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Volltext : Amtliches Fernsprechbuch für den Bezirk der Reichspostdirektion Berlin (Public Domain) Ausgabe 1937 (Public Domain)

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548 Centralblatt der Bauverwaltung. 29. Decentar 1888. benannten Zahlen rechnen. Zu der hier vorgeschlageneu bequemeren Schreibweise ist inan z. B. in der Zinsrechnung schon gelangt: 5Pro-5 cent schreibt man in Rechnungsansätzen warum also nicht 5 kg kff pro qcm = 5—Der Einwurf, die Bezeichnung at (Atmosphäre) für „kg pro qcin“ sei besser, wird dadurch entkräftet, dafs dieselbe für Rechnungen (vergl. oben) weniger bequem und aufserdem unrichtig ist (1 at ist nicht = 1 kg f. d. qcm, sondern = 1,0336 kg f. cl, qcm). Schiller, K. R.-Bfhr. Der Vorschlag, welcher hier unsern Lesern gemacht wird, ist auch von anderen Seiten bereits an uns gerichtet worden. Trotz der offenliegenden ­ Gründe, welche zu Gunsten der befürworteten — übrigens keineswegs neuen — llezeichnungsweise sprechen, haben wir geglaubt, eine unvermittelte Aenderung des Gebrauches vermeiden und das etwaige Vorgehen in dieser Richtung unseren Mitarbeitern überlassen zu sollen, da wir die Befürchtung hegen dafs die ausschliefsliche Anwendung der neuen Schreibweise einem grofsen Thoile unserer Leser, welcher den mathematischen Wissenschaften minder nahe steht, fremdartig berühren und manchem vielleicht das Verstündni fs der betreffenden Zahlenangabeu erschweren würde. Nebenbei bemerkt, stehen der Neuerung auch einige andere — wenngleich untergeordnete ­ — Bedenken entgegen. Erstens läfst es der Vorschlag unentschieden, ­ wie das Geschriebene gelesen und gesprochen werden soll. Zweitens fehlt der neuen Schreibweise die für den Druck wünsehenswerthe Einzeiligkeit; sie erfordert daher eine bei häufigem Vorkommen ­ im fortlaufenden Satze unschöne Unterbrechung des regelmäfsigen Zeilenabstandes, w r ie die obigen Beispiele zeigen, oder die Verwendung kleinerer und deshalb weniger gut lesbarer Lettern, z. B. $ = 700 falls man nicht etwa den weniger gebräuchlichen schrägen Bruchstrich auwenden und a = 7(JO kg/qem oder 700 äsr/,,,.,,, schreiben will. D. Red. Nonienartige Ablesung auf dem liechenstabe. Bekanntlich sind die Logarithmen der Zahlen als Längen auf dom Rechenstabe ­ aufgetragen. Es haben demgemäß bei derselben Schieberstcllung sämtliche Zahlenabständc, welche auf Schieber und Lineal mit gleicher Länge nebeneinander liegen, das gleiche Zahlcnverhäitnifs, nämlich dasjenige von 1 zu der neben der 1 des Schiebers befindlichen Zahl des Lineals. Befindet sich das linke Schieberende z. B. neben der 1,25 des Lineals, so besteht «las Verhältnifs von 10:12,5; es haben also auch die nebeneinander liegenden gleichen Längen z. B. von 4 bis 5 anf dem Schieber und von 5 bis 5.25 auf dem Lineale das Zahlcnvcrhültnifs von 10:12,5. Mit Hülfe dieses Umstandes lassen sich zwei weitere Stellen eines Rechnungsevgebnisses ermitteln. Es sei z. B. die Multiplication 141.37 auszuführen. Man stelle das auf dem Lineale abzulescnde Ergebnifs zunächst mit dem Läufer fest, ziehe alsdann den Schieber soweit nach links aus, bis die Länge auf dem Lineale von 510 (nicht 520) bis zur Läuferinarke durch die Länge eines ganzen gleichartigen Scbieberzahlcnabstandes gedeckt wird. Die Länge von 435 bis 445 auf dem Schieber (welche indessen nicht abgclcscn zu worden braucht ) ist die gesuchte. Tn dieser Schieberstellung, in welcher also die 435 bezw. 445 des Schiebers mit der 510 des Lineals bezw. mit der Läufermarke zusammenfällt, ­ liefert das linke Schieberende die dritte und vierte Ziffer nämlich 17, sodafs sich als Ergebnifs der .Rechnung die, Zahl 5217 ergiebt. Ist die erste Zahl eines Rechnungsergebnisses ­ eine 1, so erhält inan eine fiinfziffrige Zahl. Es sei noch bemerkt, dafs zum genauen Ablesen oder Einstellen einer Zahl mit«dem Läufer eine genaue Marke an letzterem erforderlich ist. Zu dem Zweck liefert ein quergespanntes (menschliches) Haar vortreffliche Dienste. Ist dasselbe einmal verletzt, so läfst sich' vermittelst die angrenzenden Theilstriche, von denen immer der rechtsliegende durch die Zunge selbst fast ganz verdeckt wird, ist offenbar nicht möglich. Dieser Mangel war bei der früher gebräuchlichen schmalen Zunge mit dreieckigem Querschnitt und aufgeris&enem Ablesestrich, wie sie der untere Thcil der Abbildung ­ 2 zeigt, vermieden. Noch besser würde ohne Zweifel eine Haarmarkc den Zweck erfüllen, ­ vorausgesetzt, dafs sie genau winkelrecht zur Thciluugsachse und — behufs Vermeidung von Fehlern bei schiefem Aufblick — (Parallelachse) ­ — möglichst dicht über der Theilungsebene angebracht wird. Sollte etwa das gänz-Aufgeben der Zungen für bedenklich gehalten werden, so auch wenigstens wUnschcnswerth, dafs seitens der Verfertiger ­ von Rechenstäben aufser den Zungen noch die zutn Einspannen ­ eines Haares erforderlichen Löcher in richtiger Lage hergestellt würden. D. Red. Abb. ± liehe wäre es Abb. 1. kleiner Holzpflöckchen leicht wieder ein neues Haar einspannen. O, Seyffcrt, Reg.-Bauführer. Obgleich wir im Hinblick auf die Theilungsfehler und die mit unbewaffnetem Auge nur in roher Weise zu bewirkende Ablesung des Recheustabes der Ansicht sind, dafs das vorstehend beschriebene Verfahren ­ einen grofsen Werth für die Anwendung nicht besitzt, haben wir doch geglaubt, dasselbe seines bemerkenswerthen Grundgedankens wegen unseren Lesern mittheilen zu sollen. Die in Vorschlag gebrachte ­ Aenderung des Läufers halten wir dagegen umsomehr für zweckmäfsig und empfehlenswerth, als die neueren Rechenstäbe in dieser Hinsicht geradezu einen Rückschritt aufweisen. Die Zungen der Läufer werden nämlich mit breitem rechteckigen Querschnitt und meifselartig zugeschärften Enden hergcstellt, wie der obere Theil der Abbildung 2 zeigt. Ein genaues ^in«8|0tze^^«^Zungenendes zwischen ' \ * >; Schlaf« des Jahrgang« 1888* ■ v \ Biiclierschau. Motive der deutschen Architektur des 1(L, 17. und 18. Jahrhunderts, ­ in historischer Anordnung hcrausgegeben von A. Lambert und E. Stahl, mit Text von 11. E. v. Berlepsch. Erste Abtheilung. Früh- und Hochrenaissance 1500—1(150. Stuttgart. Verlag von J. Engelborn ­ 1888. 18 Lieferungen zu je 2,75 Jt. Von den angekündigten Lieferungen ist zur Zeit die Hälfte erschienen, ­ sodafs ein Urthoil über das Werk gefällt werden darf. Der Text soll beim Abscblnfs der ersten AbtheiUmg gegeben worden und wird vermuthlieh nur kurze beschreibende Erläuterungen enthalten. Die ...Motive der deutschen Architektur“ gehen zunächst eine Sammlung ­ der verschiedenartigsten, dem Zeitabschnitte der Renaissance in Deutschland angehörigen Architektnrtheile. Vornehmlich dargestellt finden sich Erker, Fenster, Pforteu, Giebel, 'Kreppen und sonstige Einzelheiten von Gebaudegatt.ungen aller Art; aber auch ganze Architekturen, ­ Häuserfronten, Ilöfe n. dgl. sind vertreten, wenngleich in geringerer Zahl. Das Mitgotheilte stammt vorwiegend aus den süddeutschen ­ Ländern, zumeist aus Bayern und Württemberg, doch haben auch das Elsaß, die Schweiz und Oesterreich mannigfachen Stoff geliefert. ­ Weniger stark vertreten sind Mittel- und Nord deutschem d. Der Grund dafür dürfte darin zu finden sein, dafs die Verfasser bestrebt ­ sind, tlranlichst Neues, noch nicht Veröffentlichtes zu bringen. Sie haben in dieser Beziehung insofern keinen leichten Stand, als der größte Theil der werthvolleren Baureste jener Zeit bereits, und zwar tbeilweise mehrfach, veröffentlicht ist. Es wird sich mancher bei der Ankündigung des Unternehmens gefragt haben, wie dessen erfolgreiche Durchführung überhaupt möglich sei bei dem Vorhandensein von Sammelwerken, wie A. Ortweins Deutsche Renaissance u. a., und wir gestehen, dafs auch wir uns ähnlicher Zweifel nicht haben entsehlagen können. Als eine Bürgschaft für den Erfolg erschien allerdings von vornherein die Vortrefflichkeit der Darstellungen, welche die Blätter zum unmittelbaren Studium und zur praktischen Verwerthung ohne Zweifel brauchbarer macht, als die zum Theil leider flüchtigen ­ und wenig treuen Abbildungen des angezogenen Werkes. Die Motive liefern aber von neuem den Beweis des überaus grofsen Reichthums an Baudenkmälern aus den Zeiten der Wende des Mittelalters und des darauf folgenden Jahrhunderts, den Deutschland und die Nachbarländer deutschen Stammes besitzen. Was den Werth des ausgewählten Stoffes betrifft, so wechselt.Vortreffliches ­ mit Minderwerthigem, weniger Vorbildlichem. Das Bessere gehört zumeist der frischen und ursprünglichen, vorwiegend an das deutsche Mittelalter auschliefsenden Richtung an, und cs ist zu bedauern, ­ dafs die weitgesteckten Zeitgrenzen des Werkes es zu verbieten ­ scheinen, diesen Stoff vorherrschen zu lassen vor den ausgesprochener ­ unter welschem Einflufs stehenden Schöpfungen, dienach Gesainterfindung sowohl wie in ihren Einzelheiten weniger geeignet sind, unserer eklektischen Zeit gesunde Anknüpfungspunkte zu bieten. Wir geben gleichwohl der Hoffnung Raum, dafs in den weiteren, noch zu erwartenden Lieferungen (die einzelnen Blätter derselben erscheinen nicht in geschichtlicher Reihenfolge) die Auswahl des Stoffes thunlichst in diesem Sinne erfolgt. Das Werk wird dann vielleicht dazu beitragen, dem Modewesen Einhalt zu thun, in welches die Architektur immer gedrängt werden wird, wenn sie ihre Vorbilder in hochentwickelten ­ oder schon in Verfall und Entartung befindlichen Stilrichtungen ­ sucht, anstatt da anzuschliefsen, wo die betreffende Kunstepoche noch jugendlich und geeignet ist, gesunde Keime für die Weiterentwicklung abzugeben. Hd. Verlag von Ernst & Korn Berlin, jjir dl» Redactlon des nichtamtlichen Theiles verantwortlich: O. Sarrazin, Berlin. Drnck von J. Kerskes, Berlin.
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