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Full text: Jahresbericht der Schulpsychologischen Beratungszentren in Berlin zum Schuljahr ... Issue 2012/13(2014)

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft

Schulpsychologischer Dienst Berlin

www.berlin.de/ sen/bildung/hilfe_und_praevention/ schulpsychologie/

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briefkasten@senbjw.berlin.de

Dezember 2014
 

Jahresbericht der Schulpsychologischen Beratungszentren in Berlin zum Schuljahr 2012/13: Zusammenfassende Ergebnisse
                         

     

Vorbemerkungen

1 Schulpsychologische Einzelfallberatung 1.1 Schulart und Schulträger 1.2 Geschlecht und besuchte Jahrgangsstufen 1.3 Beratungsgrund

2 Schulpsychologische Systemberatung 2.1 Schulart 2.2 Adressaten 2.3 Leistungen im Rahmen der Systemberatung

3 Kooperation und Vernetzung

4 Gewaltprävention und Krisenintervention

5 Zusammenfassung und Ausblick

Vorbemerkungen Der vorliegende Jahresbericht des Schulpsychologischen Dienstes in Berlin zum Schuljahr 2012/13 dokumentiert die Inanspruchnahme des vielfältigen Beratungs- und Unterstützungsangebots der insgesamt zwölf Schulpsychologischen Beratungszentren durch Schülerinnen und Schüler, Eltern und pädagogisches Personal an Schulen. Insgesamt wurden 9629 Schülerinnen und Schüler unter Beteiligung ihrer Eltern und Lehrer durch Berliner Schulpsychologinnen und Schulpsychologen beraten und bei schulischen Fragen unterstützt (siehe Kapitel 1). 1501 Angebote des Schulpsychologischen Dienstes richteten sich an Lehrkräfte, Erzieherinnen und Erzieher sowie weiteres pädagogisches Personal und fanden in Form von Fortbildungen und Supervisionen für Lehrkräfte sowie Maßnahmen zur Schulentwicklung und Organisationsberatung statt (siehe Kapitel 2). In beiden Handlungsfeldern kooperierten die Berliner Schulpsychologinnen und Schulpsychologen im Bedarfsfall mit anderen Institutionen und Partnern (siehe Kapitel 3). Während die Datengrundlage der Kapitel 1 bis 3 dieses Berichts auf statistischen Angaben der Schulpsychologischen Beratungszentren beruht, bilden die Datenbasis für Kapitel 4 – Gewaltprävention und Krisenintervention – Meldungen durch die Schulen selbst. Bis einschließlich des Schuljahres 2011/12 wurde ein gesonderter Jahresbericht zur Gewaltprävention und Krisenintervention erstellt und veröffentlicht. Mit dem Schuljahr 2012/2013 wird dieser erstmalig in den vorliegenden Bericht integriert. Schlussfolgerungen und Perspektiven können abschließend Kapitel 5 entnommen werden.
                     

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1 Schulpsychologische Einzelfallberatung Die Schulpsychologischen Beratungszentren leisteten 9629 Einzelfallberatungen, d.h. ca. 3 % aller Schülerinnen und Schüler erhielten Beratung bzw. Unterstützung.

1.1 Schulart und Schulträger 1 Der Bereich der Grundschule war mit 50,5 % der schulpsychologischen Einzelfallberatungen am stärksten vertreten. 20,7 % der beratenen Schülerinnen und Schüler besuchten die Integrierte Sekundarschule, einschließlich der Gemeinschaftsschule. 8,6 % der Fälle kamen aus dem Gymnasium. In 4,6 % der bearbeiteten Einzelfälle nahmen Schülerinnen und Schüler aus einem Sonderpädagogischen Förderzentrum Beratung in Anspruch. 7,2 % der Einzelfallberatungen richtete sich an Kinder vor dem Schuleintritt. 85,3 % der beratenen Schülerinnen und Schüler gehörten öffentlichen Schulen an, 6,4 % besuchten private Schulen.

1.2 Geschlecht und besuchte Jahrgangsstufen 61,5 % der beratenen Schülerinnen und Schüler waren Jungen, 37,9 % Mädchen. 9,3 % der bearbeiteten Einzelfälle entfielen auf den Elementarbereich und den ersten Jahrgang. Die zweite bis sechste Klasse besuchten 56 % der beratenen Schülerinnen und Schüler. Im Sekundarbereich wurde die Einzelfallberatung verstärkt in den Jahrgangsstufen 7 und 8 in Anspruch genommen (19,9 % aller bearbeiteten Einzelfälle). Die Jahrgangsstufen 9 bis 13 besuchten 11,4 % der beratenen Schülerinnen und Schüler. Insgesamt kamen 59,8 % der bearbeiteten Einzelfälle aus dem Bereich der Grundstufe (Kl. 1 bis 6), 31,3% aus dem Bereich der Sekundarstufe (Kl. 7 bis 13).

1.3 Beratungsgrund 37 % der Einzelfallberatungen erfolgten auf Grund von emotionalen und sozialen Auffälligkeiten (z.B. Auffälligkeiten im Sozialverhalten im Sinne dissozialen oder aggressiven Verhaltens, depressive Tendenzen, sozialer Rückzug, Suizidalität). 27,5 % der Beratungen umfassten allgemeine Lernschwierigkeiten (z.B. Konzentration, Motivation, Lernorganisation, Über-, Unterforderung). 30,4 % der Schülerinnen und Schüler wurden vor dem Hintergrund von LeseRechtschreib-Schwierigkeiten, 16,3 % vor dem Hintergrund von Rechenschwierigkeiten beraten.

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 Der jeweilige Anteil an der Schulart bezieht sich auf die öffentlichen allgemeinbildenden Schulen. Im Bereich der Privatschulen wurde auf eine gesonderte Erfassung der Schulart verzichtet. 

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In 9,2% der Beratungen konnten Entwicklungsverzögerungen festgestellt werden. Schulangst und Prüfungsangst (teilweise in Verbindung mit Schuldistanz) bildete bei 6,7 % der bearbeiteten Einzelfälle einen Schwerpunkt. 6,1 % der Einzelfallberatungen erfolgten vor dem Hintergrund von psychosomatischen Beschwerden. 4,5 % der Beratungen bezogen sich auf Problemstellungen im Bereich der besonderen Begabungen.

Abb. 1: Beratungsgrund in Prozent 2

                                                            
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  Hinsichtlich der Beratungsgründe ist zu beachten, dass Mehrfachnennungen möglich waren. Häufig sind Mischsymptomatiken (Komorbiditäten) zu beobachten. Durch Mehrfachnennungen können sich Prozentzahlen über 100 Prozent ergeben. 

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2 Schulpsychologische Systemberatung Im Schuljahr 2012/13 wurden 1501 Systemberatungen durch die Schulen in Anspruch genommen.

2.1 Schulart Der größte Anteil an Systemberatungen ergab sich mit 47,7 % für den Grundschulbereich. 3 28,4 % der Systemberatungen richteten sich an Integrierte Sekundarschulen (einschließlich der Gemeinschaftsschulen). 9,7 % der Systemberatungen wurden von Sonderpädagogischen Förderzentren in Anspruch genommen. In den Gymnasien fanden 13,9 % der Systemberatungen statt.

2.2 Adressaten der Systemberatung Zielgruppe der systembezogenen Arbeit war in 60,9 % der Beratungen Lehrkräfte, in 21,4% Erzieher (z.B. als Teilnehmer an themenspezifischen Fortbildungen). 4 46,2 % der Beratungen wurden durch Schulleitungen in Anspruch genommen (z.B. in Form von Beratung zu Fragen der Schulentwicklung). 29,6 % der Beratungen richteten sich an Schulsozialarbeiter/innen (z.B. in Form von Beratung zu Fragen der Unterstützung schwieriger Schüler). Eltern waren in 19,9 %, Schüler in 14,2 % der Systemberatungen die Adressaten (z.B. im Rahmen von regelmäßigen Sprechstunden an der Schule). In 5,8% der Systemberatungen richteten sich diese an die Schulaufsicht als übergeordneter Behörde (z.B. in Form von Beratung zu Konzepten inklusiver Beschulung).

2.3 Leistungen im Rahmen der Systemberatung In 55,2 % der Systemberatungen beinhalteten diese ein oder mehrere individuelle Beratungsgespräch/e. Auf den Bereich des Coachings und der Supervision entfielen 19,7 % der Systemberatungen. 15,5 % der Systemberatungen beinhalteten themenbezogene Projekte und Untersuchungen (z.B. zu den Themen besondere Begabung, Übergänge, Gewalt-, Suchtprävention, Schuldistanz).

                                                            
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Mehrfachnennungen waren möglich (z.B. im Fall schulformübergreifender Angebote). 

 Mehrfachnennungen waren möglich (z.B. im Fall von gemischter Teilnehmerschaft). 

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In 14,1 % der Systemberatungen wurden Fortbildungen (inklusive Studientage) durchgeführt. 13,7 % der systembezogenen Arbeit entfiel auf Sprechstunden an Schulen.

  Abb. 2: Leistungen der Systemberatung in Prozent 5

Je nach Angebot gestalteten sich die systembezogenen Leistungen vom Umfang her unterschiedlich. 17,2 % der Systemberatungen umfassten ein bis zwei Stunden (z.B. Teilnahme an einer Schulhilfekonferenz nach Gewaltvorfall). In 26,8 % der systembezogenen Arbeit wurden drei bis fünf Stunden beansprucht (z.B. themenspezifische Fortbildung am Nachmittag). In 23,6 % der Systemberatungen beinhaltete diese sechs bis zehn Stunden Zeitumfang (z.B. Einzelcoaching mit mehreren Sitzungen). Elf bis 20 Stunden wurden in 19 % der systembezogenen Arbeit benötigt (z.B. Supervisionsgruppe für Lehrkräfte mit mehreren Terminen im Schuljahr). In 11,3% der Systemberatungen umfassten diese mehr als 20 Stunden (z.B. regelmäßige Sprechstunde an einer Schule über das Schuljahr hinweg).

3 Kooperation und Vernetzung Im Hinblick auf die beiden Handlungsfelder der schülerzentrierten Beratung und der Systemberatung kooperieren die Schulpsychologischen Beratungszentren mit anderen
                                                            
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 Mehrfachnennungen waren möglich (z.B. im Fall von im Angebot enthaltenen mehreren Leistungen). 

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Institutionen und Partnern. Im Bereich der schülerzentrierten Beratung hängen schulische Probleme häufig mit individuellen Entwicklungsrückständen und/oder familiären Problemlagen zusammen, so dass im Einzelfall ein komplexer Hilfebedarf bestehen kann, der die Zusammenarbeit mit anderen Fachkräften und Institutionen erforderlich macht. Im Bereich der Systemberatung wurden verschiedene schulpsychologische Angebote (wie Coaching, Fortbildungen etc.) in Kooperation mit anderen Partnern durchgeführt. Im Handlungsfeld der schülerzentrierten Beratung bestand in 71 % der bearbeiteten Einzelfälle eine Kooperation mit einer oder mehreren Institutionen, im Bereich der Systemberatung wurden 42,3 % der systembezogenen Arbeiten in Kooperation mit anderen Institutionen durchgeführt. 6 In 42 % aller schülerzentrierten Beratungen kooperierte der Schulpsychologische Dienst mit dem Jugendamt (z.B. im Rahmen der Beantragung Integrativer Lerntherapien), im Bereich der Systemberatungen war das bei 19,6 % der Fall (z.B. im Rahmen der Beratung einer Lehrkraft im Falle beobachteter Kindeswohlgefährdung). In 38,3 % der schülerzentrierten Beratungen gehörte der/die Kooperationspartner/in dem schulinternen Netzwerk an (z.B. Elterngespräch gemeinsam mit der/dem Schulsozialarbeiter/in), dies war bei 25,6 % der Systemberatungen der Fall (z.B. Beratung einer Lehrkraft bezüglich eines schwierigen Schülers gemeinsam mit einer Sonderpädagogin). Mit freien Trägern bestand in 22,2 % der schülerzentrierten Beratungen (z.B. nach Aufnahme eines Schülers in ein Schulersatzprojekt) und in 10,5 % der Systemberatungen eine Kooperation (z.B. im Rahmen der Beratung einer Schulleiterin zum Thema Krisen-/Notdienste für Kinder und Jugendliche). In 21,7 % der schülerzentrierten Beratungen (z.B. bei Empfehlung einer Psychotherapie) und 11 % der systembezogenen Arbeiten (z.B. im Rahmen der Beratung eines Schulleiters bei selbstgefährdendem Verhalten eines Schülers) waren Gesundheitsdienste und medizinische Institutionen Kooperationspartner. In 8,5 % der (ausschließlich) Systemberatungen wurde mit der Polizei kooperiert, z.B. bei der Aufarbeitung eines Gewaltvorfalls oder im Rahmen von Amokprävention.

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4 Gewaltprävention und Krisenintervention In jedem Bezirk ist mindestens ein Schulpsychologe/ eine Schulpsychologin speziell für das Aufgabengebiet der Gewaltprävention und Krisenintervention an Berliner Schulen zuständig (G/K-Psychologen/innen). Die Aufgabe der G/K-Psychologen/innen ist es, die Schulen bei der Bewältigung und Aufarbeitung von Gewaltvorfällen, Notfällen und Krisen psychologisch zu unterstützen.

                                                            
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 Mehrfachnennungen waren möglich. 

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Die G/K-Psychologen/innen bekommen alle Gewalt- und Notfälle, die von den Schulen entsprechend des Informationsschreibens „Gewalt und Notfälle“ und der „Notfallpläne für Berliner Schulen“ 7 gemeldet werden, zur Kenntnis. Die Schule kann mit Hilfe des zugehörigen Meldebogens zügig schulpsychologische Unterstützung anmelden. Im Schuljahr 2012/2013 meldeten die Schulen insgesamt 1987 Vorfälle. In 1026 Fällen wurde ein sofortiger Unterstützungsbedarf durch die Schulen angemeldet, dem die G/KPsychologen/innen zeitnah nachkamen. Bei Betrachtung der Absolutzahlen nach Schulart kamen die meisten Meldungen aus den Grundschulen. Jede Grundschule meldet im Durchschnitt zweimal einen Vorfall. Bei prozentualer Betrachtung der Meldezahlen über alle Schularten hinweg melden allerdings die ISS mit ca. vier Meldungen pro Schule die meisten Vorfälle. Bei den Gymnasien kommt im Durchschnitt aus jeder zweiten Schule eine Meldung Bei schulischen Krisen und Notfälle, die das Gesamtsystem Schule stark destabilisieren, wie z.B. bei Amokdrohungen, sexuellen Übergriffen, Suizidäußerungen, Todesfällen von Schulangehörigen sind die Schulen auf schulpsychologische Unterstützung und Beratung angewiesen. Auch bei Vorfällen niedriger Gefährdung bedürfen die Schulen aufgrund der schwierigeren Klientel zunehmend schulpsychologischer Unterstützung bei der Bewältigung von Gewaltsituationen, wie z.B. Mobbing, Beleidigungen, Bedrohungen und Tätlichkeiten im Schulalltag. Abbildung 3 zeigt die durch die Schulen am häufigsten gemeldeten Vorfallsarten.

Abb. 3: Häufigste Vorfallsarten in Prozent 8

                                                            
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 http://www.berlin.de/sen/bildung/hilfe_und_praevention/gewaltpraevention/index.html    Mehrfachnennungen waren möglich. 

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In ca. 22 % der gemeldeten Vorfälle waren Lehrkräfte Opfer von Gewalt, was in der Regel eine schulpsychologische Unterstützung erforderlich machte. Die schulpsychologische Arbeit beinhaltet die notfallpsychologische Betreuung und Beratung von Betroffenen und Opfern, von Klassen, Schulpersonal und Eltern nach Gewalt- und Notfällen, die Unterstützung der Schulleitung beim Krisenmanagement, im Umgang mit Tätern und Tatverdächtigen, bei der Kooperation mit der Polizei, dem Jugendamt und anderen involvierten Institutionen. Unsicherheiten im System, ob durch Gewaltvorfall oder krisenhaftes Ereignis bedürfen einer nachhaltigen Stabilisierung. Neben der schulpsychologischen Unterstützung im Einzelfall, unterstützen die G/K-Psychologen/innen kontinuierlich und somit nachhaltig das Gesamtsystem Schule durch Beratung, Coaching, Supervision. Ein wichtiger Bestandteil der Systemberatung durch die G/K-Schulpsychologen/innen ist die Unterstützung der Schulen bei der Bildung von Krisenteams. Die Krisenteammitglieder werden durch die G/K-Psychologen/innen fortgebildet und begleitet. Die Fortbildungen basieren auf einem berlineinheitlichen Curriculum, welches seit dem Schuljahr 2012/2013 angeboten wird. Bereits seit dem Schuljahr 2009/2010 unterstützen und beraten die G/KPsychologen/innen die Schulen bei der Amokprävention in enger Kooperation mit der Berliner Polizei und den Schulämtern, führten Fortbildungen sowie Informationsveranstaltungen an den Schulen durch und unterstützen im Einzelfall bei Amokdrohungen oder Fehlalarmen an Schulen. Die durch die G/K-Psychologen/innen geleisteten Einzelfall- und Systemberatungen sind Teil der allgemeinen schulpsychologischen Statistik und nicht gesondert ausgewiesen.
 

5 Zusammenfassung und Ausblick  Im Schuljahr 2012/13 wurde das Beratungs- und Unterstützungsangebot des Schulpsychologischen Dienstes wie auch in den Jahren zuvor intensiv in Anspruch genommen. Im Bereich der schülerzentrierten Beratung wurden unverändert gegenüber den Vorjahren mehr Jungen als Mädchen angemeldet, bevorzugt aus Grundschulen. Emotionale und soziale Auffälligkeiten in Verbindung mit Lernschwierigkeiten waren häufiger Beratungsgrund. In rund zwei Dritteln der Fälle war ein „vernetztes“ Vorgehen in Kooperation mit anderen Partnern und Institutionen erforderlich.  Häufig ist ein Einzelfall, z.B. ein Gewaltvorfall, Auslöser für weitreichendere Systemberatungen. Wie in den Jahren zuvor wurden Angebote im Bereich der Systemberatung wie Fortbildungen, Supervisions- und Coachingangebote, Sprechstunden an Schulen und andere Leistungen intensiv durch pädagogisches Personal an Schulen nachgefragt. Die Durchführung erfolgte in mehr als einem Drittel der Systemberatungen in Kooperation mit anderen Partnern und Institutionen.
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 Schulen benötigen über die Unterstützung im Bereich der schulpsychologischen schülerzentrierten Beratung und Systemberatung hinaus Hilfeleistungen im Feld der Gewaltprävention und Krisenintervention. Speziell ausgebildete Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für Gewaltprävention und Krisenintervention unterstützen die Schulen in Berlin erfolgreich bei der Bewältigung von Krisen und bei der Einleitung präventiver Maßnahmen.  Beratungsbedarf verzeichnen Schulen darüber hinaus bei allen Themen der Gesundheitsförderung einschließlich der Suchtprävention. Mit Schuljahr 2013/2014 wird für den Bereich der schulischen Prävention ein eigenes Unterstützungssystem in die Schulpsychologie integriert werden, das Themen des sozialen Lernens und der schulischen Prävention gemeinsam mit den Schulpsychologinnen und Schulpsychologen für Gewaltprävention und Krisenintervention bearbeiten und anbieten wird.

 Im Zuge der inklusiven Beschulung werden die Beratungs- und Unterstützungssysteme, die Schule maßgeblich unterstützen, ihre Kooperation weiter ausbauen. Eine enge Zusammenarbeit von Schulpsychologie und Sonderpädagogik wird zukünftig verstärkt umgesetzt werden. Im Schuljahr 12/13 wiesen 9,9% der in den Schulpsychologischen Beratungszentren angemeldeten Schülerinnen und Schüler einen schulisch festgestellten sonderpädagogischen Förderschwerpunkt auf. Dieser bezog sich vornehmlich auf emotionale und soziale Auffälligkeiten. Um besonders förderbedürftige Schülerinnen und Schüler, deren Eltern und Lehrkräfte multiprofessionell beraten zu können, werden gemeinsame Unterstützungsangebote von Schulpsychologie und Sonderpädagogik zukünftig intensiviert und institutionalisiert werden.  In der Vergangenheit wurde dem gestiegenen Bedarf im Bereich der beruflichen Schulen an insgesamt umfassenderer Beratung von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern und Auszubildenden vor dem Hintergrund einer hohen Schul- und Ausbildungsabbrecherquote und den negativen Folgen für die Abbrechenden, die Betriebe und die Gesellschaft dadurch Rechnung getragen, dass speziell für die berufsbildenden Schulen Beratungslehrkräfte in Zusammenarbeit mit der Sonderpädagogik und externen Kooperationspartnern ausgebildet wurden. Durch den Einsatz von Beratungslehrkräften an berufsbildenden Schulen können dortige Problemlagen zunächst aufgefangen werden. Beratungen in diesem Bereich werden gesondert und zentral an anderer Stelle erfasst; vor diesem Hintergrund fällt der Anteil der schulpsychologischen Beratungen im Bereich der beruflichen Schulen in der vorliegenden statistischen Erfassung gering aus. Dem dennoch nachweislich hohen Beratungsbedarf der beruflichen Schulen wird im Schuljahr 13/14 durch die Einrichtung eines eigenen Schulpsychologischen Beratungszentrums für berufliche Schulen nachgekommen werden.

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