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Periodical volume

Full text: Flughafenzeitung Issue 2015,1

Herdelezi 2015

Doppelt feiert sich’s am schönsten Seite 2

Buschkowsky geht, Giffey kommt

Keramik Bender

Generationswechsel an der Bezirksspitze Seite 3

Töpfern lernen beim Profi Seite 5

Ausgabe 1.15

Die Stadtteilzeitung für den Flughafenkiez
er Flughafenkiez gibt sich eine neue Marschroute. Bestimmt wird der Kurs von den Bewohnern und Partnern der Gebietsentwicklung. Das Quartiersmanagement ruft deshalb alle, die im Quartier wohnen oder arbeiten, dazu auf, zu sagen, was im Kiez schiefläuft, was fehlt, was unbedingt verändert und was verbessert werden muss. Dazu findet am 19. Mai in der Albert-Schweitzer-Schule eine offene Sitzung des Quartiersrates statt. Alle Interessierten sind dazu eingeladen. Zudem wird eine Befragung durchgeführt. Dabei werden auch diejenigen um ihre Meinung gebeten, die sich sonst wenig zu Wort melden.

D

Wohin der Flughafenkiez künftig steuert, will der Quartiersrat mit allen Bewohnern diskutieren.

Perspektive Flughafenkiez 2020

Das sogenannte Integrierte Handlungsund Entwicklungskonzept, kurz IHEK, ist der Kompass für das Quartier, der alle paar Jahre neu justiert wird. Im IHEK steht, wo im Kiez der Schuh drückt, welche Probleme in den nächsten Jahren angeBETEILIGUNG gangen werden müssen tieren, wo der Kiez hinÖffentliche Sitzung und welche Projekte steuern soll. Wer am des Quartiersrates: den Kiezbewohnern und 19. Mai keine Zeit hat, 19. Mai, 18 bis 21 Uhr, in der Mensa der Kooperationspartnern kann sich mit seinem Albert-Schweitzer-Schule, am wichtigsten sind. Anliegen auch jederKarl-Marx-Straße 14 Das hat ganz konkrezeit an das Quartierste Auswirkungen: Was management wenden. nicht im Kiezkonzept steht, kann nicht Auf der Quartierswebsite besteht die mit den Mitteln des Programms Soziale Möglichkeit, sich online zu beteiligen. Stadt oder anderen Förderprogrammen angegangen werden. BETEILIGUNG Der überwiegend aus Kiezbewohnern Online auf bestehende Quartiersrat hat sich dazu www.qm-flughafen strasse.de/index. schon mal eine Meinung gebildet. php?ihek_2015 Wichtige Anliegen sind zum Beispiel

Der KIEZKOMPASS wird justiert 3
BETEILIGUNG

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Online mit diesem QR-Code

Thomas Kuder leitet das Pilotprojekt zur Bewohnerbefragung.

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Kiezfeste, mehr Sozialarbeiterstellen an Schulen und Jugendeinrichtungen, die Erstellung eines Verkehrskonzepts und die Eindämmung von Glücksspiel und Prostitution. Damit nichts unter den Tisch fällt, will das Gremium aber mit allen Bewohnern und weiteren Beteiligten darüber disku-

Um auch diejenigen zu erreichen, die sich selten von selbst einbringen, startet der vhw Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung zusammen mit dem Quartiersmanagement ein Pilotprojekt. „Wir werden 20 Interviews mit Leuten führen, die üblicherweise an Entscheidunsprozessen eher nicht teilnehmen“, sagt vhw-Projektleiter Thomas Kuder. Dazu zählen sozial Benachteiligte, Neuzuzügler, junge Leute und traditionell-religiös eingestellte Menschen. Die Interviewpartner spricht der vhw über die Stadtteilmütter, Elternca-

fés oder Moscheevereine an. „Wenn alle beteiligt sind, wird das Ergebnis auch breit akzeptiert“, so Thomas Kuder. Am 19. Mai wird die Auswertung dieser Befragungen vorgestellt. Die regelmäßige Kursüberprüfung ist schon allein deshalb nötig, weil sich der Flughafenkiez seit einigen Jahren rapide wandelt. Am deutlichsten zeigt sich das an der Einwohnerzahl, die mittlerweile auf 9237 gestiegen ist. „In weniger als zehn Jahren sind mehr als 1000 Einwohner dazugekommen“, sagt Quartiersmanager Thomas Helfen. „Das ist eine rasante Einwohnerentwicklung.“ Auffällig ist auch die Alterszusammensetzung: Fast ein Drittel aller Bewohner ist zwischen 25 und 35 Jahre alt. Das bestätigt auch eine Milieuanalyse des vhw. Mehr als die Hälfte der Kiezbewohner teilen die Soziologen der Gruppe der „Experimentalisten“ zu. „Das sind meist Jüngere mit wenig Geld, aber mit allen Chancen“, erklärt Thomas Kuder, „Leute, deren weiterer Weg noch relativ offen ist“ – so offen wie der weitere Weg des Flughafenkiezes.

TERMINE
Quartiersrat
Öffentliche Sitzung des Quartiersrats: 19. Mai, 18 Uhr, in der Mensa der AlbertSchweitzer-Schule, Karl-Marx-Straße 14

Aktionsfonds

Abgabefristen für die nächsten Vergaberunden: 27. April, 26. Mai, 22. Juni, 24. August.

Kostenlose Mietrechtsberatung

Die nächsten Termine, immer mittwochs: 6. Mai, 3. Juni, 10. Juni, jeweils von 16.30 Uhr bis 18.30 Uhr im Quartiersbüro, Erlanger Straße 13. Anmeldung unter Tel 62 90 43 62

Nachbarschaftsund Kulturfestival Sonnabend, 9. Mai ab 14 Uhr Ort: Boddinstraße Infos: Tel 43 20 53 73 www.amaroforo.de Herdelezi steht für Begegnung und Toleranz

Emmas Flughafenkiez-Tour

Herdelezi und Nachbarschaftsfest 2015

Internationales Kinderfest „23 Nisan“ auf dem Käpt’n-Blaubär-Spielplatz: 22. April, 15 bis 18 Uhr, Bauworkshop 23. April, 15 bis 18 Uhr, Kinderfest

Doppelt feiert sich’s am schönsten
Das traditionelle Nachbarschaftsfest im Flughafenkiez geht in diesem Jahr erstmals mit dem Herdelezi-Fest zusammen. Gemeinsam will man feiern, tanzen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Boddinstraße wird sich am 9. Mai wieder in eine bunte Festmeile verwandeln, mit Info-Ständen, kulinarischen Spezialitäten, Aktionen für Kinder und einer Bühne. Dort werden unter anderem Live-Bands aus dem Balkan und rumänische Tanzgruppen auftreten. Auch die „Roki-Kids“ mit ihrem selbstgebauten „Drummobil“ werden wieder mit dabei sein. Herdelezi, der St-Georgs-Tag der Roma in Südosteuropa, wird im Flughafenkiez seit 2009 mit einem Straßenfest gefeiert. „Wir wollen Menschen zusammenbringen, die sich sonst vielleicht nie kennengelernt hätten“, heißt es beim Veranstalter Amaro Foro. Herdelezi sei ein Ort der Begegnung von Roma und Nicht-Roma und stehe für Offenheit und Akzeptanz. In diesem Jahr werden neben dem Quartiersmanagement Flughafenstraße, von dem das Fest auch finanziell unterstützt wird, weitere Einrichtungen und Initiativen aus dem Kiez mitmachen. Und noch eine Premiere gibt es: in diesem Jahr findet das Fest im Rahmen des 1. Tages der Städtebauförderung statt.

Herdelezi Nachbarschafts- und Kulturfestival Anwohner-Trödelmarkt

9. Mai, ab 14 Uhr, auf der Boddinstraße 31. Mai, ab 12 Uhr, auf dem Boddinplatz 27. September, ab 12 Uhr, auf dem Boddinplatz

Kunstfestival 48 Stunden Neukölln

26. bis 28. Juni an verschiedenen Orten in Neukölln

Sicherheit rund um den Käpt’n-Blaubär-Spielplatz

Streetworker nehmen Kontakt auf
Rund um den Käpt’n-Blaubär-Spielplatz ist es in den letzten Monaten verstärkt zu Vorfällen mit aggressiven Jugendcliquen gekommen. Das geht von Pöbeleien bis hin zu sexueller Gewalt und Messerstechereien. Bezirk und Quartiersmanagement wollen das Problem nun an der Wurzel angehen. Etwa 10 bis 15 Jugendliche sind es, die den Spielplatz an der Erlanger Straße als Treffpunkt nutzen. Es seien keine Gangs, wie man beim Bezirksamt betont, sondern lose Gruppierungen. Immer wieder, so der Jugendstadtrat Falko Liecke (CDU), werden Mütter belästigt, die mit ihren Kindern den Spielplatz nutzen. Auch zu Polizeieinsätzen ist es schon gekommen. Einige der Jugendlichen haben im Shoppingcenter der „Neukölln Arcaden“ sowie in der Helene-Nathan-Bibliothek längst Hausverbot. Damit die Situation nicht weiter eskaliert, hat das Quartiersmanagement Flughafenstraße in Abstimmung mit Bezirksamt, Polizei und Outreach als Träger des Blueberry Inn ein Streetwork-Projekt auf den Weg gebracht. Es ist zunächst auf neun Monate angesetzt, als Träger wurde Outreach ausgewählt. Für das laufende Jahr hat der Quartiersrat 22 000 Euro aus dem Programm Soziale Stadt bewilligt. Start war am 7. April. In einem ersten Schritt will man mit den Jugendlichen ins Gespräch kommen. Vielleicht gibt es ja Interessen der Jugendlichen, an die man anknüpfen könnte, beispielsweise Sport.

Flughafenstraße 41

Wahrscheinlich Wohnungen
Auf dem Brachgrundstück Flughafenstraße 41 werden neue Wohnungen gebaut. Der Liegenschaftsfonds Berlin wird das landeseigene Grundstück vermutlich an die städtische Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land übergeben. Zunächst war hier eine sogenannte Konzeptvergabe geplant, das heißt das Grundstück sollte an denjenigen Bieter verkauft werden, dessen Plan am meisten überzeugte. Doch dem Vernehmen nach sollen nun auf dem Grundstück Wohnungen entstehen. Dazu wird Grund und Boden in der Regel einer der städtischen Wohnungsbaugesellschaften übertragen und diese ist dann Bauherr. Im Fall der Flughafenstraße 41 kommt dafür das Wohnungsunternehmen „Stadt und Land“ in Betracht, da es im Umfeld weiteren Wohnungsbestand hat. Genaue Pläne sind aber noch nicht bekannt. „Stadt und Land“ wäre als landeseigenes Unternehmen verpflichtet, einen Teil der neuen Wohnungen zu sozialverträglichen Mieten anzubieten.

So gesittet geht es auf dem Käpt’n-Blaubär-Spielplatz nicht immer zu Quartiersmanager Thomas Helfen: „Man muss sich mit den Jugendlichen intensiv auseinandersetzen – einige machen wahrscheinlich nur aus Langeweile Blödsinn.“ Wunder seien dennoch nicht zu erwarten, weiß man beim Bezirksamt. Es werde ein längerer Prozess. Mittelfristig plant man eine neue Einrichtung, die auch für ältere Jugendliche Angebote bereithält. Zu diesem Zweck soll das Blueberry durch einen zweistöckigen Neubau ergänzt werden.

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Buschkowsky geht, Giffey kommt

Generationswechsel an der Bezirksspitze
Die Neuköllner werden sich umgewöhnen müssen. Die Wörter „Bürgermeister“ und „Buschkowsky“ waren nahezu gleichbedeutend. Nach einem Vierteljahrhundert im Bezirksamt hat sich Heinz Buschkowsky im Februar zurückgezogen. Am 15. April wurde Dr. Franziska Giffey zu seiner Nachfolgerin gewählt. wie „Multikulti ist gescheitert“ vertrat. Während er in unzähligen Talkshows seinen Bezirk bundesweit bekannt machte, wurde er in Neukölln durch seine bodenständige Art und klare Sprache populär. Im Flughafenkiez hat er vor allem durch seinen Einsatz für die Albert-Schweitzer-Schule Spuren hinterlassen. „Integration ist harte Arbeit für alle Beteiligten“, sagte Heinz Buschkowsky zum Abschied. Mit Franziska Giffey, Jahrgang 1978, findet ein Generationenwechsel statt. Die Verwaltungswirtin ist seit 2010 Bildungsstadträtin. Zuvor war sie schon von 2002 an Europabeauftragte des Bezirks. Mit ihrem Dienstsitz in der Boddinstraße hat sie den Flughafenkiez bestens kennengelernt. Politisch wird es kaum große Änderungen geben. „Als Neuköllner Bezirksbürgermeisterin möchte ich mich mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass die Entwicklungen, die unter Heinz Buschkowsky angestoßen wurden, auch weiter vorangebracht werden“, erklärt Franziska Giffey. „Die großen Aufgabenfelder bleiben dabei weiter Bildung und Integration, denn das sind die entscheidenden Schlüsselfragen für die Zukunft unseres Bezirks.“ Der Politikstil wird sich allerdings sicher ändern. Franziska Giffeys Auftreten hat nichts von der Buschkowskyschen Hemdsärmeligkeit.

kurz & knapp
Die Vorbereitungen für die diesjährigen „48 Stunden Neukölln“ laufen auf Hochtouren. Die Anmeldephase für das Kunstfestival ist bereits abgeschlossen. Ende Mai wird das Programm veröffentlicht. Unter dem Motto „S.O.S. – Kunst rettet die Welt“ geht es in diesem Jahr um das Verhäl tnis von Kunst und Gesellschaft. Wie schon im Vorjah r wird es rund 300 Events geben, von Ausstellunge n über Theateraufführungen bis hin zu Lesung en und Videokunst. 48 Stunden Neukölln 26. bis 28. Juni 2015 Kulturnetzwerk Neukölln e.V. Tel 68 24 78 21 www.48-stunden-neukoelln.de Auch im nächsten Jahr soll es eine „Boddinale“ geben. Der Quartiersrat hat entschieden, das KiezFilmfestival mit 2 000 Euro zu unterstützen. Die Boddinale findet seit drei Jahren immer zeitgle ich zur großen Berlinale statt, Organisator ist das „Loophole“, ein Event-Space in der Boddinstraße . Gezeigt werden experimentelle Low-Budget-F ilme mit Berlin-Bezug. Noch bis 13. Juni läuft in der Helene-Natha nBibliothek eine Ausstellung mit Parolen-Graf fiti, die der Soziologe und Fotograf Christian Winter stein Ende 2013 in Nord-Neukölln gesammelt hat. Die Parolen auf Mauern sind für Winterstein eine Form der politischen Kommunikation, die in enger Wechselbeziehung zur Sozialstruktur des Ortes steht. Ausstellung „Kommunikation auf Mauern – Neuköllner Parolen-Graffiti bis 13. Juni 2015: Helene-Nathan-Bibliothek Karl-Marx-Straße 66 (in den Neukölln Arcaden) Eintritt frei Tel 902 39 43 42 www.stadtbibliothek-neukoelln.de Am 9. und 10. Mai heißt es wieder: Ohren auf für die „Neuköllner Originaltöne“. Zwei Tage lang gibt es in der Genezareth-Kirche Klanginstallationen , elektronische Musik und Kompositionen wie „weinende Steine in gaza“ oder „singende knöpfe aus der tiefe“. Das Festival für Neue Musik wird bereits zum dreizehnten Mal von der Neuköllner Musikschule zusammen mit der Genezareth-Kirche veranstaltet. Der Eintritt ist frei. Neuköllner Originaltöne Samstag, 9. und Sonntag, 10. Mai Genezareth-Kirche Herrfurthplatz Tel 902 39 32 66 www.musikschuleneukoelln.de Die Hufeisensiedlung in Britz ist weltbekannt. Doch wer ist damals in den 1920er Jahren in das heutige Weltkulturerbe eingezogen? Wie sah das „Neue Wohnen“ in der Praxis aus? Und wie erlebten die Bewohner die Umbrüche 1933 und 1945? Eine Führung der Volkshochschule Neukölln wirft einen Blick hinter die Türen des Architekturde nkmals Hufeisensiedlung. Die Teilnehmer lernen Anarchisten und Spießer, Widerstandskämpfer und Massenmörder von ihrer privaten Seite kenne n. Sonntag, 10. Mai, 14 bis 16.15 Uhr Treffpunkt: U-Bahnhof Blaschkoallee, Nordausgang Entgelt 7,50 Euro Infos und Anmeldung: Tel 902 39 24 33 www.vhs-neukoelln.de

Rettet Kunst die Welt?

Boddinale zum Vierten

Von sprechenden Mauern

Auch Neuköllns neue Bürgermeisterin Giffey steht für Bildung und Integration Heinz Buschkowsky, 1948 in Neukölln geboren, gehörte dem Bezirksamt seit 1989 ununterbrochen an, von 1991 bis 1992 und von 2001 bis 2015 als Bezirksbürgermeister. Einwanderung, Integration und Bildungsteilhabe waren seine politischen Themen, die er zuweilen mit provokanten Thesen

Avantgarde-Sound in der Kirche

Aktionsfonds

Fast die Hälfte ist schon weg
Nach den ersten drei Monaten des Jahres ist der Aktionsfonds des Flughafenkiezes schon beinahe zur Hälfte ausgeschöpft. Die Vergabejury hat bislang für sechs Kiezprojekte insgesamt 4 800 Euro bewilligt. Die Boddinale erhielt einen Sachkostenzuschuss aus dem Aktionsfonds. Das ehrenamtlich organisierte Filmfestival hat sich mittlerweile zu einem kulturellen Aushängeschild des Flughafenkiezes gemausert. Die Evangelische Schule Neukölln bekommt Geld für eine Baumpflanzung am Sasarsteig. Das vergriffene Entdeckerheft für die Hasenheide wird mit Unterstützung des Aktionsfonds nachgedruckt. Für eine Malaktion, bei der Kinder unter Anleitung der Künstlerin Nina Marxen eine Wand des Nachbarhauses des Blueberry Inn selbst gestalten, werden die Materialkosten aus dem Fonds bestritten. Zwei Projekte werden für das Kunstfestival „48 Stunden Neukölln“ in die Tat

Hinter den Türen des Weltkulturerbes

Unterstützung für ein Erfolgsevent: die Boddinale umgesetzt: Der Kulturverein Neukölln erhält einen kleinen Zuschuss für Führungen durch den Flughafenkiez, und es wird ein Stadtplan speziell für Kinder- und Jugendangebote herausgegeben. Aus dem 10 000-Euro-Topf können noch 5 200 Euro vergeben werden. Die aus Kiezbewohnern gebildete Jury entscheidet jeweils zum Monatsende über die eingegangenen Anträge. Die nächsten Abgabefristen: 27. April, 26. Mai und 22. Juni.

Abgabe und Informationen: Quartiersbüro Erlanger Straße 13 12053 Berlin Tel 62 90 43 62 info@qm-flug hafenstrasse.de

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Boddinspielplatz

Unten matschen, oben Pingpong
In diesem Sommer wird der Boddinspielplatz umgebaut. Das Bezirksamt hat die Planung noch einmal überarbeitet. Und so wird der Platz aussehen: Die Matsch-Ecke wird in der Mitte der Sandfläche angelegt, damit ein Wasseranschluss vom Haus der Volksbildung leichter abgezweigt werden kann. Die Rutsche wird auch nicht wie ursprünglich gedacht vom Plateau hinab auf die Sandfläche führen, weil dafür das Gefälle zu gering ist. Der Bolzplatz bekommt an den Längsseiten vier Tore – so können auf dem halben Feld zwei Spiele gleichzeitig stattfinden. Noch Die Neuanlage des BoddinSpielplatzes beginnt jetzt im Mai nicht festgelegt ist, was auf dem Plateau passiert. Der Quartiersrat hat sich für Tischtennisplatten ausgesprochen. Bereits im vergangegen Herbst hat das Bezirksamt an der Seite zum Haus der Volksbildung für 30 000 Euro vier zusätzliche Bänke und einen neuen Zaun mit einem Zufahrtstor gebaut und den Weg befestigt. In Zukunft soll der Zaun um den gesamten Spielplatz signalgelb erstrahlen. Der Bezirk investiert in diesem Jahr 260 000 bis 270 000 Euro in den Boddinspielplatz. Im Mai sollen die Bauarbeiten beginnen. Wenn alles nach Plan läuft, ist der neue Spielplatz im November 2015 fertig.

Spaß statt Kommerz: Der Kieztrödelmarkt findet in diesem Jahr zwei Mal statt

Anwohnerflohmarkt
Trödelmarkt auf dem Boddinplatz Sonntag 31. Mai und Sonntag 27. September, ab 12 Uhr Infos und Anmeldungen über das Quartiersbüro, Tel 62 90 43 62 oder unter info@franziskaschopper.com

Stöbern, feilschen, plauschen
Nachdem der erste Kieztrödelmarkt auf dem Boddinplatz im vergangenen Oktober ein voller Erfolg war, hat sich die Initiatorin Franziska Schopper entschlossen, es noch einmal anzugehen. Sogar zwei Termine wird es in diesem Jahr geben – und das, obwohl die Vorbereitungen sie damals monatelang auf Trab hielten. „Es hat mir eben sehr viel Spaß gemacht, die Stimmung war einfach toll“, erklärt Franziska Schopper. Für die Handwerkerin ist die organisatorische Arbeit zudem eine willkommene Abwechslung. Ein nicht-kommerzieller Trödelmarkt soll es auch in diesem Jahr werden. Professionelle Händler bleiben außen vor. Dagegen können Nachbarn ihre Keller leerräumen, um Spielsachen, Kleidung, Bücher und Hausrat loszuwerden. Im vergangenen Jahr waren rund 1500 Besucher gekommen. Bei herrlichem Herbstwetter wurde gestöbert, gefeilscht und geplauscht. Alle waren sich einig: Das sollte es wieder geben. In diesem Jahr wird der Markt etwas größer sein und sich auch auf die Boddinstraße erstrecken. Ein paar Essensstände mehr soll es geben, gern mit Spezialitäten aus aller Welt. „Ich bin im Moment dabei, verschiedene Vereine und Organisationen aus dem Kiez dafür zu gewinnen“, sagt Schopper. Insgesamt 40 Stände wird es geben – und die werden schnell weg sein. Wer mitmachen will, sollte sich daher beeilen. Das Quartiersmanagement Flughafenstraße, das den Kiezmarkt wie schon im Vorjahr finanziell unterstützt, wird auf jeden Fall mit einem Stand vertreten sein.

8. Jahrgang, Ausgabe 1/2015 Impressum: flughafenzeitung/fluze – Stadtteilzeitung und Jugendstadtteilzeitung im Flughafenkiez
Erscheinungsdatum: 22. April 2015 Herausgeber: Quartiersmanagement Flughafenstraße Erlanger Straße 13, 12053 Berlin Tel 62 90 43 62 www.qm-flughafenstrasse.de info@qm-flughafenstrasse.de Redaktion: Udo Hildenstab (v.i.S.d.P.), Birgit Leiß, Jens Sethmann Die Text- und Fotobeiträge der fluze sind von Schülern des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, der Evangelischen Schule Neukölln, der Hermann-Boddin-Schule und von den Kids des Blueberry mit Jens Schielmann. Fotos: Sabine Münch, Birgit Leiß, Thomas Lobenwein, raumlaborberlin Redaktionsanschrift: H & H Presse Büro Berlin Franz-Mehring-Platz 1, 10243 Berlin Tel 0172 724 00 86, Fax 484 98 23 92 www.hnh-presse.de, leserservice@hnh-presse.de Layout: Susanne Nöllgen/GrafikBüro Berlin Druck: Druckhaus Schöneweide Auflage: 5000 Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers Gefördert durch die Europäische Union, die Bundesrepublik Deutschland und das Land Berlin im Rahmen des Programms „Soziale Stadt“

Der aktuelle Plan für die Neugestaltung hängt im Quartiersbüro, Erlanger Straße 13, aus. Öffnungszeiten: Montag bis Donnerstag, 10 bis 13 Uhr und 14 bis 18 Uhr, Freitag 10 bis 14 Uhr

Frühjahrsputz & Co

Ein Herz für Käpt’n Blaubär
Pünktlich zum Auftakt der Saison werden die Kids aus dem Blueberry Inn wieder ihre Sauberkeitsaktionen am Käpt’n-Blaubär-Spielplatz starten. Aber auch andere Menschen im Quartier haben ein Herz für den unter einer Übernutzung leidenden Spielplatz. Mit einem „Herzballon-Flashmob“ hatten die „Neukölln Arcaden“ am 1. April zur Unterstützung des Spielplatzes an der Reuterstraße aufgerufen. Kinder und Erwachsene sollten in dem Einkaufszentrum aus einem Schlangenluftballon ein Herz formen. Praktische Unterstützung leisteten nicht nur bunt geschminkte Ballonkünstler, sondern auch Neuköllns neue Bürgermeisterin Dr. Franziska Giffey. Für jedes geformte Herz, das am Ende in die Höhe gehalten wurde, spendeten die Arcaden einen Euro für den Erhalt und die Sicherheit des Käpt’n-Blaubär-Spielplatzes. Zahlreiche Kinder und Eltern machten mit. Insgesamt 500 Euro kamen bei der Aktion zusammen. Sie wurden dem Quartiersmanagement Flughafenstraße übergeben und sollen dem Blueberry zur Verfügung gestellt werden. Jens Schielmann, Leiter der Kinderfreizeiteinrichtung, freut sich riesig über die Spende. Wie schon in den Vorjahren will man wieder alle paar Wochen zu Besen und Schaufel greifen, um den beliebten Spielplatz von Dreck und Unrat zu befreien. Unterstützung kann man da gut gebrauchen.

Viel Engagement versammelt sich auf dem beliebten Spielplatz an der Reuterstraße

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Keramik Bender

Töpfern lernen beim Profi
Anders als Stricken oder Häkeln ist das Töpfern eigentlich nie aus der Mode gekommen. In der Reuterstraße, direkt neben dem Saarsteig, kann man das uralte Handwerk seit kurzem bei einem Profi lernen. Bei „Bender Keramik“ gibt es Kerzenständer, Seifenschalen und Vasen, überwiegend in zarten Pastellfarben, zu kaufen. Aber nicht nur: „Hauptsächlich biete ich Töpferkurse für Kinder und Erwachsene an“, erklärt Anemone Bender. Die gelernte Erzieherin wollte schon immer etwas Handwerkliches machen und hat dann an der Keramikfachschule in Landshut eine dreijährige Ausbildung absolviert. Die Kurse finden in der Werkstatt im hinteren Teil des Ladens statt. Drei Töpferscheiben und ein Brennofen stehen zur Verfügung. Mitmachen können Kinder ab dem Schulalter. Bender Keramik Reuterstraße 90 www.bender keramik.de Tel 015738 99 76 13 Für kleinere Kinder hat Anemone Bender niedliche Tontiere hergestellt. Sie können mit Tuschfarben bemalt und gleich mit nach Hause genommen werden. Demnächst soll es auch „PaintYour-Style“-Kurse geben, bei denen die getöpferten Gegenstände mit eigenen Motiven verziert werden können. Die 38-Jährige hatte sich schon länger nach geeigneten Räumlichkeiten in der Nähe ihrer Wohnung umgesehen. Schließlich wurde ihr von einer Genossenschaft der Laden in der Reuterstraße angeboten – eine gute Lage, wie sie findet. Direkt nebenan befindet sich die Evangelische Schule, etwas weiter unten in der Straße sind mehrere Kitas. „Die Arbeit mit Kindern macht mir Freude – ich könnte mir gut vorstellen, mit Kitas zusammenzuarbeiten“, so Bender. Töpfern, so sagt sie, sei auch ein Riesenspaß für Kindergeburtstage.

Im Sommer wird der Aufgang fertig sein

Umbau der Neckar- und Isarstraße

Verkehrsberuhigung vor der Treppe
Detaillierte Informationen: www.aktion-kms. de/projekte/ umbau-neckar strasse/ Die Treppenanlage hinauf zum Kindl-Gelände wird in diesem Sommer fertig. Anschließend werden am Fuße der Treppe die Neckar- und Isarstraße verkehrsberuhigt. Bald kann man vom Flughafenkiez direkt auf das Gelände der ehemaligen Kindl-Brauerei hinaufsteigen. Die Treppe an der Ecke Neckar-/Isarstraße, die einen Höhenunterschied von acht Metern überwindet, soll im Sommer fertig werden. Gleich danach beginnt der Straßenumbau. Direkt vor der Treppe entsteht ein kleiner Platz. Die anschließenden Abschnitte der Neckar- und der Isarstraße werden verkehrsberuhigt umgestaltet. Auf knapp 200 Metern zwischen der Boddinstraße und dem Haus Neckarstraße 6 werden die Bürgersteige und die Fahrbahn auf gleicher Höhe neu gepflastert. In diesem Bereich dürfen Kinder auf der Straße spielen, Autos müssen Schrittgeschwindigkeit einhalten. Auch im übrigen Teil der Neckarstraße werden stellenweise die Gehwege verbreitert. Die Baukosten betragen rund 900 000 Euro. Zur Zeit läuft die Auswahl der Baufirma. „Der Baubeginn ist für Anfang Juli geplant“, sagt Alexander Matthes von der Sanierungsbeauftragten BSG. Die Arbeiten werden im Jahr 2016 beendet. Sobald der genaue Zeitplan feststeht, wird die BSG die Anwohner mit Flyern über den Bauablauf und die zeitweiligen Einschränkungen informieren.

Anemone Bender töpfert am liebsten mit Kindern

Am 22. und 23. April steigt auf dem Käpt’n Blaubär-Spielplatz eine weitere Aktion von Emmas Flughafenkiez-Tour. „Wir wollen am ersten Tag zusammen mit den Kindern aus Brettern eine Bühne bauen, und am zweiten Tag findet ein großes Fest statt“, erklärt Andrea Hofmann von „raumlaborberlin“, dem Träger des Projekts. Am 23. April wird nämlich „23 Nisan“, das türkische Kinderfest, gefeiert. Auf der von den Kindern gebauten Bühne wird ein buntes Programm geboten, von Live-Musik über tänzerische Darbietungen bis hin zu Zirkus-Kunststücken. Mit von der Partie: der türkische Chor des Kultur- und Solidaritätsvereins Rize. Außerdem wird gemeinsam ein Essen zubereitet. Die Aktion findet in Zusammenarbeit mit der Evangelischen Schule Neukölln und dem Blueberry Inn statt. Finanziert wird das Projek t „Emmas Flughafenkiez-Tour“ aus dem Programm Soziale Stadt. Mittwoch, 22. April, 15 bis 18 Uhr: Bauworkshop Donnerstag 23. April, 15 bis 18 Uhr: Kinderfest mit Bühnenprogramm Ort: Käpt’n-Blaubär-Spielplatz

Mit Emma bauen und feiern

VATER, MUTTER, KIND UND KEG EL
echte Button-Maschine und vieles mehr. Kinder und Jugendliche können sämtliche Spielgeräte kostenlos nutzen, egal ob allein, mit den Eltern oder mit den Betreuern. Das Spielmobil wird finanziert vom Bezirksamt Neukölln. Träger ist das interkulturelle Kinder- und Elternzentrum „IKEZ Tower“. Spielmobil auf dem Boddinplatz 29. April bis 30. September jeden Mittwoch, 15 bis 18 Uhr (außer bei schlechter Witterung) Die Wissmannstraße an der Hasenheide ist mit acht Kitas und Kindereinrichtungen sozusagen die Kitastraße von Neukölln – Grund genug, ein gemeinsames Bildungsfest zu feiern. Interessierte Eltern und Kinder sind herzlich eingeladen, mitzufeiern, sich über Anmeldefristen und Kita-Gutscheine zu informieren oder bei Spielaktionen mitzumachen. Sommerfest Wissmannstraße Freitag, 3. Juli, 15 bis 18 Uhr Ort: Außengelände Kita Wissmannstraße 33

Sommerfest in der Wissmannstraße

Ab 29. April wird wieder einmal wöchentlich das Spielmobil auf dem Boddinplatz kommen. Mit im Gepäck: Fußbälle, ein MiniKicker, Boccia-Kugeln, Jonglier-Zubehör, eine

Das Spielmobil auf dem Boddinplatz

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