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Full text: Bericht über das Geschäft der BSR ... (Rights reserved) Ausgabe 2011 Mehrwert (Rights reserved)

Mehrwert Bericht über das Geschäft der BSR 2011 Inhaltsverzeichnis 06 08 10 44 46 48 49 50 52 53 57 58 63 66 67 Vorwort des Vorstandes Bericht des Aufsichtsrates Vier Metropolen – eine Welt Von der Verlust- zur Mehrwertwirtschaft Der Weg des Berliner Mülls Dahinter steckt System Richtschnur Tarifstetigkeit Verwertung mit Strategie Handfeste Vorteile Berlin ist keine Insel Mehr Klarheit dank Ökocockpit Für mehr Lebensqualität Für das Berlin von morgen Für die Hauptstadtregion Gemeinschaftlich – initiativ – aktiv 72 74 76 77 98 100 Unsere Zahlen auf einen Blick Bilanz Gewinn- und Verlustrechnung Anhang Anlagenspiegel Lagebericht 2011 Geschäft der BSR 6 Liebe Leserin, lieber Leser, im Jahr 2011 haben wir fortgesetzt, wofür die BSR in Berlin steht: Wir schaffen Mehrwert. Zuverlässigkeit, Wirtschaftlichkeit, Planungssicherheit und sozial und ökologisch verantwortliches Handeln zum Nutzen der Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt kennzeichnen das Wirtschaftsjahr 2011. Unsere auch überregional darauf gegründete Reputation strahlt positiv auf das Bild von Berlin ab. Unsere Zuverlässigkeit haben wir in harten Wintermonaten unter Beweis gestellt. Trotz zusätzlicher Aufgaben ist es zu keiner Zeit zu wesentlichen Beeinträchtigungen gekommen. Die Sicherheit der Abfallentsorgung war zu keiner Zeit gefährdet. Unsere Anlagen arbeiten mit hoher Verfügbarkeit. Unsere Wirtschaftlichkeit spiegelt sich auch in der Tarifperiode 2011/2012 wider. In der Abfallwirtschaft konnte das Tarifvolumen absolut gesenkt werden, in der Reinigung real mit einer Erhöhung unterhalb der Inflations­ rate. Und das, obwohl wir bundesweit schon die niedrigsten Tarife haben. Sehr zufrieden sind wir mit dem hohen Grad an Planungssicherheit. Unser laufendes Effizienzsteigerungsprogramm verläuft planmäßig. Mit einem Jahresüberschuss von 25,0 Mio. € haben wir eine leichte Ab­ eichung von 3,5 Mio. € nach oben. Im Tarifbereich beträgt die w Ab­ eichung rund 1 %. Unsere Ausschöpfungsquote bei den Investitionen w liegt bei 90 %. Mit der Novellierung des Kreislaufwirtschaftsgesetzes hat die kommunale Seite ihre Position behaupten und festigen können. Für die BSR bleiben die hoheitlichen Abfallmengen und damit die darin enthaltenen Wertstoffe gesichert, weil sie – das ist die gesetzliche Voraussetzung – über ein einem privaten Wertstofferfassungssystem mindestens gleichwertiges System verfügt. Wir sehen uns in unserer mit der Orange Box noch einmal akzen­ tuierten Verwertungsstrategie bestätigt. Wir werden sie weiterhin kon­ sequent umsetzen, um Wertstofferlöse auch in Zukunft tarifmindernd ein­ setzen zu können. Vorwort des Vorstandes 7 Parallel zur Verwertungsstrategie haben wir in 2011 eine eigene Energiestrategie entwickelt, die unsere Rolle als Energieerzeuger und -verbraucher in konkrete Maßnahmen zur Erhöhung der Wertschöpfung im Sinne nachhaltigen Wirtschaftens und wirtschaftlicher Beiträge zur Tarifminderung umsetzt. Wir wollen bis 2020 eine Verbrauchsreduzierung von 10 % erreichen und unsere Erzeugungsaktivitäten ausbauen mit dem Ziel einer Steigerung um 5–10 %. Wir hatten 2007 als erstes landeseigenes Unternehmen eine Klimaschutzvereinbarung mit dem Land Berlin abgeschlossen, in der wir uns ver­ pflichteten, bis 2010 jährlich 121.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen. Dieses Ziel haben wir mit jährlichen Einsparungen von 130.000 Tonnen übertroffen. Im Jahr 2011 haben wir eine zweite Vereinbarung bis 2015 getroffen mit dem Ziel einer jährlichen Einsparung von 113.000 Tonnen. Wir sind zuversichtlich, auch dieses Ziel erreichen zu können. Unser gesellschaftliches Engagement dient der Förderung des Zusammenlebens in unserer Stadt. Im Umfeld zu unserer Aufgabe fördern wir insbesondere Projekte zum Umweltschutz und zur Sauberkeit in der Stadt. Das werden wir auch in den nächsten Jahren zielgerecht fortführen. Freundliche Grüße Ihre Vera Gäde-Butzlaff Vorsitzende des Vorstandes 8 Bericht des Aufsichtsrates Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2011 seine ihm nach Gesetz und Satzung obliegenden Verpflichtungen wahrgenommen und die Geschäfts­ führung durch den Vorstand der Gesellschaft überwacht. Der Aufsichtsrat hat sich in drei ordentlichen Sitzungen über den ordnungsgemäßen Verlauf der Geschäfte umfänglich informiert. Darüber hinaus hat der Vorstand im Rahmen seiner Zuständigkeiten den Aufsichtsrat bzw. seinen Vorsitzenden durch regelmäßige Berichte umfassend informiert. Sämtliche Berichte und Aufsichtsratsvorlagen wurden mit dem Vorstand ausführlich beraten. Der Aufsichtsrat und der Vorstand der Berliner Stadtreinigungsbetriebe Anstalt des öffentlichen Rechts haben den Empfehlungen des von ihnen beschlossenen Corporate Governance Kodex der Berliner Stadtreinigungs­ betriebe Anstalt öffentlichen Rechts im Geschäftsjahr 2011 im Wesentlichen ent­ prochen. Das Kammergericht hat im August 2011 beschlossen in der s Strafsache gegen ein Vorstandsmitglied der BSR AöR die Hauptverhandlung zuzulassen. Das Geschäftsjahr 2011 war besonders durch den Fortgang der Ersatz­ investition für die Kessellinien 5–8 am Standort Ruhleben, die Einführung der Wertstofftonne „Orange Box“ sowie die weitere Umsetzung der Inves­ tition in eine Vergärungsanlage zur Behandlung von Bioabfällen geprägt. Gegenstand weiterer Beratungen im Aufsichtsrat waren die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage, die Personalentwicklung, die Unternehmens­ isiken r sowie der Umsetzungsstand des Effizienzsteigerungsprogramms IV. Der Aufsichtsrat hat sich im Jahr 2011 zudem insbesondere mit der Ent­ icklung w der rechtlichen Rahmenbedingungen im Zusammenhang mit der Novel­ lierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes und der Diskussion um die Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne beschäftigt. Unterstützt wurde der Aufsichtsrat durch seinen Wirtschafts- und seinen Personalausschuss. Der Wirtschaftsausschuss tagte in vier, der Personalaus­ schuss in drei Sitzungen im Jahr 2011. Bericht des Aufsichtsrates 9 Der vom Vorstand aufgestellte Jahresabschluss 2011 und der Lagebericht sind von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG geprüft worden. Die Prüfung hat keine Beanstandungen ergeben; der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk wurde erteilt. Der Jahresabschluss und der Lagebericht wurden ebenfalls vom Auf­ sichtsrat umfassend beraten und zustimmend zur Kenntnis genommen. Der Jahresabschluss wurde festgestellt. An der Beratung haben die Abschlussprüfer teilgenommen. Dem Vorschlag des Vorstandes zur Ver­ wendung des Jahresergebnisses ist der Aufsichtsrat gefolgt und hat den Vorstandsmitgliedern Frau Gäde-Butzlaff, Herrn Dr. Kramm und Herrn Scholz-Fleischmann Entlastung erteilt. Die personelle Besetzung des Aufsichtsrates hat sich im Jahr 2011 verändert. Frau Dr. Heidrun Kletzin ist aus persönlichen Gründen zum 31. März 2011 aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden. Frau Cornelia Kuhlich übernahm in ihrer Nachfolge das Aufsichtsratsmandat zum 01. Juni 2011. Herr Harald Wolf hat sein Mandat als Aufsichtsratsvorsitzender mit Wirkung zum 09. Dezember 2011 niedergelegt. Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand, den Personalräten und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die im Geschäftsjahr 2011 geleistete Arbeit und ihr Engagement seinen besonderen Dank aus. Dr. Ulrich Nußbaum Vorsitzender des Aufsichtsrates der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) AöR 10 Vier Metropolen – eine Welt Verantwortung übernehmen für Mensch und Umwelt. Für moderne Unternehmen der euro­ päischen Abfallwirtschaft ist das kein Bekenntnis, sondern täglich gelebte Praxis. Gemeinsam schaffen sie Mehrwert vor Ort, der weit über ihre Stadtgrenzen hinaus ausstrahlt. Montagmorgen, 6.00 Uhr. Bei der Berliner Stadtreinigung geht die Tagschicht los. Die Trupps der Straßenreinigung strömen in die Stadt. Ihr Job: Fahrbahnen, Gehwege und Plätze kehren, die Stadt sauber und lebenswert halten. Auf 4.000 Kilometer Strecke. Das entspricht der Entfernung Berlin–Madrid und zurück. In der spanischen Hauptstadt geht die Sauberkeitsoffensive zeitgleich los. Täglich aufs Neue. Zugunsten von Mensch und Umwelt. Mittwochmittag, 13.00 Uhr. Das Müllheizkraftwerk Ruhleben läuft hochtourig. Fuhre um Fuhre landet der Berliner Restmüll an. Dutzende Fachleute kümmern sich um den reibungslosen Betrieb. Abfälle aus Haus und Hof werden hier zu Strom und Wärme. Dank modernster Technik klappt das sauber und zuverlässig. Ebenso wie in Budapest, wo ein Expertenteam zur selben Zeit ein neues Filter­ system testet. Die Müllverbrennung wird damit noch effizienter. Gutes noch besser. Wie in Berlin. Samstagmorgen, 11.00 Uhr. Auf den Berliner Wochenmärkten herrscht Hochbetrieb. Die Haupt­ städter decken sich mit Lebens­ mitteln für die nächsten Tage ein. Um Abgelaufenes und Übrigge­ bliebenes kümmert sich die BSR. Weggeworfenes wird aufgesam­ melt, sortiert, verwertet. 1.000 Kilo­ meter weiter westlich machen die Londoner Müllwerker das genauso. Mit ihren Berliner Kollegen eint sie das Wissen, dass Abfälle Rohstoffe sind, die einen Wert haben. Drei Momentaufnahmen aus vier Metropolen – eine Gewissheit: Wir alle leben in einer Welt. Moderne Stadtreinigungsbetriebe helfen sie zu erhalten. Für den Schutz der natürlichen Ressourcen. Für das Klima. Für lebenswerte Städte. In Gegenwart und Zukunft. London Berlin Madrid Vier Metropolen – eine Welt 11 Einwohner 3,2 Mio. Budapest Madrid Budapest London Berlin 1,7 Mio. 7,8 Mio. 3,5 Mio. Madrid Durchschnittlich 6.500 Menschen sind jeden Tag auf den Straßen der spanischen Hauptstadt aktiv für saubere Wege und Plätze. Unterstützt werden sie von einem modernen Fuhrpark mit rund 1.200 Fahrzeugen, davon viele gasbetriebenen. Die sind nicht nur besonders leise, sondern nutzen auch dem Klima. So wie die Abfallwirtschaft insgesamt: Durch Recycling und energetische Abfallverwertung werden allein in Madrid jedes Jahr 768.000 Mio. Tonnen CO2 vermieden. Madrid Madrid Madrid 3,2 Mio. Einwohner n 605 km² Fläche n 21 Stadtbezirke n Tägliches Abfallaufkommen: 4.300 Tonnen n Jährliche Recyclingleistung: 38.000 Tonnen Glas – 120.000 Tonnen Papier – 53.000 Tonnen Plastik und Metalle n / Aus Restabfällen gewonnene Energie: 306.000 MWh   Jahr – entspricht dem Jahresverbrauch von 96.000 Haushalten Budapest In der ungarischen Hauptstadt sorgen die Müllwerker und Straßenreiniger von früh bis spät für sauberere Plätze und Wege. Unentdeckte Schmutzecken kann ihnen jeder Mitbürger stecken. Um das öffentliche Bewusstsein für den Wertstoff Abfall weiter zu schärfen, hat das kommunale Reinigungsamt zahlreiche Informationskampagnen aufgelegt. Budapest Budapest Budapest 1,7 Mio. Einwohner n 525 km² Fläche n 23 Bezirke n Entsorgung Siedlungsabfälle durch Ablagerung / 340.000 t / Jahr n Entsorgung durch thermische Verwertung 360.000 t   Jahr n Selektive Sammlung / Altstoffe 23.000 t / Jahr n Grüner Abfall / Gartenabfälle 120.000 t   Jahr London Ehrgeizige Abfallziele hat sich die Stadt für die 2012 statt­ findenden Olympischen Spiele gesetzt: Sämtlichen hier anfallen­ en Ab­ ällen bleibt der Weg auf Deponien versperrt, d f mindes­ ens 70 % sollen recycelt werden. Von der dafür auf­ t gebauten Infrastruktur werden Mensch und Umwelt noch lange nach Ende der Spiele profitieren. London London London 7,8 Mio. Einwohner (Stadt) n 1.570 km² Fläche n City + 32 Distrikte n Aufkommen Siedlungsabfälle 2009 / 2010: 3,8 Mio. Tonnen n Deponiert: 49 % n Kompostiert oder recycelt: 27 % n Thermisch verwertet: 21 % – damit Stromversorgung von 130.000 Haushalten Berlin Einer hohen Lebensqualität verpflichtet: Fast 5.500 Männer und Frauen im Orange der Berliner Stadtreinigung machen sich jeden Tag auf, die deutsche Hauptstadt mit zu gestalten. Sie bürgen für saubere Plätze und sichere Wege, für pünktlich geleerte Abfalltonnen, für eine Stadt, in der sich bestens leben lässt. Davon profitiert auch die Umwelt. Denn Verwertbares schleusen sie in neue Nutzungskreisläufe. Ohne Wenn und Aber. Berlin Berlin Berlin 3,5 Mio. Einwohner n 892 km² Fläche n 12 Bezirke, 95 Ortsteile n Von der BSR 2011 angenommene Siedlungsabfälle: 1,3 Mio. Tonnen n Gereinigte Fahrbahnen und Wege: 1,5 Mio. Kilometer n Thermisch verwertete Restabfälle: 523.000 Tonnen – damit Stromversorgung von 61.000 Haushalten, Wärme­ nergie für 35.000 Haushalte n Dadurch vermiedene Emissionen: 207.000 Tonnen CO2 e 44 Von der Verlustzur Mehrwertwirtschaft Die BSR schafft mehr Wert für Berlin. Gemeinsam mit ihrer Belegschaft, Lieferanten, Nachbarn und der Öffentlichkeit. Verantwortungsbewusst, zuverlässig und nachhaltig. Als Vorreiter und Motor bei der Umsetzung ehrgeiziger europäischer Standards. O b London, Madrid, Budapest oder Berlin – die jahrhundertealte Praxis, Müll zu vergraben und zu vergessen, ist hier Vergangenheit. Was früher verbuddelt wurde, wird einem durchdachten Stoffstrom- und Ressourcenmanagement zugeführt. Einem System, das für saubere Städte sorgt, die Umwelt ent­astet l und für Lebensqualität bürgt. Eine moderne Abfallwirtschaft sieht Abfall nicht als Müll, sondern als Grundstoff für Neues: für neue Produkte oder für eine saubere und sichere Energie- und Wärme­ ver­­ sorgung. Sie stemmt sich gegen eine Verlustwirtschaft, die endliche Ressourcen achtlos wegwirft und deren Vorkommen so weiter ver­ringert. aufkommen. Gleichzeitig erzwingen das globale Bevölkerungswachstum, die Erderwärmung und die zunehmende Rohstoffverknappung ein grundlegendes Umdenken in Richtung nachhaltiger Konsumund Wirtschaftsweisen. In Europa hat die Politik darauf reagiert. Mit Richtlinien und Ge­ etzen ebnet sie den Weg in die s Mehrwirtschaft. Ihn auszubauen, haben sich viele europäische Unternehmen der Abfallwirtschaft zur Kernaufgabe gemacht. Sie denken global und geben mit konkreten Lösungen vor Ort Impulse zur Bewältigung zentraler Zukunfts­ herausforderungen. Dass Abfälle Rohstoffe sind und sich aus Müll Mehrwert bergen lässt, stellt auch die Berliner Stadtreinigung täglich unter Beweis. Als größtes kommunales Entsorgungsunternehmen in Europa ist sie für die Abfallentsorgung von rund 1,8 Mio. Berliner Haushalten ver­ ntwortlich und für die tägliche a Reinigung von 4.000 Kilometern städtischer Straßen und Wege. Global denken, lokal handeln Für die Metropolen dieser Welt ist der Weg raus aus der Verlustwirtschaft alternativlos. Ihre Einwohnerzahlen wachsen und mit ihnen das täglich zu bewältigende Abfall­ Von der Verlust- zur Mehrwertwirtschaft 45 Abfälle zur Verwertung UT, Lau Jahr bu aufg eno nd mm W 35.100 t ins eih gesa en mt un na pro d c Jah ve r, d rw av on 31 e) m äu sb ht t te er  % er üb da sH 9 % ü und 6 stem y ols ber die Recycli nghö fe 128.400 t pr o Organische Abfälle 88.100 t pro Jahr ( BIO G Sperrmüll Kehricht 1,8 Mio. Berliner Haushalte 46 Der Weg des Berliner Mülls Rohstoffe haben einen Wert. Aus dem Berliner Abfallstrom filtert die BSR Verwertbares heraus, um es in Produktions- oder Energiekreisläufe zurückführen. Ü ber 450.000 Tonnen Wertstoffe durchlaufen das BSRVerwertungssystem im Jahr. Sie werden sicher, zuverlässig und kostengünstig erfasst und anschließend recycelt oder energetisch weiter­verwertet. Beispiel Straßenkehricht: Rund 80.000 Tonnen fegten die Straßen­ reiniger der BSR 2011 zusammen. Der Kehricht wurde anschließend zusammen mit weiteren Siedlungs­ abfällen zur umweltschonenden Stromund Wärmeerzeugung genutzt. Beispiel Laub: Was von Berliner Bäumen fällt, birgt natürlichen Mehrwert. Rund 116.000 Kubikmeter Laub hat die BSR 2011 eingesammelt und in Kompos­ tierungsanlagen zu gehaltvollem Humus für Hobbygärtner und den Landschaftsbau aufgewertet. Beispiel Wertstoffe: Elektrokleingeräte, Datenträger, Kunststoffe oder Textilien sammelt die BSR in Berlin seit 2011 in der sogenannten Orange Box direkt vor den Haustüren der Hauptstädter ein. Mit der neuen Wertstofftonne stieg die Berliner Recyclingquote bei hochwertigen Ressourcen erheblich – ein großer Schritt raus aus der Verlustwirtschaft. Beispiel Biomüll: Bananenschalen, Kaffeesatz und andere organische Abfälle aus den Berliner Haushalten wird die BSR künftig in einer modernen Vergärungsanlage zu Biogas aufbereiten. Das Gas dient dann zum Betanken gasbetriebener Müllsammelfahrzeuge – und nimmt Druck von den natürlichen Ressourcen. Der Weg des Berliner Mülls 47 Das Müllheizkraftwerk der BSR in Ruhleben. Energie für Berlin Nicht jeder Abfall kann zu vertret­ baren Kosten sortiert und hoch­ wertig recycelt werden. Viele Mate­ rialien altern nach mehrmaliger Aufbereitung und lassen sich weder wirtschaftlich noch in akzeptabler Qualität in Stoffkreisläufe zurück­ schleusen. Werden sie thermisch verwertet, liefern sie aber noch saubere Energie. In Berlin passiert das im BSR-eigenen Müllheizkraft­ werk in Ruhleben, dem modernsten Europas. Herzstück der Berliner Abfallent­ sorgung weniger Emissionen als ein konventionelles Kraftwerk. Sämtliche gesetzlichen Grenz­ werte werden deutlich unterschrit­ ten. Die Schadstoffemissionen der Anlage konnten seit den 1980er Jahren auf ein Zehntel bis ein Hun­ dertstel reduziert werden. Giftige Emissionen aus Müll­ verbrennungsanlagen gehören in Deutschland heute ebenso der Vergangenheit an wie wuchernde Müllberge. Auch in Berlin wurden alle Deponien geschlossen. Die BSR trägt dafür Sorge, dass das noch jahrzehntelang austretende klimaschädliche Deponiegas nicht in die Atmosphäre gelangt. Aus dem Gas gewinnt sie in einem aufwändigen Nachsorgeverfahren Strom und Wärme. Ebenfalls sauber und sicher und rund um die Uhr. Emissionsarm und sicher Aus den rund 523.000 Tonnen Restabfällen, die die Anlage 2011 durchliefen, gewann die BSR genug Energie, um mehr als 61.000 Haus­ halte mit Strom und 35.000 Haus­ halte mit Wärme zu versorgen. Dank moderner Filtersysteme und Rauchgaswäsche verursacht das 48 Dahinter steckt System Für die Abfälle aus privaten Berliner Haushalten bietet die BSR eine Reihe verschiedener Entsorgungsmöglichkeiten. Dahinter steckt ein durchdachtes Verwertungssystem: Recyclinghöfe (15) Schadstoffsammelstellen (6) Abholservice für Sperrmüll Laubsäcke „graue“ Hausmülltonne BIOGUT-Tonne für biologische Abfälle Wertstofftonne „Orange Box“ Die BSR-Tochter Berlin Recycling ist zudem Marktführer bei der Erfassung von Papier, Pappe und Karton aus Haushalten und sammelt im Auftrag der dualen Systeme Glasver­ packungen. 78 % der gesammelten Wertstoffe verwerten die BSR und ihre Tochter stofflich: So wird aus Altpapier wieder eine Zeitung, aus einer alten Flasche neues Glas, aus einer Bananenschale Humus. Als kommunales Unternehmen erbringt die BSR ihre Dienstleistungen überwiegend im öffentlichen Auftrag. Sie wirtschaftet gemeinwohlorientiert und fördert den Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz, sichert Beschäftigung vor Ort und investiert in die Region. Den Berlinerinnen und Berlinern garantiert sie eine sichere Abfallentsorgung bei anhaltend hohem Service und langfristig stabilen, sozialverträglichen Tarifen. Richtschnur Tarifstetigkeit 49 Richtschnur Tarifstetigkeit Die öffentliche Trägerschaft der BSR bedeutet keinen Verzicht auf konsequente Wirtschaftlichkeit und hohe Effizienz. Das belegt zum Beispiel die Entwicklung der Berliner Tarife für die Abfall­ entsorgung. Unabhängige Gutachter stellen sie regelmäßig auf den Prüfstand – und finden nichts auszusetzen. N ach Berechnungen des Verbands der Berlin-Brandenburgischen Wohnungs­ unternehmen zählen die Berliner Entsorgungsgebühren zu den niedrigsten unter allen vergleichbaren Großstädten. Sie liegen auch deutlich unter dem Schnitt des Landes Brandenburg. Damit das so bleibt, wird an alle unternehmerischen Ent­ cheidun­ en der BSR die Richts g schnur Tarifstetigkeit angelegt. Die Tarifstruktur der Berliner Stadtreinigung ist darauf ausgelegt, Anreize zum Trennen von Abfällen zu geben, um so die stoffliche Verwertungsquote zu steigern. Je mehr Abfälle recycelt werden, umso größer ist schließlich der Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz. Innerhalb des Verwertungssystems der BSR sind die Tarife deswegen so gestaltet, dass sie umso niedriger sind, je ökologischer die jeweilige Dienstleistung ist. Als öffentliches Unternehmen arbeitet die BSR nach dem Kostendeckungsprinzip. Sinkende Kosten, zum Beispiel durch Effizienzsteigerungen innerhalb des Unternehmens, kommen direkt den Tarifzahlern zugute. Ebenso profitieren sie von Erlösen aus dem Verkauf von Wertstoffen: In Berlin tragen diese schon heute mit 5,5 % zur Tarifstetigkeit bei. Tarifvergleich Mischpreis (Euro / m³ Abfall ) Berlin Dresden München Bremen Essen Hamburg Leipzig Stuttgart Köln Dortmund Frankfurt a. M. Düsseldorf 22,92 34,68 38,60 39,29 41,47 45,62 45,93 47,63 47,63 47,72 55,61 59,97 Quelle: BBU ( Verband Berlin-Bran­ den­burgischer Wohnungsunternehmen e. V.) vom 24. Juni 2010. Alle Angaben brutto. Preisstand: 01.01.2010 50 Verwertung mit Strategie Bei der Erfüllung ihrer öffentlichen Aufgaben stützt sich die Berliner Stadtreinigung auf eine klare Strategie: Entsorgungssicherheit unter Wahrung der Interessen heutiger und künftiger Generationen. D ie BSR ist dabei der Wirtschaftlichkeit ebenso verpflichtet wie der Wahrung hoher sozialer und ökologischer Standards. Diese Ziele erreicht die BSR durch anhaltend hohe Leis­ tungs­ ualität, durch Übernahme q sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung sowie durch Ausbau ihres ökologischen Profils. Die Verwertungsstrategie der BSR hat drei Standbeine: n  arifstabilität: T Mit den Erlösen aus der Wertstoffsammlung wird ein Beitrag zur Stabilisierung der Gebühren für Abfallsammlung und -entsorgung geleistet. Eine wichtige Rolle spielt dabei die weiter optimierte energetische Verwertung des Abfalls im Müllheizkraftwerk Ruhleben.  achhaltigkeit: N Die BSR steht für die ökologisch und ökonomisch optimale Abfallver­ wertung. Ein Beispiel dafür ist die 2012 in Betrieb gehende Biogas­ ver­ ärungsanlage. Mit ihr wird ein weiterer Stoffkreislauf geschlossen. g Wo möglich, wird die BSR ihre Kompetenzen im Management von Stoffströmen und die Kapazitäten für die Vermarktung von Wertstoffen weiter ausbauen.  ukunftschancen nutzen: Z Drittes Standbein ist die Prüfung innovativer Verfahren zur Abfallverwertung. Ein Beispiel hierfür ist die hydrothermale Karbonisierung von biogenen Abfallstoffen wie Straßenlaub. Bei diesem Verfahren entsteht bei einer Temperatur von rund 200 Grad Celsius und einem Druck von 20 bar eine klimafreundliche Biokohle, die fossile Energieträger, wie z. B. Steinkohle, ersetzen kann. Die Leitungsebene des Unternehmens hat hierfür detaillierte Finanz-, Risiko- und Umweltmanagement­ informationssysteme entwickelt. Sie helfen, Chancen und Risiken der Geschäftstätigkeit frühzeitig zu erkennen und anzugehen, und werden regelmäßig durch unabhängige Gutachter überprüft. Die BSR stellt damit sicher, dass sie beim Wirtschaften höchste Ansprüche erfüllen und neuen Anforderungen stets bestens gerüstet begegnen kann. Durch konsequente Umsetzung dieser Verwertungsstrategie können Wertstofferlöse künftig einen noch stärkeren tarifmindernden Impuls geben. n n Verwertung mit Strategie 51 Ehrgeizige Energieziele Im Geschäftsjahr 2011 hat die BSR eine Energiestrategie verabschiedet, mit der sie alle Unternehmensbereiche klimabewusst und energie­ ffizient ausrichtet. Als e großer Energieverbraucher und -erzeuger will sie bis zum Jahr 2020 rund 10 % weniger Energie ver­ brauchen als heute. Gleichzeitig wird das Unternehmen seine eigenen Energieerzeugungsaktivitäten um 5 bis 10 % ausbauen. Das geschieht zum Beispiel durch Senkung des Energiebedarfs der unternehmenseigenen Immobilien und Anlagen, durch weitere Optimierung der gefahrenen Touren oder durch Bereitstellung von Energie auf Basis der von der BSR behandelten Stoffströme. Wo möglich, wird das Unternehmen eigene Anlagen zur Energieversorgung auf Basis regenerativer Quellen ausbauen. Die Strommenge, die das Unternehmen darüber hinaus braucht, wird seit 2010 komplett mit Ökostrom gedeckt – der Energiever­ sorger hat sich hierzu vertraglich verpflichtet. Die 2011 in Deutschland eingeleitete Energiewende hat die BSR damit schon vollzogen. Die Mehrkosten für den Ökostrom liegen unter 1 %. 52 Handfeste Vorteile Mit ihren Beschäftigten, Strategien und Anlagen leistet die BSR einen wichtigen Beitrag zum Klimaund Ressourcenschutz. S eine genaue Höhe hat das renommierte Institut für Energie- und Umweltforschung (IFEU) aus Heidelberg im Auftrag der BSR untersucht. So vermeidet die BSR mit ihrem Verwertungssystem jedes Jahr den Ausstoß von 540.000 Tonnen CO2-Äquivalent. Das ist zehn Mal mehr, als alle Fahrzeuge aus dem Fuhrpark der BSR in einem Jahr emittieren. Durch die energetische Abfallverwertung müssen weniger Gas und Öl verfeuert werden. Fossile Energieträger mit einem Brennwert von rund 7.800 Terajoule sparte das 2009 ein – so viel, wie alle Berliner in einer Woche an Wärme, Strom und Kraftstoffen brauchen. Durch Erfassung und Recycling von Wertstoffen konnten ferner 57.900 Tonnen Eisenerz und 11.500 Tonnen Bauxit eingespart werden. Mit der „Orange Box“ werden rund 13 Kilogramm pro Einwohner und Jahr an zusätzlichen Wertstoffen gesammelt. Unterm Strich nimmt die stoffliche und energetische Weiter­ er­ v wertung von Abfällen damit erheblichen Druck vom Klima und von den natürlichen Ressourcen. 540.000 t 57.900 t 11.500 t Vermeidung von CO2 -Äquivalent Eisenerz eingespart Bauxit eingespart Berlin ist keine Insel 53 Berlin ist keine Insel Als Hauptstadt eines der reichsten Industrieländer steht Berlin in besonderer Verantwortung. Berlin muss national und international Vorbild sein für neue, nachhaltige Formen des Wirtschaftens. J edes Kilogramm Abfall, das in Berlin einer Zweit- oder Dritt­ verwertung zugeführt werden kann, stiftet Nutzen. In Form sauberer Energie oder eingesparter Rohstoffe. Spürbar sind die damit erzielten Effekte vor Ort und weltweit. Klimagase kümmert es nicht, wo sie verursacht wurden. Sie kennen keine Ländergrenzen. An Grenzen stoßen die natürlichen Ressourcen und die Zeit, die zum Schutz des Klimas bleibt. zeichnet. In der Folge konnte die Stadtreinigung von 2005 bis 2010 über 130.000 Tonnen CO2 ein­ sparen. Das sind 9.000 Tonnen mehr, als die Vereinbarung mit dem Senat verlangte. Mit 124.500 Tonnen CO2-Äquivalent / Jahr trug der Geschäfts­ ereich b Abfallwirtschaft den Löwen­ nteil a bei: 84.000 Tonnen Klimagase konnten auf den Deponien auf­ gefangen und verwertet werden; die Altholz- und Sperrmüllver­ wertung schlug mit 34.000 Tonnen zu Buche. Durch energetische Optimierung des Müllheizkraftwerks Ruhleben wurde die Atmosphäre in den Jahren 2005 bis 2010 um weitere 6.500 Tonnen CO2-Äquivalent entlastet. Einem guten Klima verpflichtet Die BSR hat sich früh dem Klima­ schutz verpflichtet. 2007 hat sie als erster landeseigener Betrieb eine verbindliche Klimaschutzvereinbarung mit dem Berliner Senat unter- 54 Die Geschäftsbereiche Gebäudebewirtschaftung und Fuhrparkmanagement reduzierten ihre Klimagasemissionen um 6.200 Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr. Strom aus erneuerbaren Quellen trug dazu mit 5.600 Tonnen bei. An diese Erfolge knüpft die BSR mit einer zweiten Klimaschutzvereinbarung an. Im September 2011 hat sie sich gegenüber dem Land verpflichtet, ihre CO2-Emissionen zwischen 2011 und 2015 um weitere 113.500 Tonnen im Jahr zu senken. Die Abfallwirtschaft schultert mit 107.500 Tonnen wiederum den größten Beitrag. Mit 5.000 Tonnen steht das Fuhrparkmanagement in der Pflicht, mit 1.000 Tonnen im Jahr die Immobilien der BSR. Anlage schafft geschlossene Kreisläufe und zählt zu den modernsten ihrer Art. 60.000 Tonnen Bioabfälle aus der Biotonne werden in ihr künftig jährlich zu Biogas aufbereitet. Die BSR wird mit dem gewonnenen Gas ent­ prechend aus­ s ge­rüstete Müllsammelfahrzeuge betanken. Gärreste dienen Landwirten als Dünger. Gegenüber der bisherigen Kompostierung des Bioabfalls werden mit der neuen Anlage jedes Jahr mindestens 5.000 Tonnen CO2 eingespart. Mit dem gewonnenen Biogas können mehr als die Hälfte aller von den BSR-Müllsammel­ fahrzeugen zurückgelegten Strecken klimaneutral absolviert werden. Nachhaltig ist das neue Verfahren zudem, weil bei dieser Art der Biogasgewinnung der Tank nicht mit dem Teller konkurriert: Es werden nicht eigens Pflanzen angebaut und verwertet. Knappe landwirtschaftliche Flächen bleiben der Nahrungsmittelproduktion erhalten. Bioabfälle nachhaltig verwertet Einen großen Beitrag zum Klimaund Ressourcenschutz erwartet die BSR von der 2012 in Betrieb gehen­ den Biogasvergärungsanlage. Die Die im Bau befindliche Biogasver­ gärungsanlage entsteht unweit des MHKW. Berlin ist keine Insel 55 Klimaschutzvereinbarung 2011 .500 112 0 00 107.500 7.50 0 t in d 97. 5 0 0 er A bfa 5.000 t llw im F irt uhr sch pa af rk m 1.000 t t in d an er I ag mm e ob ili 15 .0 00 10 5. t ft en cha m rts wi en 500 22. CO2Emissionen 45 .0 00 00 90.000 30.000 500 82. 37. 5 00 Einsparungsziele CO2-Emissionen zwischen 2011 und 2015 500 52. 60.000 67.5 0 0 75 .0 56 Abdichtungsarbeiten auf der Deponie Schöneicher Plan. Sparziel: 2,5 Mio. Liter Dieseltreibstoff Mit dem in der neuen Anlage gewonnenen Biogas wird die BSR 150 entsprechend ausgerüstete Abfallsammelfahrzeuge betanken. Sie brauchen keinen fossilen Kraftstoff mehr, stoßen keinen Dieselruß mehr aus und fahren zudem deutlich leiser. Rund 580.000 Tonnen Abfälle können somit jährlich klimaneutral gesammelt und transportiert werden. Das spart mindestens 2,5 Mio. Liter Dieseltreibstoff im Jahr. Damit wird Berlin deutschlandweit die erste Stadt, die organische Abfälle umfassend klimaschonend verwertet. Zusätzlich verpflichtet sich die BSR gegenüber dem Land Berlin, die Emissionen auf den drei geschlossenen Berliner Abfalldeponien weiter zu senken, durch fortschreitende Oberflächenabdichtung der Deponien und Optimierung der Absaugsysteme. Ziel ist, die Deponiegasemissionen von 149.000 Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr 2010 auf 65.000 Tonnen im Jahr 2015 zu senken. Da auf die Deponien kein neuer Abfall mehr verbracht wird, sinkt die aktiv abzusaugende Deponiegasmenge. Damit sinken gleich­ zeitig die CO2-Emissionen aus der Verbrennung des Gases in Blockheizkraftwerken. Die BSR erwartet dadurch eine zusätzliche Klima­ nt­ e lastung in Höhe von 14.000 Tonnen CO2-Äquivalent im Jahr. Mehr Klarheit dank Ökocockpit 57 Mehr Klarheit dank Ökocockpit Mit dem Stand der Entwicklung gibt sich die BSR dauerhaft nicht zufrieden. Wer Gutes besser machen will, muss Neuem aufgeschlossen gegenüberstehen und eigene Ideen für die Zukunft entwickeln – um diese langfristig lebens­ wert zu gestalten. E E in Unternehmen, das seine Nachhaltigkeitsansprüche ernst nimmt, sollte nicht nur seine Klimabilanz im Blick haben. Es muss seinen Ressourcenver­ brauch ebenso bemessen können – und zwar nicht nur dessen ökono­ mische Kosten, sondern auch die ökologischen. Gängige betriebs­ wirtschaftliche Kennzahlen taugen dazu nicht. Geeignete Kennzahlen sind aber nötig, um konkrete Nach­ haltigkeitsziele entwickeln und Fortschritte überwachen zu können. 2011 hat die BSR daher begonnen, ein System zur nachhaltigen Unter­ nehmenssteuerung zu konzipieren. Dieses System hat sie anlässlich der Neugestaltung der Bioabfallbe­ handlung in einem Pilotprojekt auf seine Praxistauglichkeit getestet. In diesem Zuge wurde ein „Ökocock­ pit“ entwickelt, das wie das Cockpit in einem Flugzeug alle relevanten Informationen über den Stand der einzelnen Fortschritte visualisiert, wichtige Nachhaltigkeitsparameter so auf einen Blick sichtbar macht. Ökonomische und ökologische Kennzahlen können dadurch direkt gegenübergestellt und leichter miteinander verglichen werden. Ziel: Ökorendite Diese Gegenüberstellung ökolo­ gischer und wirtschaftlicher Kenn­ zahlen gewährleistet eine ausge­ wogene Bewertung der Aktivitäten der BSR. Damit wurden die Voraus­ setzungen zur Überleitung der Bewertungsergebnisse in die Gewinn- und Verlustrechnung und die Bilanz des Unternehmens geschaffen. Die BSR wird das Öko­ ockpit weiterentwickeln und c es sukzessive in die Wirtschafts­ planung und die Berichterstattung integrieren. Hierbei kooperiert die BSR mit der Wirtschaftsprüfungsbranche, Verbänden und Unternehmen. Gemeinsam soll eine allgemein verbindliche und aussagekräftige Kennzahl für ökologische Belange entwickelt und in die Bilanzierung eingeführt werden. Am Ende soll eine den Erfolg widerspiegelnde „Ökorendite“ stehen – denn managen lässt sich nur, was bemessen werden kann. 58 Für mehr Lebensqualität Die BSR nimmt ihre Verantwortung gegenüber Stadt und Land ernst und versteht sich als Garant für anhaltend hohe Lebensqualität in Berlin. Dafür ist sie tagtäglich mit mehr als 5.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern im Einsatz. D ie BSR übernimmt Zukunftsverantwortung, indem sie vor Ort Mehrwert schafft. Sozialen Mehrwert, der Menschen vor Schadstoffen schützt und ihnen ein lebenswertes Umfeld bietet; ökologischen, der die Natur vor Ausbeutung knapper Rohstoffe und das Klima vor Erwärmung bewahrt; ökonomischen, denn mit der Abfallentsorgung lassen sich Erträge erwirtschaften. Sie birgt handfeste finanzielle Vorteile. Die Berliner Gebühren für Müllabfuhr und Reinigung zählen auch deswegen seit Jahren zu den niedrigsten unter vergleichbaren deutschen Großstädten. Erlöse, die die BSR aus der Sammlung und Verwertung von Altstoffen erzielt, wirken fast vollständig tarifmindernd. Sinkende Kosten kommen unmittelbar ihren Kunden zugute. Für mehr Lebensqualität 59 Einwohner 60 Für eine saubere Stadt Voraussetzung für urbane Lebens­ qualität sind saubere Straßen und Plätze. Abfall auf Gehwegen, in Büschen und Grünanlagen beein­ trächtigt nicht nur das allgemeine Stadtbild, sondern auch das Wohl­ befinden jedes Einzelnen. Im Rahmen ihres hoheitlichen Auftrags hält die BSR Fahrbahnen, Gehwege und öffentliche Plätze rund um die Uhr in Schuss. Im Hochsommer ebenso wie im tiefsten Winter. Die Kolleginnen und Kollegen der Straßenreinigung säuberten 2011 insgesamt rund 1,55 Mio. Kilometer Fahrbahnen und Gehwege. Die 20.000 öffentlichen Papierkörbe in Berlin haben sie 5,8 Mio. Mal geleert und sachgerecht entsorgt. Zusätzlich waren sie bei zahlreichen Großveranstaltungen im Einsatz, zu Anlässen wie dem Christopher Street Day im Juni, der Frauen­ fußball-WM im Juni und Juli oder dem Papstbesuch im September. 1,55 Mio. km 212.400 20.000 5,8 Mio. Fahrbahnen und Gehwege gereinigt Gullyreinigungen öffentliche Papierkörbe Papierkorbentleerungen Für mehr Lebensqualität 61 Für sichere Wege im Winter Im Winter hält die BSR das Berliner Straßennetz frei von Eis und Schnee. Das Unternehmen ist für rund 10.500 Straßenkilometer, 1.100 Kilometer Radwege sowie 18.500 Kreuzungen und Fußgängerüberwege verantwortlich. Sie müssen im Winter ebenso sicher befahr- und begehbar sein wie im Sommer. Die BSR garantiert das – unter Wahrung strenger ökologischer und sicherheitsrelevanter Vorgaben. Feuchtsalz zur Glättebekämpfung wird beispielsweise nur in geringsten Mengen eingesetzt. In der Wintersaison 2010/2011 musste die BSR überdurchschnittlich viele Schnee-, Eis- und Frosttage bewältigten. Gelungen ist das durch den Einsatz der gesamten Personal- und Technikressourcen: 480 Räum- und Streufahrzeuge und bis zu 2.100 Beschäftigte der Reinigung sorgten im Dreischichtsystem für sichere Wege. Einschränkungen bei der Bereitstellung von Streumitteln blieben dank optimaler Vorratshaltung aus. Dabei räumten die Schneepflüge rund 330.615 Kilometer Straßen und Wege. Das ist fast doppelt so viel wie im Vergleichszeitraum 2009/2010. Insgesamt wurden etwa 20.000 Kubikmeter Schnee abgefahren und zu den von den Berliner Bezirken zugeordneten Sammelplätzen verbracht. Während der anschließenden Frühjahrsgrundreinigung sammelte die BSR das verwendete mineralische Streugut stadtweit ein und entsorgte es anschließend fachgerecht. Schnee geräumt 330.615 km 20.000 m³ 700 480 Schnee abgefahren Schneewinterhilfskräfte Räumfahrzeuge im Einsatz 62 Für das Berlin von morgen 63 Für das Berlin von morgen Die BSR gestaltet den öffentlichen Raum in Berlin mit. Täglich sichtbar durch ihre Dienstleistungen. Hinter den Kulissen durch Investitionen in inno­ vative Verfahren, Prozesse und Maschinen. Sie schafft damit heute den Mehrwert für das Berlin von morgen. U m die Lebensqualität in Ber­ lin zu sichern und weiter zu erhöhen, setzt die BSR auf einen dauerhaften Innovations­ prozess: Ihre Anlagen hält sie durch stetige Investitionen in modernste Technik auf dem neuesten Stand. Der Fuhrpark wird kontinuierlich erneuert. In einem unternehmens­ internen Ideenlabor können sich alle Mitarbeiter mit ihren Anregungen und Ideen einbringen. Die BSR investiert darüber hinaus zielgerichtet in Forschung und Entwicklung und arbeitet gemein­ sam mit Partnern an neuen Verfah­ ren, um beispielsweise biologische Abfälle wie Grünschnitt und Stra­ ßenlaub noch effizienter verwerten zu können. Neue Technologien wie Hybridfahrzeuge testet die BSR im Alltag auf ihre ökologische und wirtschaftliche Tauglichkeit. Das unterstützt ihre Wettbewerbs­ fähigkeit und kommt Mensch und Umwelt zugute. Weltpremiere 2011 hat die BSR beispielsweise das weltweit erste Müllsammelfahr­ zeug mit Brennstoffzelle in Betrieb genommen. Die Ladeanlage des Fahrzeugs bezieht ihre Energie kom­ plett aus der Hightech-Zelle. Seit Juni wird der gemeinsam mit dem niedersächsischen Fahrzeugherstel­ ler FAUN und dem Berliner Energie­ speicher-Spezialisten Heliocentris entwickelte Prototyp von der BSR unter Alltagsbedingungen auf Herz und Nieren geprüft. Gegenüber konventionellen Dieselfahrzeugen verbraucht dieses innovative Müllsammelfahrzeug bis zu 30 % weniger Kraftstoff. Die Ladeanlage selbst emittiert weder Kohlendioxid noch Stickoxid oder Feinstaub. Aus der Brennstoffzelle kommt nur noch Wasser. Durch die Elektroschüttung sind die Fahr­ zeuge zudem deutlich leiser. Das bringt mehr Ruhe in die Stadt. 64 Das Hybridfahrzeug der BSR im Einsatz. G  eburtshelfer für Zukunfts-­ technologien Daneben testet die BSR unter­ schiedliche Konzepte für Hybridan­ triebe bei schweren Lkw. Brems­ energie wird mit dieser Technologie in Strom umgewandelt und im Fahrzeug in Batterien oder Konden­ satoren gespeichert. In der Kipp­ halle der Sperrmüllaufbereitung am Standort Gradestraße setzt die BSR schon einen Elektrobagger ein, der leise und emissionsfrei arbeitet. Bei der Erprobung der Elektromo­ bilität spielt das Unternehmen ebenfalls vorn mit. Durch Förderung solcher Zukunftstechnologien trägt die BSR zur Verringerung von Lärm und Schadstoffen bei. Sie hilft diesen Technologien damit auch auf ihrem Weg in den Alltag. Schaffen sie den Sprung in die Serienreife, können sie weltweit Nutzen stiften. Sauber und modern unterwegs Bei der stetigen Modernisierung ihres Fahrzeugparks verknüpft die BSR Wirtschaftlichkeit mit Umweltund Ressourcenschutz. Jedes neu angeschaffte Fahrzeug wird an die Leistungsanforderungen der BSR angepasst und muss höchsten Ansprüchen an Abgas-, Feinstaubund Lärmemissionen genügen. Insgesamt schaffte die BSR im Geschäftsjahr 2011 213 Fahrzeuge in 27 verschiedenen Fahrzeuggrup­ pen an. Dafür investierte das Unter­ nehmen rund 21 Mio. Euro. Den Großteil ihrer Müllsammelflotte wird die BSR künftig auf Gasantrieb umstellen. Da die laufenden Kosten moderner Fahrzeuge in der Regel sinken, rechnet sich ihre Anschaf­f­ ng für das Unternehmen und den u Tarifzahler. Für das Berlin von morgen 65 Potenziale ausreizen Kontinuierliche Effizienzsteige­ rungen sind auch Richtschnur für sämtliche Investitionen in den An­agenpark der BSR, etwa in das l Müllheizkraftwerk Ruhleben. Die BSR sichert dessen langfristigen Betrieb durch umfassende Instand­ haltungen und Investitionen im Rahmen des Projektes ERIN (ERsatzINvestition). ERIN steht für den Ersatz von vier der acht beste­ henden Verbrennungslinien in Ruh­ leben durch eine einzige, neue Linie. Diese Linie wird mit einer moder­ nen mehrstufigen Abgasreinigungs­ anlage ausgerüstet. Sie gewährleis­ tet, dass die Emissionen der Anlage auch künftig deutlich unter sämt­ lichen gesetzlichen Grenzwerten liegen. 2011 hat die BSR dafür rund 53 Mio. Euro investiert, zugunsten eines deutlich verbesserten Gesamt­ wirkungsgrads, der den Beitrag des Müllheizkraftwerkes zum Klima­ schutz spürbar erhöht. Die neue Linie wird voraussichtlich im Som­ mer 2012 in Betrieb gehen. Wärme aus Weihnachtsbäumen Anfang 2011 hat die BSR außer­ dem eine neue Biomasseheizungs­ anlage am Standort Gradestraße installiert. Die neue Heizung ersetzt eine alte Ölheizung und wird mit Hackschnitzeln aus naturbelas­ senem Holz aus der Region befeu­ ert, zum Beispiel mit ausgedienten Weihnachtsbäumen aus Berliner Wohnstuben. Durch ein ausgefeiltes Filtersys­ tem wurden die Staubemissionen der Anlage auf rund die Hälfte des ab 2014 zulässigen Wertes reduziert. Gleichzeitig werden mit ihr rund 800 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart. Fertige Hackschnitzel auf dem Weg zur Bio­ masseheizung. 66 Für die Hauptstadtregion Vom Schrittmacher BSR profitiert die Wirtschaft in Berlin insgesamt. H iesige Unternehmen zahlen nicht nur weniger als andern­ rts für die Abfall­ o entsorgung. Sie profitieren auch massiv von der Auftragsvergabe durch die BSR. Um Beschäftigung und Investitionen in der Region zu sichern, wird das Unternehmen die­ sen Kurs beibehalten. Ihrer Verantwortung für Beschäf­ tigung und Wohlstand in der Haupt­ tadtregion trägt die BSR s darüber hinaus mit ihrer Personal­ politik Rechnung. Mit kontinuier­ lichen Weiterbildungen sichert sie die Qualität ihrer Dienstleistungen. Alle Beschäftigten können auf ein qualifiziertes Fort- und Weiter­ bildungsangebot zugreifen, das viel Zuspruch findet. Zum 31. Dezember 2011 betreute die BSR insgesamt 234 Aus­ zubildende in acht Berufen sowie 30 dual Studierende in drei Fach­ richtungen. Daneben wurde ein 18-mo­natiges Traineeprogramm mit sechs Beschäf­­ tigten aufgelegt. Sie können sich zu Fach- und Führungskräften mit akademischem Hintergrund qualifizieren. Für Schülerinnen und Schüler sowie für Studierende stellte die BSR 2011 über 100 Praktikumsplätze zur Verfügung. Gemeinschaftlich – initiativ – aktiv 67 Gemeinschaftlich – initiativ – aktiv Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen heißt Chancen eröffnen. A ls öffentliches Unternehmen nimmt die BSR ihre soziale Verantwortung weit über die eigenen Werkstore hinaus aktiv wahr. Sie engagiert sich in verschiedenen Wirtschafts- und Umwelt­ initiativen für Kinder und Jugend­ liche und für Werte wie soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit. Ein Beispiel dafür ist die Initiative „Berlin braucht Dich!“. Die BSR setzt sich darin für bessere Ausbildungschancen von Jugendlichen mit Migrationsgeschichte ein, zu­ ammen mit dem Beruflichen s Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten Berlin. Durch Unterstützung des Projekts „bridge – Brücke“ eröffnet das Unternehmen jungen Flücht­ lingen und Einwanderern die Chance auf eine kaufmännische Ausbildung. 68 Plattform für gemeinsames Engagement Weg von der Straße und hin zu einer Tätigkeit, die in die Gesell­ schaft führt – das ist das Ziel dieses Angebots. Es ist eines von mehreren Projekten, die die BSR im Zuge der Initiative „mehrwert Berlin“ unter­ stützt. In ihr haben sich 14 kommu­ nale Unternehmen im Besitz des Landes zusammengeschlossen, um aktiv und langfristig soziale, öko­ nomische und ökologische Werte für Berlin zu schaffen. Als Grün­ dungsmitglied unterstützt die BSR die Initiative seit März 2009 mit eigenen Projekten und Aktionen. Die „mehrwert“-Unternehmen eint das bewusste Engagement für die Stadt Berlin. Dazu zählen neben den beschriebenen Projekten Initia­ tiven im Stadtteil- und Quartiers­ management, zum Gewässerschutz, zur Luftreinhaltung oder zum Lärm­ schutz. Die „mehrwert“-Unter­ nehmen bieten ihren Beschäftigten zudem umfangreiche Aus- und Fortbildungsmaßnahmen und erbringen ihre Dienstleistungen für sozial schwächere Menschen zu günstigen Preisen. Das seit 2003 laufende Integrati­ onsprojekt „Gemeinsam schaffen wir das!“ hat die BSR auch 2011 unterstützt. 15 Jugendliche mit besonderem Förderbedarf wurden in einem einjährigen Erprobungs­ praktikum auf die betriebliche Wirk­ lichkeit vorbereitet und nach erfolg­ reichem Bestehen in eine sozialver­ sicherungspflichtige Beschäftigung vermittelt. Die Erfolgsquote dieses Projekts lag in den vergangenen sieben Jahren bei über 70 %. Außerdem stand das Unterneh­ men im Geschäftsjahr 2011 wie in den Vorjahren etlichen sozialen Einrichtungen zur Seite, etwa der Berliner Tafel oder dem Verein Karuna, einer Anlaufstelle für sucht­ gefährdete und suchtkranke Stra­ ßenkinder. Die BSR engagiert sich zudem für den Kinderschutzbund Berlin und ist Gründungsmitglied von „Zukunft für Berlin“, einer Stif­ tung, die Jugendprojekte fördert. Gemeinschaftlich – initiativ – aktiv 69 Zusammen für die Hauptstadt Die BSR wirbt unter den Berline­ rinnen und Berlinern dafür, bürger­ schaftliches Engagement und ehrenamtliche Tätigkeit als gesell­ schaftliche Teilhabe in der Demo­ kratie wertzuschätzen. Mit eigenen Projekten und Initiativen eröffnet das Unternehmen ihnen entspre­ chende Möglichkeiten, etwa mit der Aktion „Kehrenbürger.de“. Engagierte Berlinerinnen und Berliner unterstützt die BSR mit dieser Aktion bei ihrem Einsatz für attraktivere Stadtkieze. Sie rüstet die Kehrenbürger mit Kehrpaketen aus, die Kehrenbürgerwesten, Besen, Handschuhe, Greifzangen und Plakate für die eigene Aufräum­ aktion enthalten. Wo möglich und nötig, beteiligt sich die BSR mit Arbeitskräften, besonders zum Ber­ liner Freiwilligentag. Mit der Kampagne „Trenntstadt Berlin“ regt die BSR gemeinsam mit den Kampag­ en­ artnern ALBA, n p Berlin Recycling und der Stiftung Naturschutz Verbraucherinnen und Verbraucher zum Nachdenken über die richtige Trennung ihrer Verpackungsabfälle an. Über den konkreten Nutzen des Recyclings und das richtige Trennen von Verpackungen informierten sie 2011 unter anderem in den Supermärkten der Einzelhandels­ kette Kaiser’s. Hilfestellung geben Ihre bisherigen Aktivitäten zur Abfallberatung im Alltag setzt die BSR parallel fort. Ihre Abfallberater stehen als kompetente Fachleute Rede und Antwort zu allen Fragen rund um Abfall und dessen Ver­ meidung, sowohl für Privathaus­ halte als auch für öffentliche Ein­ richtungen und Gewerbebetriebe. Um das Umweltbewusstsein junger Menschen zu schärfen, geht die BSR auch in die Schule. Sie hat verschiedene Unterrichtsmaterialien und -projekte entwickelt, die alters­ gerecht erläutern, welche Folgen der eigene Konsum zeitigt und wie sich diese durch richtige Abfall­ trennung und -vermeidung klein halten lassen. Zum Schutz der Umwelt und für mehr Lebensqua­ lität. In Berlin und weltweit. Bewusstsein schärfen Daneben betreut das Unterneh­ men den „Förderfonds Trenntstadt Berlin“, mit dem die Stiftung Natur­ schutz Berlin innovativen und krea­ tiven Abfallprojekten zum Erfolg verhilft. Dafür stehen bis Ende 2012 insgesamt 2,7 Mio. Euro aus den Töpfen der dualen Systeme bereit. Unterstützt werden damit Ideen von Berlinerinnen und Berlinern zur Vermeidung und besseren Tren­ nung von Abfällen. Mehr Zahlen 72 Unsere Zahlen auf einen Blick Die nachfolgenden Zahlen zeigen die wichtigs­ en wirtschaftlichen Eckdaten der BSR t im Geschäftsjahr 2011. In Mio. EUR Umsatz Personalaufwand Jahresüberschuss (+) /  -fehlbetrag (–) Abschreibungen Investitionen Anlagevermögen Eigenkapital Bilanzsumme 2011 2010 Veränderung in % –5,3 –2,9 –130,5 –8,2 26,8 2,6 46,3 0,7 487 514 271 279 25 –82 56 61 90 71 878 856 79 54 1.061 1.054 Leistungen Abfallaufkommen Tt Reinigungsleistung km Mitarbeiter Jahresdurchschnitt Umsatz je Mitarbeiter in TEUR 2011 1.271 1.553.453 5.464 89 2010 1.288 1.076.397 5.379 96 Veränderung in % –1,3 44,3 1,6 –6,7 Schweden: Iowa (USA): 20 Studierende des Luther College, einer privaten evange­lischen Hochschule, inklusive 2 Profess­ ren o 20 Mitglieder des schwedischen Dachverbands der kommunalen Entsorger „Avfall Sverige – Swedish Waste Management“ Krakau: 47 Studierende der Technischen Universität 13. April 6. Januar 6. September Kommunalpolitiker aus der EU: 25 Teilnehmer des EU-Kommu­ nalkongresses Bündnis 90 /  Die Grünen 28. Mai Albanien: 15 Fachpolitiker 7. September Moskau: Moskau: Russland (Chanty-Mansijsk): 15 Teilnehmer der Verwaltungs­ akademie bei der Regierung der Russisch­en Föde­ ation r 17 Teilnehmer der Verwaltungs­ akademie bei der Regierung der Russischen Föderation Delegation mit 8 Teilnehmern, u. a. stellv. Bürgermeister 18. Oktober 4. Mai 10. Mai Tel Aviv: 35 Mitarbeiter des israelischen Umweltministe­ riums 22. November Südkaukasus: 14 Mitarbeiter aus Umwelt- und Naturschutzminis­ terien der Region Südkorea: 3. November offizielle Dele­ga­ tion der Stadt Seoul (18 Teilnehmer) als Vertreter der C40 zur Reduktion von Treibhausgasen in den 40 größten Städten Polynesien: 3. August 7 Parlamentarier, Büro des Premier­ ministers, Landwirtschaftsministerium 11. November Unsere Gäste aus aller Welt Die BSR gibt gute Beispiele. Ihr eingespieltes Stoff­ strom- und Ressourcenmanagement dient weit über die Grenzen Deutschlands hinaus als Blaupause für den Weg in die Mehrwertwirtschaft. Beleg dafür sind die zahlreichen internationalen Delegationen aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft, die sich jedes Jahr direkt vor Ort ein Bild davon machen. Diesen Austausch ermöglichen heißt Chancen multi­ p­izieren. Denn die Lösungen, die die BSR für die öko­ l effiziente Entsorgung und Weiterverwertung von Abfällen gefunden hat, können auch anderorts Druck von natürlichen Ressourcen nehmen und Mehrwert schaffen. Die BSR wird den internationalen Austausch deswegen weiterhin nach Kräften fördern. 2011 74 Jahresabschluss der BSR Bilanz zum 31. Dezember 2011 Aktivseite (in tausend EUR) A. Anlagevermögen Anhang 31.12.2011 31.12.2010 (1) 2.772 569.763 3.503 536.975 I. Immaterielle Vermögensgegenstände II. Sachanlagen III. Finanzanlagen (2) 305.259 315.259 877.794 855.737 B. Umlaufvermögen I. Vorräte II. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände (3) 6.363 5.751 (4) 12.142 444 126 6.126 26.548 450 6 6.589 33.593 1. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 2. Forderungen gegen verbundene Unternehmen 3. Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 4. Sonstige Vermögensgegenstände III. Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten 18.838 (5) 92.568 78.411 117.769 117.755 C. Rechnungsabgrenzungsposten (6) 65.419 80.371 1.060.982 1.053.863 Jahresabschluss | Bilanz 75 Passivseite (in tausend EUR) A. Eigenkapital I. Gezeichnetes Kapital Anhang 31.12.2011 31.12.2010 (7) 153.388 153.388 –99.875 –18.045 II. Verlustvortrag III. Jahresüberschuss (+) / -fehlbetrag (–) 24.985 –81.830 78.498 53.513 B. Rückstellungen (8) 18.543 350 538.056 15.866 69 560.711 576.646 1. Rückstellungen für Pensionen 2. Steuerrückstellungen 3. Sonstige Rückstellungen davon beibehalten nach Art. 67 EGHGB: 304.198 (im Vorjahr: 320.812) 556.949 C. Verbindlichkeiten (9) 317.489 15.244 113 340 92.349 308.951 15.452 1.698 327 97.276 423.704 1. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 2. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 3. Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen 4. Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5. Sonstige Verbindlichkeiten 425.535 1.060.982 1.053.863 76 Gewinn- und Verlustrechnung in tausend EUR 1. Umsatzerlöse Anhang 2011 2010 (10) 487.399 514.171 1.093 924 2. Andere aktivierte Eigenleistungen 3. Sonstige betriebliche Erträge 4. Materialaufwand 5. Personalaufwand 6.  Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen 7. Sonstige betriebliche Aufwendungen 8. Finanz- und Beteiligungsergebnis (11) 56.409 50.004 (12) –105.072 –116.789 (13) –271.150 –279.042 (14) –55.897 –61.221 (15) –69.028 –66.119 (16) 2.989 –6.294 46.743 35.634 9. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 10. Außerordentliches Ergebnis 11. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag 12. Aufwand aus Kapitalverzinsung (17) –6.762 –103.779 (18) –677 (19) –48 –14.319 –13.637 13. Jahresüberschuss (+) / -fehlbetrag (–) 24.985 –81.830 Jahresabschluss | Anhang 77 Anhang A | Allgemeine Angaben Der Jahresabschluss der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Anstalt des öffentlichen Rechts, ist zum 31. Dezember 2011 entsprechend den Vorschriften des Publizitätsgesetzes in Verbindung mit § 18 Abs. 5 des Berliner Betriebe-Gesetzes (BerlBG) und nach den Vorschriften des Handelsgesetzbuches für große Kapitalgesellschaften aufgestellt worden. Alle Beträge werden, soweit nicht anders angegeben, in tausend Euro (TEUR) ausgewiesen. Die für einzelne Posten geforderten Zusatzangaben sind in den Anhang aufgenommen. Zur Verbesserung der Klarheit der Darstellung wurden Posten der Bilanz und der Gewinn- und Verlustrechnung nach § 265 Abs. 7 HGB zusammengefasst und im Anhang gesondert ausgewiesen. B | Bilanzierungs- und Bewertungsgrundsätze Entgeltlich erworbene immaterielle Anlagegüter werden zu Anschaffungskosten aktiviert und der Nutzungsdauer entsprechend linear ab­ eschrieben. g Bei Software wird grundsätzlich eine Nutzungsdauer von drei Jahren zugrunde gelegt. Das Sachanlagevermögen wird zu Anschaffungs- oder Herstellungs­ osten k abzüglich planmäßiger Abschreibungen angesetzt. Bei Vermögens­ egen­ g ständen mit dauerhaft niedrigerem Wert werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen. In die Herstellungskosten selbsterstellter Anlagen werden neben den direkten Kosten angemessene Gemeinkosten einbezogen. Die Nutzungsdauer bei Gebäuden beträgt höchstens 50 Jahre. Den Fahrzeugabschreibungen liegt im Wesentlichen eine Nutzungsdauer zwischen 6 und 12 Jahren zugrunde. Die übrigen Anlagen werden ihrer Nutzungsdauer entsprechend linear abgeschrieben. Vermögensgegenstände mit Anschaffungskosten zwischen 150,00 EUR und 1.000,00 EUR (geringwertige Wirtschaftsgüter) werden entsprechend § 6 Abs. 2a Ein- 78 kommensteuergesetz je Wirtschaftsjahr in einen Sammelposten aufgenommen, der ab dem Jahr seiner Aktivierung linear über 5 Jahre abgeschrieben wird. Vermögensgegenstände mit Einzelanschaffungskosten bis 150,00 EUR werden im Jahr des Erwerbs aufwandswirksam erfasst. Für Behälter und Gefäße wurde ein Festwert gemäß § 240 Abs. 3 HGB angesetzt. Die Anteile an verbundenen Unternehmen sowie die Beteiligungen sind zu Anschaffungskosten einschließlich Anschaffungsnebenkosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert bilanziert. Die Wertpapiere des Anlagevermögens und die Ausleihungen sind mit den Anschaffungskosten bzw. bei voraussichtlich dauernder Wertminderung mit dem niedrigeren beizulegenden Wert angesetzt. Die Bestände an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen werden nach gleitenden Durchschnittspreisen unter Beachtung des strengen Niederstwertprinzips bewertet. Fertige Erzeugnisse und Waren betreffen Bestände in Kantinen, die unter Beachtung des Anschaffungskostenprinzips zum letzten Einkaufspreis angesetzt sind. Ausleihungen, Forderungen, sonstige Vermögensgegenstände sowie flüssige Mittel werden zu Nennwerten angesetzt. Erkennbare Risiken werden durch Wertberichtigungen berücksichtigt. Aktive Rechnungsabgrenzungsposten sind in Höhe der am Stichtag abzugrenzenden Beträge angesetzt. Auf zeitlich befristete steuerlich wirksame Differenzen zwischen handelsrechtlichen Wertansätzen von Vermögensgegenständen, Schulden und Rechnungsabgrenzungsposten und ihren steuerlichen Wertansätzen werden Steuerabgrenzungen vorgenommen. Die Berechnung erfolgt mit dem zukünftigen Steuersatz. Von dem Wahlrecht nach § 274 HGB, den Überhang an latenten Steuern zu aktivieren, wird kein Gebrauch gemacht. Jahresabschluss | Anhang 79 Die Rückstellungen sind in Höhe des nach vernünftiger kaufmännischer Beurteilung notwendigen Erfüllungsbetrags gemäß § 253 Abs. 1 HGB angesetzt. Zukünftige Preis- und Kostensteigerungen werden berücksichtigt, sofern ausreichende objektive Hinweise für deren Eintritt vorliegen. Alle Rückstellungen mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr wurden mit dem ihrer Restlaufzeit entsprechenden, von der Deutschen Bundesbank zum 31. Dezember 2011 veröffentlichten Marktzinssatz abgezinst. Verein­ fachend wurde eine durchschnittliche Inanspruchnahme der Rückstel­ lungen in der Mitte des jeweiligen Jahres angenommen. Korrespondierend dazu wurde der laufzeitkongruente Zinssatz mit Hilfe der linearen Inter­ polation ermittelt. Gemäß Art. 67 Abs. 1 EGHGB wurden Rückstellungen, für die sich aufgrund der geänderten Bewertung eine Auflösung ergeben würde, beibehalten, soweit der aufzulösende Betrag bis spätestens 31. Dezember 2024 wieder zugeführt werden müsste. Gemäß Art. 67 Abs. 3 EGHGB wurden Rückstellungen nach § 249 Abs. 1 Satz 3 und Abs. 2 HGB a. F., die zum 31. Dezember 2009 im Jahresabschluss enthalten waren, beibehalten. Die Berechnung der Pensionsverpflichtungen erfolgt nach den aner­ kann­ en versicherungsmathematischen Grundsätzen mittels der „Projectedt Unit-Credit-Methode“. Als biometrische Rechnungsgrundlagen wurden die „Richttafeln 2005 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck verwendet. Die Bewertung erfolgt nach § 253 Abs. 2 Satz 2 HGB mit dem von der Deutschen Bundesbank vorgegebenen durchschnittlichen Marktzinssatz, der sich bei einer angenommenen Restlaufzeit von 15 Jahren ergibt. Die Verbindlichkeiten werden zu Erfüllungsbeträgen angesetzt. Derivative Finanzinstrumente, wie z. B. Zinsswaps und Zinsoptionen, werden eingesetzt, um Zinsänderungsrisiken zu reduzieren. Hierbei werden ausschließlich Microhedges gebildet. Da Nominalbeträge, Währung und Laufzeit deckungsgleich sind, ist eine vollständige Absicherung gegeben (Critical-Term-Match-Methode). Durch die Sicherungsgeschäfte werden die variabel verzinslichen Verbindlichkeiten in synthetische Festsatzver­ bindlichkeiten umgewandelt. Die Finanzinstrumente werden mit den Krediten zu Bewertungseinheiten zusammengefasst. Positive oder negative Zeit­ erte der derivativen Finanzinstrumente werden bilanziell nicht erfasst. w 80 C | Erläuterungen zur Bilanz (1) Anlagevermögen Die Aufgliederung des in der Bilanz zusammengefassten Anlagevermögens und seine Entwicklung im Geschäftsjahr 2011 sind in der Anlage zum Anhang dargestellt. Wegen ihrer Bedeutung für das Unternehmen werden die Betriebs- und sonstigen Fahrzeuge in der Position Fahrzeuge gesondert ausgewiesen. (2) Finanzanlagen Die wesentlichen Beteiligungen der BSR umfassen zum Bilanzstichtag: Name und Sitz der Gesellschaft Verbundene Unternehmen BR Berlin Recycling GmbH, Berlin BSR-Investitions- und Umwelttechnologiegesellschaft mbH, Berlin Deltaorion Beteiligungs GmbH, Berlin, i. L.** FBS Fuhrpark Business Service GmbH, Berlin GET Gesellschaft für Entsorgung und Technologie mbH, Berlin KMG Kraftfahrzeug Management GmbH, Berlin, i. L.** Radians Grundstücks-Vermietungsgesellschaft mbH, Berlin, i. L.** SpreeUrban-Entwicklungsgesellschaft mbH, Berlin SpreeUrban-Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. Immobilien KG, Berlin FAREC Fahrzeugrecycling GmbH, Jüterbog*** GBAV Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH, Berlin MPS Betriebsführungsgesellschaft mbH, Berlin Beteiligungen BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH, Berlin WUB Wertstoff-Union Berlin GmbH, Berlin*** DWG Deutsche Wertstoff GmbH, Berlin*** 50 50 1.210 954 100 100 11.299 9 7.821 0 Anteil am Kapital in % Eigenkapital in TEUR* Ergebnis in TEUR* 100 195 –6 100 100 –4.905 191 136 –6 100 –774 –6 100 21 –5 100 100 34 10.490 1 926 51 - 51 51 2.527 1.122 825 122 200 0 30 130 75 / E * Eigenkapital rgebnis des Jahres 2010. ** Gesellschaft aufgelöst; Schlussbilanz zum 31. Oktober 2011. *** Mittelbare Beteiligung, Angabe der Quote der dem Tochterunternehmen gehörenden Anteile. Jahresabschluss | Anhang 81 An der GBAV Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH, Berlin, ist die Harbauer GmbH, Berlin, mit 49 % beteiligt. An der MPS Betriebs­ führungsgesellschaft mbH, Berlin, ist die ALBA 2 Energy GmbH, Berlin, mit 49 % beteiligt. An der BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH, Berlin, ist die ALBA AG, Berlin, mit 50 % beteiligt. An der WUB Wertstoff-Union GmbH, Berlin, sind die BR Berlin Recycling GmbH, Berlin, und die Remondis GmbH & Co. KG, Kloster Lehnin, zu jeweils 50 % beteiligt. Die Gesellschaft wurde am 19. Juli 2011 errichtet. An der DWG Deutsche Wertstoff GmbH, Berlin, ist die BR Berlin Recycling GmbH, Berlin, mit 30 % und Dipl.-Ing. Dirk Bernhardt, Berlin, mit 70 % beteiligt. Die Stimmrechte entsprechen den Beteiligungshöhen. Die BSR erstellen als Mutterunternehmen einen Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2011. Der Konzernabschluss wird beim Betreiber des elektronischen Bundesanzeigers veröffentlicht. In den Wertpapieren des Anlagevermögens sind Anteile an einem Wertpapierspezialfonds (Masterfonds) enthalten. Der Buchwert des Master­ fonds beträgt 246.010 TEUR. Der Kurswert beläuft sich zum Stichtag auf 251.101 TEUR. Für das Geschäftsjahr erfolgten Ausschüttungen in Höhe von 4.223 TEUR. Der Wertpapierbestand dient der langfristigen Absicherung der Deponiesanierungsverpflichtungen. Die Abgänge aus den Wertpapieren des Anlagevermögens betreffen fällige Schuldscheindar­ehen l (10.000 TEUR). (3) Vorräte Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe Fertige Erzeugnisse und Waren 31.12.2011 31.12.2010 6.351 12 5.736 15 6.363 5.751 In den Beständen an Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen sind im Wesentlichen Instandhaltungs- und Verbrauchsmaterial sowie Streumittel enthalten. (4) Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände In den sonstigen Vermögensgegenständen ist ein Betrag von 1.088 TEUR (Vj. 1.441 TEUR) mit einer Restlaufzeit von mehr als einem Jahr enthalten. Alle übrigen unter den Forderungen ausgewiesenen Posten haben eine Restlaufzeit bis zu einem Jahr. 82 In den Forderungen gegen verbundene Unternehmen sind Forderungen aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 444 TEUR (Vj. 270 TEUR) enthalten. (5) Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten Kassenbestand Guthaben bei Kreditinstituten 31.12.2011 31.12.2010 71 230 92.497 78.181 92.568 78.411 (6) Rechnungsabgrenzungsposten Sie betreffen in Höhe von 64.803 TEUR den aus der Zielvereinbarung mit dem Land Berlin resultierenden Teil der Einmalzahlung, der auf die im Geschäftsjahr 2000 erfolgte Vorauszahlung der jährlichen Verzinsung des betriebsnotwendigen Kapitals gemäß § 15 Abs. 4 BerlBG 1999 entfällt. Die Auflösung des Postens wird in Höhe der jährlichen Veränderung der Barwerte während der Laufzeit der Zielvereinbarung von 15 Jahren vor­genommen. (7) Gezeichnetes Kapital Das Stammkapital beträgt zum 31. Dezember 2011 unverändert 153.388 TEUR; es wird in voller Höhe vom Land Berlin gehalten. (8) Rückstellungen Die Pensionsrückstellungen umfassen die Ruhegeldansprüche der bis zum 31. März 1955 in die Dienste des Landes Berlin getretenen ehemaligen Betriebsangehörigen bzw. ihrer Hinterbliebenen entsprechend der Ver­ einbarung über die Versorgung der Angestellten und Arbeiter des Landes Berlin (VVA) sowie die Verpflichtungen für aktive und ehemalige Vorstands­ mitglieder. Die im Vorjahr nicht passivierten Beträge aus der erst­ aligen m Anwendung des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes wurden im Berichts­ jahr vollständig zu Lasten des außerordentlichen Ergebnisses zu­ eführt. g Die Rückstellung wurde pauschal mit dem Zinssatz 5,13 % abgezinst. Renten­ npassungen sind mit 1,75 % bzw. 2 % pro Jahr eingerechnet. a Die Steuerrückstellungen betreffen im Wesentlichen die Gewerbesteuer­ verpflichtungen für den Erhebungszeitraum 2011. Jahresabschluss | Anhang 83 Die sonstigen Rückstellungen enthalten die zur Umsetzung des ersten bis vierten Effizienzsteigerungsprogramms entsprechend der Zielvereinbarung mit dem Land Berlin gebildeten Personalrückstellungen in Höhe von 90.985 TEUR. Die Maßnahmen zum sozialverträglichen Personalabbau umfassen im Wesentlichen die Altersteilzeitregelungen. Die Rückstellung für Altersteilzeit enthält die Erfüllungsrückstände für laufende Altersteil­ zeitfälle sowie die Aufstockungsbeträge und Abfindungen aufgrund von Rentenminderungen für abgeschlossene Altersteilzeitverträge. Die Rück­ tellung wurde mit laufzeitadäquaten Zinssätzen zwischen 3,88 % s und 4,74 % abgezinst und berücksichtigt jährliche Lohn- und Gehaltssteige­ rungen von 1,63 %. Für die Verpflichtungen aus dem Betriebssicherungsprogramm besteht eine Rückstellung in Höhe von 96.436 TEUR. Mit diesem Programm wurden Regelungen zur betrieblichen Altersteilzeit für die Beschäftigten getroffen, die im Gedingebetrieb der Müllabfuhr und der Reinigung eingesetzt sind. Der hierzu am 15. Dezember 2010 abgeschlossene Zusatztarifvertrag sieht vor, dass die anspruchsberechtigten Beschäftigtengruppen, die mindestens das 55. Lebensjahr vollendet haben, Altersteilzeitregelungen nach dem Blockmodell in Anspruch nehmen können. Die Rückstellung besteht zum 31. Dezember 2011 für alle unter diese Regelungen fallenden potenziellen Beschäftigten und wurde unter der Annahme einer 70%igen Wahrschein­ lichkeit der Inanspruchnahme gebildet. Die Abschätzung der Wahrschein­ lichkeit leitet sich aus den bereits bestehenden Erfahrungen mit den Rege­ lungen zur Altersteilzeit und zum Vorruhestand ab. Die Rückstellung wurde mit laufzeitadäquaten Zinssätzen zwischen 3,88 % und 5,21 % abgezinst und berücksichtigt jährliche Lohn- und Gehaltssteigerungen von 1,63 %. Für wesentliche andere Verpflichtungen im Personalbereich wie Rest­ urlaub und Freizeitausgleich für Mehrarbeit sowie einvernehmliche Arbeits­ vertragsänderungen auf Basis des Absicherungstarifvertrags ist ein Betrag in Höhe von 36.249 TEUR enthalten. Beträge für ausstehende Eingangs­ rechnungen für bereits erfolgte Lieferungen und Leistungen werden eben­ falls unter diesem Posten ausgewiesen. Nach Art. 67 Abs. 1 EGHGB wurden Rückstellungen in Höhe von 304.198 TEUR beibehalten. Diese entfallen im Wesentlichen auf die Sanie­ rungsmaßnahmen der Deponien Schöneicher Plan, Wernsdorf, Schwane­ beck und Wannsee (292.833 TEUR) sowie der Standorte mit Berliner Alt­ blagerungen (10.487 TEUR). Aus der Umbewertung nach § 253 Abs. 1 a und 2 HGB resultiert eine Überdeckung, die zum Abschlussstichtag 65.979 TEUR beträgt. Die Rückstellungen für Deponiesanierung sind durch Wertpapiere des Anlagevermögens und Tagesgelder abgedeckt. 84 (9) Verbindlichkeiten Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten davon Restlaufzeit bis 1 Jahr davon Restlaufzeit über 5 Jahre Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen davon Restlaufzeit bis 1 Jahr Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen davon Restlaufzeit bis 1 Jahr Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht davon Restlaufzeit bis 1 Jahr Sonstige Verbindlichkeiten davon Restlaufzeit bis 1 Jahr davon Restlaufzeit über 5 Jahre Gesamt davon Restlaufzeit bis 1 Jahr davon Restlaufzeit über 5 Jahre 31.12.2011 31.12.2010 317.489 308.951 5.668 5.951 44.054 73.000 15.244 15.452 15.224 15.416 113 1.698 113 1.698 340 327 340 327 92.349 30.412 3.760 97.276 25.774 3.253 425.535 423.704 51.757 49.167 47.814 76.253 Zum vollständigen Ausschluss des variablen Zinsänderungsrisikos sind Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 65.000 TEUR mit einer Laufzeit bis 2016 über derivative Finanzinstrumente (Zinsswaps, Zinsoptionen und strukturierte Zinsswaps) abgesichert. Zum Stichtag beträgt der negative beizulegende Zeitwert für die zinsbezogenen deri­ ativen Finanzinstrumente 4.862 TEUR. Die Bewertung der Zinsswaps v erfolgte nach der Barwertmethode, die Bewertung der Zinsoptionen erfolgte auf Basis des Black-76-Modells. Bei den strukturierten Zinsswaps wurden für die Bewertung die Barwertmethode, das Black-Scholes-Modell und die Monte-Carlo-Simulation auf Basis eines Vasicek-Modells angewendet. In den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen sind Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen in Höhe von 90 TEUR enthalten. Die Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht, entfallen in voller Höhe auf Ver­ ind­ b lichkeiten aus Lieferungen und Leistungen. Die sonstigen Verbindlichkeiten enthalten Verbindlichkeiten aus Steuern in Höhe von 2.372 TEUR (Vj. 2.901 TEUR) sowie Verbindlichkeiten im Rahmen der sozialen Sicherheit in Höhe von 0 TEUR (Vj. 168 TEUR). Ferner enthält der Posten die Rück­ zahlungsverpflichtungen gegenüber den Entgeltzahlern in Höhe von 83.467 TEUR (Vj. 93.031 TEUR). Jahresabschluss | Anhang 85 D | Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung (10) Umsatzerlöse Abfalleinsammlung und -behandlung Straßenreinigung Sammlung und Verwertung von Altstoffen 2011 2010 254.693 263.591 208.626 229.860 24.080 20.720 487.399 514.171 Die Umsatzerlöse der Straßenreinigung enthalten in Höhe von 85.707 TEUR (Vj. 107.109 TEUR) Erstattungen für Leistungen, die vom Land Berlin zu tragen sind. Die Erlöse aus der Sammlung und Verwertung von Altstoffen wirken sich nahezu vollständig tarifmindernd aus. (11) Sonstige betriebliche Erträge Die sonstigen betrieblichen Erträge enthalten in Höhe von 15.731 TEUR periodenfremde Erträge. Dabei handelt es sich im Wesentlichen um Erträge aus der Auflösung von Rückstellungen (8.622 TEUR), Erträge aus Zuschreibungen zu Gegenständen des Finanzanlagevermögens (TEUR 2.500), Erträge aus dem Abgang von Anlagevermögen (1.964 TEUR) sowie Erträge aus der Auflösung nicht mehr benötigter Wertberichtigungen auf Forderungen (1.349 TEUR). Auf einen Ausgleichsposten, der dem Verbrauch von Rückstellungen bzw. der Verrechnung von Rückzahlungsverpflichtungen entspricht, entfallen 26.592 TEUR (Vj. 26.632 TEUR). (12) Materialaufwand Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und für bezogene Waren Aufwendungen für bezogene Leistungen 2011 2010 41.279 63.793 47.201 69.588 105.072 116.789 Personalaufwand (Angaben in TEUR) 271.150 2010 2011 279.042 Jahresabschluss | Anhang 87 (13) Personalaufwand Löhne und Gehälter Soziale Abgaben Aufwendungen für Altersversorgung Aufwendungen für Unterstützung 2011 2010 210.525 43.634 16.970 21 217.318 44.574 17.132 18 271.150 279.042 In den Aufwendungen für Altersversorgung sind von den BSR an die Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL) abgeführte Beträge in Höhe von 14.965 TEUR, davon Tarifbereich West 13.691 TEUR und Tarifbereich Ost 1.274 TEUR, enthalten. (14) Abschreibungen auf immaterielle Vermögensgegenstände des Anlagevermögens und Sachanlagen Die außerplanmäßigen Abschreibungen nach § 253 Abs. 3 HGB belaufen sich auf 2.535 TEUR (Vj. 107 TEUR) und betreffen im Wesentlichen die Gleisanlagen in der Gradestraße, die aufgrund der entfallenen Nutzung auf den beizulegenden Wert zum Stichtag abzuwerten waren. (15) Sonstige betriebliche Aufwendungen In den sonstigen betrieblichen Aufwendungen sind in Höhe von 1.130 TEUR periodenfremde Aufwendungen enthalten. Dabei handelt es sich um Verluste aus dem Abgang von Sachanlagevermögen (695 TEUR) und um Abschreibungen auf Forderungen (435 TEUR). Ferner weisen wir unter diesem Posten die sonstigen Steuern in Höhe von 1.429 TEUR (Vj. 459 TEUR) aus. 88 (16) Finanz- und Beteiligungsergebnis Erträge aus Beteiligungen Erträge aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Sonstige Zinsen und ähnliche Erträge Zinsen und ähnliche Aufwendungen 2011 2010 8.749 6.261 4.857 –16.878 2.566 8.824 3.468 –21.152 2.989 –6.294 Auf verbundene Unternehmen entfallen 8.272 TEUR (Vj. 2.150 TEUR) aus Erträgen aus Beteiligungen sowie 37 TEUR (Vj. 47 TEUR) aus Erträgen aus anderen Wertpapieren und Ausleihungen. Die sonstigen Zinsen und ähnlichen Erträge enthalten 3.727 TEUR Erträge aus der Abzinsung von Rückstellungen. In den Zinsen und ähnlichen Aufwendungen sind 5.858 TEUR Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen enthalten. (17) Außerordentliches Ergebnis Außerordentliche Erträge Außerordentliche Aufwendungen 2011 2010 266 –7.028 1.065 –104.844 –6.762 –103.779 Die außerordentlichen Erträge betreffen die Aktualisierung der Rück­ stellungen für die Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Betriebs­ sicherungsprogramm. Die außerordentlichen Aufwendungen entfallen in Höhe von 3.634 TEUR auf die Anpassung der Rückstellungen für die Verpflichtungen aus der Altersteilzeit, dem Absicherungstarifvertrag und der Zielvereinbarung sowie der Rückstellungen für Vorruhestandszahlungen. Aus der vollständigen Zu­ ührung der nicht passivierten Beträge aus der erstmaligen Anwendung f des Bilanzrechtsmodernisierungsgesetzes sind außerordentliche Aufwen­ dungen in Höhe von 3.394 TEUR enthalten. Jahresabschluss | Anhang 89 (18) Steuern vom Einkommen und vom Ertrag Die Steuern vom Einkommen und vom Ertrag betreffen die Körperschaft­ steuer und den Solidaritätszuschlag sowie die Gewerbesteuer 2011 für die gewerblichen Leistungen. Passive Steuerlatenzen ergeben sich aus der Aktivierung von Sachan­ lagen. Dem stehen aktive Steuerlatenzen aus der Höherbewertung der Finanzanlagen und der niedrigeren Bewertung der sonstigen Verbindlich­ keiten gegenüber. Die Steuerlatenzen wurden mit einem Steuersatz von 30 % bewertet. Die aktiven latenten Steuern übersteigen den Betrag der passiven latenten Steuern. Von dem Wahlrecht, den Überhang an latenten Steuern zu aktivieren, wird kein Gebrauch gemacht. (19) Aufwand aus Kapitalverzinsung Für 2011 wurde durch Rechtsverordnung des Senats festgelegt, dass die gemäß BerlBG jährlich vorzunehmende Verzinsung des betriebsnot­ wendigen Kapitals mit 7,1 % zu erfolgen hat. Die im Geschäftsjahr 2000 für einen Zeitraum von 15 Jahren geleistete Vorauszahlung der Kapitalver­ insung wurde als aktiver Rechnungsabgrenzungsposten bilanziert. z Der Posten Aufwand aus Kapitalverzinsung enthält den entsprechend der finanzmathematischen Methode berechneten Auflösungsbetrag des aktiven Rechnungsabgrenzungspostens für 2011. (20) Vorschlag zur Ergebnisverwendung Wir schlagen dem Aufsichtsrat vor, der Gewährträgerversammlung zu empfehlen, den Jahresüberschuss von 24.985 TEUR auf neue Rechnung vorzutragen. 90 E | Sonstige Angaben (21) Sonstige finanzielle Verpflichtungen Fällig 2012 Verpflichtungen aus Miet- und Leasingverträgen Bestellobligo Fällig 2013 bis 2016 Fällig nach 2016 Gesamt 2.447 4.976 1.802 9.225 115.626 91.555 118.073 96.531 - 207.181 1.802 216.406 Das Bestellobligo enthält in Höhe von 67.637 TEUR Verpflichtungen gegenüber verbundenen Unternehmen, die aus dem Abschluss langfris­ tiger Entsorgungsverträge resultieren. Für fast alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der BSR besteht eine Mitgliedschaft bei der Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder (VBL). Zweck der VBL ist es, Beschäftigten der beteiligten Arbeitgeber im Wege privatrechtlicher Versicherung eine zusätzliche Altersversorgung zu gewähren. Die VBL wird finanziert durch Umlagen im Rahmen des Abschnitts­ eckungsverfahrens sowie zusätzlich ab Januar 2004 für die d VBL Ost durch das Kapitaldeckungsverfahren. Der Umlagesatz für die VBL betrug im Berichtsjahr für den Tarifbereich West 7,86 %, davon leisteten die BSR 6,45 %. Zusätzlich wurde für den Abrechnungsverband West ein Sanierungsgeld in Höhe von 1,86 % vom zusatzversorgungspflichtigen Entgelt gezahlt. Im Tarifbereich Ost betrug der Umlagesatz 1,0 % des zusatzversorgungspflichtigen Entgelts. Im Rahmen des Kapitaldeckungsverfahrens für die VBL Ost sind 4,0 % des steuerpflichtigen Arbeitslohns zu zahlen, davon tragen die BSR die Hälfte. Die Summe der umlagepflichtigen Entgelte betrug im Berichtsjahr 211.532 TEUR (davon Tarifbereich West 169.046 TEUR, Tarifbereich Ost 42.486 TEUR) für etwa 5.900 anspruchsberechtigte Beschäftigte (ein­ schließlich Auszubildenden). Die Anzahl der anspruchsberechtigten ehe­maligen Beschäftigten bzw. derzeitigen Rentenbezieher ist nicht ermittelbar. Jahresdurchschnitt Beschäftigte + 85 5.464 5.379 2010 2011 92 (22) Beschäftigte Im Jahresdurchschnitt beschäftigten die BSR in den einzelnen Bereichen folgende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Abfallwirtschaft Reinigung Verwaltung Auszubildende 2011 2010 1.928 1.935 2.243 2.162 1.086 1.081 5.257 5.178 207 201 5.464 5.379 (23) Organe VORSTAND Vera Gäde-Butzlaff Vorsitzende des Vorstands Dr. Lothar Kramm Vorstand Finanzen Andreas Scholz-Fleischmann Vorstand Personal, Soziales und technische Dienstleistungen AUFSICHTSRAT Anteilseignerseite: Dr. Ulrich Nußbaum (ab 17.01.2012) Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Personalausschusses, Senator für Finanzen Harald Wolf (bis 09.12.2011) Vorsitzender des Aufsichtsrats und des Personalausschusses, Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen a. D. Hans-Jürgen Cramer Mitglied im Personalausschuss, ehemaliges Mitglied des Vorstands der Vattenfall Europe AG, Berlin Ingeborg Esser Mitglied im Wirtschaftsausschuss, Mitglied der Geschäftsführung des Bundesverbands deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. (GdW), Berlin Jahresabschluss | Anhang 93 Christian Gaebler (ab 24.01.2012) Staatssekretär der Senatsver­ altung w für Stadtentwicklung und Umwelt Dipl.-Ing. Erwin Kostyra (bis 23.01.2012) Vizepräsident der Handwerkskammer Berlin und Inhaber der Firma ALUSTAHL-Metallbau, Berlin Christiane Krajewski Sprecherin des Wirtschaftsausschusses, Ministerin und Senatorin a. D., Geschäftsführerin der Christiane Krajewski GmbH, Saarbrücken Abris Lelbach Mitglied im Personalausschuss, geschäftsführender Gesellschafter der Elpro GmbH, Berlin Katrin Lompscher (bis 17.01.2012) Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz a. D. Sybille von Obernitz (ab 24.01.2012) Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung Jacqueline Tag Mitglied des Vorstands der Investitionsbank des Landes Brandenburg, Potsdam Gregor von Paczensky Mitglied im Personalausschuss, Vorsitzender des Personalrats Abfallwirtschaft und Vorstands­ itglied m im Gesamtpersonalrat der BSR Simone Sabrowski Frauenvertreterin Personalrat Reinigung Susanne Stumpenhusen Mitglied im Personalausschuss, Landesbezirksleiterin ver.di, Landesbezirk Berlin-Brandenburg Rolf Wiegand Mitglied im Wirtschaftsausschuss, stellvertretender Vorsitzender des Gesamtpersonalrats und des Per­ sonalrats Abfallwirtschaft der BSR Arbeitnehmerseite: Sven-Olaf Günther Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats und Mitglied im Personalausschuss, Vorsitzender des Gesamtpersonalrats der BSR Andrea Grünberg-Schröder Mitglied im Wirtschaftsausschuss, Vorsitzende des Personalrats Hauptverwaltung und Vorstandsmitglied im Gesamtpersonalrat der BSR Dr. Heidrun Kletzin (bis 31.03.2011) Organisationsberaterin, Berlin Andreas Kreutzahler Vorsitzender des Personalrats Reinigung und Vorstandsmitglied des Gesamtpersonalrats der BSR Cornelia Kuhlich (ab 01.06.2011) Mitglied im Personalrat Haupt­ verwaltung der BSR 94 GEWÄHRTRÄGERVERSAMMLUNG Dr. Ulrich Nußbaum Vorsitzender der Gewährträgerversammlung, Senator für Finanzen Harald Wolf (bis 23.01.2012) Senator für Wirtschaft, Technologie und Frauen a. D. Katrin Lompscher (bis 23.01.2012) Senatorin für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz a. D. BEIRAT Hans Nisblé Vorsitzender des Beirats, Bezirksbürgermeister a. D., Landesvor­ itzender s der AWO Berlin Dagmar Roth-Behrendt Stellvertretende Vorsitzende des Beirats, Mitglied des Europäischen Parlaments, SPE-Fraktion Frigga Döscher Vorstandsvorsitzende des Mieterschutzbundes Berlin e. V. Dr. Sabine Graf Stellvertretende Bezirksvorsitzende des DGB, Bezirk NRW Dr. Klaus-Peter Hillebrand Vorstand des Verbandes BerlinBrandenburgischer Wohnungs­ unternehmen e. V. Sybille von Obernitz (ab 24.01.2012) Senatorin für Wirtschaft, Technologie und Forschung Michael Müller (ab 24.01.2012) Senator für Stadtentwicklung und Umwelt Prof. Dr. Harald Kächele Bundesvorsitzender der Deutschen Umwelthilfe e. V. Dr. Adolf Kopp Geschäftsführer der TSB Innova­ tionsagentur Berlin GmbH Carsten-Michael Röding Bezirksstadtrat Bezirksamt Spandau Gabriele Schöttler Bezirksbürgermeisterin TreptowKöpenick a. D. Hiltrud Sprungala Geschäftsführerin des Landes­ verbandes Freier Immobilienund Wohnungsunternehmen Berlin-Brandenburg e. V. Jahresabschluss | Anhang 95 (24) Bezüge des Aufsichtsrats und des Beirats (in EUR) Die einzelnen Mitglieder des Aufsichtsrats erhielten folgende Vergütung: Name Fixum Harald Wolf Hans-Jürgen Cramer Ingeborg Esser Dipl.-Ing. Erwin Kostyra Christiane Krajewski Abris Lelbach Katrin Lompscher Jacqueline Tag 5.799 3.651 * 3.651 * 3.651 * 3.651 */** 3.068 3.651 * 3.068 Name Fixum Sven-Olaf Günther Andrea Grünberg-Schröder Dr. Heidrun Kletzin Andreas Kreutzahler Cornelia Kuhlich Gregor von Paczensky Simone Sabrowski Susanne Stumpenhusen Rolf Wiegand * Fixum einschließlich Umsatzsteuer. ** Für das Aufsichtsratsmitglied fielen Reisekosten in Höhe von 1.772 EUR an. 4.602 3.068 900 * 3.068 1.799 3.068 3.068 3.651 * 3.068 Insgesamt wurden für die Tätigkeit der Mitglieder des Aufsichtsrats im Berichtsjahr 56.482 EUR aufgewendet. Für die Tätigkeit des Beirats wurden pro Mitglied 550 EUR (ohne Umsatzsteuer) vergütet. Insgesamt wurden im Berichtsjahr 5.604 EUR aufgewendet. (25) Bezüge des Vorstands (in EUR) / Vergütungssystem Die einzelnen Mitglieder des Vorstands erhielten folgende Vergütung: Vera Gäde-Butzlaff Dr. Lothar Kramm Andreas Scholz-Fleischmann Gehalt Erfolgs- Neben- (erfolgsun- bezogene leistungen 2011 2010 abhängig) Vergütung jeder Art Gesamt Gesamt 247.371 66.000 189.262 212.922 120.000 61.000 89 313.460 313.107 83 227 309.345 274.149 309.204 279.848 649.555 247.000 399 896.954 902.159 96 In den Gesamtbezügen des Vorstands sind erfolgsbezogene Gehalts­ bestandteile für das Vorjahr in Höhe von 177 TEUR enthalten. Alle drei Vorstände wurden durch Beschluss des Aufsichtsrats für die Dauer von maximal fünf Jahren zum Vorstand bestellt. Die Verträge sind befristet und enden jeweils mit Ablauf der Bestellung automatisch, ohne dass es einer Kündigung bedarf. Die Verträge haben sich jeweils für die Dauer der Wiederbestellung zum Vorstand verlängert, längstens aber gemäß § 6 Abs. 4 BerlBG um fünf Jahre. Die Vergütung der Vorstandsmitglieder wird vom Aufsichtsrat in ange­ messener Höhe auf der Grundlage einer Leistungsbeurteilung festgelegt. Kriterien für die Angemessenheit der Vergütung bilden insbesondere die Aufgaben des jeweiligen Vorstandsmitglieds, seine persönliche Leistung, die Leistung des Vorstands insgesamt sowie die wirtschaftliche Lage, der Erfolg und die Zukunftsaussichten der BSR. Die Gesamtvergütung des Vorstands umfasst sowohl fixe als auch varia­ ble Bestandteile. Die variable Vergütung enthält einmalige sowie jährlich wiederkehrende, an den geschäftlichen Erfolg gebundene Komponenten. Komponenten mit langfristiger Anreizwirkung wurden nicht vereinbart. Die variable Vergütung wird auf der Basis von Zielvereinbarungen fest­ elegt. g Nachträgliche Änderungen von Zielvereinbarungen und Vergütungsbe­ standteilen sind nicht erfolgt. Änderungen des Vergütungssystems gegen­ über dem Vorjahr gab es nicht. Darüber hinausgehende Ver­ ütungen g von Tochtergesellschaften oder von Dritten wurden im Berichtsjahr nicht ver­ inbart und bezogen. e Jahresabschluss | Anhang 97 Für zwei Mitglieder des Vorstands bestehen Versorgungszusagen mit dem Anspruch auf ein betriebliches Ruhegeld sowie Invaliditätsund Hinterbliebenenversorgung. Für ein Vorstandsmitglied besteht keine Ver­sorgungszusage. Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber ehemaligen Geschäftsleitern bzw. Vorständen und deren Hinterbliebenen sind im Berichtsjahr 8.224 TEUR zurückgestellt, die laufenden Bezüge betrugen 640 TEUR. (26) Honorare des Abschlussprüfers Die Angaben sind entsprechend § 285 Nr. 17 HGB im Konzernabschluss der BSR enthalten. Berlin, den 29. Februar 2012 Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Der Vorstand Vera Gäde-Butzlaff Dr. Lothar Kramm Andreas Scholz-Fleischmann 98 Anlagenspiegel Anlagenspiegel zum 31. Dezember 2011 der Berliner Stadtreinigungsbetriebe (in tausend Euro) Anschaffungs- und Herstellungskosten Um 01.01.2011 Zugänge Abgänge buchungen 31.12.2011 I. Immaterielle Vermögensgegenstände 1. Entgeltlich erworbene Software 2. Geleistete Anzahlung 15.831 - 15.831 355 9 364 450 - 450 - - - 15.736 9 15.745 II. Sachanlagen 1. Grundstücke, grundstücksgleiche Rechte und Bauten einschl. der Bauten auf fremden Grundstücken 2. Technische Anlagen und Maschinen 3. Fahrzeuge 4. Andere Anlagen, Betriebs- und Geschäftsausstattung 5. Geleistete Anzahlungen und Anlagen im Bau 471.361 351.665 180.548 57.667 97.770 1.159.011 3.208 1.836 20.092 2.268 62.414 89.818 15.827 18.257 11.202 8.549 329 54.164 2.104 –45 2.955 103 –5.117 - 460.846 335.199 192.393 51.489 154.738 1.194.665 III. Finanzanlagen 1. Anteile an verbundenen Unternehmen 2. Ausleihungen an verbundene Unternehmen 3. Beteiligungen 39.220 8.137 132 - - - - 2.500 - - - - - - 39.220 5.637 132 21 291.011 4. Ausleihungen an Unternehmen, mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht 5. Wertpapiere des Anlagevermögens 21 301.011 - 10.000 Ausleihungen 6. Sonstige A. Anlagevermögen - - - - 348.521 1.523.363 - 12.500 90.182 67.114 - 336.021 - 1.546.431 Jahresabschluss | Anlagenspiegel 99 Kumulierte Abschreibungen Zugänge aus 01.01.2011 Zugänge Nachaktivierung Abgänge Um- buchungen Zuschreibungen Buchwerte 31.12.2011 31.12.2011 31.12.2010 12.328 1.095 - 450 - - 12.973 2.763 3.503 - - - - - - - 9 12.328 1.095 - 450 - - 12.973 2.772 3.503 256.532 222.765 105.708 37.031 10.036 25.992 15.327 3.118 329 - - 4 106 14.322 17.811 11.086 8.498 329 50 –46 - –4 - - - - - - - - 252.296 230.900 109.953 31.753 208.550 104.299 82.440 19.736 214.829 128.900 74.840 20.636 - - 110 - 154.738 97.770 569.763 536.975 622.036 54.802 52.046 624.902 25.125 8.137 - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - 2.500 25.125 5.637 14.095 - 14.095 - - - - - - - - 132 132 - 21 21 - 291.011 301.011 - - - - - - - - 33.262 667.626 - 55.897 - 110 - 52.496 - - 2.500 2.500 30.762 668.637 305.259 877.794 315.259 855.737 100 Lagebericht 1 | Geschäft und Rahmenbedingungen Die Berliner Stadtreinigungsbetriebe gehören zu den Beteiligungen des Landes Berlin und sind seit 1994 in der Rechtsform einer Anstalt öffentlichen Rechts organisiert. Das Land Berlin hat mit dem Berliner BetriebeGesetz insbesondere folgende hoheitliche Aufgaben auf die BSR übertragen: n  ammlung und Entsorgung von Siedlungsabfällen und S n  traßenreinigung sowie Verkehrssicherungspflicht – Winterdienst – S im öffentlichen Straßenland. Im Rahmen der Abfall- und Wertstoffwirtschaft und des Umweltschutzes können daneben weitere Geschäfte aller Art übernommen werden. Die hoheitlichen Leistungen finanzieren die BSR über Tarifentgelte. Kostenüberoder -unterdeckungen gleichen sich in einer Tarifperiode kalkulatorisch aus; sinkende Kosten kommen dem Tarifkunden zugute. Die BSR sind im Wesentlichen mit ihren Tochter- und Beteiligungsunternehmen über ihren hoheitlichen Auftrag hinaus gewerblich tätig. Die Schwerpunkte liegen dabei in der Logistik wertstoffhaltiger Abfälle, insbesondere von Papier und Glas, der Verwertung von Bio- und Elektroabfällen sowie der Bodenreinigung. Als größtes kommunales Entsorgungsunternehmen in Deutschland erbringen die BSR ihre Abfallentsorgungsdienstleistungen für ca. 1,8 Mio. Berliner Haushalte mit mehr als 420.000 ausgestellten Abfallbehältern und reinigen täglich rund 4.000 km der städtischen Straßen und Gehwege. Von den BSR werden jährlich über 1.000 TMg überlassungspflichtige Abfälle aus Haushalten, etwa 58 TMg Bioabfälle und 11 TMg Sperrmüll gesammelt und der ordnungsgemäßen Entsorgung zugeführt. Bei der Straßenreinigung werden jährlich rund 80 TMg Straßenkehricht aufgenommen und verwertet. Jahresabschluss | Lagebericht 101 Die deutsche Wirtschaft ist im Jahr 2011 wieder kräftig gewachsen. Nach den Angaben des Statistischen Bundesamtes war das Bruttoinlandsprodukt um 3,0 % höher als im Vorjahr. Der wirtschaftliche Aufschwung fand dabei hauptsächlich in der ersten Jahreshälfte statt. Insbesondere der private Konsum und die Investitionen trugen mit hohen Wachstumsraten zum Aufschwung bei. Da sich die konjunkturellen Aussichten in den letzten Monaten eingetrübt haben, ist nicht mit einer Fortsetzung des wirtschaftlichen Aufschwungs in Deutschland zu rechnen. Der Entsorgungsmarkt wird aktuell von der Novellierung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes und den Diskussionen um die Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne beeinflusst. Im Februar 2012 haben der Deutsche Bundestag und der Bundesrat das Gesetz zur Neuordnung des Kreislaufwirtschafts- und Abfallrechts ver­ bschiedet. Das Gesetz hatte zunächst im Bundesrat im Hinblick auf die a Regelungen zur Zulässigkeit von gewerblichen Sammlungen keine Mehrheit gefunden. Erst im Vermittlungsausschuss konnte hierzu eine Einigung erzielt werden. Nach dem Gesetz stehen der Zulässigkeit gewerblicher Sammlungen überwiegende öffentliche Interessen unter anderem dann entgegen, wenn eine wesentliche Beeinträchtigung der Planungssicherheit und Organisationsverantwortung des öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgers gegeben ist. Dies ist anzunehmen, wenn durch die gewerbliche Sammlung Abfälle erfasst werden, für die der öffentlich-rechtliche Ent­ or­ s gungsträger oder der von diesem beauftragte Dritte eine haushaltsnahe oder sonstige hochwertige getrennte Erfassung und Verwertung der Abfälle durchführt, die Stabilität der Gebühren gefährdet wird oder die diskri­ inierungsfreie und transparente Vergabe von Entsorgungs­eistungen m l im Wettbewerb erheblich erschwert oder unterlaufen würde (§ 17 Abs. 3 Satz 3 KrWG). Dies bedeutet, dass gewerbliche Sammlungen i. d .R. dann abgewehrt werden können, wenn der öffentlich-rechtliche Entsorgungs­ träger selbst ein Sammelsystem in Bezug auf die in Frage stehende Abfallfraktion unterhält. Nach § 17 Abs. 3 Satz 4 und 5 KrWG kann sich ein öffentlich-rechtlicher Entsorgungsträger auf eine wesentliche Beeinträch­ tigung in diesem Fall nur dann nicht berufen, wenn die vom gewerblichen Sammler angebotene Sammlung und Verwertung wesentlich leistungs­ fähiger als die vom öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger bereits angebotene oder konkret geplante Leistung ist. 102 Bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit sind sowohl die in Bezug auf die Ziele der Kreislaufwirtschaft zu beurteilenden Kriterien der Qualität und der Effizienz, des Umfangs und der Dauer der Erfassung und Ver­ wertung der Abfälle als auch die aus Sicht aller privaten Haushalte zu beur­ teilende gemeinwohlorientierte Servicegerechtigkeit der Leistung zugrunde zu legen. Leistungen, die über die unmittelbare Sammel- und Verwer­tungsleistung hinausgehen, insbesondere Entgeltzahlungen, sind bei der Beurteilung der Leistungsfähigkeit nicht zu berücksichtigen. Mit der gesetzlichen Neuregelung ist aus Sicht der BSR ein wirksamer Schutz vor gewerblichen Sammlungen, welche die Funktionsfähigkeit des öffentlichrechtlichen Entsorgungsträgers beeinträchtigen, gewährleistet. Bezüglich der im Gesetzentwurf vorgesehenen Verordnungsermächtigung zur gemeinsamen Erfassung von Verpackungen und stoffgleichen Nicht­ verpackungen im Rahmen einer einheitlichen Wertstofftonne haben die Vorarbeiten zu einem Wertstoffgesetz bzw. einer Wertstoffverordnung begonnen. Im Rahmen eines Planspiels zur Fortentwicklung der Verpa­ckungsverordnung haben verschiedene Vertreter aus Kommunen, Landes­ behörden, der Entsorgungswirtschaft, von Herstellern und Verbraucher­ verbänden zwei unterschiedliche Modelle zur künftigen Organisation der Wertstofferfassung erörtert. Das erste Modell sieht eine rein privat­ irt­ w schaftliche Lösung vor, in welcher die Hersteller unter Ausweitung ihrer – bisher auf Verkaufsverpackungen beschränkten – Verantwortung auch für bestimmte Produktgruppen die Zuständigkeit für die Entsorgung über­ nehmen. Bei dem zweiten Modell liegt die Erfassungsverantwortung für die Gesamtmenge von Leichtverpackungen und stoffgleichen Nichtverpa­ ck­ ngen bei den Kommunen. Die Organisation und Finanzierung der u Verwertung würde anteilig durch Kommunen und duale Systeme erfolgen. In Bezug auf das erste Modell konnten im Rahmen der Diskussionen viele der aufgeworfenen Fragen nicht zufriedenstellend beantwortet werden (z. B. Frage der ökologischen Lenkungswirkung, Lösungen zur Beseitigung der Schwachstellen des bisherigen Systems). Aus kommunaler Sicht wird es im Hinblick auf das anstehende Gesetzgebungsverfahren daher darum gehen, eine Steuerungsverantwortung der Kommunen für die künftige Wertstoffsammlung festzuschreiben, wobei auch eine Eigenerledigung durch die Kommune möglich sein muss. Größtes kommunales Entsorgungsunternehmen Deutschlands 892 km 420.000* ausgestellte Abfallbehälter 2 1,8 Mio. Berliner Haushalte 80 TMg* Straßenkehricht aufgenommen und verwertet 4.000 km* Reinigung von Straßen und Wegen *Pro Jahr. 104 Die BSR haben das zunächst als Pilotprojekt gestartete Wertstofferfassungssystem Orange Box beginnend mit der Tarifkalkulationsperiode 2011/2012 erfolgreich im Rahmen der Regelentsorgung eingeführt. Unterstützung erfahren haben die BSR durch das vom Berliner Abgeordnetenhaus am 12. Mai 2011 verabschiedete Abfallwirtschaftskonzept, welches die abfallpolitischen Zielvorgaben für die nächsten zehn Jahre vorgibt. Dort spricht sich das Land Berlin für ein flächendeckendes einheitliches Wertstofferfassungssystem in kommunaler Verantwortung aus. Des Weiteren wird klargestellt, dass in Berlin im Rahmen einer möglichen Übergangslösung bis zum Inkrafttreten einer bundesweiten Regelung die zusätzlich erfassten Wertstoffe im Hoheitsbereich der Kommune verbleiben sollen. Dem Modell der Gelben Tonne Plus ist damit eine Absage erteilt worden. In Bezug auf das Untersagungsverfahren gegen die Gelbe Tonne Plus hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wie auch schon zuvor das Verwaltungsgericht Berlin die behördliche Untersagung der Ausweitung der Gelben Tonne Plus im einstweiligen Rechtsschutzverfahren bestätigt. Hinsichtlich des in der Vergangenheit geduldeten Bestandes des Sammel­ ystems wurde die Eilbedürftigkeit der Untersagung s verneint, so dass das Sammelsystem in diesem Umfang bis zur Entscheidung im Hauptsache­ erfahren weiterbetrieben werden darf. v Im Bereich der Straßenreinigung wurden im Jahr 2010 die Regelungen zum Winterdienst umfassend überarbeitet. Abweichend von den übrigen Änderungen des Straßenreinigungsgesetzes trat die Regelung, wonach der Winterdienst auf Gehwegen der Straßen der Reinigungsklassen 1 und 2 in einer Mindestbreite von 1,5 Metern (statt bisher einem Meter) durch­ zuführen ist, erst zum 1. November 2011 in Kraft. Durch die Verordnung über die Festsetzung von erforderlichen Breiten für Winterdienstmaß­ nahmen auf Gehwegen vom 26. November 2011 wurde zusätzlich bestimmt, dass auf Gehwegen von Straßen, die von Fußgängern in einem weit größeren Maße frequentiert werden als andere Hauptstraßen (z. B. Kurfürstendamm, Tauentzienstraße), die Breite für Winterdienst­ maßnahmen drei Meter beträgt. Das Geschäftsjahr 2011 schloss im Vergleich zum Vorjahr mit einem um 106,8 Mio. EUR höheren Ergebnis ab. Der Jahresüberschuss 2011 beträgt 25,0 Mio. EUR. Der Jahresfehlbetrag des Vorjahres (–81,8 Mio. EUR) wurde durch die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einführung des Betriebssicherungsprogramms verursacht. Jahresabschluss | Lagebericht 105 2 | Strategie und Organisation Das strategische Ziel der BSR besteht in der langfristigen Sicherung des Leistungsauftrages als kommunales Vorzeigeunternehmen im Rahmen der Daseinsvorsorge vornehmlich durch die Gewährleistung langfristig stabiler, im nationalen Vergleich niedriger Tarifentgelte sowie der Tarifstetigkeit für die hoheitlichen Kernaufgaben Sammlung, Verwertung und Entsorgung von Siedlungsabfällen sowie der stadtweiten Straßenreinigung und der Verkehrssicherungspflicht im Winter. Diese Ziele sollen insbesondere durch die Sicherstellung einer hohen Leistungsqualität, die Erfüllung der sozialen Verantwortung gegenüber den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BSR und den Ausbau des ökologischen Profils erreicht werden. Die Grundsätze der nachhaltigen Entwicklung sind seit Jahren Gegen­ stand der mit dem Aufsichtsrat abgestimmten Unternehmensstrategie. Die zunehmende Akzeptanz dieser Grundsätze auch in privatrechtlichen Unternehmen bestätigen die BSR in dieser Vorreiterrolle. Das Engagement in sozialen und ökologischen Belangen ist auch für das nachhaltige Errei­ chen der wirtschaftlichen Ziele von wesentlicher Bedeutung. Das Ziel einer nachhaltigen Unternehmenssteuerung muss es sein, den Ressourcenverbrauch von einer rein ökonomischen Betrachtung – bei der der wirtschaftliche Ertrag größer sein muss als die Kosten des Verbrauchs – zu lösen und um eine ökologische sowie eine soziale bzw. gesellschafts­ bezogene Komponente zu ergänzen. Die gängigen betriebswirtschaft­ lichen Kennzahlen sind allerdings ungeeignet, den Ressourcenverbrauch einer Wirtschaftsperiode z. B. nach ökologischen Kriterien abzubilden. Andere Kennzahlen, die eine ökologische Unternehmenssteuerung erst ermög­ichen würden, sind hingegen nicht verfügbar bzw. nicht allgemein­ l gültig anerkannt. Im Jahr 2011 haben die BSR daher mit der Konzeption eines Systems zur nachhaltigen Unternehmenssteuerung begonnen und das neue Instrumentarium im Rahmen eines Pilotprojekts erstmals in die Praxis übertragen. Hierzu zählen z. B. die Darstellung von CO2-Vermei­ dungskosten, die Substitutionskosten für Rohstoffe oder aber auch die Ableitung von Kosten – im Sinne von Aufwand – für die Einsparung bzw. die Erzeugung von Energie. Auf der Basis dieses Konzepts bzw. Instrumen­ tariums soll nun die Diskussion mit anderen Unternehmen, Verbänden und der Wirtschaftsprüfungsbranche aufgenommen werden mit dem Ziel, allgemein verbindliche und aussagekräftige Kennzahlen für ökologische Belange zu entwickeln und in die Bilanzierung einzuführen. 106 Die Organisation der BSR ist den Kernprozessen entsprechend in die operativen Geschäftseinheiten Abfallwirtschaft und Straßenreinigung auf­ geteilt. Die operativen Bereiche werden durch die internen Dienstleistungs­ bereiche, wie z. B. die Geschäftseinheiten Kundenbetreuung und Personal, im Sinne einer Querschnittsfunktion unterstützt. Interne Abfallwirtschaft Sammlung und Transport von Abfällen Verwertung und Beseitigung von Abfällen Straßenreinigung Fahrbahn- und Gehwegreinigung Winterdienst Dienstleistungen Kundenbetreuung Fuhrparkmanagement Immobilien-­ management Tarifkalkulation Sonstige Die Auswirkungen des unternehmerischen Handelns auf die Tarifentgelte sind Maßstab für die Unternehmensentscheidungen. Zur Umsetzung dieses Grundsatzes steht den Führungsebenen der BSR ein detailliertes Manage­ mentinformationssystem zur Verfügung. 3 | Geschäftsentwicklung Die Geschäftstätigkeit innerhalb der Kernprozesse der BSR entwickelte sich in 2011 wie nachfolgend beschrieben. Interne Abfallwirtschaft Sammlung und Transport von Abfällen Verwertung und Beseitigung von Abfällen Straßenreinigung Fahrbahn- und Gehwegreinigung Winterdienst Dienstleistungen Kundenbetreuung Fuhrparkmanagement Immobilien-­ management Tarifkalkulation Sonstige Jahresabschluss | Lagebericht 107 Insgesamt haben die BSR im Jahr 2011 rd. 1.271,1 TMg Siedlungsabfälle (Vj. 1.274,1) angenommen, davon rd. 370,1 TMg Abfälle zur Verwertung (Vj. 335,1 TMg) und rd. 901,0 TMg Abfälle zur Beseitigung (Vj. 939,1 TMg). Das Aufkommen an Abfällen zur Verwertung wird von organischen Abfällen, dem Kehricht sowie dem Sperrmüll einschließlich Altholz bestimmt. Von den BSR wurden im Geschäftsjahr rd. 128,4 TMg organische Abfälle (Vj. 114,6 TMg) getrennt gesammelt und aufbereitet. Knapp die Hälfte dieser organischen Abfälle stammt aus der „BIOGUT-Tonne“. Bei den restlichen Mengen handelt es sich um die Inhalte aus Laubsäcken, um Straßenlaub, Baum- und Strauchschnitt sowie Weihnachtsbäume. Die Bioabfälle werden zurzeit von den BSR umgeschlagen und durch Dritte im Land Brandenburg kompostiert. Aufgrund des hohen energetischen Potenzials von Bioabfällen werden die BSR die vergärbaren Abfälle künftig einer höherwertigen Verwertung zuführen. Dazu soll eine Biovergärungsanlage in Berlin-Spandau errichtet werden. Das entstehende Biogas soll in das Gasnetz eingespeist und auf drei Liegenschaften der BSR zur Betankung gasbetriebener Müllsammelfahrzeuge genutzt werden. Mit dem Bau der Anlage wurde im August 2011 begonnen. Die Biogasanlage soll 2013 in Betrieb genommen werden. Im Geschäftsjahr 2011 wurden von den BSR im Rahmen der Straßen­ reinigung rd. 88,1 TMg Kehricht (Vj. 100,7 TMg) aufgenommen und der Auf­ ereitung zugeführt. Darüber hinaus wurden von den BSR rd. 35,1 TMg b Sperrmüll (Vj. 35,0 TMg) gesammelt, davon wie im Vorjahr rd. 31 % über das Sperrmüll-Holsystem der BSR und rd. 69 % auf den Recyclinghöfen, und der Aufbereitung in der BSR-eigenen Sperrmüllaufbereitungsanlage zugeführt. Die BSR verfügen über ein flächendeckendes Netz von 15 Recyclinghöfen und 6 stationären Schadstoffsammelstellen in Berlin. Die Anzahl der Nutzer ist mit 2,4 Mio. gegenüber dem Vorjahr (2,5 Mio.) leicht gesunken. Die Schwerpunkte der Abfallsammlung auf den Recyclinghöfen liegen auf der Annahme von Sperrmüll und Holz (rd. 62 %) sowie Elektroschrott (rd. 12 %). Von den Abfällen zur Beseitigung in Höhe von insgesamt rd. 901,0 TMg (Vj. 939,1 TMg) wurden wie im Vorjahr rd. 97 % durch BSR-eigene Fahrzeuge gesammelt und zu den Beseitigungsanlagen transportiert. Über Umleerverfahren haben die BSR in 2011 rd. 842,3 TMg Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle (Vj. 854,7 TMg) gesammelt und 18,1 Mio. Entleerungen (Vj. 18,5 Mio.) durchgeführt. Im Rahmen von Containerdienstleistungen wurden rd. 19,5 TMg Abfälle zur Beseitigung (Vj. 20,3 TMg) gesammelt. Bei diesen Abfällen handelt es sich insbesondere um Krankenhausabfälle (13,8 TMg). 108 Mit der Sammlung und dem Transport von Abfällen werden die BSR selbst Abfallbesitzer. Als solche sind sie verpflichtet, die ihnen zur Beseiti­ gung überlassenen Abfälle in erster Linie zu verwerten und im Übrigen zu beseitigen. Mit dem Abfallwirtschaftsplan des Landes Berlin werden die wesentlichen Entsorgungsströme der überlassungspflichtigen Restabfälle geregelt. Danach sollen im Land Berlin 520 TMg /a Restabfall im Müll­ heizkraftwerk Ruhleben thermisch verwertet, weitere 233 TMg /a Restabfall im Rahmen von Dienstleistungsverträgen entsorgt und 230 TMg /a Rest­ abfall durch eine Gesellschaft unter Beteiligung der BSR (Public-PrivatePartnership-Modell) zu Ersatzbrennstoffen verwertet werden. Im Müllheizkraftwerk Ruhleben (MHKW) wurden in 2011 insgesamt rd. 523,2 TMg Restabfälle (Vj. 485,2 TMg) thermisch behandelt. Im Rahmen des Projekts „Ersatzinvestition“ (ERIN) am Standort des MHKW wurden die Arbeiten am Neubau einer Kessellinie – die nach Fertigstellung vier alte Kessellinien ersetzen soll – planmäßig fortgesetzt. Zum Neubauvolumen zählen Müllbunker, Kessel und Rauchgasreinigung. Bis zur gesetzlichen Schließung Ende Mai 2005 betrieben die BSR auf drei eigenen Standorten (Schwanebeck, Schöneicher Plan und Wernsdorf) Deponien für die Ablagerung von Hausmüll und hausmüllähnlichen Abfäl­ len. Die Anforderungen an die Stilllegung und Nachsorge dieser Deponien werden durch die Deponieverordnung vom 27. April 2009 geregelt. Auf der Deponie Wernsdorf wurde in 2011 der dritte Bauabschnitt der Oberflächenabdichtung fertig gestellt. Damit sind jetzt etwa 13 ha (von insgesamt 22 ha) Deponieoberfläche endgültig abgedichtet. Der Auftrag für die Errichtung des vierten Bauabschnittes (von insgesamt fünf) im nächs­ten Jahr ist bereits erteilt. Für die Abdichtung der Deponie Schwanebeck wurde die eingereichte Planung nach dem neuen Deponierecht geneh­ migt. Nach EU-weiter Ausschreibung wurde die Abschlussplanung für die Deponie Schöneicher Plan beauftragt. Die Unterlagen sollen Anfang 2012 zur Genehmigung eingereicht werden. Die Überwachung und die gegebenenfalls erforderliche Sanierung der 38 Berliner Standorte mit Altablagerungen sind durch das Bodenschutz­ recht geregelt. Der mit der zuständigen Behörde, der Berliner Senats­ verwaltung für Gesundheit, Umwelt und Verbraucherschutz, vereinbarte Umfang an Erkundungsarbeiten für das Jahr 2011 wurde umgesetzt. Die Ergebnisse wurden durch die BSR bzw. externe Ingenieurbüros ausge­ wertet und als Berichte mit Gefährdungsabschätzung und Empfehlungen zum weiteren Vorgehen der Senatsverwaltung vorgelegt. Daneben wurden auch 2011 wieder dringliche Maßnahmen an einzelnen Standorten durch­ geführt (Sanierung einiger Kleingärten durch Bodenaustausch in BerlinZehlendorf, Bau einer Bodenbelüftungsanlage zur Deponiegasbekämpfung in einer Kleingartenanlage in Berlin-Zehlendorf). Jahresabschluss | Lagebericht 109 Interne Abfallwirtschaft Sammlung und Transport von Abfällen Verwertung und Beseitigung von Abfällen Straßenreinigung Fahrbahn- und Gehwegreinigung Winterdienst Dienstleistungen Kundenbetreuung Fuhrparkmanagement Immobilien-­ management Tarifkalkulation Sonstige Im Geschäftsjahr 2011 haben die BSR insgesamt rd. 1,55 Mio. Kilometer Fahrbahnen und Gehwege (Vj. 1,08 Mio.) gereinigt und rd. 5,8 Mio. Papierkorbentleerungen (Vj. 4,6 Mio.) durchgeführt. Dabei wurden rd. 88,1 TMg Kehricht (Vj. 100,7 TMg), rd. 6,8 TMg Papierkorbabfälle (Vj. 6,2 TMg) und rd. 115.700 m³ Laub (Vj. 87.200 m³) eingesammelt und sachgerecht verwertet bzw. entsorgt. Zusätzlich erfolgten rd. 212.400 Gullyreinigungen (Vj. 164.116). In der Winterperiode 2010/2011 (Oktober 2010 bis März 2011) mussten von den BSR im Rahmen der Verkehrssicherungspflicht überdurchschnittlich viele Schnee-, Eis- und Frosttage bewältigt werden. Der Monat Dezember 2010 war der zweitkälteste Monat seit 1969. Die Schneehöhen erreichten auch in Berlin teilweise Rekordwerte. In den ersten Monaten des Jahres 2011 war der Winter kalt und außergewöhnlich trocken. Durch den Einsatz der gesamten Personal- und Technikressourcen – vorwiegend im 3-Schicht-System – ist es den BSR gelungen, die Winterdienstleistungen gut zu bewältigen. Durch den effizienten und umweltschonenden Umgang mit Streu- und Auftaumitteln sorgten die BSR dafür, dass der öffentliche Straßenverkehr auf den verkehrstechnisch wichtigsten Straßen (Stadtautobahn, Bundesstraßen und sog. E1-Straßen) zu keiner Zeit wesentlich beeinträchtigt war. Durch optimale Vorratshaltung konnten Einschränkungen bei der Bereitstellung von Streumitteln – wie sie in anderen Großstädten und Autobahnmeistereien bestanden – vermieden werden. Entsprechend den Empfehlungen des Fachausschusses Winterdienst im Verband kommunaler Unternehmen wurde die Bevorratung mit Streusalz erhöht. 110 Den extremen winterlichen Bedingungen begegneten die BSR mit folgenden Maßnahmen: n  eit Anfang Dezember 2010 wurden täglich durchschnittlich 700 sog. S Schneewinterhilfskräfte beschäftigt, die den BSR von den Jobcentern der Bezirke unbürokratisch und schnell für den Winterdienst zur Verfügung gestellt wurden. n m gesamten Winter 2010 / 2011 wurden rd. 330.615 Räumkilometer I mittels Schneepflugeinsatz zurückgelegt. Im Vergleichszeitraum 2009 / 2010 wurden rd. 177.428 Räumkilometer geleistet. n  ufgrund der großen Schneemengen wurden in der Winterperiode A 2010 / 2011 ca. 20.000 m³ Schnee abgefahren und auf den von den Berliner Bezirken zugeordneten Sammelplätzen abgelagert. n  usätzlich mussten zahlreiche von den Berliner Ordnungsämtern Z beauftragte winterliche Ersatzvornahmen auf Gehwegen umgesetzt werden. In der Winterperiode 2010/2011 wurden 1.562 Ersatzvor­ nahmen durch die BSR vorgenommen. Die von den BSR für den Winterdienst auf Flächen ohne Anlieger und an den gehwegseitigen Haltestellen der Berliner Verkehrsbetriebe beauftrag­ ten neun Winterdienstfirmen waren aufgrund der extremen Witterungs­ bedingungen ab Anfang Dezember 2010 zunächst nicht in der Lage, die Anforderungen, die sich aus dem fast gleichzeitig in Kraft getretenen novellierten Straßenreinigungsgesetz ergaben und deren Erfüllung mit den BSR vertraglich vereinbart war, vollumfänglich zu erfüllen. In der Winter­ periode 2010 / 2011 wurden die Honorare für die Fremdfirmen aufgrund der Minderleistungen um rund 625.000 EUR gekürzt. Zur Leistungsbewer­ tung der Fremdfirmen haben die BSR in 2011 ein neues Qualitätssicherungs­ system eingerichtet. Jahresabschluss | Lagebericht 111 Im Vergleich mit den Vorjahren herrschten in der Winterperiode 2011/2012 (von Oktober 2011 bis März 2012) bislang moderate Witte­ rungsverhältnisse. Für die Umsetzung der Änderungen des Straßenreini­ gungs­­ gesetzes, wonach der Winterdienst auf Gehwegen der Straßen der Reinigungs­ lassen 1 und 2 in einer Mindestbreite von 1,5 Metern k (statt bisher einem Meter) durchzuführen ist, wurden bei der Touren­ planung und der Beauftragung von Fremdfirmen entsprechende Vor­ kehrungen getroffen. Die Frühjahrsgrundreinigung 2011 (Komplettreinigung der Fahrbahnen, Geh- und Fahrradwege, Grünflächen, Baumscheiben und Mittelstreifen bis Ostern des laufenden Jahres) war stark von den winterlichen Witte­ rungsbedingungen in der Winterperiode 2010 / 2011 beeinflusst. Aufgrund der anhaltenden Schnee- und Eisglätte setzten die Grundstückseigentümer viel mineralisches Streugut ein, welches von den BSR einzusammeln und zu entsorgen war. Im Geschäftsjahr 2011 wurden zahlreiche Umfeldreinigungen zu ver­ schiedenen Anlässen wie beispielsweise dem Christopher Street Day im Juni, der Frauenfußball-WM im Juni und Juli und dem Besuch des Papstes im September vorgenommen. Aus Sicherheitsgründen war insbesondere für den Papstbesuch eine umfangreiche Vorbereitungszeit für zusätzliche Papierkorbentleerungen und Gullyreinigungen erforderlich. Die gute Vorbereitung sowie die Zusammenarbeit zwischen Polizei, Bezirksämtern und den BSR führten zu einem reibungslosen Ablauf mit einer guten Resonanz in der Öffentlichkeit bezüglich der Reinigungsleistungen bei diesen Veranstaltungen. 112 Interne Abfallwirtschaft Sammlung und Transport von Abfällen Verwertung und Beseitigung von Abfällen Straßenreinigung Fahrbahn- und Gehwegreinigung Winterdienst Dienstleistungen Kundenbetreuung Fuhrparkmanagement Immobilien­management Tarifkalkulation Sonstige Im Geschäftsjahr 2011 wurden durch das Fuhrparkmanagement 213 Fahrzeuge (inkl. Equipment) in 27 verschiedenen Fahrzeuggruppen angeschafft. Die Fahrzeuginvestitionen (einschließlich Anlagen im Bau) betrugen insgesamt 21,3 Mio. EUR. Es wurden u. a. Müllsammelfahrzeuge mit Gasantrieb, Großkehrmaschinen, Kleinkehrmaschinen und Mehr­ zweckfahrzeuge ersetzt. Das durchschnittliche Fahrzeugalter beträgt wie bisher ca. 6 Jahre. Wie bereits in den Vorjahren auch, erfolgte durch das Immobilienma­ nagement im Geschäftsjahr 2011 die Umsetzung verschiedener das ope­ ative Kerngeschäft der BSR unterstützender Bauprojekte. Der Fokus lag r erneut auf der Erhöhung des betriebstechnischen Standards mit dem Ziel der Aufrechterhaltung und der Effizienzsteigerung der Kernprozesse (beispielsweise durch den Bau von Soletanks, Siloanlagen und Salzlager­ hallen zur Absicherung des Winterdienstes) sowie der kontinuierlichen Verbesserung im Sinne einer energieeffizienten Gebäudebewirtschaftung (beispielsweise durch den Bau eines Blockheizkraftwerkes mit einer Anschlussleistung von 3,4 MW). Im Rahmen der Tarifkalkulation wurde in 2011 das Nachkalkulations­ ergebnis der Tarifperiode 2009 / 2010 ermittelt. Für den Tarifbereich der Abfallwirtschaft ergab sich eine Kostenunterdeckung und für den Tarif­ bereich der Straßenreinigung eine Kostenüberdeckung. Die Prüfung der Nachkal­ ulationsergebnisse erfolgte durch einen Wirtschaftsprüfer. k Der Ausgleich der Nachkalkulationsergebnisse wird nach Maßgabe des Berliner Betriebe-Gesetzes vorgenommen. Im Jahr 2011 hat der Bereich Organisation und Informationstechnologie BSR-weit alle IT-Arbeitsplätze auf Basis von Windows 7 aktualisiert. Im SAP-System wurden die Zugriffsberechtigungen vollständig neu konzipiert und eingeführt. Jahresabschluss | Lagebericht 113 4 | Effizienzsteigerungsprogramme Die Effizienzsteigerungsprogramme sind ein wichtiges Instrument der BSR, um über Kostensenkungen langfristig stabile Tarife zu gewährleis­ ten. In bisher drei abgeschlossenen Effizienzsteigerungsprogrammen (2000 bis 2009) konnten Sach- und Personalkosten in Höhe von insgesamt 161,9 Mio. EUR eingespart werden. Das nunmehr vierte Effizienzsteigerungsprogramm (2010 bis 2012) wer­ den die BSR voraussichtlich mit einem Einsparungspotenzial von 18,1 Mio. EUR absolvieren. In diesem Zeitraum werden mehr als 200 Beschäftigte aufgrund von Effizienzsteigerungsmaßnahmen unser Unternehmen ver­ lassen. Die für den Bereich der Müllabfuhr vereinbarte 12  ige Leistungs­ % steigerung wurde in zwei Stufen in 2011 abschließend umgesetzt. 5 | Beteiligungen und gewerbliches Geschäft Die wesentlichen gewerblichen Aktivitäten der BSR wurden bereits in der Vergangenheit auf Tochtergesellschaften übertragen. Die gewerblichen Geschäftsfelder haben innerhalb der BSR eine finanziell und prozessual unterstützende Funktion und sollen zur Steigerung des gesamten Unter­ nehmenswertes beitragen. Dabei sind Chancen und Risiken angemessen abzuwägen. Im Berichtsjahr konnten die vier Tochter- und Beteiligungsunternehmen mit operativem Geschäft BR Berlin Recycling GmbH, GBAV Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH, BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH und FBS Fuhrpark Business Service GmbH erneut positive Jahres­ rgebnisse e erzielen. Trotz schwierigen Marktumfeldes konnte sich die BR Berlin Recycling GmbH (BR GmbH) gegenüber Wettbewerbern behaupten und mit den erzielten Vermarktungserlösen für Papier erneut zum Unternehmenserfolg beitragen. Bei leicht gesunkenen Papiermengen und annähernd gleicher Entleerungsanzahl liegt das Ergebnis unter dem des Vorjahres. Die GBAV Gesellschaft für Boden- und Abfallverwertung mbH (GBAV GmbH) konnte in ihrem Kerngeschäft „Bodenreinigung“ trotz verschärften Wettbewerbs eine hohe Auslastung ihrer Bodenwaschanlage verzeichnen. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 liegt über dem des Vorjahres. 114 Die BRAL Reststoff-Bearbeitungs GmbH (BRAL GmbH) musste sich in diesem Jahr mit einem enormen Verfall der Preise, die mit den E-SchrottSystemanbietern ausgehandelt werden, auseinandersetzen. Dies führte zu einem unter Vorjahresniveau liegenden Ergebnis. Die Geschäftstätigkeit der FBS Fuhrpark Business Service GmbH (FBS GmbH) beschränkt sich seit Ende 2008 im Wesentlichen auf die Altfahrzeugvermarktung und -vermietung für die BSR sowie das Fuhrparkmanagement für zwei Schwestergesellschaften. Das Ergebnis des Geschäftsjahres 2011 liegt deutlich über dem Ergebnis des Vorjahres. Geschäftszweck der SpreeUrban-Entwicklungsgesellschaft mbH & Co. Immobilien KG (SpreeUrban KG) ist die Entwicklung und Verwertung von Grundstücken. In 2011 wurde die Boden- /Uferwand- und Grund­ wassersanierung der Holzmarktstraße 25–30 fortgeführt. Diese soll im zweiten Quartal 2013 abgeschlossen sein. Von den BSR selbst werden lediglich solche gewerblichen Tätigkeiten ausgeübt, die das hoheitliche Kerngeschäft unmittelbar ergänzen und unterstützen. Dazu zählen unter anderem die Entsorgung von Abfällen aus Gewerbebetrieben und Sonderabfällen, die Vermarktung von Elektroschrott (nur Haushaltsgroßgeräte) und bestimmten, auf den Recycling­ öfen h gesammelten Abfallfraktionen, der Betrieb von unternehmens­ igenen Kane tinen sowie die Erbringung von technischen und kaufmännischen Dienst­ leistungen, insbesondere für Tochtergesellschaften. Jahresabschluss | Lagebericht 115 6 | Beschäftigte Zum Bilanzstichtag beschäftigten die BSR 5.251 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende und Praktikanten). Gegenüber 5.238 Beschäftigten zum Vorjahresstichtag hat sich die Anzahl der Beschäftigten geringfügig erhöht. Die nachfolgende Übersicht zeigt die Anzahl der per 31. Dezember 2011 beschäftigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (ohne Auszubildende). Interne Abfallwirtschaft Sammlung und Transport von Abfällen Verwertung und Beseitigung von Abfällen Straßenreinigung Fahrbahn- und Gehwegreinigung Winterdienst Dienstleistungen Kundenbetreuung Fuhrparkmanagement Immobilien-­ management Tarifkalkulation Sonstige 1.909 ( Vorjahr 1.952) 2.263 ( Vorjahr 2.234) 1.079 ( Vorjahr 1.079) Die Personalaufwendungen beliefen sich im Geschäftsjahr 2011 insgesamt auf 271,1 Mio. EUR (Vj. 279,0 Mio. EUR). Der Rückgang der Personalaufwendungen um 7,9 Mio. EUR ist hauptsächlich auf geringere Personalaufwendungen im Zusammenhang mit dem Winterdienst zurückzuführen. Im Geschäftsjahr haben die BSR mit der Umsetzung des in 2010 beschlossenen „Programms zur Sicherung der betrieblichen Leistungsfähigkeit und Tarifstetigkeit im Rahmen der strategischen Ziele des Unternehmens“ (sog. Betriebssicherungsprogramm) begonnen. Mit dem Betriebssicherungsprogramm, mit dem die Herausforderungen des demografischen Wandels im Unternehmen bewusst angenommen und gesteuert werden sollen, wurden Regelungen zur betrieblichen Altersteilzeitarbeit für die Beschäftigten der BSR geschaffen, die im Gedingebetrieb der Müllabfuhr und der Reinigung eingesetzt werden. Bis zum 31. Dezember 2011 haben 39 Beschäftigte einen solchen Altersteilzeitvertrag abgeschlossen. Im Rahmen ihrer Ausbildungsverantwortung bildeten die BSR zum 31. Dezember 2011 insgesamt 234 Auszubildende (davon 42 weiblich) in 8 Berufen und 30 dual Studierende (davon 13 weiblich) in 3 Fachrichtungen aus. Frauenanteil im Bereich Reinigung 6,4 % 1 % 2009 2011 Jahresabschluss | Lagebericht 117 Ihre sozialpolitische Verantwortung als kommunales Unternehmen haben die BSR auch im Geschäftsjahr 2011 mit vielfältigen Maßnahmen wahrgenommen: n  efristete Weiterbeschäftigung von 27 Auszubildenden und 4 dual b Studierenden nach dem Abschluss ihrer Ausbildung, um ihnen den Übergang in eine Anschlussbeschäftigung bei einem anderen Arbeit­ eber zu erleichtern, g n  tart eines 18-monatigen Traineeprogramms mit 6 Teilnehmerinnen /  S Teilnehmern zur frühzeitigen Entwicklung von qualifizierten akademischen Fach- und Führungskräften, n  chaffung von ca. 100 Praktikumsplätzen für Schülerinnen / Schüler S sowie Studentinnen / Studenten, n  ortführung des seit 2003 bestehenden Integrationsprojekts F „Gemeinsam schaffen wir das!“ zur betrieblichen Integration von 15 Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf, n  ngagement im Rahmen der Initiative „Berlin braucht Dich!“ E in Kooperation mit dem Beruflichen Qualifizierungsnetzwerk für Migrantinnen und Migranten in Berlin, kommunalen Unternehmen und Berliner Sekundarschulen, n  nterstützung des Projekts „bridge – Brücke“ zur beruflichen U Integration und Reintegration von jungen Flüchtlingen und Migrantinnen / Migranten in eine kaufmännische Ausbildung. Wie schon in den Vorjahren, kam der Frauenförderung bei den BSR auch im Geschäftsjahr 2011 eine besondere Bedeutung zu. So konnte durch die Maßnahmen zur Frauenförderung der Frauenanteil im operativen Bereich der Reinigung von 1,0 % im Dezember 2009 auf 6,4 % im Dezember 2011 erhöht werden. Im Bereich der Ausbildung versuchen die BSR weiterhin, die geschlechterspezifische Verteilung auf die Ausbildungs­ erufe b aufzu­ rechen. So wurde im Rahmen des „Girls’ Day – Mädchen-Zukunftsb tag“ rund 40 Mädchen die Gelegenheit gegeben, auch die technischen Arbeitsfelder und Ausbildungsberufe der BSR als spannende, herausfordernde Arbeitsgebiete kennen zu lernen. Zum 1. Februar 2011 trat die Dienstvereinbarung zur „Durchführung eines betrieblichen Eingliederungsmanagements (BEM) bei den Berliner Stadtreinigungsbetrieben gem. § 84 Absatz 2 Sozialgesetzbuch IX“ in Kraft. Mit dem betrieblichen Eingliederungsmanagement wird das Ziel verfolgt, Beschäftigte durch Überwindung und Vorbeugung von Arbeitsunfähigkeit, Erhalt und Förderung der Arbeitsfähigkeit und Gesundheit sowie Vermeidung von Behinderungen einschließlich chronischer Krankheiten gesund zu erhalten. Dies betrifft alle Beschäftigen und nicht nur Schwerbehinderte oder von Behinderung bedrohte Beschäftigte. 118 7 | Umwelt- und gesellschaftspolitische Verantwortung Ein wesentliches strategisches Ziel der BSR ist die kontinuierliche Verbesserung des Umweltschutzes. Die BSR waren 2007 das erste landeseigene Unternehmen, das mit dem Land Berlin eine Klimaschutzvereinbarung abgeschlossen hat. Das anspruchsvolle Ziel, im Zeitraum 2005 bis 2010 jährlich 121.000 Tonnen CO2-Emissionen einzusparen, konnte mit einer Einsparung von 130.000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr um 9.000 Tonnen übertroffen werden: n  er Geschäftsbereich Abfallwirtschaft trug dazu rund 124.500 Tonnen D CO2-Äquivalent pro Jahr bei. Davon erbrachten die Deponien durch die Optimierung der Erfassung und Verwertung des Deponiegases sowie den Beginn der Errichtung der Oberflächenabdichtung auf der Deponie Wernsdorf zusammen 84.000 Tonnen, die Aufbereitung und energetische Verwertung von Altholz und Sperrmüll 34.000 Tonnen sowie die energetische Optimierung des MHKW Ruhleben 6.500 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr. n m Bereich der Gebäudebewirtschaftung und des Fuhrparkmanagements I konnten die CO2-Emissionen zusammen um 6.200 Tonnen CO2-Äquivalent jährlich reduziert werden, 5.600 Tonnen davon wurden durch die Beschaffung von Strom aus regenerativen Quellen vermieden. An diese Erfolge knüpft die zweite Klimaschutzvereinbarung an, in der sich die BSR im September 2011 gegenüber dem Land Berlin verpflichtet haben, im Zeitraum 2011 bis 2015 die CO2-Emissionen um 113.500 Tonnen jährlich zu reduzieren. Mit folgenden Einzelmaßnahmen sollen in den Bereichen der Abfallwirtschaft 107.500 Tonnen, des Fuhrparkmanagements 5.000 Tonnen und bei der Gebäudebewirtschaftung weitere 1.000 Tonnen pro Jahr weniger Kohlendioxid in die Atmosphäre ent­assen werden: l n  b dem Jahr 2011 wird mit der Orange Box ein haushaltsnahes SammelA system für Wertstoffe als Teil des hoheitlichen Entsorgungssystems sukzessive allen Berliner Haushalten entgeltfrei zur Verfügung gestellt. Die erfassten Wertstoffe sollen weitgehend stofflich verwertet sowie die nicht stofflich verwertbaren Stoffe einer energieeffizienten Verwertung zugeführt werden. Die BSR erwarten nach vorläufigen Erkenntnissen eine Klimaentlastung, die bei ca. 12.500 Tonnen CO2-Äquivalent pro Jahr liegen könnte. n  en BSR liegt seit Juli 2011 die Genehmigung für den Bau und Betrieb D einer Vergärungsanlage für 60.000 Tonnen Bioabfälle aus der Biotonne pro Jahr vor. Die Errichtung der Anlage ist für 2012 vorgesehen. Das in der Anlage entstehende Rohbiogas wird auf Erdgasqualität aufbereitet und in das Gasnetz eingespeist. Nutzen werden die BSR das Bio-Methan zum Betrieb von rund 150 Abfallsammelfahrzeugen, die dann keinen Jahresabschluss | Lagebericht 119 fossilen Kraftstoff mehr benötigen, keinen Dieselruß emittieren und deutlich leiser als Dieselfahrzeuge sind. In Summe werden mindestens 2,5 Mio. Liter Dieseltreibstoff durch das aus den Berliner Bioabfällen erzeugte Bio-Methan substituiert. Die erwartete CO2-Minderung von 4.000 bis 5.000 Tonnen pro Jahr gegenüber der bisherigen Bioabfallkompos­ ierung t wird dem Geschäftsbereich Fuhrparkmanagement zugerechnet. n  ie Emissionen auf den drei Siedlungsabfalldeponien Schöneicher Plan, D Schwanebeck und Wernsdorf aus der Ablagerung von Siedlungsabfällen bis 2005 werden weiter reduziert. Durch fortschreitende Oberflächen­ abdichtung der Deponien und Optimierung der Absaugsysteme be­ influssen die BSR das Emissionsverhalten aktiv. Gegenüber dem Basise jahr 2010 erwarten die BSR, dass durch die Oberflächenabdichtung die jährlichen Emissionen von 149.000 Tonnen CO2-Äquivalent bis 2015 auf ca. 65.000 Tonnen CO2-Äquivalent sinken werden. Gleichzeitig wird sich die aktiv absaugbare Deponiegasmenge verringern, da auf die Deponien kein Frischmüll mehr verbracht wird. Damit sinken die CO2-Emissionen aus der Verbrennung des Gases in Blockheizkraftwerken und die damit gewonnene Energie in Form von Strom und Wärme. Gegenüber dem Basisjahr werden sich die CO2-Emissionen aus den Blockheizkraftwerken von 34.000 Tonnen CO2-Äquivalent auf voraussichtlich 20.000 Tonnen CO2-Äquivalent vermindern. n m Stadtgebiet Berlins befinden sich zahlreiche Altablagerungen, auf I denen in vergangenen Jahrzehnten Abfälle abgelagert wurden, von denen einzelne auch heute noch nennenswerte diffuse Methanemissio­ nen aufweisen. Durch Entgasungsanlagen mit angeschlossener Fackel wird auf den Ablagerungen Freizeitpark Marienfelde und Lübars für 2011 eine Klimaentlastung von etwa 8.500 Tonnen CO2-Äquivalent erwartet. Im März 2009 haben die BSR gemeinsam mit anderen ganz bzw. teilweise in Landesbesitz befindlichen Unternehmen die Initiative „mehrwert Berlin“ ins Leben gerufen. Inzwischen sind insgesamt 15 Unternehmen Partner der Initiative. Trotz unterschiedlicher Kompetenzen und verschiedener Branchenzugehörigkeit eint diese Unternehmen das bewusste Engagement für die Stadt Berlin. Bei der Erfüllung der übertragenen Auf­ gaben arbeiten diese Unternehmen nicht nur ertragsorientiert, sondern engagieren sich darüber hinaus intensiv und langfristig auf verschiedenen ökonomischen, ökologischen und gesellschaftspolitischen Feldern. Von den Partnern der Initiative „mehrwert Berlin“ werden auch zukünftig Aktivitäten wie Stadtteil- und Quartiersmanagement, Gewässerschutz, Luft­ einhaltung, Lärmschutz, positive Marktbeeinflussung durch günstige r Preise für sozial schwächere Bevölkerungsschichten, umfangreiche Ausund Fortbildungsmaßnahmen sowie sonstige soziale Projekte unterstützt. 120 Das Thema „mehrwert durch Vielfalt“ steht exemplarisch für diese nachhaltige Orientierung. Im Jahre 2009 wurde es als Schwerpunktthema gesetzt und im Januar 2010 haben alle Unternehmen der Initiative die „Charta der Vielfalt“ unterzeichnet, die unter der Schirmherrschaft der Bundeskanzlerin steht. Eines von mehreren BSR-Projekten mit Bezug zu dieser Charta wird bereits über mehrere Jahre an bzw. mit der LoschmidtOberschule in Berlin-Charlottenburg durchgeführt. Nach dem Motto „Gemeinsam schaffen wir das!“ werden die Jugendlichen zunächst in der Reinigung angelernt und können sich später beruflich weiterentwickeln. Weg von der Straße und hin zu einer Tätigkeit, die in die Gesellschaft führt, ist das Ziel dieses Angebots. Mit ihrem gesellschaftlichen Engagement fördern die BSR das Zusammenleben im sozialen Raum „Stadt“. Dabei stehen bürgerschaftliches Engagement, Kinder und Jugendliche sowie deren Bewusstsein für den Umweltschutz und die Sauberkeit in der Stadt im Fokus. Die BSR engagieren sich beispielsweise mit folgenden Projekten: n  it der Aktion „Kehrenbuerger.de“ werden engagierte Bewohnerinnen M und Bewohner in ihrem Einsatz für attraktivere Stadtkieze mit Material und ggf. auch Arbeitskräften unterstützt, insbesondere auch beim Berliner Freiwilligentag. n  ie BSR fördern und unterstützen seit Jahren Kinder- und Jugendein­ D richtungen, arbeiten an vielen Stellen mit dem Quartiersmanagement in den Berliner Kiezen zusammen, fördern Initiativen, die sich um Menschen und Stadt kümmern. n  ie Unterstützung der Jugendarbeit diverser Berliner Vereine wie D z. B. des Handballvereins „Berliner Füchse“, des 1. FC Union, des Berliner Fußballverbandes und der Hertha-Stiftung bei verschiedenen Aktivitäten ist nicht nur ein Beitrag für eine sinnvolle Freizeitgestaltung junger Sportler, sondern trägt auch zur Orientierung, Förderung und zum „Fair Play“ außerhalb des Sportplatzes bei. Jahresabschluss | Lagebericht 121 8 | Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 8.1 Ertragslage Das Geschäftsjahr 2011 schloss im Vergleich zum Vorjahr mit einem um 106,8 Mio. EUR höheren Ergebnis ab. Der Jahresüberschuss 2011 beträgt 25,0 Mio. EUR. Der Jahresfehlbetrag des Vorjahres (–81,8 Mio. EUR) wurde im Wesentlichen durch die Aufwendungen im Zusammenhang mit der Einführung des Betriebssicherungsprogramms verursacht. Die folgende Tabelle zeigt die zusammengefasste Gewinn- und Verlustrechnung: Umsatzerlöse Andere aktivierte Eigenleistungen Gesamtleistung Sonstige betriebliche Erträge Materialaufwand Personalaufwand Abschreibungen Sonstige betriebliche Aufwendungen Betriebliches Ergebnis Erträge aus Beteiligungen Erträge aus Wertpapieren und Ausleihungen des Finanzanlagevermögens Zinsergebnis Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit Außerordentliches Ergebnis Ertragsteuern Aufwand aus Kapitalverzinsung Jahresüberschuss (+) / -fehlbetrag (–) 2011 2010 Veränderung Mio. EUR Mio. EUR Mio. EUR % 487,4 514,2 –26,8 –5,2 1,1 0,9 0,2 22,2 488,5 515,1 –26,6 –5,2 56,4 50,0 6,4 12,8 –105,1 –116,8 –271,1 –279,0 –55,9 –61,2 –69,0 –66,1 11,7 –10,0 7,9 –2,8 5,3 –8,7 –2,9 4,4 43,8 42,0 8,7 6,3 2,5 8,8 1,8 4,3 6,2 –2,5 248,0 –28,4 –12,0 –17,7 46,8 35,6 –6,8 –103,8 5,7 –32,2 11,2 31,5 97,0 –93,4 –0,7 0,0 –0,7 –14,3 25,0 –13,6 –81,8 –0,7 5,1 106,8 –130,6 122 Obgleich die Entgelte für die Straßenreinigung und Müllabfuhr mit Beginn der Tarifperiode 2011 / 2012 um durchschnittlich 1,9 % bzw. 1,4 % angehoben wurden, sind die Umsatzerlöse im Berichtsjahr insgesamt um 5,2 % bzw. 26,8 Mio. EUR auf 487,4 Mio. EUR gesunken. Der Rückgang der Umsatzerlöse ist vor allem auf den im Vergleich zum Vorjahr geringeren Einsatz zur Beseitigung von Schnee- und Eisglätte zurückzuführen, wodurch sich die Erstattungen des Landes Berlin für die Straßenreinigung gegenüber dem Vorjahr um 21,4 Mio. EUR bzw. 20,0 % verringert haben. Ferner resultieren 5,4 Mio. EUR geringere Erlöse aus den um 50 % gesenkten Tarifen für die Komfortleistungen der Abfallwirtschaft. Die Einführung der entgeltfreien Wertstofftonne in Verbindung mit einem verstärkten Abfallmanagement der Wohnungswirtschaft hat zu einem Erlösrückgang von 1,5 % bzw. 3,4 Mio. EUR bei der Abfalleinsammlung und -annahme geführt. Die Erlösminderungen konnten nur teilweise durch die um 3,4 Mio. EUR gestiegenen Erlöse aus dem Verkauf von Wertstoffen kompensiert werden. Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahr um 12,8 % bzw. 6,4 Mio. EUR gestiegen. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen aus den mit 8,6 Mio. EUR (Vj. 4,8 Mio. EUR) höheren Auflösungen von Rückstellungen. Davon entfallen 7,2 Mio. EUR auf die Rückstellungen für die Sanierung, Sicherung und Nachsorge der Deponie Schwanebeck, die aufgrund einer geänderten Plangenehmigung des Landesamts für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz Brandenburg nicht mehr benötigt werden. Der Rückgang der Materialaufwendungen um 10,0 % bzw. 11,7 Mio. EUR ist hauptsächlich auf die gesunkenen Kosten für die externe Entsorgung von Hausmüll (um 21,8 % bzw. 10,3 Mio. EUR) zurückzuführen. Bei insgesamt rückläufigen Abfallmengen erfolgte im Berichtsjahr ein höherer Durchsatz im MHKW Ruhleben, so dass die extern zu entsorgenden Mengen deutlich unter dem Vorjahresniveau lagen. Ferner hat sich der witterungsbedingt geringere Verbrauch von Streumitteln kostensenkend (um 85,9 % bzw. 5,5 Mio. EUR) ausgewirkt. Bei den Aufwendungen für die winterliche Gehwegreinigung ist gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um 35,4 % bzw. 2,3 Mio. EUR zu verzeichnen, der auf die Erweiterung der Winterdienstpflichten der BSR ab der Wintersaison 2011 / 2012 zurückzu­ ühren ist. f Der Rückgang der Abschreibungen um 8,7 % bzw. 5,3 Mio. EUR gegen­ über dem Vorjahr resultiert im Wesentlichen aus geringeren planmäßigen Abschreibungen, da insbesondere für die vier alten Kessellinien des MHKW Ruhleben im Berichtsjahr keine Abschreibungen anfielen. Jahresabschluss | Lagebericht 123 Aufgrund der um 6,2 Mio. EUR höheren Ausschüttungen der Beteiligungs­ unternehmen beträgt das Beteiligungsergebnis im Berichtsjahr 8,7 Mio. EUR. Das Zinsergebnis hat sich in 2011 um 5,7 Mio. EUR auf –12,0 Mio. EUR verbessert. Ursache dafür ist im Wesentlichen eine geringere Zinsbe­ lastung für die im November 2010 aufgenommenen Kredite. Der Saldo aus außerordentlichen Erträgen und Aufwendungen führte in 2011 zu einem negativen Ergebnis von 6,8 Mio. EUR (Vj. –103,8 Mio. EUR). In den außerordentlichen Aufwendungen des Vorjahres waren in Höhe von 93,0 Mio. EUR die finanziellen Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem Abschluss des Betriebssicherungsprogramms enthalten, das den Beschäftigten der Müllabfuhr und der Reinigung die Inanspruchnahme einer betrieblichen Altersteilzeitbeschäftigung ermöglicht. Aus der voll­ tändigen Zuführung der bisher nicht passivierten Beträge für Pensions­ s rückstellungen aus der erstmaligen Anwendung des Bilanzrechtsmoder­ nisierungsgesetzes sind im Berichtsjahr außerordentliche Aufwendungen in Höhe von 3,4 Mio. EUR enthalten. Bezogen auf die erzielten Umsatzerlöse stellen sich die Betriebsaufwen­ dungen und das Jahresergebnis im Vergleich zum Vorjahr wie folgt dar: Werte in Mio. EUR Umsatzerlöse Bezogen auf die Umsatzerlöse 2011 2010 487,4 514,2 % % Materialaufwand P  ersonalaufwand 21,6 22,7 55,6 54,3 11,5 11,9 2,0 4,4 9,6 –1,4 6,9 –20,2  Abschreibungen  Sonstiges (Aufwand / Ertrag)  Ergebnis gewöhnlicher Geschäftstätigkeit  Außerordentliches Ergebnis Jahresüberschuss (+) / -fehlbetrag (–) 5,1 –15,9 Nach ihrer Satzung sind die BSR verpflichtet, im hoheitlichen Bereich ihren Entgeltkalkulationen das Äquivalenzprinzip und das Kostendeckungs­ prinzip zugrunde zu legen. 124 Im ersten Jahr der insgesamt ausgeglichenen zweijährigen Tarifperiode 2011 / 2012 beträgt das Tarifergebnis kalkulatorisch 6,7 Mio. EUR. Aus­ gehend vom Jahresüberschuss ergibt sich folgende Überleitung zum Tarif­ ergebnis: Werte in Mio. EUR 2011 Jahresüberschuss 25,0  – gewerbliches Ergebnis = hoheitliches Ergebnis  –  emporäre Abweichungen zwischen t handelsrechtlichem und tarifrechtlichem Kostenansatz  – Erträge aus Wertpapieren und Zinsen  –  bweichung der kalkulatorischen Kosten A von den handelsrechtlichen Aufwendungen – sonstige Abweichungen = Tarifergebnis 14,0 11,0 –5,9 0,9 7,3 2,0 6,7 Das gewerbliche Ergebnis beträgt im Berichtsjahr 14,0 Mio. EUR und ist im Wesentlichen vom Beteiligungsergebnis beeinflusst. Das Beteili­ ungs­ g ­ ergebnis beinhaltet die Gewinnausschüttungen 2010 der BR GmbH, GBAV GmbH und BRAL GmbH. In dem positiven hoheitlichen Ergebnis von 11,0 Mio. EUR haben sich folgende Effekte niedergeschlagen: Durch die abweichende zeitliche Berücksichtigung der Rückstellungen für Personalmaßnahmen im Rahmen der Effizienzsteigerungsprogramme und der Rückstellungen für Deponiesanierung im Handelsrecht (Ansatz im Zeitpunkt der Verpflichtung) und im Tarifrecht (Ansatz im Zeitpunkt der Zahlung) ergab sich im Berichtsjahr ein negativer Ergebnisbeitrag von 5,9 Mio. EUR. Die Abweichung zwischen der in der Tarifkalkulation anzusetzenden Gutschrift für die Verzinsung der angesammelten Deponierückstellungen und den handelsrechtlich ausgewiesenen Erträgen aus Wertpapieren und Zinsen führte zu einem positiven Ergebnisbeitrag von 0,9 Mio. EUR. Aus der Abweichung zwischen der in den Tarifen angesetzten kalkula­ torischen Verzinsung des betriebsnotwendigen Kapitals und den kalkulato­ rischen Abschreibungen einerseits sowie den handelsrechtlich ausgewie­ Jahresabschluss | Lagebericht 125 senen Zinsaufwendungen (einschließlich der Verzinsung des betriebs­ notwendigen Kapitals) und Abschreibungen andererseits resultierte ein positiver Ergebnisbeitrag von 7,3 Mio. EUR. Die sonstigen Abweichungen in Höhe von 2,0 Mio. EUR betreffen den Saldo aus Aufwendungen und Erträgen, die in der Tarifkalkulation nicht angesetzt werden und damit das handelsrechtliche Ergebnis im Berichts­ jahr positiv beeinflussen. 8.2 Finanzlage Die Kapitalflussrechnung wurde entsprechend dem Deutschen Rechnungs­ legungsstandard Nr. 2 (DRS 2) des Deutschen Standardisierungsrates erstellt und zeigt die Entwicklung der Liquidität und der Finanzkraft der BSR. Werte in Mio. EUR Periodenergebnis Abschreibungen auf Gegenstände des Anlagevermögens Abnahme (i. Vj. Zunahme) der Rückstellungen Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge Gewinn aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens Abnahme (i. Vj. Zunahme) der Vorräte, der Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Aktiva Abnahme der Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie anderer Passiva Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens Cashflow aus Investitionstätigkeit Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten Auszahlungen aus der Tilgung von Krediten Cashflow aus Finanzierungstätigkeit Zahlungswirksame Veränderung des Finanzmittelbestands Finanzmittelfonds am Anfang der Periode Finanzmittelfonds am Ende der Periode 2011 2010 25,0 –81,8 56,0 –19,7 10,0 –1,3 15,5 –7,0 61,6 106,3 11,2 –3,3 –7,2 –12,1 78,5 74,7 3,4 –88,7 –0,4 12,5 5,5 –69,8 –0,5 50,0 –73,2 –14,8 13,8 –5,0 73,0 –184,0 8,8 –111,0 14,1 78,4 –51,1 129,5 92,5 78,4 126 Der Finanzmittelfonds umfasst zum 31. Dezember 2011 den in der Bilanz ausgewiesenen Bestand an flüssigen Mitteln von 92,5 Mio. EUR. Davon sind 11,5 Mio. EUR zweckgebunden. Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit hat sich gegenüber dem Vorjahr nur geringfügig um 3,8 Mio. EUR auf 78,5 Mio. EUR erhöht. Das Periodenergebnis vor außerordentlichen Posten beträgt im Berichtsjahr 31,8 Mio. EUR (Vj. 22,0 Mio. EUR). Die sonstigen zahlungsunwirksamen Aufwendungen und Erträge ent­ alten im Wesentlichen die auf das Geschäftsjahr entfallende Kapital­ h verzinsung in Höhe von 14,3 Mio. EUR, die bereits im Jahr 2000 an das Land Berlin bezahlt wurde. Ferner sind in dem Posten die Erträge aus Zu­ chreibungen auf Finanzanlagen (2,5 Mio. EUR), die Erträge aus s aktivierten Eigenleistungen (1,1 Mio. EUR) sowie die Abnahme der Wert­ berichtigungen auf Forderungen (1,0 Mio. EUR) enthalten. Im Rahmen der Investitionstätigkeit sind im Jahr 2011 Mittel in Höhe von 73,2 Mio. EUR abgeflossen. Für den Erwerb von immateriellen Vermögensgegenständen und Sachanlagen wurde im Berichtsjahr ein Betrag von 89,1 Mio. EUR (Vj. 70,3 Mio. EUR) aufgewendet. Diesen Ausgaben standen Einnahmen aus dem Verkauf von Sach- und Finanzanlagen in Höhe von 15,9 Mio. EUR (Vj. 55,5 Mio. EUR) gegenüber. Aus der Finanzierungstätigkeit sind 5,0 Mio. EUR (Vj. 184,0 Mio. EUR) für die Tilgung von Krediten abgeflossen. Dem standen Einzahlungen aus der Aufnahme von Krediten in Höhe von 13,8 Mio. EUR (Vj. 73,0 Mio. EUR) gegenüber. Die Zinszahlungen sanken auf 11,3 Mio. EUR (Vj. 19,8 Mio. EUR). Jahresabschluss | Lagebericht 127 8.3 Vermögenslage Die Vermögens- und Kapitalstruktur der BSR stellen sich wie folgt dar: 31.12.2011 31.12.2010 Mio. EUR % Mio. EUR % Anlagevermögen Umlaufvermögen Rechnungsabgrenzungsposten Gesamtvermögen Eigenkapital Mittel- und langfristige Kredite und Rückstellungen Kurzfristige Verbindlichkeiten und Rückstellungen (einschließlich Rechnungsabgrenzungsposten) Gesamtkapital 877,8 82,7 855,7 81,2 117,8 11,1 117,7 11,2 65,4 6,2 80,4 7,6 1.061,0 100,0 1.053,8 100,0 78,5 7,4 53,5 5,1 911,3 85,9 919,4 87,2 71,2 6,7 80,9 7,7 1.061,0 100,0 1.053,8 100,0 Die Bilanzsumme der BSR ist im Vergleich zum Vorjahresstichtag geringfügig um 0,7 % bzw. 7,2 Mio. EUR gestiegen. Dabei hat sich das Anlage­ vermögen bei einem Nettozugang von 75,6 Mio. EUR sowie 56,0 Mio. EUR Abschreibungen und 2,5 Mio. Zuschreibungen um 2,6 % bzw. 22,1 Mio. EUR gegenüber dem Vorjahr erhöht. Die Bruttoinvestitionen in Sachanlagen und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen insgesamt 90,2 Mio. EUR (Vj. 71,3 Mio. EUR). Den größten Anteil an diesen Investi­ tionen hatten mit 53,2 Mio. EUR die Ausgaben für das Projekt „Ersatz­ investition“ (ERIN) beim MHKW Ruhleben sowie für die Ertüchtigung des Müllbunkers. In die Ersatzbeschaffung von Fahrzeugen (einschließlich Anlagen im Bau) wurden 21,3 Mio. EUR investiert. Die sich aus dem Verhältnis der Nettoinvestitionen (ohne Finanzanlagen) zu den Abschreibungen ergebende Substanzerhaltungsquote beträgt im Berichtsjahr 157,5 % (Vj. 112,7 %). Dem Anlagevermögen standen entsprechende Mittel aus Eigenkapital sowie mittel- und langfristigem Fremdkapital gegenüber. 128 Durch den Jahresüberschuss in Höhe von 25,0 Mio. EUR ist die Eigen­ kapitalquote von 5,1 % auf 7,4 % angestiegen. Unter den mittel- und langfristigen Krediten und Rückstellungen sind die Verbindlichkeiten mit einer Laufzeit von mehr als einem Jahr, die Rückstel­ lungen für Deponiesanierung und die langfristigen Personalrückstellungen zusammengefasst. Der Rückgang des Postens um 0,9 % bzw. 8,1 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf die Auflösung der Rückstellungen für Deponie­ sanierung aufgrund neuer Gutachten sowie die Abnahme der Rückzahlungs­ verpflichtungen gegenüber den Entgeltzahlern zurückzuführen. Dagegen haben insbesondere die lang- und mittelfristigen Verbindlichkeiten gegen­ über Kreditinstituten zugenommen. Die kurzfristigen Verbindlichkeiten und Rückstellungen sind im Vergleich zum Vorjahr um 12 % bzw. 9,7 Mio. EUR auf 71,2 Mio. EUR gesunken. Davon entfallen 51,7 Mio. EUR auf kurzfristig fällige Verbindlichkeiten und 19,5 Mio. EUR auf Rückstellungen mit einer Laufzeit bis zu einem Jahr. Der Rückgang resultiert vor allem aus gesunkenen Rückstellungen für Betriebs- und Verwaltungskosten sowie kurzfristigen Personalrückstellungen. Jahresabschluss | Lagebericht 129 9 | Chancen und Risiken der zukünftigen Entwicklung Die BSR verfügen über ein umfassendes Risikomanagementsystem, das den Berichtspflichten des Vorstandes an den Aufsichtsrat und dem Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) entspricht. Durch das Risikomanagementsystem soll sichergestellt werden, dass Risiken umfassend und zeitnah erkannt werden und somit frühzeitig Gegenmaßnahmen zur Risikominimierung eingeleitet werden können. Ziel ist dabei nicht die Vermeidung aller potenziellen Risiken, sondern der bewusste und verantwortungsvolle Umgang mit denselben aufgrund einer umfassenden Kenntnis der Risiken und der zugrunde liegenden Risikozusammenhänge. Das Risikomanagement umfasst sämtliche Organisationseinheiten der BSR. Im Rahmen eines unterjährigen Controllingprozesses werden sowohl die wesentlichen Risiken als auch die eingeleiteten Gegenmaß­ nahmen überwacht. Die konzerneinheitliche Berichterstattung ist verbind­ lich geregelt. Bei den BSR sind derzeit keine Risiken erkennbar, die bestandsgefährdend sein könnten. Aufgrund der verstärkten Nutzung von Wertstofftrenn­ sys­ emen, d. h. einer verstärkten Zuführung von Mengen zu den „braunen, t gelben, blauen und orangefarbenen“ Behältern, und der Intensivierung des Abfallmanagements durch Dritte könnten sich im Zeitraum 2012 bis 2015 allerdings Beeinträchtigungen in Hinblick auf zukünftige Umsatz­ erlöse ergeben. Weitere Risiken in Zusammenhang mit der Novellierung des Kreislauf­ wirtschafts- und Abfallgesetzes und den Diskussionen um die Einführung einer einheitlichen Wertstofftonne werden derzeit nicht als bestandsgefähr­ dend oder als wesentliche Beeinträchtigung in Hinblick auf die zukünftige Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage betrachtet. 130 Ziele des Finanzmanagements der BSR sind die Sicherung der jeder­ zeitigen Zahlungsfähigkeit sowie eine unter Risiko- und Aufwandsgesichts­ punkten optimale Finanzierung von Investitionen und des laufenden Betriebs der BSR. Dies gilt insbesondere für das zweckgebundene Wert­ papiervermögen, das der Bereitstellung der notwendigen Mittel für die Sanierung der BSR-Deponien dient. Die Möglichkeiten der kurz- und langfristigen Kreditaufnahme zu den den BSR gewährten Konditionen beruhen im Wesentlichen auf der gesetz­ lichen Gewährträgerhaftung des Landes Berlin für die Verbindlichkeiten der BSR. Die jederzeitige Zahlungsfähigkeit der BSR wird zusätzlich durch Kreditlinien bei Banken sichergestellt. Das Kreditportfolio der BSR besteht überwiegend aus Darlehen mit variabler Verzinsung. Zur Begrenzung von Zinsänderungsrisiken werden innerhalb des Kreditportfolios derivative Finanzinstrumente wie Zinsswaps und Zinsoptionen eingesetzt. Bei der Anlage von Geldern für die Sanierung der BSR-Deponien, die bereits in Vorjahren über die Tarife vereinnahmt wurden, verfolgen die BSR einen konservativen, risikominimierten Ansatz. Die Wertpapieranlage­ strategie ist dabei grundsätzlich so ausgerichtet, dass die in Wertpapieren angelegten Finanzmittel auf verschiedene Anlageklassen verteilt werden. Sie folgt dem Grundsatz der Diversifikation zur Risikoreduzierung. Zur Optimierung der Risikosteuerung ist innerhalb des von einer Kapitalanlage­ gesellschaft geführten Spezialfonds zusätzlich ein Risiko-Overlay-Manage­ ment implementiert. Das Risiko-Overlay-Management soll zur Sicher­ stellung des Kapitalerhalts die Anlagestruktur auf der Gesamtfondsebene steuern und durch Über- und Untergewichtung einzelner Anlageklassen Marktrisiken entgegenwirken. Im Ergebnis der konservativen Anlagestrategie und der taktischen Maßnahmen bestand bei den BSR zu keinem Zeitpunkt im Jahre 2011 die Notwendigkeit, Wertpapiere abzuwerten. Schuldscheindarlehen sowie Tages- und Termingeldanlagen, die von den BSR selbst verwaltet werden, sind zu 100 % über den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. oder über die Sicherungssysteme der deutschen Sparkassen und Volks- und Raiffeisenbanken gesichert. Jahresabschluss | Lagebericht 131 Die Gefahr von schwerwiegenden Schäden an Boden, Luft und Wasser durch die drei BSR-Deponien wird durch die bestehenden Maßnahmen in der Betriebsorganisation und im Umwelt- und Qualitätsmanagement als sehr gering eingeschätzt. Darüber hinaus besteht eine kumulierte Umwelthaftpflicht- und Umweltschadensversicherung mit einem Selbstbehalt von 1,0 Mio. EUR für jeden Versicherungsfall und einer Deckungssumme in Höhe von 3,5 Mio. EUR für alle drei Deponien gemeinsam je Versicherungsfall und als Höchstersatzleistung für alle Fälle des Versicherungsjahres. Im Anschluss an diese Grunddeckung folgt ein Excedent mit einer Deckungssumme von 3,5 Mio. EUR je Versicherungsfall und als Höchst­ ersatzleistung für alle Fälle des Versicherungsjahres. In einer Abfallwirtschaft, in der Klima- und Ressourcenschutz eine immer wichtigere Rolle einnehmen, kommt den kommunalen Unternehmen eine besondere Bedeutung bei der Gewährleistung einer hochwertigen Ent­ sorgung zu. Als kommunales Unternehmen erbringen die BSR ihre Dienstleistungen überwiegend im öffentlichen Auftrag und sind dabei nicht gewinnorientiert, sondern orientieren sich am öffentlichen Gemeinwohl. Themen wie Klima- und Ressourcenschutz werden als Selbstverpflichtung gegen­ ber der Umwelt und den Bewohnerinnen und Bewohnern der ü Hauptstadt wahrgenommen. Die BSR werden auch künftig einen Beitrag zur Stabilisierung der lokalen Wirtschaft leisten und Beschäftigung sowie Investitionen in der Region sichern. Wesentliche Aufgabe der Abfallwirtschaft ist es, allen Berliner Bürgerinnen und Bürgern langfristige Entsorgungssicherheit bei bestmöglichem Service, hohem ökologischen Niveau und sozialverträglichen Tarifen zu garantieren. Kostensenkungen, die die BSR insbesondere durch die Umsetzung von Effizienzsteigerungsprogrammen erzielt haben und erzielen werden, sowie Erlöse aus dem Verkauf von Wertstoffen schlagen sich unmittelbar in den Tarifen nieder und kommen damit direkt den Tarifzahlern zugute. Um die genannten Ziele zu erreichen, ist für die BSR die konsequente Umsetzung der eigenen Verwertungsstrategie von zentraler Bedeutung. 132 Durch den Einsatz von innovativen Sammelsystemen sollen Wertstoffe gewonnen werden. Dazu haben die BSR ihr Entsorgungssystem mit einer eigenen Wertstofftonne, der Orange Box, ausgebaut und in 2011 mit der flächendeckenden Einführung begonnen. Zahlreiche Abfälle, die auf den Recyclinghöfen abgegeben werden können, oftmals aber trotzdem in der grauen Tonne landen, sollen durch die Möglichkeit einer separaten Erfassung vor Ort einer hochwertigen stofflichen Verwertung zugeführt werden. Die Orange Box erfasst trockene Wertstoffe aus Metall, Kunststoff und Holz sowie Textilien, Datenträger und Elektrokleingeräte. Damit werden derzeit pro Einwohner und Jahr ca. 13 kg an zusätzlichen Wertstoffen gesammelt. Das Land Berlin verfolgt zudem das Ziel einer einheitlichen flächendeckenden Wertstofftonne für Verpackungen und Nichtverpackungen in kommunaler Verantwortung, um die Wertstoffsammlung für Bürgerinnen und Bürger verbraucherfreundlicher zu gestalten. Zu den Möglichkeiten der Umsetzung dieses Ziels führen das Land Berlin und die BSR derzeit Gespräche. Neben den Sammelsystemen soll im Rahmen der Verwertungsstrategie die ökonomisch und ökologisch optimale Verwertung aller Abfälle ausgebaut werden. Dazu werden die BSR zur hochwertigen Verwertung der Bioabfälle eine Vergärungsanlage errichten und das entstehende Biogas zur Betankung von bis zu 150 gasbetriebenen Müllfahrzeugen nutzen. Mit dem Bau der bundesweit modernsten Vergärungsanlage für Bioabfälle, die zugleich die erste Anlage ist, bei der ein Grenzwert für den sogenannten Methanschlupf in der Genehmigung festgeschrieben wurde, wurde im August 2011 begon­ nen. Die Anlage wird voraussichtlich 2013 in Betrieb gehen. Das MHKW Ruhleben bildet das Herzstück der Entsorgungssicherheit in Berlin und verbindet höchste Wirtschaftlichkeit mit konsequenter Umwelt­ orientierung. Um auch künftig Siedlungsabfälle zuverlässig und umwelt­ verträglich behandeln zu können, muss die Leistungsfähigkeit der Anlage erhalten werden. Seit 2008 arbeiten die BSR deshalb an der Umsetzung des Projektes „ERIN“, durch das sich der Gesamtwirkungsgrad des Müllheizkraftwerks und somit dessen Beitrag zum Klimaschutz weiter verbessern wird. Im Rahmen des Projekts „ERIN“ werden die vier bestehenden Verbrennungslinien durch eine einzige, neue Linie ersetzt. Die Verbrennungslinie wird mit einer modernen mehrstufigen Abgasreinigungsanlage ausgerüstet, die sicherstellt, dass auch künftig die Emissionen deutlich unter den gesetzlichen Grenzwerten liegen. Die neue Verbrennungslinie wird 2012 in den Regelbetrieb gehen. Jahresabschluss | Lagebericht 133 Voraussetzung für eine erfolgreiche Umsetzung der Verwertungsstrategie ist die Sicherung der hoheitlichen Abfallmengen und der darin ent­ altenen h Wertstoffe. Nur so kann ein Ausbau des Entsorgungssystems der BSR mit dem Ziel einer optimierten Verwertung erreicht werden und nur so können die Wertstofferlöse zukünftig einen noch stärkeren tarifmindern­ en d Effekt haben. Neben der Verwertungsstrategie haben die BSR in 2011 eine eigene Energiestrategie entwickelt. Die BSR, sowohl als großer Verbraucher als auch als großer Erzeuger von Energie, haben sich dabei zum Ziel gesetzt, alle Bereiche und Wertschöpfungsstufen des Unternehmens klimabewusst und energieeffizient auszurichten. Dazu soll durch eine Vielzahl von Maß­ nahmen bis zum Jahr 2020 eine Verbrauchsreduzierung von rund 10 % erreicht werden. Die Energieerzeugungsaktivitäten sollen um 5 % bis 10 % ausgebaut werden. Auf diese Weise soll ein weiterer Beitrag zur Stabilisie­ rung der Tarife erreicht und der Ausbau des ökologischen Profils der BSR konsequent vorangetrieben werden. Um zukünftige Chancen erkennen und nutzen zu können, setzen die BSR auf einen dauerhaften Innovationsprozess innerhalb des Unternehmens. Mit dem Ideenlabor haben die BSR hierfür eine eigene Organisationsform im Unternehmen geschaffen und investieren zielgerichtet in Forschung und Entwicklung. Neue Technologien wie zum Beispiel Hybridfahrzeuge oder der Einsatz einer emissionsfreien Brennstoffzelle für Müllsammel­ fahrzeuge werden auf ihre ökologische und wirtschaftliche Tauglichkeit für den Einsatz in einer Großstadt getestet. Außerdem arbeiten die BSR mit externen Partnern an der Entwicklung neuer Verfahren, mit denen bei­ spielsweise biologische Abfälle wie Grünschnitt und Straßenlaub effizient energetisch verwertet werden können. 134 10 | Nachtragsbericht Geschäftsvorfälle von besonderer Bedeutung nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind nicht eingetreten. 11 | Prognosebericht Für das Jahr 2012, das zweite Jahr der Tarifperiode 2011/2012, erwarten die BSR ein handelsrechtliches Ergebnis von ca. 12 Mio. EUR. Ferner prognostizieren die BSR für das Jahr 2013 ein handelsrechtliches Ergebnis von ca. 20 Mio. EUR. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2011 wird sich das handelsrechtliche Ergebnis 2012 um ca. 13 Mio. EUR verringern. Ein Vergleich der handelsrechtlichen Ergebnisse im Zeitablauf ist nur eingeschränkt möglich, weil sich insbesondere Ergebniseffekte der Tarifkalkulation in mehreren Geschäftsjahren auswirken. Der Rückgang des Ergebnisses in 2012 ist auf das um 13 Mio. EUR geringere Tarifergebnis zurückzuführen, wobei sich die Tarifergebnisse 2011 und 2012 kalkulatorisch insgesamt ausgleichen. Die Strategie, Abfälle in eigenen Anlagen zu behandeln, werden die BSR auch künftig durch gezielte Investitionen weiterverfolgen. So wird in 2012 eine Vergärungsanlage zur Behandlung von Bioabfällen errichtet. Daneben wird die langfristige Nutzung des MHKW Ruhleben durch umfassende Instandhaltungsmaßnahmen und Investitionen im Rahmen des Projektes ERIN gesichert. Für das Jahr 2012 werden insgesamt Investitionen von 108 Mio. EUR und für das Jahr 2013 von 50 Mio. EUR prognostiziert. Der größte Teil der Investitionen entfällt mit 82 Mio. EUR in 2012 und 27 Mio. EUR in 2013 auf Bauinvestitionen und technische Anlagen. Das größte Einzelvorhaben in 2012 mit einer Investitionssumme von 44 Mio. EUR ist die Weiterführung des Neubaus einer Kessellinie im MHKW Ruhleben, die nach Fertigstellung im 4. Quartal 2012 vier vorhandene Kessellinien ersetzen soll. Ferner sollen in 2012 für den Erwerb von Fahrzeugen 21 Mio. EUR und in 2013 19 Mio. EUR investiert werden. Die Inbetriebnahme der Biogasanlage ist für 2013 vorgesehen. Jahresabschluss | Lagebericht 135 Die für die Sanierung der Deponien erforderlichen finanziellen Mittel, die in Vorjahren über die Tarife vereinnahmt wurden, sind als Wertpapiere angelegt. Durch die Inanspruchnahme der Rückstellungen für Deponie­ sanierung wird der Bestand dieses zweckgebundenen Wertpapier­ver­ ögens in den nächsten Jahren planmäßig reduziert werden und das m An­agevermögen damit insgesamt sinken. l Das gewerbliche Geschäft der BSR und ihrer Tochter- und Beteiligungs­ gesellschaften dient, bei angemessenem Chancen-Risiko-Verhältnis, der Mehrung des Vermögens der Anstalt öffentlichen Rechts und der Unterstüt­ zung des hoheitlichen Geschäfts. Die Geschäftstätigkeit der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften wird sich wie bisher auf Berlin und das Berliner Umland erstrecken. In den nächsten Jahren werden die Ergebnisse der Tochter- und Beteiligungsgesellschaften von der verschärften Wett­ e­ erbs­ b w lage und dem weiter zunehmenden Margendruck beeinflusst werden. Berlin, den 29. Februar 2012 Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Der Vorstand Vera Gäde-Butzlaff Dr. Lothar Kramm Andreas Scholz-Fleischmann Herausgeber Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Ringbahnstraße 96 12103 Berlin Tel. 030 7592-4900 Fax 030 7592-2262 www.BSR.de Konzept und Gestaltung RotherPechstein GmbH, Berlin Fotos BSR Thomas Kierok Hartwig Klappert Texte BSR Thomas Wischniewski Druck Königsdruck, Berlin Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR) Ringbahnstraße 96 12103 Berlin Tel. 030 7592-4900 Fax 030 7592-2262 www.BSR.de E 2136 / 05.12 / 1.000
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