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Bericht Ruhige Gebiete

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Bericht Ruhige Gebiete

Lärmminderungsplanung für Berlin Materialien zum Aktionsplan
November 2008

mit Dr.-Ing. Eckhart Heinrichs

Planungsgruppe Nord

Lärmminderungsplanung für Berlin Materialien zum Aktionsplan
Bericht Ruhige Gebiete

Planungsgruppe Nord Gesellschaft für Stadt- und Verkehrsplanung Dörnbergstraße 12 34119 Kassel Telefon: 05 61 / 8 07 58-0 Telefax: 05 61 / 8 07 58-58 Email: pgn@pgn-kassel.de Internet: www.pgn-kassel.de Büro Berlin Sophienstraße 18 10178 Berlin Tel.: 030 / 284972-29 Email: berlin@pgn-kassel.de Bearbeitung: Dipl.-Ing. Michael Volpert Dipl.-Ing. Antje Janßen Dipl. Ing. Dirk Bänfer Dipl. Ing. Jörg Mandler Sandra Kambach

CS Planungs- und Ingenieurgesellschaft Köpenicker Straße 145 10997 Berlin Telefon: 030 / 61 20 95 - 0 Telefax: 030 / 61 20 95 - 79 Email: info@cs-plan.de Internet: www.cs-plan.de

Bearbeitung: Dipl. Ing. Lars Bison Dipl. Ing. Ralf Lindner Guido Schröder Tobias Schmidt Unterauftragnehmer: Dr.-Ing. Eckhart Heinrichs, Hamburg / Berlin

Kassel / Berlin im November 2008

Gesellschafter der Planungsgruppe Nord - PGN: Dipl.-Ing. Volker Mohr ■ Dipl.-Ing. Wolfgang Nickel ■ Dipl.-Ing. Andreas Schmitz ■ Dipl.-Ing. Michael Volpert Gesellschafter der CS Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH: Dipl.-Ing. Lars Bison ■ Dipl.-Ing. Dirk Moldrickx

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Inhalt

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Einleitung

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Auswahlkriterien für Ruhige Gebiete 2.1 Subjektives Empfinden von Ruhe 2.2 Akustische Kenngrößen 2.2.1 Summen- vs. Einzelbetrachtung 2.2.2 Lärmindex 2.2.3 Schwellenwerte 2.3 Größe 2.4 Vorhandene Datengrundlagen in Berlin 2.4.1 Auswahl von Erholungsflächen 2.4.2 Akustische Kenngrößen 2.5 Fazit: Auswahlkriterien für Ruhige Gebiete in Berlin

1 2 3 4 4 5 6 7 8 9 10

3

Ruhige Gebiete in Berlin 3.1 Ruhige Gebiete / Zusammenhängende Freiflächen 3.2 Innerstädtische Grün- und Erholungsflächen

12 12 13

4

Schutz der Ruhigen Gebiete vor einer Zunahme des Lärms

14

Abbildungen

1 2

Geschützte Gebiete und Flächennutzungsplan (Ausschnitt Bezirk Mitte) Landschaftsprogramm und Umweltatlas / Grün- und Freiflächenbestand (Ausschnitt Bezirk Mitte)

9 9

Tabellen

1 2 3

Auswahlkriterien Ruhige Gebiete in Berlin (zusammenhängende Naturräume) Innerstädtische Grün- und Erholungsflächen

11 12 13

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1 Einleitung

Ruhige Gebiete in Ballungsräumen sind laut Umgebungslärmrichtlinie nach dem Grundsatz der Vorbeugung gegen eine Zunahme des Lärms zu schützen.1 Anhang V der Richtlinie nennt als eine der Mindestanforderungen an Aktionspläne „Maßnahmen zum Schutz ruhiger Gebiete“. Diese Vorgabe wurde in § 47d Lärmaktionspläne BImSchG in deutsches Recht übernommen. Für die im Rahmen der Lärmaktionsplanung Berlin erfolgte Festlegung von ruhigen Gebieten wurden folgende Arbeitsschritte durchgeführt: 1. Definition der Auswahlkriterien für ruhige Gebiete in Berlin 2. Festlegung von konkreten ruhigen Gebieten in Berlin anhand der zuvor definierten Kriterien in einem iterativen Prozess 3. Strategien zum Schutz der Ruhigen Gebiete vor einer Zunahme des Lärms. Der vorliegende Bericht dokumentiert die genannten Schritte.

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Auswahlkriterien für Ruhige Gebiete

Als ruhiges Gebiet in einem Ballungsraum gilt laut Artikel 3 der Umgebungslärmrichtlinie „ein von der zuständigen Behörde festgelegtes Gebiet, in dem beispielsweise der Lden-Index oder ein anderer geeigneter Lärmindex für sämtliche Schallquellen einen bestimmten, von dem Mitgliedstaat festgelegten Wert nicht übersteigt.“ Die EU hat mit dieser Formulierung keine konkrete und verbindliche Definition von ruhigen Gebieten vorgegeben. Auch der deutsche Gesetzgeber hat in diesem Punkt keine weitergehende Konkretisierung vorgenommen. In der Bevölkerung von innerstädtischen Wohnquartieren ist ein großes Bedürfnis nach Ruhe und Erholung vorhanden und es besteht der Wunsch, dieses Bedürfnis vor allem in den umliegenden Grünanlagen zu befriedigen.2 Dementsprechend empfiehlt die Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission für die Bewertung von Lärmbelastungen, bei der Betrachtung ruhiger Gebiete „einen besonderen Schwerpunkt auf Freizeit- und Erholungsgebiete zu setzen, die regelmäßig für die

1

Richtlinie 2002/49/EG des europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juni 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm. Die dort gesondert behandelten ruhigen Gebiete auf dem Land werden hier nicht weiter betrachtet. Umweltbundesamt (AG), Lärmkontor / BPW / konsalt (Bearb.): PULS - Praxisorientierter Umgang mit Lärm in der städtebaulichen Planung, 2004.

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breite Öffentlichkeit zugänglich sind und die Erholung von den häufig hohen Lärmpegeln in der geschäftigen Umgebung der Städte bieten können.“3 Als ruhiges Gebiet im Ballungsraum kommen daher vor allem solche Flächen in Betracht, die der Erholung dienen.4 Der Länderausschuss für Immissionsschutz nennt beispielsweise Naturflächen, Grünanlagen, Friedhöfe, Kleingartenanlagen und Plätze, die dem Aufenthalt zur Erholung und zur sozialen Kontaktpflege dienen, als mögliche ruhige Gebiete.5 Da diese innerstädtischen Erholungsflächen (v.a. Parks und Grünanlagen) aber häufig zunehmend verlärmt werden, sinken vielerorts ihre Attraktivität, ihr Erholungspotenzial und ihre Nutzungsintensität. Hierdurch kann weiterer Verkehr erzeugt werden, weil nun die ruhigeren, aber entfernteren Naherholungsgebiete angesteuert werden, und zwar ganz überwiegend mit dem Pkw.6 Ein Angebot von innerstädtischen ‚ruhigen Gebieten’ trägt somit doppelt zur Lebensqualität in der Stadt bei: durch Erholungsmöglichkeiten im Nahumfeld steigt die dortige Wohnumfeldqualität, und durch die entfallende Notwendigkeit, entferntere Erholungsgebiete anzufahren, sinkt das Aufkommen im Freizeitverkehr. Bislang gibt es keine einheitliche Vorgehensweise bei der Definition ruhiger Gebiete und bei der Maßnahmenplanung zur dauerhaften Gewährleistung der Ruhe. Die Literaturrecherche auf Bundes- und EU-Ebene zeigt, dass sich die bisherigen Aktivitäten in zwei Gruppen teilen lassen: Berücksichtigung von akustischen und weiteren Kriterien, die die subjektiven Empfindungen und Ansprüche der Nutzer beachten, Definition von ruhigen Gebiete allein über akustische Schwellenwerte. Im Folgenden werden mögliche Auswahlkriterien und die in Berlin zur Verfügung stehenden Datengrundlagen dargestellt und diskutiert.

2.1

Subjektives Empfinden von Ruhe

Die mehrheitlich vertretene Auffassung in Deutschland und Europa geht davon aus, dass eine Definition ruhiger Gebiete allein aufgrund von Immissionspegeln das menschliche Empfinden außer Acht lässt.

3

Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission für die Bewertung von Lärmbelastungen (WG-AEN): Leitfaden zu den Best Practices für die strategische Lärmkartierung und die Zusammenstellung entsprechender Daten zur Lärmexposition. Positionspapier, endgültiger Entwurf vom 13.01.2006. Es wäre zwar auch denkbar, vergleichsweise ruhige Wohngebiete als „ruhige Gebiete“ zu definieren. In besiedelten Bereichen liegt der Schwerpunkt der Lärmaktionsplanung jedoch eindeutig auf den hoch belasteten Strecken. Diese Prioritätensetzung wird weiter verfolgt. Wohngebiete werden in Berlin daher grundsätzlich nicht als „ruhige Gebiete“ im Sinne der Umgebungslärmrichtlinie ausgewiesen. Länderausschuss für Immissionsschutz (LAI): LAI-Hinweise zur Lärmaktionsplanung, 2007. Umweltbundesamt (AG), PG Martin Kirchner, ISW (Bearb.): Minderung der Beeinträchtigung durch Lärm im Naherholungsbereich, 1991.

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Die Reaktion von Menschen auf Lärm in verhältnismäßig ruhigen Gebieten hängt nicht nur vom Lärmpegel, sondern auch von der gerade ausgeführten Tätigkeit der betreffenden Personen, vom Hintergrund- und Umweltlärm im betreffenden Gebiet und möglicherweise auch von den Aktivitäten anderer ab, die im betreffenden Gebiet Freizeitaktivitäten nachgehen. 7 So zeigen die Ergebnisse von Passantenbefragungen in Grün- und Erholungsanlagen, dass ein direkter Zusammenhang zwischen der dort messbaren Schallbelastung und der Bewertung durch die jeweiligen Nutzerinnen und Nutzer nicht gegeben ist.8 Beispielsweise sind störende Geräusche in ruhigen Gebieten laut Umfragen jene, die in Siedlungs- und Gewerbebereichen auftreten und in ruhigen Gebieten nicht erwartet werden (z.B. ‚technischer’ Lärm).9 In einer großflächigen, siedlungsfernen Erholungslandschaft wird Straßenlärm im Hintergrund also als störender empfunden als in einem Stadtpark. Als nicht störend werden ‚Naturgeräusche’ empfunden, auch wenn sie durchaus ähnliche Pegel erreichen können wie die der technischen Schallquellen. Aus den genannten Gründen ist eine Auswahl ruhiger Gebiete allein über akustische Kriterien nicht empfehlenswert. In Berlin wird daher wie folgt differenziert: Ruhige Gebiete im Sinne der Umgebungslärmrichtlinie sind große, zusammenhängende Naturräume und Freiflächen wie Wald, Grünflächen, Parkanlagen, Feld, Flur und Wiesen, teilweise auch in Verbindung mit ballungsraumübergreifenden Verbindungen in benachbarte Landschaftsräume. Kleinere, innerstädtische Erholungsflächen mit fußläufiger Erreichbarkeit zu Wohngebieten.

2.2

Akustische Kenngrößen

Die akustisch-technische Beschäftigung mit dem Thema erfordert die Beantwortung von drei Fragen: Werden die Schallquellen einzeln oder in ihrer Summe betrachtet? Welcher Lärmindex wird für die Bewertung verwendet? Welche Schwellenwerte werden für die Gebietsauswahl angesetzt?

7

Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission für die Bewertung von Lärmbelastungen (WG-AEN): Leitfaden zu den Best Practices für die strategische Lärmkartierung und die Zusammenstellung entsprechender Daten zur Lärmexposition. Positionspapier, endgültiger Entwurf vom 13.01.2006. Umweltbundesamt (AG), Lärmkontor / BPW / konsalt (Bearb.): PULS - Praxisorientierter Umgang mit Lärm in der städtebaulichen Planung, 2004. Health council of the Netherlands: Quiet areas and health, The Hague, 2006.

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2.2.1 Summen- vs. Einzelbetrachtung

Als ruhiges Gebiet in einem Ballungsraum gilt laut Artikel 3 der Umgebungslärmrichtlinie ein Gebiet, in dem der Lärmindex für „sämtliche“ Schallquellen einen bestimmten Wert nicht übersteigt. Diese Formulierung könnte so verstanden werden, dass eine Gesamtlärmbetrachtung aller Lärmquellen Voraussetzung wäre. Die Verwendung des Singulars im englischen Originaldokument („from any noise source“) und die Vorgehensweise in den anderen Teilen der Richtlinie lassen jedoch darauf schließen, dass die betreffenden Werte von jeder einzelnen Lärmquelle nicht überschritten werden dürfen. Unabhängig von der vagen Formulierung des Regelwerks kommt die Gesamtbetrachtung aller Schallquellen dem menschlichen Empfinden wesentlich näher als eine Einzelbetrachtung und wird daher verschiedentlich zur Anwendung empfohlen.10 Eine solche Summenbetrachtung ist jedoch nicht Gegenstand der Lärmkartierung und kann wegen der unterschiedlichen Berechnungs- und Beurteilungsverfahren für Straßen-, Schienen-, Flug- und Gewerbelärm nicht ohne weiteres durchgeführt werden. Denkbar wäre aber eine Aufsummierung der Schwellenwertüberschreitungen. In der laufenden Aktionsplanung werden die kartierten Schallquellen einzeln betrachtet. Falls in bestimmten Fällen eine Summenbetrachtung sinnvoll ist, kann diese Vorgehensweise bei den zukünftigen Überarbeitungen der Lärmaktionsplanung angepasst werden.

2.2.2 Lärmindex

Während für Siedlungsbereiche Grenz- und Orientierungswerte für Tag und Nacht üblich und sinnvoll sind, sind in Erholungsbereichen eher die Störungen tagsüber relevant, weil Parks, Gärten und Wälder selten nachts zur Erholung aufgesucht werden. Der im Rahmen der Lärmkartierung angewandte, und den gesamten Tag berücksichtigende Lärmindex Lden wird in Ballungsräumen häufig vom gewichteten Lärmpegel bei Nacht bestimmt und kann daher für die Betrachtung ruhiger Gebiete irreführend sein. Für die Festlegung von Zielen für den Schutz oder die Förderung der Ruhe in diesen Gebieten kann daher die Verwendung des Lday angemessener sein.11 In Bereichen mit abendlicher Erholungsfunktion kann ggf. auch der Levening (18-22 Uhr) zur Anwendung kommen.

10 EC-Working Groups on Assessment of Exposure to Noise and on Health and Socio-Economic Aspects: Quiet areas in agglomerations – an interims position paper, 2004. 11 vgl. auch Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission für die Bewertung von Lärmbelastungen (WG-AEN): Leitfaden zu den Best Practices für die strategische Lärmkartierung und die

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Einige Studien und Positionspapiere empfehlen darüber hinaus feinere Differenzierungen, um auch die Dauer, Art und Häufigkeit einzelner Schallereignisse zu berücksichtigen.12 Dies ist jedoch für die aktuelle Berliner Aktionsplanung nicht praktikabel, weil die dafür erforderlichen Informationen nicht ohne weiteres zur Verfügung stehen. Für die Auswahl der ruhigen Gebiete in Berlin wird zunächst der Lden verwendet. Falls erforderlich, kann zukünftig eine Ergänzung um den Tag- (Lday 6-18 Uhr) oder Abendzeitraum (Levening 18-22 Uhr) erfolgen.

2.2.3 Schwellenwerte

Wenn davon ausgegangen wird, dass die Schallquellen einzeln anhand des Lden betrachtet werden, bleibt zu klären, welche Schwellenwerte für die Auswahl ruhiger Gebiete verwendet werden. Das Umweltbundesamt nennt als allgemeine Anhaltswerte zur „Vermeidung von Belästigungen“ Mittelungspegel unter 50 dB(A) tags und unter 40 dB(A) nachts. Ausgehend von den persönlichen Bedürfnissen in ruhigen Gebieten (geruhsame Entspannung, Betrachtung der Natur usw.), dürften nach allgemeiner Auffassung Geräusche, welche von Menschen verursacht werden, nicht die Geräusche der Natur überdecken. Diese Definitionsgrundlage würde einen Lden von 40 dB(A) erfordern.13 Die genannten Pegel eignen sich als Zielwerte für die Erhaltung ruhiger Gebiete. Als Auswahlkriterium für die erstmalige Festlegung von potenziell ruhigen Gebieten in Ballungsräumen wären sie jedoch zu streng, weil nur wenige Flächen in Großstädten diese Werte unterschreiten. Die meisten Untersuchungen empfehlen daher höhere Schwellenwerte für die Definition ruhiger Gebiete: Eine im Auftrag der EU erstellte Untersuchung empfiehlt einen Lden-Pegel von 50 dB(A) als oberen Grenzwert. Als möglichen strengeren ‚Gold-Standard’ werden 40 dB(A) genannt.14 Eine für Großbritannien entwickelte britische Studie empfiehlt einen Lday Schwellenwert von 55 dB(A), der zumindest in Teilen des betrachteten Gebiets unterschritten werden sollte (total combined noise level).15 Die schottische Exekutive nennt als Schwellenwert Lden ≤ 55 dB. Begründet wird dies pragmatisch damit, dass dies der niedrigste Wert ist, der bei den

Zusammenstellung entsprechender Daten zur Lärmexposition. Positionspapier, endgültiger Entwurf vom 13.01.2006. 12 Health Council of the Netherlands: Quiet areas and health, The Hague, 2006. 13 EC-Working Groups on Assessment of Exposure to Noise and on Health and Socio-Economic Aspects: Quiet areas in agglomerations – an interims position paper, 2004. 14 European Union / Symonds Group Ltd: Definition, Identification and Preservation of Urban & Rural Quiet Areas, 2003. 15 Department for Environment Food and Rural Affairs: Research into Quiet Areas UK, September 2006.

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Lärmkartierungen angegeben werden muss. Auch andere Teile des Königreichs haben sich dieser Sichtweise angeschlossen, z.B. Wales.16 In Stockholm wurde im regionalen Entwicklungsplan bereits vor Umsetzung der Umgebungslärmrichtlinie ein Schwellenwert von 45 dB (equivalent noise level) für ruhige Gebiete definiert.17 In Österreich wurden bereits Schwellenwerte festgelegt. Sie liegen bei Lden ≤ 50 dB(A) bzw. Lnight ≤ 40 dB(A) für die Summe aller Schallquellen.18 Konkret umgesetzt wurde dies beispielsweise im österreichischen Bundesland Wien. Dort sind ruhige Gebiete „jene Teilbereiche der nachfolgend aufgezählten Schutzgebiete, in welchen die Summe aller Schallquellen, ausgenommen jedoch Fluglärm, einen Schwellenwert von 50 dB Lden und 40 dB Lnight nicht übersteigt“ (namentlich genannt werden 10 Nationalparks, Natur- und Landschaftsschutzgebiete).19 Zum Vergleich: Die Orientierungswerte für Beurteilungspegel nach DIN 18005 (Schallschutz im Städtebau) liegen für den Außenwohnbereich in allgemeinen Wohngebieten bei 55 dB(A) tags und 40 dB(A) nachts. Bei großen zusammenhängenden Ruhigen Gebieten in Berlin ist die Verwendung eines absoluten Schwellenwertes sinnvoll. Bei den häufig hochbelasteten innerstädtischen Erholungsflächen Berlins würde dies jedoch dazu führen, dass nur sehr wenige Flächen das Kriterium absoluter Ruhe erfüllen. In diesen Fällen ist daher ein Auswahlverfahren sinnvoll, das sich an der relativen Pegeländerung zur (lauteren) Umgebung20 und an der Erwartungshaltung der Erholungssuchenden orientiert. Als Schwellenwerte werden festgelegt: Ruhige Gebiete (zusammenhängende Freiflächen): Lden ≤ 55 dB(A) Innerstädtischen Erholungsflächen: relative Immissionsreduktion ≥ 6 dB(A) in der Kernfläche gegenüber dem höchstbelasteten Bereich der Gesamtfläche.

2.3

Größe

Neben den genannten Auswahlkriterien spielt auch die für die Erholungsfunktion maßgebliche Größe des Gebietes eine Rolle. In der Literatur werden Werte

16 Scottish Executive Environment Group: Consultation on proposals for transposition and implementation of Directive 2002/49/EC of the European Parliament and of the Council of 25 June 2002 relating to the assessment and management of environmental noise, Edinburgh 2005. 17 Office of Regional Planning and Urban Transportation: Regional Development Plan 2001 for the Stockholm Region, Stockholm 2003. 18 ÖAL-Richtlinie 36, Blatt 1, Ausgabe 2007-02-01 und Österreichisches Forum Schall, Empfehlungsprotokoll vom 27.01.2007. 19 Landesgesetzblatt für Wien, 26. Verordnung (Wiener Umgebungslärmschutzverordnung), ausgegeben am 31.03.2006. 20 Arbeitsgruppe der Europäischen Kommission für die Bewertung von Lärmbelastungen (WG-AEN): Leitfaden zu den Best Practices für die strategische Lärmkartierung und die Zusammenstellung entsprechender Daten zur Lärmexposition. Positionspapier, endgültiger Entwurf vom 13.01.2006.

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zwischen ≥ 9 (dies entspricht etwa der Größe des Schäferseeparks in Reinickendorf oder des Lietzenseeparks in Charlottenburg-Wilmersdorf) und ≥ 100 ha angegeben.22 Bisher wurden nur wenige konkrete Festlegungen von ruhigen Gebieten getroffen. In Mülheim an der Ruhr wurden die ruhigen Gebiete gemeinsam mit der Landschaftsplanung abgegrenzt. Gewählt wurden großflächige, im Außenbereich gelegene Räume, die eine Lärmbelastung unter 45 dB(A) aufweisen und Refugien für die ruhige Erholung bilden. Die Gebiete werden im Landschaftsplan verankert und damit formell festgeschrieben. In der zum Ballungsraum Hamburg gehörenden Stadt Norderstedt wurden ruhige Gebiete in die Kategorien Landschaftsräume (großflächige Gebiete im Außenbereich), Bürgeroasen (innerstädtische bzw. siedlungsnahe Gebiete, z.B. Parkanlagen) und ruhige Achsen (wichtige Fahrradund Fußwegeverbindungen abseits von Hauptverkehrsstraßen) unterschieden. 23 Die Mindestgröße für Ruhige Gebiete in Berlin wurde in einem iterativen Auswahlverfahren festgelegt (die Schwellenwerte sind als Richtwert zu verstehen, der in Einzelfällen auch angepasst werden kann): Ruhige Gebiete: Schwellenwert ≥ 100 ha für große, zusammenhängende Freiflächen. Die Größe dieser Gebiete erlaubt ausgedehnte Spaziergänge ohne Durchquerung verlärmter Bereiche. Innerstädtische Erholungsflächen erfordern einen geringeren Schwellenwert, weil sie meist kleiner als 100 ha sind. In Berlin werden daher Gebiete in Wohngebietsnähe mit einer Größe ≥ 30 ha betrachtet. Diese Schwellenwerte können ggf. anhand von ‚weichen’ Faktoren wie z.B. die Bedeutung der Naherholungsfunktion modifiziert werden. ha21

2.4

Vorhandene Datengrundlagen in Berlin

Neben den wünschenswerten Auswahlkriterien muss auch berücksichtigt werden, welche Datengrundlagen in Berlin zur Verfügung stehen. Dies betrifft die Auswahl von Erholungsflächen und die Berücksichtigung akustischer Kenngrößen.

21 Department for Environment Food and Rural Affairs: Research into Quiet Areas UK, September 2006. 22 Heike Ellner: Noise Action Planning in the Federal State of Brandenburg. Vortrag in Istanbul, o.D. 23 Stadt Norderstedt, PRR / Lärmkontor / konsalt (Bearb.): Lärmminderungsplanung Norderstedt, 2006.

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2.4.1 Auswahl von Erholungsflächen

Für die Einbeziehung von Auswahlkriterien, die das subjektive Empfinden und das Erholungsbedürfnis berücksichtigen, stehen in Berlin verschiedene Kartengrundlagen zur Verfügung. Geschützte Gebiete In manchen Ländern wird eine Prüfung empfohlen, wieweit Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, Natura 2000 - Gebiete etc. [...] als ruhige Gebiete eingestuft werden können.24 Eine entsprechende Überprüfung für Berlin ergab jedoch, dass sich dieses Auswahlkriterium allein nicht eignet, weil wesentliche potenziell ruhige Gebiete nicht berücksichtigt würden. Beispielsweise ist im Bezirk Mitte nur der Volkspark Rehberge als Landschaftsschutzgebiet eingestuft, der Große Tiergarten würde bei dieser Betrachtung nicht berücksichtigt. Flächennutzungsplan Im Flächennutzungsplan wird die sich aus der beabsichtigten städtebaulichen Entwicklung ergebende Art der Bodennutzung dargestellt. Als vorbereitender Bauleitplan ist er z.B. hinsichtlich der Inhalte von Bebauungsplänen behördenverbindlich. Für die Auswahl ruhiger Gebiete wären die Kategorien Grünflächen und Wald geeignet. Allerdings enthält die Kategorie Grünflächen laut BauGB auch Sportanlagen oder Spielplätze. Zu beachten ist auch, dass die Zielvorstellungen des FNP von der tatsächlichen Flächennutzung abweichen können. Landschaftsprogramm Das Landschaftsprogramm enthält eine Bestandsaufnahme der Natur und eine flächendeckende Darstellung der Entwicklungsziele und Maßnahmen. In Ergänzung zur vorbereitenden Bauleitplanung (Flächennutzungsplanung) stellt es die qualitativen Ziele und Anforderungen an die städtebauliche Planung dar. Es erlangt durch Übernahme in den FNP Rechtsverbindlichkeit. Für die Bestimmung ruhiger Gebiete geeignet sind die Darstellungen der Karte ‚Erholung und Freiraumnutzung’ mit den Kategorien Erholungswald, Feldflur / Wiese, Grünfläche / Parkanlage, Kleingarten, Friedhof. Wie beim Flächennutzungsplan ist hier zu beachten, dass die Ziele und Darstellungen der Planung von der tatsächlichen Nutzungsrealität abweichen können. Umweltatlas Für die Berücksichtigung der heutigen tatsächlichen Nutzung ist die Verwendung von Bestandskarten zielführender als die Verwendung von Zielvorstellungen, wie sie im Flächennutzungsplan oder im Landschaftsprogramm enthalten sind. Der Umweltatlas Berlin bereitet seit rund 20 Jahren Umweltdaten und ökologische Planungsgrundlagen auf. Eine wesentliche konzeptionelle Grundlage des Umweltatlas’ ist die flächendeckende Erfassung verschiedener Merkmale im
24 ÖAL-Richtlinie 36, Blatt 1, Ausgabe 2007-02-01

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Stadtgebiet. Für die Definition ruhiger Gebiete bietet sich der dokumentierte ‚Grün- und Freiflächenbestand’ an. Er beinhaltet Wald, Grünland, Park / Grünflächen, Friedhöfe und Kleingärten. Die 2007 erschienene Ausgabe liegt in einem GIS-fähigen Format vor.
Abbildung 1: Geschützte Gebiete und Flächennutzungsplan (Ausschnitt Bezirk Mitte)

Abbildung 2: Landschaftsprogramm und Umweltatlas / Grün- und Freiflächenbestand (Ausschnitt Bezirk Mitte)

2.4.2 Akustische Kenngrößen

Alte Verkehrslärmkarte Die bisherige Verkehrslärmkarte in Berlin berechnet die Immissionspegel nach dem Verfahren lange gerade Straße gemäß RLS-90. Mit ihr können keine Ausbreitungsberechnungen in der Fläche durchgeführt werden, und sie kann nicht mit Hilfe geografischer Informationssysteme mit anderen Datengrundlagen zusammengeführt werden. Für die Auswahl ruhiger Gebiete in Berlin ist sie daher nicht geeignet. Strategische Lärmkarte Die strategische Lärmkarte beruht auf Ausbreitungsberechnungen, die potenziell ruhige Gebiete unterhalb eines bestimmten Immissionspegels ausweisen können.

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Die Darstellung ist in Berlin wahlweise mit Lden, Lday, Levening, Lnight oder nach RLS90 möglich. Die GIS-Kompatibilität ermöglicht die Verschneidung mit anderen Daten und Karten. Für die Bestimmung ruhiger Gebiete hat die strategische Lärmkarte für Berlin dennoch verschiedene Nachteile: Das Untersuchungsnetz der strategischen Lärmkarte orientiert sich am Straßennetz des StEP Verkehr und an den vorliegenden Verkehrszähldaten. Im Immissionsmodell sind somit zwar auch Straßenabschnitte mit weniger als 8.000 Kfz / 24 h enthalten, andererseits fehlen aber auch Abschnitte mit Belegungen über 8.000 Kfz / 24 h. Eine abschließende Bestimmung ruhiger Gebiete alleine aufgrund der strategischen Lärmkarte ist wegen des lückenhaften Netzes also nur bedingt möglich. Hier sind ggf. im Laufe der fünfjährlichen Fortschreibungen der Lärmaktionsplanung ergänzende Betrachtungen sinnvoll. Die Lärmbelastung wird gemäß Umgebungslärmrichtlinie und 34. BImSchV nur für Pegel Lden > 55 dB(A) angegeben. Eine weitergehende Differenzierung in den darunter liegenden Pegelbereichen würde weitere Berechnungen erfordern. Die strategische Lärmkarte betrachtet die Schallquellen regelwerkkonform separat. Eine für das subjektive Empfinden empfehlenswerte Überlagerung aller Schallquellen erfordert zusätzliche Berechnungen. Die strategische Lärmkarte ist eine geeignete Grundlage für die Bestimmung ruhiger Gebiete in Berlin. Die Ergebnisse sind jedoch im weiteren Verlauf der Planungsfortschreibungen zu überprüfen und ggf. im Einzelfall durch ergänzende Berechnungen zu modifizieren.

2.5

Fazit: Auswahlkriterien für Ruhige Gebiete in Berlin

Die Auswahl der Ruhigen Gebiete in Berlin muss den Ansprüchen der Umgebungslärmrichtlinie genügen, mit der gegebenen Datenbasis bestimmbar sein, den (subjektiven) Ansprüchen der Erholungssuchenden genügen. Vor diesem Hintergrund wurden in einem iterativen Prozess die in Tabelle 1 dargestellten Auswahlkriterien festgelegt. Dabei wurde unterschieden in Ruhige Gebiete im Sinne der Umgebungslärmrichtlinie (große, zusammenhängende Freiflächen, die Aufenthalt und beispielsweise ausgedehnte Spaziergänge ohne Durchquerung verlärmter Bereiche ermöglichen) Innerstädtische Erholungsflächen, die zwar nicht unbedingt geringe Pegel aufweisen und wegen ihrer innenstädtischen Lage auch kleiner sein können als die o.g. Gebiete, aber eine hohe Aufenthaltsfunktion in fußläufiger Entfernung

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zu Wohnstandorten haben und in ihrer Kernfläche deutlich leiser sind als an ihrer Peripherie.
Tabelle 1: Auswahlkriterien

Ruhige Gebiete (zusammenhängende Freiflächen) Merkmal Wald, Grünflächen, Parkanlagen, Feld, Flur und Wiesen als zusammenhängende Naturräume in Verbindung mit ballungsraumübergreifenden Verbindungen in benachbarte Landschaftsräume Lden ≤ 55 dB(A)

Innerstädtische Erholungsflächen

Grün- und Erholungsflächen in Wohngebietsnähe mit fußläufiger Erreichbarkeit

Absoluter Pegelschwellenwert25 Relativer Pegelschwellenwert

--

--

-6 dB(A) in der Kernfläche gegenüber dem höchstbelasteten Bereich ≥ 30 ha

Größenschwellenwert

≥ 100 ha

25 Dieser Pegel wird als Schwellenwert für die Auswahl potenziell ruhiger Gebiete vorgeschlagen. Er ist kein Zielwert für die Planung.

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3 Ruhige Gebiete in Berlin

Aufgrund der o.g. Auswahlkriterien wurden 11 Ruhige Gebiete und 26 innerstädtische Erholungsflächen definiert. Im Folgenden werden diese Gebiete mit ihrer Bezeichnung und Größe dargestellt.
Karte: Ruhige Gebiete in Berlin

3.1

Ruhige Gebiete / Zusammenhängende Freiflächen

Diese Gebiete bestehen überwiegend aus den Landschafts- und Naturschutzgebieten und liegen größtenteils in innerstädtischen Randlagen. Insgesamt erfüllen 11 zusammenhängende Naturräume die Auswahlkriterien (Tabelle 2).26
Tabelle 2: Ruhige Gebiete in Berlin (zusammenhängende Naturräume)

1

Berliner Stadtforst (Treptow-Köpenick)*, inkl. Landschaftsschutzgebiete Erpetal und Neue Wiesen sowie Naturschutzgebiet Wilhelmshagen-Woltersdorfer Dünenzug

2.676 ha

2

Landschaftsschutzgebiet Grunewald*, inkl. Naturschutzgebiete Langes Luch, Riemeisterfenn, Barssee und Pechsee, Grunewaldsee, Postfenn, Sandgrube im Jagen 86 des Grunewaldes, Teufelsfenn

3.063 ha

3 4

Landschaftsschutzgebiet Tegeler Forst* Landschaftsschutzgebiete Tegeler Fließ, Blankenfelde und Lübarser Felder sowie Kalktuffgelände und Niedermorrwiesen am Tegeler Fließ,

1.435 ha 1.335 ha

5

Landschaftsschutzgebiete Düppeler Forst*, inkl. Naturschutzgebiete Pfaueninsel, Großes Fenn und Bäkewiese

1.332 ha

6

Landschaftsschutzgebiete Spandauer Forst und Eiskeller, inkl. Naturschutzgebiete Großer und Kleiner Rohpfuhl und Teufelsbruch und Nebenmoore

1.250 ha

7

Landschaftsschutzgebiet Buch* inkl. Bogenseekette / Lietzengrabenniederung und Naturschutzgebiet Karower Teiche Landschaftsschutzgebiete Gatow, Kladow und Groß-Glienicke sowie Rieselfelder Karolinenhöhe

1.130 ha

8

1.090 ha

9

Landschaftsschutzgebiet Müggelspreewiesen

102 ha

26 Die Gebietsnummern entsprechen der Nummerierung in der Karte.

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13
10 11 Schmöckwitzer Werder Landschaftsschutzgebiet Waldgelände Frohnau 590 ha 114 ha
* Manche Ruhige Gebiete werden durch relevante Lärmquellen (Autobahn) in Teilflächen zerschnitten. Dies betrifft den nördlichen Teil des Berliner Stadtforstes (1), den Grunewald (2), den Tegeler Forst (3), den Düppeler Forst (6) und das LSG Buch (7).

3.2

Innerstädtische Grün- und Erholungsflächen

in Tabelle 3 werden die 26 innerstädtischen Gebiete dargestellt, die die Pegel- und Größenkriterien erfüllen und eine hohe Erholungsfunktion in fußläufiger Entfernung zu Wohnstandorten haben.
Tabelle 3: Innerstädtische Grün- und Erholungsflächen

12 13 14

Volkspark Wuhlheide und Umgebung Großer Tiergarten Landschaftsschutzgebiet Volkspark Jungfernheide und Dauerwäldchen Siemensstadt

240 ha 210 ha 120 ha

15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36

Landschaftsschutzgebiet Königsheide Landschaftsschutzgebiete Pichelswerder und Tiefwerder Wiesen Landschaftsschutzgebiet Kaulsdorfer Seen Tierpark Berlin* Britzer Garten* Landschaftsschutzgebiet Plänterwald Landschaftsschutzgebiet Köllnische Heide Naturschutzgebiet Falkenberger Rieselfelder Treptower Park Landschaftsschutzgebiet Volkspark Rehberge Erholungspark Marzahn* Landschafts- und Naturschutzgebiet ehem. Flugfeld Johannisthal Landschaftsschutzgebiet Hönower Weiherketten Freizeitpark Marienfelde Schlosspark Charlottenburg Volkspark Hasenheide Volkspark Friedrichshain Botanischer Garten* Landschaftsschutzgebiet Falkenberger Krugwiesen Volkspark Prenzlauer Berg Volkspark Wilmersdorf / Schöneberg Volkspark Humboldthain

107 ha 97 ha 93 ha 92 ha 90 ha 90 ha 90 ha 85 ha 84 ha 78 ha 70 ha 65 ha 55 ha 53 ha 53 ha 50 ha 49 ha 43 ha 42 ha 40 ha 35 ha 30 ha

mit Dr.-Ing. Eckhart Heinrichs

Planungsgruppe Nord

Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin: Lärmminderungsplanung für Berlin - Aktionsplan

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37 Schillerpark 30 ha
* Flächen, für deren Nutzung Eintrittsgelder zu entrichten sind

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Schutz der Ruhigen Gebiete vor einer Zunahme des Lärms

Anders als bei der Lärmsanierung an bestehenden Verkehrswegen steht beim Schutz Ruhiger Gebiete vor einer Zunahme des Lärms der Vorsorgegedanke im Fokus der Bemühungen. Allgemeine Maßnahmen Maßnahmen zum Schutz Ruhiger Gebiete erfordern in der Regel ein integriertes Vorgehen von Freiraum-, Verkehrs- und Stadtplanung. Grundsätzlich mögliche Maßnahmen zum Schutz Ruhiger Gebiete vor einer Zunahme des Lärms sind z.B.: Überprüfung von Stadt- und Verkehrsplanungen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die ruhigen Gebiete (z.B. Verlärmung, Zerschneidung) Vermeidung von Siedlungserweiterungen in Ruhige Gebiete hinein Schaffung von Pufferzonen innerhalb der Ruhigen Gebiete mit einer Nutzungsstaffelung von innen (leise Nutzungen, z.B. Ruhebereiche, Liegewiesen) nach außen (lautere Nutzungen, z.B. Sportwiesen, Gastronomie, Einrichtungen mit hoher Besucherfrequenz). Daneben sind auch Maßnahmen möglich, die Ruhige Gebiete noch ruhiger machen oder lärmerhöhende Maßnahmen in ihrem Umfeld kompensieren und damit zu einer höheren Erholungsfunktion und Lebensqualität in der Stadt beitragen: grundsätzlich alle Maßnahmen zur Lärmminderung, wie sie auch im Rahmen der Lärmsanierung an bestehenden Verkehrswegen im Aktionsplan empfohlen werden Lärmschutzmaßnahmen entlang der angrenzenden Lärmquellen, beispielsweise als begrünter Lärmschutzwall. Ruhige Gebiete / Zusammenhängende Freiflächen Grundsätzlich können für Ruhige Gebiete ähnliche Ansprüche entwickelt werden, wie sie für Naturschutz und Landschaftspflege bereits gelten. Dies betrifft die Festlegung der Gebiete und den Erhalt und Schutz einzelner Gebiete oder Verbünde. Da die Ziele des FNP Berlin und des Landschaftsprogramms sowie deren Umsetzung in der verbindlichen Bauleitplanung die Sicherung von ökologischen und klimatisch wertvollen Bereichen (zu denen die meisten großflächigen Ruhigen Gebiete in Berlin gehören) verfolgen, sollte die Betrachtung Ruhiger Gebiete im Zusammenhang mit den bestehenden Planungsinstrumenten erfolgen.

mit Dr.-Ing. Eckhart Heinrichs

Planungsgruppe Nord

Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz Berlin: Lärmminderungsplanung für Berlin - Aktionsplan

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Innerstädtische Grün- und Erholungsflächen Insbesondere bei den in Berlin definierten innerstädtischen Erholungsflächen ist das mögliche Maßnahmenspektrum aber begrenzt. Maßnahmen mit einer räumlichen Verlagerungswirkung sind in Ballungsräumen kaum möglich und in den meisten Fällen auch nicht sinnvoll, da hier immer eine Abwägung zwischen dem Schutz ruhiger Gebiete und dem Schutz der Wohnbevölkerung vor Lärm erfolgen muss.

mit Dr.-Ing. Eckhart Heinrichs

Planungsgruppe Nord
        
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