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Periodical volume

Full text: Donauwelle Issue 2016,2

Donauwelle

2/16

PRINTAUSGABE DER WEBSITE

EDITORIAL

WWW.DONAUSTRASSE-NORD.DE

Liebe Leserinnen und Leser,

Sevgili Okurlar,

in dieser zweiten Ausgabe der
Druckversion unserer Website möchten wir Sie zum Thema Milieus und Milieuschutz
im Donaukiez informieren.
Sie erfahren, welche Milieus
und Bevölkerungsgruppen
im Quartier wohnen und wie
die Zusammensetzung der
Wohnbevölkerung erhalten
werden soll. Wie gewohnt erfahren Sie Aktuelles über die
Arbeit des Quartiersrates und
der Aktionsfondsjury, für die
wir fortlaufend Mitglieder
suchen. Wenn Sie neugierig
geworden sind, erfahren Sie
Ausführlicheres auf unserer
Website
www.donaustrasse-nord.de.

bu ikinci sayımızda sizleri Donaukiez´in ortamı ve
muhüt koruma hakkında bilgilendirmek istiyoruz.
Ayrıca semtinizde hangi çevre halkın ve ortamların
yaşadığını öğrenebilir ve
toplulukların bileşimlerinin
nasl korunabileceğı hakkında
bilgi alabilirsiniz. Her zamanki gibi sizleri semt meclisin
çalışmaları ve mahalledeki
katılım olanakları hakkında bilgilendiriyoruz ve de
üye olmak isteyen sakinlere ulaşmak istiyoruz. Daha
detaylı bilgi almak için bizi
www.donaustrasse-nord.de
adresinden takip edebilirsiniz.

SEPTEMBER 2016

، ‫القراء األعزاء‬
‫نسعى من خالل اإلصدار الورقي‬
‫الثاني لموقعنا اإللكتروني للتعريف‬
‫بالبيئة السكانية و سبل حمايتها في حي‬
‫دوناو السكني حيث يتسنى لكم التعرف‬
‫على المحيط البيئي والمجموعات‬
‫السكانية التي تقطن في الحي وكيفية‬
‫الحفاظ على التركيبة السكانية‬
‫ وكالمعتاد‬.‫الموجودة باإلضافة إلى ذلك‬
‫تطلعون هنا على كافة المستجدات‬
‫المتعلقة بعمل مجلس الحي وهيئة‬
‫المحلفين لشؤون اإلنفاق العام علما بأن‬
‫البحث عن أعضاء لهذين الهيئتين‬
.‫مازال مستمرا‬
‫يمكنكم االطالع على المزيد من‬
‫التفاصيل عن طريق زيارة موقعنا‬
:‫اإللكتروني‬
www.donaustrasse-nord.de

2

/ DONAUWELLE

QUARTIERSRAT

NEUES AUS DEM QUARTIERSRAT UND DER AKTIONSFONDSJURY

Mehr Grün, mehr Vernetzung

D

er Quartiersrat hat sich
in seiner Mai-Sitzung
mit zwei interessanten Untersuchungen über den Donaukiez befasst. Zum einen
wurde eine Milieustudie
über die Bewohnerschaft
vorgestellt (siehe Artikel
unten). Zum anderen zeigt
die Berliner Umweltgerechtigkeitskarte, dass der Donaukiez ökologisch stark
benachteiligt ist: Die Luftverschmutzung ist hoch,
das Bioklima schlecht und
es fehlen Grünflächen. Der
Quartiersrat fordert daher
die verstärkte Begrünung
von Dächern, Fassaden und
Innenhöfen und dass mehr
Bäume gepflanzt werden.
Die Förderung der Kita

Reuterstraße, die in diesem
Jahr ihren Außenbereich
einladend gestalten will,
wurde befürwortet.
Im Juli brachte der Quartiersrat die „NetzWerkstatt
Donaukiez“ auf den Weg.
Dabei will sich die Werkschule Löwenherz aus der
Schönstedtstraße 7 mit den
Schulen, Kitas, Jugendeinrichtungen und Vereinen
des Kiezes zusammensetzen und beraten, was der
Kiez braucht. Die Schüler
der Werkschule werden
dann die Ideen umsetzen.
Der Quartiersrat hat außerdem zwei neue Mitglieder aufgenommen: Gabriele Thran und Daniel Kahl
verstärken nun das 20-köp-

schaften in der Donaustraße 12, 16 und 102. Die
Anwohnerinnen haben die
Baumscheiben vor ihrer
Haustür bereits mit Pflanzen und Blumen verschönert. Außerdem bekommt
der Kinderladen Yong in
der Donaustraße 114 einen
Zuschuss, um einen neuen
Teppichboden zu verlegen
und die Wände neu zu streichen.

fige Gremium.
Derweil war die Aktionsfondsjury nicht untätig. Sie unterstützt gleich
drei Baumscheibenpaten-

Nächste Abgabefristen für
Aktionsfonds-Projekte:
21. Oktober und 18. November.
Nächste Sitzung des
Quartiersrats:
24. November um 19 Uhr im
Quartiersbüro, Donaustraße
7. Interessierte sind herzlich
willkommen.

LOKALES

Zwischen Experimentierfreude und Spaß-Kultur
Eine Milieustudie hat Lebensstile, Befindlichkeiten und Orientierungen in den Berliner Quartiersmanagement-Gebieten untersucht – mit überraschenden Ergebnissen.

W

er hätte gedacht, dass
im Gebiet Donaustraße-Nord 57,4 Prozent
der Bevölkerung der Gruppe der Experimentalisten
zuzuordnen sind? Sie sind
gut gebildet, pflegen einen
bewusst alternativen Lebensstil und halten nicht
viel von Konventionen. Für
Experimentalisten, so heißt
es in der Studie des „vhw Bundesverband für Wohnen
und Stadtentwicklung e. V.“
stehen Geld oder Karriere
nicht im Mittelpunkt. Sie
wollen das Leben genießen
und probieren gern neue
Dinge aus.
Die Einteilung der Gesellschaft in unterschiedliche
Milieus – hier sind es 11 – ist
ein bewährtes Modell zur
Beschreibung einer kom-

0,6

6,4

0,2
2,9

KonservativEtablierte

5,0

Expeditive

6,7

Bürgerliche Mitte
Sozialökologische
Traditionelle
Prekäre

20,7

KonsumHedonisten
Experimentalisten

57,4

plexen Gesellschaft. Milieus beschreiben Gruppen
Gleichgesinnter, die sich in
Lebensweise, Konsum und
Werteorientierung ähneln,
wobei die Grenzen natürlich fließend sind.
Nach den Experimen-

talisten – die übrigens nur
noch am Sparrplatz und im
Gebiet Schillerpromenade
ähnlich stark vertreten sind
– folgen mit 20,7 Prozent die
Konsum-Hedonisten. Diese
sozial eher schwache Gruppe ist auf Spaß und Unter-

haltung gepolt. Typisch ist
der hohe Medienkonsum
und ein gewisser Bildungsund Leistungsfatalismus.
Praktisch gar nicht vertreten sind im Donaukiez
die gesellschaftlichen Leitmilieus, etwa die aufgeklärte Bildungselite („Liberal-Intellektuelle“) oder das
klassische
Establishment
(„Konservativ Etablierte“).
Und während im Schnitt aller QM-Gebiete 15,3 Prozent
dem Milieu der Prekären
angehören, sind es im Donaukiez nur 6,7 Prozent.
Das Milieumodell spielt
vor allem für die Bürgerbeteiligung eine wichtige
Rolle, denn unterschiedliche Milieus brauchen unterschiedliche Ansprachen und
Formen der Beteiligung.

SEPTEMBER 2016 /

AUS DEM QUARTIER

3

Jetzt gilt im Donaukiez der Milieuschutz
Seit dem 27. Juli kann das Bezirksamt im Gebiet Flughafenstraße/Donaustraße die Verdrängung der
Mieter verhindern.

K

eine Luxusmodernisierungen und keine ungeprüfte Umwandlung von
Miet- in Eigentumswohnungen – das verspricht die soziale Erhaltungsverordnung
(auch Milieuschutz genannt),
die der Bezirk im Juli in Kraft
gesetzt hat. Ziel ist es, die Zusammensetzung der Wohnbevölkerung zu erhalten
und die Verdrängung der Bewohner zu vermeiden. Das
Stadtplanungsamt kann hier
nun übermäßig teure Modernisierungen, Wohnungszusammenlegungen, Abrisse
und die Eigentumsumwandlung untersagen.
Das Stadtplanungsamt hat
detailliert aufgelistet, welche Modernisierungen nicht
zugelassen werden. Dazu
gehören unter anderem der
Einbau von besonders teuren Aufzügen, der Einbau
eines zweiten Bades, der Anbau von Zweit-Balkonen, wesentliche
Grundrissveränderungen, Maßnahmen zur
Energieeinsparung, die über
den Mindeststandard der
Energieeinsparverordnung
hinausgehen, und besonders
hochwertige Wohnungs- und
Gebäudeausstattungen.
Das Amt kann aber nichts
ausrichten, wenn nur die allgemein übliche Wohnungsausstattung hergestellt wird.
So werden der Ersteinbau
eines Bades oder einer Zentralheizung immer genehmigt – auch wenn dies oft
schon zu Mietsteigerungen
führt, die viele Mieter nicht
mehr tragen können. Der
Milieuschutz ist also kein
Allheilmittel gegen die Gentrifizierung.
Untersagt wird auch die
Umwandlung von Miet- in
Eigentumswohnungen, denn

Mieter stehen dabei unter
einem besonders hohen
Druck: Zur Vorbereitung
des Verkaufs der Eigentumswohnungen werden die
Wohnhäuser oft besonders
aufwändig saniert und nicht
selten komplett „entmietet“.
Die grundbuchliche Aufteilung eines Wohnhauses wird
daher in der Regel nicht
mehr gestattet. Ausnahme:
wenn sich der Eigentümer
verpflichtet, die Wohnungen
über einen Zeitraum von sieben Jahren ausschließlich
den Mietern zum Kauf anzubieten.
In einer Voruntersuchung
wurde für die Bewohner
des Donaukiezes eine hohe
Verdrängungsgefahr
festgestellt. Die Mieten stehen
stark unter Druck: Im Donaukiez zahlen nur noch 24
Prozent der Bewohner eine
Nettokaltmiete von weniger
als sechs Euro pro Quadratmeter. Bei Neuvermietungen werden im Schnitt schon
zehn Euro pro Quadratmeter
verlangt – das ist doppelt so
viel wie noch 2008.
Im Donaukiez haben 38
Prozent der Haushalte ein

Nettoeinkommen von weniger als 1500 Euro. Jeder
fünfte Haushalt muss sogar
mit weniger als 1000 Euro
im Monat über die Runden
kommen. Die Wohnkostenbelastung ist hoch: Wer unter 1000 Euro zur Verfügung
hat, muss im Schnitt die
Hälfte seines Einkommens
für die Warmmiete aufbringen. Haushalte mit weniger
als 750 Euro im Monat müssen sogar knapp 70 Prozent
ihres Einkommens für das
Wohnen zahlen.
Die Bausubstanz hat zudem ein sehr hohes Aufwertungspotenzial. In den
nächsten Jahren ist vor allem mit teuren Modernisierungsmaßnahmen zur Energieeinsparung zu rechnen.
Gleichzeitig hat sich die
Umwandlungstätigkeit
ab
2014 sprunghaft verstärkt.
Die Kaufpreise für Wohnungen liegen im Donaukiez
schon zwischen 2500 und
3000 Euro pro Quadratmeter.
Fazit der Untersuchung:
In vielen Häusern sind Modernisierungsmaßnahmen
zu erwarten und ein Groß-

teil der Bewohner kann sich
die daraus folgenden Mietsteigerungen nicht leisten.
Neukölln hat jetzt fünf
Milieuschutzgebiete.
Am
Reuterplatz, wo schon seit
einem knappen Jahr mit
dem Milieuschutz gearbeitet wird, kann der Bezirk
bereits Erfolge verzeichnen.
Die Anträge auf Eigentumsumwandlung sind drastisch
zurückgegangen.
Informationen zum Milieuschutz
in Neukölln:
http://www.berlin.de/ba-neukoelln/politik-und-verwaltung/
aemter/stadtentwicklungsamt/
stadtplanung/milieuschutz/artikel.294102.php
Ansprechpartner:
Bauliche Vorhaben im Donaukiez
und übrige Bereiche östlich der
Karl-Marx-Straße:
Frau Burkhardt
Tel.: 90239-3511
Umwandlung von Miet- in
Eigentumswohnungen:
Herr Thomas
Tel.: 90239-3467
E-Mail: stadtplanung@bezirksamtneukoelln.de

4
KULINARISCHES

Miteinander
feiern

Z

um Opferfest, dem höchsten Fest vieler Muslime,
lädt man traditionell Nachbarn und Bedürftige zum
Essen ein. Fatme Hajjaj, eine
Anwohnerin aus dem Donaukiez, hat diese schöne
Tradition vor einigen Jahren an die Rixdorfer Schule
gebracht. Am 14. September
bereitete sie wieder arabische Köstlichkeiten zu und
lud Kinder, Eltern und Nachbarn zu einer kleinen Feier
ins Elterncafé der Schule ein.
Die nächste interreligiöse
Begegnung wird in der Adventszeit stattfinden. Dann
will Fatme Hajjaj mit den
Kindern Plätzchen backen.
IMPRESSUM

Erscheinungsdatum: 28.09.2016
Herausgeber:
Quartiersmanagement
Donaustraße-Nord
Donaustraße 7, 12043 Berlin
Tel.: (030) 34 62 00-69/-70
Fax: (030) 34 62 00-73
Email: info@qm-donaustrasse.de
www.donaustrasse-nord.de
Redaktion: Christian Frey,
Juliane Willerbach
ViSdP: Thomas Helfen
Texte und Fotos: Jens Sethmann,
Birgit Leiß, Sabine Schuster
Gestaltung: Bo Soremsky
Auflage: 5.000 Exemplare
Nachdruck nur mit ausdrücklicher
Genehmigung des Herausgebers.
Gefördert durch das Land Berlin
im Rahmen des Programms Soziale
Stadt.

Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher
Sprachformen verzichtet. Sämtliche
Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

/ DONAUWELLE

AUSBLICK

SCHULE

Willkommen im Elterncafé des Ernst-Abbe-Gymnasiums

E

inmal wöchentlich treffen sich Eltern und
Lehrer in gemütlicher Café-Atmosphäre im Ernst-Abbe-Gymnasium, um sich
kennenzulernen und gegenseitig zu helfen. „Wir
wollen die Eltern immer
mit ins Boot holen“, erklärt
Frau Celikyürek. Sie ist als
Lehrerin regelmäßig zu
Gast: „Eltern, die sich für
den Schulalltag ihrer Kinder interessieren, unterstützen diese mehr.“ Die Eltern
geben Infos untereinander weiter, man holt sich
Tipps zur Erziehung und
die Lehrer berichten aus
dem Schulalltag. Wie in einem öffentlichen Café kann
jeder nach Belieben ohne
Anmeldung kommen und
gehen. „Auch Grundschuleltern sind hier immer
willkommen“, erläutert die

stellvertretende Schulleiterin, Frau Reiter-Ost, „hier
kann man sich ganz direkt
über die weitergehende
Schule informieren.“ Frau
Abbou Al-Ward, deren Sohn
das Gymnasium besucht,
erzählt: „Der Kontakt zu
den Lehrern ist im Café viel
näher als am Elternabend –
wo ist die stellvertretende

Schulleiterin schon einmal
so unmittelbar dabei.“ Eltern und Lehrer übersetzen
auch, falls jemand kaum
Deutsch spricht.
Das Elterncafé findet immer
donnerstags von 8.30 bis 11.30
Uhr und von 17 bis 19 Uhr in der
Sonnenallee 79, Raum V23 (Erdgeschoss) statt.

SCHULE

Erster Schultag an Rixdorfer Grundschule

G

roßer Tag für die Erstklässler, die am 10. September 2016 feierlich an
der Rixdorfer Grundschule
eingeschult wurden. Die
Kleinen strömten zusammen mit ihren Eltern und
Geschwistern in die Aula,
wo die Klasse 2a alle mit
dem Lied „Karibu“ herzlich
willkommen hieß. Ein witziges Lied über sämtliche
Buchstaben des Alphabets
folgte. Als die Zweitklässler
schließlich noch mit viel Power ihre Schulhymne sangen, wussten alle Besucher:
„Wir sind hier an der Rixdorfer!“. Die stellvertretende Schulleiterin hielt eine
kleine
Einführungsrede,
und anschließend gingen
die kleinen Schüler aufge-

regt mit ihrer neuen Klassenlehrerin für eine halbe
Stunde zum ersten Mal in
ihren eigenen Schulraum.
Insgesamt wurden dieses
Jahr drei erste Klassen an
der Rixdorfer Grundschule
eingeschult. Die Schulleiterin Anke Peters freut sich
über die Beständigkeit der
Anmeldungen. „Die Einschulungszahlen liegen konstant bei über 60 Kindern“,
erläutert sie. „Die Zusammenarbeit mit den Kooperationskitas, das gegenseitige
Besuchen, die Teilnahme
von Lehrern an Elternversammlungen in den Kitas
und das Nutzen unserer
Lernwerkstatt durch Kita-Kinder lassen diese konstanten Zahlen zu“, zählt

sie die Faktoren auf. Hinzu
kämen auch Kinder, die gerade erst aus dem Ausland
zugezogen sind.
        
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