Path:
Periodical volume

Full text: Verantwortung für die Zukunft Issue 1.2006/08

1. Bericht zu

Nachhaltigkeit

und Verantwortung
Berichtszeitraum Januar 2006 bis Juni 2008

Wir wollen zum Dialog einladen und zur gemeinsamen Suche nach den richtigen Wegen – denn von nichts anderem lebt Nachhaltigkeit 

Kapitelheadline

Verantwortung
für die Zukunft

1. Bericht zu Nachhaltigkeit und Verantwortung

43.005 MWh Wärmeabgabe
Deponiegasverwertung 2007

87 MWh Stromabgabe
Fotovoltaik 2007

937

Ärztliche Untersuchungen 2007

7,5 %
7

Krankenquote 2007

259 Projekte
5.273 Beschäftigte
2007

geförderte Projekte 2007

23.641t CO2-Äquivalente

Fuhrpark (Kraftstoff )

8

Inhaltsverzeichnis

Einführung

Ökonomie

Ökologie

Beschäftigte

Gesellschaft

Anhang 

01 02
	9	 Vorwort des Vorsitzenden 		des Aufsichtsrates 	 10	  orwort des Vorstandes V 	 11	 Vorwort des Stellvertretenden 	 		 Vorsitzenden des Aufsichtsrates 	14	Unternehmensporträt 	18	nser Weg zu einem U nachhaltigen Unternehmen 	24	achhaltig wirtschaften – N Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit 	29	 Investitionen für die Zukunft: immer und immer wieder 	32	 Unternehmensziel Umweltschutz 	34	 Klimaschutz braucht starke Kooperationen 	36	 üllverbrennung – M daraus wird Energie 	37	Klimafreundliche Liegenschaften 	42	  limaschutz und saubere Luft K im Tank 	45	 Die Lasten der Vergangenheit

03
	54	erausforderung H demografischer Wandel 	56	 Personalentwicklung: Potenziale wecken, Nachwuchs sichern 	57	 Frauen fördern – planmäßig 	58	 Integration statt Ausgrenzung 	62	 partnerschaftliches Verhalten, Für gegen Rassismus 	64	 Familienbewusste Unternehmens­ führung – audit berufundfamilie® 	65	  rbeitszeit: neue Modelle A für mehr Flexibilität 	67	esundheitsförderung G bei der BSR: den ganzen Menschen im Blick

04
	75	Verantwortung für Berlin 	76	 die Zukunft: Für Ausbildung über Bedarf 	78	 Betriebliche Integration von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf 	80	nterstützung sozialer U und ökologischer Projekte 	84	 Förderung bürgerschaftlichen Engagements 	86	  auberkeit in der Stadt: S Ohne Engagement geht es nicht 	92	 Stellungnahme der Deutschen Umwelthilfe 	94	 Nachhaltigkeitsprogramm 	98	 Nachhaltigkeitskennzahlen 	107	 Ansprechpartner

8–21

22–29

30–51

52–71

72–89

90–107

Wir wollen zum Dialog einladen und zur gemeinsamen Suche nach den richtigen Wegen – denn von nichts anderem lebt Nachhaltigkeit 

Einführung

Vorworte

Vorsitzender des Aufsichtsrates

Als landeseigenes Unternehmen erfüllt die BSR im Wesentlichen öffentliche Aufgaben. Diese Dienst­ leistungen zuverlässig und in hoher Qualität zu erbringen gehört zum Selbstverständnis eines moder­ nen kommunalen Unternehmens. Als Vorsitzender des Aufsichtsrates ist es mir wichtig, dass das Unternehmen auch darüber hinaus zukunftsweisend und nachhaltig agiert. Die Berliner Stadtreinigung tut das in hohem Maße, sowohl was die Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Handelns betrifft als auch in Bezug auf die Beschäftigten, den Klima­ chutz s und die Verantwortung gegenüber der Stadt und der Gesellschaft.

Eine Reihe von Auszeichnungen, wie beispiels­ eise w das anerkannte Zertifikat „berufundfamilie“, belegt das ebenso wie der Abschluss der Kooperations­ vereinbarung zum Landesenergieprogramm. Immer ist mit den einzelnen Zielen – ob nun niedrige und stetige Gebühren, Klimaschutz oder Personal­ entwicklung in Zeiten des demografischen Wandels – eine Vielzahl einzelner Maßnahmen verbunden. Was bei der BSR in dieser Hinsicht unternommen wird und oft genug die öffentliche Wahrnehmung so nicht erreicht, zeigt dieser Bericht auf eindrucks­ volle Weise.

Harald Wolf Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen des Landes Berlin

12

Einführung

Vorworte

Vorstand

Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrates

Die BSR orientiert sich bei ihren Leistungen am Prinzip von Wirtschaftlichkeit unter Wahrung hoher sozialer und ökologischer Standards. Wir verfolgen eine Strategie der Nachhaltigkeit aus Verantwortung gegenüber der Gesellschaft, gegenüber unseren Beschäftigten und der Umwelt. Der Mehrwert, den wir als kommunales Unterneh­ men für unseren Eigentümer – das Land Berlin und damit alle Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt – erbringen, hat daher mehrere Komponenten: möglichst niedrige Gebühren für unsere Kunden, Auftragsvergabe und Arbeitgeber mit hoher Wirkung für die Region, fortschrittliche Aktivitäten im Umwelt- und Klimaschutz, Ausbildung über den eigenen Bedarf hinaus und nicht zuletzt Engage­ ment insbesondere für Kinder und Jugendliche auch außerhalb des Unternehmens.

Unser „Erster Bericht zu Nachhaltigkeit und Verant­ wortung“ dokumentiert diese Aktivitäten unter den Überschriften Ökologie, Ökonomie, Gesellschaft und Beschäftigte. Dabei war es uns wichtig, den Bericht auch von neutraler externer Stelle prüfen zu lassen. Diese Prüfung hat die Deutsche Umwelt­ hilfe vorgenommen und uns ausdrücklich dafür gelobt, dass wir uns als eines der wenigen Unter­ nehmen der Entsorgungsbranche mit dem Thema Nach­haltigkeit auseinandersetzen. Die Deutsche Umwelthilfe hat uns aber auch Hin­ weise gegeben, wie wir noch besser werden kön­ nen. Diese Anregungen werden wir aufnehmen und auch auf dieser Grundlage unsere Arbeit weiter verbessern.

In einem paritätisch mitbestimmten Unternehmen wie der BSR haben die Vertreter der Beschäftigten eine besondere Rolle, auch und gerade beim Thema Nachhaltigkeit und Verantwortung. Es geht nicht nur um das Hier und Jetzt, sondern um eine lang­ fristige Strategie. Nicht kurzfristiges Gewinnstreben, sondern zuverlässige, bezahlbare und umweltge­ rechte Dienstleistungen für die Berlinerinnen und Berliner, der Erhalt von zukunftsfähigen Arbeits­ plätzen mit auskömmlichem Einkommen und eine lebenswerte Umwelt sind die Ziele der BSR und ihrer Beschäftigten.

Die Herausforderungen der Zukunft sind bereits heute erkennbar und wir orientieren uns daran. Mit längeren Lebensarbeitszeiten und einer älter werdenden Belegschaft bekommen gesundheitliche Prävention, gute Arbeitsbedingungen und alters­ gerechte Arbeitsplätze eine noch größere Bedeutung. Dem erwarteten Fachkräftemangel tritt die BSR bereits seit langem durch die Ausbildung über den eigenen Bedarf hinaus entgegen. Mit diesem Bericht dokumentieren wir diese Ausrichtung und zeigen, dass wir auch hier keinen Vergleich scheuen müssen.

Sven-Olaf Günther Vorsitzender des Gesamtpersonalrates

Dr. Lothar Kramm Vorstand Finanzen

Vera Gäde-Butzlaff Vorsitzende des Vorstandes

Andreas Scholz-Fleischmann Vorstand Personal, Soziales und technische Dienstleistungen

14

Kapitelheadline

Wir sind zu hundert Prozent im Besitz des Landes Berlin und zählen europaweit zu den größten kommunalen Unter­ ehmen der Entsorgungsbranche n

100 %
16

15

Einführung

Unternehmensportrait

➔

➔

➔

Unternehmensporträt
Die BSR – seit über 130 Jahren in Berlin verwurzelt
Kommunaler Status zunächst bis 2015 gesichert

Unsere Leistungen 2007
Müllabfuhr
n	 19

Abfallverwertung und -beseitigung
n	 Betrieb

Reinigung und Winterdienst
n	 Reinigung

Die Berliner Stadtreinigung ist seit über 130 Jahren in der Hauptstadt verwurzelt. Wir sind zu hundert Prozent im Besitz des Landes Berlin und zählen mit 5.317 Beschäftigten und einem Umsatz von 475 Millionen Euro (2007) europaweit zu den größten kommunalen Unternehmen der Ent­ orgungsbranche. s Der kommunale Status unseres Unternehmens ist zunächst bis zum Jahr 2015 vertraglich gesichert. Seit 1994 nehmen wir unseren Auftrag als Anstalt des öffentlichen Rechts wahr. Mit dieser neuen Rechtsform gab unser Eigentümer uns die Aufgabe, die BSR weiterzuentwickeln, die Wirtschaftlichkeit zu steigern und über den öffentlichen Auftrag hinaus am Markt tätig zu werden.

Unser Kerngeschäft ist zum einen die Sammlung, Verwertung und Beseitigung von Siedlungsabfällen und zum anderen die flächendeckende Straßen­ reinigung inklusive des Winterdienstes. Damit über­ nehmen wir im Auftrag des Landes Berlin hoheit­ liche Aufgaben und sind der Garant für Entsor­ gungssicherheit und Sauberkeit in der Hauptstadt.

Millionen Entleerungen von Hausmüllbehältern und dabei Abfuhr von 883.000 Tonnen Müll Millionen Entleerungen von Biotonnen und Entsorgung von 53.000 Tonnen Bioabfall von rund 12.000 Tonnen Sperrmüll und zusätzlich Einsammlung und Zerkleinerung von 400.000 Weih­ nachtsbäumen von 2,8 Millionen Kunden auf 15 Berliner Recyclinghöfen, Erfassung von über 134.000 Tonnen Wertstoffen und Problemabfällen

der Müllverbrennungsanlage Berlin-Ruhleben von Siedlungsabfällen in zwei mechanisch-physikalischen Stabilisierungsanlagen der Müllumladestation Gradestraße von gefährlichen Abfällen am Standort Ruhleben in einer chemisch-physikalischen Anlage von gefährlichen Abfällen am Standort Berlin-Ruhleben von drei Siedlungs­abfall­ eponien in Brandenburg mit d Gasfassung und Nutzung der Energie in Blockheizkraftwerken bzw. Sanierung von 38 Altablagerungen

n	 Behandlung

von 1,3 Millionen Kilometer Straßen und Gehwegen sowie von 250.000 Gullys Millionen Entleerungen von Papier­ körben und Einsammlung von rund 90.000 Kubikmeter losem Laub aus öffentlichem Straßenland sowie Annahme und Einsammlung von mehr als 90.000 Kubikmeter Laubsäcken von rund 70.000 Tonnen Straßenkehricht und 20.000 Tonnen Hundekot von illegalen Ablage­ rungen auf einer Fläche von insgesamt 24.000 Quadratmetern Winterdienst je Einsatztag Abstreu­ ung von über 18.000 Kreuzungen mit Splitt und Befreiung der Hauptund Nebenstraßen von Schnee. Die dabei zurückgelegten 10.600 Arbeitskilo­ eter entsprechen ziemlich m genau der Luftlinie zwischen Berlin und Kathmandu

n	 3

n	 4,9

n	 Betrieb

n	 Abholung

n	 Behandlung

Neue Rechtsform fordert neue Aufgaben

n	 Sammlung

n	 Empfang

n	 Zwischenlagerung

n	 Beseitigung

n	 Abschluss

n	 Im

n	 Sicherung

17

18

Einführung

Unternehmensportrait

n	 RAL B

Reststoff-Bearbeitungs GmbH, Berlin. Die BRAL ist unter anderem auf die Sammlung und Verwertung von Kühlgeräten, Elektroschrott, Speiseresten und Bioabfällen spezialisiert. Wir halten 50 Prozent an der BRAL.

Daneben besitzen wir Anteile an der mps GmbH. Die mps ist eine gemeinsame Gesellschaft mit der ALBA 2 Energy GmbH zur Trennung und Aufberei­ tung von Restabfällen in mechanisch-physikalischen Stabilisierungsanlagen.

Als Mitglied des Bundesdeutschen Arbeitskreises für Umweltbewusstes Management, B.A.U.M. e. V., bekennen wir uns zu einer umweltbewussten Unter­ nehmensführung. In der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft e.V. engagieren wir uns für eine ökologische Weiterentwicklung des Entsorgungs­ geschäftes.

Bekenntnis zur umweltbewussten Unternehmensführung

… und für Berlin
Grundlegendes kommt auch im Verband kommuna­ ler Unternehmen e. V. (VKU) und im Verband kommunale Abfallwirtschaft und Stadtreinigung e. V. (VKS) auf den Tisch. Beide Mitgliedschaften tragen dazu bei, dass die Interessen kommunaler Unter­ ehmen im Sinne der Bürgerinnen und Bürger n berücksichtigt werden. Mit der Mitgliedschaft im Hauptverband für den Ausbau der Infrastrukturen in den Neuen Bundesländern (INFRANEU) arbeiten wir außerdem auf zukunftsfähige Abfallwirtschafts­ modelle in den neuen Ländern hin. Mit Engagement und Sachverstand unterstützen wir selbstverständlich auch Berlin. Die BSR-Vor­ standsvorsitzende Vera Gäde-Butzlaff etwa arbeitet seit 2007 im neu geschaffenen Berliner Klimaschutz­ rat mit. Das 16-köpfige Expertengremium berät den Senat bei der Erstellung des Energiekonzeptes Berlin 2020 und unterstützt ihn im Management der absehbaren Folgen der Erderwärmung.
Mitgliedschaften im VKS, VKU und INFRANEU

In die Lobby für mehr Nachhaltigkeit …
Die mps-Abfallbehandlungsanlage in Pankow. 100 %ige Tochter: Berlin Recycling.

Die Leitungsebene der BSR: Orientierung an den Leitsätzen nachhaltiger Entwicklung
Aufsichtsrat und Vorstand

Mit unserer Belegschaft arbeiten wir 24 Stunden am Tag an 365 Tagen im Jahr für eine saubere Hauptstadt. Allerdings haben wir dabei zunächst nur einen geringen Einfluss auf die zu entsorgenden Abfallmengen, die im Wesentlichen vom Konsum­ verhalten der Berliner und Berlinerinnen abhängen.

Unsere Beteiligungen
Neben unserem Kerngeschäft betätigen wir uns über Unternehmensbeteiligungen im gewerblichen Geschäft. Schwerpunkte liegen unter anderem bei der Sammlung und Verwertung von Wertstoffen sowie der Reinigung von Bauabfällen. Die gewerb­ liche Tätigkeit stützt unser Kerngeschäft. Sie soll einen positiven Ertrag erbringen und unsere Eigen­ kapitaldecke sowie die Investitionskraft stärken. Zu unserem Jahresergebnis 2007 konnten unsere Betei­ ligungen mit einem positiven Ergebnis beitragen. Im Rahmen unserer Satzung halten wir Anteile an weiteren Unternehmen im Land Berlin. Zurzeit zäh­ len dazu im Wesentlichen folgende Beteiligungen:
n	 erlin B

Die Leitungsebene der BSR besteht seit Umwand­ lung des Unternehmens in eine Anstalt öffentlichen Rechts aus dem Vorstand, der vom Aufsichtsrat eingesetzt und kontrolliert wird. Das Berliner Be­ riebe-Gesetz schreibt daneben die Gewährträger­ t versammlung und den Beirat vor. Der dreiköpfige BSR-Vorstand ist mit der Unterneh­ mensführung betraut. An der Spitze steht die Vor­ sitzende Vera Gäde-Butzlaff. Ihr zur Seite stehen der Vorstand für Personal und Soziales, Andreas ScholzFleischmann, und Finanzvorstand Dr. Lothar Kramm. Der 16-köpfige Aufsichtsrat, paritätisch mit Arbeitge­ ber- und Arbeitnehmervertretern besetzt, überwacht die Aufgabenerfüllung durch die Geschäftsführung und berät den Vorstand. Aufsichtsratsvorsitzender und Vertreter der Anteilseigner ist Harald Wolf, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen. Stellvertretender Vorsitzender ist Sven-Olaf Günther, Vorsitzender des BSR-Gesamtpersonalrats und Vertreter der Arbeitnehmerseite im Aufsichtsrat.

Hier mehr Sensibilität für die Auswirkungen des eigenen Konsums herzustellen, ist unter anderem Aufgabe unserer Abfallberatung. An diesem Ziel muss aber auch politisch gearbeitet werden. Wir engagieren uns daher über Mitgliedschaften in verschiedenen Verbänden und Beiräten für mehr Nachhaltigkeit.

Recycling GmbH, Berlin. Aufgabe des Unternehmens sind die großflächige Wertstoff­ sammlung und die Gewerbeabfallentsorgung. Die Berlin Recycling GmbH ist zu 100 Prozent in unserem Besitz. Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH, Berlin. Die gbav kümmert sich mittels einer Bodenwaschanlage um die nass- und trockenmechanische Reinigung von kontaminier­ ten Böden, Bauschutt und Straßenkehricht. An der Gesellschaft sind wir mit 51 Prozent beteiligt.

n	 bav g

365 Tage im Jahr

24 Stunden am Tag
20

19

Einführung

Unser Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen

Unser Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen
Die Nachhaltigkeitsstrategie der BSR
Klimaschutz ist Tagesgeschäft

Nachhaltigkeit ist für uns kein neues Thema. Als Unternehmen, das mit seinen Dienstleistungen unter Umweltaspekten zu einer „kritischen“ Branche zählt, gehörte der Klimaschutz für uns schon zum Tagesgeschäft, als der Erderwärmung außerhalb der Fachöffentlichkeit kaum jemand Beachtung schenkte. Auch in Zukunft stellen wir uns durch eine voraus­ blickende und vorsorgende Unternehmenspolitik frühzeitig Herausforderungen. Dabei messen wir den Grundsätzen einer nachhaltigen Entwick­ lung eine zentrale Bedeutung bei. Das stellt unsere Unternehmensstrategie sicher, die auf den drei Säulen Umweltschutz, Qualität und gesellschaftliche Verantwortung aufbaut. Diese drei Säulen sind Grundlage allen Handelns der BSR.

Zentrales Ziel unserer Strategie ist es, den kommu­ nalen Status der BSR und den öffentlichen Leistungs­ auftrag über das Jahr 2015 hinaus zu erhalten. Wollen wir das schaffen, müssen wir unsere Eigen­ tümer, die Berlinerinnen und Berliner, von unseren Vorzügen überzeugen. Das können wir und dazu haben wir uns mit unserer Strategie verpflichtet. Deren Vorgabe lautet: weiterhin dauerhaft hohe Qualitätsstandards liefern – und zwar zu Gebühren, die wie bislang zu den günstigsten aller ver­ gleichbaren kommunalen Unternehmen zählen.

Plakatserie zu unserem Leitbild.

Unsere Vision: ein kommunales Vorzeigeunternehmen
Diese strategische Vorgabe können wir erreichen, sie ist unsere „Mission Possible“. Wir können sie aber nur gemeinsam mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreichen. Deshalb haben wir zusammen mit unserer Belegschaft ein Leitbild entwickelt, das unsere Unternehmensstrategie mit Leben füllt. Dieses Leitbild steht für die Vision, bis zum Jahr 2015 ein kommunales Vorzeigeunter­ nehmen zu werden. Es steht für Entsorgungs­ sicherheit, Sauberkeit, soziale Verantwortung und Umwelt­schutz. Strategie und Leitbild sind zwei Seiten einer Medaille. Die Strategie beschreibt, was wir tun wollen. Das Leitbild zeigt, wie wir es tun wollen. Das Leitbild bietet unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Orientierung im Alltag, indem es die Spielregeln, Grundhaltungen und Werte beschreibt, mit denen wir in die Zukunft gehen wollen – namentlich Leistungsbereitschaft, Verantwortung und Fairness. Diesen Ansprüchen stellen wir uns. In unserem Kerngeschäft und bei unseren gewerblichen Töch­ tern. Denn auch bei unseren Beteiligungen zählt für uns nicht nur der positive Ertrag, sondern ebenso die Bedingungen, unter denen er erwirtschaftet wird.

Ziele setzen, Umsetzung kontrollieren
Wir haben nicht nur Ziele, wir setzen sie auch konse­ quent um und kontrollieren die Umsetzung. Letz­ eres geschieht in unserem Unternehmen unter t anderem durch das integrierte Qualitäts-, Umwelt­ schutz- und Arbeitssicherheitsmanagementsystem QUAMS. Mit diesem System steuern und prüfen wir betrieb­ liche Prozesse. Damit lassen sich beispielsweise die Folgen einer Entscheidung auf die Umwelt vor deren Umsetzung durchleuchten. QUAMS berück­ sichtigt aber ebenso soziale Aspekte, Kriterien der Kundenzufriedenheit und Anforderungen des Arbeitsschutzes – und das fortlaufend, bei allen anstehenden Entscheidungen. Mit anderen Worten: QUAMS steht für einen ganzheitlichen Ansatz, der sich deutlich an unserem Verständnis von Nachhal­ tigkeit orientiert. Mit diesem Managementsystem können wir aus unseren strategischen Zielen konkrete Vorgaben für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ableiten – unter Berücksichtigung der vorgegebenen Normen und gesetzlichen Anforderungen. Diese Systematik reduziert Doppelarbeiten, vermeidet Kompetenz­ konflikte und macht unsere Strukturen und Geschäfts­ prozesse transparenter.
Konkrete Vorgaben werden abgeleitet Integriertes QUAMS

Die Berliner Stadtreinigung sichert als kommunales Vorzeigeunternehmen dauerhaft den Leistungsauftrag

Gewährleistung von niedrigen Gebühren und Tarifstetigkeit

Ausbau des ökologischen Profils

Sicherstellung einer hohen Qualität der Leistung

Erfüllen der sozialen Verantwortung für die Mitarbeiter und das Land Berlin

21

22

Einführung

Besser werden – immer und immer wieder
Alle operativen Bereiche seit zehn Jahren mit Qualitätssiegel

Corporate Governance Kodex und werteorientierte Unternehmensführung
Gute Unternehmensführung, die sich an Werten orientiert und Wert im Unternehmen schafft, die Integrität und Gesetzeskonformität sichert, Risiken analysiert und organisatorische Vorsorge für Ge­ ährdungen trifft, ist das Gebot der Stunde. f Wir haben im Bereich der Unternehmensethik und der Wertschöpfung ambitionierte Ziele, die wir kon­ rolliert und transparent umsetzen. Dieser t Vorgabe müssen sich nicht nur alle Beschäftigten und Be­ eiligungen stellen, sondern sie muss t auch von der Leitungsebene der BSR vorgelebt und umgesetzt werden. Vorstand und Aufsichtsrat unterstellen sich daher seit dem Geschäftsjahr 2005 dem Berliner Corporate Governance Kodex. Dieser Kodex umfasst national und international anerkannte Standards der guten und verantwor­ tungsvollen Unternehmensführung und trägt zu einer transparenten und nachvollziehbaren Geschäftsführung bei. Er beschreibt unter anderem die Grundlagen der Zusammenarbeit zwischen Vorstand und Aufsichtsrat und regelt deren Befug­ nisse, Grundzüge des Vergütungssystems und den Umgang mit Interessenkonflikten. Über die Einhaltung der Empfehlungen des Kodex leisten Aufsichtsrat und Vorstand der Öffentlichkeit jährlich Rechenschaft.

Optimierung lohnt sich
Wir wissen, dass dieser Weg der ständigen Verbesse­ rungen nie endet. Wir wissen aber auch, dass es sich lohnt, weiter nachhaltigen Pfaden zu folgen. Das beweisen uns unsere Erfahrungen – und die Auszeichnungen Dritter. Unsere Anlage zur Deponiegasverwertung in Schwane­ eck wurde beispielsweise bereits 2001 b mit dem Berliner Umweltpreis prämiert. Die Jury begründete das damals unter anderem mit „hervorragenden Leistungen im Umweltschutz, die über gesetzliche Anforderungen hinausgehen“. Über gesetzliche Anforderungen hinaus geht auch der neugebaute Reinigungshof Kniprodestraße, der konsequent auf Ressourcen- und Energieeffizienz getrimmt wurde. Der Bau erreicht heute Niedrig­energiehaus-Standards, entlastet damit Umwelt und Klima und erspart der BSR jährlich rund 50.000 Euro Betriebskosten. Das habe „Vorbildcharakter für Industrie und Gewerbe“, urteilte daher schon die Initiative KlimaSchutzPartner 2002. Mehrfach ausgezeichnet wurde die Personalpolitik der Berliner Stadtreinigung, zuletzt im Dezember 2007. Die BSR verhalte sich ihrem Personal gegen­ über „beispielhaft“, befand eine Jury aus Vertretern der IHK Berlin und der Senatsverwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz. Ein Urteil, das uns den ersten Platz im Wettbewerb „Potenzial Mitarbeiter – Unternehmen machen Zukunft“ sicherte. Schon zwei Jahre zuvor wurde die BSR-Tochter Berlin Recycling GmbH als „Top-Arbeit­ geber 2005 im deutschen Mittelstand“ geehrt. Und für die Einbindung leistungsgeminderter Menschen erhielt die BSR bereits mehrere Integrationspreise.
Vorbildcharakter für Industrie und Gewerbe Der Weg ist das Ziel

Fester QUAMS-Bestandteil ist die Zertifizierung der BSR als Entsorgungsfachbetrieb (Efb). Mit ihr werden Zuverlässigkeit, Ordnungsmäßigkeit und Sicherheit von Betrieben unserer Branche durch unabhängige Gutachter geprüft. Genügt ein Unter­ nehmen den Ansprüchen der Efb-Zertifizierung – etwa hinsichtlich Organisation, Ausstattung oder Fachkunde –, erhält es das Gütesiegel „Entsorgungs­ fachbetrieb“. Bei der Berliner Stadtreinigung tragen alle operativen Bereiche seit immerhin zehn Jahren dieses Qualitätssiegel. Trotzdem müssen wir uns auch in Zukunft täglich fragen, ob wir die richtigen Prioritäten setzen und unsere Ziele richtig angehen. Um Effektivität und Effizienz unserer Arbeit zu überprüfen und wo möglich zu verbessern, haben wir daher ein Prozess­ management eingerichtet. Das nimmt unter die Lupe, wie wir Ziele angehen und umsetzen, und bringt Verbesserungsideen auf den Tisch. Die werden ihrerseits wieder permanent auf weiteren Optimierungsbedarf geprüft und gegebenenfalls weiter verbessert in unsere Arbeitsabläufe integriert. Kurz: Das Prozessmanagement soll uns also besser machen. Und das immer und immer wieder.

Prozessmanagement überprüft Effektivität und Effizienz

Ehrensache: Papierkorbwerkstatt und BSR-Scouts.

Übergabe des Integrationspreises.

Vorbildcharakter

Ausgezeichnet wurde auch unsere Tochter.

23

24

Ökonomie

Gewinnende Strategien

Die Berlinerinnen und Berliner profitieren. Umsichtiges Wirtschaften ermöglicht der BSR bei den Ge­ ühren konstant günstig b zu sein – auch im Vergleich zu Entsorgungs­ unternehmen anderer Großstädte.

01

Ökonomie

Nachhaltig wirtschaften – Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit

Nachhaltig wirtschaften – Voraussetzung für Zukunftsfähigkeit
Nachhaltig wirtschaften heißt für uns auch, unser ökologisches Profil weiter auszubauen und unsere soziale Verantwortung gegenüber unseren Be­schäftigten und dem Land Berlin wahrzunehmen. Nur die gemeinsame Berücksichtigung aller Ziele gewährleistet eine stabile, ausbalancierte Basis für unseren dauerhaften Erfolg. Nachhaltig wirtschaften heißt also, die Zukunft der BSR als Unternehmen so zu sichern, dass Mensch und Umwelt nicht mehr als zwingend notwendig belastet werden. Heute nicht und in Zukunft nicht. Das bedeutet für uns auch, unser Unternehmen durchgängig auf eine finanziell tragfähige Basis zu stellen. Alles andere wäre fahr­ lässig – unserer Belegschaft, unserem Eigner und den Berlinerinnen und Berlinern gegenüber.

Nachhaltig zu wirtschaften heißt für uns die Sicherung von niedrigen Gebühren in Verbindung mit einer hohen Qualität unserer Leistung. Als Anstalt des öffentlichen Rechts arbeiten wir nach dem Kostendeckungsprinzip. Die Erzielung von Gewinnen ist dabei ausgeschlossen. Überschüsse, die sich in einer Tarifperiode ergeben, werden in den Folgeperioden im Rahmen der Nachkalkulation berücksichtigt und fließen in die Berechnung der Gebühren ein. Insge­ samt schloss die Berliner Stadtreinigung das Geschäftsjahr 2007 mit einem Jahresüberschuss in Höhe von 21,4 Millionen Euro ab, der direkt den Berlinerinnen und Berlinern zugutekommt. Leistungsvergleich: BSR lässt andere Großstädte hinter sich
Um zu ermitteln, wo die Berliner Stadtreinigung im Vergleich zu den Wettbewerbern steht, stellen wir uns zudem einem Leistungsvergleich, der Umfang und Qualität unserer Serviceangebote und Dienst­ leistungen bewertet. Maßstab sind dabei die Ange­ bote, die die Kunden in den zehn größten Städten Deutschlands sowie in Leipzig und Dresden in Anspruch nehmen können. Dieser Vergleich zeigt uns, was wir in Zukunft noch besser machen können. Er zeigt uns aber auch, dass wir vieles bereits besser machen als vergleichbare kommunale Wettbewerber. Beispiel Biotonne: Wo andere Städte lediglich eine sieben- oder 14-tägliche Leerung vorsehen, bieten wir den Berlinerinnen und Berlinern zwei Intervalle. Beispiel Sperrmüll: Wo andere Unternehmen diesen nur von der Straße abholen, steigen wir auch in den Keller. Service schreiben wir eben groß, was sich auch in der Erreichbarkeit der BSR nieder­ schlägt. Unser Servicecenter etwa ist fünfzig Stunden je Woche besetzt und rangiert damit im Vergleich ganz vorn. Für unsere Recyclinghöfe gilt das übri­ gens auch.
Zwölf Städte dienen als Maßstab

BSR-Tarife deutschlandweit Spitze
Laut einer Erhebung des Verbandes Berlin-Branden­ burgischer Wohnungsunternehmen (BBU) vom Mai 2007 liegen die Tarife für die Müllabfuhr der BSR im Vergleich der deutschen Großstädte auf dem ersten Platz. Das heißt: In Berlin kostet die Ent­ or­ s gung eines Kubikmeters lediglich 21,74 Euro, beim Schluss­icht werden für dieselbe Leistung 63,34 Euro l fällig. Gute Noten bescheinigte der BBU auch den Gebüh­ ren der Straßenreinigung. Im Vergleich der deut­ schen Großstädte liegen wir mit 3,71 Euro je Frontmeter auf dem zweiten Platz. Günstiger als Berlin ist lediglich München mit 2,31 Euro je Meter. Allerdings ist dort der Service eingeschränkt: Die Gehwegreinigung leisten die Bürgerinnen und Bürger in Eigenregie.

Gebührenstetigkeit garantiert
Entsorgung illegaler Ablagerungen weiterhin entgeltfrei

Diese Strategie trägt Früchte: So konnten wir trotz massiver Kostensteigerungen in der Abfallwirtschaft die Gebühren in diesem Geschäft bis 2007 auf dem Niveau von 1999 halten. In der Flächenreinigung sanken die Tarife im gleichen Zeitraum sogar um rund 22 Prozent. Und etliche Dienstleistungen wie etwa die Beseitigung illegaler Ablagerungen über­ nehmen wir auch in Zukunft entgeltfrei. Allerdings müssen auch wir uns wirtschaftlichen Realitäten stellen, die sich nicht über mehr Effizienz auffangen lassen. Dazu zählen die erhöhte Mehr­ wertsteuer oder die steigenden Energie- und Entsorgungskosten. Für die Jahre 2007 / 2008 kamen wir daher an einer moderaten Gebührenanpassung nicht vorbei. Moderat heißt: im Durchschnitt um insgesamt 2,1 Prozent. Damit liegen wir deutlich unter der für diesen Zeitraum prognostizierten Teuerungsrate von mehr als sechs Prozent. Rechnet man die Inflation heraus, befinden sich unsere Tarife weiterhin im Sinkflug. Und das heißt in diesem Falle mal ganz oben zu sein, wie uns unabhängige Dritte bestätigen.

Vieles bereits besser als vergleichbare Wettbewerber

01

Unter der prognostizierten Teuerungsrate

Entsorgungskosten der Müllabfuhr in Berlin

21,74 Euro pro m3 63,34 Euro pro m3

In anderen deutschen Großstädten bis zu

28

Ökonomie

Positiver Standortfaktor in einer pulsierenden Metropole
Durch die stetige Steigerung unserer Effizienz und durch die überdurchschnittliche Qualität unserer Arbeit haben wir uns zu einem positiven Standort­ faktor entwickelt. Und das weiß unsere Stadt zu Recht zu würdigen. Schließlich profitieren von der BSR nicht nur die Bürgerinnen und Bürger, sondern auch die Berliner Wirtschaft und das Land insgesamt. Entlastend wirken wir auch auf die Geschäfte der Berliner Unternehmen. Die zahlen nicht nur weniger als andernorts für die Abfallentsorgung, sondern profitieren auch massiv von der Auftragsvergabe durch die BSR. Von unserem Gesamtauftrags­vo­­ men – im Geschäftsjahr 2007 immerhin lu­ 160 Millio­ en Euro – blieben 110 Millionen Euro n innerhalb der Stadtgrenzen. Weitere 21 Millionen Euro gingen nach Brandenburg.

Niedrige und stetige Gebühren sind ein Standortvorteil für Berlin. Dafür sind eine fundierte, möglichst langfristige Wirtschaftsplanung und ein ausgefeiltes Controlling unerlässlich.
Mit vollem Einsatz für eine außergewöhn­ liche Stadt.

Dr. Andreas Kurth, BSR, Abteilungsleiter Controlling

29

Investitionen für die Zukunft: immer und immer wieder

Investitionen für die Zukunft: immer und immer wieder
Mit unserer täglichen Arbeit wollen wir Gutes immer besser machen. Und das heißt auch, immer wieder kräftig zu investieren. Schließlich können wir viele Aufgaben nur dann kundengerecht erfüllen, wenn uns die neueste Technik zur Verfügung steht.

Veraltete Anlagen etwa fallen nicht nur schneller aus. Sie erschweren auch die notwendigen Wartungs­ rbeiten, da Ersatzteile oft nur noch mit a großen Mühen oder überhaupt nicht mehr beschafft werden können. Um unnötigen Ausfällen vorzubeugen, den gesetzlichen Vorgaben gerecht zu werden und die Effizienz weiter zu steigern, hat die BSR daher in den Jahren 2006 / 2007 rund 52 Millionen Euro in ihre Entsorgungsanlagen investiert.

Investitionen für Berlin und seine Umwelt
Nicht nur am Standort Ruhleben haben wir kräftig investiert. Dank einer gesetzlichen Neuregelung zum Umgang mit Siedlungsabfällen können wir jetzt Sperrmüll wirtschaftlicher aufbereiten, als dies durch Auftragsvergabe an Dritte möglich wäre. Wir haben daher eine neue, rund zwei Millionen Euro teure Zerkleinerungsanlage für Sperrmüll und Altholz gebaut. Die Anlage nahm pünktlich im Januar 2008 den Regelbetrieb auf und zeichnet sich unter an­­ derem durch einen hohen Verwertungsgrad aus. Das schont nicht nur den Geldbeutel der Berline­rinnen und Berliner, sondern auch Umwelt und Klima. Der Minderung von Emissionen dienten auch unsere Investitionen in die Umladestation am Standort Gradestraße. Hier ging es in erster Linie um die Minderung geruchsintensiver Emissionen. Rund 300.000 Euro haben wir uns das im ersten Quartal 2007 kosten lassen, sehr zur Freude der Anwohner. Denn das Ergebnis übertrifft die gesetzlichen Vor­ aben wiederum um Längen – was auch Vor­ g gabe für die Biogasanlagen sein wird, die wir derzeit planen. Einmal in Betrieb, werden diese Anlagen das energetische Potenzial von Bioabfällen hoch­ wertig nutzen und so einen weiteren Beitrag zum Klimaschutz und zur Versorgungssicherheit leisten.
Zerkleinerungsanlage für Sperrmüll und Altholz

Müllverbrennungsanlage Ruhleben: runderneuert, emissionsarm, brandsicher
Der Hauptanteil kam dabei der Verjüngungskur der schon 1967 in Betrieb gegangenen Müllverbren­nungsanlage Ruhleben zugute. Mit rund 13 Millio­ nen Euro haben wir zwischen 2004 und 2007 die Prozessleittechnik an allen acht Kessellinien der Anlage runderneuert und ein Betriebsmanagement­ system eingeführt. Mit weiteren 9,2 Millionen Euro optimieren wir bis Ende 2008 den Brandschutz der Müllverbrennungsanlage. Das Risiko eines Aus­ falls der Anlage, die jährlich immerhin 520.000 Tonnen Restabfall verarbeitet, reduzieren wir damit auf ein Minimum. Die Gebühren für Müllabfuhr und Straßenreinigung sind Bestandteil der Betriebskosten. Für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft ist es daher wichtig, mit der BSR für diese Dienstleistungen einen verlässlichen Partner zu haben: ein Unternehmen, das die Belange der Kunden berücksichtigt, effizient und transparent arbeitet, für niedrige Gebühren sorgt und sich für unsere Stadt und ihre Menschen engagiert. Eine weitere Reduzierung von Risiken, aber ebenso von Klimagasen, war auch Ziel der im Mai 2007 abgeschlossenen Modernisierung der Emissionsmess­ technik in Ruhleben. Die Arbeiten sichern die Auf­ rechterhaltung der Genehmigung und kosteten uns rund 2,8 Millionen Euro. Eine Investition, die sich für unsere Stadt bereits ausgezahlt hat: Die Technik ist jetzt wieder auf dem neuesten Stand und übertrifft die gesetzlichen Anforderungen deutlich. Teilweise liegen die Emissionen um den Faktor 20 unter den vorgegebenen Grenzwerten.

Minderung geruchs­ intensiver Emissionen in der Umladestation

Hiltrud Sprungala, Geschäftsführerin BFW Landesverband Berlin / Brandenburg e.V.

52 Mio. Euro
Investition in Entsorgungsanlagen
32

02

Ökologie
Mit Energie handeln
Ökologie und Ökonomie vertragen sich. Die BSR-Müllverbrennungs­ nlage Ruhleben a wandelt Restabfall profitabel in Energie für die Strom- und Wärmeversorgung um – gleich­ eitig ersetzt sie fossile Energieträger z und reduziert die Emissionen an Klimagasen.

Ökologie

Unternehmensziel Umweltschutz

Unternehmensziel Umweltschutz
Dass die Berliner Stadtreinigung ihre eigenen Ansprüche und die Erwartungen der Bürge­r­nnen und Bürger ernst nimmt, hat sie ökonomisch hinlänglich bewiesen. Gleichwohl spielt i sie ökologische und ökonomische Prinzipien nicht gegeneinander aus, sondern sucht die gesunde Balance. Dies zeigt sich bereits am Stellenwert des Umweltschutzes innerhalb des Unternehmens: Die Abteilung Umweltschutz ist direkt beim Vorstand angesiedelt und kann anderen Bereichen so auf Augenhöhe gegenübertreten. Außerdem bleiben dadurch die Kommunikations- und Entscheidungswege kurz und effektiv.

Umweltschutz heißt organisieren …
Strategische und operative Planung des Umweltschutzes

Umweltschutz über die Grenzen des Unternehmens hinaus
Ein ernsthafter Umweltschutz darf selbstverständlich nicht an den Grenzen eines Unternehmens auf­ hören. Mit der Abfall- und Umweltberatung bietet die BSR deshalb seit Jahren den Berlinerinnen und Berlinern Hilfestellung bei allen Fragen zur Abfall­ vermeidung, -verwertung und -beseitigung. Wir unterstützen daneben auch Gewerbebetriebe, öffentliche Ein­ ichtungen und die Wohnungswirt­ r schaft beim richtigen Umgang mit Abfällen und informieren sie ausführlich über eine umweltverträg­ lichere Materialbeschaffung. Außerdem sensibilisiert die BSR Kinder und Jugend­ liche für nachhaltigere Lebens- und Konsumstile. In Kindergärten und Schulen verdeutlichen wir beispielsweise, was unser Abfall mit dem Nord-SüdGefälle oder dem Klimawandel zu tun hat. So wer­ den Wirkungsketten transparent und Handlungs­ alter­ ativen deutlich. Ganz konkret kommen wir n diesem Anspruch in Schulen auch mit der Initia­ ive t 2000 plus nach. Die BSR initiierte dieses Projekt gemeinsam mit anderen im Umweltschutz tätigen Institutionen, um die Verwendung von Schulma­ e­ t ria­ien aus Recyc­ingpapier zu fördern. l l

Ein zweites Leben schaffen: weiternutzen statt wegwerfen
Da vor der Abfallentsorgung immer die Vermeidung von Abfall stehen sollte, hat die BSR seit 2004 im Internet zudem eine Tausch- und Verschenkbörse eingerichtet. Dort können Interessierte kostenlos Gegenstände, die sie nicht mehr brauchen, die aber zum Wegschmeißen zu schade sind, tauschen oder verschenken. Der Tausch- und Verschenkmarkt – zu erreichen unter www.bsr-verschenkmarkt.de – hat sich zu einer echten Erfolgsgeschichte entwickelt. Mehr als 2.000 Inserate sind ständig online, im Monat verzeichnet die Seite im Schnitt 60.000 Zugriffe. Aufs Jahr gerechnet leistet dieses Angebot damit einen erheblichen Beitrag dazu, dass kostbare Ress­ urcen nicht unnötig im Müll landen. o Nach diesem Muster geht die BSR auch im eigenen Unternehmen mit gutem Beispiel voran. PCs und Laptops, deren Reparatur wirtschaftlich keinen Sinn mehr macht, sondern wir aus und führen sie einer Wiederverwendung zu. Dafür schlossen wir einen Vertrag mit einem zertifizierten Verwerter für Elektrogeräte. Der weist für jeden PC nach, dass die Daten sicher gelöscht wurden, und bereitet die Geräte anschließend zur weiteren Verwendung auf. So landen die Computer nicht in der Verschrottung, sondern haben ein zweites Leben nach der BSR. Rund 550 PCs und Laptops aus dem BSR-Bestand gingen in den Jahren 2005 bis 2007 diesen Weg. Und da dieser Kreislauf so rund läuft, hat die BSR ihn im vergangenen Jahr auf Monitore ausgeweitet. Das spart noch mehr knappe Rohstoffe und ist eine zusätzliche Einnahmequelle. Denn für jeden Laptop, PC oder Monitor zahlt der Verwerter eine Vergütung.
www.bsrverschenkmarkt.de

Bei der Auswertung und Einordnung der tagtäglich eingehenden Umweltinformationen unterstützt die BSR zudem ein ausgefeiltes Umweltcontrolling auf dem Weg Richtung Nachhaltigkeit. Damit plant und steuert das Unternehmen den betrieb­ lichen Umweltschutz strategisch und operativ. Das Controll­ng hat sich dem Ziel verschrieben, die i von der BSR ausgehenden Umweltbelastungen so weit wie möglich zu verringern, und erfasst dazu kontinu­er­ich zentrale Umweltkennzahlen, wertet i l sie aus und schreibt auf dieser Basis die Umweltziele des Unternehmens fort.

… und führen
Umweltschutz heißt wertorientiert zu führen. Die BSR hat den Umweltschutz daher zu einer klas­s­schen Führungsaufgabe aufgewertet, zu der sich i Vorstand und Führungskräfte verpflichten. Mit dieser Auf­ ertung stellt die BSR sicher, dass der w Umweltschutz auf allen Ebenen des Betriebes in konkrete Ziele und Verhaltensregeln mündet. Zusätzlich hat sich das Unternehmen dazu verpflich­ tet, auch mit den Lieferanten Umweltstandards zu er­arbeiten.

550 PCs und Laptops wiederverwendet

02

36

Ökologie

Klimaschutz braucht starke Kooperationen

Klimaschutz braucht starke Kooperationen
Dem Klimaschutz räumen wir schon seit Ende der 1990er Jahre hohe Priorität ein. Dahinter steht die Überzeugung, dass wir die schlimmsten Folgen der Erderwärmung noch aufhalten können, wenn wir jetzt alle Möglichkeiten ausreizen und uns langfristig engagieren. Als Schrittmacher der Branche haben wir deshalb als erstes landeseigenes Unternehmen eine Kooperationsvereinbarung zu dem vom Senat beschlossenen Landesenergieprogramm unterzeichnet.
Das Land Berlin hat mit dem Programm ehrgeizige Ziele zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz vorgegeben. Messlatte sind die CO2-Emissionen, die in der Hauptstadt bis zum Jahr 2010 um 25 Prozent gegenüber dem Vergleichsjahr 1990 sinken sollen. Als kommunales Unternehmen verstehen wir uns als natürlicher Partner des Landes Berlin bei dieser Aufgabe. Mit der Kooperationsvereinbarung haben wir uns daher zur weiteren Minderung unserer Treibhausgasemissionen verpflichtet. Obendrein stellen wir unsere sämtlichen Liegen­ schaften und Immobilien auf den Klimaprüfstand. Bis 2010 wollen wir deren CO2-Emissionen um 15 Prozent im Vergleich zum Jahr 2005 senken – mit Investitionen in die energetische Modernisierung der Gebäudehüllen und der Heizungs- und Lüf­ tungsanlagen sowie dem Einsatz von regenerativen Energien. Ein nicht minder großer Schritt ist die Verpflichtung, die Treibhausgasemissionen unseres Fuhrparks bis 2010 um zehn bis 15 Prozent zu reduzieren. Hierzu optimieren wir beispielsweise unsere Logistik und Fahrzeugtechnik und prüfen den Einsatz von Biokraftstoffen anhand von Nachhaltigkeitskriterien. In Zukunft soll die Klimabilanz der BSR noch besser ausfallen: Als nächsten Schritt haben wir uns die Vergärung des anfallenden Bioabfalls vorgenom­ men. Die Anlagenstandorte für die Biogasanlagen stehen bereits fest, der Betrieb startet voraussichtlich 2010. Nach derzeitigem Stand entlastet der Einsatz des aufbereiteten Biogases als Kraftstoff die At­ osphäre um weitere 5.000 Tonnen CO2 im Jahr. m
Biogasanlagen für die Zukunft Modernisierung und Einsatz von rege­ nerativen Energien

BSR kappt CO2-Emissionen weiter
Konkret heißt das: Wir reduzieren im Zeitraum 2005 bis 2010 unsere jährlichen CO2-Emissionen um weitere 120.000 Tonnen. Dazu haben wir einen konkreten Maßnahmenplan ausgearbeitet, der auf eine intelligente Kombination großer und kleiner Schritte setzt und keinen Bereich außen vor lässt. Ein großer Schritt für uns, das Land und die Umwelt ist die im Januar 2008 in Betrieb gegangene Sperr­ müllaufbereitungsanlage am Standort Gradestraße. Sie kann jährlich bis zu 110.000 Tonnen Sperrmüll verwerten und produziert aus dem sperrigen Abfall Ersatzbrennstoffe. Dadurch sparen wir fossile Energieträger ein und entlasten die Atmosphäre von Treibhausgasen.

2005

– 120.000 t CO -Emissionen
2

2010

37

38

Ökologie

Klimafreundliche Liegenschaften

Müllverbrennung – daraus wird Energie
Der Abfall, der in der Müllverbrennungsanlage Ruhleben landet, eignet sich als hochwertiger Energieträger. Mehr als eine halbe Million Tonnen sind das jährlich, die in der aufwändig modernisierten Anlage nicht nur sauber und sicher, sondern auch wirtschaftlich verbrennen.

Heizwert des Berliner Abfalls ungefähr wie Braunkohle

Der in den Kesseln erzeugte Hochdruckheißdampf wird zum benachbarten Kraftwerk Reuter weiter­ geleitet, das den Dampf zur Strom- und Fernwärme­ erzeugung nutzt. Mehr als 720.000 Megawatt­ stunden kommen so jährlich zusammen: 188.000 Megawattstunden Strom und 534.000 Megawatt­ stunden Fernwärme. Damit können wir ein Jahr lang 63.000 Haushalte mit Strom und 31.000 Haushalte mit Wärmeenergie versorgen. Da der Heizwert des Berliner Abfalls ungefähr dem von Braunkohle entspricht, vermeiden wir durch deren Substitution jährlich Emissionen in Höhe von 207.000 Tonnen CO2.

Und da wir Gutes immer besser machen wollen, prüfen wir auch, ob sich der im Bundesvergleich bereits vorbildliche energetische Wirkungsgrad der Müllverbrennungsanlage Ruhleben weiter steigern lässt. Dabei konzentrieren wir uns auf die gesamte Prozesskette, von der Verbrennung des Abfalls bis zur Nutzung des Heißdampfes in Kraft-WärmeKopplung zur Strom- und Fernwärmeerzeugung.

Der BSR-Betriebshof ...

... in der Kniprodestraße.

Klimafreundliche Liegenschaften
Wir arbeiten tagtäglich daran, dass unsere Gebäude und Liegenschaften auf ein Verbrauchsniveau ge­angen, das exakt l auf den jeweiligen Bedarf der Nutzer zugeschnitten ist.

188.000 Strom
Megawattstunden

722.000 Megawattstunden

534.000 Fernwärme
Megawattstunden

Dabei setzen wir erstens auf Energie schonende Gebäudehüllen, etwa durch Wärmedämmung der Fassaden und Dächer, durch Modernisierung von Fenstern oder durch das Anbringen von Verschat­ tungsanlagen (außen liegender Sonnenschutz). Zweitens optimieren wir die Versorgungs- und Haus­ technik, also etwa die Warmwasseraufbereitung und die Heizungsanlagen. Diese trimmen wir auf Effi­ zienz und passen sie an das jeweilige Gebäude an. Unsere Fachleute erfassen dazu zunächst sämtliche Daten und Verbrauchswerte eines Gebäudes und definieren den Erneuerungsbedarf. Auf dieser Grundlage wurde bereits an 44 Standorten die Hei­ zung mit moderner Regelungstechnik ausgestattet, Rohrleitungen und Wärmespeicher nachgedämmt und auf Gebäudeleittechnik gestützte Betriebs­ führungssysteme umgestellt. Parallel wurden etliche Heizungssysteme durch sonnenbetriebene Anlagen

zur Erwärmung von Brauchwasser komplettiert. Im Jahr sparen diese Schritte 21 Prozent der Energie­ kosten, gleichzeitig sinken die CO2-Emissionen im Vergleich zu den Altanlagen um 30 Prozent. Deutlich mehr Spielraum für Effizienz lassen natur­ gemäß Neubauten. Als ein überzeugendes Muster für Ressourceneffizienz gilt der BSR-Reinigungshof in der Kniprodestraße. Dank Solarkollektoren und mit Wärmepumpen verbundenen Erdkollektoren be­ ötigt das Gebäude keine konventionelle Heizung. n Das schont die Umwelt und senkt die Betriebskosten drastisch. Duschen und Umkleideräume statteten wir zusätzlich mit Wärmerückgewinnungsanlagen aus, die mindestens 80 Prozent der Wärmeenergie zurückführen. Keine Frage, dass diese ökonomisch und ökologisch sinnvollen Technologien auch an weiteren Standorten im Einsatz sind.
Überzeugendes Muster für Ressourceneffizienz

63.000 Haushalte
mit Strom

Jährliche Versorgung

31.000 Haushalte
mit Wärmeenergie

39

40

Ökologie

Klimafreundliche Liegenschaften

Recycelte Solarmodule in der Treffurter Straße.

2 000 m
aktuell
Wärmecontracting: Partnerschaft für den Klimaschutz
Ein weiteres Beispiel für konkrete Verbesserungen der CO2-Bilanz ist der BSR-Betriebshof Malmöer Straße. Dort ergänzt seit November 2007 ein Block­ heizkraftwerk mit Kraft-Wärme-Kopplung die be­ tehende Heizungsanlage. Das mit Erdgas betrie­ s bene Minikraftwerk stellt bis zu 40 Prozent des Wärmebedarfs des Betriebshofes bereit, der zusätz­ lich produzierte Strom wird mit Gewinn ins Netz des örtlichen Energieversorgers eingespeist. Rund 120 Tonnen CO2 vermeidet das im Jahr. Außerdem spart das Minikraftwerk jedes Jahr Primär­ nergie e in Höhe von 550 Megawattstunden gegen­ ber her­ ü kömmlichen Anlagen ein. Das Beste dabei: Die Anlage hat uns keinen Cent gekostet, da wir die Berliner Energieagentur als Part­ ner für das Wärmecontracting gewinnen konnten. Die Agentur übernahm die Finanzierung, den Bau und den Betrieb der Anlage.

2

Solaranlagen in die Kreislaufwirtschaft eingebunden
Einsparungen von 100 t CO2-Emissionen jährlich

Bis 2009

Es lohnt sich immer, jede Tonne Treibhausgas zu vermeiden. Das kann man durch Sparsamkeit und Effizienz, aber ebenso durch den Einsatz regene­ rativer Energien erreichen. Die Berliner Stadtreini­ gung setzt daher schon seit Langem auf erneuerbare Energieträger, etwa auf die Kraft der Sonne. Rund 2.000 Quadratmeter Fotovoltaikflächen zur Strom­ erzeugung sind mittlerweile auf den Dächern von BSR-Gebäuden installiert. Weitere 500 Quadrat­ meter Kollektorflächen dienen der Warmwasser­ aufbereitung. Das rechnet sich und mindert die CO2-Emissionen der BSR um mehr als 100 Tonnen jährlich. Und da die BSR Gutes immer besser macht, sollen bis Ende 2009 zirka 9.000 Quadratmeter Fläche für die Nutzung der Sonnenkraft bereitge­ stellt werden.

Ein besonders gelungenes Beispiel für eine nach­ haltige Investition ist die Ende 2006 installierte Foto­ voltaikanlage auf dem Dach des Reinigungshofes Treffurter Straße. Hier setzten wir erstmals recycelte Solarmodule ein. Im Recyclingprozess unseres Kooperationspartners Solarworld AG werden zunächst die Kunststoff­ anteile der alten Module verbrannt und die Wafer von den übrigen Teilen getrennt. So lassen sich die Halbleitermaterialien zurückgewinnen und die restlichen Komponenten wieder in die jeweiligen Stoffkreisläufe einführen. Aus unbeschädigten Altzellen werden so neuwertige Wafer gewonnen, die allen Qualitätsanforderungen entsprechen. Damit wird der Energieaufwand bei der Herstellung der Kollektoren um 80 Prozent gesenkt.

9.000 m

2

41

42

Ökologie

Klimafreundliche Liegenschaften

Mit dem Blick nach vorn: Stromgewinnung aus Solaranlagen.

Der Blick dahinter: Filteranlagen in der Gradestraße.

Energieausweise zeigen, was in uns steckt
Freiwillige Transparenz

BSR hat auch Geruchsemissionen im Blick
Wie viele Unternehmen der Entsorgungsbranche haben auch wir es in unserer täglichen Arbeit mit geruchsintensiven Abfällen zu tun. Damit deren Geruchsemissionen nicht nach außen dringen, hausen wir kritische Bereiche hermetisch ein und setzen zusätzlich neueste Filtertechniken ein. Mögliche Geruchsbelästigungen haben wir so auch schon bei der Planung der Müllumladestation am Standort Gradestraße weitgehend minimiert. Seit der Inbetriebnahme 1978 haben sich jedoch die gesetzlichen Anforderungen verschärft. Zudem machten technische Entwicklungen die weitere Reduzierung der Gerüche möglich. Durch eine intelligente Steuerung der riesigen Venti­ latoren konnten wir unter anderem die Abluftmenge drastisch reduzieren. Zusätzlich wurden Gelmatten eingebaut, die je nach Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftströmung bestimmte Wirkstoffe in die Umgebung abgeben. Die aktiven Komponenten treten mit den Geruchsstoffen in eine Wechselwir­ kung und neutralisieren sie chemisch, ohne dass die Umgebung belastet wird. Insgesamt sank die Abluftmenge der Anlage dadurch um 67 Prozent, der Ausstoß staubförmiger Partikel nahm um 72 Prozent ab. Die zuvor emittierten Geruchsstoffe gingen sogar um 80 Prozent zurück. Gleichzeitig fielen die Kosten für den Betrieb der Anlage, da die riesigen Ventilatoren nur noch die Hälfte des bislang verbrauchten Stroms benötigen. Eine weitere nachhaltige Lösung der BSR, von der unser Unternehmen, die Umwelt und die Berline­r­nnen und Berliner profitieren. i
Gelmatten neutrali­ sieren Geruchsstoffe

Um die energetische Qualität unserer Gebäude und Liegenschaften noch transparenter zu machen, statten wir freiwillig alle betrieblich genutzten Immobilien, soweit sinnvoll, mit einem bedarfsorien­ tierten Energieausweis aus. Er bildet die Grundlage für die energetische Auswertung und Optimierung unserer Gebäude, die kombiniert mit einer Zähler­ fernauslese der Haupt- und Nebenzähler einen Leistungsvergleich der Liegenschaften und Gebäude ermöglicht. Die BSR setzt so intern einen Anreiz für energieeffizi­ ente Sanierungen und energiesparendes Verhalten. Langfristig könnte das einen Effizienzwettbewerb unter den Höfen anstoßen. Mit der an den Energie­ ausweis gekoppelten energetischen Datenanalyse haben wir das richtige Instrument in den Händen, um die Bedeutung der Energieeffizienz für den Klima- und Umweltschutz ins Bewusstsein der Belegschaft zu rücken. Damit können wir zeigen, was wir draufhaben und was in uns steckt.

Interner Effizienzwettbewerb

Neue Ventilatoren benötigen die Hälfte des Stroms

43

44

Ökologie

Klimaschutz und saubere Luft im Tank

Klimaschutz und saubere Luft im Tank

2006
BSR-Flotte 260 Neulinge
Vom Baggerfahrzeug bis zum Werkstattwagen

Getriebeübersetzung Antriebsmotoren im günstigen Drehzahlbereich laufen lassen und so deutlich weniger Abgase ausstoßen. Zusammen mit den bereits zuvor angeschafften Fahrzeugen bewegt die BSR nun über 200 dieser innovativen Müllsammler auf Berlins Straßen. Mit diesen Investitionen haben wir konsequent unsere Zusagen gegenüber dem Land Berlin umge­ setzt. Insofern erstaunt es nicht, dass wir der Ein­ führung der Berliner Umweltzone Anfang 2008 mit großer Gelassenheit entgegenblickten. Denn im Unterschied zu manch privater Fahrzeugflotte konn­ ten wir die Umweltnormen problemlos erfüllen.

Neufahrzeuge: wirtschaftlicher, ökologischer, leiser
In unserem Tagesgeschäft sind wir auf ein Höchst­ maß an reibungsloser Mobilität angewiesen. Stotternde und rußende Fahrzeuge, die möglicher­ weise noch während der Tour liegen bleiben, sind ökonomisch und ökologisch unakzeptabel und haben in unserem Fuhrpark nichts zu suchen. Bei Neufahrzeugen fordern wir daher Kraftstoffeffizienz und möglichst minimale Schadstoff- und Lärm­ emissionen. In den vergangenen beiden Jahren haben wir kräftig in unseren Fuhrpark investiert. Allein 2006 ersetzten wir in der BSR-Flotte rund 260 Fahrzeuge – vom Baggersaugfahrzeug bis zum Werkstattwagen. Das haben wir uns insgesamt 29 Millionen Euro kosten lassen, die sich durch bessere Abgas-, Feinstaubund Lärmwerte für die Umwelt direkt ren­­ ren. tie­ Ein weiterer positiver Effekt: Durch den gesunkenen Instandhaltungsaufwand konnten zusätzlich 70 Reservefahrzeuge abgeschafft und so die Kosten für den Fuhrpark gesenkt werden. 2007 haben wir zusätzlich 77 neue Econic-Müllsam­ melfahrzeuge in den Dienst gestellt. Diese orange­ farbigen Riesen sind mit sogenannten Allison-Auto­ matikgetrieben ausgerüstet, die durch eine optimale

Für uns ist das ein nicht zu unterschätzender Vorteil, da wir uns so selbst ein Bild von neuen Technologien und deren möglichen Einsatzfeldern machen können. Als eines von wenigen Unternehmen welt­ weit konnten wir beispielsweise schon Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb testen. Diese Tests verliefen außerordentlich vielversprechend, bis zur Marktreife ist es aber noch ein langer Weg. Daher behalten wir die Entwicklung im Auge, um auch weiterhin für die Zukunft gerüstet zu sein.

Fahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb bereits im Test

Training für die Umwelt
Der Einsatz umweltfreundlicherer Fahrzeuge und Technologien ist die eine Seite. Bei der weiteren Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs und der damit einhergehenden Emissionen spielen die Fahrerinnen und Fahrer der BSR eine ebenso wichtige Rolle. Was der Auspuff ausstößt, wird schließlich ganz entschieden durch das Verhalten der Fahrzeugführe­r­nnen und -führer mitbestimmt. i Im Jahr 2007 hat die Berliner Stadtreinigung daher mit dem Aufbau eines systematischen Fahrer­ trainings bei der Müllabfuhr begonnen. Die Kolle­ ginnen und Kollegen erhalten dabei eine detaillierte Einweisung in die Fahrzeugtechnik und trainieren defensives, vorausschauendes Fahren. Kraftstoffeinsparungen von fünf bis sieben Prozent erwarten wir davon, was bei einem jährlichen Dieselverbrauch der Müllabfuhr von rund vier Milli­ onen Litern eine deutliche Kosten- und Umweltent­ lastung bedeutet. Außerdem verringert sich durch defensive Fahrweisen der Instandhaltungsaufwand.
Faktor Mensch

Neue Technologien im Praxistest
2010 werden die Auflagen für die Umweltzone jedoch noch einmal verschärft. Und dann werden ganz neue Abgastechnologien für Dieselmotoren benötigt, wie beispielsweise die von uns erprobte Selective-Catalytic-Reduction-Technik (SCR). Dahinter verbirgt sich ein Verfahren, bei dem die Abgase eines Fahrzeugs mit einer wässrigen Harn­ stofflösung namens AdBlue nachbehandelt und von giftigen Stickoxiden befreit werden – gefahrlos und umweltverträglich. In ersten BSR-Fahrzeugen kommen zudem darüber hinausgehende Technologien zum Einsatz, etwa Hybridantriebe. Ob sich die im Test befindlichen Antriebe für Abfallsammelfahrzeuge durchsetzen, hängt von den Ende 2008 vorliegenden Ergebnissen ab. Frühzeitige Praxistests geben den Entwicklern wertvolle Hinweise. Wir gelten als Schrittmacher für praxisnahe Erprobungen. Und dieser Ruf ist nicht verhallt, sondern bis zu den Herstellern durchg ­ edrungen, die uns gerne in die Erprobung neuer Technologien einbinden.

77 Econics neu
Econic-Müllsammelfahrzeuge 2007

Fazit:

Verbesserung der Abgaswerte Senkung der Lärmwerte Reduzierung der Feinstaubwerte Kostenminimierung Kraftstoffeinsparung

45

46

Die Lasten der Vergangenheit

Die Lasten der Vergangenheit

Deponiegasemissionen: Nachsorge = Vorsorge
Eine wichtige Rolle im Kampf gegen die Erderwär­ mung spielt die Umstellung auf erneuerbare Ener­ gieträger, da deren CO2-Bilanz im besten Fall neutral ist. Die BSR nutzt daher – wie beschrieben – bereits an verschiedenen Stellen alternative Energiequellen. Energie gewinnen wir aber nicht nur aus der Son­ nenkraft oder dem Boden, sondern seit Jahren auch aus den stillgelegten Mülldeponien Schwane­ beck, Schöneicher Plan und Wernsdorf. Diese drei Deponien stammen noch aus DDR-Zeiten und entsprachen nicht den geltenden Umweltstandards. Wir haben sie daher konsequent stillgelegt, saniert und behalten sie in einer jahrzehntelangen Nach­ sorgephase weiter im Auge. Unter diese Nachsorge fallen insbesondere das Auf­ fangen und die Verwertung von Deponiegas. Auf dem Deponiekörper werden dazu Gasbrunnen errichtet, die über Rohrleitungen an eine Verdichter­ station zum Absaugen angeschlossen sind. Die Anlage erzeugt einen ständigen Unterdruck im Deponiekörper, sodass das Gas durch kleine Löcher in den Rohrwänden abfließen kann. Das verhindert weitere Klimaschäden und beugt Verpuffungen vor. Deponiegas besteht zu über 50 Prozent aus Methan, das die Erdatmosphäre 23-mal stärker belastet als das bekanntere CO2. Kommt Methan mit dem Sauerstoff der Luft in Verbindung, entsteht zudem ein zündfähiges Gemisch. Was auf der einen Seite Gefahren birgt, lässt sich andererseits auch sinnvoll energetisch nutzen. Dazu muss das Gas jedoch erst aufwändig abgesaugt und einer Motorenanlage zur Gasverwertung zugeführt werden. Diese Anla­ gen produzieren aus der im Gas enthaltenen Energie dann Strom und Wärme.
Gasbrunnen verhindern weitere Klimaschäden

Umwelt- und Naturschutz ist Überzeugungs- und Infor­ ma­ ionsarbeit. Wer hier erfolgreich sein will, braucht vert lässliche Partner. Darum arbeiten wir gern mit der BSR zusammen. Hier treffen wir auf Menschen, die engagiert, initiativ und beharrlich sind. Das Ergebnis ist eine Reihe gemeinsamer gelungener Projekte.

Methan 23-mal schädlicher als CO2

Holger Wonneberg, Geschäftsführer Stiftung Naturschutz

48

Ökologie

Die Lasten der Vergangenheit

Deponie Wernsdorf: in der Tiefe gesaugt Die kleinste der drei stillgelegten BSR-Deponien steht im brandenburgischen Wernsdorf. Um die dort weiter entstehenden Deponiegase sinnvoll zu nutzen, schlossen wir die Gasverwertungsanlage direkt an ein Blockheizkraftwerk an. Seit Dezember 2004 speist diese Anlage Strom in das Leitungsnetz ein. Ende 2005 verzeichneten wir auf der Deponie Wernsdorf jedoch einen Rückgang der Gasproduk­ tion, da durch oberflächennahe, gasdurchlässige Schichten Luft in den Deponiekörper eintreten konnte. Dadurch kam die Gasproduktion in den oberen Schichten zum Erliegen, zugleich ließ sich das Gas tieferer Schichten an einigen Brunnen nicht mehr absaugen. Solche Probleme sind von anderen Deponien bekannt. Die bislang angebotenen Lösungen sind aber nicht immer optimal. Deswegen haben wir im August 2006 auf der Deponie Wernsdorf ein in Brandenburg so noch nie umgesetztes Verfahren gewählt und diese Gasbrunnen zu Tiefbrunnen umgebaut. Die Gasbrunnen wurden „ertüchtigt“, wie der Fach­ mann sagt. Sie fassen nun die 2,5-fache Gasmenge, sodass die Gesamtgasmenge um 30 Prozent ge­ teigert werden konnte. Das dient dem Klima s und rechnet sich darüber hinaus auch noch: Dank der erhöhten Einspeiseerlöse für den produzierten Strom hat sich die Investition bereits im April 2007 ausgezahlt.
Umbau der Gasbrunnen zu Tiefbrunnen

Steigerung der Gesamtgasmenge um 30 %

Gasbrunnen sind ein wichtiger Bestandteil der Deponienachsorge.

Gas verwerten, Umwelt schonen, Energieversorgung sichern
Gasverwertungs­ anlagen auf allen drei Deponien

40 Mio. m
Verwertung von Deponiegas
gene Heizkraftwerk Berlin-Buch in das Fernwärme­ netz eingespeist wird. Das erspart Berlin die Ver­ brennung von mehr als vier Millionen Kubikmetern Erdgas und entlastet die Atmosphäre um weitere 60.000 Tonnen CO2. Für die nahezu vollständig energetische Verwertung des Deponiegases in Schwanebeck wurde uns bereits 2001 der Berliner Umweltpreis verliehen. Da wir die generierte Energie gegen Bezahlung in die Netze der örtlichen Energieversorger einspeisen, werden auch unsere Kundinnen und Kunden ent­astet. Das Gas bietet also eine zusätzliche Ertrags­ l quelle und trägt mit dazu bei, dass die Berliner Abfallgebühren niedrig bleiben – und die Berliner Energieversorgung sauberer wird.

3

Die Berliner Stadtreinigung betreibt auf jeder der drei geschlossen Deponien seit Ende 2004 Gas­ verwertungsanlagen. Sie erfassen und verwerten jährlich rund 40 Millionen Kubikmeter Deponiegas und vermeiden so jedes Jahr Emissionen in der Größenordnung von 500.000 Tonnen CO2-Äquiva­ lenten. Das ist wichtig, da die bakterielle Zersetzung der organischen Anteile im Hausmüll und der damit verbundene Ausstoß des gefährlichen Klimagases sich über Jahrzehnte hinziehen können. Die Umweltbilanz ist in der Praxis noch besser, da die aus dem Deponiegas gewonnene Energie Kohle und Erdgas ersetzt. So erzeugen wir auf den drei Deponien jährlich über 75 Millionen Kilowatt­ stunden Strom, für die man sonst 90.000 Tonnen Braunkohle verfeuern müsste. Zusätzlich produziert die Deponie Schwanebeck jährlich 43 Millionen Kilowatt thermische Energie, die über das nahe gele­

Vermeidung von Emissionen CO2-Äquivalenten

500.000 t

75 Millionen Kilowattstunden Strom jährlich

49

50

Ökologie

Im Vorfeld der anberaumten Boden- und Grund­ wassersanierung des riesigen Areals konnten wir einen Kontaminationsschwerpunkt identifizieren. Aufgrund des geringen Grundwasserabstands von einem Meter war eine Sanierung durch Ausbag­ gern des Bodens nicht möglich. Die Grube wäre sofort wieder eingebrochen. Wir setzten deshalb zur Sanierung das sogenannte Großlochbohrverfahren ein. Der Name sagt es bereits: Das Großlochbohr­ver­ ahren nutzt schweres Gerät. Um das am Konta­ f mi­ a­ ionsherd einsetzen zu können, mussten wir n t zunächst rund 42.000 Kubikmeter Altmüll umlagern. Der Bodenaustausch selbst ging zwischen Dezem­ ber 2004 und April 2005 über die Bühne. Wir verpflichteten dafür eine auf dieses Verfahren spezia­ lisierte Firma, die mit einem 80 Tonnen schweren Drehbohrgerät anrückte. Dieser Großbohrer (Durchmesser: 150 cm) bohrte nun 446 Löcher in den Deponiekörper, durch die wir nach und nach den kontaminierten Boden ausheben konnten. Im Anschluss daran füllten wir die Löcher mit unbe­ lasteten Böden wieder auf, untersuchten die belas­ tete Erde, behandelten sie weiter oder entsorgten sie. Schadstoffbelastung um bis zu 99 Prozent gesunken Insgesamt hoben wir in Wernsdorf rund 11.000 Tonnen Boden aus. 3.700 Tonnen konnten nach Analyse auf der Deponie verbleiben, der Rest wurde zur Bodenwaschanlage abgefahren und dort be­ andelt. Rund zwei Tonnen organische Schad­ h stoffe wurden so aus dem Kontaminationsherd entfernt, der kontaminierte Bodenkörper wurde vollständig ausgetauscht. Im Ergebnis sank die Schadstoffkonzentration im Grundwasser dadurch um 85 bis 89 Prozent. Um eine erneute Kontamination des Grundwassers zu vermeiden, schalteten wir im Anschluss an den Bodenaustausch eine zusätzliche Grundwasser­ sanierung vor Ort nach. Dabei kam die sogenannte Air-Sparging-Technologie zum Einsatz, mit der die verbliebenen Schadstoffe quasi aus dem Grund­ wasser und aus dem neuen Boden herausgeblasen und aufgefangen werden konnten. Weitere 125 Kilogramm organischer Schadstoffe entzogen wir damit bis Anfang März 2007 dem Boden unter der Deponie, wodurch die Schadstoffbelastung im Sanierungsbereich um 99 Prozent zurückging.

Nachhaltige Abfallwirtschaft bedeutet für uns mehr, als nur Abfälle in die bunten Tonnen zu werfen. Ressourcenund Klimaschutz beginnt schon mit der Kaufentscheidung für langlebige und abfallarme Produkte. „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr.“ Deshalb setzen wir mit unserer Beratung schon bei den ganz Kleinen an.

Dr. Kersten Erdelbrock, BSR, Abfallberatung

Berge versetzt: die Untergrundsanierung in Wernsdorf
Hohe organische Schadstoffbelastungen

Boden- und Gewässerschutz gehen immer Hand in Hand. Sind Böden einmal kontaminiert, bleibt das darunterliegende Grundwasser davon selten unbeeinträchtigt. Dieser Zusammenhang zeigte sich zuletzt auf der Deponie Wernsdorf. Dort wurden im Abstrom der Deponie im Zuge regelmäßiger Kontrolluntersuchungen des Grundwassers hohe organische Schadstoffbelastungen festgestellt. Insbesondere an einer Messstelle lagen sie um ein Vielfaches über den Grenzwerten. Handeln tat not. Zumal die 27 Kilometer südlich von Berlin gelegene Deponie in einem großflächi­ en g Landschaftsschutzgebiet am unmittelbaren Rand des Naturschutzgebiets „Wernsdorfer See“ liegt – nach heutigem Verständnis ein Standort, der für die Müllablagerung gänzlich ungeeignet ist. Er­ chwerend kam hinzu, dass die Deponie in den s 1950er Jahren ohne Basisabdichtung angelegt wurde.

Deponie liegt am Rand eines Naturschutzgebiets

51

Ökologie

Die Lasten der Vergangenheit

Klimakompatibler Freizeitpark Um den Park wieder eröffnen zu können und weite­ ren Verpuffungen vorzubeugen, erhielten wir vom Land Berlin den Auftrag, für die Altablagerung eine Deponiegasverbrennungsanlage zu errichten und zu betreiben. Die Entgasung auf dem Gelände des Freizeitparks musste dabei wegen der öffent­ lichen Zugänglichkeit erhöhten Sicherheitsstandards genügen. Außerdem wollten wir die Klimabilanz verbessern, weswegen wir auf einen möglichst vollständigen Erfassungsgrad des Deponiegases hin­ arbeiteten. Das ist sehr gut gelungen – und zwar durch die Installation einer flexiblen Gaserfassungsanlage. Die ist so flexibel, dass wir das Gas zielgerichtet in unterschiedlichen Tiefen absaugen und das Absaug­ volumen ständig an die entstehenden Gasmengen anpassen können. Den Abbauprozess des Deponie­ gases beschleunigt das deutlich. Bei nachlassender Gasproduktion kann die Anlage von normaler Besaugung auf Übersaugung um­ estellt werden, was zu einer Aerobisierung im g Deponiekörper führt. Statt Methan entsteht dann das weniger klimaschädliche CO2. Gleichzeitig beschleunigt sich der Abbau des Restabfalls. Das verkürzt die Laufzeit der Anlage, was wiederum die Umwelt entlastet und Kosten vermeidet. Den voraussichtlichen Klimaschutzeffekt können wir aufgrund fehlender Daten aus der Vergangenheit nur mit einer gewissen Unsicherheit prognostizie­ ren. Anhand unserer Erfahrungen schätzen wir, dass die Anlage jährlich zur Vermeidung von Emissionen in einer Größenordnung von 5.000 Tonnen CO2Äquivalenten beiträgt. Den voraussichtlichen Freizeit­ effekt für Berlin veranschlagen wir auf plus hundert Prozent. Auf rund 9.300 Quadratmetern des insgesamt 44.000 Quadratmeter großen Areals betreiben wir seit 2005 einen Recyclinghof. Da das restliche Gelände von uns nicht mehr genutzt wurde, ver­ kauften wir es an den Bezirk Lichtenberg, der dort Sportvereinen mit zwei neuen Fußballplätzen eine Heimat geben wollte. Allerdings wertete die Berliner Verwaltung das Gelände als Altlastenverdachts­ fläche. Vor der Neunutzung standen daher ausführ­ liche Untersuchungen der Böden und Gebäude an. An der Fischerstraße entdeckten wir dabei erheb­ liche Belastungen mit Schwermetallen und anderen Schadstoffen. Das Grundwasser wies leicht erhöhte Messwerte auf, der Boden musste teilweise saniert werden. Bei den auf dem Gelände abzureißenden Gebäuden machten wir zudem weitere gesundheits­ gefährdende Baustoffe aus. 2.000 Tonnen Boden gewaschen Da wir für die Baufreimachung verantwortlich waren, mussten wir sämtliche anfallenden Abfälle ein­ schließlich der Schadstoffe unschädlich entsorgen. Im stark kontaminierten Zentrum des Geländes tauschten wir beispielsweise den Boden bis zum Grundwasseranschnitt aus und behandelten im Anschluss fast 2.000 Tonnen davon in einer Boden­ waschanlage. Als besondere Herausforderung erwiesen sich zudem die auf dem Gelände stehen­ den Streugutboxen. Diese sollten eigentlich recycelt werden, waren jedoch so stark mit Salz belastet, dass sie größtenteils als gefährlicher Abfall entsorgt werden mussten. Kurz: Die Sanierung gestaltete sich sehr viel umfang­ reicher als ursprünglich gedacht. Trotzdem konnten wir die belastete Fläche in einem überschaubaren Zeitraum sanieren. Gelohnt hat sich der Aufwand allemal. Denn am Ende stand eine riesige Fläche, die wir für Berlin wiedergewinnen konnten. Davon profitieren Boden und Grundwasser – und die Sportsfreunde im Bezirk Lichtenberg, die nun ihrem Hobby auf den neuen Sportplätzen nachge­ hen können. Das Gelände Fischerstraße steht dabei nur stellvertretend für viele Projekte, mit denen die Berliner Stadtreinigung in der Vergangenheit gezeigt hat, dass sich ökologische und gesellschaft­ liche Anforderungen unter ein Dach bringen lassen.
Salzbelastung als besondere Herausforderung Eine neue Heimat für Sportvereine

Altablagerungen in Berlin
Entwicklung maß­geschneiderter Lösungen

Nach einer maßgeschneiderten Lösung fahnden wir auch für andere Deponien – selbst wenn sie im Rechtssinne gar keine Deponien sind, sondern Altablagerungen. Laut Gesetzgeber sind das die Abfall­ blagerungen, deren Betrieb vor Juni 1993 a eingestellt wurde. Dieser Unterschied ist wichtig, da für Deponien und Altablagerungen verschiedene Behörden zuständig sind und unterschiedliche Anforderungen gelten. Für Altablagerungen gilt nicht das Abfallrecht, sondern das Bodenschutzgesetz. Und das fordert grundsätzlich die Entwicklung maßgeschneiderter Lösungen für die jeweiligen Herausforderungen.

Verantwortung geht auf BSR über

In Berlin sind 38 Altablagerungen bekannt. Nach einer Gesetzesänderung im Jahr 2004 ging die Verantwortung für diese Orte in den Aufgaben­ bereich der BSR über. Eher unkritisch sind dabei kleine und sehr alte Ablagerungen, die heute etwa als Parkplätze genutzt werden. Andere Nut­ zungsformen wie Freizeitparks oder Kleingärten auf heute noch gasaktiven Altablagerungen können sich dagegen schnell zum Risiko auswachsen. Deutlich wurde das auf dem Gelände des Freizeit­ parks Marienfelde. Auf dem Areal wurde im Nach­ kriegsberlin jahrzehntelang eine Deponie betrieben. Nach deren Stilllegung und aufwändiger Rekulti­ vierung wurde das Areal dann als Freizeitpark öffentlich genutzt – bis es nach einer Gasverpuffung wieder gesperrt werden musste.

Aufwand hat sich gelohnt

Altlastenbeseitigung Fischerstraße
Böden leiden nicht nur unter Schadstoffbelastung­ n. e Ein ebenso starker Eingriff ist die Versiegelung. Wie sich eine große innerstädtische Altlastenfläche durch Entsiegelung wieder einer sinnvollen Nutzung zuführen lässt, haben wir auf unserem ehemaligen Betriebshof in der Fischerstraße demonstriert. Der Standort steht dabei stellvertretend für eine ganze Reihe von betrieblich nicht mehr genutzten Grundstücken, die wir in den vergangenen Jahren räumten und entsiegelten.

34.700 m
Sportgelände

2

9.300 m
Recyclinghof

2

54

Beschäftigte

Gemeinsame Stärken
Nur mit allen gemeinsam lässt sich etwas erreichen. Ihre Verantwortung gegenüber der Belegschaft nimmt die BSR ernst – und erhielt für richtungweisende Projekte und ihr soziales Engagement bereits ver­ schiedene Auszeichnungen.

03

Beschäftigte

Herausforderung demografischer Wandel

Herausforderung demografischer Wandel
Auf unserem Weg zu einem nachhaltigen Unternehmen kommen wir nur mit einer engagier­ ten und motivierten Belegschaft voran. Daher fördern wir unsere Beschäftigten mit Fortund Weiterbildungen und bieten ihnen umfassende Leistungen im Arbeits- und Gesundheits­ schutz. Darüber hinaus unterstützen wir die berufliche Entwicklung von Frauen und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir lassen unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aber auch dann nicht im Stich, wenn sie durch ernste Erkrankungen langfristig ausfallen oder sich das Alter bemerkbar macht.

Länger arbeiten in gesunden Organisationen
Eine große Herausforderung nicht nur für unser Unternehmen ist der demografische Wandel. Wollen wir unserer sozialen Verantwortung gegenüber der Stadt, unserer Belegschaft und den Berliner Bür­ gerinnen und Bürgern nachkommen, müssen wir uns dieser Entwicklung stellen. Spürbar ist sie für uns schon heute. Die Altersstruktur der BSR hat sich in den vergan­ e­ g nen Jahren erheblich geändert. Einerseits verließen viele Beschäftigte durch Rente, Vorruhestand oder Altersteilzeit das Unternehmen. Andererseits konnten wir aufgrund der Effizienzsteigerung unserer Dienstleistungen nur wenige junge Leute einstellen. Wir sind so gemeinsam gealtert. Das Durchschnittsalter unserer Belegschaft liegt heute bei etwa 46 Jahren. Dieses Durchschnittsalter ist nicht grundsätzlich problematisch. Heikler ist auf Dauer die Ver­ eilung t der Altersklassen: In unserem Betrieb stehen heute wenigen Beschäftigten unter 30 Jahren die stärksten Jahrgänge zwischen 40 und 55 gegenüber. In den nächsten zehn Jahren könnte das unsere Leistungs­ fähigkeit auf eine ernste Probe stellen. Darauf muss ein verantwortlich handelndes Unter­ nehmen reagieren. Auch mit dem Beschreiten neuer Wege. Denn viele bewährte Möglichkeiten zur Ver­ jüngung unserer Belegschaft – etwa die Altersteilzeit oder der Vorruhestand – sind weggefallen. Das ist politisch gewollt, ändert aber nichts an der hohen körperlichen Belastung in unserer Branche. Viele Kolleginnen und Kollegen werden auch in Zukunft schlicht nicht bis zur Rente mit 67 arbeiten können. Eine goldene Lösung für diese Herausforderun­ ­ n ge gibt es nicht. Mehr Erfolg verspricht das Drehen an möglichst vielen Stellschrauben. Besondere Bedeutung haben alle Maßnahmen, die die Beschäf­ tigungsfähigkeit älterer BSRler langfristig steigern. Zuallererst ist hier die altersgerechte Ausgestaltung der anfallenden Arbeiten zu nennen. Diesem Schwerpunkt widmen wir uns gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales in dem von uns initiierten Verbundprojekt „Länger arbeiten in gesunden Organisationen“ (LagO). Mit LagO entwickeln wir neue Konzepte und Pro­ gramme, die allesamt darauf zielen, die Gesundheit und die Beschäftigungsfähigkeit älterer Mitar­bei­ erinnen und Mitarbeiter zu fördern – etwa durch t maßgeschneiderte Gesundheitsangebote, durch altersgerechte Arbeitsplätze oder die Arbeit in alters­ gemischten Teams. Den demografischen Wandel hält das nicht auf, er wird dadurch aber gestaltbar.
Altersgerechte Ausgestaltung der Arbeiten

03

Demografischen Wandel gestalten

Durch schnittsalter 46 Jahre
58

57

Beschäftigte

Frauen fördern – planmäßig

Anteil weiblicher Führungskräfte Vorstand GE-Leitung Abt.-Leitung
0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 % Weiblich Männlich Stand Ende 2007 GE = Geschäftseinheit Abt. = Abteilung

Personalentwicklung: Potenziale wecken, Nachwuchs sichern
Verantwortung gegenüber der eigenen Belegschaft wahrnehmen heißt, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Möglichkeiten zur Erhaltung und Verbesserung ihrer Beschäftigungsfähigkeit sowie ihrer persönlichen Entwicklung zu geben. Hierfür bietet die BSR ein umfangreiches Fort- und Weiterbildungsprogramm an.

Frauen fördern – planmäßig
Die BSR hat schon viel erreicht, um das Wohlbefinden der Beschäftigten zu fördern, dennoch können auch wir noch an einigen Stellen zulegen. Etwa in Sachen Gleichbehandlung von Männern und Frauen im Job. Um Frauen bessere berufliche Entwicklungschancen zu geben, haben wir daher einen Frauenförderplan aufgelegt.

3.600 Teilnehmer an Seminaren

2007 konnte die Belegschaft aus einer Vielzahl von internen und externen Seminaren wählen, rund 3.600 Beschäftigte frischten so ihr Wissen auf oder lernten Neues dazu. Dadurch stärken wir das Wissen und Selbstbewusst­ sein unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und gleichzeitig einen der größten Wettbewerbsvorteile, über den wir verfügen: unser Know-how.

Berliner Betrieben gesucht, die sich beispielhaft um die Entwicklung, Gesundheit und Motivation ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kümmern. In der Klasse der großen Unternehmen belegte die BSR den ersten Platz. Die Top-Platzierung ist der Tatsache zu verdanken, dass wir bei der Personalentwicklung auf vielfältige Instrumente zurückgreifen, die allesamt unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Vorteil gereichen. Eine wichtige Aufgabe der Personalentwicklung ist die Nachwuchsförderung von Fach- und Führungs­ kräften. In diesem Zusammenhang bietet die Berliner Stadtreinigung unter anderem mehrmona­ tige Prak­ ikanten- und Traineeprogramme an und t führt Nachfolgeplanungen und Mitarbeiterpo­ tenzial­­ analysen durch. So sichern und identifizieren wir unseren zukünftigen Nachwuchsbedarf intern und erreichen eine höhere Unabhängigkeit vom Arbeitsmarkt.

Er enthält spezielle Maßnahmen wie frauenspezi­ fische Seminare und ein Mentoring-Programm. Mit dem Mentoring-Programm richten wir uns unter anderem an Frauen, die am Anfang ihrer beruflichen Entwicklung stehen und in unserem Unternehmen eine Führungsposition anstreben. Diesen Mit­ arbeiterinnen wird auf Wunsch eine erfahrene Füh­ rungskraft zur Seite gestellt, die Orientierung in allen beruflichen Fragen gibt.

Arbeitsbedingungen anbieten. Selbstverständlich nicht nur für Frauen, aber für sie in einem höheren Maße als zuvor. Davon profitieren dann auch wieder die Männer: ganz allgemein durch einen personell gut aufgestell­ ten Arbeitgeber und weil „gemischte“ Teams oft erfolgreicher sind. Und ganz speziell durch Regelungen, die es beiden Elternteilen erleichtern, in Elternzeit zu gehen. Bei einer Dauer von bis zu einem Jahr garantieren wir den Anspruch auf Rückkehr an denselben Arbeitsplatz. Und auch wäh­ rend der Elternzeit können die Kolleginnen und Kollegen auf Qualifizierungen, die dem Wiederein­ stieg dienen, zugreifen. Unterstützung bieten wir ebenso bei der Kinder­ betreuung: Dank einer Kooperation mit einem Nachbarschafts- und Selbsthilfezentrum können wir beispielsweise Eltern von plötzlich erkrankten Kin­ dern eine Betreuungsmöglichkeit anbieten. Darüber hinaus wurde in der Hauptverwaltung ein ElternKind-Arbeitszimmer eingerichtet, um eine Arbeits­ möglichkeit im Betreuungsnotfall bieten zu können. Das schafft wichtige Voraussetzungen für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf und beugt weiteren Benachteiligungen vor.
„Gemischte“ Teams oft erfolgreicher

Permanente Weiterentwicklung von Potenzialen

Dieses Kapital zu sichern und gleichzeitig auszu­ weiten, ist eine der Kernaufgaben der Geschäfts­ in­ e heit Personal. Die Personalprofis widmen sich nicht nur Neueinstellungen oder Umstrukturierung-­ en, sondern ebenso der permanenten Weiterent­ wicklung der in unserer Belegschaft schlummern­ en d Potenziale. Das gelingt so gut, dass wir dafür Ende 2007 als Vorzeigebetrieb ausgezeichnet wurden. Die Indus­ trie- und Handelskammer (IHK) und die Senats­ver­ altung für Gesundheit, Umwelt und Verbrau­ w cherschutz hatten zuvor in einem Wettbewerb nach

Der Frauenförderplan: unternehmerische Zukunftsplanung
Eine Frauenquote von 38 Prozent auf der Führungs­ ebene ist bei einem Anteil an Mitarbeiterinnen im Unternehmen von 14 Prozent eine vorzeigbare Größe, die wir aber unter dem Stichwort Gleich­ behandlung noch weiter steigern wollen. Auch angesichts der demografischen Entwicklung wäre es eine Vernachlässigung unserer unternehme­ rischen Chancen, würden wir nicht alle im Unter­ nehmen vorhandenen Potenziale nutzen. Der Frauenförderplan ist damit ein wichtiges Element unternehmerischer Zukunftsplanung: Denn im sich verschärfenden Wettbewerb um die besten Talente können wir nur bestehen, wenn wir attraktive

Eltern-Kind-Arbeitszimmer in der Hauptverwaltung

59

60

Beschäftigte

Integration statt Ausgrenzung

Integration statt Ausgrenzung
Das Bekenntnis „Integration statt Ausgrenzung“ klingt arg theoretisch, wird aber bei der Berliner Stadtreinigung in der Praxis wörtlich genommen. Sichtbar wird das tagtäglich beim Umgang der BSRler mit leistungsge­ minderten oder behinderten Kolleginnen und Kollegen. Deren Umgang untereinander ist nicht von Vorurteilen oder Dis­ riminierungen geprägt, k sondern von Normalität und Respekt.

Ob als BSR-Scout ...

... oder in der Papierkorbwerkstatt: Integration mit sinnvollen Tätigkeiten.

Das liegt auch daran, dass wir leistungsgeminderte oder behinderte Menschen vom ersten Tag an in wirtschaftlich sinnvolle Tätigkeiten einbinden. Wir holen so ein Stück gesellschaftlicher Realität in unser Unternehmen und ent­ iehen Diskriminie­ z rungen durch Nähe und Solidarität den Nährboden.

Schwerbehindertenquote: zwölf Prozent
In Sachen Integration leistungsgeminderter oder behinderter Menschen ins Berufsleben nimmt die Berliner Stadtreinigung eine Vorreiterrolle ein. Dabei geht es nicht um die Erfüllung gesetzlicher Quoten, sondern um zwei Prinzipien: Solidarität und Gerechtigkeit. Für diese Prinzipientreue und das damit verbundene Engagement wurde die BSR bereits mehrfach ausgezeichnet, zuletzt 2005 durch den Berliner Senat. Der Senat würdigte damit auch die Tatsache, dass die BSR die gesetzlich geforderte Schwerbehindertenquote von mindestens fünf Prozent mit zwölf Prozent mehr als verdoppelt hat. In dieser Quote sind noch nicht die Beschäftigten erfasst, die einen Grad der Behinderung von unter 50 Prozent haben oder deren Anträge auf Aner­ kennung einer Behinderung noch laufen. Zählt man diese Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hinzu, stellen Menschen mit einer Behinderung oder gesundheitlichen Einschränkung knapp 20 Prozent der Gesamtbelegschaft.

Dieser relativ hohe Anteil von Beschäftigten mit gesundheitlichen Einschränkungen lässt sich leicht erklären: Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten sehr hart. Gerade in den Bereichen Straßen­ reinigung und Müllabfuhr sowie bei den Beschäf­ tigten in Wechselschicht macht sich die starke physische Belastung im Laufe der Jahre bemerkbar – vor allem an der Wirbelsäule und in den Gelenken.

Belastungen machen sich bemerkbar

Verschleiß gibt es – Lösungen auch
Treten solche Verschleißerscheinungen auf, suchen wir gemeinsam mit der betroffenen Kollegin oder dem betroffenen Kollegen nach einer tragfähigen Lösung. Manchmal reicht da schon ein ergono­ mischer Fahrersitz für Kraftfahrer mit Wirbelsäulen­ schäden. Manchmal muss ein ganzes Büro umge­ rüstet werden. Die Maßnahmen, die wir ergreifen, richten sich voll und ganz nach den Bedürfnissen der betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Unterstützung bietet dabei das Büro der BSR-Gesamtschwer­­be­ in­ ertenvertretung, das für schwerbehinderte h d Menschen, die den Anforderungen ihres Ar­ eits­ b vertrages nicht mehr voll nachkommen können, Lohn­ ostenzuschüsse oder Fördermittel für die k Arbeitsplatzgestaltung beantragen kann.
Unterstützung durch die Gesamtschwer­ behindertenvertretung

61

62

Beschäftigte

Integration statt Ausgrenzung

Ausgezeichnete Integration: die BSR-Papierkorbreparaturwerkstatt
20 neue Arbeitsplätze geschaffen

Auf Sauberkeitspatrouille: die BSR-Scouts
Auch bei unserem neuesten Integrationsprojekt – den BSR-Scouts – konnten wir auf die Unterstützung des Berliner Integrationsamts zählen. In diesem Projekt arbeiten heute 26 schwerbehinderte Men­ schen, die aufgrund ihrer körperlichen Einschrän­ kungen ihren alten Job nicht mehr ausüben konnten. Die Scouts sind eine schnelle und mobile Eingreif­ truppe, die zu außerplanmäßigen Reinigungs­ einsätzen in stark frequentierten Citybereichen aus­ rückt – sozusagen für die Sauberkeit zwischendurch. Stark besuchte Plätze und Straßen bleiben so auch zwischen den turnusmäßigen Reinigungen ein Aushängeschild für Berlin. Außerdem sind die Kollegen Ansprechpartner für Geschäftsleute und die Berlinerinnen und Berliner, die Müllprobleme drücken. Die Scouts sorgen dann schnell für eine saubere Lösung – und zwar von morgens um sechs bis abends um neun Uhr an sieben Tagen in der Woche. Die BSR konnte hier erneut beweisen, dass sich Umweltschutz, soziales Engagement und unter­ nehmerisches Denken verbinden lassen. Die Projekt­ kosten beliefen sich auf gerade mal 90.000 Euro, von denen das Unternehmen dank Förderung des Integrationsamtes lediglich 10.000 Euro tragen musste. Und da sich die Scouts auch bei den Berline­ r­nnen und Berlinern großer Beliebtheit erfreuen, i stockte die BSR das ursprünglich 15-köpfige Team schon ein Jahr nach dem Startschuss um weitere elf Kollegen auf.

Arbeitsplätze können wir nicht nur gestalten, wir können sie auch schaffen. Seit 2004 beschäftigen wir beispielsweise 20 schwerbehinderte Menschen in einem neuen Projekt zur Wartung und Reparatur der Berliner Straßenpapierkörbe. Diese bisher von externen Firmen verrichteten Arbeiten konnten für die BSR zurückgewonnen werden. Heute sind hier ausschließlich schwerbehinderte Beschäftigte im Einsatz, die den Aufgaben in der Straßenreinigung nicht mehr nachkommen konnten. Sie warten nun regelmäßig die rund 21.000 quer über das Stadtgebiet verteilten Papierkörbe, befreien sie von Farbschmierereien und lackieren sie neu. In der Woche werden im Durchschnitt 350 Papier­ körbe getauscht oder vor Ort gepflegt und gereinigt sowie bis zu 200 Papierkörbe in der Werkstatt rund­ erneuert.

Runderneuert

200

pro Woche

Unterstützung durch das Berliner Integrationsamt

Die Papierkorbreparaturwerkstatt entstand mit Unterstützung des Berliner Integrationsamtes, das zugleich rund 90 Prozent der Investitionssumme übernahm. Bei den Gesamtkosten von rund 110.000 Euro entfielen so nur rund 15.000 Euro auf die BSR. Und davon wurden zwei Drittel gleich wieder „eingespielt“: Der Hauptverband der gewerblichen Berufsgenossenschaften belohnte unsere vorbild­ liche Werkstatt mit dem mit 10.000 Euro dotierten Reha-Preis.

350

pro Woche

Getauscht, gepflegt, gereinigt

21.000
Papierkörbe in Berlin
64

63

„Vereinbarung über partnerschaftliches Verhalten und gegen Rassismus“ gilt ausnahmslos für alle Mitarbei­ ter / -innen.

Für partnerschaftliches Verhalten, gegen Rassismus
Benachteiligungen aufgrund des Geschlechts oder des Alters sind mit unserem Leitbild ebenso wenig zu vereinbaren wie Rassismus, sexuelle Belästigungen, Herabwürdigungen oder Willkür. Das galt bei der BSR immer schon, wurde im August 2007 aber zusätzlich in einer „Vereinbarung über partnerschaftliches Verhalten und gegen Rassismus“ vom Vorstand und von der Arbeitnehmerseite schriftlich fixiert. Sie unterstreicht, dass partnerschaftliches Verhalten, Wertschätzung, Toleranz und Integration Grundlage der BSR-Kultur sind. Wir wollen diese Kultur weiterhin stärken und fördern.

Verstöße bleiben nicht ohne Konsequenzen

Wir setzen bewusst ein Zeichen gegen latenten und offenen Rassismus. Die Dienstvereinbarung wertet erhebliche Verstöße als schwerwiegende Störung des Arbeitsfriedens – und solche Verstöße bleiben bei der BSR nicht ohne Konsequenzen.

Für uns als Arbeitgeber ist es klar, dass wir uns in solchen Situationen vor unsere Kolleginnen und Kollegen stellen. Das ist schon seit Jahren gelebte Praxis und wurde im August 2007 in einer ge­ einsamen Erklärung des Vorstands und der m Arbeitnehmervertreter noch einmal bestärkt. Diese Vereinbarung zum Mitarbeiterinnen- und Mit­ arbeiterschutz und Konfliktmanagement garantiert unserer Belegschaft Unterstützung im Konfliktfall. Es ist ein gemeinsames Anliegen, unsere Beschäf­ tigten vor jeglicher Art von Beleidigungen, Angriffen oder Diskriminierungen zu schützen. Vorstand und Arbeitnehmervertreter ziehen bei der Umsetzung an einem Strang. Dabei geht es uns in erster Linie um eine friedliche Konfliktbeilegung. Klappt das nicht, nehmen wir zum Schutz unserer Belegschaft auch unser Hausrecht wahr und sprechen notfalls Hausverbote aus.

Unterstützung im Konfliktfall
Im Notfall Schutz bieten

Es geht jedoch nicht nur darum, den guten Ruf der BSRler zu verteidigen. Es gilt auch, unseren Mit­ rbeiterinnen und Mitarbeitern den Rücken zu a stärken und im Notfall Schutz zu bieten. Ganz konkret zum Beispiel vor der zunehmenden Aggres­ sivität, der etliche BSRler in der jüngeren Vergangen­ heit zum Opfer fielen – im Straßenverkehr oder beim Kundenkontakt.

Die zentrale Aufgabe für uns Führungskräfte ist es, den demografischen Wandel im Unternehmen zu gestalten. Dabei nutzen wir die Erfahrungen unserer Belegschaft. Das sichert die Identifikation mit Orange – und unsere gewohnt hohe Dienstleistungsqualität.

Frank Sommer, BSR, Einsatzleiter

65

Beschäftigte

Arbeitszeit: neue Modelle für mehr Flexibilität

Ob in der Sperrmüllabfuhr oder in der Reinigung: Flexibilität wird Tag und Nacht großgeschrieben.

Familienbewusste Unternehmens­führung – audit berufundfamilie®
Eltern-Kind-Arbeitszimmer in der Hauptverwaltung.

Arbeitszeit: neue Modelle für mehr Flexibilität
Einvernehmliche Lösungen sind immer die besten Lösungen. Und von dieser schlichten Wahrheit haben wir uns auch bei der Entwicklung der Dienstvereinbarung „Flexible Arbeitszeiten“ leiten lassen.

Vereinbarkeit von Familie und Beruf: Geht das überhaupt in einem Unternehmen wie der BSR? Ist das nicht ein reines Frauenthema und können sich Unternehmen das überhaupt leisten? Tatsache ist, dass in Deutschland heute ein erhebliches Potenzial von Beschäftigten – und damit Qualifikation, Leistungsbereitschaft und Kreativität – verloren geht.

Deutschland in Sachen Familienfreundlichkeit Schlusslicht

Noch viel zu oft werden Mitarbeiterinnen und Mit­ arbeiter vor die Alternative gestellt, eine Familie zu gründen oder im Beruf erfolgreich zu sein. Untersuchungen zeigen, dass Deutschland innerhalb der EU in Sachen Familienfreundlichkeit eher ein Schlusslicht ist. Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist daher nicht nur ein gesellschaftlicher, sondern auch ein wirtschaftlicher Auftrag. Daher ist die BSR bereits seit einiger Zeit Mitglied im Unternehmensnetzwerk „Erfolgsfaktor Familie“. Mehr als 1.500 Unterneh­ men in ganz Deutschland haben sich dort zusam­ mengeschlossen, um verstärkt familienbewusste Unternehmenspolitik zu betreiben. Die BSR gehört zu den Erstunterzeichnern einer gemeinsamen Erklärung, die die Bedeutung dieser Politik herausstellt.

Am 30. Juni 2008 ist uns das Zertifikat von der Bun­ desfamilienministerin und dem Bundeswirtschafts­ minister überreicht worden (oben links). Gewürdigt wurden die vielen Aktivitäten, die die BSR bereits umgesetzt hat, unter anderem unsere flexible Arbeitszeitpolitik, die vorbildliche Gesundheitsförde­ rung, die Qualität der Fort- und Weiterbildungen sowie der Frauenförderplan. In einigen Handlungsfeldern wollen wir uns weiter verbessern. Natürlich haben wir die Rahmenbe­ dingungen unserer Aufgaben zu berücksichtigen. In vielen Bereichen des Unternehmens wird es weiterhin Schichtarbeit geben und auch die Müll­ verbrennungsanlage muss rund um die Uhr betreut werden. Es kommt also auf einen Ausgleich an zwischen den betrieblichen Notwendigkeiten und den Bedürfnissen der Beschäftigten. Da ist uns bereits viel gelungen und auf diesem Weg wollen wir weitergehen.

Die Dienstvereinbarung „Flexible Arbeitszeiten“ ist zum 1. April 2007 in Kraft getreten und trägt einer­ seits den Wünschen unserer Belegschaft Rechnung, andererseits auch den gewandelten Ansprüchen unserer Kundschaft. Mit der Dienstvereinbarung können wir die Arbeits­ zeiten flexibler gestalten. Auch zum Nutzen unserer Kolleginnen und Kollegen: Denen stehen seitdem drei Arbeitszeitkonten zur Verfügung, auf denen sie Arbeitszeiten ansparen können. Im Einzelnen sind das das Jahresarbeitszeitkonto, das Langzeit­ konto und das Lebensarbeitszeitkonto.

Das Lebensarbeitszeitkonto schließlich dient dazu, Zeiten für einen früheren Renteneintritt zu sammeln. Es ist ein zusätzlicher Baustein in unserem Bestreben, unseren Beschäftigten einen vorzeitigen Austritt aus dem Erwerbsleben zu ermöglichen. Auf allen drei Konten können die BSRler außerdem Teile ihres Entgelts in Zeitguthaben umwandeln. Mit der Dienstvereinbarung richteten wir auch einen wöchentlichen Arbeitszeitkorridor von maximal 43 Stunden zwischen Montag und Freitag ein. Die innerhalb des Korridors geleisteten zusätzlichen Arbeitsstunden zählen nicht mehr als zuschlags­ pflichtige Überstunden und können nun innerhalb eines Jahres verrechnet werden. Das senkt Per­ sonalkosten. Im Gegenzug beschränkten wir die Regelung auf die Tage Montag bis Freitag. Daher kann bei Samstagsarbeit schon die 40. Wochen­ stunde eine zuschlagspflichtige Überstunde sein.

Kontoführung eröffnet viele Möglichkeiten

Arbeitszeitkorridor von maximal 43 Stunden

Kontoführung bei der BSR
Mit dem Jahresarbeitszeitkonto können unsere Beschäftigten ihre Arbeitszeit über das Jahr flexibel arrangieren. So lassen sich beispielsweise saisonale Schwankungen auffangen und über das Jahr ausgleichen. Mit dem Langzeitkonto können sie zudem über einen längeren Zeitraum Zeitguthaben an­ paren, etwa für zusätzliche Urlaubstage. s

Würdigung der vielen BSR-Aktivitäten

Zudem hat sich die BSR zertifizieren lassen. Das audit berufundfamilie® der gemeinnützigen HertieStiftung wird von den Spitzenverbänden der deut­ schen Wirtschaft empfohlen.

67

68

Gesundheitsförderung bei der BSR: den ganzen Menschen im Blick
Wir haben ein ureigenes Interesse daran, dass unsere Mitarbeite­r­nnen und Mitarbeiter gesund und leistungsfähig hinter uns i stehen. Die betriebliche Gesundheitsförderung und die gesund­ heitliche Präventionsarbeit haben daher höchste Priorität.

Der BSR-Standard geht dabei weit über die gesetz­ lichen Erfordernisse hinaus und gilt aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes als bundesweit führend. Rund 1,2 Million Euro stehen dafür jährlich zur Ver­ fügung.

Umfangreiche Gesundheits- und Sozialberatung mit großem Zuspruch
Eine zentrale Säule der BSR-weiten Gesundheitsför­ derung ist das Team der Gesundheits- und Sozial­ beratung. Die Expertinnen und Experten beraten zu allen Fragen der Gesundheit, bieten Hilfestellungen bei der Wiedereingliederung und helfen auch bei psychosozialen Problemen, damit diese sich gar nicht erst auf die Gesundheit niederschlagen. Zum Leistungsspektrum gehören zudem Sportund Ernährungskurse sowie Angebote zur Konfliktoder Schuldnerberatung. Engagement und Wissen der Beschäftigten sind das wichtigste Potenzial eines Unternehmens. Mit ihren erfolgreichen Personalkonzepten – also Maßnahmen zur Gesundheits­ vorsorge, zur Aus-, Fort- und Weiterbildung der Beschäftig­ ten – hat die BSR einen Spitzenplatz als sozial verantwortliches und zukunftsfähiges Unternehmen. Unter den BSRlern stoßen diese Angebote auf großen Zuspruch, wie eine Umfrage von Anfang 2007 zeigt. 410 Kolleginnen und Kollegen, die zuvor verschiedene Leistungen in Anspruch genommen hatten, wurden damals zu ihrer Zufriedenheit befragt. Die Ergebnisse waren durchweg positiv: Mehr als zwei Drittel fanden die Beratung oder Betreuung hilfreich, 88 Prozent würden die Gesund­ heits- und Sozialberatung weiterempfehlen.

Gute Noten bekommen auch die Gesundheitstage, die das Beratungsteam unter dem Motto „Vier Tage außerhalb der Stadt“ anbietet. Mit dem Programm motivieren wir unsere Belegschaft zu einem ge­ ünderen und bewussteren Leben. Die Resonanz s ist enorm: 78 von 80 Befragten gaben an, dass die Gesundheitstage für sie bereichernd waren. Und auch von außen kommt Zuspruch, in Fach­ kreisen hat unser Konzept hohe Wellen geschlagen. Als vertrauliche Anlaufstelle hilft das Team der Gesundheits- und Sozialberatung ebenso bei Sucht­ problemen. Die ohnehin in einer schweren Klemme steckenden Kolleginnen und Kollegen lassen wir nicht allein. Vielmehr bieten wir ihnen Hilfe an und machen Grenzen deutlich. Maßgeblich ist dabei die im Jahr 2006 gründlich überarbeitete „Dienstvereinbarung Sucht“. Die Neufassung basiert auf dem Prinzip „Hinschauen, hingehen, ansprechen“ und setzt auf Prävention: Ziel ist es, frühzeitig Hilfe zu bieten – bevor der Weg in die Sucht gesundheitliche und soziale Probleme schafft.

78 von 80 Befragten finden die Gesundheitstage bereichernd

Frühzeitige Hilfe anbieten

Dr. Benjamin-Immanuel Hoff, Staatssekretär für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz

70

Beschäftigte

Gesundheitsförderung bei der BSR: den ganzen Menschen im Blick.

BSR-Gesundheitsförderung
Gesundheitsund Sozialberatung Arbeitssicherheit Betriebsärztlicher Dienst

Die Risikominimierer: der Bereich Arbeitssicherheit
Die zweite wichtige Säule der BSR-Gesundheits­ förderung sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Arbeitssicherheit. Die Fachleute versuchen Unfälle schon im Vorfeld zu vermeiden und ana­ lysieren die Umstände, kommt es doch einmal zum „Worst Case“. Jeder Arbeitsunfall wird akribisch nachverfolgt, um so seine Ursachen zu begreifen und Wiederholungen auszuschließen. Im vergangenen Jahr widmete sich das Team der Arbeitssicherheit außerdem intensiv dem Thema Lärm. In Zusammenarbeit mit der Universität Wuppertal wurden umfangreiche und praxisnahe Messungen durchgeführt, die im Ergebnis zu einem detaillierten Lärmkataster der betrieblichen Tätig­ keiten führten. Dank dieses Katasters wissen alle BSRler nun sehr genau, wo und wie sie sich gegen Lärm schützen können oder müssen. Da wir Gutes immer besser machen wollen, ist der Lärm­ schutz in den Arbeitssicherheitsunterweisungen 2008 erneut ein Schwerpunkt. Der Präventionsarbeit maßen wir 2007 mit einem Medienprojekt zum Arbeits- und Gesundheitsschutz besondere Aufmerksamkeit bei. Dazu muss einiges unternommen werden, gilt unsere Branche für die Beschäftigten doch als nicht ganz ungefährlich: Laut Statistik verunglückt jeder zehnte Müllwerker in Deutschland innerhalb eines Arbeitsjahres. Und das führt neben gesundheitlichen Schäden auch zu betriebswirtschaftlichen Folgen: Im Durchschnitt fallen die Betroffenen 20 Tage aus. Viele dieser Unfälle sind verhaltensbedingt und damit vermeidbar, wenn sich die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Risiken und Gefahren ihres Verhaltens bewusst wären. Das sind sie aber nicht immer. Wir entwickelten daher gemeinsam mit Versicherern, Wettbewerbern und der Dienst­ leistungsgewerkschaft ver.di ein Medienpaket, um dieses Bewusstsein zu stärken. Das Paket widmet sich dem Arbeitsschutz in der Entsorgungswirtschaft und enthält zu zwölf Unfall­ schwerpunkten jeweils einen Film sowie Materialien für Führungskräfte. Zum Paket gehören außerdem 13 aussagekräftige Plakate und Kurzinformationen

Hörtest bei den Sicherheitstagen.

Medienpaket „Entsorgen – aber sicher!“.

n

	 eratung zu Fragen B der Gesundheit 	 ilfestellung bei der H Wiedereingliederung 	 ilfe bei psychosozialen H Problemen 	 port- und Ernährungskurse S

➔
n n n n n n n

	 nfallvermeidung im Vorfeld U 	 nalyse der Unfallumstände A 	Verfolgung von Arbeitsunfällen, um Wieder­ holungen auszuschließen

➔
n n n n n

	Prävention 	 ätigkeit als Arzt T 	 itwirkung an gesundheits­ M gerechter Planung, Bau und Betrieb neuer Anlagen 	Arbeitsmedizinische Beratung 	 usschau nach neuen ArbeitsA verfahren und Arbeitsmitteln

➔

für die Kolleginnen und Kollegen. Die Schwerpunkte liegen auf Risiken, die die in diesem Projekt ver­ sammelten Experten als besonders relevant einstuf­ ten: etwa der Umgang mit Stress im Verkehr oder Gesund­ eitsgefahren durch Lärm, Heben oder Tra­ h gen.

Medizinische Dienstleistungen und Gesundheitsberatung: der Betriebsärztliche Dienst
Gestützt und ergänzt werden die Gesundheits- und Sozialberatung und der Bereich Arbeitssicherheit durch die dritte tragende Säule der BSR-Gesundheits­ förderung, den Betriebsärztlichen Dienst. Der beschränkt sich heutzutage allerdings nicht mehr auf arbeitsmedizinische Untersuchungen. Der betriebsärztliche Dienst der BSR übernimmt in­ wischen ein Aufgabenspektrum, das ganz im z Sinne des Präventionsprinzips enorm an Umfang gewonnen hat. Zwar ist der Betriebsarzt auch bei der BSR immer noch als Arzt tätig. Im Arbeitsalltag ist die arbeits­ medizinische Beratung anderer Fachbereiche aber immer stärker in den Vordergrund gerückt. Der Betriebsärztliche Dienst der BSR wirkt heute beispiels­ weise auch daran mit, dass neue Betriebs­ nlagen a gesundheitsgerecht geplant, gebaut und betrieben werden. Außerdem hält er ständig nach neuen Arbeitsverfahren und Arbeitsmitteln Ausschau, um etwaige Gefahren für die Vitalität der Kolleginnen und Kollegen schon im Vorfeld so klein wie möglich zu halten.
Drei Säulen der Gesundheitsförderung

	Konflikt- und Schuldnerberatung

1,2 Mio. Euro
jährlich zur Verfügung
71

Mehr als reine Arzttätigkeiten

72

Beschäftigte

Gesundheitsförderung bei der BSR: den ganzen Menschen im Blick.

Ein Bonus für die Gesundheit
Der Erfolg von Präventionsangeboten hängt letzt­ endlich davon ab, wie sie angenommen werden. Um die Akzeptanz dieser Angebote weiter zu er­ öhen, haben wir in Zusammenarbeit mit ver­ h schiedenen Krankenkassen ein spezielles Bonuspro­ gramm entwickelt. Alle BSR-Beschäftigten, die in einem Jahr an vier ver­ schiedenen Gesundheits- oder Vorsorgeprogram­ men teilgenommen haben, können sich das in einem Gesundheitsbonuspass bescheinigen lassen. Einen Punkt gibt es etwa für die Teilnahme an einer Ernährungs- oder Gesundheitsberatung, für aktiven Betriebssport oder für den Besuch von Schulungen zur Unfallvermeidung. Das Punktesammeln macht sich bezahlt: einmal durch einen Gewinn an Gesundheit und Lebensqua­ lität. Aber auch materiell in Form von Einkaufs­ gutscheinen, mit denen die Kolleginnen und Kolle­ gen belohnt werden, die auf die volle Punktzahl kommen. Unter allen Teilnehmenden verlosten wir 2006 außerdem einen Wellness-Wochenendurlaub für zwei Personen.

Betriebliches Eingliederungsmanagement: umfassende Hilfe mit guter Bilanz
Die Gesundheitstage und alle anderen Gesundheits­ angebote können selbstverständlich nicht verhin­ dern, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkran­ ken. In diesem Fall haben wir als Arbeitgeber eine besondere Fürsorgepflicht. Sind Kolleginnen oder Kollegen von einer längeren Erkrankung betroffen, tritt daher unser Integrationsteam auf den Plan. Allerdings nur, wenn die Betroffenen das wünschen. Das Integrationsteam ist für das betriebliche Ein­ gliederungsmanagement zuständig, es unterstützt also genesene Langzeiterkrankte bei der Wieder­ eingliederung in den Betrieb. Im Kern geht es dem Integrationsteam darum, den Arbeitsplatz und die Beschäftigungsfähigkeit zu erhalten. Dazu ziehen die Experten alle Register. Das ist nötig, denn der Optimalfall – die Rückkehr an den ursprünglichen Arbeitsplatz – ist bei schweren Erkrankungen leider nicht der Normalfall. Macht die Erkrankung die Aufnahme der bisherigen Tätigkeit unmöglich, sucht das Team Alternativen. Es prüft beispielsweise die Möglichkeiten einer Umgestaltung des Arbeitsplatzes oder auch verän­ derte Arbeitszeiten. Reicht das nicht aus, suchen die Experten nach neuen Beschäftigungsmöglich­ keiten im Betrieb. Die Fachleute übernehmen aber genauso die Beantragung notwendiger RehaMaßnahmen oder den Schriftverkehr mit den Kran­ ken- und Unfallkassen oder der Rentenversicherung. Das betriebliche Eingliederungsmanagement ver­ sammelt Experten aus allen Bereichen der BSR und ist einem präventiven Ansatz verpflichtet. Daher werden alle Erfahrungen ausgewertet und für die Gestaltung besserer Arbeitsbedingungen genutzt.

Einer von mehreren Integrationspreisen für die vorbildliche Eingliederung von leistungs­ geminderten Mitarbeitern bei der BSR.

Arbeit des Integrationsteams
Von 68 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern:

Die Arbeit des Integrationsteams hat sich auch im Jahr 2007 als Erfolgsstory erwiesen. Von 68 dem Integrationsteam benannten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern konnten 26 an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren und acht eine leidensgerechte Arbeit aufnehmen. Ein Beschäftigter ging in Rente und drei Beschäftigte nahmen die Vorruhestandsregelung für Schwerbehinderte in Anspruch, da durch Unter­ stützung des Integrationsteams eine Schwerbe­ hinderung anerkannt wurde. Nur bei sechs Mitar­ beiterinnen und Mitarbeitern war aus Sicht des Inte­ grationsteams keine Hilfe zur Eingliederung mög­ lich, davon mussten zwei im Wege der krank­ eitsh b ­ edingten Kündigung das Unternehmen verlassen. Sowohl für die Beschäftigten als auch für den Arbeit­ geber hat dieses Modell Vorteile: Der größte ist heutzutage sicherlich die Vermeidung von Arbeits­ losigkeit. Außerdem bekommen die Mitarbeite­r­nnen und Mitarbeiter der BSR, wenn sie die i Arbeitsunfähigkeit wieder beendet haben, statt Krankengeld den vollen Lohn ausgezahlt.

Arbeit des Integrationsteams erweist sich als Erfolgsstory

26 8 1 3 6 24

Rückkehr an Arbeitsplatz Aufnahme leidensgerechter Arbeit Rente Vorruhestandsregelung Eingliederung nicht möglich Akte noch in Bearbeitung

Vorteile für Beschäftigte und Arbeitgeber

2007
74

73

Den Anfang machen

Zum Start ins Berufsleben gehört eine fundierte Ausbildung. Die BSR sieht es als zentrale Verpflichtung, weit über den eigenen Bedarf auszubilden und junge Menschen zu fördern – das fördert auch das soziale Gleichgewicht Berlins.

Gesellschaft

04

Gesellschaft

Verantwortung für Berlin

Verantwortung für Berlin
Gesellschaftliche Verantwortung liegt einem Unternehmen, das auf die Erfüllung eines öffentlichen Zwecks ausgerichtet ist, quasi in den Genen. Mit unserem Kerngeschäft, der preiswürdigen und umweltgerechten Abfallwirtschaft und Straßenreinigung, haben wir uns nachhaltig substantielles Vertrauen in Berlin erarbeitet.

04

Das in uns gesetzte Vertrauen, dass wir diesem öffentlichen Auftrag jeden Tag neu gerecht werden, schließt ein, dass uns die gesellschaftlichen Rahmen­ bedingungen nicht gleichgültig sind, in denen sich unser Geschäft abspielt. Das Land Berlin und seine Bürgerinnen und Bürger, unsere Beschäftigten und unsere Geschäftspartner erwarten von uns zu Recht, dass wir die über Jahrzehnte angesammelte Kom­ petenz unseres Unternehmens, unser fachliches und kommunikatives Know-how und unsere Veranke­ rung in den örtlichen Strukturen in die Verbesserung des Gemeinwesens einbringen. Die Berliner Stadtreinigung sieht sich als ein verant­ wortliches Mitglied der Gesellschaft unserer Stadt. Wir nehmen am öffentlichen Diskurs teil und machen konstruktive Vorschläge zu anstehenden Vorhaben und Problemen in unserem Aufgaben­ bereich. Wir bringen unseren Sachverstand in Projekte von Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft ein. Wir arbeiten kooperativ mit anderen öffent­ lichen Aufgabenträgern in der Daseinsvorsorge zusammen und streben jeweils die bestmöglichen Ergebnisse für das Land Berlin an.

Wir wollen im Rahmen unseres öffentlichen Auf­ trages einen Beitrag leisten zum gedeihlichen Zusammenleben, zur Integration unserer auseinander­ strebenden Gesellschaft und zur Chancenver­ besserung benachteiligter Mitbürgerinnen und Mitbürger. Wir motivieren auch unsere Beschäftig­ ten, bürgerschaftliches Engagement und ehren­ amtliche Tätigkeit als gesellschaftliche Teilhabe in der Demokratie wertzuschätzen. Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen heißt für uns auch, das soziale Gleichgewicht in Berlin zu fördern, indem wir beispielsweise Eigeninitiative aktivieren und unterstützen. Dass es uns damit ernst ist, haben wir in der Vergangenheit immer wieder bewiesen: etwa mit Projekten für Jugendliche mit erhöhtem Förderbedarf oder mit der Integration leistungsgeminderter Menschen in unseren Betrieb. Aber auch mit einem Ausbildungsplatzangebot, das weit über unseren eigenen Bedarf an Nachwuchs­ kräften hinausgeht. Verantwortung bedeutet für uns im Rahmen des gesetzlich und wirtschaftlich Möglichen außerhalb der Grenzen unseres Unternehmenszwecks aktiv zu werden. Wir unterstützen seit jeher soziale und ökologische Einrichtungen in der Stadt, engagieren uns für mehr bürgerschaftliches Engagement und fördern sinnvolle Freizeitbeschäftigungen für Kinder und Jugendliche. Ein wirtschaftlich und sozial erfolgreiches Berlin stärkt nicht zuletzt auch die Basis unseres Geschäftsmodells.

Zusammenleben, Integration und Chancenverbesserung

Unterstützung und Engagement

78

Gesellschaft

Für die Zukunft: Ausbildung über Bedarf

Kaufmännische Lehre

28

Industriekaufleute Informatikkaufleute Kaufleute für Bürokommunikation Mechatroniker Kfz-Mechatroniker Industriemechaniker Fachkraft im Gastgewerbe

70 Auszubildende

32 10

zum 1. September 2007

Gewerblich-technische Lehre

Berufsakademie

Bachelor of Arts Bachelor of Science

Für die Zukunft: Ausbildung über Bedarf
Unter das Stichwort „Zukunftsfähigkeit“ fällt unser Engagement als Ausbildungs­betrieb. Für uns ist die Berufsausbildung möglichst vieler junger Menschen eine zentrale Verpflichtung, mit der wir Chancengerechtigkeit in der Stadt fördern.

70
Gut sein lohnt sich Ausbildung in Theorie ... ... und Praxis.

13 Ausbilder für 198 Auszubildende

Das lässt sich mit Zahlen untermauern: Die derzei­ tige Ausbildungsquote liegt bei der Berliner Stadt­ reinigung – bezogen auf die Arbeitsplätze, für die eine Berufsausbildung erforderlich ist – bei 12,5 Prozent. Über alle Jahrgänge verteilt bildete die BSR 2007 insgesamt 198 junge Menschen aus, um die sich derzeit 13 hauptamtliche Ausbilder sowohl im betriebseigenen Ausbildungszentrum als auch in der Hauptverwaltung der BSR kümmern. Zum 1. September 2007 nahmen wiederum 70 junge Menschen ihre Berufsausbildung bei der BSR auf.

28 Jugendliche entschieden sich für eine kaufmän­ nische Lehre und werden zu Industrie- oder Informa­ tikkaufleuten sowie zu Kaufleuten in der Büro­ kommunikation ausgebildet. Weitere 32 Jugendliche bewarben sich erfolgreich für die gewerblich-tech­ nische Laufbahn und haben ihre Ausbildung zum Mechatroniker, Kfz-Mechatroniker, Industriemecha­ niker sowie zur Fachkraft im Gastgewerbe aufge­ nommen. Zudem bietet die BSR jedes Jahr zehn Studienplätze in Kooperation mit der Fachhochschule für Wirtschaft (FHW) Berlin, Fachbereich Berufs­ akademie, an. Die Abiturientinnen und Abiturienten schließen ihr sechssemestriges Studium als Bachelor of Arts oder als Bachelor of Science ab. Ebenso wie die Auszubildenden erlernen auch die Studentinnen und Studenten den praktischen Teil ihres Berufes an den verschiedenen Standorten der BSR.

Die Ausbildung bekommt damit den notwendigen Praxisbezug und gewährleistet einen qualifizierten und praxiserprobten Nachwuchs. Das zahlt sich für beide Seiten aus: Entsprechend der geltenden Regelung bei der BSR erhalten die besten Auszubil­ den­ en aus jedem Beruf einen Einjahresvertrag d in ihrem erlernten Job, den Zweit- und Drittplatzier­ ten winkt ein Halbjahresvertrag. Wenn möglich, versuchen wir diese Quote zu stei­ gern. 2007 konnten wir somit der Hälfte der Aus­ lerner einen Arbeitsplatz in unserem Haus anbieten, 2008 soll mindestens dem besten Drittel der Auslerner ein solches Angebot unterbreitet werden.

79

80

Gesellschaft

Betriebliche Integration von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf
Unsere Verantwortung gegenüber Berlin und seinen Bürgerinnen und Bürgern haben wir im Berichtszeitraum 2006 / 2007 mit vielfältigen Maßnahmen und Aktionen wahrgenommen. Ein Schwerpunkt lag dabei auf der Integration von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf in unseren Betrieb.

Unternehmen er­warten immer höhere Abschlüsse

Angesichts der hohen Arbeitslosigkeit haben es Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder aus schwierigen Verhältnissen auf dem angespannten Arbeitsmarkt besonders schwer. Das Problem wird dadurch verschärft, dass viele Unternehmen von Jobsuchenden immer höhere Abschlüsse erwarten. Gerade Jugendliche mit Lernschwierigkeiten oder aus problematischen sozialen Verhältnissen bleiben so nach der Schulzeit oft ohne Ausbildungs- oder Arbeitsplatz. Bereits im Jahr 2002 überlegten wir daher mit unserer Kooperationsschule in Berlin-Tempelhof, wie sich diese Situation ändern lässt. Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport und der Gesellschaft für Integration, Sozialforschung und Betriebspädagogik (ISB) entwickelten wir ein Modellprojekt zur betrieblichen Integration von Jugendlichen mit erhöhtem Förderbedarf. Das Vorhaben wurde und wird durch die Jugendämter der Bezirke und durch unser Haus finanziell gefördert.

Vom Modell zur dauerhaften Einrichtung
Die in diesem Projekt aufgenommenen Jugendlich­ n e ohne Schulabschluss führen wir in der Straßen­ reinigung über ein Jahr an die Berufswirklichkeit heran, um so ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Sie absolvieren vor Arbeitsbeginn ein einwöchiges Vorpraktikum in unserem Unterneh­ men und werden danach jeweils drei Tage pro Woche in der Straßenreinigung eingesetzt. Die rest­ lichen zwei Tage besuchen sie die Schule. Aufgrund des großen Erfolges ist aus dem 2003 erstmals durchgeführten Modellprojekt mittlerweile eine feste Einrichtung geworden, deren vierter Durchlauf im August 2007 wiederum mit zehn Jugendlichen startete. Der dritte Durchlauf im Jahr zuvor erzielte erneut ein sehr gutes Ergebnis: Wie auch in den vorangegangenen Jahren schloss die große Mehrheit der Teilnehmenden das Projekt mit dem Hauptschulabschluss ab, sechs Jugendliche konnten nach Ende der Maßnahme sogar in ein befristetes Arbeitsverhältnis als Straßen- und Grün­ flächenreiniger übernommen werden. Die Arbeit der BSR-Beschäftigten ist hart. Sie müssen bei Wind und Wetter ein­ atzbereit sein. Daher müssen wir uns s stärker als andere Unternehmen für die Gesundheit unserer Beschäftigten einsetzen. Das bedeutet vor allem Prävention in Form von „gesunden“ Arbeitsbedingungen, aber auch die Sensibilisierung der Beschäftigten, selbst etwas für sich zu tun. Wir sind zwar ein „Männerbetrieb“, mit dem Frauenförderplan gehen wir aber in die richtige Richtung, um noch mehr Frauen in Führungspositionen zu bekommen und die WorkLife-Balance zu ermöglichen.

Modellprojekt zur Integration

Bilanz der betrieblichen Integration von Jugendlichen mit beson­ erem Förderbedarf d
Betr iebl Auß Ber e Wei rbetrieb B ufsvo tere lich ildungs rbereit iche r Sc eA en m Aus bild hulbes usbild aßnah de men ung ung uch Vorz e

itig

bee

nde

t

Arb

eitsl

os

56 

Sozialversicherungspflichtige Arbeit

9

6 41

17 7

Bilanz nach Projektabschluss; analysiert für insgesamt 67 Jugendliche im Zeitraum 2003–2007 (Angaben in Prozent).

Christiane Franke, BSR, Leiterin Reinigungshof

81

Gesellschaft

Unterstützung sozialer und ökologischer Projekte

Unterstützung sozialer und ökologischer Projekte
Das gesellschaftliche Engagement der BSR hat sich nicht nur in Berlin herumgesprochen. Ein Indikator dafür sind die Anfragen nach Spenden und Sponsoring, die uns tagtäglich erreichen. Allerdings sind unsere Möglichkeiten dadurch begrenzt, dass wir als öffentliches Unternehmen mit den Gebühren unserer Kundinnen und Kunden zur Erfüllung konkreter Dienstleistungen wirtschaften.

Leckerer und gesunder Pausenimbiss.

Girls` Day
Für mehr Geschlechtergerechtigkeit setzen wir uns mit Unterstützung der bundesweiten Initiative „Girls` Day“ ein. Wir beteiligen uns bereits seit 2001 an diesem Aktionstag, der jungen Frauen die Ge­egenheit bietet, in frauenuntypische Berufe rein­ l zuschnuppern. 2007 besuchten am Girls` Day mehr als 40 Mädchen unseren Betrieb, sie wurden von unseren Auszubildenden und Studierenden unter die Fittiche genommen. Die jungen Frauen konnten so in gewerbliche und informationstechnische Berufe Einblick nehmen, erlebten in unserem Ausbildungs­ zentrum den Berufsalltag „live“ und bekamen Hilfe­ stellung für erfolgreiche Bewerbungen geboten.
Reinschnuppern in frauenuntypische Berufe

Reges Interesse beim Girls` Day. Vorstandsvorsitzende Frau Gäde-Butzlaff und Senatorin Frau Lompscher im Einsatz.

Insoweit macht uns unsere Satzung deutliche Vor­ gaben: Wenn wir uns mittels Spenden oder Sponso­ ring engagieren, muss der Beitrag einen Bezug zur Förderung der Abfallvermeidung und der Sauberkeit in der Stadt haben. Wir gehen davon aus, dass sich dieser Anspruch am ehesten durch gezielte Angebote für Kinder und Jugendliche verwirklichen lässt – also etwa durch eine frühzeitige Umwelt­ ­er­ iehung und die Sensibilisierung für das eigene z Lebensumfeld. Wir greifen aber auch etlichen sozialen Einrichtungen mit langfristigeren Unterstützungen unter die Arme, etwa der Berliner Tafel oder dem Verein Karuna, einer Anlaufstelle für suchtgefährdete und sucht­ kranke Straßenkinder. Zudem engagieren wir uns für den Kinderschutzbund Berlin, greifen der Jugendfirma „Prenzlauer Orange Bike“ unter die Arme und sind Gründungsmitglied von „Zukunft für Berlin“, einer Stiftung, die Jugendprojekte fördert.

Abc-Schützen abgespeist – 53.000-mal
Um Schülerinnen und Schüler kümmern wir uns nicht erst, wenn der Abschluss vor der Tür steht. Unser Engagement setzt schon bei den jüngsten Abc-Schützen an. Die bekommen mit Unterstützung der BSR am ersten Schultag eine wiederverwend­ bare Bio-Brotbox geschenkt, die nicht nur über die Jahre jede Menge Butterbrotpapier ersetzt, sondern (zumindest am ersten Tag) einen leckeren und gesunden Pausenimbiss enthält. Die Bio-Brotbox geht auf eine Initiative der ehema­ ligen Bundesverbraucherministerin Renate Künast aus dem Jahr 2002 zurück und fand inzwischen in vielen Städten Nachahmer. Die Idee dahinter ist, bereits am ersten Schultag für gesunde Ernährung zu werben. 2007 konnte jeder der 53.000 Berliner und Brandenburger Erstklässler pünktlich zum Schulanfang eine solche Box entgegennehmen.
Der erste Eindruck zählt

84

Unterstützung sozialer und ökologischer Projekte

Mit voller Konzentration dabei.

BSR-Vorstand Herr Scholz-Fleichschmann im Kreis der Teilnehmer.

Möglich war das nur durch die Unterstützung zahl­ reicher Sponsoren, unter anderem durch die BSR. Wir waren jedoch nicht nur mit Geldleistungen engagiert, sondern in besonderem Maße mit Man­ power. Schließlich mussten die Bio-Brotboxen zunächst befüllt werden. Die rund 500 Freiwilligen (zugegebenermaßen nicht nur BSRler) schafften das in knapp fünf Stunden. Als deutschlandweit größte Aktivität ihrer Art wurde die Berliner Aktion von der UNESCO als offizielles Projekt der Welt­ dekade „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ ausgezeichnet.

In einem Computer-Lernspiel können sie die Rolle eines Regierungsoberhauptes übernehmen und zeigen, wie sie mit ihrem virtuellen Staatshaushalt soziale, ökonomische und ökologische Aspekte unter einen Hut bringen. Die notwendige Software stellten wir für 100 Berliner Schulen kostenlos zur Verfügung, außerdem rührten wir kräftig die Werbe­ trommel für die ecopolicyade. Wir beteiligen uns aber nicht nur an solchen öffent­ lichkeitswirksamen Aktionen. Solidarität und Gerechtigkeit fördern wir auch im Kleinen, etwa im Rahmen von „Work for Peace“, dem Berliner Schüler­ aktionstag für Afrika. 2007 unterstützten wir an die­ sem Aktionstag 28 Schülerinnen und Schüler der 9. Klasse der Theodor-Haubach-Oberschule bei der Friedensarbeit, indem wir ihnen für einen Tag Harke und Besen in die Hand drückten. Den so erwirt­ schafteten Lohn – immerhin 1.000 Euro – spendeten wir auf ein Aktionskonto, mit dem Bildungsprojekte in Afrika unterstützt werden.

Verwaltung eines virtuellen Staats­haushaltes

Aktionstag „Work for Peace“

ecopolicyade ausgerichtet
Nie war es so wichtig wie heute, Organisationen wie die Berliner Tafel zu unterstützen. Die BSR lebt ihre gesell­ schaftliche Verantwortung und setzt sich seit Jahren für das Projekt LAIB und SEELE und damit für die Bedürftigen in Berlin ein. Solche relativ kleinen Investitionen zahlen sich nicht nur für die Stadt, sondern auch für uns als Unter­ nehmen aus, festigen sie doch unseren Ruf als ver­ lässlicher Partner. Ob und wie sich etwas größere Investitionen auszahlen, konnten Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 7 bis 10 im vergangenen Jahr mit der von uns geförderten ecopolicyade testen.

Sabine Werth, Vorsitzende Berliner Tafel e.V.

86

Gesellschaft

Förderung bürgerschaftlichen Engagements

Da packen alle gern mit an.

Förderung bürgerschaftlichen Engagements
Lebendige Demokratie steht und fällt mit bürgerschaftlichem Engagement. Wir kooperieren zu diesem Zweck mit verschiedenen Stiftungen und Umweltschutzorganisationen, helfen tatkräftig beim Berliner Freiwilligentag mit und unterstützen Engagementprojekte im Quartiersmanagement – mit Finanzmitteln, aber vor allem mit der (freiwilligen) Unterstützung durch unsere Kolleginnen und Kollegen.

Sponsoring als Mittel zum Zweck

Darüber hinaus fördern wir – als ein wichtiges Binde­ glied zwischen den Menschen unserer Stadt und unserem Unternehmen – die Jugendarbeit in Sport­ vereinen wie Hertha BSC, Füchse Berlin und 1. FC Union. Dadurch war es uns in der Vergangenheit beispielsweise möglich, Tausende Berlinerinnen und Berliner für Putzaktionen in den Kiezen oder den Kampf gegen die Miniermotte zu aktivieren. Das Sponsoring ist somit kein Selbstzweck, sondern dient dem Ziel, mit Sympathieträgern die Bevölkerung für unsere Angelegenheiten zu gewinnen – also für eine saubere und zukunftsfähige Stadt.

Selbstverständlich ist hiermit nur ein kleiner Aus­ schnitt des gesellschaftlichen Engagements der BSR benannt. Wir unterstützen daneben zahlreiche Initiativen in den Kiezen, in weiteren Schulen und Kitas sowie in Bildungseinrichtungen und Sportver­ einen. Diese Unterstützung ist nicht nur materieller, sondern auch personeller Art. Zum Berliner Frei­ willigentag 2007 arbeiteten wir zum Beispiel eng mit dem Organisationsteam vom Berliner Treffpunkt „Hilfsbereitschaft“ zusammen, um die gemeinsamen Kräfte zu bündeln und engagierte Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen.

Häufig ist die einzige Chance auf Heilung die Über­ tragung von gesunden Stammzellen eines geeig­ neten Spenders. Um die Eignung zu klären, konnte sich jeder Beschäftigte zwischen 18 und 55 Jahren durch Abgabe einer kleinen Blutprobe in unserem Haus typisieren und im Anschluss bei der Deutschen Knochenmarkspenderdatei (DKMS) registrieren lassen. Die Kosten von 50 Euro pro Person für die Typisierung übernahm die BSR. Die fast 150 Kolleginnen und Kollegen, die sich an der DKMSSpendenaktion beteiligten, stellten damit ein hohes soziales Engagement unter Beweis. Darüber hinaus unterstützen wir im vierten Jahr das Deutsche Rote Kreuz mit einer Blutspendeaktion. Das liegt uns besonders am Herzen, da bereits Versorgungsengpässe drohen: Von den rund 800 Blutkonserven, die in Berlin und Brandenburg täglich benötigt werden, stehen nur 500 aus der Eigenver­ sorgung zur Verfügung.

Engagement für dauerhafte Partnerschaften
Big Friends for Youngsters

Engagement für das Leben
Zu einem besonderen Engagement riefen wir unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zwischen Novem­ ber und Dezember 2007 auf. In diesem Zeitraum konnten sich die Beschäftigten im Rahmen einer Stammzellen-Spendenaktion als potenzielle Lebens­ retter registrieren. Damit unterstützen die BSRler den Kampf gegen die Leukämie, an der in Deutsch­ land alle 45 Minuten ein Mensch erkrankt – oftmals Kinder und Jugendliche.

Auch für partnerschaftliche Projekte von Berlinern für Berliner engagieren wir uns, zum Beispiel bei der Unterstützung von Biffy. Biffy steht für den einge­t g ­ ra­ enen Verein „Big Friends for Youngsters“, der Patenschaften zwischen Kindern und Familien in Berlin und freiwillig sozial engagierten Erwachsenen vermittelt. Die Paten treffen ihr Patenkind regel­ mäßig, schenken ihm einige Stunden Zeit und Auf­ merksamkeit und begleiten es über einen längeren Zeitraum in der Entwicklung.

Partnersch aften
87

Gesellschaft

Sauberkeit in der Stadt: Ohne Engagement geht es nicht

Selbst die Kleinsten packen mit an.

Tatkräftige Unterstützung der Berliner / innen.

Sauberkeit in der Stadt: Ohne Engagement geht es nicht
Im Berichtszeitraum legten wir einen besonderen Schwerpunkt darauf, das Engagement der Berliner Bürgerinnen und Bürger für eine saubere Stadt zu fördern. Schließlich kann man sich nur dort richtig wohlfühlen, wo es richtig sauber ist.

Dabei konnten sie auf unsere Unterstützung zählen: Jeder Verein, jede Initiative und natürlich jede teil­ nehmende Einzelperson statteten wir mit Besen, Harken und Greifzangen aus. Außerdem adelten wir die engagierten Berlinerinnen und Berliner zu „Kehrenbürgern“ – was neben jeder Menge Ehre auch die Gelegenheit mit sich brachte, saubere Sachpreise abzuräumen. Die positive Resonanz auf diese Aktion hat uns so bestärkt, dass wir im Herbst 2005 „Clean up the World“ beigetreten sind – einem internationalen Aktionsbündnis, das sich weltweit für saubere Städte einsetzt.

Kein Einfluss auf alle Faktoren

Wohlgemerkt: Für eine saubere Umgebung Sorge zu tragen, ist unser Job. Dafür legen allein die Kräfte im Bereich Reinigung täglich 4.000 Kilometer zurück. Auf bestimmte Faktoren haben wir allerdings keinen Einfluss. Die Reinigung ungepflegter Park­ anlagen und vernachlässigter Spielplätze sowie die Beseitigung von Graffiti oder Aufklebern gehören beispielsweise nicht zu unserem vom Gesetzgeber definierten Aufgabengebiet. Optisch wirken sich solche Faktoren dennoch auf das Erscheinungsbild unserer Stadt aus – und damit letztlich auf die Lebensqualität in Berlin, aber auch auf unsere Reputation. Denn auch wenn wir gegen bestimmte Verschmutzungen kein Mittel in der Hand haben, ordnen die Berlinerinnen und Berliner liegen gebliebenen Dreck oder vermüllte Parks unserem Verantwortungsbereich zu.

Auf die Plätze, Straßen, los!
Damit auch jene Ecken gepflegt aussehen, die nicht zu unserem Einsatzgebiet zählen, setzen wir auf die Unterstützung der Berliner Bürgerinnen und Bürger. Unter dem Motto „Auf die Plätze, Straßen, los!“ haben sie seit 2005 die Möglichkeit, Initiative zu ergreifen und aktiv an der Sauberkeit ihrer Stadt mitzuarbeiten. Bei den zahlreichen Putzaktionen dieser Kampagne setzten sich bislang mehrere Tausend Bürgerinnen und Bürger für mehr urbane Lebensqualität und einen schöneren Kiez ein.

Service in the City und die BSR: gemeinsam für ein sauberes Turnier
Das Engagement der Berlinerinnen und Berliner bringt die BSR auch in eine Initiative namens „Service in the City“ ein. Dieses Berliner Bündnis für eine attraktivere Stadt setzt sich aus Unternehmen, Verwaltungen, Verbänden und Interessengemein­ schaften zusammen und bündelt die unterschied­ lichsten Kräfte, um die Berliner Kieze – insbesondere die Innenstädte Ost und West – weiter aufzuwerten. Als Mitglied dieser Initiative kümmern wir uns unter anderem um eine bessere Zusammenarbeit mit den Arbeitsgemeinschaften der Geschäftsleute in der City Ost und West.

Für das Jahr 2006 – das Jahr der Fußball-Weltmeis­ ter­ chaft in Berlin – haben sich Service in the City s und die BSR gemeinsam mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und anderen Unternehmen über die routinemäßige Kooperation hinaus einiges einfallen lassen, damit Berlin trotz des Besucher­ ansturms ein sauberes Aushängeschild bleibt. Nach einem langen und harten Winter machten wir zunächst einmal richtig Frühjahrsputz. Anschließend riefen wir alle Berlinerinnen und Berliner auf, uns verbliebene Schmutzecken mitzuteilen, damit wir auch denen den Garaus bereiten konnten. Dazu richteten wir eine eigene Hotline ein und starteten zusätzlich eine Website, auf der sich die Reinigungs­ fortschritte verfolgen ließen. Selbstverständlich erhöhten wir auch in unseren Reihen die Schlagzahl. Während der WM richteten wir zum Beispiel einen 24-Stunden-Bereitschafts­ dienst ein, um jederzeit auf verkehrsgefährdende Verschmutzungen reagieren zu können. Außerdem waren wir während des Turniers mit erhöhtem Personaleinsatz und schnellen Eingreiftruppen wie den BSR-Scouts unterwegs, um an sieben Tagen pro Woche rund um die Uhr das Umfeld der Veran­ staltungs- und Austragungsorte sauber zu halten.

Dreckecken-Hotline

24-Stunden-Bereitschaftsdienst zur WM

89

90

Sauberkeit in der Stadt: Ohne Engagement geht es nicht

Großer Eifer bei den Kleinen ...

... und tatkräftige Unterstützung der Großen.

Dog-Service-Station am Steinplatz.

Engagierte Stadthygiene mit Klebeeffekt ...
Unterstützung von Hertha BSC

… und ohne Klebeeffekt
Gegen „Klebeeffekte“ ganz anderer Art hat sich die BSR dagegen Ende 2007 etwa Neues einfallen las­ sen. Es geht um Hundekot, von dem allein in Berlin täglich etwa fünfzig Tonnen anfallen. Um die Ent­ sorgung für Herrchen und Frauchen zu erleichtern, hat das Unternehmen gemeinsam mit der Berliner Wall AG sogenannte Dog-Service-Stations ent­ wickelt, die zunächst zwei Berliner Bezirke ein Jahr kostenlos testen können. Dazu wurden rund fünfzig Hundehaufenstationen auf öffentlichen Straßen und Plätzen installiert. Die leuchtend orangenen Stelen sind mit Angaben zu ihrer Funktionsweise versehen und halten kostenlos umweltfreundliche Papiertüten bereit, die ein schaufelartiges Aufnehmen des Hundekots möglich machen. Per Pedal können die Tüten an Ort und Stelle hygienisch in geruchssicheren Abfallbehältern entsorgt werden, die BSR übernimmt die regel­ mäßige Leerung. Nehmen die Berlinerinnen und Berliner das Angebot an, wird das Modellprojekt auf weitere Bezirke ausgedehnt.
50 Tonnen Hundekot täglich

Gestützt wurden diese Aktionen durch umfangreiche öffentlichkeitswirksame Maßnahmen, mit denen wir für mehr Umweltbewusstsein und Engagement warben. Für diese Sauberkeitskampagne konnten wir die Profis von Hertha BSC gewinnen, die auf riesigen Plakaten mit authentischen Statements „für ein sauberes Turnier“ Stimmung machten – selbstverständlich in BSR-Arbeitskleidung.

Das Resultat konnte sich sehen lassen. Die Kehren­ bürger sammelten rund um den zentralen Aus­ tragungsort zehn Kubikmeter Müll und Unrat, also etwa hundert prall gefüllte Müllsäcke. Als kleine Anerkennung für dieses Engagement verloste die Berliner Stadtreinigung nach der Putzaktion unter anderem Sachpreise sowie Teilnahmen an einem Turnier gegen die Hertha-Profis. Der Hertha-BSR-Platzputz war lediglich eine von Dutzenden Putzoffensiven, zu denen die BSR aufrief. Nicht minder erfolgreich waren die Aktionen, die die Bürgerinnen und Bürger vor und nach der WM unter dem Motto „Gib alles für dein Viertel!“ selbst­ ständig durchführten. Sie konnten sich dafür bei der BSR wiederum kostenlose Kehrpakete bestellen, in denen sich unter anderem Handschuhe, Besen und Greifzangen befanden. Außerdem wurden die besten Kiezinitiativen mit Preisen belohnt. Im Berliner Schillerkiez ließen sich die Anwohner von dieser Aussicht gleich zwei Mal mitreißen, insgesamt beteiligten sich dort 150 Kehrenbürger am Groß­ reinemachen. Und auf dem Kreuzberger Mariannen­ platz im Herzen Berlins traten hundert Berlinerinnen und Berliner im Vorfeld der 2006 ebenfalls in Berlin veranstalteten Straßenfußball-WM an, um gemeinsam mit den Männern in Orange für saubere Platzverhältnisse zu sorgen.

Die Aktion „Gib alles für dein Viertel!“ führten wir aufgrund des großen Erfolges auch nach der WM fort. 2007 wurde in diesem Rahmen etwa der Körnerkiez wieder auf Vordermann gebracht, im September schwangen wir gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürgern in Spandau den Besen, erstmals in Verbindung mit dem Berliner Frei­willigen­tag. Durch diese Aktivierung des Engagements der Bür­ gerinnen und Bürger hat die Stadt als Ganzes gewonnen – durch eine gesteigerte Identifikation der Berlinerinnen und Berliner mit ihrer Stadt und durch gepflegte Kieze. Außerdem konnte die BSR als Unternehmen ihre ohnehin positive Wahrnehmung noch einmal deutlich steigern. Die BSR und Berlin sind so noch weiter zusammengewachsen – wie auch an den neuen, dauerhaften Kooperationen mit Kiezinitiativen deutlich wird, die in diesem Rah­ men zustande kamen. Ein „Klebeeffekt“, der von der Berliner Stadtreinigung durchaus gewollt war.

Berlins Kehrenbürger in der Putzoffensive
Damit konnten wir im Vorfeld der WM wiederum hunderte Kehrenbürger aktivieren. Dass diese echte Nehmerqualitäten haben, zeigte sich etwa beim großen Hertha-BSR-Platzputz knapp zwei Monate vor Anpfiff des Eröffnungsspiels. Mehrere hundert Berlinerinnen und Berliner streiften in der Putz­ offensive vor dem Olympiastadion durch die Grün­ anlagen und putzten aus, was auszuputzen war.

50 Stelen gegen Hundekot

50 Dog-Stations
bis Ende 2007
92

91

Das Maß an Verantwortung, das die BSR für eine nachhaltige Entwicklung übernimmt, bestim mt maßgeblich die zukünftige Außen- und Innenwahrnehmung des Unternehmens

Zu kunft

Anhang

Stellungnahme der Deutschen Umwelthilfe

Stellungnahme der Deutschen Umwelthilfe
Auftrag der Deutschen Umwelthilfe e.V. (DUH) war es, den Bericht „Verantwortung für die Zukunft – 1. Bericht zu Nachhaltigkeit und Verantwortung“ der Berliner Stadtrei­­ gung für den Berichtszeitraum ni­ vom 01.01.2006 bis zum 30.06.2008 einer prüfen­ den Bewertung zu unterziehen. Die vorliegende Analyse unterlag bestimmten Res­ trik­ ionen. So konnten die im Nachhaltigkeits­ ericht t b aufgeführten Daten nicht im Einzelnen – etwa nach den Standards einer Wirtschaftsprüfung – verifiziert werden. Die Berichtsdurchsicht ersetzt deshalb nicht eine sachliche Bestätigung der dort beschriebenen Sachverhalte. Dessen ungeach­ tet erlaubt die von der DUH durchgeführte Analyse – mit den genannten Einschränkungen bezüglich der Sachbasis – tragfähige Aussagen über Aufbau, Präsentation, Inhalt, Stärken und Schwächen des Nachhaltigkeitsberichtes. Die Analyse erfolgte entlang der in den Sustainabi­ lity Reporting Guidelines Vol. 3 der Global Reporting Initiative genannten Prüfkriterien. Die Auswahl der Prüfschritte liegt im pflichtgemäßen Ermessen des Prüfers. Im Rahmen der Prüfung durch die DUH: n	wurden die Standards für die Nachhaltigkeits­ berichterstattung (entsprechend GRI Guidelines, AA 1000 AS) systematisch abgeglichen, n	 ie im Bericht genannten Informationen d und Daten soweit möglich verifiziert, n	 ie Aktivitäten und Geschäftsfelder der d Berliner Stadtreinigung (BSR) mit den im Nachhaltigkeitsbericht aufgeführten Themen­ bereichen analysierend verglichen und n	 espräche mit relevanten Mitarbeiterinnen G und Mitarbeitern der BSR über die Nachhaltig­ keitsstrategie, die Nachhaltigkeitsgrundsätze, das Nachhaltigkeitsmanagement sowie die Datenerfassung und -aufbereitung im Unter­ nehmen geführt. Die Berliner Stadtreinigung (BSR) nimmt als eines der größten kommunalen Unternehmen in der euro­ päischen Entsorgungsbranche erheblichen Einfluss auf die Umwelt und ihr soziales Umfeld. Den ersten Nachhaltigkeitsbericht in der Geschichte des Unter­ nehmens versteht die Deutsche Umwelthilfe e.V. als begrüßenswerten Versuch eines verantwortungs­ bewussten Managements, die damit verbundenen Herausforderungen anzunehmen. Der Bericht dokumentiert das Streben der BSR nach mehr Trans­ parenz in diesem Bereich – sowohl nach außen als auch nach innen. Die BSR gehört damit noch zu einer Minderheit von Unternehmen in der Entsor­ gungsbranche, die sich intensiv mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen und dies in Form entsprechender Veröffentlichungen kommunizieren. Der Nachhaltigkeitsbericht stellt insofern einen demonstrativen Schritt dar, hin zu mehr öffentlicher Reflexion über die ökologischen und sozialen Folgen wirtschaftlichen Handelns. Die Leserinnen und Leser erhalten nützliche Informationen über vielfältige Ansätze auf Nachhaltigkeit zielender Unternehmens­ aktivitäten. Der Bericht ist gut und übersichtlich strukturiert. Neben einer breiten Darstellung der Nachhaltigkeits­ bereiche greift er vertieft zentrale Themen wie Klimaschutz und Chancengleichheit auf. Wesent­ liche und für vielfältige Stakeholder relevante Informationen – wie etwa das Unternehmensprofil, die Unternehmensstrategie, Vision und Cor­po­ ate-Governance-Strukturen sowie ökologische, r öko­ omische und soziale Leistungen – werden n angemessen dargeboten. Die Darstellung umfasst die unternehmerischen Kerntätigkeiten. Sprache, Tabellen und Diagramme zur Erläuterung von Fachinformationen sind auch für interessierte Laien gut verständlich. Bewertungen respektive daraus abgeleitete Schlussfolgerungen sind plau­ i­ el sb und nachvollziehbar dargestellt.

Herausforderungen für die Zukunft
In der Sache sieht die Deutsche Umwelthilfe trotz der beschriebenen Vielfalt nachhaltigkeitsbezogener Aktivitäten bei der BSR noch erheblichen Verbesse­ rungsbedarf. Die Fakten zur Nachhaltigkeit zeigen zwar Fortschritte der unternehmensweiten Nach­ haltigkeitsanstrengungen, mit dem klaren Bekennt­ nis zur Nachhaltigkeit als Unternehmenskonzept werden aber auch zukünftige Verpflichtungen deutlich. Dabei sollten die gesellschaftlichen Anspruchsgruppen und ihre Interessen systematisch und adäquat in die Berichterstellung einbezogen werden. Eine Darstellung der bisherigen und geplanten Aktivitäten im Austausch mit – im Einzel­ fall auch kritischen – externen Stakeholdergruppen fehlt jedoch. Die Deutsche Umwelthilfe empfiehlt der BSR nachdrücklich, den Dialog mit gelegentlich auch unbequemen Stakeholdern, zum Beispiel Bürgerinitiativen und anderen von Problemen im Zusammenhang mit der Entsorgung betroffenen Bürgern, offensiv anzugehen. Ziel muss es sein, gemeinsam nach tragfähigen Lösungen zu suchen und im Rahmen des Nachhaltigkeitsberichts die Themen auch an den offensichtlichen Problemen zu orientieren. Nachhaltigkeit ist mehr als die Summe der drei Dimensionen Ökonomie, Ökologie und Soziales. Gerade dem übergeordneten interdisziplinären Management der drei Nachhaltigkeitsdimensionen kommt besondere Bedeutung zu. Integrative Organisationsstrukturen zu Nachhaltigkeit befinden sich bei der BSR erkennbar noch in einem frühen Stadium. Ihre Notwendigkeit wird demzufolge nicht ausreichend kommuniziert. Die Deutsche Umwelt­ hilfe regt daher dringend an, die betriebsinterne bereichsübergreifende Organisation des Nachhaltig­ keitsmanagements zu verbessern und in nachfol­ genden Berichten entsprechend zu dokumentieren. Die in diesem 1. Nachhaltigkeitsbericht der BSR gesetzten Ziele überzeugen in ihrer proklamierten Stoßrichtung. Sie leiden aber erheblich unter dem weitgehenden Verzicht auf Quantifizierung. Für eine transparente und glaubwürdige Beurteilung der Zielerreichung sind eng formulierte und in Folge­ berichten nachprüfbare Ziele unabdingbar. Die Deutsche Umwelthilfe empfiehlt deshalb Ziele mit konkreten Zahlen zu verknüpfen, um diese über­ prüfbar zu machen. Die Zielerreichung bzw. -verfeh­ lung muss grundsätzlich in den Folgeberichten überprüfbar sein. Kritisch sieht die Deutsche Umwelthilfe in diesem Zusammenhang, dass die im Umweltbericht 2004 / 2005 benannten Ziele hier keine Erwähnung finden bzw. die Zielerreich­ ng /  u -nichterreichung nicht dargestellt wird. Der Prozess der Nachhaltigkeitsberichterstattung sollte in den Folgejahren noch stringenter, systema­ tischer und konzernweit etabliert werden. Sie sollte sich konsequenter als bisher an international an­ rkannten Standards ausrichten, um die Trans­ a­ e p renz und Vergleichbarkeit zu erhöhen. Nützlich für die Glaubwürdigkeit und erwünschte Wirkung des Berichts nach innen und außen wäre es zudem, wenn im Nachhaltigkeitsbericht nicht ausschließ­lich Erfolge, sondern auch ungelöste Probleme und Konflikte und mögliche Ansätze zu ihrer Lösung oder Entschärfung selbstbewusst kommuniziert würden. So werden Geruchsbelästigung und Lärm, beides ständige und geradezu naturgegebene Konfliktfelder der Branche, im vorliegenden Bericht nach Überzeugung der Deutschen Umwelthilfe unzureichend thematisiert. Kaum Beachtung findet auch das aus ökologischer Sicht grundlegende Thema der Müllvermeidung und Abfallberatung. Hier steht die BSR vor der Herausforderung, Umwelt­ schutz über die Grenzen des Unternehmens hinaus zu betreiben – und damit in der Öffentlich­ keit zu punkten. Das Maß an Verantwortung, das die BSR für eine nachhaltige Entwicklung übernimmt, bestimmt maß­ eblich die zukünftige Außen- und Innenwahr­ g nehmung des Unternehmens. Dazu gehört auch das glaubhafte Bemühen, in vielfältigen Partnerschaften nach gemeinsamen Lösungen für bestehen-­ de Probleme zu suchen. Die Fakten zur Nachhal­ tigkeit, niedergelegt in einer regelmäßigen, transpa­ renten Berichterstattung, können dafür Kompass und Motor werden. Mit dem ersten Nachhaltigkeits­ bericht ist ein guter Anfang gemacht.

Jürgen Resch Bundesgeschäftsführer Deutsche Umwelthilfe e.V.

95

96

Anhang

Nachhaltigkeitsprogramm

Nachhaltigkeitsprogramm
Ziel Ökonomie Tarifstetigkeit durch nachhaltiges Wirtschaften Durchführung von Benchmark-Analysen Umsetzung des dritten Effizienzsteigerungsprogramms Konzeption des vierten Effizienzsteigerungsprogramms Umsetzung des vierten Effizienzsteigerungsprogramms Entwicklung und Umsetzung von strategischen Warengruppenstrategien im Einkauf Mitte 2009 Ende 2009 Ende 2009 Ende 2012 Fortlaufend Reduzierung der CO2-Emissionen des BSR-Fuhrparks Maßnahme Termin Ziel Ökologie Nutzung von regenerativen Energien auf den BSR-Liegenschaften Solaranlage zur Warmwasseraufbereitung auf den Liegenschaften Brunsbütteler Damm und Ostpreußendamm Solaranlagen zur Stromerzeugung auf den Liegenschaften Lengeder Straße, Nobelstraße, Ostpreußendamm Holzheizung auf den Liegenschaften Lengeder Straße, Nordring, Gradestraße und Ringbahnstraße Karkassenmanagement für Nutzfahrzeugreifen (Zuführung von ca. 500 Reifen zur Runderneuerung) Inbetriebnahme von automatischen Reifen­luftdruckprüfungsanlagen auf den Betriebshöfen der Müllabfuhr Ökologie Senkung des Stromverbrauchs der Müllverbrennungsanlage Ruhleben Einsatz von dampfbetriebenen anstatt elektrischen Speisewasserpumpen Optimierung der einzelnen Kessellinien hinsichtlich des spezifischen Stromverbrauchs Verminderung der Methanemissionen von Altablagerungen Erweiterung der Gassicherung durch Ausbau der Gasfassung der Altablagerung Marienfelde Erneuerung der Gassicherung der Altablagerung Lübars durch Tiefbrunnen und Erneuerungen an der Gasstation Energetische Nutzung von Abfällen Einsparung von Strom und Wärme­e­ ergie auf den BSR-Liegenschaften n Vergärung des Berliner Bioabfalls und energetische Nutzung des Biogases Einbau eines Ringtransformators auf den Liegen­ schaften Ringbahnstraße und Forckenbeckstraße Erweiterung und Umbau der Lüftungsanlagen auf den Liegenschaften Brunsbütteler Damm und Ostpreußendamm Optimierung der Wärmepumpen am Standort Kniprodestraße durch Einbau eines Pufferspeichers Erneuerung der Heizkreisverteilung Forckenbeckstraße Erneuerung der Heizung Ringbahnstraße, Haus A1 Umstellung der Ölheizung auf der Liegenschaft Nobelstraße auf Erdgas Neukonzeption und Neubau Rechenzentrum (Klimatisierung, Servervirtualisierung) am Standort Ringbahnstraße Jährlich Jährlich 2009 / 2010 2009 / 2010 Reduzierung der fahrzeugbedingten Schadstoffemissionen 2010 / 2011 Reduzierung des Trinkwasserverbrauchs 2009 / 2010 2009 / 2010 Fahrerschulung (kraftstoffsparende Fahrweise) Tourenoptimierung bei der Müllabfuhr Fuhrparkerneuerungsprogramm (beispielsweise wird eine Verbrauchsreduzierung um 7 l / 100 km durch Beschaffung eines neuen Fahrzeugtyps für die Papierkorbentleerung anvisiert) Test von Abfallsammelfahrzeugen mit Hybridantrieb Steigerung des Anteils von Fahrzeugen bei der Reinigung, die mindestens die Abgasnorm Euro 3 + Partikelfilter einhalten, auf 91 % Regenwassernutzung für Fahrzeugbefüllung sowie Nachspeisung Wasseraufbereitungsanlage (ggf. auch für Sanitäranlagen) auf dem Reinigungshof Lengeder Straße Vergabe von Aufträgen nur an Unternehmen, die die in der Kooperationsvereinbarung mit dem Land Berlin formulierten Umweltstandards einhalten (bspw. bei Transportleistungen nur Einsatz von Fahrzeugen, die die Anforderungen der Berliner Umweltzone erfüllen) Ausbau des elektronischen Rechnungsaustauschs mit Großkunden 2009 / 2010 Maßnahme Termin

2009 / 2010

2009 / 2010 2009 / 2010 2009 / 2010

2009 / 2010 2009 / 2010 2009 / 2010

2009 / 2010 Ende 2010

Ende 2010

Vorgabe von Umweltstandards bei Auftragnehmern

Fortlaufend

2009 / 2010 2009 / 2010 Reduzierung des Papierverbrauchs 2009 / 2010 2009 / 2010 2009 / 2010

Fortlaufend

Programm
98

97

Anhang

Nachhaltigkeitsprogramm

Ziel Gesellschaft Ziel Beschäftigte Familienfreundliche Unternehmensführung Einrichtung einer Tauschbörse zum örtlichen Arbeitsplatztausch im Intranet Flexibilisierung der Arbeitszeit auf den Recyclinghöfen Überprüfung möglicher Alternativen zum Dreischichtmodell Stärkung der Gruppenautonomie in der Flächenreinigung Weiterbildungsangebote für Mitarbeiter zur Thematik „50+“ Optimale Ausstattung der Beschäftigten mit Informationen über die BSR-eigenen familienfreundlichen Angebote Schulung und Ausstattung der Führungskräfte mit notwendigen Informationen zur Vereinbarkeitsförderung Informationsoffensive zur Personalentwicklung Gesundheitsförderung Ausbildung von Gesundheitslotsen Diverse Trainings, z. B. zur Rückenstärkung oder zum Umgang mit Stress Diverse Schulungen zur Verbesserung des Sicherheits- und Gesundheitsbewusstseins Gezielte Beratung von Diabetikern Angemessene Impfangebote Verbesserung des Lärmschutzes durch individuell angepasste Otoplastiken Bonusprogramm mit Prämien für regelmäßige gesundheitsförderliche Aktivitäten Aktion „Mit dem Rad zur Arbeit“ Breite Förderung und Weiterentwicklung von gesundheitsbezogenen Betriebssportangeboten Mitte 2010 Mitte 2010 Mitte 2010 Mitte 2010 Fairer Einkauf Mitte 2010 Mitte 2010 Nachhaltige Verbesserung der Sauberkeit und Attraktivität Berlins Maßnahme Termin Förderung des Bewusstseins von Kindern und Jugendlichen für den Umweltschutz und die Sauberkeit in der Stadt

Maßnahme

Termin

Finanzielle und / oder personelle Unterstützung von Projekten wie z. B.: FEZ Wuhlheide und die alle zwei Jahre stattfindende FEZitty, Hauptstadt der Kinder Bezirklicher Schüler-Umweltpreis, z. B. in Treptow-Köpenick und Reinickendorf Langer Tag der Stadtnatur mit speziellen Angeboten für Familien Naturschutzstation Malchow Kinderfest am Potsdamer Platz zum Weltkindertag Berücksichtigung von sozialen Kriterien bei der Beschaffung von Produkten (keine Kinderarbeit bei der Herstellung oder Bearbeitung) Kampagne „Wie zuhause, nur größer“: Wecken des emotionalen und objektiven Interesses der Berliner an ihrer Stadt und deren gepflegtem Erscheinungsbild Basis für Botschaften der BSR, bspw. zum Thema korrekte Entsorgung Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend

Mitte 2010

Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend

Mitte 2010 Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Fortlaufend Förderung von sozialen und kulturellen Projekten für und mit jungen Menschen

Anzeigen, Plakate auf Fahrzeugen und im Straßenraum Aktion „Raum für Kinderträume“ – Spielplatzpatenschaften – des Bezirkes Spandau Aktion „Rote Nasen“ – therapeutischer Einsatz von Clowns in Kinderkrankenstationen Marzahn-Hellersdorfer Feriensommer Unterstützung der Präventionskampagne des Berliner Fußballverbandes gegen Gewalt: nachhaltiges Werben bei Kindern, Jugendlichen und deren Eltern für mehr Miteinander Unterstützung der Jugendarbeit des 1. FC Union und der Kinder- und Jugendarbeit der Füchse Berlin in Kooperation mit dem Berliner Handballverband Unterstützung des auf Spenden angewiesenen Doms durch eine intelligente „Verwertung“ der alten Dachbekrönung des Berliner Doms in einem integrativen Projekt mit Studenten der Universität der Künste Eindämmung des Befalls der Berliner Kastanien durch Miniermotten Zusammenarbeit mit der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, den Grünflächenämtern, Schulen, Kitas und engagierten Bürgerinnen und Bürgern bei der Laubsammelaktion „Rettet unsere Kastanie“

Fortlaufend

Fortlaufend

Programm
99

Fortlaufend

100

Anhang

Nachhaltigkeitskennzahlen

Nachhaltigkeitskennzahlen
In diesem Abschnitt sind für den Berichtszeitraum 2006 / 2007 für die Bereiche Ökonomie, Ökologie, Beschäftigte und Gesellschaft Kennzahlen der BSR in tabellarischer oder grafischer Form – für den Aspekt „Beschäftigte“ auch um Erläuterungen ergänzt – aufgeführt.

Ökonomie
Werte Umsatz Personalaufwand Abschreibungen Investitionen Anlagevermögen Eigenkapital Bilanzsumme

2006 Mio. Euro 491 270 64 151 1.050 61 1.299

2007 Mio. Euro 475 256 65 44 1.031 82 1.225

Veränderung % –3,3 –5,2 1,6 –70,9 –1,8 34,4 –5,7 Kraftstoff Kraftstoff gesamt Diesel Ottokraftstoff Erdgas Strom Strom gesamt MVA Ruhleben Liegenschaften

Input

2006 MWh 51.501 36.666 14.835

2007 MWh 48.170 33.939 14.231

Veränderung % –6,5 –7,4 –4,1

% 88.238 MWh 7.528.712 l 768.027 l 486.247 kg 89.782 MWh 8.087.092 l 347.836 l 464.797 kg 1,7 7,4 –54,7 –4,4

Weitere Kennzahlen zur Ökonomie können Sie unserem Geschäftsbericht entnehmen.

Ökologie
Wärmeenergie Wärmeenergie gesamt Erdgas Heizöl Stützfeuerung MVA Ruhleben Heizöl Liegenschaften Fernwärme Eigenbedarf selbst erzeugte Wärme aus Solarenergie

Input

2006 MWh 46.259 6.537 12.477 17.260 9.741 244

2007 MWh 40.510 7.669 9.820 13.263 9.514 244

Veränderung Abfall % –12,4 17,3 –21,3 –23,2 –2,3 0 Wasser Wasser gesamt Trinkwasser (inkl. Standrohren) Brunnenwasser MVA Ruhleben

t 517.148

t 505.952

% –2,2

m³ 298.389 150.601 147.788

m³ 303.580 128.170 175.410

% 1,7 –14,9 18,7

Ökologie
101 102

Anhang

Nachhaltigkeitskennzahlen

Output Wärmeabgabe Heißdampf MVA Ruhleben Deponiegasverwertung

2006 MWh 1.083.630 45.145

2007 MWh 1.043.986 43.005

Veränderung % –3,7 –4,7 Abwasser Schmutzwasser sanitär / betrieblich (inkl. Standrohren)

Output

2006 m3 137.442

2007 m3 117.701

Veränderung % –14,4

Stromabgabe Fotovoltaik Deponiegasverwertung

MWh 58 73.959

MWh 87 76.766

% 50 3,8

Schadstofffrachten MVA Ruhleben Staub SO2 CO HCl

kg 4.859 28.323 8.946 14.639 150.258

kg 821 21.054 9.029 13.995 146.310

% –83,1 –25,7 0,9 –4,4 –2,6

CO2-Äquivalente CO2-Äquivalente gesamt Deponien	
(Emissionen CO2-äquivalente Deponiegase abzüglich Gutschrift für Strom- und Wärmeabgabe)

t 16.671 178.090

t –14.978 138.894

% –189,8 –22,0

NOx

Bestand Fahrzeuge je Schadstoffklasse

2006 Stück 1.313

30.06.2008 Stück 1.209

Veränderung % –7,9

MVA Ruhleben
(CO2-Emissionen fossile Abfallanteile + Eigenbedarf Strom / Heizöl; abzüglich CO2-Gutschrift für erzeugten Heißdampf, Substitution von Steinkohle)

–202.281

–193.847

4,2

Fahrzeuge gesamt ( hne PKW, Anhänger, Gabelstapler, o Streucontainer, Rasenmäher) Euro 0

322 139 260 439 153 0

109 31 218 417 430 4

–66,1 –77,7 –16,2 –5,0 181,0

Liegenschaften (Strom und Wärmeenergie) Fuhrpark (Kraftstoff)

17.651 23.211

16.334 23.641

–7,5 1,9

Euro 1 Euro 2 Euro 3 / D4 Euro 4

Abfall Selbst erzeugter Abfall gesamt
n n

t 182.292 27.421 154.871 118.904 13.335 11.444 28.756 9.853

t 152.987 21.978 130.919 113.263 13.318 11.249 1.082 14.075

% –16,1 –19,8 –15,5 –4,7 –0,1 –1,7 –96,2 42,8

Euro 5

davon gefährlich davon nicht gefährlich

Schlacken, Aschen (MVA) Rauchgasreinigungsrückstände (MVA) Eisenschrott (MVA) Bauabfälle (ohne Schrott) Sonstige Abfälle

Ökologie
104

103

Anhang

Nachhaltigkeitskennzahlen

Datengrundlagen für die Berechnung der Treibhausgasemissionen der BSR
Der Berechnung der Emissionen an CO2-Äquivalenten liegen folgende Festlegungen zu Grunde: 1.	CO2-Emissionsfaktoren: Die verwendeten Faktoren für Strom, Heizöl, Diesel, Benzin / Super und Steinkohle entstammen der Datenbank GEMIS 4.3 – Globales Emissionsmodell Integrierter Systeme (www.oeko.de/service/gemis/de/index.htm). Für Heizöl wurde ein Heizwert von 10 kWh / l, für die Kraftstoffe Diesel 9,94 kWh / l, Ottokraftstoff 8,84 kWh / l und Erdgas 13,6 kWh / kg (Annahme: Erdgas zu je 50 % aus Russland und aus Norwegen) angesetzt. Die Emissionsfaktoren für Fernwärme und Strom basieren auf den Angaben von Vattenfall für Berlin.

Beschäftigte
Entwicklung der Beschäftigtenanzahl

Kraftstoff Diesel Ottokraftstoff Erdgas 2.664 g CO2  / l 2.378 g CO2  / l 2.734 g CO2  / kg

Strom / Wärmeenergie Strom Heizöl Erdgas Fernwärme Steinkohle

g CO2 / kWh 697 268 201 145 336

In den Jahren 2006 / 2007 haben wir den Weg in Richtung Wettbewerbsfähigkeit konsequent weiter beschrit­ ten. Über einen sozialverträglichen Abbau wurde das Personal der BSR um ca. 240 Mitarbeiterinnen und M ­ itarbeiter reduziert. 213 Beschäftigte nutzten die betrieblichen Angebote zur Altersteilzeit und zum Vor­ ruhestand, um früher aus dem Erwerbsleben auszu­ cheiden. Seit 2006 wurden über 200 Neueinstellungen s vorgenommen mit dem Ziel, die Alters- und Qualifikationsstruktur sukzessive zu verbessern.

Entwicklung der Beschäftigtenanzahl zum jeweiligen Jahresende (Anzahl Arbeitsverträge) 2007
5.273

2.	 VA Ruhleben: Für die Berechnung der CO2-Emissionen der MVA wurden, neben dem Eigen­ M bedarf an Heizöl und Strom, die aus der Verbrennung des fossilen Anteils des Restabfalls stammenden CO2-Emissionen herangezogen. Das Umweltbundesamt gibt hier einen Emissions­ aktor von 0,3725 t CO2 / t Siedlungsabfall an (www.home.eper.de/index.php?pos=/ f startseite/faq/emissionsfaktoren/CO2_biomasse/). Da der fossile Anteil des Berliner Restabfalls unter dem Bundesdurchschnitt liegt, erfolgte eine Reduktion dieses Faktors um 10 %. Dem gegenüber steht eine CO2-Gutschrift für den an das benachbarte Kraftwerk Reuter abge­ gebenen Heißdampf (Annahme: Substitution von Steinkohle bei einem Wirkungsgrad für die Dampferzeugung von 90 %). 3.	 eponien: Die Umrechnung der Methanemissionen in CO2-Äquivalente erfolgte mit dem D Faktor 21 (1 kg CH4 entspricht 21 kg CO2) und unter der Annahme, dass 30 % des Deponiegases emittieren und 70 % einer Gasfassung und energetischen Nutzung zugeführt werden. 2006 Methanemissionen der BSR-Deponien Methanemissionen gesamt (mit Gasfassung) Deponie Schwanebeck Deponie Schöneicher Plan Deponie Wernsdorf t 11.132 4.667 5.742 723 2007 t 9.319 3.830 4.870 619

2006 2005
4.000 4.250 4.500 4.750 5.000 5.250

5.398

5.514

5.500

5.750

Entwicklung der Vollzeitstellen (VZ) zum jeweiligen Jahresende ( arstellung der Beschäftigten über die arbeitsvertragliche Arbeitszeit. D Teilzeitbeschäftigte sind bei dieser Betrachtung im Verhältnis zu ihrer Arbeitszeit mit erfasst.) 2007 2006 2005
4.000 4.500 4.934 210

4.993

241 VZ ohne Teilzeit Teilzeit in VZ 5.500

5.084

251

5.000

Der in Brandenburg ins Netz des Energieversorgers E.ON edis AG eingespeiste Strom aus der Deponiegasverwertung wurde mit einer CO2-Gutschrift von 596 g CO2 / kWh angesetzt (Energie­ mix bei der Stromerzeugung durch E.ON edis: 1 / 3 Heizöl, 1 / 3 Erdgas, 1 / 3 Steinkohle; Annahme Wirkungsgrad Stromerzeugung: 45 %). Auf der Deponie Schwanebeck erfolgt zusätzlich eine Wärmeabgabe an das Heizkraftwerk Buch. In Buch erfolgt die Wärmeerzeugung zu 45 % mit Heizöl und zu 55 % mit Erdgas (Annahme Wirkungsgrad: 90 %). Es errechnet sich somit eine CO2-Gutschrift von 257 g CO2 / kWh.

Beschäftigte
106

105

Anhang

Nachhaltigkeitskennzahlen

Mit der gezielten Einstellung von über 200 Personen im Betrachtungszeitraum – davon über 100 Müllwerker und Straßen- / Grünflächenreiniger – konnte einer Veränderung der Altersstruktur nur bedingt entgegen­ ewirkt werden. Das Durchschnittsalter der Beschäftigten stieg von 44,7 Jahren g Ende 2005 auf 45,6 Jahre Ende 2007.

Unfallbilanz
Trotz umfassender Verhaltensprävention konnten auch 2007 Unfälle bei der Arbeit oder auf dem Weg vom oder zum Unternehmen nicht vermieden werden. Insgesamt 505 Unfallereignisse wurden verzeichnet. 2007 verunglückten pro eintausend Beschäftigte 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (sogenannte 1.000-Mann-Quote).

Verteilung der Beschäftigten nach Altersgruppen
30 2006
2007 2006 2005

2007

Veränderung %

Unfallbilanz Anzahl Unfälle 559 59 6.744 505 53 6.173

–9,7 –10,2 –8,5

20

1.000-Mann-Quote Arbeitsunfallbedingte Ausfalltage

10

Beratungsleistungen der Gesundheits- und Sozialberatung
Im Jahr 2007 nahmen 436 Beschäftigte in persönlichen, vertraulichen Angelegenheiten die Beratungsleis­ ungen der BSR-Gesundheits- und -Sozialberatung in Anspruch. t Gegenüber 2006 konnte eine Zunahme der Beratungsleistungen verzeichnet werden.
< 20 21–25 26–30 31–35 36–40 41–45 46–50 51–55 56–60 61–65

2006 Mit Beginn des Ausbildungsjahrgangs 2007 haben wir die Anzahl unserer Ausbildungsplätze von 60 auf 70 erhöht. Dies entspricht einem Anstieg von ca. 17 %. Der Anteil der schwerbehinderten Beschäftigten stieg von 9,4 % Ende 2005 auf 10,3 % Ende 2007. Somit lag die Schwerbehindertenquote in unserem Unternehmen durchgängig über der gesetzlich geforderten Mindestquote von 5 %. Anzahl Beratungen Alkoholprävention Gesundheitsberatung Soziale Schuldnerberatung Führungskräfte (Kooperationen) 284 382 148 110

2007

Veränderung %

269 389 225 195

–5,3 1,8 52,0 77,3

Krankenquote
Die Krankenquote (mit Lohnfortzahlung) ist von 2006 nach 2007 leicht gestiegen. Diese Entwicklung dürfte insbesondere mit dem Anstieg des Durchschnittalters unserer Beschäftigten zusammenhängen.

Leistungen des Betriebsärztlichen Dienstes
2006 2007 % 7,5 4,9 8,1 Anzahl Untersuchungen / Leistungen Untersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen Sonstige ärztliche Untersuchungen Schutzimpfungen Beratungen und Begehungen 676 602 835 170 987 937 878 487 2007 Veränderung % 46 55,6 5,1 186,5

2006 Krankenquote Krankenquote gesamt Angestellte Arbeiter % 6,8 4,7 7,4

Beschäftigte
107 108

Anhang

Gesellschaft
Im Jahr 2007 betrugen die Gesamtausgaben der BSR für Spenden und Sponsoring rund 127.000 Euro. Von 389 Anfragen wurden 259 bzw. 67 Prozent positiv beschieden. Die Aufteilung der geförderten Projekte nach Kategorien ist in der nachfolgenden Tabelle aufgeführt:

Ansprechpartner
Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Ringbahnstraße 96 12103 Berlin Tel. 030 7592-4900 Fax 030 7592-2262 www.BSR.de

Verteilung der geförderten Projekte nach Kategorien
2006 Anzahl geförderter Projekte Projekte gesamt Kitas, Schulen, Bildungseinrichtungen Sport Kultur Bezirke Initiativen, Sonstiges 218 57 40 0 11 110 259 78 47 2 9 123 –18,2 11,8 2007 Veränderung % 18,8 36,8 17,5

Zuständig für den Nachhaltigkeitsbericht: Frieder Söling Tel. 030 7592-2466 Fax 030 7592-4403 E-Mail: Frieder.Soeling@BSR.de

Gesellschaft
109

Papierhinweis Gedruckt auf 100 % Recyclingpapier (EnviroTop mit dem Umweltzeichen „Blauer Engel“)

110

Herausgeber Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Ringbahnstraße 96 12103 Berlin Tel. 030 7592-4900 Fax 030 7592-2262 www.BSR.de Konzept und Gestaltung RotherPechstein GmbH, Berlin Fotos Hartwig Klappert BSR Corbis (Seite 30–31), Getty Images (Seite 72–73),

Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Ringbahnstraße 96 12103 Berlin Tel. 030 7592-4900 Fax 030 7592-2262 www.BSR.de

E 2084 / 02.09 / 2.000
        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.