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Periodical volume

Full text: Donauwelle Issue 2015,1

Donauwelle
PRINTAUSGABE DER WEBSITE WWW.DONAUSTRASSE-NORD.DE

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JUNI 2015

Schüler der Ernst-Abbe-Schule schreiben über den Unterrichtsalltag während der Bauarbeiten.

	EDITORIAL

Liebe Leserinnen und Leser, im Jahr 2015 erscheint die Donauwelle im verkleinerten Format als Druckausgabe der Website www.donaustraße-nord.de. Wie gewohnt halten wir Sie über Neuigkeiten aus dem Quartiersrat und über Beteiligungsmöglichkeiten auf dem Laufenden. Sie erfahren auch, wie die Schüler der Ernst-Abbe-Schule den Alltag während der Bauarbeiten empfanden. Die Beiträge machen Sie neugierig? Dann lesen Sie auf der Website weiter.

Sevgili Okurlar, 2015 yılında Donauwelle www.donaustrasse-nord. de sayfasının özeti olarak yayımlanıyor. Her zamanki gibi sizleri Semt Meclisi ve mahalledeki katılım olanakları üzerine bilgilendiriyoruz. Bu sayıda ErnstAbbe-Okulu’ndaki in aat i lerininokul hayatını nasıl etkiledi ini de ö rencilerin kaleminden ö renebilirsiniz. E er ilginizi çekti ise yazıların devamını internet sayfamızda okuyabilirsiniz.

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QUARTIERSRAT

/ DONAUWELLE

NEUES AUS DEM QUARTIERSRAT UND DER AKTIONSFONDSJURY im Quartier beschrieben und zukünftige Ziele und Handlungsschwerpunkte festgelegt. Das Team Bildung, Ausbildung, Jugend diskutierte, wie der Wegzug von Eltern mit Schulkindern aus dem Gebiet verhindert werden kann, aber auch wie mehr Jugendliche in die Gestaltung ihres Stadtteils einbezogen werden können. In der Arbeitsgruppe Öffentlicher Raum und Nachbarschaft wurde über einen Nachbarschafts-Treffpunkt nachgedacht, der die gegenseitige Nachbarschaftshilfe fördert. Die Gruppe Arbeit und Wirtschaft stellte fest, dass viel Potential im Gebiet liegt: Die Menschen hier seien oft mehrsprachig, kreativ, jung und „locker statt spießig“ – eine gute Voraussetzung für die Wirtschaft im Quartier. mit dem Aktionsfonds kleinteilige, schnell umsetzbare Aktionen des freiwilligen Engagements zur Stärkung der Nachbarschaft. Seit 2015 liegt der Förderhöchstbetrag bei 1.500 statt wie bisher bei 1.000 Euro. Gefördert werden Anschaffungen und Sachkosten. Anträge können monatlich gestellt werden. Noch sind knapp 5.000 Euro zu vergeben.
Die nächsten Fristen: 26.06., 21.08., 25.09.

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n den drei Sitzungen des Quartiersrats in 2015 wurden Handlungsbedarfe und Potenziale im Gebiet Donaustraße-Nord gesammelt und eingehend diskutiert sowie über konkrete Projektideen abgestimmt.

„Locker statt spießig“
Zur Fortschreibung des Integrierten Handlungs- und Entwicklungskonzeptes wurden Stärken und Schwächen

Machen Sie etwas Kiezvolles!
Das Quartiersmanagement Donaustraße-Nord fördert

In der Donau115 finden fast täglich Live-Konzerte statt. Die Betreiber vermieten jetzt auch ein Tonstudio.

	

LOKALES

Zwischen Szene-Laden und Kiezclub
Die Donau115 ist inzwischen viel mehr als eine Jazz-Club-Bar.

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bgerissene Tapeten, schlichte Holzbänke, eine überschaubare Ge­ tränkeauswahl – der kleine Musik- und Kulturladen in der Donaustraße 115 strahlt noch die Improvisation der ersten Tage aus. Dabei ist es schon drei Jahre her, dass Niklas Alt die Räume ge­ meinsam mit zwei Freunden angemietet hat. Inzwischen gibt es hier von Mittwoch bis Samstag, häufig auch

sonntags und dienstags, ab 21 Uhr Jazz- und andere Konzerte. Außerdem finden Workshops, Lesungen, Ver­ nissagen statt. „Unser Kerngeschäft ist die Musik. Die meisten unse­ rer Künstler leben in Berlin und Neukölln, unter ihnen viele internationale. Es kom­ men auch Musiker aus ganz Deutschland und aus dem Ausland, die auf Tournee sind“, erklärt Niklas.

Im Publikum sind vor allem junge Musikstuden­ ten und ein internationales Neuköllner Publikum, aber auch ältere Musikliebhaber. Einen festen Eintritt müssen die Gäste nicht zahlen, doch Niklas und seine Kollegen bitten nachdrücklich um ei­ nen Beitrag für die Musiker. Auch mit dem neu einge­ richteten Studio, in dem die Künstler arbeiten und Work­ shops anbieten können, will

die Donau115 Unterstützung leisten. Der gerade eröffnete Coworking-Space wird eben­ so an Leute aus dem Kultur­ bereich vermietet. Niklas und seine Kol­ egen l sind offen für Kooperationen mit Akteuren aus dem Kiez. Wer die Räumlich­ eiten der k Donau115 mieten möchte oder an gemeinsa­ en Prom jekten interessiert ist, soll sich gerne an sie wenden (info@donau115. de).

JUNI 2015 /

AUS DEM QUARTIER

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Schulweg mit Sandhügel-Slalom, Planenverdeckte Klassenfenster, Gesangeinlage beim Mathe-Test... – die Umbauarbeiten an der Ernst-Abbe-Schule sind nicht spurlos an den Schülern vorbeigegangen. Aber lesen Sie selbst!

M S
uchen Sie eine geeignete Oberschule für Ihr Kind? Dann sind Sie hier genau richtig! Auf dieser Schule gibt es nicht nur Lehrer, die Spannendes unterrichten, sondern auch Maurer, Schweißer und Elektriker! Sie haben richtig gehört! Hier bekommen Schüler einen kreativen und lehrreichen Unterricht sowie einen Einblick in die Berufswelt von Bauarbeitern und Handwerkern.

Atemlos

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Albtraum: Baustelle?
Während der Pausen und im Unterricht werden die Schüler von Presslufthämmern begleitet. Die Bauarbeiter bereichern die Schulstunden durch Kommentare wie: „Konzentriere dich auf den Unterricht“ vom Gerüst aus. Keine Sorge, Ihr Kind wird auf dieser Schule nicht schwänzen können! Die Fläche des Schulhofs wurde durch hohe Zäune so sehr verkleinert, dass Staus entstehen. Ihr Kind kann also nur im Entenmarsch vom Vorderhaus durch die Cafeteria ins Hinterhaus gelangen, sich aber niemals durch den Hinterausgang hinausschleichen. (...)
MERVE-FATMA CALIS

ch erinnere mich noch genau daran, wie es passiert ist. Meine Mathelehrerin hatte womöglich einen schlechten Tag und zwang uns einen Test zu schreiben. Nach ca. zehn Minuten Stille und verzweifeltem „Rumgeschaue“ bemerkten wir plötzlich eine krächzende Stimme. Sie kam immer näher und die Klasse brach in Gelächter aus. Es war der misslungene Versuch, „Atemlos“ von Helene Fischer nachzusingen. Aus dem halbgeöffneten Fenster konnte man nur die kräftigen Beine des tanzenden Schlagerfans sehen, die sich auf dem wackelnden Gerüst befanden. Weiße Wandfarbe tropfte langsam hinunter, als meine Mathelehrerin zum Fenster schritt und sagte: „Das Singen muss gekonnt sein!“. Von diesem Tag an hatten wir eine neue Ausrede! Das Konzentrationshindernis war der Grund des schlechten Tests und somit der schlechten Mathenote. Danke, Bauarbeiter!
AMANY FATOM

eine Atmung beschleunigte sich. Ich rannte den schmalen Korridor entlang, der nur spärlich von Glühbirnen beleuchtet wurde. Wo bin ich? Ich öffnete die Fenster, um einen Blick auf meine Umgebung zu erhaschen. Aber vergeblich. Weder meinen Ort noch die einfache Frage nach Tag oder Nacht konnte ich ermitteln, als ich das Metallgerüst vor den Fenstern erblickte, das von einer pechschwarzen Plane verdeckt wurde.

Der selbstlose Held

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Schule in der Traumphase!
Ein seltsames Geräusch ertönte und schon stürmten große Menschenmengen aus den unzähligen Türen, die aus dem Nichts erschienen. Was geht hier vor sich? Ich mischte mich unter die Menge und folgte ihnen auf der Suche nach einem Ausgang. Als ich ein kleines Licht am Ende des Korridors sah, hätte ich vor Glück meinen Vordermann umarmen können. Dieser drehte sich um und traf mich dabei mit seiner Sporttasche im Magen. Da fiel es mir ein: Ich war in der Schule! (...) SERAP AYDIN

erschreckt springe ich aus dem Bett auf, es ist 7:25 Uhr. Verschlafen. Mist. Jetzt schnell. Anziehen – Wo ist meine Hose? Da ... schon 7:50 Uhr und ich gehe erst jetzt los! – Rennen ... rennen ... in die Pfütze treten, meine Hose ist von oben bis unten nass, sich zusammenreißen und weiter ... emm ... atmen ... atmen nicht vergessen ... aahh ... ein Auto, fast gestorben, doch ich verfolge weiterhin tapfer mein Ziel, pünktlich in der Schule anzukommen. Mit verzerrter Miene und pitschnasser Hose sehe ich endlich die Tür zum Vorderhaus. Mir läuft ein Schauer über den Rücken, als ich realisiere, dass ich im Hinterhaus Unterricht habe. Noch einmal 500 Meter! Mit wackeligen Beinen laufe ich weiter. Uhrzeit? 8:15 Uhr – gut. Nein, was? Schon 8:15? Ich bin zu spät! Jetzt los! Plötzlich erstreckt sich der kurze Weg über den Hof zu einem mit Geröll gepickten Marathon. Die rechte Hofseite besteht aus riesigen Sandhügeln. Die linke Seite ist voller Löcher. Zwischen diesen Katastrophengebieten fliegen Sand, ein Bohrer, Steine etc. umher. Wie soll ich da bloß durchkommen? Auf die Plätze, fertig, ... los! (...) ZÜLFIYE NUR TASTEKIN

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Broschüre und Lesung zum Ersten Weltkrieg

AUSBLICK

/ DONAUWELLE

1m² Kiez Expo im Quartier
Im Juni und September können sich im Donaukiez Gruppen präsentieren

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elche Bedeutung hatte der Erste Weltkrieg für die Menschen im Donaukiez? Und was war die Rolle der Kirche? Darüber informiert eine neue Broschüre. Sie dokumentiert die Ergebnisse einer Geschichtswerkstatt der Martin-Luther-Gemeinde und wird am 9. Juli um 18 Uhr 30 im großen Gemeindesaal (Fuldastraße 50) präsentiert. Dazu erwarten die Besucher O-Töne aus Zeitdokumenten.

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IMPRESSUM

Erscheinungsdatum: 12.06.2015 Herausgeber: Quartiersmanagement Donaustraße-Nord Donaustraße 7, 12043 Berlin Tel.: (030) 34 62 00-69/-70 Fax: (030) 34 62 00-73 Email: info@qm-donaustrasse.de www.donaustrasse-nord.de Redaktion: Janna Degener, Christian Frey, Sarah Kröger, Juliane Willerbach ViSdP: Thomas Helfen Gestaltung: Stefanie Reeg Titelfoto: Angela Wahl Fotos: Janna Degener, Sarah Kröger Illustration: Stefanie Reeg Druck: Wir-machen-Druck.de Auflage: 5.000 Exemplare Nachdruck nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Herausgebers. Gefördert durch das Land Berlin im Rahmen des Programms Soziale Stadt.

Ob Kunstinitiative, Kulturverein oder Sportprojekt – bei der Kiez Expo im Juni und September können lokale Initiativen, Vereine und Gruppen ihre Angebote und Projekte der Öffentlichkeit präsentieren. Die eigens entworfenen Mini-Pavillons haben eine Grundfläche von einem Quadratmeter und werden gemeinsam mit den Ausstellern individuell ausgestaltet. Die Teilnehmer können sich auf der Kiez Expo lokal vernetzen. Anwohner und Besucher erhalten so einen Einblick in die Lebendigkeit des Quartiers Donaustraße-Nord. Die 1m² Kiez Expo wird vom place/making Team, einem Kollektiv von Designern, Architekten und Stadtplanern, entwickelt und in

Zusammenarbeit mit dem Quartiersmanagement Donaustraße-Nord durchgeführt. Die erste Kiez-Expo fand am Freitag, den 5. Juni 2015, an der Donaustraße/Ecke Erk- oder Reuterstraße in Neukölln statt. Der Standort der zweiten Kiez Expo (Samstag, 19. September 2015) wird noch bekannt gegeben. Wer als Aussteller teilnehmen möchte, kann sich mit einer kurzen Beschreibung des geplanten Angebotes per E-Mail (mail@ 1qm.info) an die Veranstalter wenden. Für die erste Expo ist die Realisierung von zehn bis fünfzehn Mini-Pavillons geplant. Einen Quadratmeter Fläche bietet die Kiez Expo für die Präsentation von Ideen und Projekten.
Weitere Infos gibt es unter www.1qm.info und facebook.com/ KiezExpo.

Wer ist Neuköllns Superhero?

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Aus Gründen der besseren Lesbarkeit wird auf die gleichzeitige Verwendung männlicher und weiblicher Sprachformen verzichtet. Sämtliche Personenbezeichnungen gelten gleichermaßen für beiderlei Geschlecht.

ei der mexikanischen Variante des Wrestlings, dem Lucha Libre, dreht sich alles um die Kämpfer. Einige von ihnen sind Helden, sie setzen sich für das Gute in der Welt ein. Andere sind Bösewichte, sie verkörpern unsere Feindbilder. Alle tragen Masken, wie wir sie auch von Spiderman oder Batman kennen. Die Neuköllner Designerin Lucy Libre hat den Kultsport in Lateinamerika entdeckt und bringt ihn jetzt gemeinsam mit dem mexikanischen Luchador Orlando Silver zu uns in den Donaukiez: „In jeder größeren Stadt Mexikos gibt es eine Arena, wo die Kämpfer ihre faszinierenden Masken präsentieren und wo es wie bei

Die Künstlerin Lucy Libre und der mexikanische Wrestler Orlando Silver bringen Lucha Libre in den Donaukiez. jedem Dorffest nach Popcorn riecht. Das Thema passt so gut nach Neukölln, denn keiner weiß, wer hier eigentlich die Helden und Bösewichte sind“, erklärt die Künstlerin. In Jugendclubs und Schulen hat sie also Neuköllner Ju-

gendliche auf ihr Projekt aufmerksam gemacht. In Workshops sollen sie sich jetzt darüber austauschen, wer ihre Idole und Gegner sind, um auf dieser Basis Skizzen für Kämpfermasken zu entwickeln. Alle Ideen sind willkommen. Aus den besten Entwürfen werden Masken genäht, mit denen beim Festival 48 Stunden Neukölln unter dem Motto „S.O.S. - Kunst rettet die Welt“ dann auch echte Kämpfer in den Ring steigen. Alle anderen Zeichnungen in einer Ausstellung in der Musikbar Donau115 präsentiert.
Der Live-Kampf findet am 26. Juni um 20 Uhr in den Neukölln Arkaden statt. Die Ausstellung in der Donau115 läuft vom 26.-28. Juni.
        
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