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Full text: Jahresbericht ... der Strahlenschutzkommission Issue 2015

Geschäftsstelle der
Strahlenschutzkommission
Postfach 12 06 29
D-53048 Bonn
http://www.ssk.de

Jahresbericht 2015 der Strahlenschutzkommission

I

Vorwort
Im September 2015 erhielten drei Mitglieder der Strahlenschutzkommission den
Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland für ihre langjährigen Verdienste um den
Strahlenschutz: Frau Prof. Dr. Maria Blettner, Vorsitzende der SSK von 1999 bis 2001, Herr
Prof. Dr. Rolf Michel, Vorsitzender von 2008 bis 2011 und Herr Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich
Müller, Vorsitzender von 2004 bis 2007 und erneut von 2012 bis Ende 2015.
Bundesumweltministerin Dr. Barbara Hendricks lobte sie
in ihrer Laudatio für ihre herausragende wissenschaftliche
Arbeit und ausgezeichnete Beratung: "Die Verleihung des
Bundesverdienstkreuzes setzt ein Zeichen dafür, wen
unsere Gesellschaft schätzt und was ihr wichtig ist. Und
in diesem Kanon steht Ihr Engagement in der SSK ganz
weit oben. Sie haben sich in Ihrem Ehrenamt um unser
Land verdient gemacht."
Die Ministerin bedauerte, dass es nicht mehr möglich war, den im Januar 2015 verstorbenen
ehemaligen Vorsitzenden Dr. Günther Dietze, der über Jahrzehnte ein engagiertes Mitglied der
SSK war, in gleicher Weise auszuzeichnen.
Im März 2014 hatte das BMUB die SSK beauftragt, sich mit den fachlichen Grundlagen für die
Begründung der Grenz- und Richtwerte zu befassen und dabei Bezug auf die vorangegangenen
Diskussionen zur Bewertung des Dosis- und Dosisleistungs-Effektivitätsfaktor (DDREF) und
zu Dosiswirkungsbeziehungen für Herz-Kreislauferkrankungen zu nehmen. In einem ersten
Schritt sollten die Werte für beruflich strahlenexponierte Personen betrachtet werden, die Werte
für die Allgemeinbevölkerung erst im Anschluss.
Die SSK nahm diesen Beratungsauftrag zum Anlass, sich im Rahmen ihrer Klausurtagung am
22. und 23. April 2015 einen allgemeinen Überblick über die verschiedenen Aspekte des
Themenkomplexes Risiko und Grenzwertsetzung zu verschaffen und damit eine solide
Grundlage für die weiteren Beratungen in der SSK zu legen.
Am 1. und 2. Dezember 2015 nahm die SSK die Gelegenheit wahr, sich die Überlegungen der
ICRP zur Umrechnung von Radon-Expositionswerten in eine effektive Dosis vorstellen zu
lassen. Gemeinsam mit Vertretern der ICRP, des BMUB, des BfS, der ICRU und des
UNSCEAR diskutierte sie sowohl den dosimetrischen als auch den epidemiologischen Ansatz
und stellte eigene Überlegungen zu einem alternativen Vorgehen vor. Der Austausch trug sehr
zum gegenseitigen Verständnis zu einem Thema bei, das beide Gremien weiterhin intensiv
beschäftigen wird.
Bonn, im Februar 2016
Prof. Dr. Joachim Breckow

Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller

Vorsitzender der SSK 2016

Vorsitzender der SSK 2015

II

Im Jahr 2015 hat die SSK zwei ihrer ehemaligen Vorsitzenden verloren.
Am 25. Januar verstarb plötzlich und unerwartet Herr Dr. Günther Dietze im Alter von
78 Jahren. Er war 14 Jahre lang Mitglied der Kommission, davon vier Jahre lang stellvertretender Vorsitzender und von 2001 bis 2003 SSK-Vorsitzender. In den Jahren 1994 bis 2009
war er wiederholt Mitglied im Ausschuss „Strahlenschutztechnik“ der Strahlenschutzkommission, den er auch viele Jahre leitete. In zahlreichen Arbeitsgruppen trug er im Laufe der
vergangenen 25 Jahre wesentlich zum Entstehen wichtiger Beratungsergebnisse der
Kommission bei.
Am 3. März verstarb im Alter von 87 Jahren nach langer Krankheit der ehemalige Vorsitzende
der Strahlenschutzkommission, Herr Prof. Dr. Wolfgang Jacobi. Er gehörte zu den
Gründungsmitgliedern der SSK, war ihr erster Vorsitzender und beeinflusste damit wesentlich
ihre Arbeitsweise und ihr Selbstverständnis. Insgesamt engagierte er sich 16 Jahre lang für die
Strahlenschutzkommission, davon 5 Jahre als Vorsitzender. Außerdem brachte er sein
Fachwissen über viele Jahre in den Ausschuss „Strahlenrisiko“ ein.
Die Mitglieder der Strahlenschutzkommission und die Mitarbeiter der Geschäftsstelle werden
beiden ein ehrendes Andenken bewahren.

III

Inhaltsverzeichnis
1

Die Strahlenschutzkommission (SSK) ............................................................ 5
1.1
1.2
1.3
1.4

2

Empfehlungen und Stellungnahmen 2015 .................................................... 16
2.1
2.2
2.3
2.4

2.5
2.6
2.7
2.8

3

Mitglieder der SSK .................................................................................................. 5
SSK-Krisenstab........................................................................................................ 9
Aufgaben der SSK und ihrer Ausschüsse ................................................................ 9
Tätigkeit der Geschäftsstelle.................................................................................. 14

Umsetzung des Dosisgrenzwertes für Einzelpersonen der Bevölkerung für die
Summe der Expositionen aus allen zugelassenen Tätigkeiten .............................. 16
Weiterentwicklung des Notfallschutzes durch Umsetzen der Erfahrungen aus
Fukushima ............................................................................................................. 17
Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz .............................................. 17
Strahlenhygienische Aspekte bei Röntgenuntersuchungen zur Bestimmung der
Körperzusammensetzung (insbesondere Knochendichtemessungen) mittels Dual
X-ray Absorptiometry (DXA) ............................................................................... 18
Zusammenhangswahrscheinlichkeit für strahlenbedingte Krebs- und
Leukämieerkrankungen ......................................................................................... 18
Überwachung der Augenlinsen-Äquivalentdosis .................................................. 19
Cone Beam Computertomografie (CBCT) und Mammatomosynthese................. 20
Abgeleitete Richtwerte für Maßnahmen zum Schutz von Personen bei
Kontaminationen der Umwelt mit Alpha- und Betastrahlern ................................ 20

Weitere Beratungsthemen 2015 ..................................................................... 22
3.1
3.2

Strahlenepidemiologische Tabellen ....................................................................... 22
Stellungnahmerecht der Strahlenschutzkommission gemäß § 92 Abs. 7d Satz 2
SGB V zu Beschlüssen des gemeinsamen Bundesausschusses über Methoden, bei
denen radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlung am Menschen angewandt
werden.................................................................................................................... 22
3.3 Schutz der Umwelt ................................................................................................ 23
3.4 Qualitätssicherung in der Medizin ......................................................................... 24
3.5 Überarbeitung des SSK-Bandes 43 „Berechnungsgrundlage für die Ermittlung
von Körperdosen bei äußerer Strahlenexposition“ ................................................ 24
3.6 Bewertung der Risiken der derzeitigen Laser- und IPL-Anwendungen in Therapie
und Kosmetik ......................................................................................................... 25
3.7 Aktualisierung der SSK-Empfehlungen zu UV-Strahlung .................................... 25
3.8 Berücksichtigung von Messunsicherheiten bei technischen Prüfungen im
Geltungsbereich der Röntgenverordnung und der Strahlenschutzverordnung ...... 26
3.9 Überarbeitung der Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen .............. 26
3.10 Grenzwertsetzung .................................................................................................. 27
3.11 Benigne Tumoren .................................................................................................. 27

IV

3.12 Medizinischer Strahlenschutz ................................................................................ 27
3.13 Dosimetrie bei hohen Energien ............................................................................. 27
3.14 Organ-Äquivalentdosen ......................................................................................... 28
4

Publikationen 2015 ......................................................................................... 29
4.1
4.2

Reihe „Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission“ ................................ 29
Reihe „Berichte der Strahlenschutzkommission“ .................................................. 29

Anlage 1

Satzung der Strahlenschutzkommission vom 8. August 2012 ....... 30

Anlage 2

Bisherige Vorsitzende der SSK ......................................................... 37

Anlage 3

Verzeichnis der Mitglieder der SSK seit 1974 .................................. 38

5

1 Die Strahlenschutzkommission (SSK)
Die Strahlenschutzkommission hat den Auftrag, die Bundesregierung in allen Angelegenheiten
des Schutzes vor den Gefahren ionisierender und nichtionisierender Strahlen zu beraten. Sie
wurde 1974 durch das Bundesministerium des Inneren eingesetzt und ist heute dem
Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB; bis
Dezember 2013 Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, BMU)
zugeordnet. Wichtige Schwerpunkte ihrer Beratungstätigkeit sind:
–

Bewertung biologischer Strahlenwirkungen und Dosis-Wirkungsbeziehungen,

–

Dosisgrenzwerte und daraus abgeleitete Grenzwerte,

–

Entwicklung der Strahlenexposition der Gesamtbevölkerung, spezieller Gruppen der
Bevölkerung und beruflich strahlenexponierter Personen,

–

Maßnahmen zum Schutz vor den Gefahren ionisierender und nichtionisierender Strahlen,

–

Notfallschutz und Planung von Maßnahmen zur Reduzierung der Strahlenexposition bei
kerntechnischen Notfällen und Katastrophen,

–

Ausbreitungsmodelle für die beim genehmigten Umgang mit radioaktiven Stoffen freigesetzten Radionuklide,

–

Auswertung internationaler Empfehlungen für den Strahlenschutz und

–

Aufstellung von Forschungsprogrammen zu Fragen des Strahlenschutzes sowie deren
wissenschaftliche Begleitung.

1.1

Mitglieder der SSK

Die Mitgliedschaft in der Strahlenschutzkommission ist ein persönliches Ehrenamt. Die Mitglieder sind unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. Sie werden in der Regel für die
Dauer von drei Kalenderjahren berufen.
Die Kommission setzte sich 2015 aus 19 Experten mit besonderen Erfahrungen in den Fachgebieten Strahlenmedizin, Radioökologie, Strahlenbiologie, Strahlenrisiko, Strahlenschutztechnik, Notfallschutz und Nichtionisierende Strahlung zusammen.
2015 gehörten der SSK an:
Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller, Vorsitzender
Strahlenbiologe, apl. Prof. i. R. an der Universität Duisburg-Essen, bis zum
30. November 2013 stellvertretender Leiter des Instituts für Medizinische Strahlenbiologie am Universitätsklinikum Essen.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Untersuchungen zu Schwangerschaftsrisiken, zu
Kombinationswirkungen von Strahlen und Chemikalien, zu biologischen Indikatoren
der Strahlenwirkung, zur individuellen Strahlenempfindlichkeit, zur genomischen
Instabilität und zur Prädiktion von Strahleneffekten im Tumor- und Normalgewebe.

6

Prof. Dr. Joachim Breckow, Stellvertretender Vorsitzender
Biophysiker, Geschäftsführer des Instituts für Medizinische Physik und Strahlenschutz
der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM), Gießen.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Biologische Strahlenwirkungen, Mikrodosimetrie,
Strahlenepidemiologie. Aktuell: Radon-Messtechnik, Radonexposition in Wohnräumen, Konzepte im Strahlenschutz.
PD Dr. Anna A. Friedl, Stellvertretende Vorsitzende
Molekularbiologin und Strahlenbiologin an der Klinik und Poliklinik für
Strahlentherapie und Radioonkologie der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU)
München. Privatdozentin für Humangenetik an der Fakultät für Biologie der LMU.
Chefeditorin der Zeitschrift Radiation and Environmental Biophysics.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Zelluläre und molekulare Strahlenbiologie. Zellantwort auf
DNA-Schäden. Ionen-Mikrobestrahlung.
Dipl.-Phys. Christian Küppers, Stellvertretender Vorsitzender
Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Öko-Institut e. V., Büro Darmstadt, stellvertretender
Leiter des Bereichs Nukleartechnik und Anlagensicherheit, Leiter der Gruppe
Strahlenschutz.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Radioökologie, Fragen des Strahlenschutzes bei
kerntechnischen Anlagen (Normalbetrieb, Störfälle, Unfälle), Entsorgung radioaktiver
Abfälle, Freigabe, Umweltverträglichkeitsprüfungen in Genehmigungsverfahren nach
Atomgesetz und Strahlenschutzverordnung.
Prof. Dr. Michael John Atkinson
Molekularbiologe und Strahlenbiologe, Direktor des Instituts für Strahlenbiologie des
Helmholtz Zentrums München – Deutsches Forschungszentrum für Umwelt und
Gesundheit GmbH, Neuherberg. Lehrstuhl für Strahlenbiologie, TU-München.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Strahlenbiologie, Strahlenkarzinogenese, genetische
Komponente des individuellen Strahlenrisikos, biologische Wirkung niedriger Dosen.
Prof. Dr. Maria Blettner
Statistikerin und Epidemiologin, Direktorin des Instituts für Medizinische Biometrie,
Epidemiologie und Informatik (IMBEI) an der Universität Mainz.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Krebsepidemiologie, epidemiologische Methodik und
Statistik. Biometrische Methoden in der Epidemiologie und epidemiologische
Untersuchungen zu strahleninduzierten Tumoren.
Dr.-Ing. Christian Bornkessel
Diplom-Ingenieur Elektrotechnik an der TU Ilmenau.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Nichtionisierende Strahlung. Dosimetrische Aspekte
niederfrequenter elektrischer und magnetischer Felder sowie hochfrequenter
elektromagnetischer Felder, insbesondere von Funkanlagen. Gutachten zur Exposition.

7

Prof. Dr. Achim Enders
Physiker, Leiter des Instituts für Elektromagnetische Verträglichkeit (EMV) an der
Technischen Universität Braunschweig.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Grundlagenforschung in der Elektrotechnik, insbesondere
in der Hochfrequenz-Messtechnik und Anwendung derselben im Bereich der
technischen EMV, in der Materialforschung (Absorber und Schirmung) und im
biophysikalischen Bereich.
Dr. habil. Rainer Gellermann
Physiker, Leiter der Abteilung "Radioökologie und Strahlenschutz" bei der Nuclear
Control and Consulting GmbH (NCC) Braunschweig.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Gutachter in den Bereichen Radioökologie, Radioaktivität
in der nicht-kerntechnischen Industrie (NORM, TENORM), radioaktive Altlasten,
Strahlenschutz bei der Entsorgung radioaktiver Stoffe und Materialien, Entlassung und
Freigabe von radioaktiven Stoffen, Radioaktivität im Wasser.
Dr.-Ing. Margot Horn
Diplom-Ingenieurin, Projektmanagerin Strahlenschutz des Bereiches Energiesysteme
und Automation der TÜV Rheinland Industrie Service GmbH, Köln.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Radioökologie, Radiologische Auswirkungen durch
Ableitungen/Freisetzungen radioaktiver Stoffe im bestimmungsgemäßen Betrieb sowie
bei Stör- und Unfällen, Fragen des Strahlenschutzes in kerntechnischen Anlagen und
Einrichtungen, Stilllegung kerntechnischer Anlagen und Einrichtungen und Freigabe.
Dr. Peter Jacob
Physiker, kommissarischer Direktor des Instituts für Strahlenschutz, Sprecher des
Department of Radiation Sciences am Helmholtz Zentrum München.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Modellierung von biologischen Strahleneffekten und der
Krebsentstehung, Strahlenrisikoanalyse, Radioökologie, retrospektive Bestimmung von
Strahlenexpositionen.
Dr. Herbert Janßen
Physiker, Leiter der Abteilung 6 „Ionisierende Strahlung“ der Physikalisch-Technischen
Bundesanstalt, Braunschweig.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Metrologie ionisierender Strahlung, insbesondere
Darstellung der Aktivitätseinheit mit absoluten Messmethoden, Alpha- und GammaSpektrometrie.
Dipl.-Phys. Jürgen Kopp
Medizinphysiker am Klinikum Augsburg, Leiter der Stabsstelle Medizinische Physik
und Strahlenschutz.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Praktischer Strahlenschutz, Dosimetrie, Qualitätssicherung
und Optimierung von Untersuchungs- und Therapieverfahren bei der medizinischen
Anwendung ionisierender Strahlung, Notfallschutz.

8

Prof. Dr. Rolf Michel
Physiker, Kernchemiker und Radioökologe, Professor i. R. an der Leibniz Universität
Hannover, bis zum 31. März 2010 Leiter des Zentrums für Strahlenschutz und
Radioökologie (jetzt Institut für Radioökologie und Strahlenschutz) der Leibniz
Universität Hannover.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Transfer radioaktiver Kerne in der Umwelt einschließlich
der Ernährungsketten, insbesondere von Cäsium, Strontium, Jod und Radionukliden der
natürlichen Zerfallsreihen, Radioanalytik, Statistik und Metrologie, Kernreaktionen und
Radionuklidproduktion, Reaktionen kosmischer Strahlung mit Materie.
Prof. Dr. med. Ursula Nestle
Fachärztin für Strahlentherapie und für Nuklearmedizin, Leitende Oberärztin der Klinik
für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg i. Br.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Klinische Radioonkologie insbesondere Lungenkrebs,
Hochpräzisionsbestrahlung, Einsatz der funktionellen Bildgebung in der
Strahlentherapie, Radionuklidtherapie, klinisch-onkologische Multicenterstudien.
Prof. Dr. Peter Sahre
Physiker, Direktor des VKTA-Strahlenschutz, Analytik & Entsorgung Rossendorf e. V.,
Strahlenschutzverantwortlicher des VKTA, von 1992 bis 2011 Strahlenschutzbevollmächtigter des VKTA und des Helmholtz-Zentrums Dresden-Rossendorf,
Lehrbeauftragungen an den Berufsakademien Riesa und Bautzen (Strahlentechnik,
Störfallvorsorge).
Schwerpunkte der Tätigkeit: Externe Dosimetrie (Beta-, Gamma-Strahlung,
Thermolumineszenzdosimetrie), interne Dosimetrie (Direktmessungen, Interpretation
von Inkorporationsüberwachungsdaten, Betrieb einer amtlichen Inkorporationsmessstelle), Freigabe von Stoffen mit geringfügiger Aktivität, Analytik im
Strahlenschutz (Alpha-, Beta- und Gamma-Spektrometrie), Notfallschutz.
Dr. Wolfgang Weiss
Physiker, bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2012 Leiter des Fachbereichs
„Strahlenschutz und Gesundheit“ im Bundesamt für Strahlenschutz.
Schwerpunkte der Tätigkeit: Umweltüberwachung, Integriertes Mess- und
Informationssystem des Bundes (IMIS), Notfallschutz, Entscheidungshilfesysteme für
den Notfallschutz, Überwachung des Kernwaffenteststopp-Abkommens, Planung und
Implementierung von UFOPLAN- und EURATOM-Forschungsprogrammen,
Erforschung gesundheitlicher Risiken ionisierender und nichtionisierender Strahlung,
Maßnahmen zur Verbesserung des UV Schutzes.
Dipl.-Ing. Ulrike Welte
Diplom-Ingenieurin, bis 2014 in Betrieb und Überwachung von Kernkraftwerken, u. a.
als Strahlenschutzbeauftragte und Leiterin des Fachbereiches „Überwachung“ des
Kernkraftwerkes Krümmel, seit 2014 freiberuflich tätig.
Schwerpunkte der Tätigkeit: anlageninterner und anlagenexterner nuklearer
Notfallschutz, Katastrophenschutz, praktischer Strahlenschutz, Erfahrungsrückfluss aus

9

nuklearen und radiologischen Unfällen, Störfallanalysen, Stilllegung von
Kernkraftwerken, Emissions- und Immissionsüberwachung, Krisenkommunikation.
Prof. Dr. med. Frederik Wenz
Facharzt für Strahlentherapie, Professor für Strahlentherapie und Direktor der Klinik für
Strahlentherapie und Radioonkologie, Universitätsklinikum Mannheim
Schwerpunkte der Tätigkeit: Klinische Radioonkologie insbesondere Brust- und
Prostatakrebs,
Intraoperative
Radiotherapie
(IORT),
Intensitätsmodulierte
Radiotherapie (IMRT), Image-Guided-Radiotherapy (IGRT), Grundlagenforschung in
Radiobiologie sowie gentherapeutische Methoden zum Schutz vor Strahleneinwirkung
auf das Normal- und Stammzellengewebe.
Alle Mitglieder der SSK seit ihrer Gründung im Jahr 1974 sind in der Anlage 3 aufgelistet.
1.2

SSK-Krisenstab

Durch die Satzungsänderung vom 21. Dezember 2009 wurde mit dem SSK-Krisenstab eine
Notfallorganisation der Strahlenschutzkommission geschaffen. Der SSK-Krisenstab vertritt im
Fall eines kerntechnischen oder radiologischen Ereignisses und bei entsprechenden Übungen
die Strahlenschutzkommission.
Dem SSK-Krisenstab gehörten 2015 an:
Prof. Dr. Rolf Michel
Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller
Prof. Dr. Alexander Fekete
Dr. Hans-Georg Fey
Dr. Margot Horn
Dipl.-Phys. Jürgen Kopp
Dipl.-Phys. Christian Küppers
Dr. habil. Florentin Lange
Prof. Dr. Viktor Meineke
Dipl.-Ing. Horst Schnadt
Dipl.-Ing. Dieter Schrammel
Dipl.-Ing. Ulrike Welte
Dr. Thomas Wilbois

 Vorsitzender 
 stellv. Vorsitzender 

Hannover
Essen
Köln
Düsseldorf
Köln
Augsburg
Darmstadt
Meerbusch
Holzkirchen
Troisdorf
Karlsruhe
Hamburg
Ulm

sowie als Sachverständige gemäß §7 der Satzung der SSK
Dr. med. Volker List
Prof. Dr. Christoph Reiners
Dipl.-Phys. Manfred Tscherner
1.3

Karlsruhe
Würzburg
Brühl

Aufgaben der SSK und ihrer Ausschüsse

Die SSK erhält ihre Beratungsaufträge vom BMUB, sie kann aber auch von sich aus
Beratungsthemen aufgreifen und sich mit aktuellen Fragen des Strahlenschutzes befassen. Die
Regelungen für die Arbeitsweise der Kommission sind in der Satzung der SSK enthalten, deren
aktuelle Fassung mit Stand vom 8. August 2012 als Anlage 1 beigefügt ist.
Die SSK beschließt als Ergebnis ihrer Beratungen naturwissenschaftliche und technische
Stellungnahmen und Empfehlungen zu den Beratungsthemen. Diese werden in der Regel in den

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Ausschüssen als Entwürfe vorbereitet. Beschlüsse werden durch Abstimmungen gefasst und
bedürfen der Mehrheit der Mitglieder. Die verabschiedeten Empfehlungen und Stellungnahmen
können vom BMUB im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Um sie einer weiteren
Öffentlichkeit zugänglich zu machen, werden die Empfehlungen und Stellungnahmen im
Internet veröffentlicht. Umfangreiche Beratungsergebnisse zu aktuellen Strahlenschutzfragen
werden auch in den Schriftenreihen „Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission“ und
„Berichte der Strahlenschutzkommission“ publiziert.
Der SSK arbeiten 7 Ausschüsse mit spezifischen Aufgabenbereichen zu:
Ausschuss „Strahlenrisiko“ (A1)
Ausschuss „Strahlenschutz in der Medizin“ (A2)
Ausschuss „Radioökologie“ (A3)
Ausschuss „Strahlenschutztechnik“ (A4)
Ausschuss „Notfallschutz“ (A5)
Ausschuss „Nichtionisierende Strahlen“ (A6)
Ausschuss „Strahlenschutz bei Anlagen“ (A7)
Ausschuss „Strahlenrisiko“ (A1)
Schwerpunkt der Beratungstätigkeit des Ausschusses „Strahlenrisiko“ ist die Bewertung der
medizinisch-biologischen Wirkungen ionisierender Strahlen. Dazu gehören die gesundheitliche
Risikobewertung ionisierender Strahlen im beruflichen und privaten Umfeld anhand von
Auswertungen epidemiologischer Daten und die Bewertung niedriger Strahlendosen ebenso
wie der Risikovergleich zwischen Strahlenexposition und anderen Noxen. Darüber hinaus
leistet der Ausschuss Beiträge zur Risikokommunikation.
Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Dr. Peter Jacob
Prof. Dr. Michael John Atkinson
Dr. Harald Dörr
Dr. Claudia Fournier
Dr. Rüdiger Greinert
Prof. Dr. Guido Hildebrandt
Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel
Dr. Ralf Kriehuber
Dipl-Phys. Thomas Ludwig
Dipl.-Biol. Margret Rave-Fränk
Prof. Dr. Werner Rühm
PD Dr. Susanne Schultz-Hector
PD Dr. Claudia Spix
Prof. Dr. Hajo Zeeb

 Vorsitzender 

Neuherberg
Neuherberg
München
Darmstadt
Buxtehude
Rostock
Essen
Jülich
Sankt Augustin
Göttingen
Neuherberg
Bad Homburg v. d. H.
Mainz
Bremen

sowie als Sachverständiger gemäß §7 der Satzung der SSK
Dr. Heinz Otten

Sankt Augustin

Ausschuss „Strahlenschutz in der Medizin“ (A2)
Der Ausschuss „Strahlenschutz in der Medizin“ berät in Fragen der praktischen Umsetzung der
Grundsätze des Strahlenschutzes bei der Anwendung radioaktiver Stoffe und ionisierender
Strahlung in der medizinischen Forschung, Diagnostik und Therapie. Dazu zählen z. B. die
allgemeine Bewertung der diagnostischen Strahlenexposition in der Medizin, der Vergleich
konventioneller Röntgendiagnostik mit anderen Verfahren (NMR, Ultraschall, PET, SPECT

11

u. a.), die Bewertung neuer strahlentherapeutischer Anwendungen und Anforderungen an die
Qualifikation von im Strahlenschutz tätigen Ärzten, Medizinphysik-Experten und anderem
medizinischem Personal sowie die Erarbeitung und Aktualisierung von Überweisungskriterien
für radiologische und nuklearmedizinische Untersuchungen. Seit 2012 gehört zu den Aufgaben
des Ausschusses auch die Erarbeitung von Stellungnahmen gemäß § 92 Abs. 7d Satz 2 SGB V
zu Beschlüssen des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) über Methoden, bei denen
radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlung am Menschen angewandt werden.
Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Prof. Dr. Ursula Nestle
Prof. Dr. Wolfgang Burchert
Prof. Dr. Stefan Delorme
Prof. Dr. Wolfgang Dörr
Prof. Dr. Michael Flentje
Prof. Dr. Günter Layer
Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose
Prof. Dr. Cordula Petersen
Prof. Dr. Jürgen Reichenbach
Prof. Dr. Gundula Staatz
Dipl.-Ing. Volker Steil
Dr. Michael Wucherer

 Vorsitzende 

Freiburg
Bad Oeynhausen
Heidelberg
Wien
Würzburg
Ludwigshafen
Nürnberg
Hamburg
Jena
Mainz
Mannheim
Nürnberg

Ausschuss „Radioökologie“ (A3)
Zu den Schwerpunkten der Beratungstätigkeit des Ausschusses „Radioökologie“ zählen die
Überwachung der allgemeinen Umweltradioaktivität, die Begrenzung und Überwachung von
Emission und Immission radioaktiver Stoffe sowie radioökologische Modelle und Berechnungsverfahren zur Ermittlung der Strahlenexposition der allgemeinen Bevölkerung und an
Arbeitsplätzen durch natürliche und künstliche Radionuklide. Dies schließt auch Strahlenschutzfragen bei der Endlagerung radioaktiver Abfälle mit ein. Darüber hinaus befasst sich der
Ausschuss mit der Verfolgung nationaler und internationaler Entwicklungen auf dem Gebiet
der Radioökologie sowie mit dem Schutz der Umwelt vor radioaktiven Stoffen oder
ionisierender Strahlung.
Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Dr. habil. Rainer Gellermann
Dr. Jürgen Herrmann
Dr. Jan Christian Kaiser
Dr. Matthias Köhler
Dipl.-Phys. Christian Küppers
Prof. Dr. Rolf Michel
Dr. Olaf Nitzsche
Dipl.-Phys. Jens Regner
Dipl.-Phys. Harald Thielen
Prof. Dr. Clemens Walther
Dr. Dietmar Weiß
Dr. Herbert Wershofen

 Vorsitzender 

Schwülper
Hamburg
Neuherberg
Dresden
Darmstadt
Burgdorf
Niederzier
Chemnitz
Köln
Hannover
Berlin
Braunschweig

Ausschuss „Strahlenschutztechnik“ (A4)
Der Ausschuss „Strahlenschutztechnik“ berät in einem weiten Spektrum von Themen, die von
der Bestimmung der externen und internen Strahlenexposition (Inkorporationsüberwachung),

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den Dosisgrößen im Strahlenschutz, allen Fragen zur Dosimetrie und zu Strahlenschutzdosimetern, den Messunsicherheiten im Strahlenschutz, den Strahlenschutzanforderungen an
Röntgeneinrichtungen und Fragen zum technischen Strahlenschutz in der Medizin,
Bauartzulassungen, der Fachkunde im Strahlenschutz, dem Strahlenschutz beim Transport
radioaktiver Stoffe bis hin zur natürlichen Strahlenexposition (terrestrische Strahlenexposition
und Schutz des fliegenden Personals vor Expositionen durch kosmische Strahlung) reichen.
Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Prof. Dr. Peter Sahre
 Vorsitzender 
Dr. Ulrike Ankerhold
Dr. Rolf Behrens
Prof. Dr. Martin Fiebich
Dipl.-Phys. Markus Figel
Prof. Dr. Lilli Geworski
PD Dr.-Ing. habil. Christian Gromoll
Dr. Klaus Henrichs
Dr. Ingo Lehmann
Dr. Jörg Pawelke
Dr. Rainer Schütz

Rossendorf
Braunschweig
Braunschweig
Gießen
München
Hannover
Stuttgart
München
Berlin
Dresden
München

Ausschuss „Notfallschutz“ (A5)
Der Ausschuss „Notfallschutz“ befasst sich mit den fachlichen Grundlagen für das Regelwerk
des Notfallschutzes. Dazu zählen Maßnahmen im Bereich des Notfallschutzes unter Berücksichtigung praktischer Probleme bei der Umsetzung ebenso wie die fachliche Unterstützung bei
der Fortschreibung und dem Einsatz von Entscheidungshilfesystemen und elektronischen
Lagedarstellungen. Der Ausschuss verfolgt neue internationale Empfehlungen und Standards
im Bereich des Notfallschutzes und analysiert sie hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit in
Deutschland. Er wertet Übungen im In- und Ausland aus, gibt Anregungen für nationale
Übungsschwerpunkte und verfolgt die Abstimmung der verschiedenen Ausbreitungs- und
Dosismodelle.
Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Dipl.-Phys. Jürgen Kopp
Dipl.-Phys. Franz Fehringer
Prof. Dr. Alexander Fekete
Dr. Hans-Georg Fey
Dipl.-Ing. Hartwig Haas
Dr. Werner Kirchinger
Dr. habil. Florentin Lange
Dipl.-Ing. Bert Matzig
Prof. Dr. Viktor Meineke
Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller
Dipl.-Ing. Stephan Prüßmann
Dipl.-Met. Wolfgang Raskob
Dr. Martin Sogalla
Dr. Roland Wink
Dr. Thomas Wilbois

 Vorsitzender 

Augsburg
Köln
Köln
Düsseldorf
Biblis
Neuherberg
Meerbusch
Schwentinental
Holzkirchen
Essen
Eggenstein-Leopoldshafen
Eggenstein-Leopoldshafen
Köln
Brokdorf
Ulm

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Ausschuss „Nichtionisierende Strahlen“ (A6)
Der Ausschuss „Nichtionisierende Strahlen“ befasst sich mit möglichen gesundheitlichen
Risiken nichtionisierender Strahlung aus statischen und niederfrequenten elektrischen und
magnetischen Feldern, hochfrequenten elektromagnetischen Wellen einschließlich
Mikrowellen sowie optischer Strahlung, wie Infrarot, sichtbares Licht und UltraviolettStrahlung. Dies erfolgt durch Diskussion und Bewertung der wissenschaftlichen Literatur über
physikalische und biologische Wirkmechanismen und der Befassung mit epidemiologischen
Studien. Darauf aufbauend erarbeitet der Ausschuss Empfehlungen zur Prävention und zum
Schutz vor gesundheitsrelevanten Wirkungen von nichtionisierender Strahlung. Einen breiten
Raum nehmen Diskussionen zu neuen technischen Entwicklungen mit relevanten Emissionen
elektromagnetischer Felder in verschiedenen Lebensbereichen ein, um rechtzeitig
Handlungsbedarf im Hinblick auf mögliche gesundheitliche Beeinträchtigungen und Risiken
aufzuzeigen. Dazu gehört auch die Bewertung der Anwendung nichtionisierender Strahlen in
der Medizin.
Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Prof. Dr. Enders
 Vorsitzender 
Dr. Sarah Drießen
Dipl.-Ing. Markus Fischer
Dr. Mirjana Moser
Dipl.-Ing. Günter Ott
Prof. Dr.-Ing. Hans-Dieter Reidenbach
Dipl.-Päd. Holger Schütz
Dr. Beate Volkmer
Prof. Dr. Matthias Wuschek
Prof. Dr. Friedo Zölzer

Braunschweig
Aachen
Köln
Bern
Dortmund
Köln
Jülich
Buxtehude
Deggendorf
Budweis

sowie als Sachverständige gemäß §7 der Satzung der SSK
Dr. Hauke Brüggemeyer
Prof. Dr. Caroline Herr

Hannover
München

Ausschuss „Strahlenschutz bei Anlagen“ (A7)
Der Ausschuss „Strahlenschutz bei Anlagen“ berät in radiologischen Fragen, die im Zusammenhang mit Aufsichtsverfahren für bestimmte kerntechnische Anlagen auftreten, ebenso wie
zu Fragen der Begrenzung radioaktiver Emissionen und des radiologischen Arbeitsschutzes,
soweit genehmigungsspezifische Probleme angesprochen sind. Zu seinen Aufgaben gehört
außerdem die Erarbeitung von Empfehlungen und Stellungnahmen zu einzelnen Genehmigungsverfahren, die Beratung von Stellungnahmen zu Fraktionsumläufen von Regeln des
Kerntechnischen Ausschusses (KTA) und die Beratung bei der Erarbeitung von Empfehlungen
und Leitfäden zum Strahlenschutz in kerntechnischen Anlagen. Des Weiteren berät der
Ausschuss „Strahlenschutz bei Anlagen“ zu strahlenschutzrelevanten Fragen bei der Stilllegung
und dem Abbau kerntechnischer Anlagen einschließlich Freigabe und Endlagerung sowie zu
Fragen der Strahlenexposition des Personals und der radioaktiven Ableitungen kerntechnischer
Anlagen. Darüber hinaus befasst sich der Ausschuss mit dem Vergleich und der Begründung
der verschiedenen in Deutschland eingesetzten Berechnungsverfahren inklusive genereller
Konzepte für Freigabe und Freigrenzen.

14

Mitglieder des Ausschusses im Jahr 2015 waren:
Dr.-Ing. Margot Horn
Dipl.-Phys. Ralph F. Brunner
Dipl.-Ing. Doris Hiesl
Dr. Jörg Kaulard
Dipl.-Phys. Torsten Kunze
Dipl.-Ing. Christina Löffler
Dipl.-Phys. Herrmann Raad
Dr. Susanne Severitt
Dr. Bernhard Stauch
Dr. Stefan Thierfeldt
Dipl.-Ing. Ulrike Welte

 Vorsitzende 

Köln
Essenbach
Obrigheim
Köln
Schwentinental
Hamburg
Gronau
München
Jülich
Aachen
Hamburg

Zu den Aufgaben aller Ausschüsse zählt die Verfolgung nationaler und internationaler Entwicklungen in den jeweiligen Fachgebieten und die Erarbeitung von Stellungnahmen und
Empfehlungen zur nationalen Umsetzung internationaler Richtlinien (z. B. der EURATOMRichtlinien) und Empfehlungen (z. B. von ICRP und UNSCEAR).
Zur Bearbeitung von aktuellen Fragen können Arbeitsgruppen eingesetzt werden, die der
Kommission bzw. den Ausschüssen zuarbeiten und Stellungnahmen und Empfehlungen vorbereiten.
Das BMUB wird auf dem Gebiet der Sicherheit kerntechnischer Anlagen von der ReaktorSicherheitskommission (RSK) und in den Angelegenheiten der nuklearen Entsorgung seit 2008
von der Entsorgungskommission (ESK) beraten. Bei Beratungsaufträgen, die sowohl Fragen
der Reaktorsicherheit oder der nuklearen Entsorgung als auch des Strahlenschutzes berühren,
arbeiten die Kommissionen zusammen und können gemeinsame Empfehlungen oder
Stellungnahmen abgeben.
Seit 1981 führt die SSK in nahezu jährlichem Turnus Klausurtagungen oder für einen
erweiterten Teilnehmerkreis geöffnete Jahrestagungen durch. Hier werden sowohl
wissenschaftliche Grundsatzthemen als auch spezielle aktuelle Themen des Strahlenschutzes
diskutiert.
Im Jahr 2015 fanden 6 reguläre Sitzungen der SSK, eine Klausurtagung zum Thema „Risiko
und Grenzwertsetzung“, 2 Sitzungen des SSK-Krisenstabes, 26 Sitzungen der Ausschüsse,
45 Arbeitsgruppensitzungen, eine Notfallschutzübung sowie ein internationaler „Workshop on
Radon Dose Coefficients“ statt. Insgesamt trafen sich die Mitglieder der SSK, ihrer Ausschüsse
und Arbeitsgruppen sowie des SSK-Krisenstabes in 81 Sitzungen an 89 Sitzungstagen.
1.4

Tätigkeit der Geschäftsstelle

Die Geschäftsstelle betreut die SSK, ihre Ausschüsse und Arbeitsgruppen fachlich und
organisatorisch. Sie nimmt u. a. folgende Aufgaben wahr:


Vorbereitung und technische Abwicklung aller Sitzungen,



fachliche Zuarbeit bei der Erstellung von Beratungsunterlagen und Zusammenstellung von
Informationen für die Beratungen,



Auswertung der Beratungen und Anfertigung von Ergebnisprotokollen,



Mitarbeit bei der sachlichen und redaktionellen Erarbeitung von Beratungsergebnissen,



Redaktion der Veröffentlichungen, Berichte und Informationen der SSK und

15



Administration und redaktionelle Pflege der Webseite (www.ssk.de).

Die Webseite der SSK wurde im Berichtsjahr monatlich im Schnitt von 4 000 verschiedenen
Besuchern aufgerufen, die monatlich bis zu 350 000 Seitenaufrufe erzeugten. Die Zugriffe
kamen zum größten Teil aus Deutschland, aber auch aus den USA, Frankreich, China und
zahlreichen anderen Nationen weltweit. Das größte Interesse, auch im Ausland, fanden dabei
wie in den Vorjahren neben der Bereitstellung der Beratungsergebnisse die Publikationen
inklusive der Jahresberichte. Sehr oft führten Suchanfragen aus den Themenschwerpunkten
„Nichtionisierende Strahlung“ und „Strahlenschuz in der Medizin“ Besucher auf die Seiten der
SSK. Aus dem deutschsprachigen Raum wurde besonders häufig die Orientierungshilfe für
bildgebende Verfahren aufgerufen. Für Interessierte besteht die Möglichkeit, sich für einen
Newsletter anzumelden und über neue Publikationen und andere relevanten Neuigkeiten
informiert zu werden.
Unter der Leitung der Geschäftsführerin der SSK waren 2015 acht wissenschaftliche
Mitarbeiter (davon vier Teilzeitkräfte), zwei technische Sachbearbeiter (Teilzeit) und drei
Verwaltungskräfte in der Geschäftsstelle tätig.

16

2 Empfehlungen und Stellungnahmen 2015
Die Reihenfolge der Themen orientiert sich am Zeitpunkt der jeweiligen Verabschiedung durch
die SSK.
2.1

Umsetzung des Dosisgrenzwertes für Einzelpersonen der Bevölkerung für
die Summe der Expositionen aus allen zugelassenen Tätigkeiten

Gemäß der Richtlinie 2013/59/Euratom, die von den Mitgliedsstaaten bis 6. Februar 2018 in
nationales Recht umgesetzt werden muss, sind für den Grenzwert der effektiven Dosis einer
Einzelperson der Bevölkerung von 1 mSv im Kalenderjahr alle solchen Tätigkeiten zu
berücksichtigen, welche der behördlichen Zulassung durch ein Genehmigungs- oder
Anzeigeverfahren unterliegen. Hingegen sind Expositionen durch Stoffe, die aus der
behördlichen Kontrolle entlassen sind sowie Tätigkeiten, die von der behördlichen Kontrolle
freigestellt sind, nicht zu berücksichtigen.
Die Strahlenschutzkommission empfiehlt, in einer „Allgemeinen Verwaltungsvorschrift (AVV)
Tätigkeiten“ festzulegen, wie der Grenzwert für die Summe der Expositionen aus allen
zugelassenen Tätigkeiten bei der behördlichen Zulassung von Tätigkeiten berücksichtigt
werden kann und welchen Einfluss er auf die Abschätzung von Dosen für Einzelpersonen der
Bevölkerung sowie die Bewertung ihrer Ergebnisse haben sollte.
Neu zu betrachten sind Tätigkeiten aus dem Bereich der NORM-Industrien, für die bisher ein
Grenzwert von 6 mSv im Kalenderjahr festgelegt war. Unter Zuhilfenahme bereits existierender
Positivlisten der Richtlinie 2013/59/Euratom und der Strahlenschutzverordnung können hier
die Tätigkeiten identifiziert werden, die für die Berechnung des Grenzwertes berücksichtigt
werden müssen. Mit Hilfe einer Öffnungsklausel sollte die spätere Aufnahme neuer Tätigkeiten
ermöglicht werden. Das deutsche Regelwerk sollte festlegen, dass und wie die erforderlichen
Informationen zur Durchführung der Dosisabschätzungen oder -ermittlungen zu erheben sind.
Ebenso sollten die Regeln für die Abschätzung oder Ermittlung der Dosis für Einzelpersonen
der Bevölkerung für den Vergleich mit dem quantitativen Grenzwert im untergesetzlichen
Regelwerk klar festgelegt werden.
Für prospektive und retrospektive Modellierungen der Strahlenexposition empfiehlt die SSK
ein gestuftes Verfahren, das in der ersten Stufe aus einer realistischen, jedoch hinreichend
konservativen Abschätzung und in der zweiten Stufe aus einer realistischen Ermittlung der
effektiven Dosen von Einzelpersonen der Bevölkerung besteht. Feststellungen von
Grenzwertüberschreitungen sollten ausschließlich auf der Grundlage fallspezifischer
realistischer Ermittlungen getroffen werden. Für die Grenzwertbetrachtung ist lediglich die
effektive Dosis von Relevanz; eine Betrachtung der Organdosen ist nicht erforderlich. Für
Abschätzungen und Ermittlungen der effektiven Dosis von Einzelpersonen der Bevölkerung
empfiehlt die SSK das Konzept einer repräsentativen Referenzperson gemäß den Erläuterungen
in ICRP 101. Diese Person sollte so gewählt werden, dass die Expositionsszenarien
und -charakteristiken die potenzielle Strahlenexposition unter realistischen Annahmen maximal
machen. Die SSK gibt hierzu konkrete Empfehlungen bezüglich der Festlegung der
Expositionspfade und bezüglich der Annahmen für Aufenthaltszeiten und mittleren
Verzehrmengen, die durch Ingestion zur effektiven Dosis beitragen. Die Summe der effektiven
Dosis ist als Summe aller Einzelexpositionen an dem Ort, an dem die Gesamtsumme maximal
ist, zu betrachten. Dabei sollen Abschneidekriterien gewährleisten, dass Expositionen, die nur
einen geringen Beitrag zur Gesamtexposition leisten, vernachlässigt werden können und die
Summenbildung damit praktikabel gestaltet werden kann. Die SSK betont, dass die bisherigen
generellen Anforderungen an die Optimierung des Strahlenschutzes beibehalten werden sollten.

17

Hierfür können Dosisrichtwerte als Instrument der Optimierung im untergesetzlichen
Regelwerk sinnvoll sein.
Die Empfehlung wurde in der 274. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 19./20. Februar
2015 verabschiedet.
2.2

Weiterentwicklung des Notfallschutzes durch Umsetzen der Erfahrungen
aus Fukushima

Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima Dai-ichi im März 2011 hat das
Bundesumweltministerium die SSK um Prüfung gebeten, ob die Lehren aus dem Reaktorunfall
Änderungen des deutschen Regelwerkes für Notfallplanung und Notfallmaßnahmen erfordern.
In mehr als drei Jahren Bearbeitungszeit hat die SSK als Ergebnis dieser Prüfung fünf neue
Empfehlungen (Fragestellungen zu Aufbau und Betrieb von Notfallstationen, Planungsgebiete
für den Notfallschutz in der Umgebung von Kernkraftwerken, Planung der Iodblockade in der
Umgebung stillgelegter Kernkraftwerke, Prognose und Abschätzung von Quelltermen bei
Kernkraftwerksunfällen, Planungsgebiete für den Notfallschutz in der Umgebung stillgelegter
Kernkraftwerke) erarbeitet und vier ältere Empfehlungen (Kriterien für die Alarmierung der
Katastrophenschutzbehörde durch die Betreiber kerntechnischer Einrichtungen, Radiologische
Grundlagen für Entscheidungen über Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung bei Ereignissen
mit Freisetzungen von Radionukliden, Rahmenempfehlungen für die Planung von
Notfallschutzmaßnahmen durch Betreiber von Kernkraftwerken, Rahmenempfehlungen für
den Katastrophenschutz in der Umgebung kerntechnischer Anlagen) aktualisiert. Schließlich
hat sie weitere 76 Einzelempfehlungen im Rahmen einer umfassenden Bewertung
zusammengestellt und in der 274. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 19./20. Februar
2015 verabschiedet.
2.3

Rahmenempfehlungen für den Katastrophenschutz

Deutsche Kernkraftwerke verfügen über Sicherheitseinrichtungen sowie vorgeplante
Maßnahmen, die das Eintreten eines kerntechnischen Unfalls mit relevanten radiologischen
Auswirkungen in der Umgebung praktisch ausschließen sollen. Zu einem solchen
Ereignisablauf kann es nur dann kommen, wenn die vorhandenen, mehrfach gestaffelten
Sicherheitsmaßnahmen nicht greifen sollten und die zusätzlichen Maßnahmen zur
Verhinderung schwerer Kernschäden und zur Eindämmung ihrer radiologischen Folgen nicht
erfolgreich wären. Für diesen Fall erarbeiten die Länder Katastrophenschutzplanungen für die
Umgebung von Kernkraftwerken, die auf Rahmenempfehlungen des Bundes basieren.
Die vorliegenden Empfehlungen zur Erstellung von Katastrophenschutzplänen aus dem Jahr
2008 wurden von der SSK 2014 überarbeitet, um sie an die Empfehlungen anzupassen, die die
SSK nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima als Ergebnis der Überprüfung des
Regelwerks für den Notfallschutz ausgesprochen hat. Sie wurden in der 274. Sitzung der
Strahlenschutzkommission am 19./20. Februar 2015 verabschiedet und am 25./26. Juni 2015
vom Hauptausschuss des Länderausschusses für Atomkernenergie sowie am 3./4. Dezember
2015 von der Ständigen Konferenz der Innenminister und -senatoren der Länder in deren
203. Sitzung zustimmend zur Kenntnis genommen.

18

2.4

Strahlenhygienische Aspekte bei Röntgenuntersuchungen zur
Bestimmung der Körperzusammensetzung (insbesondere
Knochendichtemessungen) mittels Dual X-ray Absorptiometry (DXA)

Die „Dual X-ray Absorptiometry“ (DXA) ist ein Röntgenverfahren, mit dem anhand der
Strahlenabsorption die Zusammensetzung des Gewebes untersucht wird und das vornehmlich
für die Bestimmung der Knochendichte bei metabolischen Knochenerkrankungen wie
beispielsweise Osteoporose oder primärem Hyperparathyreoidismus eingesetzt wird. Neben
diesen medizinischen Indikationen wird sie aber zunehmend auch für „Lifestyle-Diagnostik“
angewandt, beispielsweise zum Nachweis des Rückgangs des abdominalen Körperfetts im
Rahmen einer Gewichtsreduktion oder zur Beobachtung des Muskelaufbaus beim Sport und
Bodybuilding. Die SSK hat den Nutzen der DXA-Anwendungen unter Strahlenschutzaspekten
kritisch geprüft und insbesondere dazu Stellung bezogen, für welche Fragestellungen und ggf.
unter welchen Bedingungen eine rechtfertigende Indikation für die Anwendung der DXA
bestehen kann.
In ihrer Stellungnahme betont die SSK, dass bei der Anwendung der DXA die Grundsätze des
Strahlenschutzes trotz der geringen Strahlendosis einzuhalten sind. Insbesondere muss das
anwendende Personal die entsprechende Fachkunde vorweisen können und es muss
gewährleistet sein, dass Qualitätskontrollen/-sicherungen erfolgen. Für jede Anwendung muss
eine medizinisch begründete rechtfertigende Indikation gestellt werden. Eine klare Indikation
für die Anwendung der DXA besteht für die Diagnose und Therapieoptimierung der
Osteoporose entsprechend der Leitlinien. Dies gilt jedoch nicht für den Einsatz der DXA zur
Ermittlung der Knochendichte zur Früherkennung einer postmenopausalen Osteoporose, sofern
nicht noch weitere Risikofaktoren vorliegen. Ungeeignet für die klinische Kontrolle, sondern
lediglich im Rahmen genehmigter Studien zulässig, sind DXA-Anwendungen zur
Adipositaskontrolle, bei Diabetes, bei der Prävention der Sarkopenie und in der Sportmedizin.
Die SSK stellt fest, dass der Einsatz der DXA für jegliche Anwendung (wie die LifestyleDiagnostik) ohne medizinische Indikation unzulässig ist. Die Stellungnahme wurde in der
274. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 19./20. Februar 2015 verabschiedet.
2.5

Zusammenhangswahrscheinlichkeit für strahlenbedingte Krebs- und
Leukämieerkrankungen

In Deutschland stehen seit dem Jahr 1995 "Strahlenepidemiologische Tabellen" zur Verfügung.
Diese stellen seither eine wichtige Grundlage zur Berechnung von Verursachungswahrscheinlichkeiten bösartiger Neubildungen nach vorausgegangener Strahlenexposition dar,
u. a. für die rechtliche Entscheidungsfindung im Berufskrankheitenrecht.
In den letzten Jahren wurde mit Hilfe von Forschungsvorhaben und in Zusammenarbeit mit
amerikanischen Arbeitsgruppen sowie dem Robert-Koch-Institut ein interaktives Programm zur
Berechnung der Zusammenhangswahrscheinlichkeit einer Erkrankung und einer Strahlenexposition (ProZES) entwickelt.
Das nun vorliegende Programm basiert auf den derzeit verfügbaren Inzidenzdaten für die
japanischen Atombombenüberlebenden. Sobald neue Ergebnisse vorliegen, sollen diese
eingearbeitet werden.
In der Empfehlung „Zusammenhangswahrscheinlichkeit für strahlenbedingte Krebs- und
Leukämieerkrankungen“ macht die SSK Vorschläge zum weiteren Vorgehen nach
Fertigstellung des Programms. So zeigte sich im Verlauf der Arbeiten u. a., dass dem
Unterschied zwischen „Verursachungswahrscheinlichkeit“ und „Zusammenhangs-

19

wahrscheinlichkeit“ noch weitere Aufmerksamkeit zu widmen ist. Die Zusammenhangswahrscheinlichkeit ist nicht allein durch die Analyse epidemiologischer Daten ermittelbar,
sondern erfordert darüber hinaus Abschätzungen mit Hilfe von Modellrechnungen. Inwieweit
die Unterschiede zwischen Verursachungs- und Zusammenhangswahrscheinlichkeit in der
Praxis eine Rolle spielen, ist derzeit unklar und sollte daher unter der Annahme realistischer
Szenarien untersucht werden.
Die Empfehlung wurde in der 275. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 21. April 2015
verabschiedet.
2.6

Überwachung der Augenlinsen-Äquivalentdosis

Vor dem Hintergrund der 2011 von der ICRP empfohlenen und 2013 vom Rat der Europäischen
Union in seine Richtlinie 2013/59/Euratom übernommenen Herabsetzung des Grenzwertes der
Augenlinsen-Äquivalentdosis von bisher 150 mSv pro Jahr auf 20 mSv pro Jahr – gemittelt
über 5 Jahre, wobei für ein einzelnes Jahr 50 mSv nicht überschritten werden darf – wurde die
SSK gebeten, darzulegen, welche Konsequenzen sich daraus für die Stellungnahme der SSK
„Überwachung der Augenlinsendosis“ aus dem Jahr 2010 ergeben. Insbesondere sollte die
Frage geklärt werden, welche Messgrößen für eine konservative Abschätzung der AugenlinsenÄquivalentdosis für durchdringende Strahlung und für Strahlung mit geringer Eindringtiefe
geeignet sind.
Die SSK hat nach eingehender Prüfung festgestellt, dass die Stellungnahme „Überwachung der
Augenlinsendosis“ aus dem Jahr 2010 weiterhin gültig ist.
Die derzeit benutzten Messgrößen Hp(0,07) und H'(0,07) können für Betastrahlung nur bedingt
verwendet werden. Überschätzungen der Augenlinsen-Äquivalentdosis durch Betastrahlung
um bis zu zwei Größenordnungen sind vor dem Hintergrund eines Grenzwertes von 20 mSv
pro Jahr nicht angemessen. Für die Messung der Augenlinsen-Äquivalentdosis in
Betastrahlungsfeldern sind nur die Messgrößen Hp(3) und H'(3) geeignet. Hp(3) und H'(3) sind
für die Personen- und Ortsdosimetrie zur Überwachung der Augenlinsen-Äquivalentdosis
sowohl in Photonen- als auch in Betastrahlungsfeldern geeignet. Die SSK empfiehlt deshalb
die Einführung dieser Messgrößen.
International werden große Anstrengungen unternommen die Messgröße Hp(3) in der
Personendosisüberwachung einzuführen. Dazu werden entsprechende Dosimeter entwickelt,
Messvergleiche durchgeführt und die internationale Normung angepasst. Dies zeigt, dass die
Messgröße Hp(3) international akzeptiert ist.
Voraussetzung für die Implementierung der Messgrößen im rechtlichen Rahmen ist die noch
ausstehende Berechnung der Konversionsfaktoren H'(3)/Ka (Ka: Luftkerma) für Photonenstrahlung.
In Photonenstrahlungsfeldern ohne signifikantem Dosisanteil durch Betastrahlung sind auch
die Messgrößen Hp(0,07) und H'(0,07) verwendbar.
Zur Augenlinsen-Äquivalentdosis in Photonenstrahlungsfeldern in der Radiologie liegen
inzwischen umfangreiche internationale Untersuchungen vor. Das Datenmaterial zur
Nuklearmedizin ist jedoch nicht so umfangreich. Mit einem UFOPLAN-Vorhaben, das auch
nuklearmedizinische Arbeitsplätze betrachtet, sollen deshalb zusätzliche Informationen
gewonnen werden.
Die Empfehlung wurde in der 277. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 02./ 03. Juli 2015
verabschiedet.

20

2.7

Cone Beam Computertomografie (CBCT) und Mammatomosynthese

Die Cone Beam Computertomografie (CBCT) oder Digitale Volumentomografie (DVT) ist ein
Verfahren, das mit einer um den Patienten rotierenden Kombination aus Röntgenröhre und
Flachdetektor oder Bildverstärker dreidimensionale Bilddaten erzeugt. Der erzeugte 3DBilddatensatz entspricht dem eines CT mit dünner Schichtdicke und isotroper Auflösung.
Bei der Mammatomosynthese handelt es sich um eine zusätzliche Funktion moderner digitaler
Mammografiegeräte, mit der zwar keine isotropen Volumendatensätze wie in der CBCT
erzeugt werden können, aber weitgehend überlagerungsfreie zweidimensionale Bilder in
verschiedenen Tiefen des Drüsengewebes.
Die CBCT ist in den letzten Jahren mit dedizierten Scannern zu einem festen Bestandteil der
medizinischen Bildgebung in der Zahnmedizin, der Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie und HNOHeilkunde geworden. Zusätzlich hat sie als technische Ergänzung das Anwendungsspektrum
fluoroskopischer C-Arm-Systeme in der Angiografie und Durchleuchtung erweitert. Alle
dedizierten Systeme sind primär zur Darstellung von Hochkontrast-Objekten vorgesehen und
sind daher bei diesen Anwendungen wie in der konventionellen Computertomografie (CT) mit
Protokollen zu betreiben, die gegenüber der Weichteildarstellung mit einer deutlich geringeren
Strahlenexposition einhergehen. Die nur mit Einschränkungen mögliche Darstellung von
Weichteilen führt allerdings zu einer Strahlenexposition mit ähnlichen Dosen wie in der
konventionellen CT. Durch die stark zunehmende Verfügbarkeit dedizierter CBCT-Systeme
außerhalb der Radiologie, Nuklearmedizin und Strahlentherapie wird diese Bildgebung auch
von Ärzten durchgeführt, die keine Erfahrung in der CT haben. In ihrer Empfehlung betont die
SSK deshalb, dass Rechtfertigung und Qualitätssicherung bei diesen Anwendungen besonders
zu beachten sind und dass die Regeln zum Strahlenschutz der Patienten und des Personals auch
bei der Anwendung der CBCT eingehalten werden müssen. Insbesondere empfiehlt die SSK,
dass die Anwendung der CBCT bis auf bestimmte Indikationen auf Hochkontrastobjekte zu
beschränken ist und dass eine rechtfertigende Indikation nur dann gestellt werden kann, wenn
alternative Verfahren mit geringerer Dosis die diagnostische Fragestellung nicht oder nur
unzureichend beantworten können. Die SSK empfiehlt weiterhin, die Gerätehersteller zu
einheitlichen Angaben zur Patientenexposition anzuhalten, um eine Dosisoptimierung zu
ermöglichen.
Die Indikation zur digitalen Mammatomosynthese ist nur bei mammografisch unklaren
Befunden in dichtem Drüsengewebe zu stellen, wenn weitere Verfahren wie Sonografie oder
gezielte Kompressionsaufnahmen keine Klärung ergeben oder aus medizinischen oder
sonstigen Gründen nicht durchgeführt werden können.
Die Empfehlung wurde in der 277. Sitzung der Strahlenschutzkommission am 02./03. Juli 2015
verabschiedet.
2.8

Abgeleitete Richtwerte für Maßnahmen zum Schutz von Personen bei
Kontaminationen der Umwelt mit Alpha- und Betastrahlern

Für Unfallszenarien, bei denen es zu Freisetzungen von Alpha- und Betastrahlern aus
normalerweise umschlossenen und abgeschirmten Quellen kommen kann, fehlten bislang
nuklidspezifische abgeleitete Richtwerte. Solche Szenarien  insbesondere in urbanen
Umgebungen  könnten jedoch möglicherweise viele Menschen betreffen und die weitere
Nutzung (Wohnen, Arbeiten) des kontaminierten Gebietes erheblich beeinträchtigen. Damit
sind abgeleitete Richtwerte, die die Grundlage für die Überprüfung der Einhaltung des
Eingreifrichtwertes bilden, für die Entscheidung über Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung
unerlässlich.

21

Neben dem Fehlen von abgeleiteten Richtwerten treten bei Ereignissen, die zu Alpha- oder
Betakontaminationen führen, spezifische Probleme auf:


Vorhandene Kontaminationen können mit den bei den Einsatzkräften von Polizei und
Feuerwehr üblichen Dosisleistungsmessgeräten in der Regel nicht nachgewiesen werden.



Nuklidspezifische Messungen, z. B. mit Alpha-Spektrometrie, sind zeitaufwändig.



Bei Betastrahlung ist die übliche konventionelle Strahlenschutzüberwachung der
Einsatzkräfte nicht gewährleistet, da betaempfindliche Dosismeter weithin fehlen.

Die Strahlenschutzkommission empfiehlt daher für Kontaminationen der Umwelt mit Alphaund Betastrahlern als Eingreifrichtwert für die Auslösung von Schutzmaßnahmen eine effektive
Dosis von 10 mSv. Sie leitet Richtwerte der Bodenkontamination für relevante Alpha- und
Betastrahler ab und benennt Richtwerte der Hautdosis, bei deren Überschreitung eine
Personendekontamination vorgenommen werden sollte. Darüber hinaus skizziert sie eine
Schutzstrategie zur Begrenzung der Strahlenexposition der Bevölkerung und der Einsatzkräfte.
Die Empfehlung wurde in der 279. Sitzung der Strahlenschutzkommission am
03./04. Dezember 2015 verabschiedet.

22

3 Weitere Beratungsthemen 2015
3.1

Strahlenepidemiologische Tabellen

1995 wurden auf Vorschlag der SSK die „Strahlenepidemiologischen Tabellen – Die Berechnung von Verursachungswahrscheinlichkeiten bösartiger Neubildungen nach vorausgegangener Strahlenexposition“ erarbeitet und veröffentlicht. Diese stellen seither eine wichtige
Grundlage zur Berechnung von Verursachungswahrscheinlichkeiten bösartiger Neubildungen
nach vorausgegangener Strahlenexposition dar. Die Arbeitsgruppe „Strahlenepidemiologische
Tabellen“ des Ausschusses „Strahlenrisiko“ der SSK sollte prüfen, in welcher Weise die vorliegenden „alten“ strahlenepidemiologischen Tabellen aufgrund neuer Erkenntnisse angepasst
werden müssen. Insbesondere sollte auch geprüft werden, inwieweit das in den USA seit dem
Jahr 2002 zur Verfügung stehende interaktive PC-Berechnungsprogramm (NIOSH-IREP) in
Deutschland Berücksichtigung finden soll.
Als Ergebnis ihrer Beratungstätigkeit hielt die SSK in ihrer Empfehlung „Quantitative
Abschätzung des Strahlenrisikos durch ionisierende Strahlen unter Beachtung individueller
Expositionsszenarien (Neufassung der „Strahlenepidemiologischen Tabellen)“ vom 12. Juli
2006 eine Erarbeitung neuer strahlenepidemiologischer Tabellen für notwendig und empfahl,
einen Forschungs- und Entwicklungsauftrag zur Neufassung der „Strahlenepidemiologischen
Tabellen“ zu vergeben. Bereits das im November 2009 begonnene Forschungsvorhaben zum
Thema „Quantitative Abschätzung des Strahlenrisikos unter Beachtung individueller
Expositionsszenarien: Neufassung strahlenepidemiologischer Tabellen, Teil 1: Häufige solide
Tumoren und Niedrig-LET Strahlung“ wurde durch die Arbeitsgruppe der SSK begleitet.
Nach Beginn von Teil 2 des Forschungsvorhabens im Jahr 2013 bereitete die Arbeitsgruppe die
von der SSK in ihrer 275. Sitzung am 21. April 2015 verabschiedete Empfehlung
„Zusammenhangswahrscheinlichkeit für strahlenbedingte Krebs- und Leukämieerkrankungen“
vor und setzte die Begleitung des Forschungsvorhabens fort. Die Beratungen der Arbeitsgruppe
werden 2016 fortgesetzt.
3.2

Stellungnahmerecht der Strahlenschutzkommission gemäß § 92 Abs. 7d
Satz 2 SGB V zu Beschlüssen des gemeinsamen Bundesausschusses
über Methoden, bei denen radioaktive Stoffe oder ionisierende Strahlung
am Menschen angewandt werden

Mit dem Inkrafttreten des GKV-Versorgungsstrukturgesetzes (GKV-VStG) am 1. Januar 2012
sieht das Sozialgesetzbuch (SGB) Fünftes Buch (V) in seinen Regelungen zum gemeinsamen
Bundesausschuss (G-BA) vor, dass der Strahlenschutzkommission vor Entscheidungen über
Richtlinien zu Untersuchungs- und Behandlungsmethoden in der vertragsärztlichen oder
stationären Versorgung „bei Beschlüssen über Methoden, bei denen radioaktive Stoffe oder
ionisierende Strahlung am Menschen angewandt werden“ Gelegenheit zur Stellungnahme zu
geben ist.
Am 26. März 2015 hat die SSK eine Stellungnahme zu dem Beschlussentwurf des
Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung des Beschlusses über Maßnahmen zur
Qualitätssicherung bei interstitieller Low-Dose-Rate-Brachytherapie zur Behandlung des lokal
begrenzten Prostatakarzinoms: Qualifikation des ärztlichen Personals abgegeben.
Eine weitere Stellungnahme wurde am 04. Dezember 2015 zu den Beschlussentwürfen des GBA über eine Erprobungs-Richtlinie (Erp-RL) gemäß § 137e SGB V über die PET; PET/CT
beim rezidivierenden kolorektalen Karzinom sowie über eine Änderung der Richtlinie

23

Krankenhausbehandlung (KHMe-RL) und über eine Änderung der Richtlinie Methoden
Vertragsärztliche Versorgung (MVV-RL) abgegeben.
Bei folgenden Beschlussentwürfen sah die SSK keine Strahlenschutzfragen berührt und hat
daher nach Prüfung der Unterlagen auf ihr Stellungnahmerecht verzichtet:


Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung (KHMe-RL) und des
Beschlusses über Maßnahmen zur Qualitätssicherung (QS-Maßnahmen):
Protonentherapie beim inoperablen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) der
UICC Stadien I bis III,



Änderung der Krebsfrüherkennungs-Richtlinie (KFE-RL): Änderung in Abschnitt B III
(Mammographiescreening): Merkblatt und Einladungsschreiben mit Umsetzung von
§ 630e BGB sowie Widerspruchsrecht zu den Einladungen, Anpassung der
Evaluationsvorgaben und Datenflüsse,



Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung: Protonentherapie beim
inoperablen hepatozellulären Karzinom und über eine Änderung des Beschlusses über
Maßnahmen zur Qualitätssicherung bei Protonentherapie bei Patientinnen und Patienten
mit inoperablem hepatozellulärem Karzinom (HCC): Verlängerung der Gültigkeitsdauer,



Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung (KHMe-RL): Einsatz von
Stents zur Behandlung intrakranieller arterieller Stenosen,



Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung (KHMe-RL): Einsatz von
ausschließlich antikörperbeschichteten Stents (AK-Stents) zur Behandlung von
Koronargefäßstenosen bei Patientinnen und Patienten, für die der Einsatz von
medikamentenbeschichteten Stents (drug eluting stents, DES) nicht in Betracht kommt,



Änderung der Richtlinie Methoden Krankenhausbehandlung (KHMe-RL) und
Maßnahmen der Qualitätssicherung: Allogene Stammzelltransplantation (SZT) mit Invitro-Aufbereitung des Transplantats bei akuter lymphatischer Leukämie (ALL) und
akuter myeloischer Leukämie (AML) bei Erwachsenen.

3.3

Schutz der Umwelt

Die SSK wurde im Jahr 2008 gebeten, Maßstäbe zum Schutz der Umwelt zu erarbeiten. In
diesem Zusammenhang sollte auch geprüft werden, wie im konventionellen Umweltschutz
geltende Prinzipien, insbesondere das Prinzip der Nachhaltigkeit, im Hinblick auf radioaktive
Stoffe angewendet werden können. Aufgrund des zu erwartenden großen Arbeitsumfanges
wurde Ende 2008 für die weiteren Beratungen eine Arbeitsgruppe eingesetzt. Die
Arbeitsgruppe verschaffte sich einen Einblick in die Konzepte und Grundlagen des Schutzes
des Wassers, des Bodens sowie der Luft. Im Juni 2010 fand ein interner Workshop der
Arbeitsgruppe mit Vertretern des Umweltbundesamtes (UBA) zum Vergleich der Konzepte
und Betrachtungsweisen des konventionellen Umweltschutzes und des Strahlenschutzes im
Hinblick auf Schutzziele und zum Prinzip der Nachhaltigkeit im Umwelt- und Strahlenschutz
statt.
Die Arbeitsgruppe hat in bisher 28 Sitzungen einen Empfehlungsentwurf erarbeitet. Im
November 2015 diskutierte sie mit Vertretern des Umweltbundesamtes (UBA) die
Empfehlungen zu den Umweltmedien Boden, Wasser und Luft. Der Empfehlungsentwurf
wurde im Ausschuss „Radioökologie“ der SSK sowie in der SSK intensiv diskutiert. Die
Beratung soll 2016 abgeschlossen werden.

24

3.4

Qualitätssicherung in der Medizin

Die Arbeitsgruppe „Qualitätssicherung in der Medizin“ der Ausschüsse „Strahlenschutz in der
Medizin“ und „Strahlenschutztechnik“ der SSK hat sich 2015 prioritär mit folgenden Themen
befasst:
–

Erarbeitung einer Empfehlung zur Dosisdokumentation und Archivierung digitaler Bildund Untersuchungsdaten in Radiologie und Nuklearmedizin,

–

Erarbeitung einer Empfehlung für die Hinzuziehung eines Medizinphysik-Experten bei
medizinisch-radiologischen Tätigkeiten (insbesondere bei strahlendiagnostischen und
interventionsradiologischen Anwendungen)  Umsetzung der Anforderungen der
Richtlinie 2013/59/Euratom,

–

Erarbeitung einer Empfehlung zur Verwendung von Patienten-Strahlenschutzmitteln in der
Röntgendiagnostik unter Berücksichtigung der verschiedenen Untersuchungstechniken
und der besonderen Schutzerfordernisse bestimmter Patientengruppen.

Die Arbeiten zu diesen Themen sollen 2016 abgeschlossen werden.
Die SSK hatte 2010 in ihrer Empfehlung „Physikalisch-technische Qualitätssicherung in der
Strahlentherapie  Vorschläge zur Prüfung des gesamten Behandlungssystems“ angeregt, dass
ein vernetztes zusammenwirkendes System wie die Strahlentherapie sowohl hinsichtlich der
Einzelkomponenten als auch des Gesamtsystems überprüft werden muss. Da gegenwärtig keine
verbindlichen Toleranzwerte für die dosimetrische und geometrische Unsicherheit sowohl der
Einzelkomponenten als auch des gesamten Systems vorliegen, wurde empfohlen,
herstellerunabhängige Toleranzwerte in der Strahlentherapie in Abhängigkeit von der
jeweiligen therapeutischen Maßnahme verbindlich festzulegen.
Die Arbeitsgruppe "Qualitätssicherung in der Medizin" hat dazu die Unterarbeitsgruppe
„Toleranzen in der Strahlentherapie“, bestehend aus Medizinphysik-Experten und Medizinern,
für die Erarbeitung von Empfehlungen zur Festlegung von Reaktionsschwellen und
Toleranzgrenzen für das Gesamtsystem der Strahlentherapie eingesetzt. Zur Berücksichtigung
der besonderen Anforderungen bei der strahlentherapeutischen Anwendung von Protonen und
schwereren Ionen in der Radioonkologie wurden weitere Experten zu den Beratungen
hinzugezogen. Für die Erarbeitung der Empfehlungen wurde vereinbart, sich nicht auf die
verschiedenen Bestrahlungstechniken zu spezialisieren, sondern sich an vier Therapieklassen
zu orientieren, wobei entscheidend die Höhe der angestrebten Gesamt- und Einzel-Dosis und
die Nähe zum Risikoorgan bzw. dessen Toleranz sind.
Die Unterarbeitsgruppe hat ihre Arbeit 2015 fortgesetzt. Die Ergebnisse sollen 2016 in der
Arbeitsgruppe "Qualitätssicherung in der Medizin" beraten werden.
3.5

Überarbeitung des SSK-Bandes 43 „Berechnungsgrundlage für die
Ermittlung von Körperdosen bei äußerer Strahlenexposition“

Mit der ICRP-Publikation 116 „Conversion Coefficients for Radiological Protection Quantities
for External Radiation Exposures“ wurden Anfang 2012 neue Konversionskoeffizienten  als
Ersatz für die Daten der ICRP-Publikation 74 von 1996  veröffentlicht. Dadurch wurde eine
Überarbeitung des gesamten Bandes 43 der Veröffentlichungen der SSK erforderlich. Die
Beratungen in der Arbeitsgruppe zur Überarbeitung des SSK-Bandes wurden 2015 weitgehend
abgeschlossen. Eine Lesefassung des gesamten neuen Entwurfs für Band 43 wurde im
Ausschuss „Strahlenschutztechnik“ vorgestellt und soll 2016 der SSK zur Beratung vorgelegt
werden.

25

Die Gliederungsstruktur von Band 43 soll erhalten bleiben. Bei Photonenstrahlung und
Elektronenstrahlung werden auch höhere Energien erfasst. Bei den Definitionen der
Schutzgrößen sollen parallel die alten (nach geltender StrlSchV, ICRP 60) und die neuen
Definitionen (nach ICRP 103, Richtlinie 2013/59/Euratom) angeführt werden, um die in
wenigen Jahren zu erwartende Übernahme der neuen Definitionen in deutsches
Strahlenschutzrecht bei der Überarbeitung von Band 43 gleich mit abzubilden. Bei den
Dosisbegriffen soll das Konzept der Dosisgrößen im Strahlenschutz gemäß DIN 6814-3 (2015)
„Begriffe in der radiologischen Technik  Teil 3: Dosimetrie“ angewendet werden.
Neu aufgenommen werden Kapitel zur Ermittlung der Augenlinsen-Äquivalentdosis für
Photonen- und Elektronenstrahlung. Die Validierung und Ergänzung der z. T. sehr alten Daten
für Elektronenstrahlung (Punkt- und Flächenquellen, kontaminiertes Luftvolumen,
Kontamination der Hautoberfläche, Hautdosisleistungsfaktoren) ist erfolgt.
3.6

Bewertung der Risiken der derzeitigen Laser- und IPL-Anwendungen in
Therapie und Kosmetik

Das BMU hat 2011 in einem Beratungsauftrag darum gebeten, auf der Grundlage der
Empfehlung der SSK „Gefahren bei der Laseranwendung an der menschlichen Haut“ aus dem
Jahr 2000 und einer Risikobewertung des Bundesamtes für Strahlenschutz eine Bewertung der
Risiken der derzeitigen Laser- und IPL-Anwendungen vorzunehmen. Der Beratungsauftrag
wurde im Dezember 2014 modifiziert. Es soll dargestellt werden, von welchen Geräten eine
Gefährdung ausgeht, und welche Kenntnisse derjenige aufweisen muss, der diese Geräte
anwendet, nicht aber, welche Anwendungen nur von einem Arzt durchgeführt werden sollten.
Eine Arbeitsgruppe, die 2014 personell erweitert wurde, hat unter Einbeziehung externer
Experten einen Entwurf erarbeitet, der intensiv in den Ausschüssen „Nichtionisierende
Strahlen“ und „Strahlenschutz in der Medizin“ der SSK diskutiert wurde. Die im Dezember
2015 in der SSK begonnenen Beratungen werden voraussichtlich 2016 abgeschlossen werden.
3.7

Aktualisierung der SSK-Empfehlungen zu UV-Strahlung

Die SSK hat bislang eine Vielzahl von Stellungnahmen und Empfehlungen zur Wirkung
natürlicher und künstlicher UV-Strahlung auf die menschliche Gesundheit veröffentlicht. Im
Jahr 2012 bat das BMU um Überprüfung, welche dieser Stellungnahmen und Empfehlungen
vor dem Hintergrund des derzeitigen wissenschaftlichen Kenntnisstandes aktualisiert werden
müssen. Ferner wurde darum gebeten, bei einer Aktualisierung die Wirkung von UV-Strahlung
auf die Bildung des körpereigenen Vitamin D zu berücksichtigen.
Die Arbeitsgruppe „Aktualisierung der SSK-Empfehlungen zu UV-Strahlung“ des Ausschusses
„Nichtionisierende Strahlen“ der SSK sieht für die folgenden Beratungsergebnisse einen
Überarbeitungsbedarf:


Empfehlung „Schutz des Menschen bei Sonnenbestrahlung und Anwendung von UVBestrahlungsgeräten“, verabschiedet in der 97. Sitzung der SSK am 26./27. April 1990.



Empfehlung „Praktische Verhaltensempfehlung zum Schutz vor Hautkrebs durch UVStrahlung“, verabschiedet in der 117. Sitzung der SSK am 22./23. April 1993.



Empfehlung und wissenschaftliche Begründung „Schutz des Menschen vor solarer UVStrahlung“, verabschiedet in der 144. Sitzung der SSK am 27. Februar 1997.



Empfehlung und wissenschaftliche Begründung „Schutz des Menschen vor den Gefahren
der UV-Strahlung in Solarien“, verabschiedet in der 172. Sitzung des SSK am 8. Juni 2001.

26

Die Arbeitsgruppe hat in bislang 12 Sitzungen den Entwurf einer Gesamtempfehlung zu UVStrahlung mit wissenschaftlicher Begründung erstellt. Dieser Entwurf wurde im Ausschuss
„Nichtionisierende Strahlen“ der SSK sowie in der SSK intensiv diskutiert. Die Beratung soll
im Jahr 2016 abgeschlossen werden.
3.8

Berücksichtigung von Messunsicherheiten bei technischen Prüfungen
im Geltungsbereich der Röntgenverordnung und der
Strahlenschutzverordnung

Die SSK wurde durch das BMUB beauftragt, eine Empfehlung zu erarbeiten, wie
Messunsicherheiten bei Sachverständigenprüfungen im Strahlenschutz zukünftig
berücksichtigt werden sollten. Da zu jedem Messwert eine Angabe über die Messunsicherheit
gehört, muss auch bei der messtechnischen Prüfung gegen „Grenzwerte“ die Unsicherheit des
Messergebnisses bei der Bewertung des Prüfergebnisses berücksichtigt werden.
Messunsicherheiten wurden bisher bei Sachverständigenprüfungen (Abnahme- und
Konstanzprüfungen) nicht berücksichtigt. Es soll eine metrologisch korrekte und
praxistaugliche Vorgehensweise erarbeitet werden.
Anforderungen bei technischen Prüfungen im Bereich des Strahlenschutzes können sich sowohl
aus gesetzlichen Grenzwerten als auch aus nach dem Stand der Technik bzw. dem Stand von
Wissenschaft und Technik zu erfüllenden Schutzvorschriften ergeben. Für die sachgerechte
Behandlung von Messunsicherheiten zur Beurteilung, ob Anforderungen bei technischen
Prüfungen im Bereich des Strahlenschutzes eingehalten werden, soll in einem ersten Schritt
eine Beschränkung auf die Messunsicherheiten im Bereich der Dosimetrie erfolgen.
Es soll auch geklärt werden, inwieweit Vorgaben zur Größe der zulässigen Messunsicherheiten
erforderlich sind und durch wen diese aus fachlicher Sicht festgelegt werden sollten.
Die Thematik wird in einer Arbeitsgruppe des Ausschusses „Strahlenschutztechnik“ bearbeitet.
Im Jahr 2015 hat die Arbeitsgruppe drei Sitzungen durchgeführt und einen ersten Entwurf für
eine Empfehlung im Ausschuss vorgestellt. Es wurde angeregt, die Empfehlung so
auszugestalten, dass sie allgemeingültig anwendbar ist, da es einen großen Bedarf für
Empfehlungen zu diesem Thema gibt, z. B. bei der Freigabe, bei der Überwachung der
Radioaktivität im Trinkwasser und von Rückständen oder allgemein beim Vergleich von
Messwerten mit Anforderungswerten. Dazu soll eine Bayes`sche Ausformulierung der
Empfehlung und wissenschaftlichen Begründung erfolgen.
Die Beratungen in der Arbeitsgruppe werden 2016 fortgesetzt.
3.9

Überarbeitung der Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen

Bei der Erarbeitung der Empfehlung „Orientierungshilfe für radiologische und
nuklearmedizinische Untersuchungen“ im Jahr 2006 beschlossen die SSK sowie die beteiligten
Experten und wissenschaftlichen Fachgesellschaften, diese Orientierungshilfe in bestimmten
Zeitintervallen zu überarbeiten und so dem aktuellen Stand des medizinischen Wissens
anzupassen. Eine erste aktualisierte Fassung der Orientierungshilfe wurde von der SSK im
Dezember 2008 verabschiedet und mit Ergänzungen als „Orientierungshilfe für bildgebende
Untersuchungen“ (Heft 51/2012) herausgegeben. Mit Beratungsauftrag vom 05. Februar 2014
hat das BMUB gebeten, diese SSK-Empfehlung erneut zu aktualisieren. Bei der Bearbeitung
soll dabei insbesondere ein Schwerpunkt auf die Nennung derjenigen medizinischen
Strahlenanwendungen gelegt werden, die nicht mehr indiziert sind, da es für sie z. B. alternative
Untersuchungsmethoden mit weniger oder keiner Exposition durch ionisierende Strahlung gibt.
Die Arbeitsgruppe „Überarbeitung der Orientierungshilfe für bildgebende Untersuchungen“
des Ausschusses „Strahlenschutz in der Medizin“ der SSK hat mit einer ersten Sitzung ihre

27

Beratungstätigkeit aufgenommen und eine thematische Arbeitsaufteilung vorgenommen. Erste
Textentwürfe liegen vor. Die Beratungen werden 2016 fortgesetzt.
3.10 Grenzwertsetzung
Das BMUB beauftragte am 19. März 2014 die SSK, sich mit den fachlichen Grundlagen für die
Begründung der Grenz- und Richtwerte zu befassen. Dabei sollen in einem ersten Schritt die
Werte für beruflich strahlenexponierte Personen betrachtet werden, anschließend die für die
Allgemeinbevölkerung.
Die zu diesem Zweck eingesetzte Arbeitsgruppe der SSK hat 2014 ihre Beratungstätigkeit
aufgenommen und im Rahmen ihrer konstituierenden Sitzung einen ersten Entwurf der
Gliederung der wissenschaftlichen Begründung der Empfehlung zu Grenzwerten beruflicher
Strahlenexposition erstellt. Erste Textentwürfe wurden im Jahr 2015 erarbeitet. Die Beratungen
werden im Jahr 2016 fortgesetzt.
3.11 Benigne Tumoren
In der wissenschaftlichen Stellungnahme zur Berufskrankheit Nr. 2402 der Anlage 1 zur
Berufskrankheiten-Verordnung "Erkrankungen durch ionisierende Strahlen", veröffentlicht im
Gemeinsamen Ministerialblatt Nr. 49-51, 2011, wird festgestellt, dass "... ggf. auch benigne
Tumoren als strahlenbedingte Spätschäden bedeutsam ..." sind. Die SSK wurde durch das
BMUB am 31. März 2014 um eine Stellungnahme zu den Voraussetzungen gebeten, unter
denen bestimmte benigne Tumoren in der Begutachtung von Berufskrankheit Nr. 2402
berücksichtigt und welche benignen Tumorentitäten betrachtet werden sollten.
Die dazu eingesetzte Arbeitsgruppe des Ausschusses „Strahlenrisiko“ hat im Sommer 2014 mit
ihrer Beratungstätigkeit begonnen und eine thematische Arbeitsaufteilung hinsichtlich der
Durchführung von Literaturrecherchen vorgenommen. Erste Textentwürfe liegen vor. Die
Beratungen werden im Jahr 2016 fortgesetzt.
3.12 Medizinischer Strahlenschutz
Das BMUB hat die SSK im Februar 2014 damit beauftragt, im Rahmen der Umsetzung der
Richtlinie 2013/59/Euratom die existierende Literatur und die vorliegenden Konzepte für
medizinische Notfallmaßnahmen bezüglich ihrer Aktualität und Plausibilität zu bewerten. In
einer Empfehlung sollen für eine umfassende Liste von Ereignissen und Szenarien die zur
Bewältigung notwendigen medizinischen Kapazitäten und Kompetenzen abgeschätzt und
Vorschläge für deren sach- und fachgerechten Einsatz gemacht werden.
Die zu diesem Zweck eingesetzte Arbeitsgruppe des Ausschusses „Notfallschutz“ der SSK hat
im März 2015 ihre Beratungstätigkeit aufgenommen und in bisher fünf Sitzungen einen
Entwurf erstellt. Im Dezember 2015 hat die SSK im Vorgriff auf die Fertigstellung des
Beratungsergebnisses dem BMUB empfohlen, eine zentrale Koordinierungsstelle einzurichten,
die Personen, die einer erhöhten Strahlenexposition ausgesetzt waren (Strahlenunfallpatienten),
geeigneten medizinischen Einrichtungen zuweist.
3.13 Dosimetrie bei hohen Energien
Zur Gewährleistung des Strahlenschutzes ist die zuverlässige Durchführung von
Strahlenschutzmessungen in von Beschleunigeranlagen erzeugten hochenergetischen
Strahlungsfeldern von wesentlicher Bedeutung.

28

Orts- und Personendosimeter für Photonenstrahlung unterliegen im Energiebereich bis 7 MeV
dem gesetzlichen Messwesen. Nicht selten werden in der Praxis jedoch auch Messgeräte
benutzt, deren Bauartprüfung nur bis z. B. 1,3 MeV durchgeführt wurde. Bei Sachverständigen,
Betreibern und Behörden besteht daher erhebliche Unsicherheit bezüglich der Verwendbarkeit
der Messgeräte und der mit diesen Geräten bestimmten Messwerte.
Von einer 2015 eingesetzten Arbeitsgruppe des Ausschusses „Strahlenschutztechnik“ soll daher
eine Empfehlung zum Gebrauch von Orts- und Personendosimetern zu Strahlenschutzmessungen in von Beschleunigeranlagen erzeugten hochenergetischen Strahlungsfeldern
(Streustrahlungsfelder und Strahlungsfelder hinter Abschirmungen) erarbeitet werden. Die
überwiegende Mehrheit der betreffenden Anlage sind medizinisch genutzte Linearbeschleuniger im Energiebereich bis 25 MeV.
Zur Anwendbarkeit bauartzugelassener Orts- und Personendosimeter für Strahlenschutzmessungen bei hohen Photonenenergien wurden erste orientierende Vergleichsmessungen mit
verschiedenen Dosimetern unter realistischen Strahlungsfeldbedingungen an einer
Bunkeranlage eines medizinischen Linearbeschleunigers durchgeführt und die Messergebnisse
ausgewertet. Weitere Messungen an anderen Anlagen sollen folgen.
Die Arbeitsgruppe wird ihre Arbeit 2016 fortsetzen.
3.14 Organ-Äquivalentdosen
Im Rahmen der Umsetzung des Artikels 9 der Richtlinie 2013/59/Euratom in deutsches Recht
hat das BMUB die SSK am 27. Juni 2014 gebeten, zu prüfen, ob ihre bisherige Empfehlung zu
den Organdosisgrenzwerten vor dem Hintergrund der Weiterentwicklung des Standes der
Wissenschaft weiterhin Bestand hat.
Eine Arbeitsgruppe der SSK hat 2014 ihre Beratungstätigkeit aufgenommen und 2015 einen
Entwurf erstellt, der noch mit den Ausschüssen „Strahlenrisiko“, „Strahlenschutz in der
Medizin“ und Strahlenschutztechnik“ abgestimmt werden muss.
Die Beratungen werden voraussichtlich im Jahr 2016 abgeschlossen werden.

29

4 Publikationen 2015
Die von der SSK als Ergebnis ihrer Beratungen verabschiedeten Empfehlungen und
Stellungnahmen werden vorrangig im Internet unter www.ssk.de publiziert. Seit 2012 werden
alle im Internet veröffentlichten Empfehlungen und Stellungnahmen auch bei der Deutschen
Nationalbibliothek registriert und erhalten eine URN. Ausgewählte Beratungsergebnisse sowie
erstellte Berichte zu speziellen Fragestellungen erscheinen außerdem weiterhin in den drei
Publikationsreihen


Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission (bis Ende 2015: 69 Bände)



Berichte der Strahlenschutzkommission (bis Ende 2015: 66 Hefte)



Informationen der Strahlenschutzkommission (bis Ende 2015: 6 Broschüren).

Im Berichtsjahr wurden keine gedruckten Publikationen veröffentlicht.
4.1

Reihe „Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission“

Die Empfehlungen und Stellungnahmen der SSK können durch das BMUB im Bundesanzeiger
veröffentlicht werden. Seit 1985 werden Empfehlungen und Stellungnahmen der SSK sowie
Ausarbeitungen zu speziellen Fragen des Strahlenschutzes auch in der Buchreihe
„Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission“ (seit 1. Oktober 2011 Schnelle Verlag,
Berlin; bis 30. September 2011 H. Hoffmann GmbH-Fachverlag, Berlin; bis 2005: Verlag
ELSEVIER, Urban und Fischer, München; bis 1998: Gustav Fischer Verlag, Stuttgart) publiziert.
2015 sind in dieser Reihe keine Bände erschienen.
4.2

Reihe „Berichte der Strahlenschutzkommission“

Ergänzend zu der Buchreihe „Veröffentlichungen der Strahlenschutzkommission“ werden seit
1995 einzelne Empfehlungen und Stellungnahmen der SSK sowie aktuelle Ausarbeitungen zu
speziellen Fragestellungen, welche einen konkreten, abgeschlossenen Themenbereich umfassen, in der Reihe „Berichte der Strahlenschutzkommission“ publiziert. Die Hefte dieser Reihe
werden ebenfalls vom Schnelle Verlag, Berlin (zuvor bis 30. September 2011: H. Hoffmann
GmbH-Fachverlag, Berlin, bis 2005: Verlag ELSEVIER, Urban und Fischer, München, und bis
1998: Gustav Fischer Verlag, Stuttgart) vertrieben.
2015 sind in dieser Reihe keine Bände erschienen:

30

Anlage 1 Satzung der Strahlenschutzkommission vom 8. August
2012
(Veröffentlicht im Bundesanzeiger vom 27. August 2012 [BAnz AT 27.08.2012 B2])
§1
(1)
(2)

§2

Bildung der Strahlenschutzkommission und ihrer Notfallorganisation
Beim Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (kurz:
Bundesministerium) wird die Strahlenschutzkommission (SSK) gebildet.
Für den Fall eines kerntechnischen oder radiologischen Ereignisses oder
entsprechender Übungen bildet die Strahlenschutzkommission einen Krisenstab
(SSK-Krisenstab). Erforderlichenfalls
wird
der SSK-Krisenstab durch
einvernehmliche Entscheidung des Bundesministeriums und des Vorsitzenden des
Krisenstabs aus den berufenen Mitgliedern der SSK und ihren Untergliederungen
erweitert. Der SSK-Krisenstab vertritt im Fall eines kerntechnischen oder
radiologischen
Ereignisses
oder
einer
entsprechenden
Übung
die
Strahlenschutzkommission.
Beratungsgegenstand
Die Strahlenschutzkommission berät das Bundesministerium in den Angelegenheiten
des Schutzes vor Gefahren ionisierender und nichtionisierender Strahlen.

§3
(1)

(2)

(3)

§4
(1)

Zusammensetzung
Die Strahlenschutzkommission besteht in der Regel aus 14 Mitgliedern. In ihr sollen
die Fachgebiete vertreten sein, die für die sachverständige Beratung des
Bundesministeriums in den in § 2 genannten Angelegenheiten erforderlich sind. Die
Mitglieder müssen die Gewähr für eine sachverständige und objektive Beratung des
Bundesministeriums bieten. Um eine ausgewogene Beratung sicherzustellen, soll die
Strahlenschutzkommission so besetzt sein, dass die gesamte Bandbreite der nach dem
Stand von Wissenschaft und Technik vertretbaren Anschauungen repräsentiert ist.
In der Strahlenschutzkommission sollen grundsätzlich insbesondere folgende
Fachgebiete vertreten sein: Strahlenmedizin, Radioökologie, Strahlenbiologie,
Strahlenrisiko, Strahlenschutztechnik, Notfallschutz, Nichtionisierende Strahlen.
Der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission und einer der Stellvertreter sind
ständige Mitglieder des SSK-Krisenstabs. Ferner sollen jeweils zwei Personen mit
folgenden Fachkenntnissen: Ereignisablaufanalyse, Notfallschutz, Radioökologie,
Strahlenrisiko, Strahlenmedizin und Öffentlichkeitsarbeit im SSK-Krisenstab
vertreten sein. Um im Fall eines kerntechnischen oder radiologischen Ereignisses eine
kontinuierliche Beratung zu gewährleisten, kann der SSK-Krisenstab um berufene
Mitglieder der SSK und ihrer Untergliederungen erweitert werden.
Mitgliedschaft in der Strahlenschutzkommission und im SSK-Krisenstab
Die Mitgliedschaft in der Strahlenschutzkommission ist ein persönliches Ehrenamt,
das keine Vertretung zulässt. Die Mitglieder der Strahlenschutzkommission sind
unabhängig und nicht an Weisungen gebunden. Sie respektieren die fachliche Meinung
anderer Mitglieder und wahren die Regeln eines wissenschaftlichen Diskurses.

31

(2)

(3)

(4)

(5)

§5

Das Bundesministerium beruft die Mitglieder der Strahlenschutzkommission in der
Regel für die Dauer von drei Kalenderjahren. Eine Wiederberufung in unmittelbarer
Folge soll grundsätzlich nur bis zu einer Gesamtberufungsdauer von sechs Jahren
erfolgen, sofern nicht im Einzelfall aus Gründen der Kontinuität eine Verlängerung
erforderlich ist.
Das Bundesministerium kann jedes Mitglied aus besonderen Gründen vorzeitig
abberufen. Die Gründe sind dem Mitglied und der Strahlenschutzkommission
mitzuteilen. Die vorzeitige Abberufung darf nicht wegen einer fachlichen Ansicht
erfolgen.
Die Mitglieder der Strahlenschutzkommission werden vor Aufnahme ihrer Tätigkeit
vom Bundesministerium auf gewissenhafte und unparteiische Erfüllung ihrer
Aufgaben, zur Wahrung der Vertraulichkeit der Sitzungen (§ 14 Absatz 4) sowie zur
Verschwiegenheit über Angelegenheiten verpflichtet, die Gegenstand eines
atomrechtlichen
oder
strahlenschutzrechtlichen
Genehmigungsoder
Aufsichtsverfahrens sind und die ihnen als Mitglieder der Strahlenschutzkommission
zur Kenntnis kommen.
Für die Mitgliedschaft im SSK-Krisenstab gelten die Absätze 1 bis 4 entsprechend.
Für die nach § 3 Absatz 3 Satz 3 berufenen weiteren Mitglieder gelten die Absätze 1
und 3 entsprechend. Absatz 2 gilt mit der Maßgabe, dass die Berufung im Ereignisfall
formlos erfolgen kann und die Berufungsdauer im Einzelfall auf das erforderliche Maß
festgelegt wird; die Gesamtberufungsdauer nach Absatz 2 soll dabei nicht
überschritten werden. Dem SSK-Krisenstab nach § 1 Absatz 2 können neben
Mitgliedern der Strahlenschutzkommission auch Mitglieder der Ausschüsse nach § 6
Absatz 1 angehören.
Vorsitzender und Stellvertreter
Das Bundesministerium bestellt nach Anhörung der Strahlenschutzkommission
 den Vorsitzenden,
 dessen Stellvertreter und
 ein Mitglied der Strahlenschutzkommission, welchem als ständige Vertretung des
Vorsitzenden die Leitung des SSK-Krisenstabs obliegt, sowie zwei Stellvertreter
für diese Funktion. Im Falle eines kerntechnischen oder radiologischen
Ereignisses kann das Bundesministerium nach Anhörung des SSK- Krisenstabs
weitere Stellvertreter bestellen.
in der Regel für die Dauer eines Kalenderjahres. Die Amtszeit des Vorsitzenden soll in
unmittelbarer Folge die Dauer von zwei Jahren im Regelfall nicht überschreiten.

§6
(1)

Ausschüsse, Arbeitsgruppen
Im Einvernehmen mit dem Bundesministerium oder auf dessen Verlangen setzt die
Strahlenschutzkommission für kontinuierlich zu bearbeitende Angelegenheiten
Ausschüsse und für einzelne fachspezifische, fachübergreifende oder projektbezogene
Angelegenheiten Arbeitsgruppen ein und bestimmt deren Aufträge. Auf Vorschlag der
Strahlenschutzkommission beruft das Bundesministerium die Mitglieder der
Ausschüsse und Arbeitsgruppen und bestellt deren Vorsitzende. Die Vorsitzenden der
Ausschüsse müssen Mitglieder der Strahlenschutzkommission sein.

32

(2)

§7

Die Regelungen des § 4 Absatz 1, Absatz 2 Satz 1, Absatz 3 und 4, des § 5 Satz 1, des
§ 10, des § 11 Absatz 5 und 6, des § 12 Absatz 3 und 4 sowie der §§ 13 bis 16 gelten
entsprechend für die Ausschüsse und Arbeitsgruppen, sofern deren Tätigkeit nicht
durch besondere Geschäftsordnungen des Bundesministeriums nach den Grundsätzen
dieser Satzung geregelt wird.
Sachverständige
Die Strahlenschutzkommission, ihre Ausschüsse, Arbeitsgruppen sowie der SSKKrisenstab können im Einvernehmen mit dem Bundesministerium Sachverständige zu
den Beratungen hinzuziehen. Die Sachverständigen sind vom Vorsitzenden zur
Wahrung der Vertraulichkeit (§ 14 Absatz 4) über den Inhalt der Sitzung zu
verpflichten.

§8

Geschäftsstelle
Das Bundesministerium richtet beim Bundesamt für Strahlenschutz eine gegenüber
diesem
fachlich
weisungsunabhängige
Geschäftsstelle
für
die
Strahlenschutzkommission
ein.
Die
Geschäftsstelle
unterstützt
die
Strahlenschutzkommission sowie die Ausschüsse, Arbeitsgruppen sowie den SSKKrisenstab bei der Wahrnehmung ihrer Aufgaben, insbesondere nach Maßgabe des
§ 12 Absatz 3 und 4 und des § 15.

§9
(1)
(2)

(3)

§ 10
(1)

Beratungsaufträge
Das Bundesministerium erteilt der Strahlenschutzkommission Beratungsaufträge. Die
Strahlenschutzkommission kann auch von sich aus Beratungsthemen aufgreifen.
Das Bundesministerium kann im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden der
Strahlenschutzkommission einem Ausschuss oder einer Arbeitsgruppe
Beratungsaufträge erteilen, wenn die Angelegenheit allein in das Fachgebiet dieses
Ausschusses oder dieser Arbeitsgruppe fällt und ihre Bedeutung keine Beratung in der
Strahlenschutzkommission erfordert.
Im Falle eines kerntechnischen oder radiologischen Ereignisses berät der SSKKrisenstab das Bundesministerium unmittelbar und kontinuierlich. Der
Beratungsauftrag endet durch Erklärung des Bundesministeriums.
Ausschluss von der Beratung wegen Befangenheit – Anzeigepflichten
Von der Beratungstätigkeit ist das Mitglied der Strahlenschutzkommission
ausgeschlossen, das
1. selbst Beteiligter in einem Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahren ist, das
Gegenstand der Beratung ist; einem Beteiligten steht gleich, wer durch seine
Tätigkeit oder durch Entscheidungen der Behörde in der zur Beratung
anstehenden Angelegenheit einen unmittelbaren Vorteil oder Nachteil haben kann;
2. bei einer natürlichen oder juristischen Person oder Vereinigung, die zu dem
Personenkreis der Nummer 1 gehört, gegen Entgelt beschäftigt ist oder bei ihr als
Mitglied des Vorstandes, des Aufsichtsrates oder eines gleichartigen Organs tätig
ist; dies gilt nicht für den, dessen Anstellungskörperschaft Beteiligte ist;
3. außerhalb seiner Tätigkeit in der Strahlenschutzkommission in der Angelegenheit,
die in der Strahlenschutzkommission beraten wird oder werden soll, für den

33

(2)

(3)
(4)

(5)
§ 11
(1)

(2)

(3)

(4)

(5)

(6)

Antragsteller oder denjenigen, der einer Aufsichtsmaßnahme unterliegt, ein
Gutachten abgegeben, diesen beraten hat oder für diesen sonst tätig geworden ist.
Hält sich ein Mitglied der Strahlenschutzkommission für befangen oder bestehen
Zweifel, ob die Voraussetzungen des Absatzes 1 gegeben sind, so ist dies dem
Vorsitzenden mitzuteilen. Der Vorsitzende gibt dem Bundesministerium hiervon
Kenntnis. Die Strahlenschutzkommission entscheidet über den Ausschluss. Das
betroffene Mitglied darf an dieser Entscheidung nicht mitwirken.
Das ausgeschlossene Mitglied darf bei der Beratung und Beschlussfassung nicht
zugegen sein; es darf jedoch in der Sitzung angehört werden.
Die Mitglieder der Strahlenschutzkommission sind verpflichtet, dem
Bundesministerium
die
in
ihrer
Eigenschaft
als
Mitglieder
der
Strahlenschutzkommission geführten Korrespondenzen oder Besprechungen mit
Antragstellern oder mit denjenigen, die Aufsichtsmaßnahmen unterliegen, über
Angelegenheiten, die Gegenstand von Beratungen der Strahlenschutzkommission
sind, anzuzeigen.
Für die Mitglieder des SSK-Krisenstabs gelten die Absätze 1 bis 4 entsprechend.
Beratungsverfahren
Die Strahlenschutzkommission beschließt als Ergebnis ihrer Beratungen naturwissenschaftliche und technische Empfehlungen oder Stellungnahmen an das
Bundesministerium. Sie trifft keine rechtlichen Bewertungen. Empfehlungen oder
Stellungnahmen sind nachvollziehbar zu begründen. In der Begründung sind die
Untersuchungsgegenstände genau zu bezeichnen, die Erkenntnismittel und
Tatsachenfeststellungen auszuweisen und die aus ihnen abgeleiteten
Schlussfolgerungen zu belegen.
Sieht sich die Strahlenschutzkommission nicht in der Lage, eine Empfehlung oder
Stellungnahme abzugeben, stellt sie dies durch Beschluss fest und legt ihre Gründe
dar.
Die Empfehlungen und Stellungnahmen der Strahlenschutzkommission werden mit
den Begründungen den Länderbehörden zur Kenntnis gegeben und der Öffentlichkeit
auf Anfrage zur Verfügung gestellt. Das Bundesministerium kann sie im
Bundesanzeiger veröffentlichen.
Die Ausschüsse und Arbeitsgruppen erarbeiten Vorschläge für Empfehlungen oder
Stellungnahmen zur Vorbereitung der Beratungstätigkeit der Strahlenschutzkommission. Stellungnahmen eines Ausschusses oder einer Arbeitsgruppe zu
Beratungsaufträgen des Bundesministeriums nach § 9 Absatz 2 werden diesem und
der Strahlenschutzkommission zugeleitet.
Der SSK-Krisenstab wird in die Notfallorganisation des Bundesministeriums
eingebunden. Das Beratungsverfahren kann mit Zustimmung des Bundesministeriums
von dem in den Absätzen 1 bis 4 festgelegten Verfahren abweichen.
Die Strahlenschutzkommission wie auch der SSK-Krisenstab nehmen nur mit
Zustimmung des Bundesministeriums gegenüber Dritten Stellung oder geben ihnen
Auskünfte.

34

§ 12
(1)
(2)

(3)

(4)

(5)

§ 13
(1)
(2)

(3)

(4)

(5)
(6)

Vorbereitung der Sitzungen
Die Strahlenschutzkommission legt im Einvernehmen mit dem Bundesministerium
Ort und Zeit ihrer Sitzungen fest, in der Regel für ein Kalenderjahr im Voraus.
Das Bundesministerium, der Vorsitzende oder mindestens ein Drittel der Mitglieder
der Strahlenschutzkommission können die Einberufung einer außerordentlichen
Sitzung verlangen.
Der Vorsitzende beruft die Strahlenschutzkommission zur Sitzung ein. Einladungen
und vorläufige Tagesordnung werden im Auftrag des Vorsitzenden und im
Einvernehmen mit dem Bundesministerium von der Geschäftsstelle aufgestellt und
versandt; sie sollen den Sitzungsteilnehmern mindestens zwei Wochen vor der Sitzung
vorliegen. Anmeldungen des Bundesministeriums sind aufzunehmen.
Der Vorsitzende kann durch die Geschäftsstelle schriftliche Unterlagen über
Beratungsprobleme, Beratungsgrundlagen sowie Beschlussvorlagen und mögliche
Beschlussalternativen erarbeiten lassen. Die Beratungsunterlagen sollen den
Mitgliedern der Strahlenschutzkommission, dem Bundesministerium und, soweit sie
betroffen sind, den gemäß § 13 Absatz 2 und 4 Eingeladenen mindestens eine Woche
vor der Sitzung vorliegen.
Im Fall eines kerntechnischen oder radiologischen Ereignisses oder einer
entsprechenden Übung beruft das Bundesministerium unverzüglich den SSKKrisenstab ein. Die Alarmierung der Mitlieder des SSK-Krisenstabs erfolgt durch das
Bundesministerium.
Teilnahme an Sitzungen
Die Sitzungen der Strahlenschutzkommission sind nicht öffentlich.
Auf Veranlassung des Bundesministeriums können Vertreter anderer Bundes- und
Landesbehörden zu den Sitzungen eingeladen werden. Sie sind einzuladen, wenn der
Beratungsgegenstand ein atomrechtliches Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahren
ihrer Zuständigkeit betrifft; ihre Vertreter sind auf Verlangen zu hören; sie haben das
Recht, an der Beratung der sie betreffenden Gegenstände teilzunehmen.
Die in Genehmigungs- oder Aufsichtsverfahren zugezogenen Sachverständigen sowie
sachverständige Vertreter der Antragsteller und Einwender sowie der an
Aufsichtsverfahren
Beteiligten
können
vom
Vorsitzenden
der
Strahlenschutzkommission im Einvernehmen mit dem Bundesministerium zu den
Sitzungen eingeladen werden, sofern sie sich verpflichten, die Vertraulichkeit der
Beratungen zu wahren. Sie sind auf Verlangen des Bundesministeriums oder der
zuständigen Behörde zu hören. Sie haben das Recht, an der Beratung der sie
betreffenden Gegenstände teilzunehmen.
Die von der Strahlenschutzkommission hinzugezogenen Sachverständigen (§ 7)
nehmen an den Tagesordnungspunkten der Sitzung teil, zu denen sie gehört werden
sollen.
Vertreter des Bundesministeriums und der Geschäftsstelle nehmen an den gesamten
Sitzungen teil.
Bei der Beschlussfassung über die Abgabe einer Empfehlung oder Stellungnahme
können außer den Mitgliedern der Strahlenschutzkommission in der Regel nur die
Vertreter des Bundesministeriums, seines Geschäftsbereichs und der Geschäftsstelle
anwesend sein.

35

(7)

§ 14
(1)
(2)
(3)
(4)

§ 15
(1)

(2)

(3)
(4)

Für die beratende Tätigkeit des SSK–Krisenstabs gelten die Absätze 1 bis 4
entsprechend.
Durchführung der Sitzungen der Strahlenschutzkommission
Der Vorsitzende leitet die Sitzungen.
Die Strahlenschutzkommission legt zu Beginn jeder Sitzung im Einvernehmen mit
dem Bundesministerium die endgültige Tagesordnung fest.
Das Ergebnisprotokoll der vorangegangenen Sitzung ist von der
Strahlenschutzkommission zu verabschieden.
Die Sitzungen der Strahlenschutzkommission und des SSK-Krisenstabs sind
vertraulich. Die Sitzungsteilnehmer dürfen Dritten keine Auskünfte über
Ausführungen einzelner Mitglieder, über Abstimmungen und über den Inhalt des
Ergebnisprotokolls geben.
Ergebnisprotokoll – Aufzeichnung des Sitzungsverlaufs
Die Geschäftsstelle fertigt im Einvernehmen mit dem Vorsitzenden ein
Ergebnisprotokoll über jede Sitzung an. Das Ergebnisprotokoll enthält:
1.
eine Bezeichnung der Gegenstände der Beratung,
2.
den Wortlaut der Beschlüsse (Empfehlungen und Stellungnahmen) und
gegebenenfalls deren Begründung mit den eventuellen Minderheitsvoten gemäß
§ 16 Absatz 3,
3.
eine Liste der den Beratungen und der Beschlussfassung zugrunde liegenden
schriftlichen Unterlagen,
4.
die wesentlichen mündlichen Informationen, soweit sie für die Beschlussfassung
von Bedeutung waren,
5.
eine Liste der Sitzungsteilnehmer,
6.
die Feststellung der Abstimmungsergebnisse in einer Anlage.
Zur Erleichterung der Erstellung eines Ergebnisprotokolls zeichnet die Geschäftsstelle
den Sitzungsverlauf auf Tonträgern auf; sie gewährt den Mitgliedern der
Strahlenschutzkommission und den Vertretern des Bundesministeriums die
Möglichkeit, die Aufzeichnungen anzuhören. Spätestens nach einem Jahr sind die
Aufzeichnungen zu löschen.
Das Ergebnisprotokoll ist vom Vorsitzenden der Strahlenschutzkommission und von
einem Beauftragten der Geschäftsstelle zu unterzeichnen.
Die Geschäftsstelle übersendet das Ergebnisprotokoll und die Anlagen über die
Feststellung
der
Abstimmungsergebnisse
den
Mitgliedern
der
Strahlenschutzkommission und dem Bundesministerium. Auf Verlangen des
Bundesministeriums wird weiteren Behörden das Ergebnisprotokoll zu den
Tagesordnungspunkten übersandt, zu denen sie zu den Sitzungen eingeladen waren.
Diese Behörden können die Auszüge nach Verabschiedung des Ergebnisprotokolls
durch die Strahlenschutzkommission (§ 14 Absatz 3) an von ihnen zugezogene
Sachverständige oder an Antragsteller und Einwender sowie an Beteiligte eines
Aufsichtverfahrens weitergeben, soweit diese durch Beratungsergebnisse betroffen
sind.

36

(5)

§ 16
(1)

(2)

(3)

(4)

§ 17

Im Fall eines kerntechnischen oder radiologischen Ereignisses oder einer
entsprechenden Übung werden die Beratungsergebnisse des SSK-Krisenstabs im
Rahmen der Aktenführung des Bundesministeriums dokumentiert.
Beschlussfassung
Die Strahlenschutzkommission fasst ihre Beschlüsse mit der Mehrheit der Stimmen
der berufenen Mitglieder. In Ausnahmefällen kann ein Beschluss darüber hinaus auch
im Umlaufverfahren herbeigeführt werden; widerspricht ein Mitglied ausdrücklich
diesem Verfahren, so gilt dieses als gescheitert. Die Strahlenschutzkommission hat
dann auf ihrer nächsten Sitzung Beschluss zu fassen.
Für Empfehlungen zum Standort oder zur Konzeption einer kerntechnischen Anlage
sowie zur Inbetriebnahme ist eine Mehrheit der Stimmen von mindestens zwei Dritteln
der berufenen Mitglieder erforderlich.
Alle Mitglieder haben gleiches Stimmrecht und tragen gemeinsam die Verantwortung
für die Beschlüsse der Strahlenschutzkommission. Überstimmte Mitglieder können
von dem Recht Gebrauch machen, dass ihre abweichende Meinung im
Ergebnisprotokoll oder bei Veröffentlichung von Empfehlungen und Stellungnahmen
zum Ausdruck gebracht wird.
Der SSK-Krisenstab fasst seine Beschlüsse mit der einfachen Mehrheit der Stimmen
der anwesenden Mitglieder, Absatz 3 gilt entsprechend.
Jahresbericht
Der Vorsitzende der Strahlenschutzkommission erstellt jährlich zum 31. März einen
schriftlichen Tätigkeitsbericht der Strahlenschutzkommission und des SSKKrisenstabs über das vergangene Kalenderjahr. Hierbei wird er von der Geschäftsstelle
unterstützt. Der Tätigkeitsbericht ist durch die Strahlenschutzkommission zu
beschließen. Der beschlossene Tätigkeitsbericht wird der Öffentlichkeit zugänglich
gemacht.

§ 18
(1)

(2)

§ 19

Vergütung der Tätigkeit in der Strahlenschutzkommission
Das Bundesministerium setzt die Vergütung der Tätigkeit der Mitglieder der
Strahlenschutzkommission, des SSK-Krisenstabs, der Ausschüsse und der
Arbeitsgruppen sowie der zugezogenen Sachverständigen im Benehmen mit der
Strahlenschutzkommission fest.
Die Vergütung umfasst ein Fachhonorar, eine Reisekostenvergütung und eine
Sitzungsvergütung. Aufwendungen in besonderen Fällen können ersetzt werden.
Inkrafttreten
Diese Satzung tritt am 8. August 2012 in Kraft. Sie ersetzt die Satzung der
Strahlenschutzkommission vom 21. Dezember 2009 (BAnz. 2010, S. 289).

37

Anlage 2 Bisherige Vorsitzende der SSK
Name

von

bis

Prof. Dr. Wolfgang Jacobi

Okt. 1974

Okt. 1975

Prof. Dr. Dr. Erich Oberhausen

Okt. 1975

Okt. 1977

Prof. Dr. Dietrich Harder

Okt. 1977

Okt. 1979

Prof. Dr. Wolfgang Jacobi

Okt. 1979

Okt. 1980

Prof. Dr. Alexander Kaul

Nov. 1980

Dez. 1983

Prof. Dr. Christian Streffer

Jan. 1984

Dez. 1985

Prof. Dr. Dr. Erich Oberhausen

Jan. 1986

Dez. 1988

Prof. Dr. Albrecht Kellerer

Jan. 1989

Dez. 1990

Prof. Dr. Wolfgang Jacobi

Jan. 1991

Dez. 1992

Prof. Dr. Christian Streffer

Jan. 1993

Dez. 1995

Prof. Dr. Christoph Reiners

Jan. 1996

Dez. 1998

Prof. Dr. Maria Blettner

Juni 1999

Mai 2001

Dr. Günther Dietze

Juni 2001

Dez. 2003

Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller

Jan. 2004

Dez. 2007

Prof. Dr. Rolf Michel

Jan. 2008

Dez. 2011

Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller

Jan. 2012

Dez. 2015

38

Anlage 3 Verzeichnis der Mitglieder der SSK seit 1974
Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Prof. Dr. Michael John Atkinson

Institut für Strahlenbiologie,
Helmholtz Zentrum München –
Deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt GmbH,
Neuherberg

01/2007 – 12/2012
01/2014 – 12/2016

Prof. Dr. Karl Aurand †

Institut für Wasser-, Boden- und
Lufthygiene des
Bundesgesundheitsamtes, Berlin

10/1974 – 10/1977
11/1979 – 12/1987

Prof. Dr. Anton Bayer

Kernforschungszentrum
Karlsruhe GmbH

12/1980 – 12/1986

Prof. Dr. Jürgen H. Bernhardt

Institut für Strahlenhygiene des
Bundesamts für Strahlenschutz,
Neuherberg

01/1988 – 12/1990
01/1998 – 12/1998
03/1999 – 12/2002

Prof. Dr. Maria Blettner

Institut für Medizinische Biometrie, 01/1998 – 12/1998
Epidemiologie und Informatik
03/1999 – 05/2001
(IMBEI) der Universität Mainz
01/2011 – 12/2016

Prof. Dr. Dr. Andreas Bockisch

Klinik und Poliklinik für
Nuklearmedizin des
Universitätsklinikums Essen

Dr. Jürgen Böhm

Physikalisch-Technische
01/2005 – 12/2006
Bundesanstalt (PTB), Braunschweig

Prof. Dr. Wilhelm Börner †

Klinik und Poliklinik für
Nuklearmedizin der Universität
Würzburg

01/1987 – 12/1989

Prof. Dr. Hans Bonka

Lehrstuhl für Reaktortechnik der
Rheinisch-Westfälischen
Technischen Hochschule Aachen

02/1978 – 02/1984

Dr.-Ing. Christian Bornkessel

Technische Universität Ilmenau

01/2014 – 12/2016

Prof. Dr. Joachim Breckow

Institut für Medizinische Physik und 03/1999 – 12/2004
Strahlenschutz
01/2013 – 12/2016
Technische Hochschule
Mittelhessen

Prof. Dr. Eckhard W. Breitbart

Dermatologisches Zentrum des
Elbe Klinikums Buxtehude

1

01/2007 – 12/2014

01/1993 – 12/1998
01/2005 – 12/2012

Bei den derzeitigen Mitgliedern ist die aktuelle Adresse angegeben; bei ausgeschiedenen Mitgliedern die
Adresse zum Zeitpunkt des Ausscheidens.

39

Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Dr. Klaus Burkart

Fortbildungszentrum für Technik
und Umwelt des
Kernforschungszentrums Karlsruhe
GmbH

01/1987 – 12/1994
01/1996 – 12/1998

Prof. Dr. Werner Burkart

Medizinische Fakultät, LMU
München

01/2011 – 11/2012

Dr. Günther Dietze †

Physikalisch-Technische
Bundesanstalt, Braunschweig

01/1990 – 12/1995
01/1997 – 12/1998
03/1999 – 12/2004

Dr. Günther Drexler

GSF - Forschungszentrum für
Umwelt und Gesundheit GmbH,
Neuherberg

01/1987 – 12/1997

Prof. Dr. Friederike EckardtSchupp †

Institut für Strahlenbiologie,
Helmholtz Zentrum München –
Deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt GmbH,
Neuherberg

01/2005 – 12/2008

Dr. Udo H. Ehling †

Gesellschaft für Strahlen- und
10/1974 – 11/1978
Umweltforschung mbH, Neuherberg

Prof. Dr. Achim Enders

TU Braunschweig, Institut für
Elektromagnetische Verträglichkeit,
Braunschweig

06/2014 – 12/2016

Prof. Dr. Ludwig E. Feinendegen Institut für Medizin der
12/1980 – 12/1986
Kernforschungsanlage Jülich GmbH
(KFA)
Dipl.-Phys. Werner Feldt

Labor für Radioökologie der
Gewässer der
Bundesforschungsanstalt für
Fischerei

10/1974 – 10/1980
01/1984 – 12/1989

Prof. Dr. Dr. Theodor M.
Fliedner †

Abteilung für Klinische Physiologie 11/1979 – 11/1980
der Universität Ulm

Bernd Franke

ifeu – Institut für Energie- und
Umweltforschung, Heidelberg

02/2001 – 12/2005

Prof. Dr. Dieter Frankenberg

Zentrum Radiologie der Universität
Göttingen

02/2001 – 12/2002

PD Dr. Anna A. Friedl

Strahlenbiologisches Institut der
Universität München

01/2007 – 12/2011
01/2013 – 12/2016

40

Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Dr. Ingbert Gans

Institut für Wasser-, Boden- und
Lufthygiene des
Bundesgesundheitsamtes, Berlin

01/1987 – 12/1993

Dr. habil. Rainer Gellermann

Nuclear Control & Consulting
GmbH, Leipzig

01/2007 - 12/2008
01/2011 - 12/2016

Prof. Dr. Roland Glaser

Institut für Biophysik der Humboldt 01/1994 – 12/1998
Universität Berlin

Prof. Dr. Eberhard Greiser

Bremer Institut für
Präventionsforschung und
Sozialmedizin

01/2003 – 12/2004

Prof. Dr. Jürgen Hacke

Hahn-Meitner-Institut für
Kernforschung Berlin GmbH

12/1980 – 12/1986
01/1990 – 12/1991

Prof. Dr. Dietrich Harder

Institut für Medizinische Physik und 10/1974 – 10/1979
Biophysik der Universität Göttingen 11/1980 – 12/1986
01/1989 – 12/1994

Prof. Dr. Thomas Herrmann

Klinik für Strahlentherapie und
Radioonkologie der Technischen
Universität Dresden

01/2005 – 12/2010

Dr. Ralf Hille

Forschungszentrum Jülich GmbH

01/1986 – 12/1991
01/1994 – 12/1998

Prof. Dr. Gerhard Hinz

Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes,
Neuherberg

01/1986 – 12/1987

Dr.-Ing. Margot Horn

TÜV Rheinland Industrie Service
GmbH, Köln

01/2007 – 12/2012
01/2014 – 12/2016

Prof. Dr. Otto Hug †

Gesellschaft für Strahlen- und
10/1974 – 10/1975
Umweltforschung mbH, Neuherberg

Dr. Peter Jacob

Institut für Strahlenschutz,
Helmholtz Zentrum München –
Deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt GmbH,
Neuherberg

Prof. Dr. Wolfgang Jacobi †

Gesellschaft für Strahlen- und
10/1974 – 10/1980
Umweltforschung mbH, Neuherberg 01/1984 – 12/1992

Dr. Herbert Janßen

Physikalisch-Technische
Bundesanstalt, Braunschweig

01/2003 – 12/2008
01/2011 – 12/2016

01/2011 – 12/2016

41

Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel

Institut für Medizinische Informatik, 01/2005 – 12/2010
Biometrie und Epidemiologie des
Universitätsklinikums Essen

Prof. Dr. Horst Jung

Institut für Biophysik und
Strahlenbiologie der Universität
Hamburg

01/1990 – 12/1995
01/1997 – 12/1998

Prof. Dr. Alexander Kaul

Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes,
Neuherberg

11/1979 – 12/1985
01/1987 – 12/1989

Prof. Dr. Albrecht Kellerer

Strahlenbiologisches Institut der
Universität München

01/1983 – 12/1990
01/1992 – 12/1998
03/1999 – 12/2004

Prof. Dr. Klaus Kirchhoff †

Universität Hannover

01/1996 – 12/1998

Prof. Dr. Jürgen Kiefer

Strahlenzentrum der Justus-LiebigUniversität Gießen

03/1999 – 12/2006

PD Dr. Gerald Kirchner

FB 1 der Universität Bremen

03/1999 – 10/2001

Dipl.-Phys. Stephan Kistinger

Aachen

01/2011 – 12/2012

Prof. Dr. Wolfgang Köhnlein

Institut für Strahlenbiologie der
03/1999 – 12/2004
Westfälischen Wilhelms-Universität
Münster

Prof. Dr. Gerhard Konermann

Institut für Biophysik und
Strahlenbiologie der Universität
Freiburg

01/1988 – 12/1993

Dipl.-Phys. Jürgen Kopp

Abt. Medizinische Physik und
Strahlenschutz des Klinikums
Augsburg

01/2005 – 12/2012
01/2015 – 12/2016

Dipl.-Phys. Christian Küppers

Öko-Institut e.V., Darmstadt

03/1999 – 12/2006
01/2009 – 12/2016

Dr. habil. Florentin Lange

Gesellschaft für Anlagen- und
01/2005 – 12/2010
Reaktorsicherheit (GRS) mbH, Köln

Prof. Dr. Norbert Leitgeb

Institut für Health Care Engineering 01/2003 – 12/2008
der Technischen Universität Graz
01/2013 – 12/2013

Prof. Dr. Alexander Lerchl

School of Engineering and Science
der Jacobs University Bremen

01/2009 – 12/2012

Prof. Dr. Karl-Heinz Lindackers

Technischer Überwachungs-Verein
Rheinland e.V., Köln

10/1974 – 10/1979

42

Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Prof. Dr. Markus Löbrich

Fachrichtung Biophysik der
Universität des Saarlandes,
Homburg (Saar)

01/2005 – 12/2006

Prof. Dr. Dr. Reinhard Loose

Institut für Radiologie des
Klinikums Nürnberg-Nord

02/2001 – 12/2006
01/2009 – 12/2014

Prof. Dr. Rolf Michel

Zentrum für Strahlenschutz und
Radioökologie (ZSR) der
Universität Hannover

03/1999 – 12/2006
01/2008 – 12/2016

Prof. Dr. Wolfgang-Ulrich Müller Institut für Medizinische
Strahlenbiologie des
Universitätsklinikums Essen (i. R.)

03/1999 – 12/2007
01/2009 – 12/2016

Prof. Dr. Hermann Muth †

Institut für Biophysik der
Universität des Saarlandes,
Homburg (Saar)

10/1974 – 10/1979

Prof. Dr. Ursula Nestle

Universitätsklinik Freiburg

01/2015 – 12/2016

Prof. Dr. Rudolf Neider

Bundesanstalt für Materialprüfung,
Berlin

10/1974 – 10/1980
10/1981 – 10/1987
01/1990 – 12/1993

Dr. Karl Niklas

Gesellschaft für Strahlen- und
12/1980 – 12/1986
Umweltforschung mbH, Neuherberg 01/1988 – 12/1990

Prof. Dr. Dr. Erich Oberhausen †

Abteilung für Nuklearmedizin der
10/1974 – 10/1980
Radiologischen Klinik, Universitäts- 10/1981 – 12/1991
kliniken Homburg (Saar)

Prof. Dr. Dr. Herwig Paretzke

Institut für Strahlenschutz, GSF 01/1994 – 12/1998
Forschungszentrum für Umwelt und
Gesundheit GmbH, Neuherberg

Prof. Dr. Dr. Helmut Pauly †

Institut für Radiologie der
Universität Erlangen-Nürnberg

12/1975 – 11/1981

Prof. Dr. Wolfgang Pohlit

Institut für Biophysik der
Universität Frankfurt

01/1986 – 12/1988

Prof. Dr. Justin Porstendörfer

Zentrales Isotopenlaboratium
der Universität Göttingen

01/1996 – 12/1998

Prof. Dr. Ludwig Rausch

Abt. Strahlenbiologie und Strahlenschutz, Zentrum für Radiologie im
Klinikum der Justus-LiebigUniversität, Gießen

02/1978 – 12/1982

43

Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Prof. Dr. Christoph Reiners

Klinik und Poliklinik für
Nuklearmedizin der Universität
Würzburg

01/1992 – 12/1998
03/1999 – 12/2000

Prof. Dr. Peter Sahre

Verein für Kernverfahrenstechnik
und Analytik Rossendorf e.V.,
Dresden

01/2007 – 12/2012
01/2015 – 12/2016

Prof. Dr. Arthur Scharmann †

1. Physikalisches Institut der
Universität Gießen

01/1990 – 12/1995

Prof. Dr. Harald Schicha

Klinik und Poliklinik für
Nuklearmedizin der Universität
Köln

01/1990 – 12/1994
01/1996 – 12/1998

Prof. Dr. Theodor Schmidt †

Institut für Medizinische Physik,
Klinik der Stadt Nürnberg

01/1995 – 12/1998

Dr. Herbert Schmier

Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes,
Neuherberg

11/1979 – 12/1985

Dipl.-Ing. Horst Schnadt

TÜV Rheinland Industrie Service
GmbH, Köln

01/2009 – 12/2010

Prof. Dr. Jürgen Schütz

Klinik für Strahlentherapie der
Universität Münster

01/1994 – 12/1996

Dipl.-Phys. Otfried Schumacher

Physikerbüro Bremen

03/1999 – 12/2000

Dr. Jakob Schwibach †

Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes,
Neuherberg

10/1974 – 10/1980

Prof. Dr. Friedrich-Ernst Stieve † Institut für Strahlenhygiene des
Bundesgesundheitsamtes,
Neuherberg

10/1974 – 10/1979

Dr. Rolf Stippler

GSF - Forschungszentrum für
Umwelt und Gesundheit GmbH,
Braunschweig

01/1992 – 12/1997

Prof. Dr. Brigitte Stöver

Klinikum für Strahlenheilkunde des
Universitätsklinikums Charité
Berlin

02/2001 – 12/2008

Prof. Dr. Dr. Christian Streffer

Institut für Medizinische
Strahlenbiologie der
Gesamthochschule Essen

11/1979 – 12/1985
01/1987 – 12/1995

44

Name

Adresse1

Berufungszeitraum

Dipl.-Ing. Wolfgang Thomas

Gesellschaft für Anlagen- und
Reaktorsicherheit (GRS) mbH,
Garching

01/1994 – 12/1998

Prof. Dr. Klaus-Rüdiger Trott

Strahlenbiologisches Institut der
Universität München

12/1975 – 11/1981

Dipl.-Phys. Manfred Tscherner

Technischer Überwachungs-Verein
Rheinland / Berlin-Brandenburg
e.V., Köln

11/1979 – 12/1989
01/1991 – 12/1996
01/1998 – 12/1998
03/1999 – 12/2004

Prof. Dr.-Ing. Manfred Urban

Forschungszentrum Karlsruhe
GmbH

01/2003 – 12/2004

Dr. Kurt J. Vogt †

Kernforschungsanlage Jülich GmbH 10/1974 – 10/1979

Prof. Dr. Siegfried Wagner

Physikalisch-Technische
Bundesanstalt, Braunschweig

12/1980 – 12/1986
01/1988 – 12/1989

Prof. Dr. Elmar Waterloh †

Hochschulärztliches Institut der
Rheinisch-Westfälischen
Technischen Hochschule Aachen

01/1991 – 12/1993

Dr. Wolfgang Weiss

Bundesamt für Strahlenschutz,
Neuherberg (i. R.)

01/2013 – 12/2016

Dipl.-Ing. Ulrike Welte

Hamburg

01/2011 – 12/2016

Prof. Dr. Frederik Wenz

Universitätsklinikum Mannheim

01/2011 – 12/2016

Prof. Dr. Dr. Heinz-Erich
Wichmann

Institut für Epidemiologie,
Helmholtz Zentrum München –
Deutsches Forschungszentrum für
Gesundheit und Umwelt GmbH,
Neuherberg

01/2005 – 12/2010

Dipl.-Chem. Jürgen Wilhelm

Kernforschungszentrum Karlsruhe
GmbH

10/1974 – 04/1978
01/1993 – 12/1993
        
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