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198. bis 219. Sitzung (15. Dezember 1920 bis 14. Januar 1921) 202. und 203. Sitzung. Dienstag den 11. Januar 1921

Contents: Sitzungsberichte der Verfassunggebenden Preußischen Landesversammlung (Public Domain) Ausgabe 12.1919/21 198. bis 219. Sitzung (15. Dezember 1920 bis 14. Januar 1921) (Public Domain)

15463 - Verfässunggebende Preußische Landesverjammlung 202. u. 203 . Sißung am 71. Januar "1921 15464 
[Haushalt der r Landwirtschaftlichen Verwaltung] los die nötige Freiheit gewährt, er wird, wie der Herr Ab- 
[Siemen, Abgeordneter (D. Dem.)| 0 „Fimnßier gejagt hat, zum freien Bauern auf 
man ihnen Ware; die Leute gehen nach der Stadt und ver- Er : . . 
kaufen fie, Nachweislich je nee as mt Menn Nach. (Sehr richtig! bei der Deutshen Demokratischen Partei) 
dru> -- sind das Leute, die großenteils eine Wuchertätig- I<h bitte um diese Freigabe auch sHon aus Abneigung 
feit getrieben haben. gegen die Kriegswirtschaft, gegen die Reichsgetreidestelle 
(Unruhe und Zurufe bei der Sozialdemokratischen Partei) EE HERRES BRRNE NEN IEN ENG, 59 Eis 
I< mödte die Herren gerade von der Sozialdemokratie daß dort an der Spiße dieser Kriegsorganisationen Leute 
bitten, ihren Einfluß dahin geltend zu machen und dafür zu siven, die sich sehr wohl fühlen und aus ihren Sesseln nicht 
jorgen, daß es nicht mehr geschieht. Nicht unwesentlich ist 9381 vertrieben werden möchten. I< habe den unverwisch- 
auch der Wucher gerade in den Kreisen gewesen, die eine baren EindruF gewonnen, daß die Leute, die dort auf 
Erhöhung der Rationen und der Deputate beansprucht Stund des Gesetzes zur Ausführung von Geseßen berufen 
haben. ES ist unverkennbar, daß ein großer Teil der Depu- sind, vielleicht die freie Luft der Konkurrenz fürchten und 
fate heute zu hohen Kreisen verkauft wird. deShalb die Lokale nicht verlassen wollen. 
y Da ist mir gerade heute morgen brieflich eine inter- 
(Zuruf) essante Mitteilung über einen Angestellten der Reichs- 
= Sie haben es verlangt. Nei peitelle gema worden, die noch ihre Revisoren auf 
| . m as Land schi>t zur Revi der bäuerli tri 
(Widerspruch bei der Sozialdemokratischen Partei) es nötig e und 8 R ieh, MNT ebe 8 
Zu einer Einigung in dieser Beziehung wird bei: uns 1 Nachbarschaft des vielen von Ihnen vielleicht bekannten 
SE leivig-Holftein durch is EN: TEI Dithmarschen : „Das Dithmarschen, das ja durch seine stets 
schaft aufgerufen, die es anstrebt, daß dem Wucher und dem jiverase "Meinung von jehei vefannt ist- hat wieder in der 
Sq<leichhandel begegnet werden soll: es sollen angeblich Ar- Provinz no< jeine Eigentümlichkeiten. 
beiter, Veet und Zante also sagen wir: alle Kate- (Zuruf des Abgeordneten Peters [Hoc<donn]) 
gorien, aufgenommen werden. ' 3 . . ! 
ü | 7: Herr Reters kann für sich in Anspruch nehmen, weil er 
(Zuruf des Abgeordneten Peters [Hochdonn]) Dithmarscher ist, daß es auch für ihn zutrifft. Tort haben 
l | die Revision8beamten, die von der Reichögetreidestelle aus 
-- Jawohl, Herr Abgeordneter Peters, angeblich. Das gesandt werden, einen besonders schweren Stand. Es ist 
wird allen bewußt sein. I< muß sagen, daß ich gegen diese zu bewundern, das dort noch kein Revisox ermordet worden 
edlen Grundsäße, wenn man die verfechten will, nichts ein- ist, wie es sonst in Deutschland oft vorgekommen ist. Es 
zuwenden habe. Es bleibt aber doch zu prüfen, ob ni<t ist mancher Revisor über den Houfen ges<osien worden; 
etwas dahinter stet, was etwas Politisches im Shilde unzählige Beispiele kann man dafür anführen. Ein solcher 
führt, und was wir doch nach den Märzvorgängen des vori- Revisor, der als Gutsbesißer aus Posen vertrieben worden 
gen Jahres nicht rekapitulieren wollen. DEr Wi is gestern in Seen W9ewen, Er ist nach 
e10.1 985 Kreise EFernförde verseßt, weil angebli< anonyme 
(Sehr richtig! links) NEM BACHER ; Een ; 
Schreiben gegen ihn eingegangen sind. Mir ist dieser Müh- 
Wir wollen hoffen, daß e3 nicht der Fall ist. I< muß aber lenrevisor bekannt, und ich weiß seine Eigenschaften zv 
für meine Person erklären, daß ich vorläufig für Bestre- shäßen. Gerade vor einiger Zeit habe ich in der Zeitung 
hungen noch nicht zu haben bin, die ich noch nicht genügend Aelesen, daß er sich schr verdient gemacht hat. Er hat einige 
dur<s<haue; ich weiß nicht, ob nicht im Hintergrund etwas Schiffe im Nordostseekanal abgefaßt, die verbotene Güter, 
Rolitische3 lauert, was im Interesse des deutschen Volkes ich glaube, es war Getreide, Kohlen von Hochdonn == ge- 
im höchsten Grade verwerflic< wäre. rade aus Ihrer Gegend, Herr Abageordneier Peters 
(Sehr richtig! link) (Zuruf des Abgeordneten Peters [Hochdonn]) 
Also, meine Damen und Herren, nur durch ein be- -. und fünsilicher Dünger, verschieben wollten: Das ist 
sonnenes Zusammenarbeiten von Arbeiter und Landwirt 1 Zeinnven Verdienst des Revisors u89 jollie gerühmt 
können wir eine Steigerung der Produktion hervorrufen. erden: Statt desen versetzt man ihn auf Grund anonymer 
hitte die Siaaisregiern: Wenn 8 Nari <h ten und seßt vielleicht einen Herrn in unsere 
I< Sregierung, wenn uns heute no< ; A ! 
2 Millionen oder jagen wir 3 Millionen Tonnen Brot- Provinz, der die besonderen Eigenschaften der Dithmarscher 
getreide fehlen, möglichst bald an die Einfuhr möglichst des im kennt. Dadurch Heut zan eine Dent in das 
ganzen Quantums heranzugehen; denn nur dadurch haben Land hinein. I< warne die eichSgetreideaufficht vor 
wir eine sichere Gewähr, sagen zu können, daß wir das jolhen Schritten und bitie fie, besonnen zu Werke zu gehen. 
nötige Brotgetreide haben, ohne täglich berechnen zu müssen, Sehr interessant ist ja die Haferbewirtschaftung, die 
ob wir noch bis zur nächsten Ernte reichen. Wenn heute neuerdings wieder in die Zwangswirtschaft aufgenommen 
no< die Einfuhrmöglichkeit besteht, wenn auch unter ist. Gelinde gesagt, hätte man keine größere Dummheit 
erschwerten Umständen, so jollte. alles eingeführt werden, machen können als diese. Eine Kurzsichtigkeit hat hier 
was eingeführt werden kann, so daß wir hei der nächsten wieder mal unter den betreffenden Herrschaften, die dieses 
Ernte das jetzt bewirtschaftete Getreide freigeben können, ausgearbeitet haben, gewaltet, daß sie das, was sie verfügt 
damit der Landwirt bei der bevorstehenden Aussaat im haben, nach meinem Dafürhalten gar nicht verantworten 
Frühjahr weiß, was er aussäen kann; denn heute 1"uß der können. Haben wir denn durch die Zwangswirtschaft in 
Landwirt leider infolge der großen Teuerung in seinem Hafer Nährmittel für die industriellen Betriebe, die den 
Betriebe auf Rentabilität sehen und muß wissen, welhe Hafer nicht selbst bauen können, haben wir Hafer für das 
Getreidearten er aussäen kann. Das ist nur der Fall, wenn Heer? Von alledem, was als Pflichtquanium abgegeben 
wir heute sagen: von der Ernte im Jahre 1921 ab ist das werden soll, haben wir nicht annähernd so viel, daß wir das 
Brotgetreide au< frei. Dadurch wird dem Bauern zweifel- Heer befriedigen können. (E83 ist ja auch vor einiger Zeit im
	        
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