagen,
•  Teilsanierung der Start- und Landebahn,
•  Erneuerung der Sanitäranlagen,
•  umfassende Instandhaltung der Fluggastbrücken,
•  Modernisierung der Gebäudetechnik.
Für den Flughafen Tegel werden insbesondere geprüft:
•  weitere Optimierung der Verkehrsflüsse,
•  Ertüchtigung der Gepäckförderanlage,
•  Sanierung der nördlichen Start- und Landebahn,
•  umfassende Instandhaltung der Vorfeldflächen und Rollbahnen,
•  Erneuerung der Sanitärflächen,
•  Instandsetzung und Ertüchtigung der Klimatechnik, der Tanklager und
der Notstromdieselanlagen.

�  54  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

A.2	Die wichtigsten Schritte im Jahr 2012 auf dem Weg zum BER
Flugrouten für den Flughafen Berlin Brandenburg festgelegt
Am 26. Januar 2012 hat das Bundesamt für Flugsicherung (BAF) die Flugrouten
für den Flughafen Berlin Brandenburg beschlossen und umgehend öffentlich
vorgestellt. Demnach werden die Flugzeuge von der Nordbahn geradeaus starten und von der Südbahn in beide Startrichtungen nach Süden abknicken.
Die vorgestellten Routen wurden in Zusammenarbeit mit der Fluglärmkommission und den Bürgerinitiativen optimiert. Nach Inbetriebnahme des BER gilt
es, Optimierungspotenziale durch die Erfahrungen des realen Flugbetriebs zu
nutzen.
Integrationsprobebetrieb
Anfang Februar 2012 fiel der offizielle Startschuss für den Probebetrieb mit
­Komparsen: Rund 10.000 Flughafentester meldeten sich als Passagier auf Probe
und testeten die Prozesse am neuen Flughafen. Simuliert wurde der ganz normale Flugbetrieb vom Check-in über Sicherheitskontrolle bis hin zum Einstieg
in zahlreichen unterschiedlichen Szenarien. Der Probebetrieb wurde Anfang
Mai 2012 mit Verschiebung des Eröffnungstermins ausgesetzt. Er wird recht­
zeitig vor dem Inbetriebnahmetermin wieder aufgenommen.
Finanzierung BER
Im Rahmen der Verschiebung des Eröffnungstermins für den Flughafen
Berlin Brandenburg entsteht der FBB ein zusätzlicher Kapitalbedarf von rund
EUR 1,2 Mrd., der durch die drei Gesellschafter Berlin, Brandenburg und den
Bund gedeckt werden soll. Im September 2012 wurde das Finanzierungskonzept
zur Notifizierung bei der Europäischen Kommission angemeldet. Am 19. Dezember 2012 bestätigte die Kommission, dass es sich bei den Maßnahmen um keine
staatliche Beihilfe im EU-rechtlichen Sinne handelt.
Mieter am BER
Insgesamt entstehen auf dem BER rund 150 Verkaufseinheiten, darunter 39 gastronomische Betriebe und etwa 20 Serviceeinrichtungen. Bis Mai 2012 war ein
Großteil der Ladenflächen komplett fertig und teilweise bereits möbliert. Seit der
Verschiebung des Eröffnungstermins führt die Flughafengesellschaft kontinuierlich Gespräche mit sämtlichen BER-Mietern über die veränderte Inbetriebnahmesituation. Ziel ist es, die durch die Verschiebung entstehenden Risiken
für die Mieter so weit wie möglich zu minimieren und Härtefälle zu vermeiden.
So werden zum Beispiel individuelle Lösungen wie Mietflächenvergaben an den
alten Flughäfen Tegel und Schönefeld oder die Auflösung von Bankbürgschaften vereinbart, um eventuellen wirtschaftlichen Schwierigkeiten bei einzelnen
Mietern entgegenzuwirken.

Unsere Zahlen  | 55  �

Bis zum Ende des Jahres 2012 waren mit dem überwiegenden Teil der Mieter
ent­sprechende Mietvertragsergänzungen verhandelt worden. Aufgrund der erneuten Verschiebung des Inbetriebnahmetermins wurden nochmals Gespräche
aufgenommen.
A.3	

Stand der Arbeiten am Flughafen Berlin Brandenburg

Terminal
Das Terminalgebäude mit der zentralen Check-in-Halle, dem Mainpier sowie
dem Pier Nord und Süd ist baulich fast fertiggestellt. Für den Probebetrieb
wurden Anfang 2012 Check-in-Schalter, Sicherheitskontrollen, Gates und die
­Gepäckförderanlage testweise in Betrieb genommen. Probleme gab es beim
Brandschutz im Terminal sowie bei der technischen Gebäudeausstattung.
Hier wurden fehlende Ausführungspläne nachgereicht, die die Basis für die
Fortführung der Bautätigkeit bilden werden. Neben den Arbeiten an der technischen Gebäudeausrüstung des Terminals gehen auch die Arbeiten an den
beiden Pavillons nördlich und südlich des Terminals weiter, der Rohbau ist hier
fertiggestellt, erste Arbeiten an der technischen Gebäudeausstattung laufen.
Die Pavillons beherbergen zusätzliche Check-in-Kapazitäten und Sicherheitskontrolllinien und werden zeitgleich mit dem Flughafen in Betrieb genommen.
Verkehrsanbindung BER
Der Flughafen Berlin Brandenburg ist sowohl aus der Luft als auch per Schiene
und Straße gut erreichbar. Er verfügt über einen sechsgleisigen Bahnhof mit
drei Bahnsteigen direkt unter dem Terminal. Von dort wird der Airport-Express
vier Mal pro Stunde den Berliner Hauptbahnhof in 30 Minuten mit dem neuen
Flughafen verbinden. Zusätzlich wird es eine kurze Taktung von S-Bahn und
Bus sowie die Anbindung an das Fernverkehrsnetz geben. Ziel der Planer ist es,
dass jeder zweite Reisende mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum neuen Flughafen kommt. Der Bahnhof wurde bereits im Juni 2010 an die Deutsche Bahn
übergeben und wird mit Eröffnung des Flughafens in Betrieb genommen. Auch
die Straßenanbindung mit direkter Anbindung an die Autobahn A 113 sowie die
Bundesstraße B 96a ist fertiggestellt.
Flugbetriebsflächen und südliche Start- und Landebahn
Die Gesamtgröße der neu errichteten Flugbetriebsflächen (Start- und Landebahn, Rollwege und Vorfelder) beträgt mehr als 1,8 Millionen Quadratmeter.
Die Flugbetriebsflächen sind vollständig fertiggestellt und wurden zur ILA 2012
in Teilen bereits testweise mit einer Sondergenehmigung genutzt.
Für die Befeuerungsanlagen auf der neuen Start- und Landebahn Süd, dem
Vorfeld und den dazugehörigen Rollbahnsystemen wurden insgesamt 5.450
Unterflurfeuer sowie 1.425 Überflurfeuer installiert. Soweit möglich arbeiten diese

�  56  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Lampen mit modernster LED-Technik. Diese liefert im Vergleich zur herkömmlichen Halogen-Beleuchtung mehr Licht bei weniger Energieverbrauch und hat
eine höhere Lebensdauer. Zur optimalen Beleuchtung des Vorfeldes und der Piers
wurden insgesamt 63 Mastleuchten mit einer Höhe von rund 30 Metern errichtet.
Auch die Flugvermessung des Instrumentenlandesystems (ILS) an der Startund Landebahn Süd wurde durch die Deutsche Flugsicherung bereits abgeschlossen. Bis zur Inbetriebnahme des BER läuft das ILS im überwachten Probebetrieb, um eine Zertifizierung in der geforderten höchsten Sicherheitsstufe zu
gewährleisten.
Zur Unterstützung des sicheren und zuverlässigen Flugbetriebs verfügt die
neue Start- und Landebahn Süd über ein Eisfrühwarnsystem. Dieses prüft
den Zustand der Verkehrsflächen und erstellt eine Prognose für die Deutsche
Flugsicherung und den Deutschen Wetterdienst. Die aktuellen Messdaten wie
Gefrierpunkt, Temperatur und Windrichtung werden automatisch an den
­Entscheidungsträger übermittelt und über eine eigene Serveranlage zur nachträglichen Auswertung gespeichert.
Betriebsspezifische Gebäude
Mit dem Flughafen Berlin Brandenburg entsteht südöstlich von Berlin eine k
­ leine
Stadt mit eigenständiger Energieversorgung und einer eigenen technischen
Infrastruktur. Ein Großteil der Gebäude konnte Anfang 2012 fertiggestellt werden
und beherbergt die jeweiligen Bereiche zum Teil bereits heute.
•  In dem Gebäude für die Technische Instandhaltung sind die Verwaltungsbereiche und Werkstätten für das Technische Facility Management, Aviation
sowie Informations- und Kommunikationstechnik untergebracht. Außerdem ist das zentrale Rechenzentrum des neuen Flughafens dort angesiedelt. In dem neuen Rechenzentrum versorgen bis zu 500 Server den neuen
Flughafen mit Rechenleistung. Auf den Servern laufen die vitalen Dienste
des Flughafens von der Leitstelle bis zum Check-in-Counter.
•  Das Sicherheitsgebäude konnte bereits zum 30. Oktober 2011 fertiggestellt
werden. Flughafensicherheit, Bundespolizei und Zoll nutzen das Gebäude
gemeinsam. Dadurch ist eine optimale Zusammenarbeit gewährleistet.
•  Für den Flughafen Berlin Brandenburg wurden zwei neue Feuerwachen
gebaut: die Feuerwache West und die Feuerwache Ost. Die Feuerwache
West umfasst neben den feuerwehrspezifischen Einsatzräumen zwei Hallen
für Großfahrzeuge, die Feuerwehrleitstelle, das Airport Control Center, die
Notfalleinsatzzentrale, die Sicherheitsleitstelle und die Leitstelle Technik.
Die Feuerwache Ost beinhaltet unter anderem drei Fahrzeughallen mit
14 Stellplätzen für Einsatzfahrzeuge und dient neben der Brandabwehr bei
Luftfahrzeugen in erster Linie dem Gebäudebrandschutz des Terminals.
Beide Feuerwachen sind fertiggestellt, die Feuerwache Ost ist Ende 2011 mit
Beginn des Probebetriebs in Betrieb genommen worden.

Unsere Zahlen  | 57  �

•  Der Gebäudekomplex für die Bodenverkehrsdienste (BVD) umfasst drei
Einzelgebäude. Erweiterungsmöglichkeiten sind vorhanden. Das zentrale
Sozial- und Verwaltungsgebäude nimmt mehrere Bodenverkehrsdienstleister auf und verfügt über flexible an- und abmietbare Raumstrukturen.
Neben den betriebsnotwendigen Büroflächen und einem Umkleide- und
Sanitärbereich für die operativen Kräfte im Schichtdienst, verfügt das Objekt
über Pausenräume und eine Kantine. Um einen hohen Qualitätsstandard im
Bereich Wartung, Reparatur und Instandhaltung sicherzustellen, steht ein
modern ausgestattetes Werkstattgebäude zur Verfügung. Eine separate KfzHalle dient der frostfreien Unterstellung des Fuhrparks und der spezifischen
Gerätschaften (Schlepper, Fluggasttreppen etc.). Die Gebäude sind bereits
seit Anfang 2012 bezogen.
DFS-Flughafentower
Mit 72 Metern ist der Tower der Deutschen Flugsicherung der zweithöchste
­Kontrollturm Deutschlands. Die Inbetriebnahme der Platzkontrolle erfolgte
bereits im 1. Quartal 2012. Bis zur Eröffnung des BER wird der Flugverkehr des
Bestandsflughafens Schönefeld über den neuen Tower abgewickelt.
Wartungshangars
Im Mai 2012 wurde der Schlüssel für den neuen Air Berlin- und GermaniaWartungshangar auf dem Flughafen Berlin Brandenburg übergeben. Auf einer
Hallenfläche von mehr als 12.000 Quadratmetern bietet der Hangar Platz für
sechs Flugzeuge des Typs Airbus A319 / A320 oder alternativ zwei Langstreckenflugzeuge des Typs A330. Zwei Drittel der Hallenfläche werden von Air Berlin
Technik, ein Drittel von Germania genutzt.
Die Wartungshalle der Lufthansa Technik ist ebenfalls fertig gestellt. Der Hangar
bietet Platz für vier Kurz- und Mittelstreckenflugzeuge oder für ein Großraumflugzeug bis zur Größe eines Airbus A340.
AirCargo Center Berlin
In einer ersten Ausbaustufe wurde auf einer Fläche von rund 3,3 Hektar ein
Luftfrachtzentrum zur Abfertigung von Beiladefracht realisiert. Dieses umfasst
insgesamt 12.000 Quadratmeter Hallenfläche sowie 7.000 Quadratmeter Bürofläche. Das Frachtgebäude verfügt über eine Startkapazität von rund 100.000
Ton­nen Fracht im Jahr. Die Frachthalle verfügt auch über ein Kühlzentrum für
die Abfertigung von verderblicher Ware. Weitere Ausbaustufen werden bedarfsbzw. nachfrageabhängig entwickelt. Das AirCargo Center wurde im April 2012 an
die Kunden übergeben.

�  58  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

A.4	 Investitionen 2012
Mit EUR 617,3 Mio. lag das Investitionsvolumen bei der FBB um EUR 32,2 Mio.
unter dem Vorjahreswert (EUR 649,5 Mio.). Der bei weitem größte Anteil der
Investitionsmaßnahmen betraf den Flughafen Berlin Brandenburg:
•  Teilprojekt Hochbau EUR 447,4 Mio., davon EUR 401 Mio. für das Fluggast­
terminal und EUR 15,2 Mio. für die betriebsspezifischen Gebäude.
•  Teilprojekt Tiefbau EUR 50,7 Mio., davon EUR 14,5 Mio. Maßnahmen
­betreffend Flugbetriebsflächen inklusive Befeuerungs- und Entwässerungs­
systeme, EUR 11,2 Mio. für den Straßenbau und EUR 11,2 Mio. für die Flug­
betriebsflächen am Hangarstandort.
•  Teilprojekt Technische Infrastruktur EUR 14,4 Mio., davon EUR 6,5 Mio. für
Kabelnetze, 4,4 Mio. für nachrichtentechnische Systeme und EUR 0,6 Mio.
für Leitungsnetze (Trink-, Abwasser-, Regenentwässerungs-, Wärme- und
Klimaanlagen etc.).
•  Teilprojekt Drittinvestitionen EUR 14,4 Mio., im Wesentlichen Leistungen für
die Erschließung.
•  Übergeordnete Maßnahmen für alle Teilprojekte EUR 25 Mio.
•  Teilprojekt Planung EUR 19,6 Mio., davon EUR 12,9 Mio. für die Planung und
Ausführung von Frei- und Grünflächen und EUR 1,4 Mio. für die Planung von
Flugbetriebsflächen.
•  Teilprojekt Schallschutzprogramm BER EUR 19,1 Mio.
•  Grundstücke EUR 0,7 Mio.
Ein Anteil in Höhe von EUR 24,5 Mio. für Versorgungsnetze wurde an die FEW
übertragen.

B	 Organisation und Geschäftstätigkeit
Die Flughäfen Schönefeld und Tegel stellen die Luftverkehrsinfrastruktur für
die Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg bereit. Mit seiner Inbetriebnahme
wird der gesamte Verkehr auf den Hauptstadt-Airport Berlin Brandenburg Willy
Brandt konzentriert.
Gesellschafter der FBB sind das Land Berlin (37 % der Stammeinlage), das Land
Brandenburg (37 %) und die Bundesrepublik Deutschland (26 %).
Die FBB hat sich in einer Matrixorganisation aufgestellt, in der die drei Geschäftsbereiche Aviation Management, Non Aviation Management und Real
Estate Management durch die mit übergeordneten unternehmerischen Querschnittsfunktionen versehenen Zentralbereiche (Recht, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit, Personal und Organisation, Kaufmännische Steuerung sowie
Planung & Bau BER) verknüpft werden. Unterstützend und ergänzend sind

Unsere Zahlen  | 59  �

die Servicebereiche (Informations- und Kommunikationstechnik, Safety und
Security sowie Technisches Facility Management) tätig. Schallschutz, Umwelt,
Interne Revision, Pressestelle, ORAT, Projektkostencontrolling BER sowie In­
betriebnahme & Genehmigungen BER sind als Stabsstellen direkt der Geschäftsführung zugeordnet.
Der Geschäftsbereich Aviation Management gewährleistet den reibungslosen
Abfertigungsbetrieb und trägt die Gesamtverantwortung für die permanente
Optimierung der Abfertigungsprozesse für Luftfahrzeuge, Passagiere und
Gepäck. Weiterhin ist er verantwortlich für sämtliche luftseitigen Belange des
Frachtumschlags. Der Bereich Non Aviation Management sorgt für die optimale
Immobiliennutzung über Einzelhandel, Gastronomie, Parkraum und Werbung.
Er verantwortet die Entwicklung eines aus Kundensicht attraktiven Branchenund Dienstleistungsmixes. Der Bereich Real Estate Management zeichnet sich für
die langfristige Planung der Flughafeninfrastruktur, die Realisierung sowie den
Erhalt der Betriebsfähigkeit verantwortlich und stellt eine an die strategische
Ausrichtung des Unternehmens angepasste und auf die betrieblichen sowie wirtschaftlichen Anforderungen hin optimierte Infrastruktur zur Verfügung.
Im Berichtsjahr wurde der Zentralbereich Planung & Bau BER neu aufgestellt
und mit neuen Führungskräften besetzt. Außerdem wurde das Projektkostencontrolling BER aus dem Bereich herausgelöst und als Stabsstelle direkt der
Geschäftsführung unterstellt.
Zur Gewährleistung einer engen Zusammenarbeit mit den zuständigen Zulassungs- und Genehmigungsstellen wurde die Stabsstelle Inbetriebnahme & Genehmigung BER aufgebaut. Sie verantwortet insbesondere den Probebetrieb des
BER und die Umzüge der Flughäfen Tegel und Schönefeld zum neuen Flughafen
Berlin Brandenburg.
Für den Flughafen Berlin Brandenburg nimmt gute Corporate Governance
einen hohen Stellenwert ein. Corporate Governance steht für verantwortungs­
bewusste, transparente und auf langfristige Wertschöpfung ausgerichtete
­Führung und Kontrolle des Unternehmens. Zentraler Maßstab sind die im
„Corporate Governance Kodex für die Beteiligungen des Landes Brandenburg
an privatrechtlichen Unternehmen“ enthaltenen Regeln und Handlungsempfehlungen. Geschäftsführung und Aufsichtsrat der FBB haben einen Corporate
Governance Bericht erstellt, der im Internet eingesehen werden kann. Dort
erklären sie, dass den Regeln und Handlungsempfehlungen des Kodex ent­
sprochen wurde und auch weiterhin entsprochen wird.

�  60  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

→ 02

Entwicklung
des abgelaufenen Geschäftsjahres

A	Gesamtwirtschaftliche Lage und
Entwicklung der Luftverkehrsbranche
Das Wachstum der deutschen Wirtschaft hat sich gegenüber dem Vorjahr
deutlich abgeschwächt. Stieg das reale Bruttoinlandsprodukt 2011 noch um 3 %,
war für 2012 lediglich noch ein Wachstum von unter 1 % festzustellen. Im letzten
Quartal 2012 ist die Wirtschaftsleistung leicht zurückgegangen.
Ausschlaggebend für die gedämpfte gesamtwirtschaftliche Entwicklung in
Deutschland war das internationale Umfeld. Das fehlende Vertrauen in die
Lösbarkeit der Schuldenkrise im Euroraum, die Unsicherheiten hinsichtlich der
Fiskalpolitik der USA und der Rückgang der Nachfrage nach deutschen Exportgütern beeinflussten in Deutschland die Investitionsbereitschaft.
Auch 2012 zeigte sich im Vergleich zu anderen Euro-Ländern die deutsche Wirtschaft jedoch als immer noch robust und wettbewerbsfähig.
Die Luftverkehrsbranche in Deutschland verzeichnete gemäß der Monatsstatistik Dezember 2012 der Arbeitsgemeinschaft der deutschen Verkehrsflughäfen
(ADV) im Jahresverlauf 2012 insgesamt einen nur noch geringen Passagierzuwachs (1,1 % gegenüber 2011, im Vergleich wuchs die Anzahl der transportierten
Passagiere 2011 zu 2010 um 5 %). Es wurden 200 Mio. Ein- und Aussteiger an den
deutschen Flughäfen im Gesamtjahr 2012 erfasst (Vj 198 Mio. Passagiere). Der
bereits 2011 feststellbare Rückgang der Wachstumsraten im Passagierverkehr hat
sich fortgesetzt. Insbesondere Flughäfen mit einem hohen Anteil an Low-CostCarriern hatten mit einem deutlichen Rückgang der Passagierzahlen zu kämpfen. Die Zuwächse im Passagieraufkommen waren den größeren Flughäfen
zuzuschreiben. Die zahlreichen kleinen und mittelgroßen Flughäfen mussten
auch 2012 Rückgänge verzeichnen. Damit spüren auch die deutschen Verkehrsflughafenbetreiber die Folgen der Eurokrise, der schwierigen Marktsituation der
Airlines und der nationalen Belastungen (z. B. Luftverkehrsteuer).
Das Passagieraufkommen wurde auch 2012 wieder vor allem vom Europa-Verkehr getragen, der im Jahresverlauf um 2,0 % auf fast 118 Mio. Passagiere zulegte.
Dagegen ist der innerdeutsche Luftverkehr durch einen Rückgang um 3,6 %
(-1,7 Mio. Passagiere) gekennzeichnet. Im interkontinentalen Luftverkehr ist
ein Anstieg um 4,9 % auf rund 36 Mio. Passagiere zu erkennen.

Unsere Zahlen  | 61  �

Auch im Bereich Luftfracht und Luftpost ist der Trend der letzten Monate
­ab­lesbar. Im Geschäftsjahr 2012 ist der Frachtumschlag an den deutschen
­Verkehrsflughäfen um 2,2 % auf 4,3 Mio. Tonnen zurückgegangen.

B	 Geschäftsverlauf 2012
B.1	

Aviation Management / Verkehrsentwicklung

Die Zahl der Passagiere an den Flughäfen der Hauptstadtregion in Tegel und
Schönefeld stieg im Jahr 2012 erstmals über die 25 Millionen-Marke, nach 24 Millionen Passagieren 2011.
Insgesamt wurden 25.261.477 Passagiere gezählt, welches gegenüber 2011 einen
Anstieg von 5,1 % darstellt. Damit entwickelte sich der Luftverkehr in der Region
Berlin-Brandenburg auch im zehnten Jahr in Folge besser als der Durchschnitt
der internationalen Verkehrsflughäfen in Deutschland (circa + 1,1 % gegenüber
2011). Der dritte Platz unter den deutschen Luftverkehrsstandorten konnte mit
diesem Ergebnis somit weiter gefestigt werden. Insgesamt standen 2012 178 Ziele
in 49 Ländern im Flugplan.
Der detaillierte Blick auf die Verkehrszahlen
Das Verkehrswachstum 2012 war geprägt von einer umfassenden Expansion
der Lufthansa-Gruppe am Standort Berlin, die bis zu sechs zusätzliche Flugzeuge hier zur Bedienung von populären Business- und Leisure-Destinationen
stationierte. Auch Air Berlin konnte ein Wachstum verzeichnen, hauptsächlich
durch Verstärkung der Frequenzen auf bestehenden Destinationen sowie der
Auf­nahme der neuen Langstreckendestinationen Abu Dhabi und Los Angeles.
Durch neue Kooperationsabkommen mit Partnerairlines des Luftfahrtbündnisses Oneworld, dem strategischen Partner Etihad Airways und Air FranceKLM wuchs zudem die Zahl der Transferpassagiere überdurchschnittlich stark.
Die meisten Passagiere nutzten innerhalb Deutschlands die Strecke nach
München (1.918.449 Passagiere; +0,3 %) und innerhalb Europas nach London
(1.338.762 Passagiere, -1,8 %). Die katalanische Hauptstadt Barcelona ist ab Berlin
der größte europäische Wachstumsmarkt des vergangenen Jahres (+105.262 Pas-

�  62  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

sagiere; +26,4 %), auch gestärkt durch den Markteintritt des spanischen LowCost-Carriers Vueling. Bei den Langstrecken wählten die meisten Passagiere 2012
die Verbindungen nach New York (223.326 Passagiere; -4,3 %).
Das größte Wachstum im innerdeutschen Verkehr konnte mit 19.891 Passagieren
(+1,1 %) auf der Strecke nach Frankfurt am Main verzeichnet werden. Rund ein
Drittel der insgesamt 1.814.057 Passagiere nutzten den Frankfurter Flughafen
zum Umsteigen.
Die größten Zuwachsraten bei den Märkten gab es mit 7,6 % im innereuro­
päischen Verkehr, insgesamt 15.955.945 Passagiere wurden auf diesen Strecken
gezählt. Ein solides Wachstum konnte wieder auf den außereuropäischen Strecken verzeichnet werden. Die Zahl der Passagiere im weltweiten Luftverkehr
stieg im vergangenen Jahr um 20,7 % auf 1.420.329 (etwa 5,6 % des Gesamtaufkommens). Die ab Berlin nonstop angeflogenen regelmäßigen Langstreckenrouten wurden von 763.816 Passagieren genutzt. Dies entspricht einem überdurchschnittlichen Wachstum von 8,7 %. Mit 7.885.170 Passagieren sank dagegen die
Nachfrage auf innerdeutschen Verbindungen um 1,7 % gegenüber dem Vorjahr.
Seit Einführung der Luftverkehrsabgabe entwickelt sich dieses Marktsegment
auch weiterhin kontinuierlich unter dem Markttrend und musste zwei Streckenaufgaben (Memmingen, Münster-Osnabrück) verzeichnen.
2012 setzte sich auch das kontinuierliche Wachstum bei der Zahl der Umsteigepassagiere in Berlin weiter fort. Nach 3,4 % 2010 und 4,1 % 2011 stieg der Anteil
der Umsteigepassagiere am Gesamtaufkommen im Jahr 2012 auf circa 6,0 %
(+50,4 % gegenüber 2011).
Bundesweit ist weiterhin festzustellen, dass sich der registrierte Passagierzuwachs 2012 vor allem an den großen Flughäfen und solchen mit DrehkreuzFunktionen konzentriert hat. Demgegenüber konnten mittlere und kleinere
Flughäfen insgesamt nur ein geringes Wachstum verzeichnen oder mussten in
Summe Passagierrückgänge registrieren. Diese Beobachtung spiegelt sich auch
in der Verkehrsentwicklung der Flughäfen Schönefeld und Tegel wider.
Schönefeld
Am Flughafen Schönefeld wirkt sich die Einführung der deutschen Luftverkehrssteuer weiterhin negativ aus. Der Wechsel der Germanwings nach Tegel
hat zusätzlich Verkehr vom Standort abgezogen. Der Flughafen Schönefeld zählte 2012 insgesamt 7.097.274 Passagiere, ein Rückgang um 0,2 % gegenüber dem
Vorjahr. Dennoch konnten im Sommerflugplan 2012 insgesamt 89 Destinationen
(+2) ab Berlin-Schönefeld erreicht werden.

Kerndaten

2011

Δ

2012

+ 5 %

25,3

+ 3 %

270

- 32 %

58

Passagiere (Mio.)

24,0

Umsatzerlöse (Mio. EUR)

263

EBITDA (Mio. EUR)

86

�  64  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Tegel
Am Flughafen Tegel wurden im Jahr 2012 insgesamt 18.164.203 Passagiere registriert, 1.244.383 mehr als im Vorjahr (+7,4 %).
Die Flughäfen Tegel und Schönefeld zählten im vergangenen Jahr zusammen
242.872 Flugzeugbewegungen (±0,0 %). Die Auslastung der Flugzeuge stieg auf
73,9 % (+1,3 %-Punkte), die durchschnittliche Flugzeuggröße von 136 auf 141 Sitze.
Fracht
Über die Frachtanlagen der Berliner Flughäfen Schönefeld und Tegel wurden
im letzten Jahr insgesamt rund 76.000 Tonnen Luftfracht umgeschlagen (+2 %).
32.140 Tonnen Luftfracht wurden dabei per Flugzeug transportiert (+2,9 %),
damit wächst Berlin schneller als der Bundesdurchschnitt, der ein Minus von
2,2 % (ADV) verzeichnet. Wachstumsmotor ist die Frachtbeiladung auf PassagierLangstreckenflügen gewesen, die um rund 10 % stieg, so dass heute rund die
Hälfte der Frachtzuladung auf Langstreckenfliegern erfolgt. Hinzu kommen 5.352
Tonnen Nachtluftpost, die im Auftrag der Deutschen Post World Net AG nach
Stuttgart geflogen wurden (+12,7 %). Zusätzlich als Luftfracht per Lkw wurden
16.535 Tonnen von den Airlines sowie 22.278 Tonnen von Spediteuren zu den
Europadrehkreuzen der Airlines über die Luftfrachtanlagen in Berlin abgefertigt.
Luftfracht am Flughafen Schönefeld
In Schönefeld wurden im vergangenen Jahr 5.206 Tonnen Luftfracht (+12 %)
sowie 1.126 Tonnen Luftpost umgeschlagen (-72,4 %). TNT Express verlagerte
seinen Flugbetrieb im Juni von Tegel nach Schönefeld. Federal Express fliegt seit
November zusätzlich von seinem Europahub in Paris via Berlin zur polnischen
Wirtschaftsmetropole Danzig. Die Nachtluftpostflüge der Deutsche Post World
Net AG nach Stuttgart werden seit dem Sommerflugplan von Air Berlin aus Tegel geflogen. Das DRK hat aus seinem Hilfsgüterzentrum am 24-Stunden offenen
Flughafen Schönefeld unter anderem im Dezember einen Hilfsgüterflug nach
Syrien mit Medikamenten für ein Kinderkrankenhaus geflogen.
Luftfracht am Flughafen Tegel
In Tegel wurden im letzten Jahr 26.933 Tonnen Luftfracht (+1,3 %) sowie 4.226
Tonnen Luftpost umgeschlagen (+532,8 %). Hinzu kommen rund 38.500 Tonnen
im Luftfrachtersatzverkehr für Airlines und Spediteure von den beiden Frachtabfertigern Wisag Cargo Service und Swissport Cargo Service.
Das Cargocenter und die Frachtanlieferung werden derzeit erweitert. Grund ist
einerseits der erhöhte Umschlag von Beiladefracht sowie andererseits die kommenden schärferen Sicherheitsbestimmungen. Ab März 2013 ist ein Screening
aller Anlieferungen von nicht bekannten Versendern erforderlich.

Unsere Zahlen  | 65  �

Das Verkehrsaufkommen entwickelte sich im Jahresvergleich wie folgt:

Verkehrsaufkommen

2012

2011

166.191

164.177

18.164

16.920

65.053

66.318

7.097

7.114

231.244

230.495

25.261

24.034

Tegel
Gewerbliche Flugbewegungen
Fluggäste (in Tausend)
Schönefeld
Gewerbliche Flugbewegungen
Fluggäste (in Tausend)
Gesamt
Gewerbliche Flugbewegungen
Fluggäste (in Tausend)

B.2	Non-Aviation-Management
Das Jahr 2012 ist auch im Non-Aviation-Management geprägt von der Verschiebung des geplanten Eröffnungstermins des BER.
Schönefeld
In den ersten fünf Monaten 2012 konnte von steigenden Passagierzahlen in
Schönefeld profitiert werden. Abgesehen von weniger profitablen und deshalb
bereits in den ersten fünf Monaten geschlossenen Einheiten wie zum Beispiel
dem Marché Restaurant, der Ess-Bahn und einigen Reisebüros konnten viele
Einheiten ihre Erträge im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern. Lediglich in der
Parkierung konnten trotz steigender Passagierzahlen die Erträge nicht ganz auf
Vorjahresniveau gehalten werden.
Nach der Anfang Mai 2012 verkündeten Verschiebung des geplanten Eröffnungstermins des BER wurden mit allen Einzelhändlern, Gastronomen, Auto­
vermietern und dem Parkraumbewirtschafter sowie dem Duty Free- / Duty
Paid-Shop-Be­treiber Gespräche über die Verlängerung des jeweiligen Vertrages
über den 3. Juni 2012 hinaus verhandelt. Die Verhandlungen verliefen äußerst
erfolgreich. Es konnte mit nahezu allen Mietern die weitere Zusammenarbeit
bis zur Schließung des Flughafens Schönefeld gesichert werden. Einzig mit
zwei ­Betreibern konnte keine Einigung über eine Vertragsverlängerung erzielt
­werden.
In den Monaten nach der Verkündung der Verschiebung des Eröffnungs­
termins des BER verlief die Entwicklung des Non-Aviation-Geschäftes am Flughafen Schönefeld entsprechend der ersten fünf Monate weiter stabil. In einigen

�  66  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Segmenten konnten die Erträge weiterhin gesteigert werden. Negativen Einfluss
auf die Ertragslage hauptsächlich in den Segmenten Duty Free / Duty Paid und
Parkierung hatte der Umzug der Germanwings nach Tegel Ende Oktober 2012.
Die Ertragslage im Segment Flughafenwerbung ist aufgrund der kurzfristigen
Verschiebung des Eröffnungstermins des BER von einigen Schwierigkeiten
gekennzeichnet. So wurden die Vermarktungsaktivitäten für den Flughafen
Schönefeld im Vorfeld der geplanten Eröffnung des Flughafens BER am 3. Juni
2012 bereits Anfang des Jahres 2012 nahezu eingestellt. Die Vermarktungsakti­
vitäten wurden erst nach Verkündung der Verschiebung wieder aufgenommen.
Wie mit allen Einzelhändlern, Gastronomen, Autovermietern etc. wurden auch
mit allen großen Werbekunden Gespräche über ein Engagement am Flughafen Schönefeld über den 3. Juni 2012 hinaus geführt. Viele Werbekunden mit
langfristigen Verträgen haben ihr Engagement verlängert, jedoch konnte mit
einigen wenigen großen Werbekunden keine Einigung erzielt werden bzw. nur
zu deutlich schlechteren Konditionen.
Nach Verkündung der Verschiebung der für den 3. Juni 2012 geplanten Eröffnung
des BER wurden ebenfalls mit allen Non-Aviation-Vertragspartnern des BER Gespräche aufgenommen. Ziel der Gespräche war einerseits, die Vertragspartner bei
der Lösung ihrer aufgrund der Verschiebung des Eröffnungstermins des BER entstandenen Schwierigkeiten zu unterstützen, die weitere Zusammenarbeit für den
BER zu sichern und andererseits durch das Schließen von Nachträgen mit den
Non-Aviation-Vertragspartnern eine Rechtssicherheit für die FBB herzustellen.
Tegel
In den ersten fünf Monaten 2012 konnte von den weiter steigenden Passagierzahlen in Tegel profitiert werden. Hier konnten, abgesehen von den weniger
profitablen und deshalb bereits in 2011 geschlossenen Einheiten wie z. B. dem
Beauty Place, dem Convenience Store, dem Crew Shop und dem Tegel Terrace,
deutlich höhere Erträge erzielt werden als im Vorjahr.
Zudem wurde Anfang 2012 ein neuer Bon Voyage Bestseller implementiert,
um das Non Aviation-Angebot auch kurzfristig vor der geplanten Eröffnung
des BER noch attraktiver zu gestalten und an die gestiegenen Passagierzahlen
anzupassen.
Nach der Verkündung der Verschiebung des für den 3. Juni 2012 geplanten
Eröffnungstermins des BER Anfang Mai wurden mit allen Einzelhändlern,
Gastronomen, Autovermietern und dem Parkraumbewirtschafter sowie dem
Duty Free / Duty Paid-Shop-Betreiber Gespräche über die Verlängerung des jeweiligen Vertrages über den 3. Juni 2012 hinaus verhandelt. Die Verhandlungen
verliefen äußerst erfolgreich. Es konnte mit nahezu allen Mietern die weitere
Zusammenarbeit bis zur Schließung des Flughafens Tegel gesichert werden.

Unsere Zahlen  | 67  �

­Einzig der Betreiber des s.Oliver-Shops wollte sein Engagement am Flughafen
Tegel nicht weiter verlängern.
Auch in den Monaten nach der Verkündung der Verschiebung des Eröffnungstermins des BER verlief die Entwicklung des Non-Aviation-Geschäftes am
Flughafen Tegel in nahezu allen Segmenten sehr positiv. Weiter steigende Passagierzahlen haben sich ertragssteigernd in fast allen Non-Aviation-Segmenten
niedergeschlagen. Um die Attraktivität und die Anziehungskraft des Angebotes
für den Passagier weiter zu steigern, wurden zwei mobile gastronomische Einheiten und ein mobiler Hot-Dog-Stand implementiert. Zudem wurde auch das
Tegel Terrace im November wieder eröffnet. Das Angebot in Terminal D wurde
um eine Buch- und Presse-Einheit erweitert, um den Bedürfnissen der Passagiere der Ende Oktober 2012 von Schönefeld nach Tegel umgezogenen Germanwings gerecht werden zu können.
Im Segment Parkierung konnte die sehr positive Ertragsentwicklung der letzten
beiden Jahre trotz weiter steigender Passagierzahlen nicht auf dem Niveau
fortgeführt werden. Dies ist nicht zuletzt auf die begrenzten Parkplatzkapazitäten am Flughafen Tegel zurückzuführen. Um trotz der begrenzten ParkplatzQuantität die Ertragslage weiter zu verbessern, wurde das Preissystem auf dem
Kurzzeitparkplatz PK und auf dem Parkplatz P5 optimiert.
Die Ertragslage im Segment Flughafenwerbung ist aufgrund der kurzfristigen
Verschiebung des Eröffnungstermins des BER von einigen Schwierigkeiten
gekennzeichnet. So wurden die Vermarktungsaktivitäten für den Flughafen
Tegel im Glauben der Eröffnung des Flughafens BER am 3. Juni 2012 bereits
Anfang des Jahres nahezu eingestellt. Die Vermarktungsaktivitäten wurden
erst nach Verkündung der Verschiebung wieder aufgenommen. Wie mit allen
Einzelhändlern, Gastronomen, Autovermietern etc. wurden auch mit allen
großen Werbekunden Gespräche über ein Engagement am Flughafen Tegel über
den 3. Juni 2012 hinaus geführt. Viele Werbekunden mit langfristigen Verträgen
haben ihr Engagement verlängert, jedoch konnte mit einigen wenigen großen
Werbekunden wie der Wall AG oder der Telekom keine Einigung erzielt werden
bzw. nur zu deutlich schlechteren Konditionen.
B.3	

Real Estate Management

Die Flughafengesellschaft ist mit Abstand der größte Anbieter qualifizierter
Gewerbeflächen im direkten Flughafenumfeld, sowohl auf Berliner als auch auf
Brandenburger Seite. Das Portfolio umfasst derzeit insgesamt zehn Entwicklungsgebiete mit ganz unterschiedlichen Lagequalitäten. Nahezu allen gewerblichen Nutzergruppen können entsprechende Grundstücke angeboten werden.
Neben Grundstücken für flughafenspezifische Dienstleistungen, Logistik, Hotels

Umsatzerlöse in Mio. EUR
Services 2,9
Bauleistungen 3,3

Sonstige 4,9

Real Estate 29,0

Non Aviation 45,2

2012

269,6 Mio. EUR

Aviation 184,3

Services 3,0
Bauleistungen 1,4

Sonstige 4,5

Real Estate 29,3

Non Aviation 47,0

2011

263,2 Mio. EUR
Aviation 178,0

Eigenkapitalquote in Prozent

22,5 %

2012

33,3 %

2011

Unsere Zahlen  | 69  �

und Büros, stehen auch Flächen zur Verfügung, auf denen sich industrielle
Nutzungen realisieren lassen.
Airport City
Direkt vor dem neuen Terminal entsteht das urbane Dienstleistungszentrum
des neuen Flughafens Berlin Brandenburg: die Airport City. Herz des Quartiers
ist der zentral gelegene Willy-Brandt-Platz, entlang dessen auf variablen Baufeldern Gebäude mit bis zu sechs Geschossen realisiert werden können. Die Entwicklung der Airport City ist bereits heute weit vorangeschritten. Erste Objekte
sind ebenso wie die Frei- und Grünflächen schon fertiggestellt.
In der Airport City wurde das Vier-Sterne-Hotel von ECE und Steigenberger
sowie das Bürogebäude von Fay (2BAC) termingerecht fertig gestellt. Die Bauarbeiten an den vier Parkhäusern und dem Mietwagencenter sind ebenfalls
abgeschlossen.
Das Berlin Brandenburg Airport Center (2BAC) ist ein sechsgeschossiges Gebäude
mit ca. 16.500 m² Nutzfläche. Es ist das erste Bürogebäude in der Airport City
und deckt unter anderem den über das Terminal hinausgehenden Bürobedarf.
Das Objekt wurde im Juni 2012 in Betrieb genommen.
Gemeinsam mit der Steigenberger Hotel AG hat der Projektentwickler ECE Projektmanagement G.m.b.H. & Co. KG direkt gegenüber dem Terminal ein 4-Sterne
Superior Steigenberger Hotel mit über 322 Zimmern und einem Konferenzzentrum realisiert. Die Inbetriebnahme des Hotels erfolgt zusammen mit der
Eröffnung des neuen Hauptstadt-Airports.
Zur Inbetriebnahme BER stehen Passagieren und Besuchern weiterhin insgesamt rund 10.000 Parkplätze zur Verfügung. Das Stellplatzangebot verteilt sich
auf insgesamt vier Parkhäuser mit jeweils rund 2.200 Stellplätzen sowie weiteren ebenerdigen Parkflächen. Südöstlich des Terminals steht ein modernes
Mietwagen-Center zur Verfügung.
Leasingobjekte
Die Deutsche Anlagen-Leasing GmbH & Co. KG (DAL) hat neben den vorgenannten Parkhäusern und dem Mietwagencenter, drei Gebäude für die Bodenverkehrsdienstleister und ein Gebäude für die Sicherheitsdienstleister finanziert
und errichtet. Die FBB ist Leasingnehmer und zugleich Generalübernehmer der
DAL. Die Bautätigkeiten wurden im Jahr 2010 begonnen und sind inzwischen
abgeschlossen.
Weitere Drittinvestitionen
Auch für die Realisierung des Frachtgebäudes in der Service Area North hat die
FBB einen Investor gebunden. Die Dietz AG hat auf einer Grundfläche von rund

�  70  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

32.000 Quadratmetern ein Luftfrachtzentrum für Beiladefracht, dessen Jahreskapazität 100.000 t beträgt, errichtet.
Der Immobilieninvestor J.B. Harder Verwaltung GmbH & Co. KG hat in der westlichen Maintenance Area des BER einen 12.000 Quadratmeter großen Wartungshangar gebaut. Air Berlin und Germania werden diesen Hangar gemeinsam nutzen. Auch die Lufthansa Technik hat in diesem Quartier einen Wartungshangar
errichtet, den die Deutsche Lufthansa AG selbst nutzen wird.
Business Park Berlin
Der Business Park Berlin ist der größte zusammenhängende Gewerbepark
Berlins und somit ein entscheidender Bestandteil der Umfeldentwicklung des
BER. Das großzügig durchgrünte Areal bietet maßgeschneidert arrondierte,
voll erschlossene Grundstücke für Unternehmen aller Art. Die Entwicklung des
Areals wird mit Mitteln der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen
Wirtschaftsstruktur“ gefördert. Es sollen deshalb bevorzugt produktionsorientierte Unternehmen angesiedelt werden. Der Standort verfügt durch seine
unmittelbare Nähe zum neuen Flughafen Berlin Brandenburg, einen eigenen
S-Bahnanschluss sowie die Anbindung an die B 96a, die A 113 und A 117 über eine
hervorragende Verkehrsinfrastruktur.
Rund 45 % der Grundstücksfläche konnte bereits an Investoren veräußert
­werden. Die Gesamterschließung und der Verkauf der Grundstücke im Business
Park Berlin erfolgt nachfrageorientiert in drei Abschnitten. Der erste Erschließungsabschnitt mit der vierspurigen Haupterschließungsstraße sowie zwei weiteren Verbindungsstraßen konnte bereits der Öffentlichkeit übergeben werden.
Der zweite Erschließungsabschnitt wurde mittlerweile ebenfalls fertiggestellt,
die Übergabe an den Bezirk Treptow-Köpenick befindet sich in Vorbereitung.
Ein 3-Sterne-Hotel hat bereits seinen Betrieb aufgenommen, weitere Hochbautätigkeiten laufen. Bis zur Inbetriebnahme des BER wird der erste Bauabschnitt
eines Logistikprojekts, bestehend aus Gewerbehallen und ergänzenden Büro­
flächen, realisiert sein.
Durch die Verschiebung der Inbetriebnahme BER sind auf Investorenseite eine
gewisse Verunsicherung und Zurückhaltung zu verzeichnen.
Dennoch werden zum gegenwärtigen Zeitpunkt mit einem weiteren Inves­
tor konkrete Verhandlungen über den Verkauf einer weiteren Logistikfläche
­geführt.
Nachnutzung des Bestandsflughafens Schönefeld
Die Bundesrepublik Deutschland betreibt zurzeit am Flughafen Tegel Einrichtungen für den Protokolldienst der Bundesregierung sowie für die Flugbereitschaft des Bundesministeriums der Verteidigung. Mit Eröffnung des BER wird
der Flughafen Tegel geschlossen. Deshalb strebt die Bundesrepublik Deutsch-

Unsere Zahlen  | 71  �

land eine möglichst zeitgleiche Verlagerung ihres Betriebs auf Flugflächen und
Gebäude des Bestandsflughafens Schönefeld an.
In Vorbereitung darauf hat die FBB mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) als Bauherrn im September 2009 die Planungs- und Finanzierungsvereinbarung I abgeschlossen, die im April 2012 durch die weiterführende
Planungs- und Finanzierungsvereinbarung II ergänzt wurde. In dieser sind
die Aufgaben- und Kostenverteilung zwischen FBB und BImA, Vertragsmeilen­
steine für den Abschluss von Arbeiten und die Übergabe von Teilflächen
definiert. Die FBB beantragt und begleitet die notwendigen Planänderungs­
verfahren, passt die landseitigen Verkehrsanlagen an und sichert die zeitnahe
Baufeldübergabe an die BImA. Darüber hinaus regelt die Vereinbarung die
Kostenübernahme durch die BImA für die von der FBB erbrachten Leistungen.
Als Ergänzung und Erweiterung der bestehenden Vereinbarung wurde bereits
2011 ein Mietvertrag für das Terminal A sowie für die zusätzlichen Verkehrs­
flächen zwischen der BImA und der FBB unterzeichnet. Ebenfalls 2011 wurde
ein Erbbaurechtsvertrag für die gesamten Flächen des künftigen Regierungsflughafens von beiden Parteien unterschrieben.
Weitere Vertragsverhandlungen für den Erschließungsvertrag, Realisierungs­
vertrag der Hauptbaumaßnahme und Infrastrukturvertrag der Hauptbaumaßnahme beginnen im Frühjahr 2013.
Auf Grund der Verschiebungen des Eröffnungstermins BER wurde im November 2012 eine gemeinsame Überarbeitung der Termin-und Bauphasenplanung
begonnen.
Schließung Tegel
Mit der Eröffnung des neuen BER stellt der Flughafen Tegel seinen Flugbetrieb
ein. Gemäß Bescheid über den Widerruf der Betriebsgenehmigung für den Flughafen Berlin-Tegel der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung vom 29. Juli 2004
(Schließungsbescheid) ist der Flughafen Tegel nach Inbetriebnahme des BER
noch weitere, maximal 6 Monate in betriebsbereitem Zustand zu halten.
In dieser Zeit müssen alle für den Flugbetrieb notwendigen Flächen und Anlagen in TXL im „Stand by Modus“ gehalten werden, um im Falle eines Betriebsversagens (flugbetriebliche und / oder anlagentechnische Fehlfunktion) die
Land-Luft-Linie für den Flugbetrieb zu reaktivieren und die luftverkehrliche
Anbindung der Stadt Berlin zu gewährleisten.
Nach dem Auszug der Funktionen und der Entlassung aus der Betriebspflicht
ist eine Räumung der Gebäude und ein Rückbau ausgewählter Anlagen innerhalb von 3 Monaten vorgesehen. Danach erfolgt die zeitnahe und komplette
Rück­gabe des Flughafengeländes an das Land Berlin und den Bund.
Die Grundstücksflächen des Flughafens Tegel befinden sich im Eigentum des
Landes Berlin und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben. Die BFG hat die

�  72  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Flächen im Rahmen von Erbpachtverträgen übertragen bekommen. Sämtliche
Gebäude sind Eigentum der BFG.
Die Verhandlungen mit der Senatsverwaltung für Finanzen und der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben über die Rückgabe der Liegenschaften und die
Restwerte der Gebäude sind noch nicht abgeschlossen.

C	 Wirtschaftliche Entwicklung
C.1	Ertragslage
Der Konzern weist im Jahr 2012 einen Jahresfehlbetrag von EUR 185,2 Mio.
(Vj. EUR 74,5 Mio.) aus. Der Rückgang des Jahresergebnisses resultiert aus einem
Anstieg der sonstigen betrieblichen Aufwendungen und der Materialaufwendungen, höheren Abschreibungen aufgrund der höheren Anlagenwerte sowie
aus den gestiegenen Finanzierungskosten wegen höherer Kreditziehung für die
Finanzierung des BER.
Die Umsatzerlöse sind von EUR 263,2 Mio. auf EUR 269,6 Mio. gestiegen.

Umsatzerlöse in Mio. EUR

2012

2011

Aviation

184,3

178,0

Non Aviation

45,2

47,0

Real Estate

29,0

29,3

Bauleistungen

3,3

1,4

Services

2,9

3,0

Sonstige

4,9

4,5

269,6

263,2

Gesamt

Die Umsatzerlöse aus dem Aviation-Bereich sind durch den Anstieg der Passagierzahlen gegenüber 2011 um 3,5 % von EUR 178,0 Mio. auf EUR 184,3 Mio. gestiegen. Die Umsatzerlöse aus dem Non Aviation-Bereich sind von EUR 47,0 Mio.
um 3,7 % auf EUR 45,2 Mio. gesunken, im Wesentlichen begründet durch geringere Einnahmen aus der Parkierung und der Vermietung von Werbeflächen.
Die Umsatzerlöse aus dem Bereich Real Estate sind gegenüber dem Vorjahr von
EUR 29,3 Mio. auf EUR 29,0 Mio. geringfügig gesunken.
Die sonstigen Umsatzerlöse sind von EUR 4,5 Mio. auf EUR 4,9 Mio. um 5,1 %
gestiegen, bedingt durch höhere Erlöse aus Kraftstoffverkauf.
Die Umsatzerlöse aus Bauleistungen für Dritte sind um EUR 1,9 Mio. auf

Unsere Zahlen  | 73  �

EUR 3,3 Mio. angestiegen, im Wesentlichen begründet aus höheren Erlösen
aus den erbrachten Bauleistungen für den Bund in SXF Nord.
In den Bestandsveränderungen werden die erbrachten Leistungen im Zusammenhang mit der Unterflurbetankung ausgewiesen (EUR 7,1 Mio.; Vj.
EUR 11,6 Mio.). Den noch nicht abgerechneten Leistungen stehen erhaltene
Anzahlungen gegenüber.
Die aktivierten Eigenleistungen (EUR 12,5 Mio.; Vj. EUR 9,1 Mio.) resultieren im
Wesentlichen aus Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Bau des BER.
Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr von
EUR 10,6 Mio. auf EUR 15,9 Mio. gestiegen. Der Anstieg ist im Wesentlichen auf
höhere Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen und der Investitions­
zulage zurückzuführen.

Aufwendungen in Mio. EUR

2012

2011

Materialaufwand

74,8

57,0

Personalaufwand

88,8

95,2

Abschreibungen

85,7

74,3

sonstiger betrieblicher Aufwand

133,1

61,3

382,4

287,8

Gesamt

Die laufenden Aufwendungen des FBB-Konzerns (EUR 382,4 Mio.) sind gegenüber dem Vorjahr (EUR 287,8 Mio.) um EUR 94,6 Mio. angestiegen. Dies entspricht
einer Steigerung von 32,9 %. Im Einzelnen sind die Materialaufwendungen um
EUR 17,8 Mio., die sonstigen betrieblichen Aufwendungen um EUR 71,8 Mio. und
die Abschreibungen um EUR 11,4 Mio. gestiegen. Dem steht ein Rückgang der
­Personalaufwendungen um EUR 6,4 Mio. gegenüber.
Der Anstieg des Materialaufwands um 31,2 % auf EUR 74,8 Mio. ist hauptsächlich
durch höhere Fremd- und Bauleistungen für Dritte im Zusammenhang mit der
Unterflurbetankung (EUR 27,7 Mio.; Vj. EUR 12,2 Mio.) begründet.
Der Personalaufwand ist von EUR 95,2 Mio. auf EUR 88,8 Mio. gesunken. Dies ist
hauptsächlich auf geringere Aufwendungen für das Personalkonzept TransFair
BBI (EUR 1,0 Mio.; Vj. EUR 7,0 Mio.) zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind im Vergleich zum Vorjahr von
EUR 61,3 Mio. auf EUR 133,1 Mio. um 117,2 % gestiegen. Dieser Anstieg resultiert aus
Aufwendungen für Risikovorsorge auf Grund der Verschiebung des Inbetriebnahmetermins (EUR 35,0 Mio.), aus höheren Aufwendungen für Rechts- und
Beratungsleistungen (EUR +10,9 Mio.), für die Anmietung von Fremdkräften
(EUR +5,4 Mio.), insbesondere für die Baustellenüberwachung sowie für Leasinggebühren für die Drittinvestobjekte (EUR +11,7 Mio.).

�  74  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Abschreibungen sind von EUR 74,3 Mio. auf EUR 85,7 Mio. gestiegen. Das ent­
spricht einem Zuwachs von 15,3 %. Dieser Anstieg ist hauptsächlich durch die
Fertigstellung und Aktivierung von neuen Anlagen des BER begründet. Zudem
erfolgte im Berichtsjahr im Rahmen der verlustfreien Bewertung eine Abschreibung auf Umlaufvermögen von EUR 4,8 Mio.
Das Ergebnis vor Ertragsteuern beträgt EUR -184,6 Mio.
Damit liegt das Jahresergebnis um EUR 110,6 Mio. unter dem vergleichbaren
Vorjahreswert in Höhe von EUR 74,5 Mio.
Die nachfolgenden finanziellen Leistungsindikatoren zeigen die wirtschaftliche
Entwicklung der FBB. Das handelsrechtliche Ergebnis wurde um neutrale Posi­
tionen bereinigt.

Finanzielle Leistungsindikatoren
Jahresergebnis in Mio. EUR
EBIT in Mio. EUR
(ohne neutrales Ergebnis, Finanzergebnis und
Steuern)
EBITDA in Mio. EUR
(EBIT ohne Abschreibung)

2012

2011

-185,2

-74,5

-21,2

12,1

57,9

86,4

Das Jahresergebnis beinhaltet neben dem Betriebsergebnis (EUR -21,2 Mio.) das
Finanzergebnis (EUR -103,5 Mio.), neutrale Erträge (EUR 6,6 Mio.) und neutrale
Aufwendungen (EUR -67,1 Mio.).
Im neutralen Ergebnis (EUR -60,5 Mio.) werden unter anderem Aufwendungen
und Erträge zu folgenden Positionen dargestellt: Die neutralen Erträge i.H.v. EUR
6,6 Mio. enthalten im Wesentlichen Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (EUR 4,4 Mio.) sowie Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen
(EUR 1,2 Mio.), in den neutralen Aufwendungen i.H.v. EUR 67,1 Mio. sind im
Wesentlichen Aufwendungen für Schadensersatzansprüche, für Rechtsstreitigkeiten sowie für drohende Verluste als Risikovorsorge aufgrund der Verschiebung der Inbetriebnahme des BER (EUR 35,7 Mio.) erfasst. Aus der Folgebewertung der erbrachten Fremd- und Bauleistungen für Dritte im Zusammenhang
mit der Unterflurbetankung wurden Materialaufwendungen (EUR 10,2 Mio.),
außerplanmäßige Abschreibungen (EUR 4,8 Mio.) sowie Zuführungen zur Drohverlustrückstellung (EUR 7,2 Mio.) als neutraler Aufwand dargestellt. Des Weiteren sind Steuern für Vorjahre als Ergebnis der abgeschlossenen Betriebsprüfung
(EUR 1,8 Mio.) enthalten.

Unsere Zahlen  | 75  �

C.2	Vermögenslage
Die Vermögenslage stellt sich im Vorjahresvergleich wie folgt dar:
31.12.2012

31.12.2011

Veränderung

Mio. EUR

%

Mio. EUR

%

Mio. EUR

%

3.171,0

93,8

2.638,0

93,3

533,0

20,2

27,1

0,8

24,7

0,9

2,4

9,7

Kurzfristige Forderungen und
­sonstige Vermögensgegenstände

70,5

2,1

71,6

2,5

-1,1

-1,5

Langfristige Forderungen

11,3

0,3

9,3

0,3

2,0

21,8

Grundstücke Business Park Berlin

28,6

0,8

28,3

1,0

0,3

1,0

Flüssige Mittel

56,7

1,7

43,8

1,5

12,9

29,4

Übrige Aktiva

16,6

0,5

15,3

0,5

1,3

7,8

3.381,8

100,0

2.831,0

100,0

550,8

19,5

Eigenkapital

761,9

22,6

942,1

33,3

-180,2

-19,1

Sonderposten

105,1

3,1

86,1

3,0

19,0

22,1

Langfristige Verbindlichkeiten

2.350,5

69,4

1.635

57,8

715,5

43,8

Kurzfristige Verbindlichkeiten

164,3

4,9

167,8

5,9

-3,5

-2,2

3.381,8

100,0

2.831,0

100,0

550,8

19,5

Vermögen
Anlagevermögen
Vorräte

Kapital

Die Zunahme des Anlagevermögens resultiert im Wesentlichen aus den Zugängen für die Realisierung des BER (EUR 611,2 Mio.). Dem gegenüber stehen
Anlagenabgänge (EUR 3,6 Mio.) sowie Abschreibungen (EUR 80,9 Mio.).
Die Vorräte sind im Berichtsjahr auf EUR 27,1 Mio. angestiegen, im Wesentlichen
begründet durch die noch nicht abgerechneten Leistungen für die Unterflur­
betankung.
Die Grundstücke des Business Park Berlin sind unverändert im Umlaufver­
mögen ausgewiesen. Die Bewertung wurde unter der Annahme einer künftigen
Erschließung und Verwertung als Gewerbegebiet durchgeführt. Der Buchwert
beträgt im Geschäftsjahr nun EUR  28,6 Mio.
Die langfristigen Verbindlichkeiten enthalten unter anderem neben
EUR 2.224,9 Mio. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten auch erhaltene Vorauszahlungen von Erbbauzinsen und Zuschüsse für Investitionen
(EUR 77,5 Mio.) sowie Rückstellungen für Altersteilzeit- und Pensionsver-

�  76  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

pflichtungen (EUR 24,8 Mio.). Die kurzfristigen Verbindlichkeiten beinhalten
im Wesentlichen neben Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen
(EUR 23,5 Mio.) auch Rückstellungen, insbesondere für Personal einschließlich
Altersteilzeit und TransFair BBI in Höhe von EUR 21,0 Mio.
Aus der Risikovorsorge aufgrund der Inbetriebnahmeverschiebung ergeben sich
insgesamt Rückstellungen in Höhe von EUR 30,0 Mio.
Die Eigenkapitalquote der Gesellschaft beträgt:

Eigenkapitalquote in %
(Eigenkapital / Gesamtkapital x 100)

2012

2011

22,5

33,3

Der Rückgang der Eigenkapitalquote resultiert aus dem negativen Jahresergebnis i. H. v. EUR 185,2 Mio. Für 2013 haben die Gesellschafter bereits Einzahlungen
in die Kapitalrücklage vorgesehen.
C.3	Finanzlage
C.3.1	Finanzmanagement
Ziel des Finanzmanagements der FBB ist es, die Finanzierung des Flughafenbaus
jederzeit sicher zu stellen, die Finanzierungskosten gering zu halten und ein aus­
reichendes Maß an Flexibilität für die Zukunft zu gewährleisten.
Kapitalerhöhung FBB
Mit der Verschiebung der Eröffnung des BER und den damit verbundenen
Baumehrkosten war eine Finanzierung der Mehrkosten über Bankkredite
wirtschaftlich nicht mehr darstellbar. Vor diesem Hintergrund haben die Gesellschafter der FBB in Abstimmung mit der EU-Kommission beschlossen, weitere
Gesellschaftermittel in Höhe von EUR 1,2 Mrd. zur Verfügung zu stellen, um die
langfristige Liquidität des Unternehmens sicher zu stellen. Im Rahmen eines
Private-Investor-Tests hat das Bundesverkehrsministerium in Abstimmung
mit der FBB die Wirtschaftlichkeit der Kapitalerhöhung am 19. Dezember 2012
be­stätigt. Die erste Tranche von EUR 191,6 Mio. wurde Anfang Januar 2013 in
die Kapitalrücklage der FBB eingezahlt.
BER-Langfristfinanzierung
Mit dem Abschluss der Langfristfinanzierung in Höhe von EUR 2,4 Mrd. im Jahr
2009 wurde ein wesentlicher Bestandteil der Ausbaukosten des BER langfristig
finanziert. Das Vertragswerk inklusive der Bürgschaften ist konform mit den
Regularien der EU-Kommission.

Unsere Zahlen  | 77  �

Aus diesen Kreditlinien wurden bis Jahresende 2012 EUR 2,2 Mrd. Barlinien in
Anspruch genommen. Die Verpflichtung der FBB zur Absicherung der SwapGeschäfte entfiel ab dem 15. März 2012 nach dem erfolgreichen Abschluss einer
vertraglichen Restrukturierung im Dezember 2011 mit den Banken.
Leasingfinanzierung
Im April 2010 wurde eine Leasingfinanzierung von bis zu EUR 240 Mio. unter­
zeichnet, mit der der Flughafen Berlin Brandenburg als Leasingnehmer die Finan­
zierung der Errichtung und die Inbetriebnahme folgender neun Gebäude im
Umfeld des BER sichergestellt hat: drei Parkhäuser in der Airport City, ein terminalnahes Parkhaus am südlichen Main Pier, ein Mietwagencenter, drei G
­ ebäude
für Bodenverkehrsdienstleister, ein Gebäude für Sicherheitsdienstleister.
Leasinggeber sind neun Kommanditgesellschaften aus der deutschen Spar­
kassen-Finanzgruppe. Die FBB ist bei jeder der Kommanditgesellschaften Kommanditistin.
Die Leasingfinanzierung konnte ohne Bürgschaft außerhalb der BER-Langfristfinanzierung dargestellt werden, weil mit den zugehörigen Erbbaurechten
ausreichend werthaltige Sicherheiten zur Verfügung gestellt wurden. Die Leasingverträge beinhalten, dass die FBB die Generalübernehmerfunktion für die
Erschließungen und Erstellung der Immobilien übernimmt. Damit ist das Risiko
von Bauablaufstörungen und Schnittstellenproblemen beim Bauablauf minimiert worden.
Der Vermietungsbeginn der bereits fertiggestellten Gebäude wird sich aufgrund
der Verschiebung der Inbetriebnahme des BER voraussichtlich entsprechend
verzögern. Für die Gebäude Sicherheitsgebäude, Bodenverkehrsdienste (BVD)
Sozialgebäude, BVD Kfz-Halle, BVD Werkstatt ist die Nutzungsfreigabe unein­
geschränkt erteilt worden.
Für die Parkhäuser Airport-City (PNA, PNB, PSA), das Mietwagencenter (MWC)
und das terminalnahe Parkhaus (TNP) ist die Nutzungsfreigabe gekoppelt an die
Fertigstellung der Terminals.
Finanzierung der Anbindung des neuen ILA-Geländes
Anfang Juni 2010 beschloss der Bundesverband der Deutschen Luft- und Raumfahrtindustrie (BDLI), die Internationale Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA)
weiterhin in der Region Berlin-Brandenburg durchzuführen. Damit hat sich der
Standort Schönefeld gegen mehrere nationale Bewerber in einem Ausschreibungsverfahren des BDLI erfolgreich durchgesetzt. 2012 hat die ILA Berlin Air
Show in Schönefeld, Ortsteil Selchow, in unmittelbarer Nähe zum BER statt­
gefunden. Um das ILA-Gelände an den BER anzubinden, ist eine Verlängerung
des Taxiways B und die Erstellung zweier Verbindungspunkte zu Taxiway A
baulich umgesetzt worden.

�  78  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Zur Finanzierung der Baumaßnahmen wurde zusätzlich die bestehende
Kreditlinie mit der Nord / LB („ILA-Finanzierung“) in Höhe von EUR 11 Mio. für
eine Laufzeit von zehn Jahren mit Tilgung am Laufzeitende im August 2011 um
weitere EUR 3 Mio. erhöht. Verwendungszweck für die gesamte Linie ist ausschließlich die Anbindung des neuen ILA-Geländes. Die Flächen wurden bereits
für zehn Jahre an die Messe Berlin GmbH vermietet und sind nach Ablauf des
Mietvertrags für den Eigenbedarf des BER-Flugbetriebs vorgesehen.
EU-TEN-V-Mittel
Im Jahr 2009 konnte sich der Flughafen Berlin Brandenburg bei der Euro­
päischen Union erfolgreich für Fördermittel aus dem TEN-V-Programm qualifizieren. Mit dem Programm „Transeuropäische Netze – Verkehr“ fördert die
EU die Umsetzung und Entwicklung des Binnenmarktes und die Verbesserung
des wirtschaftlichen und sozialen Zusammenhalts der Gemeinschaft im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Der positive Bescheid beläuft sich auf maximal
EUR 29,6 Mio., die als Zuschuss zu den Baukosten der beantragten Maßnahme
„Errichtung Fluggastterminal“ zur Senkung der Finanzierungskosten der FBB
beiträgt. Im Februar 2010 erfolgte die erste Zahlung in Höhe von EUR 14,8 Mio.
Die zweite Zahlung von EUR 14,7 Mio. wird im Februar 2013 erwartet.
C.3.2	Kapitalflussrechnung
Über die Liquiditätssituation und die finanzielle Entwicklung gibt folgende
­Kapitalflussrechnung Aufschluss:
2012
Mio. EUR

2011
Mio. EUR

Veränderung
Mio. EUR

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit

-83,9

1,5

-85,4

Cash Flow aus Investitionstätigkeit

-610,8

-644,6

33,8

707,6

666,5

41,1

Zahlungswirksame Veränderung
des Finanzmittelbestands

12,9

23,4

-10,6

Finanzmittelbestand am Anfang der
Periode

43,8

20,4

23,4

Finanzmittelbestand am Ende der
Periode

56,7

43,8

12,9

Kapitalflussrechnung

Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

Der Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit ist von EUR 1,5 Mio. auf EUR -83,9
Mio. gesunken. Auf den im Vergleich zum Vorjahr gestiegenen Jahresfehlbetrag
(EUR -185,2 Mio., Vj. EUR -74,5 Mio.) wirkten sich hauptsächlich höhere Abschrei-

Unsere Zahlen  | 79  �

bungen und Zuführungen zu Rückstellungen insbesondere zur verschiebungsbedingten Risikovorsorge gegenläufig aus. Der Rückgang der Investitionstätigkeit
resultiert aus der Verschiebung der Inbetriebnahme BER und der noch andauernden Bestandsaufnahmen.
Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit hat sich von EUR 666,5 Mio. auf
EUR 707,6 Mio. durch zusätzliche Kreditziehungen erhöht.

D	 Investitionen an den Bestandsflughäfen
Am Bestandsflughafen Schönefeld wurden im Berichtsjahr Investitionen für ein
Unterkunftsgebäude für Asylsuchende (EUR 1,6 Mio.) vorgenommen. Weiterhin wurde in ein Funktionsgebäude für den Umbau in ein Medical Assessment
Center investiert (EUR 0,6 Mio.).
Mit EUR 0,3 Mio. lag das Investitionsvolumen am Flughafen Tegel um EUR 0,9 Mio.
unter dem Vorjahreswert (EUR 1,2 Mio.). Eine wesentliche Investition war in
Tegel die Nachrüstung der Transfergepäcksortierung (EUR 0,1 Mio.).

E	Konzerngesellschaften
E.1	

Berliner Flughafen-Gesellschaft mit beschränkter Haftung

Der Flughafen Berlin Brandenburg ist alleiniger Gesellschafter der Berliner
Flughafen-Gesellschaft mit beschränkter Haftung (BFG). Die BFG betreibt den
Bestandsflughafen Tegel, der mit der Eröffnung des Flughafens BER seinen
Betrieb einstellen wird. Im Berichtsjahr erwirtschaftete die BFG einen Jahres­
überschuss von EUR 80,3 Mio.
E.2	

Flughafen Energie & Wasser GmbH

Die FBB hält 100 % des Stammkapitals der Flughafen Energie & Wasser GmbH
(FEW). Die Flughäfen Tegel und Schönefeld haben ihre Aktivitäten der Energieversorgung an die FEW übertragen.
Die FEW schließt das Geschäftsjahr 2012 mit einem Jahresfehlbetrag von
EUR 7,9 Mio. ab.
Im Berichtsjahr wurden der FEW die bisher bei der FBB bilanzierten Mediennetze (Strom, Notstrom, Fernwärme, Fernkälte, Wasser, Abwasser, Regenwasser)
übertragen. Insoweit belasten seit 2012 die auf diese Vermögenswerte entfallenden Abschreibungen das Ergebnis der FEW. Darüber hinaus gewährte die
FBB der FEW ein verzinsliches Gesellschafterdarlehen. Auch die sich aus diesem
Darlehen ergebenden Zinsaufwendungen i.H.v. EUR 5,7 Mio. tragen zum Ergebnis der FEW bei.

�  80  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Der Geschäftsbetrieb der FEW umfasst auch den Flughafen BER. In Vorbereitung
­darauf wurde im Mai 2008 ein Auftrag für ein Energieliefercontracting vergeben.
Die E.ON edis AG hat nach europaweiter Ausschreibung den Zuschlag für die Lieferung von Energie über einen Zeitraum von 15 Jahren ab Oktober 2011 erhalten.
E.3	

Berlin Tourismus & Kongress GmbH

Der Flughafen Berlin Brandenburg hält 10 % des Stammkapitals der Berlin
Tourismus & Kongress GmbH (TEUR 51,2 Kapitaleinlage). Gegenstand des Unternehmens sind die weltweite Werbung für das touristische Angebot Berlins, die
Förderung des Tourismus, des Geschäftsreiseverkehrs, von Veranstaltungen,
Messen, Tagungen und Kongressen sowie die Information der Touristen der
Region Berlin. Die Gesellschaft betreibt die damit im Zusammenhang stehenden
Dienstleistungs- und Handelsgeschäfte.
E.4	

Dalandi Grundstücksverwaltungsgesellschaften mbH & Co. Objekt KG

Seit 2010 ist der Flughafen Berlin Brandenburg an neun Kommanditgesellschaften beteiligt, die als Leasinggeber der fünf in der Airport City und vier in dem
nahe gelegenen Area South zu errichtenden Gebäude auftreten.
Die FBB ist bei jeder der neun Kommanditgesellschaften die einzige Kommanditistin (jeweils 94 % des Eigenkapitals der KG, EUR 4.700,00 Kapitaleinlage und
10 % der Stimmrechte). Alleinige Komplementärin ist in allen neun Fällen die
Dalandi Grundstücksverwaltungsgesellschaft mbH (6 % des Eigenkapitals der KG;
EUR 300,00 Kapitaleinlage; 90 % der Stimmrechte). Die Kommanditgesellschaften weisen leasingtypische Anlaufverluste aus, die plangemäß in Zukunft mit zu
erwirtschaftenden Erträgen ausgeglichen werden.
Der Flughafen Berlin Brandenburg hat an die Kommanditgesellschaften Erbbaurechte über 60 Jahre an dem Grund und Boden auf dem BER-Gelände vergeben.
Die FBB errichtet im Auftrag der Kommanditgesellschaften als Generalübernehmer Gebäude auf den Erbbaurechtsgrundstücken und least die fertiggestellten
Gebäude von den Kommanditgesellschaften für 25 Jahre.
E.5	

FMT Facility Management Tempelhof GmbH i.L.

Der Flughafen Berlin Brandenburg hält sämtliche Stammeinlagen der FMT
Facility Management Tempelhof GmbH i. L. (FMT i.L.). Am 11. November 2009
beschloss die Gesellschafterversammlung der FMT i. L. die Auflösung der Gesellschaft. Die FMT i. L. weist einen Jahresüberschuss von TEUR 24 aus.

Unsere Zahlen  | 81  �

F	Personalwesen
Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter des Flughafens Berlin Brandenburg entwickelte sich wie folgt:
Mitarbeiterzahlen
(Jahresdurchschnitt)

2012

2011

Gewerbliche Arbeitnehmer
und Angestellte

1.347

1.392

61

66

1.408

1.458

Auszubildende
Gesamt

Für die geplante Eröffnung des BER wurden umfangreiche Personalkonzepte für
die neuen Strukturen erstellt, welche im Zuge der Verschiebung des Eröffnungstermins angepasst und überarbeitet wurden und werden. Für jeden Mitarbeiter
konnten gemeinsam erarbeitete Lösungen gefunden werden, so dass der Betrieb weiterhin an mehreren Standorten gesichert bleibt. Bis zur Inbetriebnahme werden die Personalkonzepte weiter modifiziert, um sich den wandelnden
Gegebenheiten anzupassen. Dabei werden die Vorgaben des Business Planes
stringent berücksichtigt, so dass insbesondere bei der Personalplanung, aber
auch bei Besetzungswünschen Plausibilitätsprüfungen in mehreren Instanzen
angewendet werden. Vorübergehender höherer Personalbedarf wird überwiegend mit Zeitarbeit sichergestellt.
F.1	Einstellungen
Die Berliner Flughäfen konnten sich auch im Jahr 2012 als sehr attraktiver Arbeitgeber am Markt behaupten, was sich vor allem in knapp 2.200 Bewerbungen
auf 94 ausgeschriebenen Stellen widerspiegelt. Insgesamt fanden 73 externe Einstellungen in fast allen Bereichen des Unternehmens statt. Die übrigen Stellen
konnten intern besetzt werden, einige Stellen sind weiterhin ausgeschrieben.
F.2	Personalbetreuung
Verbunden mit dem geplanten Betriebsübergang der Berliner Flughafen-Gesellschaft mbH auf die Flughafen Berlin Brandenburg GmbH und der Versetzung
von annähernd 1.000 Mitarbeitern auf den BER, fanden viele Personalgespräche
statt, um Vertragsänderungen herbeiführen zu können. Die Verschiebung des
Eröffnungstermins führte zu zahlreichen Rückabwicklungen dieser Vertragsänderungen.

�  82  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Als Schritt zur besseren Vereinbarung von Familie und Beruf wurde erstmalig
ein Angebot zur Ferienbetreuung von Mitarbeiterkindern in Form eines Ferienprogramms vermittelt.
F.3	Ausbildungsstrukturen
Im Jahresdurchschnitt wurden 61 Auszubildende und Studenten im dualen
­Studium bei der FBB beschäftigt. Ein wesentlicher Ausbildungsschwerpunkt
lag bei den kaufmännischen und technisch-gewerblichen Berufen wie Luftverkehrskaufleuten, Bürokaufleuten, Systeminformatiker / innen und Mecha­
troniker / innen.
Das vom Unternehmen unterstützte duale Studium an der Hochschule für
Wirtschaft und Recht Berlin betrifft die Fachrichtungen BWL / Industrie, BWL /
Immobilienwirtschaft, BWL / Facility Management sowie Wirtschaftsinformatik
und Informatik.
Im Jahr 2012 haben 23 Auszubildende und Studenten des dualen Studiums ihre
Ausbildung erfolgreich abgeschlossen. Allen Absolventen konnte eine Weiter­
beschäftigung angeboten werden, davon zwei unbefristet.
F.4	Organisation
Zur Neuausrichtung der FBB am BER fanden zahlreiche Reorganisationen statt.
Das Organisationskonzept der FBB wurde für den BER angepasst und zu einem
Handbuch erweitert. Ausgewählte Strukturen, Funktionen, Prozesse und das
damit verbundene Personal wurden umfangreich analysiert, so dass Aktivitäten zur Neugestaltung von Strukturen auch unabhängig von den neuen BER
Strukturen gestaltet wurden. So wurde beispielsweise dem Schallschutz eine
höhere Gewichtung zugeordnet oder eine neue Abteilung für das Thema Luftverkehrsentgelte geschaffen. Als Konsequenz der Verschiebung des Eröffnungstermins des BER wurde eine Übergangsstruktur geschaffen und der Bereich
Planung und Bau BBI neu aufgestellt. Neue Stabstellen für das Projekt- und
Kostencontrolling, sowie zur Inbetriebnahme und zum Genehmigungsverfahren
des BER wurden implementiert.
F.5	Personalentwicklung
Zum zweiten Mal wurde ein Nachwuchsförderprogramm erfolgreich beendet.
Durch dieses Programm konnte der Führungsnachwuchs auf zukünftige Auf­
gaben im Unternehmen vorbereitet werden.
Darüber hinaus wurden in unserem Unternehmen circa 900 Mitarbeiter in ungefähr 280 Schulungen weitergebildet. Neu eingestellte und neu intern besetzte

Unsere Zahlen  | 83  �

Führungskräfte wurden insbesondere zum Führen von Mitarbeitergesprächen,
zur Suchtprävention und zur Korruptionsprävention geschult.
Um die Erwartungen und Anforderungen an alle Führungskräfte transparent zu
gestalten, wurde ein Führungskompass entwickelt, in dem alle Führungskompetenzen aufgeführt sind, welche für den Auswahl-, Entwicklungs- und Beurteilungsprozess zu Grunde gelegt werden. Im Rahmen dessen konnten strukturierte Interviews im Auswahlprozess für Führungspositionen etabliert werden.
F.6	

Betriebliches Gesundheitsmanagement

Die Berliner Flughäfen haben seit mehreren Jahren ein betriebliches Gesundheitsmanagement implementiert, das über die gesetzlichen Bestimmungen
hinaus darauf abzielt, Krankheiten am Arbeitsplatz vorzubeugen, unsere Mitarbeiter / innen zu einem gesundheitsförderlichen Verhalten zu motivieren sowie
die Leistungsfähigkeit und das Wohlbefinden eines jeden Einzelnen über die
tägliche Arbeit hinaus zu fördern und zu erhalten.

G	Umweltschutz
Trotz der für das Unternehmen schwierigen Phase durch die Verschiebung des
Inbetriebnahmetermins sind sich die Berliner Flughäfen ihrer Verantwortung
gegenüber der Umwelt und den Interessen ihrer Nachbarn bewusst.
Umwelt- und Klimaschutz sind als Unternehmensziele gesetzt, Leistungen in
­Sachen Umweltschutz unterliegen ebenso einem kontinuierlichen Verbesserungsprozess wie die Steigerung der Energieeffizienz. Innerhalb des Unternehmens wird durch Schulungen und Qualifizierungsmaßnahmen aller Mitarbeiter das Umweltbewusstsein gefördert. Auch Geschäftspartner werden in das
Umwelt- und Energiemanagement einbezogen. Die FBB hat Umweltleitlinien
entwickelt, die für den gesamten Konzern gelten.
Die FBB hat in den vergangenen Jahren bereits in erheblichem Umfang in den
Lärm- und Klimaschutz, die Luftreinhaltung, den betrieblichen Umweltschutz
und in eine intensive Information des Umlandes investiert. Diese Anstrengungen wird die FBB in den kommenden Jahren weiter verstärken. Der Flughafen Berlin Brandenburg will weiter wachsen. Der Flugverkehr der beiden
Flughäfen der Hauptstadtregion entwickelt sich stärker als der Verkehr der
anderen deutschen Flughäfen. Besonders als stadtnaher Flughafen verfolgt die
FBB das Ziel, eine Zunahme des Flugverkehrs vom Ressourcenverbrauch und
der Lärmbelastung zu entkoppeln.
Die FBB erfasst jährlich Kennzahlen zum Ressourcenverbrauch. Diese Umweltkennzahlen liefern einen wichtigen Beitrag zur Ermittlung und Ausschöpfung
möglicher Einsparpotentiale im Unternehmen. Auch im Geschäftsjahr 2012

�  84  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

wurde ein umfangreicher Umweltbericht erstellt, der die Umweltkennzahlen
des Jahres 2011 darstellt und erläutert.
Wasser
Der Trinkwasserverbrauch und das Abwasseraufkommen an den Flughäfen
hängen von verschiedenen technischen Prozessen ab. Signifikant für das
Abwasseraufkommen ist das Wetter, weil während des Winterbetriebes das mit
Enteisungsmitteln belastete Regenwasser in Schönefeld über eine Wurzelraumkläranlage geführt beziehungsweise bei zu hoher Schmutzfracht oder Menge
der Kläranlage zugeführt wird.
Abfall
Die der FBB zuzurechnenden Abfälle entstehen im Fluggastbereich, in Handel
und Gastronomie, bei der Instandhaltung und Reparatur von Flugbetriebsflächen, Gebäuden und technischen Anlagen sowie vom Unternehmen genutzten
Büros und Werkstätten. Bei der Entsorgung wird gemäß Kreislaufwirtschaftsund Abfallgesetz zwischen gefährlichen Abfällen und nicht gefährlichen
Abfällen unterschieden. Zum Teil unterliegen die Abfallmengen im Vergleich
mehrerer Berichtsjahre starken Schwankungen. Diese ergeben sich beispielsweise aus Rückbauarbeiten oder der zyklischen Entsorgung von Abfällen aus
Öl- / Wasserabscheidern.
Energie
Die störungsfreie Versorgung mit Energie ist Voraussetzung eines reibungslosen
Betriebs der beiden Flughäfen. Ebenso wie die Bestandsflughäfen wird der
künftige Hauptstadtflughafen BER mit Strom, Notstrom, Heizwärme und Klimakälte zu versorgen sein.
Der Flughafen Berlin Brandenburg steigert kontinuierlich seine Energieeffizienz,
um so CO2-Emissionen zu reduzieren. Qualitative (Emissionsquelle) wie quantitative (Emissionsmenge) Maßnahmen werden ergriffen, um eine Senkung der
CO2-Emissionen zu erreichen.
Luft
Der Flughafen Berlin Brandenburg hat auch im Jahr 2012 erhebliche Anstrengungen zur Untersuchung der Luftgüte auf dem Betriebsgelände und in dessen
Umfeld unternommen. Mit der im Sommer 2011 in Betrieb gegangenen Luftgütemessstelle am östlichen Kopf der Nordbahn wird es nach Inbetriebnahme
des BER möglich sein, Veränderungen der Luftgüte zu dokumentieren. Mit der
Messstelle werden die verkehrstypischen Schadstoffe Kohlenmonoxid, Stickstoffmonoxid, Stickstoffdioxid und Feinstaub kontinuierlich erfasst. Zusätzlich
werden Proben auf die Schadstoffe Benzol, Benz(a)pyren, weitere Kohlenwas-

Unsere Zahlen  | 85  �

serstoffe und Ruß untersucht. Die kontinuierlich erfassten Messwerte werden
täglich auf der Internetseite des Landesamtes für Umwelt, Gesundheit und
Verbraucherschutz veröffentlicht.
Um die Luftqualität sowie die Umweltwirkungen des Luftverkehrs langfristig zu
dokumentieren, hat der Flughafen Berlin Brandenburg im Jahr 2011 zudem ein
freiwilliges Umwelt-Untersuchungsprogramm ins Leben gerufen.
Erholungs- und Lebensräume
Mit einer Reihe von ökologischen Projekten gleicht der Flughafen Berlin
Brandenburg die durch den Bau des BER unvermeidbaren Landschaftsver­
änderungen aus.
Größtes Einzelprojekt dieser Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen ist die ökologische Aufwertung der Zülowniederung, einer 2.600 Hektar großen, landwirtschaftlich geprägten Niederungslandschaft südlich von Schönefeld.
In mehreren Nachbargemeinden hat die FBB historische Parks und Grün­
anlagen entwickelt und instand gesetzt. Ebenso wurden mehrere Gutsparks im
Umfeld des Flughafens nach historischem Vorbild wieder hergestellt und öko­
logisch aufgewertet.

H	Wesentliche Ereignisse nach
dem Bilanzstichtag
Nach dem Bilanzstichtag haben sich die folgenden wesentlichen Ereignisse
ergeben:
•  Der Aufsichtsrat der FBB hat auf seiner Sitzung am 16. Januar 2013 entschieden, den Inbetriebnahmetermin auf zunächst unbestimmte Zeit zu verschieben, die laufenden Bestandsaufnahmen abzuschließen und die sich daraus
ergebenden weiteren Investitionen in das Projekt BER zu konkretisieren.
•  Auf derselben Sitzung hat der Aufsichtsrat der FBB die Abberufung des
Sprechers der Geschäftsführung beschlossen. Zudem fand ein Wechsel im
Aufsichtsratsvorsitz statt. Herr Platzeck, Ministerpräsident des Landes Brandenburg, ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Herr Wowereit fungiert künftig
als Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats.
•  Mit Entscheidung vom 21. Januar 2013 beendete das Kammergericht B
­ erlin
den Rechtsstreit zwischen der BFG und dba (jetzt: Air Berlin Finance II
GmbH). Die von der Gegenseite angestrengte Berufung gegen das Schluss­
urteil des Landgerichts Berlin wurde zurückgewiesen.

�  86  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

→ 03

Risikobericht

A	Risikomanagement
Risiken in der geschäftlichen Entwicklung werden durch die Gesellschaft
konsequent erfasst, bewertet und beobachtet. Dafür hat die Gesellschaft ein
­Risikomanagementsystem etabliert, das in das System der gesamten BER-­
Gruppe eingebunden ist.
Das Risikomanagementsystem wird durch das zentrale Controlling gesteuert.
Die Zuarbeit aus den Bereichen wird jeweils durch Risikomanagement-Beauftragte in Abstimmung mit den Risiko-Verantwortlichen geleistet. Die Verantwortung für einzelne Risiken wird jeweils durch die zuständige Führungskraft
übernommen. Der Risiko-Verantwortliche erarbeitet Maßnahmen zur Risiko­
bewältigung. Die verschiedenen Risikomanagement-Beauftragten, die insbe­
sondere für die richtlinienkonforme Koordination des Risikomanagements und
die zeitnahe Risikopflege zuständig sind, arbeiten in einer bereichsübergreifenden Arbeitsgruppe zusammen. In diese Arbeitsgruppe ist auch die interne
Revision eingebunden.

B	Einzelrisiken
B.1	

Gesamtwirtschaftliche Risiken

Im Jahr 2012 hat sich die deutsche Wirtschaft schwach, aber dennoch positiv entwickelt. Auch gegenüber den internationalen Krisen zeigte sich das
Wachstum robust. Für das Jahr 2013 ist aufgrund der anhaltenden schwierigen
wirtschaftlichen Lage einiger Länder im Euro-Raum mit einem nur moderaten
Wachstum der deutschen Wirtschaft zu rechnen. Die FBB geht dennoch weiterhin von einer leicht positiven Verkehrsentwicklung und deshalb von einem
stetigen Wachstum ihrer Geschäftsfelder Aviation und Non Aviation aus.
B.2	

Vorbereitungen der Inbetriebnahme (ORAT-Projekt)

Nach Verschiebung des Eröffnungstermins ist das ORAT-Projekt ebenfalls
­gestoppt worden. Zu diesem Zeitpunkt waren bereits in erheblichem U
­ mfang

Unsere Zahlen  | 87  �

Leistungen erbracht, insbesondere im Probebetrieb und bei den ORAT-Schulungen, aber auch im Umzug. Das ORAT-Projekt wird neu aufgesetzt, inklusive eines neuen Probebetriebes, einer Neuauflage des Schulungsprogramms
sowie einer Wiederaufnahme der Umzugsaktivitäten. Ziel bleibt es, eine
möglichst gründliche betriebliche Vorbereitung auf den Betrieb am neuen
Flughafen sicherzustellen und den reibungsarmen Umzug der Altstandorte zu
­gewährleisten. Hierfür ist ein Zeitraum von mindestens fünf Monaten unbedingt vorzusehen.
B.3	

Flugrouten und Schallschutzprogramm

Die aktuelle Diskussion um Flugrouten
Am 26. Januar 2012 hat das Bundesaufsichtsamt für Flugsicherung (BAF) als
zuständige Genehmigungsbehörde die Flugrouten des neuen Flughafens BER
vorgestellt.
Grundlage der Entscheidungsfindung des BAF ist die Flugroutenplanung der
Deutschen Flugsicherung, die am 6. September 2010 bekannt gegeben wurde.
Eingeflossen sind auch die Ergebnisse der intensiven Beratungen der Fluglärmkommission Berlin-Schönefeld und die lärmfachliche Stellungnahme des
Umweltbundesamts.
Mit den jetzt festgelegten Flugrouten wird gewährleistet, dass die internatio­
nalen Bestimmungen über die Sicherheit der Zivilluftfahrt eingehalten werden
und dass das Betriebskonzept der FBB mit den prognostizierten Flugbewegungen ab Inbetriebnahme des BER sichergestellt ist. Gleichzeitig musste die
Planung der Flugrouten so erfolgen, dass so wenig Menschen wie möglich
belastet werden.
Am 23. Januar 2013 hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg einer
Klage von Anwohnern und Gemeinden gegen die sogenannte Wannseeroute
stattgegeben. Das Gericht ist der Auffassung, dass die Festsetzung der Wannseeroute rechtswidrig ist, weil aufgrund eines Ermittlungsdefizits die Risiken eines
Flugunfalls und eines terroristischen Anschlags auf den Flugverkehr nicht
hinreichend Berücksichtigung fanden. Das zuständige Bundesaufsichtsamt für
Flugsicherung wird über das weitere Vorgehen entscheiden.

�  88  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Das Schallschutzprogramm
Zum Schutz der Anwohner vor Fluglärm wurden im Planfeststellungsbeschluss von 2004, im Planergänzungsbeschluss von 2009, in der Entscheidung
des Bundesverwaltungsgerichts von 2011 sowie im Rahmen entsprechender
Prozesserklärungen, Auflagen zum Lärmschutz bestimmt. Diese werden im
Schallschutzprogramm der FBB umgesetzt. Die FBB geht davon aus, dass etwa
25.500 Wohneinheiten und etwa 50 besondere Einrichtungen schalltechnisch
zu ertüchtigen sind. Das heißt, die Wohn- und sonstigen Gebäude sowie die
besonderen Einrichtungen (Kitas, Schulen, Seniorenwohnheime etc.) werden
mit Vorrichtungen zum Schallschutz (Schallschutzfenster, verbesserte Dach­
dämmung) und / oder geeigneter Belüftung (schallgedämmte Lüftungseinrichtungen) versehen.
Gleichzeitig hat sich die FBB in einer im Oktober 2011 abgegebenen Erklärung
vor dem Bundesverwaltungsgericht verpflichtet, die Änderungen der Flugrouten bei der Bestimmung der Schutzgebiete zu berücksichtigen, sobald belastbare
Planungsdaten vorliegen, was nach Ablauf von zwei Flugplanperioden ab Inbetriebnahme des Flughafens angenommen wird.
Der Planfeststellungsbeschluss legt hinsichtlich der Dimensionierung des Schallschutzes fest, dass innerhalb des Tagschutzgebietes „durch die An- und Abflüge
am Flughafen im Rauminneren bei geschlossenen Fenstern keine höheren
A-bewerteten Maximalpegel als 55 dB(A) auftreten dürfen“. Das Schreiben des
Ministeriums für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg
(MIL) vom 15. August 2012 enthält hierzu diejenigen Vollzugshinweise, aufgrund
derer FBB seither baulichen Schallschutz im Tagschutzgebiet dimensioniert
beziehungsweise Entschädigungszahlungen leistet. Vorausgegangen waren eine
Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin Brandenburg vom 15. Juni
2012 sowie ein Bescheid des MIL vom 02. Juli 2012 mit einer Regelung, ausweislich derer im Tagschutzgebiet ein Schutzziel von 0x55 dB(A) einzuhalten ist.
Das Antragsverfahren auf Erstattung von Vorrichtungen zum Schallschutz und
Entschädigung des Außenwohnbereichs ist klar, einfach und transparent. Bis
fünf Jahre nach BER-Eröffnung können Schallschutzanträge gestellt werden.
Bis Ende 2012 wurden rund 18.200 Anträge auf Schallschutz gestellt. Mehr als
15.000 Eigentümer erhielten ihre Kostenerstattungsvereinbarungen. Damit
wurden die Eigentümer grundsätzlich in die Lage versetzt, die erforderlichen
Maßnahmen zum Schallschutz baulich umzusetzen oder aber Entschädigungszahlungen zu erhalten.
Wenn die BER-Flugrouten nach ihrer endgültigen Festlegung von der bisherigen
Grobplanung abweichen, kann dies gegebenenfalls auch Auswirkungen auf die
Schutz- und Entschädigungsgebiete haben.

Unsere Zahlen  | 89  �

B.4	 Neue Entgeltordnung
Die neue Entgeltordnung für den Flughafen Berlin Brandenburg ist vom Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg (MIL) am
1. April 2011 genehmigt worden. Die Auflagen des MIL (z. B. Überprüfung der
Verkehrsannahmen, regelmäßige Konsultation der Nutzer nach Inbetriebnahme), die mit der Genehmigung einher gingen, sind aufgrund der Verschiebung
des Eröffnungstermins zum Teil gegenstandslos geworden. Die FBB hat deshalb
einen Antrag auf Anpassung der Auflagen im Hinblick auf die I­ nbetriebnahme
gestellt. Für das Jahr 2013 wurde den Airlines ein Zeitplan für das jährliche
­Konsultationsverfahren vorgestellt.
B.5	

Strittige Regelungen der bestehenden Entgeltordnung

Die Streitigkeiten zwischen der BFG und Airlines zu den Entgelten wurden in
2012 fortgesetzt. Die Streitigkeiten mit verschiedenen Airlines über die seit
1. April 2002 gültigen Entgelte für die Nutzung zentraler Infrastruktureinrichtungen sowie die Anhebung der Passagierentgelte zum 1. August 2003 waren
schon im Jahr 2005 mit nahezu allen beteiligten Airlines durch Vergleich beendet worden. Da aber mit dba Luftfahrtgesellschaft mbH (dba), Germania Flug­
gesellschaft mbH (Germania) und Hapag-Lloyd Fluggesellschaft mbH keine Einigung erzielt werden konnte, hatte die BFG zunächst gegen dba und Germania,
später auch gegen Hapag-Lloyd Fluggesellschaft mbH den Klageweg beschritten.
In den Verfahren BFG gegen Germania hat das Kammergericht Berlin am 3. Dezember 2012 die Berufung der Beklagten in den beiden anhängigen Verfahren
zurückgewiesen und die Entgeltkalkulation für die zentralen Infrastruktur­
einrichtungen sowie die Anhebung der Passagierentgelte zum 1. August 2003 für
rechtmäßig erklärt und auch die Entgeltordnung von 2005 bestätigt. Die Revi­
sion wurde nicht zugelassen. Mit Entscheidung vom 21. Januar 2013 beendete
das Kammergericht Berlin den Rechtsstreit zwischen der BFG und dba (jetzt:
Air Berlin Finance II GmbH). Die von der Gegenseite angestrengte Berufung
gegen das Schlussurteil des Landgerichts Berlin wurde zurückgewiesen.
In dem außerdem parallel anhängigen Verfahren gegen die Hapag-Lloyd Flug­
gesellschaft mbH (jetzt TuiFly) vor dem Kammergericht Berlin hat die mündliche Verhandlung ebenfalls am 3. Dezember 2012 stattgefunden. Die Urteils­
verkündung erfolgte am 20. Dezember 2012 zu Gunsten der BFG.
Im Rahmen des Verkaufs der GlobeGround Berlin GmbH (GGB) haben sich
Streitgegenstände ergeben. Die BFG hat sich verpflichtet, geschuldete Nutzungsentgelte für Bodendienstleistungen von Air Berlin PLC & Co. Luftverkehrs KG
(Air Berlin) gegenüber der GGB aus abgetretenem Recht gerichtlich geltend zu
machen. Neben der Überprüfung der Zulässigkeit und Billigkeit der von der BFG

�  90  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

geforderten Nutzungsentgelte ist auch die Auslegung des zwischen der GGB und
Air Berlin geschlossenen Vertrages Gegenstand des Verfahrens. In erster Instanz
wurde am 18. Dezember 2008 die Klage der BFG gegen Air Berlin abgewiesen,
weil das Gericht der Auffassung war, dass die Zahlung von Nutzungsentgelten
nicht wirksam vereinbart wurde. Das Kammergericht Berlin hat die Berufung
gegen diese Entscheidung am 26. Juli 2010 mit der Begründung abgewiesen,
dass eine fehlerhafte Umsetzung der Bodenverkehrsrichtlinie durch den
deutschen Gesetzgeber gegeben wäre und damit die Erhebung von Nutzungsentgelten in Deutschland unzulässig sei. Der BGH hat die Entscheidung des
Kammergerichts aufgehoben und an einem anderen Senat beim Kammergericht
zurückverwiesen. Nach Auffassung des BGH sei die Umsetzung der Bodenverkehrsrichtlinie in deutsches Recht zutreffend erfolgt. Das Verfahren wurde an
das Kammergericht zurückverwiesen.
Des Weiteren hat sich die BFG im Rahmen des Verkaufs verpflichtet, einen
­Musterprozess gegen die GGB zu führen, der die Zulässigkeit und Billigkeit der
von der BFG geforderten Nutzungsentgelte für Bodendienstleistungen klären
soll. Gegenstand des Verfahrens sind Nutzungsentgelte, die der GGB für die
­Abfertigung von Hapag-Lloyd in Rechnung gestellt wurden. Das Landgericht
Berlin hat am 12. Juli 2010 die Klage mit der Begründung abgewiesen, dass die
FBB die Nutzungsentgelte nicht nach sachgerechten Kriterien festgelegt habe.
Die BFG hat gegen die Entscheidung Berufung eingelegt.
Aufgrund laufender Rechtsstreitigkeiten zwischen der BFG und verschiedenen
Luftfahrtgesellschaften besteht das Risiko, dass Teile der auch von der FBB
erhobenen Nutzungsentgelte zurückgezahlt werden müssen. In einem Fall sei
die Umsetzung der Bodenverkehrsrichtlinie in deutsches Recht fehlerhaft, in
einem anderen Fall seien die Nutzungsentgelte nicht nach sachgerechten Kriterien festgelegt worden. Im ersteren Fall hat der Bundesgerichthof die negative
Entscheidung der Vorinstanz aufgehoben und an einen anderen Senat beim
Kammergericht zurückverwiesen. Nach Auffassung des BGH sei die Umsetzung
der Bodenverkehrsrichtlinie in deutsches Recht zutreffend erfolgt. Die FBB hat
das Risiko durch die Bildung von Rückstellungen angemessen berücksichtigt.
B.6	 Schließung von Tegel
Mit der Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg ist die Schließung
des Flughafens Tegel verbunden. Der Widerruf der luftfahrtrechtlichen Genehmigung für den Flughafen Tegel und die Entlassung der Anlagen und Flächen
des Flughafens Tegel aus der luftrechtlichen Zweckbestimmung (Aufhebung der
Planfeststellung) sind bestandskräftig. Die Betriebsgenehmigung ist auf unbestimmte Zeit verlängert. Die BFG hat bei der Luftfahrtbehörde beantragt, für den
Zeitraum ab Inbetriebnahme BER die Betriebsgenehmigung für den Flughafen

Unsere Zahlen  | 91  �

Tegel zu widerrufen bzw. von der Betriebspflicht zu befreien. Der derzeitige
Widerrufbescheid sieht einen Widerruf der Betriebsgenehmigung mit Ablauf
von sechs Monaten vor, nachdem die Verlängerung der künftigen Start- und
Landebahn auf 3.600 m Länge und der Neubau der künftigen Start- und Landebahn des Verkehrsflughafens BER mit einer Länge von mindestens 4.000 m
funktionsfähig in Betrieb genommen worden ist.
Die Verhandlungen über die Modalitäten der Rückgabe der Liegenschaft sind
mit den Grundstückseigentümern bereits rechtzeitig im Hinblick auf die beabsichtigte Einstellung des Flugbetriebs, die für den 02. Juni 2012 vorgesehen war,
aufgenommen worden und werden fortgesetzt. Gegenstand dieser Gespräche
sind unter anderem die Regelungen der zwischen der Gesellschaft und dem
Land Berlin beziehungsweise dem Bund geschlossenen Erbpachtverträge, nach
denen eine verkehrswertorientierte Entschädigung vorgesehen ist, soweit die
Gebäude und Anlagen einer weiteren Verwendung zugeführt werden können. Die BFG trifft bei Beendigung der Erbbaurechts- / Nutzungsverträge keine
Rückbauverpflichtung für die Gebäude, Anlagen und Verkehrsflächen. Die BFG
erhält bei Erlöschen des Erbbaurechts eine Entschädigung in Höhe von 50 % des
Verkehrswertes für die vorhandenen Gebäude, soweit die Bauwerke bei einer
künftigen planungsrechtlichen Ausweisung der Grundstücke einer Nutzung
zugeführt werden können.
Im Hinblick auf die verzögerte Inbetriebnahme des Flughafens Berlin Brandenburg BER verschiebt sich entsprechend die Schließung des Flughafens BerlinTegel. Die BFG ist bezüglich dieser Problemstellung sowohl mit dem Bund, als
auch mit dem Land Berlin in Gesprächen.
Betreffend der derzeitigen Nutzung der landeseigenen Flächen des Flughafens
Berlin TXL ist zu berichten, dass der Erbbaurechtsvertrag aus dem Jahr 2008,
auf dessen Grundlage die Nutzung durch BFG erfolgte, zum Jahresende 2011 ausgelaufen ist. Wie vertraglich vorgesehen, hat die BFG fristgemäß eine Verlängerung des Erbbaurechtsvertrages zu den gleichen Vertragskonditionen beantragt.
Über die Bedingungen einer Verlängerung konnten sich BFG und Land Berlin
nicht einigen. Unterschiedliche Ansichten gibt es insbesondere über die Punkte
•  Höhe der Entschädigung, die die BFG vom Land Berlin erhält,
•  Formulierung des von BFG geschuldeten Rückgabezustandes,
•  Verantwortung für ggf. vorhandene Gebäudealtlasten / Sanierungspflichten,
die das Land Berlin neu regeln wollte. Eine Verlängerung des Erbbaurechtsvertrages zu den bestehenden Bedingungen war vom Land Berlin nicht gewollt.
Die Nutzung erfolgt derzeit auf Basis der Inhalte des vormaligen Erbbaurechtsvertrages, wenn auch letztlich ohne vertragliche Grundlage. BFG und Land
Berlin verhandeln derzeit parallel über den Abschluss eines Nutzungsvertrags
zur Regelung der Nutzung bis zur Rückgabe der landeseigenen Flächen an das
Land Berlin und über die Modalitäten der Rückgabe.

�  92  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Hinsichtlich der bundeseigenen Flächen ist die Nutzung durch die BFG weiter­
hin durch einen Erbbaurechtsvertrag und einen Nutzungsvertrag mit der
Bundesanstalt für Immobilienaufgaben geregelt. Dieser läuft weiter bis zur
Aufhebung durch die Parteien, die die BFG im Nachgang zur Einstellung des
Flugbetriebes verlangen kann. Der Nutzungsvertrag / Erbbaurechtsvertrag mit
dem Bund sieht vor, dass die Rückgabemodalitäten in einer gesonderten Ver­
einbarung zu regeln sind, die im endverhandelten Entwurf vorliegt.
B.7	

Rückgabe der Immobilie ehemaliger Flughafen Tempelhof

Der Flughafen Tempelhof wurde zum 31. Oktober 2008 geschlossen. Die Eigentümer der Immobilie des ehemaligen Flughafens Tempelhof hatten der BFG die
Liegenschaft zum Betrieb des Flughafens Tempelhof mittels Überlassungsverträgen zur Verfügung gestellt. Dabei handelte es sich um einen Erbbaurechtsvertrag zwischen der BFG und dem Land Berlin und einen Nutzungsvertrag
zwischen der BFG und der Bundesrepublik Deutschland. Nach Einstellung des
Flugbetriebs am 30. Oktober 2008 hat die BFG die Immobilie des ehemaligen
Flughafens Tempelhof an die Eigentümer, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) und das Land Berlin, zurückgegeben.
Nach Auffassung der Grundstückseigentümer wäre die BFG ihrer Instandhaltungsverpflichtung nicht nachgekommen und hat gegen die BFG Klage erhoben.
Das Verfahren ist durch gerichtlichen Vergleich des Landgerichts Berlin vom
27. April 2012 beendet worden.
B.8	 Schadensersatzansprüche wegen Verschiebung der Inbetriebnahme des BER
Der FBB liegen Anspruchschreiben von Dienstleistern, Mietern, Airlines und
weiteren Unternehmen mit der Forderung auf Schadensersatz / Regress auf
Grund der Verschiebung der für den 3. Juni 2012 avisierten Inbetriebnahme des
Flughafens Berlin Brandenburg vor. Die Air Berlin hat bereits Feststellungsklage
gegen die FBB erhoben. Die überwiegende Anzahl der Schreiben macht die Forderungen zunächst nur dem Grunde nach geltend; beziffert sind die Anspruchsschreiben in den wenigsten Fällen bzw. allenfalls mit Schätzungen versehen.
Auch die Klage der Air Berlin ist nur mit einem vorläufigen Gegenstandswert
hinterlegt. Aus diesem Grund lässt sich derzeit keine abschließende Aussage
über die gesamte Höhe der Forderungen der einzelnen Anspruchsteller machen.
Die FBB prüft die Forderungen zusammen mit externen Rechtsanwälten, ob sie
dem Grunde und der Höhe nach berechtigt sind. Dabei sind im Wesentlichen
zwei Fälle zu unterscheiden:
(1) Anspruchsteller, die sich auf vertragliche Beziehungen mit der FBB berufen
können und

Unsere Zahlen  | 93  �

(2) Anspruchsteller, die keine vertraglichen Beziehungen mit der FBB haben,
die sich aber auf ein vorvertragliches Schuldverhältnis berufen können.
Anspruchsteller, die in keine der beiden Kategorien fallen (wie zum Beispiel
einzelne Passagiere oder Unternehmer im Umfeld des Flughafens) müssten
mangels eines Schuldverhältnisses einen gesetzlichen Anspruch aus § 823 BGB
nachweisen und begründen. Die FBB sieht keine der notwendigen Voraussetzungen für einen solchen Anspruch als gegeben an.
Liegen jedoch vertragliche Beziehungen vor, kommt eine verschuldensunabhängige Haftung in Betracht, die auf das Erfüllungsinteresse gerichtet ist. Dieser
Anspruch ist weitergehend als Ansprüche, die sich aus vorvertraglichen Nebenpflichten und allgemeinen Aufklärungspflichten ergeben können, da diese nur
bei einem Verschulden der FBB zum Tragen kommen und allein den Vertrauensschaden umfassen.
Grundsätzlich kann bereits festgestellt werden, dass nach einer vorläufigen Einschätzung der von einigen wenigen Anspruchstellern bereits geltend gemachten
Schadenspositionen deutlich wird, dass zahlreiche behauptete Schäden voraussichtlich nicht ersatzfähig sind, weil diese auf ein Vertragsverhältnis abstellen
und letztlich das Erfüllungsinteresse und den entgangenen Gewinn geltend
machen, worauf kein Anspruch besteht solange kein Vertragsverhältnis vorliegt.
Die FBB geht davon aus, dass ein Teil der Forderungen über gerichtliche Streitigkeiten geklärt werden wird, da es insbesondere in den Fällen der zweiten
Gruppe (keine vertragliche Beziehung) neue bzw. komplexe rechtliche Fragestellungen, notfalls über mehrere Instanzenzüge, zu klären gibt. Ein wesentliches
Thema dieser Klagen wird es auch sein, den haftungsbegründenden Tatbestand
(Verschulden der FBB) zu klären. Die gerichtliche Aufklärung dieser Frage dürfte vermutlich über 5 bis 7 Jahre Zeit in Anspruch nehmen.
Erkennbare Risiken wurden im Jahresabschluss durch die Bildung von Rückstellungen berücksichtigt. Weitere Risiken können nicht gänzlich ausgeschlossen
werden, sind derzeit aber nicht hinreichend quantifizierbar.
B.9	BER-Projektverlauf
Die Werthaltigkeit wesentlicher Teile des Sachanlagevermögens gründet auf der
Annahme der erfolgreichen Inbetriebnahme und des Betriebs des BER.
Nach Verschiebung des Eröffnungstermins im Mai 2012 wurden durch die FBB
Bestands- und Mängelaufnahmen sowie Überprüfungen der genehmigungsrechtlichen Sachverhalte für das Fluggastterminal durchgeführt. Weitere Bestandsaufnahmen und Überprüfungen werden im Geschäftsjahr 2013 durchgeführt werden. Das Aufdecken weiterer Defizite in Planung und Bauausführung
sowie bisher nicht bekannter genehmigungsrechtlicher Sachverhalte kann nicht
ausgeschlossen werden.

�  94  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Zur Sicherstellung der geplanten Eröffnung des BER müssen die in der Terminplanung für das Fluggastterminal definierten Meilensteine eingehalten werden.
Um die hierfür notwendigen Maßnahmen zu gewährleisten, wurden sowohl auf
Seiten der FBB als auch im Bereich der Objektplanung und Objektüberwachung
für das Fluggastterminal neue Strukturen und Verantwortlichkeiten geschaffen.
Als Voraussetzung für die Fertigstellung der sicherheitstechnischen Anlagen
sowie die Beseitigung der festgestellten Mängel durch weitere Baumaßnahmen
im Fluggastterminal werden die planerischen Grundlagen geschaffen. Für die
Abarbeitung der baulichen Restleistungen sind klare Vorgaben für die ausführenden Firmen notwendig.
Zur Sicherstellung der Inbetriebnahme sind zudem die Erfüllung der genehmigungsrechtlichen Voraussetzungen und die anschließende Erlangung der
behördlichen Zustimmungen zwingend erforderlich. Daher ist die Genehmigungsbehörde eng in die laufenden Prozesse eingebunden.
Infolge der Verschiebungen des Eröffnungstermins wurden durch die FBB
die Baukosten für den Flughafen BER mehrfach überprüft und aktualisiert.
Die In­betriebnahme des BER steht auch in Abhängigkeit zur Bereitstellung von
finan­ziellen Mitteln für das Projekt BER. Mit der im EU-Notifizierungsverfahren
genehmigten Zuführung von Gesellschaftermitteln ist die Finanzierung sichergestellt.
Insgesamt ist davon auszugehen, dass der BER-Projektverlauf zu einem erfolgreichen Ende geführt werden wird.
B.10	Auswirkungen der Verschiebung der BER-Inbetriebnahme
auf Tegel und Schönefeld
Aufgrund der Verschiebung des Inbetriebnahmetermins des neuen Flughafens
BER, müssen die Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld länger in Betrieb
bleiben als zunächst geplant. Einerseits ergeben sich daraus höhere Anforderungen für Instandsetzung und Instandhaltung von Gebäuden und technischen
Anlagen zur Aufrechterhaltung eines weiterhin geregelten und sicheren
Flugbetriebs. Die FBB hat für die Ertüchtigung der bestehenden Flughäfen ein
Investitionsprogramm erstellt. Der Handlungsbedarf erstreckt sich auf die drei
Bereiche Infrastruktur, Service und Personal. Andererseits ist mit den Nutzern
des Flughafens (Airlines, Mieter etc.) über die längere Betriebsdauer des Flug­
hafens zu verhandeln.

Unsere Zahlen  | 95  �

B.11	 Auslastung der Mediennetze
Auf Grund der Verschiebung der Inbetriebnahme des BER besteht das R
­ isiko,
dass die von der FEW betriebenen Mediennetze in Schönefeld nicht voll ausgelastet sind und insoweit die Kosten nicht in voller Höhe weiterberechnet
werden können. Des Weiteren besteht die Gefahr, dass der ermittelte Grundpreis
aufgrund der zu geringen Auslastung der Anlagen zu hoch kalkuliert ist und
von den Drittkunden nicht gezahlt wird.
B.12	 Vermarktung der Flächen des Business Park Berlin
Die FBB plant die Veräußerung der verfügbaren Baufelder des Business Park
Berlin. Die FBB wird die Vermarktungsaktivitäten intensivieren und geht deshalb davon aus, dass eine Vermarktung weiterhin erfolgreich sein wird und mit
Inbetriebnahme des BER eine Belebung der Nachfrage einsetzen wird.
B.13	Finanzierung
Die Gesellschafter der FBB haben beschlossen, dass eine Kapitaleinzahlung
in Höhe von EUR 1,2 Mrd. vorgenommen werden soll. Eine erste Rate wurde Anfang Januar 2013 von den drei Gesellschaftern an die FBB überwiesen
(EUR 191,6 Mio.). Mit diesen zusätzlichen Gesellschaftermitteln, der BER-Langfristfinanzierung, der Leasingfinanzierung und der ILA-Finanzierung sind die
gegenwärtig abschätzbaren finanziellen Bedarfe der FBB gedeckt. Die von der
FBB aufgenommenen Kredite sind in voller Höhe durch Bürgschaften der drei
Gesellschafter der FBB besichert. Nach der erneuten Verschiebung des Inbetriebnahmetermins ist ohne Nennung eines neuen Termins und abhängig von
dem Zeitfenster bis zur Inbetriebnahme davon auszugehen, dass weiterer Finanzierungsbedarf besteht. Eine Einschätzung der Höhe ist erst möglich, wenn
sämtliche Bestandsaufnahmen abgeschlossen und die noch erforderlichen
weiteren Investitionen daraus konkret ermittelt worden sind sowie ein neuer
Inbetriebnahmetermin benannt werden konnte.
B.14	Finanzinstrumente
Wesentliche Finanzinstrumente im Sinne des § 289 Abs. 2 Nr. 2 HGB bestanden bei der Gesellschaft im Geschäftsjahr 2012 in der Form von Forderungen
und Verbindlichkeiten. Der weitaus größte Teil der Verbindlichkeiten besteht
gegenüber Kreditinstituten aus der BER-Langfristfinanzierung. Die Forderungen
machen nur einen kleinen Anteil der Bilanzsumme aus. Abgesehen von der
BER-Langfristfinanzierung ist die Gesellschaft daher bei der Verwendung der

�  96  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Finanzinstrumente nur in branchenüblichem Maße Risiken aus Zahlungs­
stromschwankungen, Preisänderungs-, Ausfall- und Liquiditätsrisiken aus­
gesetzt.
Die Zinsen für die BER-Langfristfinanzierung stellen einen wesentlichen
­Bestandteil der Zahlungsverpflichtungen der FBB dar. Da sich die Zinskosten
der BER-Langfristkredite auf Basis des variablen 3-Monats-Euribors ermitteln,
wäre die FBB bei einer Änderung des Zinsniveaus bedeutenden Risiken aus
Zahlungsstromschwankungen ausgesetzt.
Die Gesellschaft hat sich deshalb mit Hilfe von Zinsswaps zum Teil gegen einen
Anstieg des Zinsniveaus und damit einhergehende ansteigende Finanzierungskosten abgesichert. Das zu sichernde Risiko ist die Wertänderung der
Zinszahlungen für die langfristige Fremdfinanzierung aufgrund sich ändernder
3-Monats-Euribor Zinssätze.
Die Sicherung wurde jedoch nur für einen Teil der aus den Finanzierungen der
FBB erwarteten Zinszahlungen etabliert, so dass die aktuell niedrigen Zinsen
der FBB zugutekommen.
Durch die Besicherung der Zinsswaps mit Avalen ist die FBB implizit Zinsänderungsrisiken über die Marktwerte der Zinsswaps ausgesetzt. Um dieses Risiko
zu eliminieren, wurden die Zinsswaps restrukturiert. Die Verpflichtung zur
Besicherung ist seit dem 15. März 2012 entfallen.
Mit der Inbetriebnahme des BER wird sich die Risikostruktur für die FBB ändern. Das Bau- und Inbetriebnahmerisiko sinkt sukzessive mit der Eröffnung
des BER und operative Risiken eines Flughafens treten in den Vordergrund.
Vor diesem Hintergrund hat die FBB die Sicherungsstrategie überprüft und sie
entsprechend um die künftigen operativen Erfordernisse ergänzt.
B.15	 Entflechtung gem. §§ 6 ff. EnWG
Das EnWG verpflichtet Energieversorgungsunternehmen zur Entflechtung
gem. §§ 6 ff. EnWG. In einem Rechtsgutachten, dass im Jahr 2011 in Auftrag
gegeben wurde, wurde festgestellt, dass es sich sowohl bei den Mediennetzen
am Standort Flughafen Schönefeld (Altflughafen) als auch bei den stromseitigen Energieanlagen am Standort Flughafen Tegel um Kundenanlagen nach § 3
Nr. 24a EnWG handelt. Aus der Einstufung der stromseitigen Energieanlagen als
Kundenanlage folgt, dass der Konzern den Regulierungsvorgaben des EnWG für
Netzbetreiber nicht unterliegt. In den Geschäftsjahren 2011 und 2012 wurden
jedoch bereits Maßnahmen getroffen, um die rechtlichen Vorgaben der buchhalterischen Entflechtung gem. §§ 6 ff. EnWG ab der Inbetriebnahme des neuen
Flughafens Berlin Brandenburg umsetzen zu können.

Unsere Zahlen  | 97  �

B.16	 Verbesserung der Wirtschaftlichkeit
Wesentlicher Pfeiler des Finanzierungskonzepts ist die beständige Steigerung
der Wirtschaftlichkeit des Unternehmens. Dies ist auch eine essentielle Voraussetzung zur Bedienung der finanziellen Verpflichtungen.
Infolge der Verschiebung des Inbetriebnahmetermins wird es kurzfristig nicht
möglich sein, das zuvor bereits erreichte Profitabilitätsniveau zu halten. Um
dennoch den erforderlichen Finanzierungsbeitrag zu leisten und die Zahlungsverpflichtungen auch langfristig bedienen zu können, ist es erforderlich, ein
verträgliches Niveau nicht zu unterschreiten und mit dem BER, unter den dann
neuen Rahmenbedingungen, auf den bisherigen Erfolgspfad zurückzukehren.
Vor diesem Hintergrund werden sämtliche Kosten und Erlöse einem entschlossenen Controlling unterzogen.
Ein wichtiger Aspekt ist dabei das konsequente Management der Betriebs­kosten.
Hier wird darauf geachtet, dass die Betriebskonzepte und die vertraglichen Leistungen (z. B. für Wartung und Instandhaltung) den Vorgaben des Business Plans,
der die Grundlage für das Finanzierungskonzept bildet, entsprechen.
B.17	 Allgemeine Risiken
Allgemeine, nicht weiter im Einzelnen aufgeführte Risiken sind im Risikomanagementsystem des FBB-Konzerns erfasst und unter laufender Beobachtung.
B.18	 Würdigung des Gesamtrisikos
Das Risikomanagementsystem der FBB wies für das Geschäftsjahr 2012 weder
eine Bestandsgefährdung durch Einzelrisiken noch durch aggregierte Risiken
auf. Auch für das Jahr 2013 sind bestandsgefährdende Risiken nicht erkennbar.

�  98  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

→ 04

Ausblick und Chancen

A	 Entwicklung des Geschäftsbetriebes
A.1	

Aviation Management / Verkehrsentwicklung

Der Flughafenverband ADV erwartet für 2013 aufgrund des rückläufigen innerdeutschen Verkehrs und einer Abschwächung des europäischen Verkehrs
ein minimales Wachstum von lediglich 0,4 % an den deutschen Flughäfen.
Die ­Folgen der Eurokrise und die damit verbundenen Sparmaßnahmen in
vielen Ländern Europas wirken sich negativ auf die Wirtschaftsentwicklung
und das Konsumverhalten der Verbraucher aus, was sich in einer verhaltenen
Verkehrsentwicklung niederschlagen wird.
Ausschlaggebend für den Abwärtstrend sind zudem marktinterne Entwicklungen. Die steigenden Kerosinpreise, die Luftverkehrsabgabe und der intensive Wettbewerb im globalen und preissensiblen Luftverkehrsmarkt haben zu
umfassenden Konsolidierungsmaßnahmen bei den Fluggesellschaften geführt.
Aus diesem Grund geht der ADV davon aus, dass sich Airlines im Linien- und
Charterverkehr verstärkt aus der Fläche zurückziehen und sich mit Frequenzanpassungen auf die mittelgroßen Flughäfen und die Hubs konzentrieren werden.
Dieser Trend kam auch im Jahr 2012 der Sonderrolle der Berliner Flughäfen
Schönefeld und Tegel zugute. Während die Großkunden Air Berlin, Lufthansa
und EasyJet ihre Streckennetze generell angepasst haben, blieben umfassende
Kürzungen am Standort Berlin jedoch bis Dato aus. Für 2013 deutet sich bislang
keine grundlegende Änderung der Strategie der Großkunden an.
Air Berlin baut das Drehkreuz durch Frequenzverdichtungen sowie einzelne
neue Strecken aus, einschließlich einer neuen Langstreckenverbindung nach
Chicago (ab März 2013). Lufthansa – die ab Juli 2013 den Großteil aller Strecken
ex Berlin mit der „neuen“ Germanwings bedienen wird – sowie EasyJet haben
ebenfalls neue Strecken angekündigt.
Es ist aber zu erwarten, dass sich nach zehn Jahren, in denen sich der Luftverkehr in der Hauptstadtregion besser entwickelt hat als im Bundesdurchschnitt,
das Wachstum verlangsamen wird. Zum einen sind die wesentlichen Märkte
Europas größtenteils schon erschlossen, zum anderen besteht auf vielen Märkten eine hohe Wettbewerbsdichte, die zu Streckenstreichungen durch einzelne

Unsere Zahlen  | 99  �

Airlines führen kann. Ebenso kann man davon ausgehen, dass sich Airlines
aufgrund des Kapazitätsengpasses in Tegel mit zusätzlichen Strecken schwer tun
werden. Dies betrifft wahrscheinlich auch Langstrecken.
Aus diesem Grund rechnen die Flughäfen Schönefeld und Tegel zusammen für
2013 mit einem geringen Wachstum im niedrigen einstelligen Prozentbereich.
Dabei ist zu erwarten, dass unter den beiden Flughäfen Tegel ein vergleichs­
weise stärkeres Wachstum ausweisen und in Schönefeld eher mit einem geringen Rückgang zu rechnen sein wird. Als Wachstumstreiber werden vor allem
Umsteigepassagiere sowie eine höhere Auslastung der Flugzeuge angesehen.
A.2	Non-Aviation-Management
Der Ausbau der Mietflächen am BER wurde in enger Abstimmung mit den Mietern in den ersten Monaten 2012 weit vorangetrieben und wird bis zur Eröffnung
des neuen Flughafens finalisiert. Die Bestandsmieter werden weiterhin intensiv
betreut, so dass die gute Mieter-Performance beibehalten und aus Sicht der Kunden an den Bestandsflughäfen ein bestmöglicher Service geboten werden kann.
Die Vermarktung der Werbeflächen am BER wird nicht wie ursprünglich geplant von einem Werbekonzessionär, sondern von der FBB selbst durchgeführt.
Hierbei kann auf das bereits existierende Know-how zurückgegriffen und die
zukünftige Ertragslage gesteigert werden.
A.3	

Real Estate Management

Aufgrund der positiven Marktnachfrage wurde 2013 die Ausschreibung eines
weiteren Hotels in der Airport City gestartet. Mittelfristig wird in der Airport City
großes Potential zur Realisierung eines weiteren Büroprojektes gesehen.
Um einen möglichen weiteren Flächenbedarf von Unternehmen und Betrieben,
die am Flughafen direkt angesiedelt sind, entsprechen zu können, wird gemeinsam mit der Gemeinde Schönefeld die Planrechtschaffung von zwei Gewerbegebieten eingeleitet.
Die im Jahr 2011 erstellten planerischen Konzepte zur Nutzungsänderung des
Bestandsflughafens Schönefeld werden im Jahr 2013 weiter ausgearbeitet und

�  100  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

konkretisiert; ferner werden Maßnahmen zur Schaffung von Planungs- und
Baurecht ergriffen. Damit soll die Grundlage für eine stadtplanerisch anspruchsvolle sowie ökonomisch attraktive Nachnutzung der Liegenschaften um den
bestehenden Flughafen Schönefeld geschaffen werden. Ausgangspunkt dieser
Entwicklungen sind der neue Protokollflughafen der Bundesregierung sowie
die geplante Ansiedlung der Business Aviation.
Für den Business Park Berlin wurde im Geschäftsjahr 2011 die Realisierung des
zweiten Erschließungsabschnitts begonnen und durchgeführt. Damit sind sämtliche bereits veräußerten Flächen erschlossen.
Die Entwicklungsflächen am BER bergen langfristig erhebliches städtebauliches
und wirtschaftliches Potenzial für die FBB wie auch für die Länder Berlin und
Brandenburg. Die Hebung dieser Potentiale setzt indes die Eröffnung des BER
voraus. Die Kommunikation der Projektentwicklungspotentiale am BER setzt
ferner ein geeignetes Umfeld öffentlicher Meinungsbildung voraus. Es ist daher
vorgesehen, diese proaktive öffentliche Kommunikation nach Eröffnung des
BER zu starten.

B	 Wirtschaftliche Entwicklung
Im Jahr 2013 werden die Umsatzerlöse voraussichtlich auf dem Vorjahresniveau liegen. Die operativen Aufwendungen werden hingegen überproportional
ansteigen. Dazu tragen insbesondere die Ertüchtigung der beiden Bestandsflughäfen zur Gewährleistung eines weiterhin sicheren und reibungslosen Betriebs,
die notwendigen erheblichen Anstrengungen zur Revitalisierung des BERProjekts, die gegenüber 2012 steigenden Abschreibungen auf weitere, bereits
fertiggestellte BER Anlagen und die höheren Zinsaufwendungen aus gestiegener
Fremdkapitalaufnahme bei. Gegenläufig wirkt sich im Jahr 2013 der Wegfall der
Probebetriebskosten (ORAT) aus, so dass insgesamt die Aufwendungen auf Vorjahresniveau erwartet werden.
Insgesamt wird im Geschäftsjahr 2013 mit einem Jahresfehlbetrag gerechnet,
der in etwa in Höhe des Vorjahres liegen wird.
Die weitere Entwicklung über das Jahr 2013 hinaus ist geprägt von dem Zeitpunkt der Eröffnung des BER, da erst mit Eröffnung ein deutlicher Umsatzanstieg und eine Verbesserung des Jahresergebnisses zu erwarten ist.

C	 Der neue Flughafen Berlin Brandenburg
Für das Jahr 2013 ist zentrale Zielsetzung im Projekt BER der Abschluss der
Bestandsaufnahmen und die Fortsetzung der für die Inbetriebnahme erforderlichen Maßnahmen. Dies beinhaltet insbesondere die Beseitigung der vorhan-

Unsere Zahlen  | 101  �

denen baulichen Mängel sowie die Fertigstellung der sicherheitstechnischen
Anlagen im Fluggastterminal. Weitere Schwerpunkte sind die Durchführung
von Sachverständigenabnahmen, Inbetriebnahmen und Testläufen für die
haustechnischen Anlagen und die Erlangung der notwendigen behördlichen
Freigaben für das Fluggastterminal. Das geplante Investitionsvolumen für das
Projekt BER im Jahr 2013 wird voraussichtlich Vorjahresniveau erreichen.
Da neue Vergaben (z. B. Küchentechnik Mitarbeiterkantinen Terminal, Kompensationsmaßnahme Zülowniederung) in 2013 nur noch in sehr geringem Umfang
anstehen, ist das Investitionsvolumen in erster Linie auf die Ergänzung und
Ertüchtigung der vorhandenen Anlagen und das Erfüllen bereits vorliegender
Verträge und Nachträge zurückzuführen.
Im Jahr 2012 wurde bereits ein Großteil der Baumaßnahmen außerhalb des
Terminalgebäudes abgeschlossen. Die wesentlichen Meilensteine für das Jahr
2013 stehen daher überwiegend im Zusammenhang mit der Fertigstellung des
Fluggastterminals:
•  Abschluss aller Abnahmen für die betriebsspezifischen Gebäude Anfang 2013
•  bauliche Fertigstellung Fluggastterminal
•  Abschluss aller behördlichen Abnahmen Drittinvestitionsobjekte in
­Abhängigkeit zur Fertigstellung Fluggastterminal
•  Durchführung der Verbundtests im Fluggastterminal
•  bauliche Fertigstellung der Pavillons bis Mitte 2013
•  Vorbereitung der Nutzungsfreigabe Terminal durch das Bauordnungsamt
•  Pflanzungs- und Waldumbaumaßnahmen für die Kompensationsmaßnahme
in der Zülowniederung ab Ende 2013
•  Beginn Lückenschluss Straßenbaulos 2 (nach Außerbetriebnahme
­Schönefeld alt)
Darüber hinaus wird mit Augenmaß in die länger als geplant in Betrieb bleibenden Bestandsflughäfen Tegel und Schönefeld investiert, um auch weiterhin
einen geregelten und sicheren Flugbetrieb zu gewährleisten.

Schönefeld, 26. Februar 2013
gez. Horst Amann

�  102  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Bestätigungsvermerk
des Abschlussprüfers

„Wir haben den von der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, Schönefeld,
aufgestellten Konzernabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung, Anhang, Kapitalflussrechnung und Eigenkapitalspiegel – und den
Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012 bis zum 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und Konzernlagebericht
nach den deutschen handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft. Unsere Aufgabe ist es, auf
der Grundlage der von uns durchgführten Prüfung eine Beurteilung über den
Konzernabschluss und den Konzernlagebericht abzugeben.
Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung
der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung
so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich
auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der
Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und durch den Konzernlagebericht
vermittelten Bildes der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der
Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und
über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden
die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlagebericht
überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die
Beurteilung der Rechnungslegungs­informationen der in den Konzernabschluss
einbezogenen Teilbereiche, der Abgrenzung des Konsolidierungskreises, der
angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesent-

Unsere Zahlen  | 103  �

lichen Einschätzungen der gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der
Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses und des Konzern­lageberichts. Wir
sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend sichere Grundlage
für unsere Beurteilung bildet.
Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.
Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den gesetzlichen Vorschriften und
vermittelt unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein
den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanzund Ertragslage des Konzerns. Der Konzernlagebericht steht in Einklang mit
dem Konzern­abschluss, vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage
des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung
zutreffend dar.“

Berlin, 26. Februar 2013
BDO AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
gez. Schulz, Wirtschaftsprüfer
gez. Rehmer, Wirtschaftsprüfer

�  104  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Umwelt  | 105  �

Umwelt

→
01 Die Wurzelraumkläranlage des Flughafens Berlin-Schönefeld

�  106  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Die Zahl der Flugbewegungen ist 2012 im Vergleich zu 2011 in etwa konstant geblieben.

Grüner Flughafen
Verantwortung für die Region
Die Flughafen Berlin Brandenburg

entkoppeln. Die jährlich ermittelten

GmbH ist sich ihrer Verantwortung

Umweltkennzahlen liefern einen

für die Umwelt und der Interessen

wichtigen Beitrag zur Ermittlung

ihrer Nachbarn bewusst. Ziel der

möglicher Einsparpotentiale. Im

Umweltstrategie ist es, die Zunahme

Umweltbereich stand im Jahr 2012 die

des Flugverkehrs vom Ressourcen-

Überwachung des Fluglärms und der

verbrauch und der Lärmbelastung zu

Luftgüte im Fokus. Auch das Informationsangebot im Internet zu den
Themen Umwelt und Fluglärm wurde

Ziel der Umweltstrategie ist es,
die Zunahme des Flugverkehrs
vom Ressourcenverbrauch und der
Lärmbelastung zu entkoppeln.

deutlich ausgeweitet.

Umwelt  | 107  �

Fluglärm
Mit 242.872 Starts und Landungen im

kehrsbewegungen nicht in den sechs

kehrssteigerung (ca. 1 %), wobei die

Jahr 2012 ist die Zahl der Flugbewe-

verkehrsreichsten Monaten stattfand.

Auswirkungen auf den äquivalenten

gungen an den Berliner Flughäfen

Der Jahresdauerschallpegel für den

Dauerschallpegel in den verkehrs-

im Vergleich zum Vorjahr (242.961)

Nachtzeitraum ging in Schönefeld

reichsten sechs Monaten am wesent-

in etwa gleich geblieben. Von den

im Mittel über alle Messstellen um 1,2

lichsten waren.

Starts und Landungen entfielen 70

dB(A) zurück. Dies ist auf einen Rück-

In der Nacht waren es im Vergleich

Prozent (171.114) auf Tegel und 30

gang der nächtlichen Flugbewegungen

zum Vorjahr rund 13 Prozent mehr

Prozent (71.758) auf Schönefeld. Das

um rund 13 Prozent zurückzuführen.

Flugbewegungen. Dies ließ den nächt-

Verhältnis Tegel / Schönefeld hat sich

lichen Dauerschallpegel im Vergleich

damit im Vergleich zum Vorjahr nicht

Flughafen Tegel (TXL)

zum Vorjahr im Mittel um 1,6 dB(A)

verändert. Während sich die Zahl

Der mittlere äquivalente Dauer-

ansteigen. Der Anstieg konzentrierte

der Flugbewegungen am Flughafen

schallpegel an den Messstellen in der

sich hierbei auf die Sommermonate.

Schönefeld gegenüber dem Vorjahr

Umgebung des Flughafens Tegel ist

Mit dem Winterflugplan 2012 / 2013

um 2,5 Prozent verringerte, wurden

im Vergleich zum Vorjahr im Mittel

sank die Zahl der nächtlichen Flugbe-

am Flughafen Tegel ein Prozent mehr

geringfügig um 0,5 dB(A) gestiegen.

wegungen wieder auf ein niedrigeres

Luftfahrzeuge abgefertigt.

Der Grund hierfür liegt in der Ver-

Niveau.

Flughafen Schönefeld (SXF)
Zur Berechnung des Jahresdauerschallpegels werden die sechs verkehrsreichsten Monate herangezogen.1
Obwohl in Schönefeld 1.819 Luftfahrzeuge weniger abgefertigt wurden
als im Vorjahr, blieb der Jahresdauerschallpegel tagsüber mit 57,3 dB(A)
in etwa konstant. Die Verringerung
der Flugbewegungen hat sich nicht

Flugbewegungen 2012
SXF: 71.758

auf den Jahresdauerschallpegel ausgewirkt, da der Rückgang der Ver-

TXL: 171.114

1

Fluglärmgesetz vom 31.10.2007

�  108  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Der Honig von Bienen, die im Umfeld des Flughafens leben, weist keine Rückstände auf.

Luftqualität
Bereits seit Herbst 2011 untersucht die

Start- und Landebahn des Flughafens

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Schönefeld, also der zukünftigen

im Rahmen eines auf mehrere Jahre

Nordbahn des BER, eine Luftgüte-

angelegten Programms im Umfeld des

messstelle. Dort werden Konzentrati-

Flughafens Schönefeld die Umweltwir-

onen der verkehrstypischen Schad-

kungen des Luftverkehrs. Das freiwil-

stoffe kontinuierlich erfasst. Im Jahr

lige Umwelt-Untersuchungsprogramm

2012 wurde keiner der Grenzwerte

wurde bereits vor Aufnahme des

überschritten. Die Messwerte waren

Flugbetriebs am BER begonnen, um

mit den Ergebnissen der Messstellen

die Umweltsituation in der Flughafen-

des Landesumweltamtes (LUGV) in

region langfristig zu dokumentieren.

Blankenfelde-Mahlow und Königs
Wusterhausen vergleichbar. Eine Er-

Luftgütemessstelle

höhung der vorstadttypischen Mess-

Um die Luftqualität langfristig zu

werte am Standort Schönefeld durch

überwachen, betreibt die Flughafen-

den Luftverkehr war nicht feststellbar.

gesellschaft am östlichen Kopf der

Die Messwerte werden täglich auf der

Umwelt  | 109  �

Ein freiwilliges Umwelt-Unter­
suchungs­programm dokumentiert
die Umweltsituation in der
Flughafenregion.

Internetseite der Flughafengesell-

Proben von Völkern, die den Nektar in

schaft veröffentlicht.

einem 3-Kilometer-Radius nahe bzw.
auf dem Flughafengelände sammel-

Biomonitoring

ten mit solchen, die vom Einfluss des

In Rahmen eines Biomonitorings wur-

Luftverkehrs weitgehend unbeein-

den im Herbst 2011 und 2012 genormte

flusst sind, verglichen. Ein Einfluss des

Grünkohlpflanzen für acht Wochen

Flughafenbetriebs war aus den gemes-

an insgesamt zehn Standorten am

senen Rückständen im Jahr 2012 nicht

Gelände des Flughafens Schönefeld

feststellbar. Die Bienenvölker zeigten

und in dessen Umfeld ausgebracht

unabhängig von ihrem Lebensumfeld

und anschließend analysiert. Ergänzt

eine gleichermaßen gute Entwicklung

wurde das Grünkohlmonitoring 2012

und Produktion.

durch die Untersuchung standardisierter Graskulturen. Hier ist der Vorteil,
dass die im Sommer ausgebrachten
Graskulturen von Emissionen aus Heizungsanlagen unbeeinflusst sind. Die
Analyse der Grünkohlpflanzen sowie
der Graskulturen im Untersuchungszeitraum 2011 / 2012 hat ergeben, dass
ein Einfluss des Flughafenbetriebs auf
die Luftschadstoffgehalte im Umfeld
nicht festzustellen ist.
Ein weiterer Baustein des Biomonitorings ist die Untersuchung von Honig,
Pollen und Waben von Bienenvölkern
aus der Region auf verkehrstypische
Luftschadstoffe. Dafür arbeitet die
Flughafengesellschaft mit verschiedenen Imkern zusammen. Um mögliche Einflüsse des Flugverkehrs auf
die Honigqualität zu ermitteln, wurden

Das Grünkohlmonitoring hat gezeigt: Ein Einfluss des Flughafenbetriebs auf die Luftschadstoffgehalte im Umfeld ist nicht festzustellen.

�  110  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Klima und Energie
nerative Energien in so erheblichem
Umfang einsetzt.
Einen wichtigen Beitrag zur Klima­
bilanz leistet auch eine umweltfreundliche Anfahrt der Mitarbeiter zu ihrer
Arbeitsstelle. Die Mitarbeiter der Flughafengesellschaft haben aus diesem
Grund seit 2012 die Möglichkeit, mit
einem Jobticket zu günstigen Konditionen das Angebot des Verkehrsverbundes Berlin Brandenburg zu nutzen.
Alternative Antriebstechnologien
Langfristig sieht das Unternehmen in
der Einführung alternativer Antriebe
erhebliche Potenziale zur Senkung
des Energieverbrauchs und zur
Verbesserung der Klimabilanz. Daher
Das Berlin Brandenburg Airport Center direkt vor dem Terminal des BER wurde von der
Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) ausgezeichnet.

verfolgt die Flughafengesellschaft die
Entwicklung alternativer Antriebstechnologien und kooperiert mit
zahlreichen Verbänden und Unternehmen insbesondere im Bereich der
Elektro- und Wasserstoffmobilität.
Ein 2011 gestarteter Langzeittest eines

2012 bezog die Flughafengesellschaft

Opel HydroGen 4 mit emissionsfreiem

rund 52 Prozent ihres Strombedarfs

Wasserstoffantrieb lieferte wertvolle

aus regenerativen Quellen. Dabei

Erkenntnisse über die Alltagstaug-

legt die Flughafengesellschaft Wert

lichkeit dieser Zukunftstechnologie.

darauf, dass der Strom mit dem unter

Der Flughafen Berlin Brandenburg ist

anderem von Umweltverbänden

hierfür insbesondere mit der weltweit

getragenen „Grünen Strom Label

ersten CO2-neutralen Tankstelle ein

Gold“ zertifiziert ist, das als besonders

idealer Partner. An dieser seit 2012

glaubwürdig gilt. Die Flughafengesell-

von TOTAL betriebenen Tankstelle

schaft ist damit die erste Flughafenge-

wird mittels Windenergie erzeugter

sellschaft in Deutschland, die rege-

Wasserstoff angeboten.

Umwelt  | 111  �

Flughafen-Landschaftspark
Die Flughafengesellschaft gleicht

Die Zülowniederung

angelegt und Wiesen weniger inten-

nachteilige Auswirkungen des Flugha-

Die Landschaftsentwicklung und

siv bewirtschaftet. Mit der Pflanzung

fenbaus auf die Natur mit zahlreichen

ökologische Aufwertung in der Zülow-

von Gehölzen ab Herbst 2013 und

Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen

niederung ist das größte Einzelprojekt

der Schaffung weiterer Lebensräume

im Flughafenumfeld aus. Diese

der Ausgleichs- und Ersatzmaßnah-

verbessern sich die Lebensbedin-

wertvollen Lebensräume ziehen sich

men. Die rund 2.600 Hektar große

gungen für Flora und Fauna in der

bereits heute wie ein grünes Band

offene Niederungslandschaft liegt

Zülowniederung und darüber hinaus,

um den Flughafen. So wurden fast

südlich des Flughafens zwischen

so dass der Erlebniswert des gesamten

verschwundene Gutsparks rekonstru-

Mittenwalde, Dabendorf und Groß

Landschaftraumes in den kommen-

iert und neue, abwechslungsreiche

Machnow / Rangsdorf. 2011 wurde die

den Jahren deutlich gewinnt.

Grünanlagen gestaltet, die Anwohnern

Planung rechtskräftig und kann nun

attraktive Erholungsflächen und der

vor Ort umgesetzt werden. In Abstim-

Tierwelt ökologisch wertvolle Lebens-

mung mit den Landwirten werden

räume bieten.

nun zunächst Naturschutzflächen

Die Landschaftparks
ziehen sich wie ein
grünes Band um den
Flughafen.

Der Gutspark in Groß Ziethen wurde rekonstruiert.

�  112  |  Flughafen Berlin Brandenburg GmbH

Impressum
Herausgeber:
Flughafen Berlin Brandenburg GmbH
12521 Berlin
www.berlin-airport.de
www.facebook.com/berlinairport
www.twitter.com/berlinairport
Tel. +49 (0)30 | 6091-70100
Fax: +49 (0)30 | 6091-70070
E-Mail: pressestelle@berlin-airport.de
V.i.S.d.P.: Ralf Kunkel
Redaktion: Verena Heydenreich
Grundlayout: Scholz & Friends
Gestaltung, Realisation: andesee Werbeagentur GmbH & Co. KG
Fotos, Abbildungen:	
Alexander Obst / Marion Schmieding: S. 5, 8, 26
Günter Wicker: S. 6, 10, 12, 14, 15, 18, 21, 22, 24, 104, 106, 109, 110, 111
Archiv Flughafen Berlin Brandenburg GmbH: S. 108
www.brandenburg.de: S. 4
Stand Mai 2013

→

Flughafen
Berlin Brandenburg
Größe	

1.470 Hektar

Kapazität
Zur Eröffnung		
	

27 Millionen Passagiere pro Jahr

Ausbaustufen		
	

45 Millionen Passagiere pro Jahr

Terminal
Bruttogrundfläche 		
	
Dachfläche 	

320.000 Quadratmeter
49.000 Quadratmeter

Länge	

220 Meter

Breite 	

180 Meter

Höhe 	

32 Meter

Mainpier
Länge 	
Fluggastbrücken 	

715 Meter
16

Pier Nord
Länge	

350 Meter

Walk-Boarding-Positionen	12
Pier Süd
Länge	

350 Meter

Fluggastbrücken	9
Start- und Landebahnen
Nordbahn	

3.600 Meter

Südbahn	

4.000 Meter

Seitlicher Abstand	

1.900 Meter

Parkplätze	

10.000

Flughafen
Berlin Brandenburg
Größe	

1.470 Hektar

SXF, TXL & BER

Kapazität
Zur Eröffnung		
	

27 Millionen Passagiere pro Jahr

→

Flughafen Berlin
Brandenburg GmbH
Passagiere 2012
Berlin gesamt	

25.261.477

Berlin-Schönefeld	7.097.274
Berlin-Tegel	18.164.203

Ausbaustufen		

Flugzeugbewegungen 2012

	

Berlin gesamt	

45 Millionen Passagiere pro Jahr

242.872

Berlin-Schönefeld	71.758
Terminal

Berlin-Tegel	171.114

Bruttogrundfläche 		
	
Dachfläche 	

Vorsitzender der Geschäftsführung

320.000 Quadratmeter
49.000 Quadratmeter

Hartmut Mehdorn

Länge	

220 Meter

Geschäftsführer Technik

Breite 	

180 Meter

Horst Amann

Höhe 	

32 Meter

Geschäftsführerin Finanzen
Heike Fölster

Mainpier
Länge 	
Fluggastbrücken 	

16

Pier Nord
Länge	

350 Meter

Walk-Boarding-Positionen	12
Pier Süd
Länge	

350 Meter

Fluggastbrücken	9
Start- und Landebahnen
Nordbahn	

3.600 Meter

Südbahn	

4.000 Meter

Seitlicher Abstand	

1.900 Meter

Parkplätze	

Gesellschafter

715 Meter

10.000

Flughafen Berlin Brandenburg GmbH Geschäftsbericht 2012 SXF, TXL & BER

→

Geschäftsbericht
2012

Bundesrepublik Deutschland 	

26 %

Land Berlin	

37 %

Land Brandenburg	

37 %

Airlines 	

81

Flugziele	178
Mitarbeiter (zum 31.12.2012)
Gesamt	1.414
Berlin-Schönefeld	1.055
Berlin-Tegel	359
Auszubildende	70
Kontakt
Flughafeninfo	
Internet	

Tel. 030 | 6091-1150

www.berlin-airport.de

	www.facebook.com/berlinairport
	www.twitter.com/berlinairport
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.