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Preface

Full text : Causerien über Theater / Fontane, Theodor (Public Domain)

— xVIII —

trotzdem eine andere, ebenfalls chronologische Anordnung vor⸗
gezogen. Der zufällige Umstand, daß im Repertoire der
Berliner Hofbühne auf ein Stück von Benedix ein Shakespeare
folgte und auf diesen wieder ein Stück der Birch-Pfeiffer, konnte
für die Wahl unserer Reihenfolge nicht maßgebend sein. Einen
festeren Anhaltspunkt für zweckmäßige Chronologie schien uns
Zeitalter und Geburtsjahr der besprochenen Autoren zu bieten.
So beginnen wir den (ersten) Hauptteil (S. 1-3816), der von
dramatischen Werken handelt, mit dem griechischen Tragiker
und endigen ihn mit den jungen Naturalisten der Berliner Freien
Bühne des Spieljahrs 1889 —90. Wer wie Ibsen erst im höheren
Alter auf deutschen Bühnen Wurzel faßte, steht nun freilich
literarhistorisch nicht am rechten Platz; aber im allgemeinen ent—
spricht das Geburtsjahr eines Autors auch dem Zeitpunkt seines
literarischen Auftretens.
Der zweite Teil, der von Schauspielern handelt (S. 319
bis 416), führt zunächst deutsche Künstler nach dem Datum
ihres ersten Erscheinens auf der Berliner Hofbühne vor und endet
mit den beiden Italienern Ristori und Rossi. Der dritte Teil
(S. 419 -440), ein kurzer Anhang, bringt in aphoristischer
Form kleinere Bonmots und Aperqus aus längeren Besprechungen,
deren vollständiger Abdruck zu weit geführt hätte.
Denn was wir bringen, ist nur ein ungefähres Drittel der
sämtlichen Th. F.-Kritiken. Hervorragendes und Charakteristisches
durfte nicht durch eine Überfülle erdrückt werden. Das wird
Viele nicht befriedigen. Mancher Autor und Schauspieler, der
sich Th. Fs. Urteil über ihn gern hinter den Spiegel steckt, wird
schmerzlich oder auch zornig die ihm werten Äußerungen vermissen.
Andere werden bestürzt oder gar ergrimmt die Gespenster ihrer
Verdammnis nach Jahren, ja nach Jahrzehnten wieder ans Licht
steigen sehen. Jene werden uns der Unterschlagung, diese der
Denunziation zeihen. Wir konnten jenen so wenig dienen wie
diesen. Unser Buch will nicht den Hofschauspieler X. oder den
Doktor Y. würdigen, sondern einzig den kritischen Causeur Theodor
Fontane. Was zur Charakteristik seiner Kunst- und Welt—
anschauung oder seiner schriftstellerischen Weise beizutragen scheint,
            
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