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Full text: Jahresbericht der Schulpsychologischen Beratungszentren in Berlin zum Schuljahr ... Issue 2013/14

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft
Schulpsychologischer Dienst Berlin

Jahresbericht
der Schulpsychologischen Beratungszentren in Berlin
zum Schuljahr 2013/14: Zusammenfassende Ergebnisse

Vorbemerkungen

1 Schulpsychologische Einzelfallberatung
1.1 Schulart und Schulträger
1.2 Geschlecht, besuchte Jahrgangsstufen und kultureller Hintergrund
1.3 Beratungsgrund

2 Schulpsychologische Systemberatung
2.1 Schulart
2.2 Adressaten
2.3 Leistungen im Rahmen der Systemberatung

3 Kooperation und Vernetzung

4 Gewaltprävention und Krisenintervention

5 Zusammenfassung und Ausblick

Vorbemerkungen
Der vorliegende Jahresbericht des Schulpsychologischen Dienstes in Berlin zum Schuljahr 2013/14 dokumentiert die Inanspruchnahme des vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebots der 13 Schulpsychologischen Beratungszentren durch Schülerinnen
und Schüler, Eltern und pädagogisches Personal an Schulen. Während des Schuljahres
wurde ein Schulpsychologisches Beratungszentrum für berufliche Schulen gegründet,
dessen Daten ab März 2014 in die statistische Dokumentation mit einfließen.
Im Schuljahr 2013/14 wurden 10355 Schülerinnen und Schüler unter Beteiligung ihrer
Eltern und Lehrkräfte durch Berliner Schulpsychologinnen und Schulpsychologen beraten und bei schulischen Fragen unterstützt (siehe Kapitel 1).
2128 Angebote des Schulpsychologischen Dienstes richteten sich an Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie weiteres pädagogisches Personal und fanden in Form von
Fortbildungen und Supervisionen für Lehrkräfte sowie Maßnahmen zur Schulentwicklung und Organisationsberatung statt. In diesem Rahmen wurden ab diesem Schuljahr
auch spezielle Angebote der Gesundheitsförderung und Suchtprävention von beauftragten Lehrkräften – den Koordinatorinnen und Koordinatoren für schulische Prävention angeboten, z.B. in Form von Projektwochen zum sozialen Lernen oder zur Unterstützung von Schulen bei Gesundheitstagen (siehe Kapitel 2).
In beiden Handlungsfeldern kooperierten die Berliner Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Bedarfsfall mit anderen Institutionen und Partnern (siehe Kapitel 3).
Während die Datengrundlage der Kapitel 1 bis 3 dieses Berichts auf statistischen Angaben der Schulpsychologischen Beratungszentren beruht*, bilden die Datenbasis für
Kapitel 4 – Gewaltprävention und Krisenintervention – Meldungen durch die Schulen
selbst. Schlussfolgerungen und Perspektiven können abschließend Kapitel 5 entnommen werden.

* Aus technischen Gründen sind die Daten des Schulpsychologischen Beratungszentrums CharlottenburgWilmersdorf in diesem Jahresbericht nicht enthalten. Dementsprechend fallen die tatsächlichen absoluten Angaben
höher aus als hier aufgeführt.

-1-

1 Schulpsychologische Einzelfallberatung
In den Schulpsychologischen Beratungszentren erhielten 3,2% aller Schülerinnen und
Schüler der Berliner Schulen, d.h. 10355 Einzelfälle, Beratung bzw. Unterstützung.

1.1 Schulart und Schulträger 1
-

Die meisten schulpsychologischen Einzelfallberatungen, d.h. 46 %, galten Kindern
und Jugendlichen aus der Grundschule.

-

In 20,5 % der bearbeiteten Einzelfälle nahmen Schülerinnen und Schüler aus der
Integrierten Sekundarschule (einschließlich der Gemeinschaftsschule) Beratungen
in Anspruch.

-

9,2 % der beratenen Schülerinnen und Schüler gehörten Beruflichen Schulen an. 2

-

7,5 % der angemeldeten Fälle kamen aus dem Gymnasium.

-

3 % der Schülerinnen und Schüler besuchten ein Sonderpädagogisches Förderzentrum.

-

5,7 % der Einzelfallberatungen richtete sich an Kinder vor dem Schuleintritt.

-

Insgesamt gehörten 86,2 % der beratenen Schülerinnen und Schüler öffentlichen
Schulen an, 6,6 % besuchten private Schulen.

1.2 Geschlecht, besuchte Jahrgangsstufen und kultureller Hintergrund
Ähnlich wie in den Vorjahren, waren ca. 60% der beratenen Schülerinnen und Schüler
Jungen und ca. 40 % Mädchen.
Die folgende Abbildung 1 gibt einen Überblick über den prozentualen Anteil der Einzelfallberatungen über die Jahrgangsstufen hinweg.
Dabei zeigt sich, dass der Beratungsbedarf seine Höhepunkte in der 3., 4., 5. sowie der
7. Klassenstufe hat und im Laufe der weiteren Schuljahre (ab der 8. Klasse) abnimmt.
Auch gibt die Abbildung einen Überblick, wie hoch der Anteil der Beratungen an beruflichen Schulen im Vergleich ist (vgl. Fußnote 2).
Betrachtet man die Grund, Mittel- und Oberstufe getrennt, so sind die häufigsten Einzelfälle mit ca. 55% aus dem Bereich der Grundstufe (Kl. 1 bis 6), ca. 27 % aus dem Bereich der Sekundarstufe I (Kl. 7 bis 10) und ca. 4% aus der Sekundarstufe II (Kl. 11 bis
13).

1

Der jeweilige Anteil an der Schulart bezieht sich auf die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen. Im Bereich der
Privatschulen wurde auf eine gesonderte Erfassung der Schulart verzichtet.
2
Da die Anzahl der Beratungsfälle aus Beruflichen Schulen erst ab März 2014 erfasst wurde, ist diese Zahl unterschätzt und es muss mit einem höheren Beratungsbedarf gerechnet werden.

-2-

Abb. 1: Einzelfallberatungen über die Jahrgangsstufen in Prozent

Die zu beratenden Kinder und Jugendlichen waren größtenteils, d.h. zu 70,4 % deutscher Herkunft und zu 21,4 % nicht deutscher Herkunft. D.h. ein oder beide Elternteile
wiesen einen anderen kulturellen bzw. sprachlichen Hintergrund auf. Bei 7,4% der Fälle
waren beide Elternteile aus unterschiedlichen Kulturkreisen.

1.3 Beratungsgrund
Abbildung 2 visualisiert die häufigsten Beratungsgründe, die bei der Schulpsychologischen Einzelfallberatung im Zentrum standen. 3

Dabei sind folgende Angaben erfasst:
-

In 36,1 % der Einzelfallberatungen ging es in der Beratung um emotionale und soziale Schwierigkeiten (z.B. Ängste, depressive Tendenzen, selbstverletzendes Verhalten, Suizidalität, sozialer Rückzug oder Auffälligkeiten im Sozialverhalten im Sinne
dissozialen oder aggressiven Verhaltens).

-

29 % der Schülerinnen und Schüler wurden mit der Fragestellung einer LeseRechtschreib-Schwierigkeit und 15,3 % vor dem Hintergrund von Rechenschwierigkeiten beraten.

3

Hinsichtlich der Beratungsgründe ist zu beachten, dass Mehrfachnennungen möglich waren. Häufig sind Mischsymptomatiken (Komorbiditäten) zu beobachten. Durch Mehrfachnennungen können sich Prozentzahlen über 100
ergeben.

-3-

-

Bei 25,8 % der Beratungen waren allgemeine Lernschwierigkeiten (z.B. Konzentrationsschwierigkeiten, Motivationsmangel, fehlende Lernstrategien und Lernorganisation, allgemeine Über- oder Unterforderung) Thema.

-

In 9 % der Beratungen konnten Entwicklungsverzögerungen festgestellt werden.

-

Schulangst und Prüfungsangst (teilweise in Verbindung mit Schuldistanz) bildete bei
6,1 % der bearbeiteten Einzelfälle einen Schwerpunkt.

-

6 % der Einzelfallberatungen erfolgten vor dem Hintergrund von psychosomatischen
Beschwerden (z.B. Kopf- und Bauchschmerzen, innere Anspannung).

-

In 4,7 % der Fälle wurde bezüglich eines Verdachts auf eine psychische Erkrankung
(z.B. schwere Depression, psychotisches Erleben) beraten.

-

3,8 % der Beratungen bezogen sich auf Problemstellungen im Bereich der besonderen Begabungen.

-

2,6 % der Beratungen wurden wegen vermuteter Traumatisierung in Anspruch genommen,

-

0,9% auf Grund einer vorliegenden Suchtproblematik.

Abb. 2: Die häufigsten Anlässe zur Einzelfallberatung in Prozent

-4-

2 Schulpsychologische Systemberatung
Im Schuljahr 2013/14 wurden 2128 Systemberatungen durch die Schulen in Anspruch
genommen.

2.1 Schulart
-

Der größte Anteil an Systemberatungen ergab sich mit 39,6 % für den Grundschulbereich. 4

-

25,7 % der Systemberatungen richteten sich an Integrierte Sekundarschulen (einschließlich der Gemeinschaftsschulen).

-

5,9 % der Systemberatungen wurden von Sonderpädagogischen Förderzentren in
Anspruch genommen.

-

In den Gymnasien fanden 10,2 % der Systemberatungen statt.

-

Berufliche Schulen wurden in 20 % der Fälle beraten.

2.2 Adressaten der Systemberatung
-

Zielgruppe der systembezogenen Arbeit war in 64,5 % der Beratungen Lehrkräfte, in
21% Erzieher (z.B. als Teilnehmer an themenspezifischen Fortbildungen). 5

-

39,4 % der Beratungen wurden durch Schulleitungen in Anspruch genommen (z.B.
in Form von Beratung zu Fragen der Schulentwicklung).

-

27,4 % der Beratungen richteten sich an Schulsozialarbeiter/innen (z.B. in Form von
Beratung zu Fragen der Unterstützung schwieriger Schüler).

-

Eltern waren in 19,6 %, Schüler in 18,7 % der Systemberatungen die Adressaten
(z.B. im Rahmen von regelmäßigen Sprechstunden an der Schule).

-

In 3,2 % der Systemberatungen richteten sich diese an die Schulaufsicht als übergeordneter Behörde (z.B. in Form von Beratung zu Konzepten inklusiver Beschulung).

2.3 Leistungen im Rahmen der Systemberatung
-

In 55,9 % der Systemberatungen beinhalteten diese ein oder mehrere individuelle
Beratungsgespräch/e.

-

Auf den Bereich des Coachings und der Supervision entfielen 16,1 % der Systemberatungen.

4

5

Mehrfachnennungen waren möglich (z.B. im Fall schulformübergreifender Angebote).
Mehrfachnennungen waren möglich (z.B. im Fall von gemischter Teilnehmerschaft).

-5-

-

15,7 % der Systemberatungen beinhalteten themenbezogene Projekte und Untersuchungen (z.B. zu den Themen besondere Begabung, Übergänge, Gewalt-, Suchtprävention, Schuldistanz).

-

In 14,3 % der Systemberatungen wurden Fortbildungen (inklusive Studientage)
durchgeführt.

-

12,8 % der systembezogenen Arbeit entfiel auf Sprechstunden an Schulen.

-

In 5,5 % der Arbeit wurden Schulen durch Moderation

-

und in 3,9 % durch Mediation unterstützt.

Abb. 3: Leistungen der Systemberatung in Prozent6

3 Kooperation und Vernetzung
In beiden schulpsychologischen Handlungsfeldern, d.h. der schülerzentrierten Beratung
und der Systemberatung, ist die Kooperation mit anderen Institutionen und Partnern
entscheidend. Im Bereich der schülerzentrierten Beratung hängen schulische Probleme
häufig mit individuellen Entwicklungsrückständen und/oder familiären Problemlagen
zusammen, so dass im Einzelfall ein komplexer Hilfebedarf bestehen kann, der die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften und Institutionen erforderlich macht. Auch im
Bereich der Systemberatung ist für die verschiedenen schulpsychologischen Angebote
(wie Coaching, Fortbildungen etc.) eine Vernetzung mit anderen Partnern wichtig.

6

Mehrfachnennungen waren möglich (z.B. im Fall von im Angebot enthaltenen mehreren Leistungen).

-6-

-

Die Zahlen zeigen dabei, dass im Handlungsfeld der schülerzentrierten Beratung in
73,4 % der bearbeiteten Einzelfälle eine Kooperation mit einer oder mehreren Institutionen stattfand und im Bereich der Systemberatung 46,5 % der systembezogenen
Arbeit in Kooperation mit anderen Institutionen durchgeführt wurde. 7

-

Hauptkooperationspartner und –partnerinnen waren Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen
des schulinternen Netzwerkes. In 40,4 % der Fälle der schülerzentrierten Beratungen (z.B. gemeinsame Elterngespräche mit der/dem Schulsozialarbeiter/in, Schulhilfekonferenzen) und in 27,8 % der Systemberatungen (z.B. Beratung einer Lehrkraft
bezüglich eines schwierigen Schülers gemeinsam mit einer Sonderpädagogin) fanden Kooperationen statt.

-

Auch das Jugendamt war mit 38,4 % aller schülerzentrierten Beratungen häufiger
Kooperationspartner des Schulpsychologischen Dienstes (z.B. im Rahmen der Beantragung Integrativer Lerntherapien). Im Bereich der Systemberatungen war dies
bei 14,9 % der Fall (z.B. im Rahmen der Beratung einer Lehrkraft im Falle beobachteter Kindeswohlgefährdung).

-

Mit freien Trägern bestand in 21,5 % der schülerzentrierten Beratungen (z.B. nach
Aufnahme eines Schülers in ein Schulersatzprojekt) und in 11,2 % der Systemberatungen eine Kooperation (z.B. im Rahmen der Beratung einer Schulleiterin zum
Thema Krisen-/Notdienste für Kinder und Jugendliche).

-

In 21,9 % der schülerzentrierten Beratungen (z.B. bei Empfehlung einer Psychotherapie) und 9,1 % der systembezogenen Arbeiten (z.B. im Rahmen der Beratung eines Schulleiters bei selbstgefährdendem Verhalten eines Schülers) kooperierten
Schulpsychologinnen und Schulpsychologen mit Gesundheitsdiensten und medizinischen Institutionen.

-

In 1,1 % der Einzelfallberatungen und 7,7 % der Systemberatungen wurde mit der
Polizei kooperiert, z.B. bei der Aufarbeitung eines Gewaltvorfalls oder im Rahmen
von Amokprävention.

4 Gewaltprävention und Krisenintervention
In jedem Bezirk ist mindestens ein Schulpsychologe/ eine Schulpsychologin speziell für
das Aufgabengebiet der Gewaltprävention und Krisenintervention an Berliner Schulen
zuständig (G/K-Psychologen/innen).
Die Aufgabe der G/K-Psychologen/innen ist es, die Schulen bei der Bewältigung und
Aufarbeitung von Gewaltvorfällen, Notfällen und Krisen psychologisch zu unterstützen.
Die G/K-Psychologen/innen bekommen alle Gewalt- und Notfälle, die von den Schulen
entsprechend des Informationsschreibens „Gewalt und Notfälle“ und der „Notfallpläne
für Berliner Schulen“8 gemeldet werden, zur Kenntnis. Die Schule kann mit Hilfe des
zugehörigen Meldebogens zügig schulpsychologische Unterstützung anmelden.

7

8

Mehrfachnennungen waren möglich.
http://www.berlin.de/sen/bildung/hilfe_und_praevention/gewaltpraevention/index.html

-7-

Im Schuljahr 2013/2014 meldeten die Schulen insgesamt 2159 Vorfälle. In 1091 Fällen
wurde ein sofortiger Unterstützungsbedarf durch die Schulen angemeldet, dem die G/KPsychologen/innen zeitnah nachkamen.
Bei Betrachtung der Absolutzahlen nach Schulart kamen aus den Grundschulen die
meisten Meldungen (1167). 649 Fälle wurden durch die ISS gemeldet. Aus den Gymnasien sind der Schulpsychologie 80 Vorfälle gemeldet worden. Abbildung 4 zeigt die
prozentuale Verteilung hinsichtlich der Schulform.

Abb. 4: Meldungen nach Schulform in Prozent

Bei schulischen Krisen und Notfällen, die das Gesamtsystem Schule stark destabilisieren, wie z.B. bei Amokdrohungen, sexuellen Übergriffen, Suizidäußerungen, Todesfällen von Schulangehörigen, sind die Schulen auf schulpsychologische Unterstützung
und Beratung angewiesen. Auch bei Vorfällen niedriger Gefährdung bedürfen die Schulen aufgrund der schwierigen Problemlagen zunehmend schulpsychologischer Unterstützung bei der Bewältigung von Gewaltsituationen, wie z.B. Mobbing, Beleidigungen,
Bedrohungen und Tätlichkeiten im Schulalltag.
Abbildung 5 zeigt die durch die Schulen am häufigsten gemeldeten Gefährdungsarten.

-8-

Abb. 5: Häufigste Gefährdungsarten in Prozent9

In ca. 20,1 % der gemeldeten Vorfälle waren Lehrkräfte Opfer von Gewalt, was in der
Regel eine schulpsychologische Unterstützung erforderlich machte.
Die schulpsychologische Arbeit beinhaltet die notfallpsychologische Betreuung und Beratung von Betroffenen und Opfern, von Klassen, Schulpersonal und Eltern nach Gewalt- und Notfällen, die Unterstützung der Schulleitung beim Krisenmanagement, im
Umgang mit Tätern und Tatverdächtigen, bei der Kooperation mit der Polizei, dem Jugendamt und anderen involvierten Institutionen.
Unsicherheiten im System, ob durch Gewaltvorfälle oder krisenhafte Ereignisse hervorgebracht, bedürfen einer nachhaltigen Stabilisierung. Neben der schulpsychologischen
Unterstützung im Einzelfall, unterstützen die G/K-Psychologen/innen kontinuierlich und
somit nachhaltig das Gesamtsystem Schule durch Beratung, Coaching und Supervision.
Ein wichtiger Bestandteil der Systemberatung durch die G/K-Psychologen/innen ist die
Unterstützung der Schulen bei der Bildung von Krisenteams. Die Krisenteammitglieder
werden durch die G/K-Psychologen/innen fortgebildet und begleitet. Die Fortbildungen
basieren auf einem berlineinheitlichen Curriculum, welches seit dem Schuljahr

9

Mehrfachnennungen waren möglich.
Die durch die G/K-Psychologen/innen geleisteten Einzelfall- und Systemberatungen sind Teil der allgemeinen
schulpsychologischen Statistik und nicht gesondert ausgewiesen.
10

-9-

2012/2013 angeboten wird. Bis April 2014 wurden knapp 100 Fortbildungsveranstaltungen für Krisenteams durchgeführt.
Bereits seit dem Schuljahr 2009/2010 unterstützen und beraten die G/KPsychologen/innen die Schulen bei der Amokprävention in enger Kooperation mit der
Berliner Polizei und den Schulämtern, führen Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen an den Schulen durch und unterstützen im Einzelfall bei Amokdrohungen
oder Fehlalarmen an Schulen 10.

5 Zusammenfassung und Ausblick
• Auch im Schuljahr 2013/14 wurde das Beratungs- und Unterstützungsangebot
des Schulpsychologischen Dienstes intensiv in Anspruch genommen. Im Bereich
der schülerzentrierten Beratung wurden, so wie auch in den Vorjahren, mehr
Jungen als Mädchen angemeldet, häufig aus Grundschulen. Emotionale und soziale Auffälligkeiten, allgemeine Lernschwierigkeiten oder Teilleistungsschwächen (Lese-Rechtschreib- und Rechenschwierigkeiten) waren häufiger Beratungsgrund. In rund zwei Dritteln der Fälle wurde im Sinne der „Vernetzung“ mit
anderen Partnern und Institutionen kooperiert.
• Häufig ist ein Einzelfall, z.B. ein Gewaltvorfall, Auslöser für weitreichendere Systemberatungen. Wie in den Jahren zuvor wurden Fortbildungen, Supervisionsund Coachingangebote, Sprechstunden an Schulen und andere Leistungen intensiv durch pädagogisches Personal an Schulen nachgefragt. Die Durchführung
erfolgte in weit mehr als einem Drittel in Kooperation mit anderen Partnern und
Institutionen.
• Schulen benötigen über die Unterstützung im Bereich der schulpsychologischen
schülerzentrierten Beratung und Systemberatung hinaus zunehmend Hilfeleistungen im Feld der Gewaltprävention und Krisenintervention. Bezüglich der schulischen Meldungen ist im Vergleich zum vorherigen Schuljahr eine Steigerung zu
verzeichnen. Speziell ausgebildete Schulpsychologinnen und Schulpsychologen
für Gewaltprävention und Krisenintervention unterstützen die Schulen in Berlin
erfolgreich bei der Bewältigung von Krisen und bei der Einleitung präventiver
Maßnahmen.
•

Mit dem Schuljahr 2013/14 wurde für den Bereich der schulischen Prävention ein
eigenes Unterstützungssystem in die Schulpsychologie integriert, welches Themen der Gesundheitsförderung, der Suchtprävention und des sozialen Lernens
aufgreift. Gemeinsam mit den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für
Gewaltprävention und Krisenintervention wurden und werden entsprechende
Angebote für schulische Akteure bereitgestellt. Insgesamt sind 13 Lehrkräfte, je
eine in jedem Schulpsychologischen Beratungszentrum, mit der Koordination
schulischer Prävention beauftragt worden.

-10-

• Im Zuge der inklusiven Beschulung werden die Beratungs- und Unterstützungssysteme, die Schule maßgeblich unterstützen, ihre Kooperation weiter ausbauen.
Eine enge Zusammenarbeit von Schulpsychologie und Sonderpädagogik wird
zukünftig verstärkt umgesetzt werden. Im Schuljahr 2013/14 wiesen 9,4% der in
den Schulpsychologischen Beratungszentren angemeldeten Schülerinnen und
Schüler einen schulisch festgestellten sonderpädagogischen Förderschwerpunkt
auf. Dieser bezog sich vornehmlich auf emotionale und soziale Auffälligkeiten.
Um besonders förderbedürftige Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und
Lehrkräfte multiprofessionell beraten zu können, werden gemeinsame Unterstützungsangebote von Schulpsychologie und Sonderpädagogik intensiviert und institutionalisiert werden. Zukünftig soll in jedem Bezirk ein Schulpsychologisches
und Inklusionspädagogisches Beratungs- und Unterstützungszentrum (SIBUZ)
etabliert werden, welches schulpsychologische und inklusionspädagogische Angebote unter einem Dach vereint.

-11-
        
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