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Der Soldatenkönig als Kunstmäcen

Volltext: Erforschtes und Erlebtes aus dem alten Berlin (Rights reserved - Rights managed by VG Wort (§ 51 VGG))

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| . Der 
.  Soldatenkönig als Kunstmäcen. 
N Bon Prof. Dr. Georg Boß. . 
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. Wie Zeit des'“großen Soldatenkönigs war keineswegs so 
kunstarm in Berlin, als unsere Geschichtschreiber dies zu 
: “ schildern pflegen. Denn während der 25jährigen Re- 
gierung Friedrichs 1. hatten die Künste und das Kunstgewerbe nicht 
nur am Königshofe, sondern bei dem Adel und den wohlhabenden 
bürgerlichen Familien. eine Heimat gefunden. Daraus konnten die 
Künste nicht wieder verdrängt -werden. 
| König Friedrich Wilhelm 1. hat zwar beim Antritt seiner 
Regierung die Künstler seines Baters großenteils entlassen. Der 
bedeutendste Meister, den Berlin besaß, Andreas Schlüter, 
mußte sein Brot im fernen Rußland suchen. Doch wenn wir auf- 
merksam Umschau halten über das, was in der langen. 28jährigen 
Regierung Friedrich Wilhelms 1. auf den verschiedensten Gebieten 
der Kunst und des Kunstgewerbes geschaffen ist, so müssen wir 
bekennen, daß der König vielfach selber der Kunst Aufträge 
gegeben hat, die sehr wohl von künstlerischem Sinn und Geschmak 
zeugen. 
; Wir dürfen uns nicht damit begnügen, immer wieder von 
neuem auf des Königs eigene, dilettantische Malereien hinzuweisen. 
Gewiß, die Porträts der langen Kerle, welche der König so gern 
in voller Lebensgröße inÖl malte, mögen wunderlich genug aussehen. 
Diese Bilder waren der Zeitvertreib eines rauhen Kriegsmannes, der 
beim Malen der Soldaten vor allen Dingen seinen militärischen 
Interessen folgte. Über alle Einzelheiten der militärischen Aus- 
rüstung gab er sich dabei Rechenschaft. Er zeigt seine echt soldatische 
Freude an den imposanten Gestalten der Flügelmänner seiner 
Potsdamer Riesengarde. 
Rein künstlerische Angelegenheiten mußten unter der Regierung 
des Königs fast überall hinter den militärischen und wirtschaftlichen 
Interessen des Staates zurückstehen.
	        
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