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Full text: Konjunkturbericht Issue 2016,2

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Konjunkturbericht
Zur wirtschaftlichen Lage in Berlin
2. Quartal 2016

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Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung
Referat Grundsatzangelegenheiten der Wirtschaftspolitik
und des Mittelstands, Politische Koordinierung
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10825 Berlin
Telefon	 (030) 90 13 74 67
Telefax	 (030) 90 13 82 81
Internet: www.berlin.de/sen/wtf
Der Bericht enthält Zahlen, die bis zum 2. September 2016 vorlagen.
Titelfotos: Jim D. Woodward; Hans-Georg Kauert; hosszuka; Gregor Fischer; Ferdinand-Braun-Institut/Leibniz-Institut
für Höchstfrequenztechnik (FBH); Arbeitgeberverband Gesamtmetall; Helmholtz-Zentrum Berlin für Materialien und
Energie (HZB); Jean-Pierre Dalbéra; Felix O.; Mathias Richel; Daniel Neugebauer
Dieser Bericht ist Teil der Öffentlichkeitsarbeit des Landes Berlin.
Er ist nicht zum Verkauf bestimmt und darf nicht zur Werbung
für politische Parteien verwendet werden.

Inhalt

Zur wirtschaftlichen Lage in Berlin

2. QUARTAL 2016
Standort Berlin	

Wirtschaftlicher Aufschwung in Berlin

2

VERARBEITENDES GEWERBE
Industriestadt Berlin	

Industrie auf höherem Niveau

3

BAUHAUPTGEWERBE
Bauplatz Berlin	

Bau expandiert weiter

5

TOURISMUS, EINZELHANDEL UND GASTGEWERBE
Tourismushochburg Berlin	

Tourismus, Handel und Gastgewerbe über Vorjahresstand

6

UNTERNEHMENSGRÜNDUNGEN
Gründungsmetropole Berlin	
Hohes Tempo bei Gründungen

8

ARBEITSPLÄTZE
Arbeitsmarkt Berlin	
Spitze bei neuen Jobs

9

AUF EINEN BLICK
Zahlenwerk Berlin	

Wirtschaftsdaten auf einen Blick

11

1

2. Quartal 2016

Standort Berlin

Wirtschaftlicher Aufschwung in Berlin
Die Entwicklung der Berliner Wirtschaft ist sehr positiv und die Indikatorenlage im zweiten Quartal und im gesamten ersten Halbjahr 2016 günstig. Handel und Gastgewerbe, Tourismus und Dienstleistungen sind gegenüber dem Vorjahr gewachsen, verbunden mit einem starken Jobaufbau.
Auch die produzierenden Branchen sind expandiert. Vor allem die starken
Binnenkräfte sprechen für einen anhaltenden Aufschwung in Berlin.
Mehr Umsatz und Aufträge
in produzierenden Branchen
Die Berliner Industrie hat die Umsätze
im zweiten Quartal und in der ersten
Hälfte 2016 im Vergleich zum Vorjahr
gesteigert und sich damit in stabiler
Verfassung gezeigt. Dabei war die Entwicklung im Inland in den ersten sechs
Monaten noch gedämpft, während sich
der Auslandsumsatz im Plus befand.
Dies geht einher mit gestiegen Exporten
der gesamten Berliner Wirtschaft. Der
Personalstand in der Industrie zeigt
sich gefestigt und lag zum Vorjahr
leicht im Plus. Auf eine konjunkturelle Aufwärtsbewegung in der Industrie
deuten wiederum die Auftragseingänge hin, die zuletzt günstiger ausfielen.
Allerdings bestehen u.  a. infolge des
Brexit konjunkturelle Risiken, dessen
direkte Exportwirkungen für Berlin indes begrenzt wären. Der Ausfuhranteil
des Vereinigten Königreichs lag im letzten Jahr bei 3,9  % und war damit nur
gut halb so hoch wie im Bundesdurchschnitt. Das Bauhauptgewerbe bleibt
auf Expansionskurs, wozu 2016 bislang
vor allem der Wohnungsbau beigetragen hat. So lagen die Umsätze und
die Bauleistung in Arbeitsstunden über
dem Vorjahresniveau. Das starke Auftragsplus im Bauhauptgewerbe spricht
für einen anhaltenden Aufschwung.

aktuell günstigen Konsumkräfte, die
in Berlin u.  a. mit stark zunehmender
Beschäftigung und steigenden Realeinkommen verbunden sind, im Einzelhandel und Gastgewerbe positiv aus.
In beiden Branchen bewegten sich die
Umsätze im zweiten Quartal und im
ersten Halbjahr über dem Vorjahresniveau. Auch der Personalstand ist jeweils höher als vor einem Jahr.
Dienstleistungen expandieren –
Arbeitslosenquote unter 10 Prozent
Die wirtschaftliche Expansion in Berlin
wird in starkem Maße von den Dienstleistungsbranchen ausgelöst, die sich
stetig positiv entwickeln. Wachstumsbranchen wie Information und Kommunikation, die freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen so-

2. Quartal 2016

Umsatz

2

Beschäftigte

Aufträge

Veränderung gegenüber Vorjahr

▲

▲

▲

▲

▲

▲

Einzelhandel

▲

▲

–

Gastgewerbe

▲

▲

–

Verarbeitendes Gewerbe1
Bauhauptgewerbe2

Tourismus und Handel im Plus
Der Tourismus-Standort Berlin bleibt
auf Erfolgskurs und steuert 2016 ein
weiteres Rekordjahr an. Die Übernachtungszahlen lagen in den ersten sechs
Monaten 2016 um 4,3 % über dem Vorjahresstand. Daneben wirken sich die

wie die sonstigen unternehmensnahen Dienstleistungen verzeichneten
bereits im ersten Quartal mehr Umsatz
als ein Jahr zuvor. In diesen Dienstleistungszweigen sind innerhalb des letzten
Jahres auch die meisten neuen Stellen
entstanden. Mit Stand Juni 2016 gab es
in der Hauptstadt insgesamt 1,365 Mio.
sozialversicherungspflichtig Beschäftigte. Dies waren 54.000 bzw. 4,1 % mehr
als im Vorjahresmonat, womit beim
Jobwachstum weiterhin die stärkste
Zuwachsrate von allen Bundesländern
erzielt wurde. Deutschlandweit kam es
zu einem Anstieg von 2,0 %. Dazu haben
neben den Dienstleistungen aber auch
die produzierenden Branchen einen positiven Beitrag geleistet, womit sich Berlins Branchenmix insgesamt als Impulsgeber erwiesen hat. Mit dem Aufbau an
Beschäftigung geht die Arbeitslosigkeit
in Berlin zurück. Im August 2016 gab es
rund 180.300 arbeitslose Personen und
damit 15.600 weniger als ein Jahr zuvor.
Ausdruck der günstigen Entwicklung am
Berliner Arbeitsmarkt ist auch die Arbeitslosenquote, die sich seit Mai dieses
Jahres unter der 10-Prozent-Marke bewegt und im August bei 9,7 % lag.

▲▼ bis +/- 5 %

▲
▼mehr als +/- 5 %

	 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten; Beschäftigtenangaben bezogen
	 auf Gesamtzahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
2
	 Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten.
1

Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Bundesagentur für Arbeit	

WiTechForsch 2016

Verarbeitendes Gewerbe

Industriestadt Berlin

Industrie auf höherem Niveau
Berlins Industrie behauptet sich in einem unsicheren konjunkturellen Umfeld und hat in den ersten sechs Monaten 2016 einen höheren Umsatz erzielt als im Vorjahreszeitraum. Auch der Personalstand war zum Vorjahr
leicht im Plus und zeigt ebenso die gefestigte Lage der Branche. Die in der
Berliner Industrie zuletzt wieder gestiegenen Auftragseingänge stärken
die Perspektive auf eine aufwärtsgerichtete Branchenkonjunktur.
Umsatz im Verarbeitenden Gewerbe1
BERLIN
in Mrd. Euro
6,2

6,0

5,8

5,6

5,4

5,2

5,0
	

1. Vj.	

	

2015				

	 Aktuell	

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre)

	 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. prod. Handwerk).
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg	
1

Die Berliner Industrie befindet sich insgesamt in robuster Verfassung, was
von einem zur Jahresmitte günstigen
Geschäftsklima in der Branche begleitet wird. Dieses ergab sich aus der
IHK-Umfrage vom Frühsommer, aber
auch aus dem aktuellen KMU-Report
von IBB/Creditreform. Damit verbunden befinden sich die Umsätze über
dem Vorjahresstand. Bezogen auf das
zweite Quartal entstand ein Plus von
2,0  %, bezogen auf die ersten sechs
Monate fielen die Umsätze um 1,2  %
höher aus als ein Jahr zuvor (Betriebe
ab 50 Beschäftigten). Dabei lagen die
Inlandsumsätze im zweiten Quartal
auf dem Vorjahresniveau, das im gesamten ersten Halbjahr 2016 allerdings
um 5,1  % unterschritten wurde. Auf
den Auslandsmärkten gab es Zuwächse
von 3,4 % (zweites Quartal) bzw. 6,0 %

WiTechForsch 2016

(erstes Halbjahr). Das Plus auf den internationalen Märkten macht sich auch
in der gesamten Berliner Außenhandelsstatistik bemerkbar. Von Januar bis
Juni 2016 übertrafen die wertmäßigen
Exporte den Vorjahresstand um immerhin 11,4 %. Deutliche Ausfuhrzuwächse
gab es bspw. gegenüber den USA, dem
wichtigsten Abnehmerland Berliner
Produkte. Gleiches gilt für China, aber
auch für Russland nach den teils spürbaren Rückgängen in den Vorjahren. In
die Eurozone wurde ebenfalls mehr exportiert als im Vorjahreszeitraum.
Was die einzelnen Industriezweige betrifft, so gab es im ersten Halbjahr 2016
bspw. bei den Herstellern von elektrischen Ausrüstungen und im Maschinenbau, aber auch bei der Reparatur/
Installation von Maschinen/Ausrüstungen einen Umsatzanstieg zum Vorjahr.
In diesen drei Branchen wurden gegenüber dem Ausland zweistellige Zuwachsraten verbucht. Allerdings ist das
Bild nicht einheitlich positiv. So fielen
die Gesamtumsätze etwa in der Berliner
Metallindustrie und bei den Herstellern

Beschäftigte im Verarbeitenden Gewerbe1
BERLIN
Anzahl
109.000
108.000
107.000
106.000
105.000
104.000
103.000
102.000
101.000
100.000

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

	 Bezogen auf sozialversicherungspflichtig Beschäftigte.
Quelle: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit	
1

WiTechForsch 2016

3

Verarbeitendes Gewerbe

Auftragseingang (real) im Verarbeitenden Gewerbe1
BERLIN
2010 = 100
120

115

110

105

100

95

90
	

1. Vj.	

	

2015				

	 Aktuell	

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre)

	 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. prod. Handwerk).
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg	
1

von Datenverarbeitungsgeräten, elektronischen und optischen Erzeugnissen
gedämpfter aus als vor einem Jahr.
Die robuste konjunkturelle Entwicklung
in der Berliner Industrie macht sich
auch beim Personalstand bemerkbar,
der 2016 bislang etwas höher ausfällt
als ein Jahr zuvor. Mit Stand Juni gab
es insgesamt 106.700 sozialversicherungspflichtige Industriebeschäftigte,
dies waren 0,6 % mehr als im Vorjahresmonat. Bezogen auf das gesamte zweite Quartal ist ebenso ein Plus von 0,6 %
entstanden. Ein gutes Zeichen ist, dass
die Personalpläne im Saldo der Industrieunternehmen in den erwähnten Umfragen expansiv ausgerichtet waren.

WiTechForsch 2016

Fahrzeugbau und bei elektrischen Ausrüstungen. Auch wenn beim Bestellplus
ein eher schwacher Vorjahreswert zu
beachten ist, hat sich die Aussicht auf
eine konjukturelle Aufwärtsbewegung
der Industrie durch die stärkere Auftragsdynamik verbessert. Daneben
waren die Geschäfts- und Umsatzprognosen der Industie zuletzt positiv
ausgerichtet. Allerdings könnte die Entwicklung zunächst moderat ausfallen,

Auftragseingang (real) im Verarbeitenden Gewerbe1
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
15

10

Auftragseingänge wieder verbessert
Die Auftragseingänge für die Berliner
Industrie haben den Vorjahresstand in
Berlin 2016 bislang deutlich übertroffen, und zwar im zweiten Quartal um
14,3  % und in den ersten sechs Monaten 2016 um 11,1  % (Deutschland
+1,0  %). Hierzu haben starke, zweistellige Zuwachsraten in den Monaten
März, Mai und Juni maßgeblich beigetragen, unterstützt unter anderem
durch Großaufträge im Maschinenbau,
4

da das jüngste Bestellplus erst nach
und nach umsatzwirksam wird und die
bis Jahresanfang eher schwache Auftragsdynamik nachwirkt. Auch sind die
bundesweite Industrieentwicklung und
die weltwirtschaftliche Dynamik aktuell noch verhalten. Gemäß ifo-Index
haben sich die Industrieerwartungen
wohl im Zuge der unmittelbaren Reaktion auf das Brexit-Votum im Juli wieder verschlechtert und gaben auch im
August nach. Bezogen auf die direkten
Folgen eines Brexit ist zu beachten,
dass der Exportanteil vom Vereinigten
Königreich für Berlin 2015 bei 3,9  %
lag und bundesweit mit 7,5  % fast
doppelt so hoch ausfiel. Was die industrielle Auftragsentwicklung im
Inland betrifft, so machten sich hier
u. a. Großaufträge im Fahrzeugbau im
Mai und Juni positiv bemerkbar. Auch
die für Berlin wichtige Pharmaindustrie verzeichnete von Januar bis Juni
2016 mehr Inlandsbestellungen als
im Vorjahreszeitraum. Maschinenbau
und elektrische Ausrüstungen waren
Industriezweige, die aus dem Ausland
ein deutliches Auftragsplus hatten. Insgesamt gab es aus dem Inland für die
Berliner Industrie in den ersten sechs
Monaten 2016 einen Bestellzuwachs
gegenüber dem Vorjahreszeitraum von
19,3 %, während die Auslandsnachfrage gleichzeitig um 6,3 % zunahm.

5

0

-5

-10

-15

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

	 Betriebe mit 50 und mehr Beschäftigten (einschl. prod. Handwerk).
Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt	
1

WiTechForsch 2016

Bauhauptgewerbe

Bauplatz Berlin

Bau expandiert weiter
Die Bautätigkeit am Standort Berlin ist auf Wachstumskurs. So fielen
die Umsätze und die Zahl der geleisteten Arbeitsstunden im Bauhauptgewerbe im zweiten Quartal und im gesamten ersten Halbjahr höher aus
als im Vorjahreszeitraum. Stark ist die Auftragsdynamik, womit insgesamt eine weiterhin gute konjunkturelle Basis für die Branche besteht.
Vor allem der Wohnungsbau entwickelt sich positiv.
Umsatz (nominal) im Bauhauptgewerbe1
BERLIN
in Mio. Euro
800
750
700
650
600
550
500
450
400
350
	

1. Vj.	

	

2015				

	 Aktuell	

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre)

	 Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl).
Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg	
WiTechForsch 2016
1

Der Berliner Wohnungsbau hat die Aufwärtsdynamik im Berliner Bauhauptgewerbe 2016 bislang geprägt. Durch
Zuwächse von 28,9  % im ersten und
63,9  % im zweiten Quartal entstand
im gesamten ersten Halbjahr hier ein
Umsatzplus gegenüber dem Vorjahreszeitraum vom 48,0 % (Berichtskreis der
Betriebe ab 20  Beschäftigten). Damit
entfielen anteilig 58  % des Umsatzanstieges im Berliner Bauhauptgewerbe in
den ersten sechs Monaten auf den Wohnungsbau. Positiv war die Entwicklung
aber auch im gewerblichen Bau und im
öffentlichen Bau, womit von Januar bis
Juni im gesamten Bauhauptgewerbe
27,4 % mehr Umsatz erzielt wurde als
ein Jahr zuvor. Die Zahl der geleisteten
Arbeitsstunden lag, getrieben durch
den Wohnungsbau, im ersten Halbjahr
um 6,8  % über dem Vorjahresniveau.

Erhöht hat sich daneben die Beschäftigtenzahl, die im Bauhauptgewerbe im
zweiten Quartal um 5,9  % und in den
ersten sechs Monaten um 5,2 % höher
ausfiel als ein Jahr zuvor.
Baunachfrage
deutlich im Plus
Günstig sind auch die weiteren Aussichten für den Wohnungsbau, bei dem in
den ersten beiden Quartalen 2016 wertmäßig mehr als doppelt so viele Aufträge eingingen als im Vorjahreszeitraum.
Die für die Binnendynamik wichtigen
Faktoren, wie zunehmende Einwohnerund Beschäftigtenzahlen und höhere
reale Einkommen, wirken sich hier anhaltend positiv aus. Damit verbunden
ist eine zunehmende Zahl an Baugenehmigungen. Deutlich höhere Aufträge
gab es gerade im zweiten Quartal auch
im Gewerbebau und im öffentlichen
Bau, womit sich zwischen April und Juni
die Baunachfrage insgesamt mehr als
verdoppelt hat. Dies unterstreicht die
insgesamt gute baukonjunkturelle Perspektive am Standort Berlin.

Auftragseingang (nominal) im Bauhauptgewerbe1
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
120

25
20
15
10
5
0
-5
-10
-15
-20
-25

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

	 Betriebe von Unternehmen mit 20 und mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl).
Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt	
WiTechForsch 2016
1

5

Tourismus, Einzelhandel und Gastgewerbe

Tourismushochburg Berlin

Tourismus, Handel und Gastgewerbe über Vorjahresstand
Der Berlin-Tourismus bleibt in der Erfolgsspur und bewegte sich bei den
Gäste- und Übernachtungszahlen auch im ersten Halbjahr 2016 über
dem Stand des Vorjahres. Damit ist beim Tourismus 2016 ein neues
Rekordjahr in Sicht. Im Zuge der intakten Binnenkräfte haben in Berlin
auch die konsumnahen Branchen des Einzelhandels und Gastgewerbes
zugelegt und die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum gesteigert.
Gästeankünfte1 in Beherbergungsstätten
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
8
7
6

Die größte Besuchergruppe stellte dabei in Berlin auch im ersten Halbjahr
2016 mit rund 280.000 Gästen Großbritannien. Unter den Top 5-Herkunftsländern bei den Auslandsgästen befanden
sich außerdem die USA (182.000), Italien (145.000), Spanien (137.000) und die
Niederlande (137.000).

5
4
3
2
1
0
-1

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

	 Einschließlich übrige Beherbergungsstätten.
Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt	
1

Im ersten Halbjahr
600.000 mehr Übernachtungen
Der Boom der Tourismus-Destination
Berlin hält weiter an. Die Übernachtungen übertrafen den Vorjahresstand im
ersten Quartal und im zweiten Quartal,
wobei die Ostertage im Gegensatz zum
Vorjahr 2016 ins erste Quartal fielen
und zum hier stärkeren Wachstum beigetragen haben. Im gesamten ersten
Halbjahr 2016 fiel die Übernachtungszahl in Berlin um rund 600.000 bzw.
4,3  % höher aus als im Vorjahreszeitraum (Deutschland +3,0 %). Von Januar
bis Juni 2016 kam es in der Hauptstadt
zu 14,41 Mio. Gästeübernachtungen.
Positiv entwickeln sich entsprechend
die Gästezahlen. Hier gab es Zuwachsraten zum Vorjahr von 4,1 % im ersten
und 2,3  % im zweiten Quartal, wo6

mit das Halbjahresergebnis um 3,0  %
günstiger ausfiel als vor einem Jahr
(Deutschland +2,9 %). Mit Blick auf die
Übernachtungen war die Entwicklung
aus dem Ausland von Januar bis Juni
leicht überdurchschnittlich. Die Übernachtungszahl bei den internationalen
Gästen lag im ersten Halbjahr 2016 um
4,8  % über dem Vorjahresstand, während aus dem Inland ein Plus von 4,0 %
verzeichnet wurde. Insgesamt resultierten in den ersten sechs Monaten 2016
in Berlin 38,2 % der Gäste und 44,3 %
der Übernachtungen aus dem Ausland.

WiTechForsch 2016

Der stetige Zuwachs des Berlin-Tourismus lässt die Beherbergungskapazitäten expandieren, wobei sich der Auslastungsgrad gleichwohl leicht erhöht hat.

Übernachtungen in Beherbergungsstätten1
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
10

8

6

4

2

0

-2

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

	 Einschließlich übrige Beherbergungsstätten.
Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt	
1

WiTechForsch 2016

Tourismus, Einzelhandel und Gastgewerbe

IK-Technik, Haushaltsgeräten etc. war
die Entwicklung indes gedämpft. Der
Einzelhandel u. a. mit Verlagsprodukten
und Sportausrüstungen verzeichnete im
ersten Halbjahr wiederum einen höheren Umsatz als ein Jahr zuvor.

Umsatz (real) im Einzelhandel1
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
8
7
6

Auch Gastgewerbe expandiert

5
4
3
2
1
0
-1

	 Berlin	
1

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

	 Einzelhandel ohne Kfz-Handel.

Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt	

Mit Stand Juni 2016 gab es in Berlin
138.900 Gästebetten und somit 1,6  %
mehr als ein Jahr zuvor. Die Auslastung
der Gästebetten lag in der ersten Jahreshälfte 2016 bei 57,3  % und damit
etwas oberhalb des Wertes von 56,2 %
im Vorjahreszeitraum.
Umsatzplus im
Berliner Einzelhandel
Die intakten Konsumkräfte aus steigenden Einwohner- und Beschäftigtenzahlen sowie zunehmenden Realeinkommen bei einer moderaten Teuerungsrate, aber auch der wachsende
Tourismus wirken sich positiv auf den
Berliner Einzelhandel aus. Nach Zuwachsraten von 1,9  % im ersten und
2,6 % im zweiten Quartal hat die Branche die preisbereinigten Umsätze im
ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahreszeitraum insgesamt um 2,2  %
gesteigert (Deutschland +2,3  %). Die
Verbraucherpreise lagen in Berlin mit
einem geringfügigen Anstieg von 0,2 %
gleichzeitig kaum über dem Vorjahresniveau, wobei die Entwicklung der
Energiepreise dämpfend gewirkt hat.
Besonders dynamisch war auch in der
ersten Jahreshälfte 2016 die Entwicklung in dem vom Onlinehandel geprägten sogenannten Einzelhandel außer-

WiTechForsch 2016

halb von Verkaufsräumen. Hier wurde
der Umsatz des Vorjahreszeitraums um
real 8,0  % übertroffen. Weitere Handelszweige befanden sich im Plus, wenn
auch weniger stark als der Onlinehandel. Im Einzelhandel mit Nahrungsmitteln/Getränken/Tabakwaren gab es von
Januar bis Juni in Berlin real 4,8 % mehr
Umsatz als im Vorjahreszeitraum, während der Einzelhandel mit Waren verschiedener Art gleichzeitig ein Plus von
1,1  % erzielte. Beim Einzelhandel mit

Das günstige Konsumumfeld führt auch
beim Gastgewerbe zu positiven Impulsen. Hier stiegen die Umsätze in den
ersten sechs Monaten 2016 gegenüber
dem Vorjahreszeitraum um preisbereinigt 1,7  % (Deutschland 1,2  %). Nach
einem Plus im ersten Vierteljahr von
1,9  % war zwischen April und Juni ein
Anstieg von 1,4 % verzeichnet worden.
In der Gastronomie fielen die Umsätze
im ersten Halbjahr 2016 höher aus als
ein Jahr zuvor, während für das Beherbergungsgewerbe von der amtlichen
Statistik ein leichtes Minus ausgewiesen wird. Im Zuge der touristischen
Dynamik und des Kapazitätsausbaus
in der Branche könnte dies jedoch unterzeichnet sein. Positiv sind auch die
Beschäftigungsentwicklungen im Berliner Gastgewerbe und im Einzelhandel.
Während das Gastgewerbe im gesamten ersten Halbjahr 2016 einen um
1,6 % höheren Personalstand hatte als
ein Jahr zuvor, befand sich der Einzelhandel mit 1,3 % im Plus.

Umsatz (real) im Gastgewerbe
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
4

3

2

1

0

-1

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Deutschland

Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Statistisches Bundesamt	

WiTechForsch 2016

7

Unternehmensgründungen

Gründungsmetropole Berlin
Hohes Tempo bei Gründungen

Das Gründungsgeschehen bewegt sich in Berlin auf weiter hohem Niveau. Dies zeigt auch der Blick auf die ersten sechs Monate des laufenden Jahres, in denen insgesamt 20.600 neue Unternehmen und damit gut
so viele wie im Vorjahreszeitraum entstanden. Der Gründungssaldo aus
Neuerrichtungen und Stilllegungen ist zudem klar positiv. Im Vergleich
der Bundesländer zählt Berlin pro Einwohner die meisten Gründungen.
Gewerbeneuerrichtungen1
BERLIN
Anzahl in 1.000
12

10

8

6

4

2

0
	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

2. Vj.

2016

	 Berlin
	 Neuerrichtungen berücksichtigen nicht die Anmeldungen wegen Übernahme eines Betriebes, Gesellschaftereintritt, Änderung der Rechtsform
oder Zuzug aus einem anderen Meldebezirk.

1

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg	

In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres gab es in der Hauptstadt
insgesamt 20.600 Gewerbeneuerrichtungen. Dies waren 1,4 % mehr als im
Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Stilllegungen nahm gleichzeitig um 2,2 % zu.
Insgesamt entstand weiter ein deutlich
positiver Gründungssaldo.

WiTechForsch 2016

8

Rund drei Viertel der Gewerbeneuerrichtungen entfielen in Berlin im
ersten Halbjahr 2016 auf die Dienstleistungsbranchen. Der Handel mit
rund 3.400  Neuerrichtungen sowie die
wirtschaftlichen bzw. sonstigen persönlichen Dienstleistungen mit 2.700
bzw. 2.400  neuen Unternehmen gehörten dabei zu den gründungsstärksten Dienstleistungszweigen. Die freiberuflichen, wissenschaftlichen und
technischen Dienstleistungen sowie
Information/Kommunikation, die starke Impulsgeber der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung Berlins sind und viele
neue Arbeitsplätze schaffen, zählten
ebenso wieder viele Neuerrichtungen.
Unter den Einzelbranchen war das Baugewerbe im ersten Halbjahr dieses Jahres am stärksten bei den Gründungen
vertreten. Von den Einzelunternehmen,
die 80 % der Neuerrichtungen in Berlin
ausmachten, wurden wiederum rund
30 % durch Frauen gegründet.

Gewerbeneuerrichtungen im 1. Halbjahr 2016
BERLIN
Baugewerbe

4.550

Handel

3.418

Sonstige wirtschaftl. Dienstleistungen1

2.675

Sonstige inkl. persönl. Dienstleistungen2

Im Ländervergleich vorne
Die starke Dynamik im Gründungsprozess zeigt sich auch im Vergleich mit
den anderen Bundesländern. Mit 49 Gewerbeneuerrichtungen pro 10.000  Einwohner lag Berlin hier auch 2016 bislang an erster Stelle, bezogen auf die
für die ersten fünf Monate des Jahres,
für die Angaben für alle Bundesländer
vorliegen. Im Bundesdurchschnitt wur-

de ein Wert von 30 erreicht, bei den Bundesländern folgten hinter Berlin die Länder Hamburg und Hessen mit 41 bzw.
36 Gründungen pro 10.000 Einwohner.

2.402

Freiberufliche wiss. u. techn. Dienstleistungen

2.126

Gastgewerbe
Information u. Kommunikation
Erziehung u. Unterricht, Gesundheit, Sozialwesen

1.334
1.061
885

	 Berlin
	 z. B. Erbringung persönlicher Dienstleistungen, Reparatur von DV-Geräten und Gebrauchsgütern.

1

	 z. B. Vermietung von beweglichen Sachen, Vermittlung von Arbeitskräften, Reisebüros, Gebäudebetreuung.

2

Quelle: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg.	

WiTechForsch 2016

Arbeitsplätze

Arbeitsmarkt Berlin
Spitze bei neuen Jobs

Die Hauptstadt kennzeichnet auch im laufenden Jahr eine starke Jobdynamik. So wächst die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in keinem anderen Bundesland so stark wie in Berlin. Im Juni 2016
gab es 4,1 Prozent mehr Beschäftigte als ein Jahr zuvor. Diese Entwicklung führt zu einem anhaltenden Abbau der Arbeitslosigkeit. Seit Mai
dieses Jahres liegt die Arbeitslosenquote in Berlin unter 10 Prozent.
Arbeitslose
BERLIN
Anzahl in 1.000
220
215
210
205
200
195
190
185
180
175
170
	

Aug	

	

2015					

	 Aktuell	

Sep	

Okt	

Nov	

Dez	

Jan	

Feb	

Mrz	

Apr	

Mai	

Jun	

Jul	

Aug

2016

	 Mehrjahresdurchschnitt (3 Jahre)

Quelle: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit	

Bereits der Blick auf das erste Halbjahr
2016 fällt günstig aus. Die Zahl der Arbeitslosen lag in Berlin um rund 13.200
unter dem Niveau vom Vorjahreszeitraum, womit ein Rückgang von 6,6  %
entstanden ist. Im Bundesdurchschnitt
gab es, ausgehend von einem allerdings
geringeren Niveau der Arbeitslosigkeit,
ein Minus von 3,5 %.

WiTechForsch 2016

die Quote noch 13,3 % betragen. Damit
verbunden ging die Arbeitslosenzahl in
den letzten 5 Jahren in Berlin um rund
50.000 bzw. 22 % zurück.
Im August 2016 waren in Berlin insgesamt 180.300 Personen arbeitslos,
womit der Stand vom August 2015 um
15.600 bzw. 8,0  Prozent unterschritten wurde. In Deutschland insgesamt
lag der Rückgang bei 4,0  %. Von diesen Entwicklungen profitieren in Berlin
Frauen wie Männer. So ging die Zahl
der arbeitslosen Frauen zwischen August 2015 und August 2016 in Berlin um
8,3 % zurück, während bei den Männern
ein Minus von 7,7 % verzeichnet wurde.
Die Aussichten sind grundlegend positiv, dass sich die Lage am Arbeitsmarkt
weiter verbessert. Hierfür spricht die
starke konjunkturelle Aufwärtsentwicklung in Berlin. Die Nachfrage nach Arbeitskräften bewegt sich entsprechend
auf einem hohen Niveau und die Personalpläne in den Unternehmen sind
expansiv ausgerichtet, wie aus der IHK-

Arbeitslose
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
1
0
-1
-2
-3
-4

Arbeitslosenquote
unter 10 Prozent
Im Zuge des starken wirtschaftlichen
Wachstums und des hohen Tempos bei
neu entstehenden Stellen unterschreitet die Arbeitslosenquote in Berlin seit
Mai dieses Jahres die 10-Prozent-Marke. Dies war auch im aktuellen Berichtsmonat August 2016 mit 9,7 % der Fall,
gegenüber 10,7 % im August 2015. Vor
fünf Jahren, also im August 2011, hatte

-5
-6
-7
-8
-9
-10
	 Aug	

Sep	

Okt	

Nov	

Dez	

	 2015					

	 Berlin	

Jan	

Feb	

Mrz	

Apr	

Mai	

Jun	

Jul	

Aug

2016

	 Deutschland

Quellen: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Bundesagentur für Arbeit	

WiTechForsch 2016

9

Arbeitsplätze

4,1  %, während bundesweit lediglich
ein Zuwachs von 2,0  % erreicht wurde. Insgesamt gab es im Juni in Berlin
1,365 Mio. sozialversicherungspflichtig
tätige Personen. Dies waren 54.000
mehr als ein Jahr zuvor.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
BERLIN im Vergleich mit Deutschland
Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %
5,0
4,5
4,0
3,5
3,0
2,5
2,0
1,5
1,0
0,5
0,0

	 Berlin	

	

1. Vj.	

	

2015				

2. Vj.	

3. Vj.	

4. Vj.	

1. Vj.	

	 Deutschland

Quellen: Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit, Bundesagentur für Arbeit	

Umfrage von Frühsommer und dem
jüngsten KMU-Report von IBB/Creditreform hervorgegangen ist. Allerdings
nimmt insbesondere durch die zahlreichen Zuzüge das Erwerbspersonenpotenzial in Berlin weiter zu. Dies hat zur
Folge, dass die Zahl der neuen Arbeitsplätze noch stark wachsen muss, um
die Arbeitslosigkeit vor Ort abzubauen.
Auch erfolgen zahlreiche Stellenbesetzungen von außerhalb. Im Ergebnis
geht die Arbeitslosenzahl weniger stark
zurück, als es der Beschäftigungszuwachs auf den ersten Blick erwarten
lassen würde. Beim Stellenaufbau ist
ein positives Zeichen, dass sich dieser
strukturbedingt zwar hauptsächlich in
den Dienstleistungsbranchen vollzieht.

10

2. Vj.

2016

WiTechForsch 2016

In Berlin haben innerhalb des letzten
Jahres aber auch die produzierenden
Branchen zugelegt. Insgesamt ergibt
auch der Regionalvergleich eine günstige Entwicklung in der Hauptstadt.
54.000 Beschäftigte mehr
Die Zahl der Erwerbstätigen wächst in
Berlin bereits seit 2012 stärker als in
Deutschland insgesamt und auch stärker als in allen anderen Bundesländern.
Die Basis hierfür ist der deutliche Aufbau an sozialversicherungspflichtiger
Beschäftigung, der auch im laufenden
Jahr anhält. Mit Stand Juni 2016 lag
das Beschäftigungswachstum gegenüber dem Vorjahresmonat in Berlin bei

Beim Personalaufbau dominieren die
Dienstleistungsbranchen, die auch den
Großteil der Arbeitsplätze in Berlin zur
Verfügung stellen. Bei den unternehmensnahen Dienstleistungen wurden
im Juni 2016 insgesamt 14.700 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte
mehr gezählt als im Vorjahresmonat.
Knapp zwei Drittel davon entfielen dabei auf die Branche der freiberuflichen,
wissenschaftlichen und technischen
Dienstleistungen. Information/Kommunikation, ebenso eine der zentralen
Wachstumsbranchen in Berlin, verzeichnete gleichzeitig 6.600 zusätzliche
Stellen. Ein starker Jobaufbau vollzieht
sich in Berlin in weiteren Wirtschaftszweigen, beispielsweise bei Verkehr/
Lagerei, ebenso beim Einzelhandel und
Gastgewerbe, die vom aktuell günstigen Konsumumfeld profitieren können.
Neben den Dienstleistungsbranchen
ist innerhalb des letzten Jahres auch
die Beschäftigtenzahl am Produktionsstandort Berlin gewachsen. Die Berliner Industrie hatte im Juni 2016
insgesamt 0,6  % sozialversicherungspflichtig Beschäftigte mehr als im Vorjahresmonat, während im gesamten
Baugewerbe 3,2  % mehr Stellen verzeichnet wurden.

Auf einen Blick

Zahlenwerk Berlin

Wirtschaftsdaten auf einen Blick
Wirtschaftszweige

2015
2. Vj.

3. Vj.

4. Vj.

2016
1. Vj.

2. Vj.

1. Hj.

Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in %

Verarbeitendes Gewerbe
Auftragseingang (real) insgesamt1

- 10,4

+ 3,4

+ 5,3

+ 7,8

+ 14,3

+ 11,1

Inland

- 10,2

+ 24,3

+ 38,3

- 4,3

+ 43,4

+ 19,3

Ausland

- 10,4

- 8,4

- 12,7

+ 15,2

- 2,1

+ 6,3

- 21,0

- 23,3

- 19,6

- 0,3

+ 14,4

+ 7,1

- 16,2

- 5,9

+ 15,8

- 3,0

+ 9,4

+ 2,8

- 7,7

- 2,7

+ 3,9

- 11,9

- 8,3

- 10,1

darunter: H. v. pharmazeutischen Erzeugnissen
Metallerzeugung und -bearbeitung
H. v. Metallerzeugnissen
H. v. DV-geräten, elektron. u. optischen Erzeugnissen

- 2,6

- 7,9

+ 3,3

- 10,9

- 4,2

- 7,7

- 13,7

+ 17,5

- 5,4

+ 9,4

+ 18,5

+ 13,9

Maschinenbau

- 21,4

+ 27,6

+ 7,8

+ 61,9

+ 3,2

+ 33,1

Fahrzeugbau2

+ 13,5

+ 51,7

+ 68,4

+ 2,6

+ 37,9

+ 22,9

+ 7,8

+ 4,6

- 0,1

+ 0,3

+ 2,0

+ 1,2

Inland

+ 5,2

+ 6,5

+ 2,3

- 10,2

+ 0,0

- 5,1

Ausland

+ 9,8

+ 3,2

- 2,1

+ 8,8

+ 3,4

+ 6,0

+ 9,9

+ 9,8

+ 15,0

- 1,3

+ 6,1

+ 2,4

H. v. elektrischen Ausrüstungen

Umsatz (nominal) insgesamt3

darunter: H. v. Nahrungs- und Futtermitteln
H. v. Druckerzeugnissen; Vervielfältigung
von bespielten Ton-, Bild- u. Datenträgern

+ 7,9

+ 2,0

- 5,3

+ 6,2

- 4,5

+ 0,6

+ 17,6

+ 6,0

- 1,5

+ 2,4

+ 1,4

+ 1,9

H. v. Gummi- u. Kunststoffwaren

- 4,6

- 6,4

- 4,3

- 1,5

+ 1,2

- 0,1

Metallerzeugung und -bearbeitung

- 2,7

- 0,8

+ 3,3

- 3,5

- 0,5

- 2,0

H. v. Metallerzeugnissen

- 5,0

- 7,2

- 1,7

- 10,7

- 9,5

- 10,1

H. v. pharmazeutischen Erzeugnissen

H. v. DV-geräten, elektron. u. optischen Erzeugnissen

+ 4,3

+ 1,8

- 7,4

- 6,7

- 5,9

- 6,3

+ 12,1

+ 12,7

+ 10,3

+ 14,8

+ 6,6

+ 10,5

- 0,7

- 1,7

- 11,8

+ 11,7

+ 21,3

+ 16,6

- 20,1

+ 7,7

+ 21,2

+ 20,3

+ 112,7

+ 63,6

- 15,7

+ 16,1

+ 10,5

+ 45,5

+ 148,9

+ 96,0

Gewerblicher Bau

- 35,0

- 3,1

+ 19,9

- 55,0

+ 200,2

+ 62,1

Öffentlicher Bau

- 46,7

+ 31,7

- 34,6

+ 4,7

+ 14,2

+ 8,3

+ 5,1

+ 23,2

+ 15,8

+ 107,3

+ 145,9

+ 127,4
+ 14,3

H. v. elektrischen Ausrüstungen
Maschinenbau

Bauhauptgewerbe
Auftragseingang (nominal) insgesamt3
Hochbau

Wohnungsbau
Tiefbau

- 26,6

- 5,2

+ 45,6

- 14,5

+ 51,2

Gewerblicher Bau

- 35,9

- 32,2

+ 86,6

- 33,3

+ 57,8

+ 2,2

Öffentlicher Bau

- 8,9

+ 43,3

- 6,7

+ 29,0

+ 42,4

+ 36,0

Umsatz insgesamt3

+ 8,3

+ 0,7

+ 9,6

+ 9,6

+ 42,2

+ 27,4

+ 14,5

- 2,0

+ 9,2

+ 10,6

+ 41,6

+ 26,7

Gewerblicher Bau

+ 0,8

- 18,2

- 8,1

- 15,2

+ 4,3

- 5,7

Öffentlicher Bau

+ 3,9

- 27,2

+ 10,5

+ 3,4

+ 24,4

+ 14,0

+ 25,7

+ 17,5

+ 21,2

+ 28,9

+ 63,9

+ 48,0

+ 1,2

+ 4,4

+ 10,1

+ 8,0

+ 43,0

+ 28,4

Gewerblicher Bau

- 1,7

+ 4,3

+ 14,9

+ 14,7

+ 59,6

+ 40,7

Öffentlicher Bau

+ 7,2

+ 4,4

+ 0,1

- 5,5

+ 11,3

+ 4,4

Hochbau

Wohnungsbau
Tiefbau

1 Betriebe mit 50 u. mehr tätigen Personen (einschl. prod. Handwerk).
2 Kraftwagen und -teile und sonstiger Fahrzeugbau.
3 Betriebe von Unternehmen mit 20 u. mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl).

11

Auf einen Blick

Wirtschaftszweige

2015
2. Vj.

3. Vj.

4. Vj.

2016
1. Vj.

2. Vj.

1. Hj.

Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in %

Einzelhandel
Umsatz (real) insgesamt1

+ 6,2

+ 6,7

+ 5,6

+ 1,9

+ 2,6

+ 2,2

+ 1,1

+ 2,9

+ 2,1

+ 1,3

+ 0,8

+ 1,1

+ 4,1

+ 5,2

+ 2,8

+ 3,5

+ 6,0

+ 4,8

darunter: Einzelhandel in Verkaufsräumen
mit Waren verschiedener Art
Facheinzelhandel mit Nahrungsmitteln,
Getränken und Tabakwaren
mit IK-Technik, Haushaltsgeräten,
Heimtextilien, Einrichtungsbedarf u. a.

- 0,4

- 0,2

+ 1,7

- 1,8

- 0,2

- 1,0

mit Verlagsprodukten, Sportausrüst. u. a.

+ 10,4

+ 8,9

+ 7,3

+ 1,0

+ 2,4

+ 1,7

Einzelhandel nicht in Verkaufsräumen2

+ 24,1

+ 25,2

+ 15,3

+ 7,3

+ 8,7

+ 8,0

Umsatz (real) insgesamt

+ 3,7

+ 3,3

+ 3,5

+ 1,9

+ 1,4

+ 1,7

darunter: Beherbergung

+ 3,7

+ 1,5

- 0,0

+ 2,2

- 2,6

- 0,5

darunter: Hotellerie

+ 3,4

+ 1,2

- 0,7

+ 1,2

- 2,5

- 0,8

Gastronomie

+ 3,7

+ 4,7

+ 6,0

+ 1,8

+ 4,5

+ 3,2

Gästeankünfte insgesamt3

+ 3,4

+ 4,4

+ 2,5

+ 4,1

+ 2,3

+ 3,0

Inland

- 0,2

+ 3,5

- 0,4

+ 1,7

+ 4,4

+ 3,2

Ausland

+ 9,6

+ 5,7

+ 7,5

+ 8,3

- 1,0

+ 2,8

+ 2,5

+ 6,9

+ 4,8

+ 8,1

+ 1,6

+ 4,3

Gastgewerbe

Gästeübernachtungen insgesamt3
Inland

- 1,5

+ 4,2

+ 1,2

+ 5,3

+ 3,0

+ 4,0

Ausland

+ 7,8

+ 10,0

+ 9,6

+ 11,8

- 0,2

+ 4,8

Unternehmensgründungen

2015
2. Vj.

3. Vj.

4. Vj.

2016
1. Vj.

2. Vj.

1. Hj.

Anzahl

Neuerrichtungen4

9.637

9.757

8.855

11.020

9.543

20.563

Stilllegungen5

7.090

7.153

7.845

9.178

7.174

16.352

SALDO

+ 2.547

+ 2.604

+ 1.010

+ 1.842

+ 2.369

+ 4.211

Einzelunternehmen

2015
2. Vj.

3. Vj.

4. Vj.

2016
1. Vj.

2. Vj.

1. Hj.

Neuerrichtungen von Einzelunternehmen

1
2
3
4
5

12

Anzahl
7.728

8.004

7.066

8.835

7.634

16.469

weiblich

2.303

2.440

2.222

2.601

2.200

4.801

männlich

5.425

5.564

4.844

6.234

5.434

11.668

deutsch

3.811

3.994

3.631

4.694

3.862

8.556

ausländisch

3.917

4.010

3.435

4.141

3.772

7.913

Einzelhandel ohne Kfz-Handel.
Versand- (inkl. Internethandel), Markt- und Lagerhandel sowie sonstiger Einzelhandel außerhalb von Verkaufsräumen.
In Beherbergungsstätten einschließlich übrige Beherbergungsstätten.
Neuerrichtungen berücksichtigen nicht die Gewerbeanmeldungen wegen Übernahme eines Betriebes, Gesellschaftereintritt, Änderung der Rechtsform oder Zuzug aus einem anderen Meldebezirk.
Zu den Stilllegungen zählen nicht die Gewerbeabmeldungen bei Verkauf, Verpachtung, Änderung der Rechtsform, Gesellschafteraustritt oder Verlegung in einen anderen Meldebezirk.

Auf einen Blick

noch Einzelunternehmen
Stilllegungen von Einzelunternehmen

2015
2. Vj.

3. Vj.

2016
1. Vj.

4. Vj.

2. Vj.

1. Hj.

Anzahl
5.774

5.980

6.597

7.774

5.938

13.712

weiblich
männlich

1.693
4.081

1.796
4.184

1.927
4.670

2.236
5.538

1.644
4.294

3.880
9.832

deutsch
ausländisch

3.310
2.464

3.275
2.705

3.653
2.944

4.359
3.415

3.144
2.794

7.503
6.209

+ 1.954

+ 2.024

+ 469

+ 1.061

+ 1.696

+ 2.757

+ 610

+ 644

+ 295

+ 365

+ 556

+ 921

+ 1.344

+ 1.380

+ 174

+ 696

+ 1.140

+ 1.836

SALDO Einzelunternehmen
weiblich
männlich
deutsch
ausländisch

Beschäftigung

+ 501

+ 719

- 22

+ 335

+ 718

+ 1.053

+ 1.453

+ 1.305

+ 491

+ 726

+ 978

+ 1.704

2015
2. Vj.

3. Vj.

2016
1. Vj.

4. Vj.

2. Vj.

1. Hj.

Veränderung gegenüber Vorjahreszeitraum in %

Verarbeitendes Gewerbe1

+ 1,0

+ 1,4

+ 2,0

+ 1,0

+ 0,6

+ 0,8

Bauhauptgewerbe2

+ 1,5

+ 1,0

- 3,2

+ 4,5

+ 5,9

+ 5,2

Einzelhandel3

+ 2,7

+ 1,3

+ 1,4

+ 1,8

+ 0,8

+ 1,3

Gastgewerbe

+ 3,6

+ 4,7

+ 3,9

+ 2,1

+ 1,0

+ 1,6

Arbeitslosigkeit

2016
Mrz

Arbeitslose insgesamt

Apr

Mai

Jun

Jul

Aug

Veränderung gegenüber dem Vorjahresmonat
- 11.786

- 14.551

- 15.187

- 14.779

- 18.870

- 15.571

Frauen

- 4.769

- 5.901

- 6.370

- 6.137

- 8.976

- 7.301

Männer

- 7.017

- 8.650

- 8.817

- 8.642

- 9.894

- 8.270

9,7

in %
Arbeitslosenquote insgesamt4

1
2
3
4

10,4

10,2

9,7

9,5

9,5

Frauen

9,4

9,3

8,9

8,7

8,8

9,0

Männer

11,4

11,0

10,4

10,2

10,1

10,2

Bezogen auf die sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.
Betriebe von Unternehmen mit 20 u. mehr Beschäftigten (einschl. Arbeitsgemeinschaften, unabhängig von der Beschäftigtenzahl).
Einzelhandel ohne Kfz-Handel.
Bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen.

Quellen: Amt für Statistik Berlin-Brandenburg, Regionaldirektion Berlin-Brandenburg der Bundesagentur für Arbeit; eigene Berechnungen

13
        
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