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Periodical volume

Full text: Gemeindebrief Issue 83.2014

Gemeindebrief
Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord 	

Nr. 83 	

• Weihnachtsgottesdienste
• Pfarrerwahl
• Flüchtlingsfragen
• House Of One
• Musik im Dezember
• Neujahrskonzert

Elias · Gethsemane · Paul Gerhardt · Segen

Dezember 2014  |  Januar 2015

In dieser Ausgabe

Liebe Leserinnen und Leser,

Gemeindenachrichten	
3
Flucht	
4
Gemeindenachrichten, Ehrenamt	
5
Das Wort	
6/7
Weihnachten	
8/9
Vorstellung Pfarrerin Jasmin El-Manhy	
9
Gedenken 25 Jahre friedliche Revolution«	
11/12
Ökumenischer Gottesdienst & Kinder, Kinder	 12/13
Auf ein Wort – Stadtkloster Segen	
14/15
Die Gärtnerin	
16/17
Gottesdienste, Geburtstage, Amtshandlungen	 18/19
Willkommen & Abschied Gisbert Mangliers	 20/21
Gruppen & Kreise	
22/23
Kunst und Nachbarschaft: Anna Adam	
24/25
Gewacht und gebetet wird auch
im House of One	
26/27
... beim Wort genommen!	
28/29
Konzerte & Veranstaltungen	
30/31
Orte & Ansprechpartner	
32
Gethsemane stützen!	
33
Benefizkonzert für Flüchtlinge	
34
Anzeigen und Hinweise	
36 – 40

das graue Wetter verkündet: Der Winter ist nicht
mehr fern ... ! Die Adventssonntage verkünden:
Weihnachten naht ... Kinder werden zum Panik­
basteln eingeladen, musikalische Veranstaltungen
viel­fältigster Art erwarten uns. Und doch sind die
­Probleme unserer Welt bei uns spürbar: Die Flüchtlinge erfahren Solidarität, die Auseinandersetzung
mit dem Islam und seinen Ausprägungen sprechen
wir an. Lesen Sie von unserer ­Pfarrerwahl und der
Pfarrerin im Entsendungsdienst. Gethsemane stützen! – das Bauen geht los. Wir erinnern an die gelungenen Veranstaltungen zum 25. Jubiläum der Friedlichen Revolution. Einige Themen haben wir für den
nächsten Gemeindebrief vorgemerkt. Zuspruch und
Kritik haben wir erhalten – danke! Gesegnete Weihnachten und viel Gutes zum Jahreswechsel wünscht
Ihnen
Das Redaktionsteam Gisbert Mangliers, Mario Gugeler,
Bettina Theben, Ingrid Volz, Dieter Wendland, Christian
Zeiske

Hinweis: Der Gemeindebrief erscheint als pdfDownload auf der gemeinde­eigenen Homepage
www.ekpn.de
Druck mit freundlicher Unterstützung von

Herausgegeben vom 	
Gemeindekirchenrat der
Evangelischen Kirchengemeinde
Prenzlauer Berg Nord.
	
Auflage: 2000
Redaktionsanschrift:
Zentralbüro der Ev. Kirchengemeinde
Prenzlauer Berg Nord
Gethsemanestr. 9, 10437 Berlin
T.: 4 45 77 45, F.: 43 73 43 78
gemeindebrief@ekpn.de

Für alle Smartphonebesitzer:
nebenstehender QR-Code zum schnellen
Ansehen der Internetseite www.ekpn.de
Konzeption & Gestaltung:
Grafik-DesignBüro Dieter Wendland
Titelfoto: Dieter Wendland
Redaktionsschluss für die nächste 	
Ausgabe ist der 01. 01. 2015.
Redaktionelle Koordination: 	
Mario Gugeler

ChristVesper & Kiezweihnacht
der besonderen Art am Heiligen Abend

24. 12. 2014, 18 – 20 Uhr
Kuppelsaal Elias
Göhrener Str. 11

Die Artikel geben die Meinung der
Verfasser wieder und nicht immer die
der Redaktion bzw. des Gemeinde­
kirchenrates

Eingeladen sind Menschen aus dem Kiez,
die den Heiligabend gern gemeinsam mit
anderen verbringen möchten, Familien mit
Kindern und Einsame, die nicht allein sein
wollen.
Wir wollen die biblische Geschichte von der
Geburt des Kindes hören und dem Wunder der
Weihnacht nachspüren, Lieder singen, miteinander
essen und trinken, wir wollen gemeinsam Weihnachten feiern, Musik, Gedichte und Geschichten
hören und sehen und uns überraschen lassen.
Wenn möglich, bis zum 16. 12. anmelden!

EVAnGEliSCHE
KirCHEnGEmEindE
PrEnzlAuEr BErG nord

Herzliches Willkommen
sagen Bärbel Jenichen, und das Team der Helfer
der Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord
und Pfr. Heinz-Otto Seidenschnur

Gemeindekirchenrat

»Habemus pastorem!«

Am 11. November 2014 hat der Gemeindekirchenrat
als neuen Pfarrer Tobias Kuske gewählt, nachdem
sich zuvor drei Kandidat_innen mit Gottesdiensten
und in Gesprächen mit Gemeinde und GKR vorgestellt hatten. Pfarrer Kuske wird zum 1. März 2015	
die Nachfolge von Pfarrer Heinz-Otto Seidenschnur
antreten, den wir in einem Gottesdienst am	
22. Februar 2015 verabschieden wollen.

Der Gemeindekirchenrat hat sich nach intensiven
Diskussionen dagegen entschieden, Flüchtlinge in
einer derzeit freien Dienstwohnung aufzunehmen.
Ein Argument war, dass der Aufenthalt der Flüchtlinge in Deutschland mutmaßlich illegal ist und
damit auch ihre Aufnahme durch die Gemeinde strafbar wäre. Unter Kirchenasyl, das kirchliches Handeln
ausnahmsweise rechtfertigen könnte, fallen die
Flüchtlinge nicht. Auch bestanden Zweifel, ob die
Betreuung in einer Wohnung im Gemeindehaus
praktisch gewährleistet werden könne, während auf
der anderen Seite der Anspruch stand, aus christlicher Verantwortung heraus Hilfsbedürftige zu
unterstützen. Ulrike Lemmel, Vorsitzende des GKR

»Habemus pastorem« rief unser Superintendent fröhlich, nachdem die Wahl zu einem neuen Pfarrer
erfolgt war. Einige waren sofort bereit, weißen Rauch
aufsteigen zu lassen.
Wir freuen uns sehr auf Pfarrer Tobias Kuske und
wünschen ihm Gottes reichen Segen und viel
Freude für seine Arbeit bei uns.

Gemeindenachrichten

Bereits zum 1. Januar 2015 wird Pfarrerin Jasmin ElManhy als Entsendungspfarrerin ihren Dienst in der
Gemeinde beginnen. Sie tritt an die Stelle von Pfarrer
Gisbert Mangliers, der dann in den Pfarrsprengel	
Tiergarten wechselt. Er wird im Gottesdienst am	
1. Advent in der Paul-Gerhardt-Kirche verabschiedet.
Pfarrer Mangliers wünschen wir ebenso wie den beiden neuen Pfarrer_innen, die wir herzlich in unserer
Gemeinde begrüßen, für ihre neuen Auf­gaben Gottes
reichen Segen! Ausführlich befasste sich der GKR in
zwei Sitzungen mit der Frage der Aufnahme von
Flüchtlingen. Der Kirchenkreis Stadtmitte hatte im	
September 2014 nach der Besetzung der St. ThomasKirche in Kreuzberg 60 Flüchtlinge zunächst für vier
Wochen u. a. im Konvikt der Evangelischen Studierendengemeinde aufgenommen und die Gemeinden
angefragt, ob sie anschließend rotierend für Zeiträume von ebenfalls vier Wochen kleinere Gruppen von
ca. 10 Menschen aufnehmen könnten.

Besonders danken wir sehr Frau Pfarrerin Barbara Hustedt und Frau Pfarrerin Barbara Fülle,
dass sie sich ebenfalls auf diese Stelle beworben haben.

Die Entscheidung hat sich der GKR alles andere als leicht gemacht. Wir haben die Gottesdienste, die sie gehalten haben und die
Gespräche mit der Gemeinde und dem GKR als
sehr wertvoll und bereichernd empfunden
und wünschen ihnen eine Pfarrstelle, in der sie
ihre großen Kompetenzen und Fähigkeiten
zur Geltung bringen können.
Das Redaktionsteam

3

F luc h t
Liebe Gemeindemitglieder!
Als Mitglieder der AG-Flucht und der Gemeinde EKPN
sehen wir dies als einen guten Anfangspunkt, ohne
großen Aufwand, einen konkreten Unterschied für
die Geflüchteten zu machen: Schon neun Geflüchtete
nahmen wir selbst bei uns für den November in
Privatquartieren auf. Wenn dieser Gemeindebrief
Wie Sie sicherlich mitbekommen haben, befinden sich erscheint, sind die Geflüchteten schon wieder unterwegs zu anderen Quartieren im kirchlichen Bereich.
viele Geflüchtete in Berlin in prekären Situationen:
Trotzdem wünschen wir uns Unterstützung von
Obdachlosigkeit, ungeklärte AufenthaltsberechtiIhnen, liebe Leserin und lieber Leser: Für die Ver­
gungen und von Seiten der Berliner Politik viele
Versprechungen und Absprachen, die Stück für Stück sorgung der Geflüchteten, die BVG-Monatskarten etc.
entstanden uns Kosten, die wir über Spenden decken
wieder zurück genommen werden.
müssen! Sie können Ihre Spenden an das folgende
Bankkonto überweisen:
Unsere Kirche (wie auch viele andere kirchliche und
nichtkirchliche Einrichtungen) hatte deshalb im
Ev. KG am Weinberg
Konvikt in Berin-Mitte über 30 Geflüchteten Obdach
IBAN: DE13 2106 0237 0301 7412 80
gewährt. Dies lief zu Ende Oktober aus. Der KirchenBIC: GENODEF1EDG
kreis Stadt-Mitte hatte deshalb alle Gemeinden
Verwendungszweck: Flüchtlinge Prenzlauer Berg
aufgerufen, im Rotationsverfahren kleinere
(für Spendenbescheinigungen Name und Adresse)
Gruppen dieser Geflüchteten jeweils für einen
Monat auf­zunehmen.
Und nicht zuletzt können Sie sich auch mit uns in der
AG-Flucht engagieren, um vielleicht in der kommenden Zeit auch offiziell als Gemeinde Geflüchtete aufnehmen zu können. Das Rotationsverfahren läuft
noch den ganzen Winter!

Gemeindenachrichten

Im Sommer hatte der GKR beschlossen, dass mit Pfarrerin Uta Fey und Christian Zeiske eine Arbeitsgruppe
zu Flucht und Asyl in der Kirche zu gründen sei. Diese
»AG-Flucht« ist seit einigen Wochen mit über zehn
Mitwirkenden aktiv!

4

Sie erreichen uns über per Email:
agfluchtekpn@gmx.de oder
per Telefon: 01521-8808721.
Wir hoffen, dass Sie uns sobald wie möglich tatkräftig
unterstützen, um 25 Jahre nach ’89 ein weiteres
Zeichen für Menschrechte aus unserer Gemeinde
heraus zu setzen.
Ihre AG-Flucht
s. S. 34!

An dieser Stelle kann ich einfach nur Danke Sagen.
Was ich in den letzten zwei Monaten gesehen habe in
der Kirchengemeinde ist ein großes Engagement von
Frauen und Männern und Jugendlichen, die sich
ehrenamtlich für eine oder mehrere Sachen einsetzen. Bei über dreihundert Personen mit einem Ehrenamt in der Gemeinde konnte ich bis jetzt erst einen
kleinen Teil der Menschen kennen lernen. Ehrenamtliche zu finden, ist nicht immer ein leichtes Unterfangen. Doch staune ich immer wieder, dass sich Leute
gerne zur Verfügung stellen. So geschehen bei der
Krabbelgruppe in den Räumlichkeiten von Paul Gerhardt. Hier haben sich drei junge Frauen mit Babys
für die Leitungsaufgabe gemeldet und jetzt kann die
Krabbelgruppe wieder jeden Donnerstag von 	
9:45 bis 11:30 Uhr stattfinden.
Gerne würden sich die Macher_innen vom Konfirmandenunterricht, des Kindergottesdienstes über
Zuwachs in ihren Teams freuen. Für die zwei Sommerrüsten mit Kindern im nächsten Jahr suchen wir
bereits jetzt wieder Teamerinnen und Teamer. Im
besonderen suchen wir für die Rüste der größeren
Kinder wieder Personen, die sich um die Verpflegung
kümmern.
Ich versuche immer wieder an Veranstaltungen und
Gottesdiensten teilzunehmen, um die Vielfalt der Kirchengemeinde noch mehr und besser kennen zu lernen. Ich habe mir vorgenommen, dass ich im Bereich
Kinder, Jugendliche und Familie jede Gruppe einmal
besuche. Komme auch gerne bei andern Gruppen
vorbei, um die vielen Aufgaben im ehrenamtlichen
Bereich persönlich kennen zu lernen.
Ich bin dankbar für den riesigen Einsatz, den alle
Ehrenamtlichen leisten und sage herzlich Danke. Ich
wünsche allen gesegnete Festtage und einen guten
Start ins neue Jahr.
Markus Jost, Diakon
ehrenamtlichen Koordinator in der Arbeit mit Kindern,
Jugendlichen und Familien
Göhrener Staße 11, 10437 Berlin
(030) 41 71 59 66
0179-7 64 00 33

K i nd e r b i be l t ag e
vom 2. bis 4. Februar 2015
Bitte schon einmal vormerken:
auch im kommenden Jahr wird es im Februar
Kinderbibeltage geben,
Montag bis Mittwoch von 9 – 15 Uhr.
Eingeladen sind Kinder der Vorschule und
Kinder bis zur 6. Klasse.
Wir »tagen« im Elias-Kuppelsaal, Göhrener Str. 11.
Die Kosten betragen 7,50 € pro Kind
für die Mittagessen und das Material.
Wer darüber hinaus noch Kuchen oder Kekse
spenden will – herzlich gerne.
Anmeldeflyer werden in den Kirchen,
der Christenlehre und den KiTas ausliegen.
Anmeldungen können über c.zeiske@ekpn.de,
unser Gemeindebüro, Christenlehre oder KiTas
abgegeben werden.
Für das Vorbereitungsteam,Pfr. Christian Zeiske

Predigtreihe

Sonntag, 14. Dezember 2014
Gethsemanekirche 11 Uhr
Predigt: Rabbiner Tovia Ben-Chorin
Liturgie: Pf. Christian Zeiske
Tovia Ben-Chorin ist seit
2009 Rabbiner der Jüdischen
Gemeinde zu Berlin (liberaler
Ritus) und Dozent am Abraham
Geiger Kolleg.

Jahresthema Engel

Herzlichen Dank

5

»Die Wüste und Einöde wird frohlocken, und die Steppe wird jubeln und blühen wie die Lilien.«
Jesaja 35,1 , Monatsspruch für Dezember 2014

J

Schon an der Sprache merken wir, dass es sich hier
nicht um die Realität, sondern um wunderbare Bilder
handelt. Wie sonst könnten die Wüste und Einöde
frohlocken und die Steppe jubeln. Die karge Wüstenund Steppenlandschaft Israel-Palästinas kommt uns
in den Sinn – und damit auch die gesamte Hoffnungslosigkeit vieler Menschen dort, besonders derer, die
Angehörige verloren und kein Dach mehr über dem
Kopf haben. Zerbombte Häuser und Städte sind alles
1734 wurden die Kantaten in den Gottesdiensten von andere als blühende Lilien.
Weihnachten bis Epiphanias zum ersten Mal aufge- Für eine Lösung des Konfliktes im »Heiligen Land«
führt. In diesen Jahren war Johann Sebastian Bach braucht es Visionen!
auf dem Höhepunkt seines Schaffens angelangt. 1736
wurde er zum »kurfürstlich-sächsischen Hofcompositeur« ernannt. In seinem familiären und beruflichen
Umfeld gab es aber viele Ereignisse, die ihm zu schaffen machten, die alles andere als zum »Jauchzen und
Frohlocken« waren. In der »Kleinen Chronik der Anna
Magdalena Bach«, seiner zweiten Ehefrau, ist sehr
eindrücklich beschrieben, welche Sorgen und Nöte
ihn in diesen Jahren umtrieben: der frühe Tod einiger
seiner kleinen Kinder, Spannungen mit den erwachsenen Söhnen, Auseinandersetzungen mit dem Rektor der Thomasschule, wo er Kantor war. Und dennoch hat er diese und viele andere wunderbare
Musik komponiert. Johann Sebastian Bach
lebte für seine Musik, so hat es seine zweite
Ehefrau beschrieben: »Oft führte er
Luthers Wort an: Die Musik ist der
beste Trost, sie erfrischt das Herz und
setzt es in den Frieden.« Das Komponieren war Kraftquelle für ihn, gab
ihm Hoffnung und Mut.
»	

a uchzet, frohlocket« aus dem Weihnachtsoratorium von Johann Sebastian Bach kam mir sofort in
den Sinn, als ich den Monatsspruch für Dezember
las. Für viele gehört dieses Weihnachtsoratorium
zum festen Programm für die Advents- und Weihnachtszeit, ohne das WO, wie es abgekürzt heißt,
würde ihnen etwas fehlen. Vielleicht teilen Sie diese
Empfindung.

Nicht anders, als herrliche Kompositionen in schwieriger Zeit, können wir die alttestamentlichen Weissagungen der Propheten verstehen, die wir in den
Christvespern und Weihnachtsgottesdiensten wieder hören werden. Auch da sah die Realität ganz
anders aus als das, was die Propheten verkündeten.

6

Der Prophet Jesaja, der zu Menschen seines Volkes im
babylonischen Exil sprach, fand ebenfalls viel Hoffnungslosigkeit vor. Auch damals brauchten Menschen Visionen für ihre Zukunft.

Ganz anders, als uns die Werbung ausgehend von
»Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage« verballhornt zu »Jauchzet, frohlocket, Tiefpreise!« weismachen will. Wenn wir am 1. Advent eine Sonderkollekte für die bei uns in Familien beherbergten FlüchtUnd heute ist es nicht anders, vor allem, wenn es in linge sammeln, dann sind damit ganz gewiss nicht
uns manchmal »wüst und öde« ist. Mögen auch unse- alle Probleme gelöst, aber wir können ein kleines Zeire Sorgen und Probleme im familiären und beruf- chen gegen die Hoffnungslosigkeit setzen.
lichen Umfeld eher den Sorgen der Familie Bach gleichen, als denen der Menschen in so vielen Krisen- In diesem Sinne wünsche ich uns als Gemeinde und
und Kriegsgebieten oder den Sorgen der Flüchtlinge, auch jeder und jedem Einzelnen viele mutmachende
die uns in den letzten Wochen in vielen Diskussionen und gute Begegnungen in der Advents- und Weihsehr beschäftigt haben.
nachtszeit. Und vielleicht lassen uns Bachs Weihnachtsoratorium und andere Weihnachtsmusik und
Um heute Menschen Hoffnung geben zu können, »Bilder« der Krippenspiele und unsere schön gemüssen auch wir uns etwas einfallen lassen. Das schmückten Kirchen ein wenig einstimmen in das
»Jauchzen und Frohlocken« über Jesu Geburt. Die
braucht Zeit und Fantasie, Mut und Geld.
Lilie ist übrigens auch ein Symbol für Maria, die Mutter Jesu.
So erbitten wir Gottes Segen für das neue Jahr, besonders bei allen Veränderungen, die es für die Gemeinde und möglicherweise auch für uns persönlich bringen wird. Visionen brauchen wir auch weiterhin.  
Gott schenke uns für unser Handeln Kraft, Mut	
und Fantasie – »und setze unser Herz in Frieden«

Das Wort

Ihre Pfarrerin Uta Fey

7

Weihnachten
Hin und wieder frage ich im Konfirmanden- oder Erwachsenen-Tauf­
unterricht, wie denn eigentlich Weihnachten gefeiert wird. Ich bekomme
erstaunlich ähnliche Antworten: einen genauen Ablauf des Heiligen
Abends, wie er sich alljährlich zuverlässig genauso wiederholt, immer
morgens mit den Vorbereitungen, nachmittags mit dem Besuch der Kirche
(na gut, nicht in allen Fällen), das Entzünden der Lichter am Weihnachts­
baum, die Bescherung und den Ausklang. Zu Heiligabend wird auch all­
jährlich konsequent das Gleiche gegessen und zum ersten Feiertag auch.
Merkwürdig, dass zum größten Fest, das sich nahezu in alle Bereiche
unserer Gesellschaft verbreitet hat und längst nicht mehr nur ein kirch­
liches Fest ist, der Ablauf ganz streng reglementiert ist – und dass wir
alle das auch noch als besonders feierlich empfinden.
Mir kommt zu Weihnachten immer wieder die Geschichte der Besucherin
aus Indien in den Sinn. Man hat ihr erzählt, sie besuche Deutschland glück­
licherweise zu einer Zeit, in der das größte Fest, Weihnachten,
gefeiert würde. Gespannt wartete sie. Gegen 5 Uhr nachmit­
tags rief sie ihre Verwandten in Indien an: »stellt Euch
vor, das größte Fest! Es ist schon dunkel und noch
immer ist niemand auf der Straße ...«
Feiern wir nicht auf der Straße? Wir tun es doch!
Vor wenigen Wochen feierte ganz Berlin und eine
weitere Million Besuchender den Mauerfall.
Abends, als es schon dunkel geworden war,
versammelte sich eine riesige Menschenmen­
ge da, wo die Mauer gestanden hat. Eine
unglaublich fröhliche Stimmung breitete
sich aus, Menschen redeten und lachten
miteinander, man hatte Zeit.

8

Selbst diese Ballons, die zur Enttäuschung aller
zwar leuchtend von den Ständern abhoben,
dann aber als schwarze Scheiben im dunkel­
grauen Nachthimmel schon kaum noch auszu­
machen waren, reichten nicht im Entferntesten
aus, die Stimmung zu dämpfen.

Gott brachte von Neuem Menschlichkeit in die
Welt. Feiern wir Weihnachten, so, wie wir es
gewohnt sind. Aber haben wir doch in der Weih­
nachtszeit auch die anderen im Blick. Vielleicht
gelingt es uns, den »Weihnachtsblick« und die
festlichen, besonderen Begegnungen auch das
Jahr über durchzuhalten. Dann wird unser
Leben zu einem Fest.
Eine besinnliche Adventszeit, fröhliche Weih­
nachten und ein festliches neues Jahr wünscht
Ihnen
Ihr Pf. Christian Zeiske

Herzlich willkommen Jasmin El Manhy
An dieser Stelle begrüßen wir herzlich Pfarrerin Jas­
min El Manhy, die im Rahmen des Junior-SeniorProgramms ab 1. Januar 2015 die Stelle von Pfarrer
Gisbert Mangliers einnimmt. Frau El Manhy wird
zwei Jahre in unserer Gemeinde arbeiten, sie ist den
anderen Pfarrern gleichgestellt und ist nicht residenzpflichtig. Daher wird sie auch wie bisher zusammen mit ihrem Mann in Neukölln wohnen. Vor
Ablauf ihrer Amtszeit wird die Pfarrstelle ausgeschrieben und sie kann sich dann auch darauf bewerben.
An der Humboldt-Universität studierte sie Ägyptologie und Evangelische Theologie, zunächst auf Diplom,
und fasste dann den Entschluss Pfarrerin zu werden.
Ihr Vikariat hat Jasmin El Manhy in der Kirchengemeinde Heilig-Kreuz-Passion in Kreuzberg absolviert
und sich dort unter anderem in der Flüchtlingsarbeit
engagiert.
Auch wir freuen uns sehr, dass Frau El Manhy
zu uns in die Gemeinde kommt und sind
schon gespannt auf ihr Wirken. Am 25. Januar 2015 wird sie um 11 Uhr feierlich im Gottesdienst in der Gethsemanekirche vorgestellt.
Mario Gugeler
(Mitarbeit: Harald Mößner)

Vorgestellt

Es wäre doch einmal interessant, so Weihnach­
ten zu feiern, draußen, fröhlich mit anderen,
vielleicht Wildfremden. Ich weiß, es würde
nicht funktionieren, und wir sollten froh sein,
dass der 25. Jahrestag des Mauerfalls ein so
schönes Fest geworden ist. Aber eines können
wir vielleicht doch mit in unser Feiern herein­
holen: die Begegnung mit Fremden und mit
Freunden. Jesus ist geboren, wurde Mensch.
Das Menschliche tritt in den Vordergrund, die
Begegnung mit Menschen – mit hochgestellten,
wie den reichen Weisen aus dem Morgenland,
die sich nicht lumpen ließen und teure
Geschenke mitbrachten – und mit den ganz
Armen, den Hirten, die wohl für sich selbst
nichts, geschweige denn etwas zum Verschen­
ken für andere hatten. Aber Geschenke sind
auch nicht das Thema, sondern die Begegnung
mit anderen und die fröhliche Ausgelassenheit
miteinander.

9

25 Jahre danach

T anzprojekt

Das Tanzprojekt »Gethsemane 89«, gemein­
sam mit Jugendlichen aus Gethsemane ent­
wickelt, inspiriert von der Mahnwache, den
Gedächtnisprotokollen und alltäglichen
Geschichten rund um die Gethsemanekirche
im Oktober 89, integrierte sogar Zeitzeu­
ginnen! Einfache Bewegungen in sehr gut
ausgewogenen Formen, Kreise und Gruppen
bildend, leise und bestimmt, gerichtet. Und
doch in ihrer Wirkung angemessen ernst. Es
konnte irgendwie gar nicht anders sein. Die
Mädchen und Jungen unserer Jungen

10

Gemeinde wunderbar motiviert und bei der
Sache! Im Theater würde ich sagen: Chapeau!
Hier: Glückwunsch allen, die dabei engagiert
waren und vielen Dank, dass Ihr den Mut hattet,
so etwas zu wagen und so gelungen umzusetzen!
Einen ausführlichen Bericht lesen Sie auf www.
ekpn.de. DW
Ulrike Flämig, Choreografin, Francisco Cuervo,
Choreograf; Hannah-Maria Liedtke, Pädagogin

Dankgottesdienst

Pfarrerin Angela Kunze-Beiküfner:
Wenn ich an den 9. Oktober 1989 zurückdenke, dann
bin ich vor allem sehr dankbar und darum hat es mich
mit großer Freude erfüllt, 25 Jahre später in der
Gethsemanekirche einen Dankgottesdienst mitgestalten zu dürfen. Schon als ich die Tanzperformance
der Jugendlichen erlebte und die Kirchenbank mit
den Vasen voller Herbstastern vor der Wand stehen
sah, vor der ich am 4. Oktober den Fastenaufruf aufgehängt hatte, berührten sich Vergangenheit und
Gegenwart auf eine ganz besondere Weise.

Es fällt mir schwer, dieses Erleben in Worte zu
fassen, aber durch den Psalmgesang von Jalda
und meiner Pantomime haben wir etwas
davon zum Ausdruck gebracht, ohne viel
darüber reden zu müssen. Gott verwandelt
meine Klage in einen Reigen – am 9. Oktober
1989 habe ich das genauso erlebt! Dass sich 25
Jahre später dann sogar die Gottesdienstgemeinde von dieser Erinnerung anstecken ließ
und wir gemeinsam durch die Kirche einen
Reigen tanzen konnten, war eine große Freude. Die vielen Kerzen, die am Ende sogar
knapp wurden, leuchten nach wie vor in
meinem Herzen. Dona nobis pacem – auf
dieses Gebet sind wir derzeit besonders angewiesen. Auf ermutigende Erinnerungen und
dankbare Reigen aber auch.

11

12

www.simonritter.de

Groß und Klein –
im Mauerpark
versammelt

Zum Ökumenischen Gottesdienst am 9. November
im Mauerpark an der Schwedter Straße kamen gut
2000 Menschen: »Warum tun wir das nicht öfter – so
gemeinsam?« fragte mich ein Berliner aus der HerzJesu-Gemeinde ... trotz des kühl-feuchten Wetters, ein
wärmendes Ereignis – Danke! an alle, die in vielfältiger Weise dafür gearbeitet und geschuftet haben! DW

Kleinere Und Größere Kinder Und Kirche

Sa., 6. Dezember 2014 um 10 Uhr in Elias
Thema: »Stern über Bethlehem«
Sa., 10. Januar 2015 um 10 Uhr in Elias
Thema: »Martin, der Schuster«

»Panikbasteln«
Mittwoch, 10. Dezember 2014
Für alle, die mögen, die noch
Weihnachtsgeschenke brauchen
und basteln wollen, laden wir in
den Elias-Kuppelsaal von 15 – 18 Uhr ein.
Unkostenbeitrag 2,50 Euro
Kuchen, Plätzchen, Weihnachtsleckereien
sind sehr willkommen!

Kinder, Kinder

KUK

KUG

Fröhliches Weihnachtsbasteln

13

Der Weg der Wäsche
Eine kleiner Rückblick
Gäste beherbergen, Frühstück bereit machen, Feste
feiern, Mahlzeiten zubereiten. Immer braucht es dazu
auch Wäsche. Bettwäsche, Frotteewäsche, Küchenwäsche, Tischwäsche, Putzlappen. All diese Wäsche
muss gewaschen, getrocknet, manches aufgehängt,
gebügelt, gefaltet, verräumt werden.
2007: Diese Wäsche macht folgenden Weg: Von der
Wäscheabgabestelle im Zwischengeschoß 16 Stufen
nach unten, eine Tür, über den Hof, eine Tür, 100 Stufen nach oben in eine Privatwohnung. Eine Waschmaschine, ein Trockner standen zur Verfügung.
Getrocknet wurde auf zwei Wäscheständern im Treppenhaus, gefaltet in der Wohnung. Dann ging es
zurück. 100 Stufen nach unten, eine Tür, über den
Hof, eine Tür, 55 Stufen ins 2. OG wo die Wäscheschränke standen. Im Winter trocknete es im ungeheizten Treppenhaus schlecht. Der durch den Solarspeicher warme (ehemalige) Bastelkeller wurde entdeckt. Statt weiterhin dort Fenster zu restaurieren
wurde nach einer Umräum- und Säuberungsaktion
nun Wäsche getrocknet., ein Falttisch eingerichtet.
Beim Rückweg der Wäsche (feucht wie trocken) nun
also der Abstieg von 100 Stufen + eine Tür + 7 Stufen
in den Keller zum Trocknen und Falten. Von dort aus
dann der Aufstieg ins 2. OG gegenüberliegende Seite.
Aber das ist schon bekannt.
November 2010 die
Freude war groß! Zwei
Waschmaschinen und
ein Trockner können für
den
Gästehausbetrieb
angeschafft
werden.
Installiert im Erdgeschoss, wo früher die
Gemeindeküche und zu
dem Zeitpunkt ein Rohbau war, der sich phasenweise in eine Baustelle Waschen auf der Baustelle

14

verwandelte auf dem Weg zur heutigen Küche. Sämtliche Schmutzwäsche wurde dort gesammelt, Wäsche,
die durch den Trockner ging, konnte durch das Aufstellen eines zweiten Falttisches gleich dort gefaltet
werden. Die Verkürzung des Weges sei nicht extra
erwähnt. In den warmen Sommermonaten war es
möglich, in dem sonst unbeheizten Raum zu trocknen. Aber es war eine Baustelle. Ging es damit weiter,
hieß das, Waschmaschinen und Trockner schützen
und den Ort mit allen anderen Nutzungen verlassen.
Der Trockenraum im Keller blieb während all dieser
Zeit dankbar angenommenes Ausweichquartier.
Mai 2011 der Lift geht in Betrieb! 55 Treppen gespart.
Die Wäscheabgabestelle nun Parterre 16 Treppen
gespart.
Frühjahr 2013: in großen Schritten geht es auf der
Baustelle weiter. Ein Waschhäuschen entsteht für
Schmutzwäsche, Waschmaschinen und Trockner.
Getrocknet auf Ständern und gefaltet wird im Keller
der gegenüberliegenden Gebäudeseite. Habe ich Sie
verwirrt? Ich hoffe nicht. Die Idee, in die neu entstehende Küche auch die Waschküche zu integrieren,
wurde mit Blick auf Hygiene und Platz verworfen.
Stattdessen sollte separat im Keller eine Waschküche
entstehen.

Das Waschhäuschen auf der Baustelle entsteht

Angebote Stadtkloster
Filmabend:
Wenn es draußen früh dunkel wird, laden wir zu
einem Film ins Stadtkloster ein. Freuen Sie sich auf
gute, anregende Unterhaltung durch einen Film und
die andern Gäste.
Freitag 5. 12. und Freitag 9. 1. 2015
Türöffnung um 19.30, Getränke und Snacks, 	
der Film beginnt um 20 Uhr. 	
Weitere Informationen bei: 	
corinne.duerr@stadtklostersegen.de
Eintritt frei.
Krippenspiel:
Am 24. Dezember findet um 16.00 Uhr
das Krippenspiel statt. Dieses Jahr wird die
Weihnachtsgeschichte unter dem Titel 	
»Und immer bellt der Hund« auf die 	
Kirchenbühne gebracht. Herzlich will­
kommen zu diesem Ereignis für die ganze 	
Familie.
Übergang in Segen
Dienstag, 31. 12. 2014, 23.00 Uhr im Stadt­
kloster Segen. Wir halten Rückblick und
­bitten um Gottes Segen fürs Kommende. 	
Wir singen, hören Texte und Gebete. Es bleibt
Raum fürs eigene Betrachten und Überdenken. Um Mitternacht läuten die Glocken –
und dann das Feuerwerk!

Waschbar

Auf ein Wort – Stadtkloster Segen

Spätsommer 2014: das ist Ziel erreicht. Für kurze Zeit
gab es die Waschküche, wie wir sie uns vorgestellt,
geplant und fertig gestellt hatten. Warum eigentlich
eine Waschküche? Wir haben eine Waschbar! Dort
wird alles gewaschen, was waschbar ist. Dass im Vorraum der Getränkekeller ist, ist reiner Zufall. Doch
noch einmal einen Schritt zurück.
Nur wenige Wochen nach dem Idealzustand stiegen
die ersten Steckdosen aus – Ursache aufgrund der
Komplexität der zum Teil alten Elektroleitungen
noch ungeklärt. Und – das Leerräumen von Treppenhäusern und Fluren machte eine abermalige
Umräumaktion notwendig. Viele Dinge mussten in
und vor der Waschbar (!) untergebracht werden.
Es ist eng geworden, einiges hat noch keinen Platz, es
ist ein vorübergehender Zustand. Irgendwann über
kürzer oder länger wird sich daran etwas ändern und
es wird so sein, wie es gedacht ist. Aber das gehört
schon zum Ausblick. Und – mit Provisorien zu leben
ist Teil des Weges. Zum Schluß noch eine Zahl. 2013
wurden allein 570 Wäschesets gewaschen. Ein
Wäscheset für Gäste besteht aus Bett- und Kissenbezug, Dusch- und Handtuch, Waschlappen und Badematte. Ulrike Fey

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Die Gärtnerin
Vielleicht ist sie bekannter, als sie denkt: Christa Hil­
debrand hat den Garten der Gethsemanekirche seit
14 Jahren in Ordnung gehalten. Gerade in den brütenden Sommertagen hatten wir schon Angst um sie,
denn sie hat ehrenamtlich schwer gearbeitet und ihre
Ehre eingesetzt, dass um die Kirche herum alles schön
aussieht. 15 Jahre lang hat sie Blumen gepflanzt,
Unkraut gejätet, die kleineren Bäume beschnitten
oder auch mal umgesetzt.
Nun ist ihr das zu viel, sie muss diese Tätigkeit nun
weitgehend aufgeben. Nur noch »bei Jesus vorne«,
wie sie sagt, ihrer Lieblingsstelle, da will sie noch weiter die Anlage pflegen, da wird man sie auch in
Zukunft noch ab und zu sehen können.
»Großen Spaß« hat ihr die Arbeit in unserem Garten
gemacht, so sagt sie. Vor ihrer Pensionierung arbeitete sie 24 Jahre lang auf dem Gethsemane-Friedhof
und hatte dort, wie ich finde, die wichtige Aufgabe,
den Friedhof als einen ›lebendigen Ort‹ zu erhalten.

16

Dort konnte sie ihre Vorliebe zur Natur ausleben, was
sie dann als Rentnerin in unserem Kirchgarten fortführte. »Wäre ich heute jünger«, sagt sie, »würde ich
das wieder machen«. (Anmerkung: wer den Friedhof
»Nordend« in der Dietzgenstraße noch nicht kennt,
sollte unbedingt dort einmal einen ausgedehnten
Spaziergang machen.)
Vor ihrer Zeit auf dem Friedhof arbeitete sie im Handel, war in dem großen Geschäft der HO in  der Prenzlauer Allee »Mädchen für alles«. Sie hat sauber
gemacht, Waren ausgepackt und »aufgepasst, wenn
welche jeklaut ham«. Davor arbeitete sie in einem
Molkereiladen in der Wichertstraße, was ihr aber
nicht so gefallen hat. Dann ging sie einmal auf dem
Friedhof »Nordend« spazieren und fand dort einen
Zettel angeheftet, dass man Mitarbeitende suche. So
kam sie zu ihrer eigentlichen Leidenschaft, dem Gärtnern. Geboren ist sie in der Nähe der Frankfurter
Allee. Dunkel erinnert sie sich noch an den Bunker

Vor 14 Jahren hat sie Anschluss gefunden zum
»Apostelkreis« (weniger romantisch ausgedrückt:
zum »Seniorenfrühstück«). Seitdem hat sie sich um
den Garten gekümmert – völlig unentgeltlich. Unsere Gemeinde hat ihr sehr viel zu danken. Es gibt viele
Möglichkeiten, Gott mit seinen eigenen besonderen
Fähigkeiten zu loben. Eine davon ist es, den Garten
rund um die Kirche zu pflegen. Wenn die Bauarbeiten
erledigt sein werden, können wir da, wo Frau Hildebrand aufhört, weitermachen und uns bis dahin	
freuen, wenn es »bei Jesus vorne« schön aussieht.
Christian Zeiske

Sommerrüste
vom 17. – 24. Juli 2015
Die »Kleinen«

Die »Kleinen« fahren nach Zootzen auf den 	
Waldhof direkt am Stolpsee mit Antje Erdmann
und Team. Plätze: max. 75 (Jüngere heißt
bis 10 Jahre)

Die »Großen«

Die »Großen« fahren nach Tornow ins
Schloss vom Ökowerk Brandenburg e.V. mit
Markus Jost und Team. Plätze: ca. 60 (Ältere
heißt ab 11 Jahre) Für Fragen bezüglich Tornow: m.jost@ekpn.de

Thema für beide Rüsten:
Religionen der Welt
Anmeldung ab 1. 1. 2015 bis 28. 2. 2015 	
per Internet http://www.ekpn.de/gemeinde-aktiv/kinder-und-familien/.
Die Anmeldung ist nur verbindlich mit der
eingezahlten Anmeldegebühr von 30 Euro
(sie fließt später in die Gesamtkosten ein).
Für Rückfragen zur Anmeldung 	
a.erdmann@ekpn.de / 030 41 71 59 57

Große Sommerrüste 2015

dort und den Bombeneinschlag in der Nähe. Viel älter
als 2 Jahre kann sie da nicht gewesen sein. Die brennenden Häuser der Magdalenenstraße sind ihr noch
im Gedächtnis. Auch von dem Bunker am Alex weiß
sie noch und dieser eigenartigen Couch, die dort
stand. Aber dann zogen sie in den Prenzlauer Berg,  
zunächst in die Dunckerstraße. Ihre Mutter musste
die fünf Kinder alleine durchbringen, Ihr Vater hatte
die Familie im Stich gelassen. Man hat versucht, es
den Kindern so schön, wie möglich zu machen. Da
gab es diesen »Fackelzug« mit vielen bunten Laternen, die ein Nachbar aus Butterbrotpapier gebastelt
hatte. Der Umzug in die Lychener Straße war nicht
ganz so glücklich, die Mutter suchte gleich eine andere Wohnung in der Göhrener Straße, als die Ratten gar
nicht mehr aufhören wollten, nachts die Wände rauf
und runter zu laufen. Schließlich zog die Mutter mit
den fünf Kindern in eine Wohnung in der Schönhauser Allee. Im selben Haus wohnt Frau Hildebrand
heute noch – von der Kirche aus gleich um die Ecke.
Im Herbst ´89 kam sie mit einer Kerze zur Gethsemanekirche. Sie hatte sie im HO besorgt. Die Verkäuferin
dort staunte: »die Kerzen gehen aber heute ganz
schön raus«. Die Ereignisse in diesem Herbst »vergisst
ja keener«, wie Frau Hildebrand sagt. Ein Mädchen
sprach sie an: »na Tante, ich kann nur hoffen, dass	
wir bald rüber können« Einen Monat später, am	
10. November rief eine Kollegin: »Kinder, de Mauer is
jefalln«. Der Chef verkündete darauf, »macht ma Feierabend«. So ging Frau Hildebrand am Abend über
die Grenze, auch mit der Angst, dass noch etwas passieren könnte.

17

Gottesdienste
Elias-Kuppelsaal

Gethsemane

07. 12. 2014
2. So. im Advent

09:30 Pf. Seidenschnur, T, K, N
Adventsmusik

11:00 Pf. Mangliers, T, K, N

14. 12. 2014
3. So. im Advent
21. 12. 2014
4. So. im Advent

09:30 Pf. Seidenschnur, K, N
09:30 Pf. Mangliers, K, N

11:00 Rabbiner Ben Chorin,
Pf. Zeiske, K, N Predigtreihe
11:00 Pf. Zeiske, N

24. 12. 2014
Heiligabend

14:30 Pf. Seidenschnur, Kathrin Kühn, 	
Krippenspiel
18:00 Pf. Seidenschnur, Christvesper + 	
Kiezweihnacht s. S. 2
09:30 Pf. Seidenschnur

14:30 Pf. Zeiske, Weihnachtsmusical Singschule*
16:00 Pf. Zeiske, Weihnachtsmusical Singschule*
18:00 Pf. Zeiske, Christvesper
23:00 Pf. Zeiske, Gospelchristnacht
11:00 Pf. Mangliers

Göhrener Str. 11

25. 12. 2014
1. Weihnachtstag
26. 12. 2014
2. Weihnachtstag
28. 12. 2014
1. So. nach Weihnachten
31. 12. 2014
Silvester

11:00 Pf. Seidenschnur
11:00 Pf. Zeiske
17:00 Pf. Seidenschnur,
Altjahresabend bei Kerzenschein, s. S. 36
Abendmahlsfeier

01. 01. 2014 Neujahr
04. 01. 2015
2. So. nach Weihnachten
06. 01. 2015
Epiphanias
11. 01. 2015
1. So. nach Epiphanias
18. 01. 2015
2. So. nach Epiphanias
25. 01. 2015
letzter So. n. Epiphanias

Stargarder Str. 77

11:00 Pf. Zeiske
09:30 Pf. Seidenschnur, A, N

11:00 Pf. Seidenschnur, A, N

19:00 Pfn. Fey, Pf. Seidenschnur
09:30 Pf. Seidenschnur K, N

11:00 Pf.Seidenschnur, T, K, N

09:30 Pf. Zeiske K, N

11:00 Pf. Zeiske, K, N

09:30 Pf. Seidenschnur, A, T, N

11:00 Pf. Zeiske K, N
Begrüßung Pfn. El Manhy

Taufe
Anna von und zu Gilsa, Gabriel Weizsäcker, Caspar Seiferth, Jonas Zander, Julius
Bulling, Franz Bulling, Kian Brüske, Fritzi Braun, Tomme Baumann, Marta
Werner, Magda Werner, Elias Alleweldt, Frida Alleweldt, Grace Flechtner, Mia
Hillmer, Clara Ida Bietz, Nina Marlene Bietz, Hannah-Lotta Christ, Mika Breunlein, Tabea Fischbach, Henk-Samuel Kiffel, Clara Helmchen, Linus Handke
Aber die auf Gott hoffen, gewinnen neue Kraft, sie steigen auf mit Flügeln wie Adler.
Sie laufen und werden nicht matt, sie gehen und werden nicht müde. Jesaja 40, 31

18

Bestattung
Ruth Schmidt, 92
Fürchte dich nicht, denn ich habe
dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist
mein! Jesaja 43, 1

Geburtstage

Dezember | Januar

Wisbyer Str. 7

09:30 Pf. Fey, N, B
09:30 Pf. Fey, T, N, B
09:30 Pfn. Fey, Kantatengottesdienst, N, B
11:00 Pfn. Fey und Team, Krabbelgottesdienst
14:00 Pf. Talis Redmanis, Gottesd. i. lett. Sprache
15.30 Pfn. Fey, Paul Beutel und 	
Junge Gemeinde, Krippenspiel
17.30 Pfn. Fey, Christvesper

Stadtkloster Segen 
Schönhauser Allee 161

21:00 AbendbeSINNung »Auf der Suche
nach Gott in der Literatur – Der Groß­-	
inqui­sitor von Dostojewski«
21:00 AbendbeSINNung	
Abschied von Pf. Mangliers
Keine AbendbeSINNung
16:00 Pf. Mangliers, Corinne Dürr, 	
Krippenspiel
18:00 Pf. Mangliers, Christvesper
23:00 Paul Beutel, Jugendchristnacht

09:30 Pf. Bergerhoff, Krippenandacht
09:30 Pfn. Fey, Krippenandacht

Keine AbendbeSINNung

15:30 Pfn. Fey, A, N

23:00 Georg Schubert, Liturgischer Gottesdienst zum Jahreswechsel

11:00 Pfn. Fey und Team, Familien-Gd, N

21:00 Gott in der Literatur

10:00 Pfn. Fey und Team, Eröffnungsgottesdienst
der Allianz-Gebetswoche, N, B
09:30 Pf. Bergerhoff, N

21:00 AbendbeSINNung	
Gott in der Literatur
21:00 AbendbeSINNung

A	 G
 ottesdienst
mit Abendmahl
K 	 Kindergottesdienst
N 	 Gespräch
nach dem 	
Gottesdienst
T 	 Taufe
TR	 Trauung
F 	 Familiengottesdienst
B	 Basar

Klaus Ewert 75 Engelbert
Galster 80 Grete Jausly 90
Margarete Neumann 100
Adelheid Kramer 80 Lena
Loos 97 Ingrid Goerke 80
Hildegard Hänsel 91 Ekkehard Göpelt 70 Horst Bohr
80 Ursula Aschemann 91
Werner Klopsteg 80 Günter
Dahlenburg 92 Dr. Johann
Gerhardt 80 Dr. Peter Goltermann 80 Rosemarie
Schymanski 85 Ute-Sabine
Hartmann 70 Kurt Struck
90 Erika Jakomowitsch 75
Dorothea Wandschneider
92 Margarete Krause 85
Wolfgang Wahn 80 Wolfgang Kundy 80 Isa Salomon
85 Heinz Knoll 80 Ursula
Pickroth 94 Karl-Heinz
Lutz 70 Christa Hilde­
brand 75 Edith
Schildberger 75

Gottesdienste

Paul Gerhardt

Geburtstagskaffee
am Donnerstag,
29. Januar 2015
um 15.oo Uhr in
Trauung
* Weihnachtsmusical:
Morith Holzgraefe und Gerte Diekmann; Daniel und »Bring mich nach Bethlehem« den Räumen des
Elias-GemeindeMaria Schneider; Reiner und Anke Heine; Johannes von Andreas Mücksch/
hauses – herzliche
Stahl und Katharina Berten; Matthias Walker und
Barbara Schatz
Einladung zu 	
Karolina Schaletzki; Johannes Alblas und Janine
Kaffee, Tee, Kuchen
Kowalke; Ingetraut und Wolfgang Lindenberg 	
und guten Ge»Goldene Trauung« Denn ihr sollt in Freuden ausziehen und im
Kirche ist für Hörgeräte
sprächen!
Frieden geleitet werden. Jesaja 55, 12a
eingerichtet

09:30 Pfn. Fey, Orgel Plus, N
11:00 R. Rosenmüller + Team Krabbel-	
gottesdienst

21:00 AbendbeSINNung

19

Gisbert Mangliers
politisch – bei der 1. freien Volkskammerwahl und
dann beim Aufbau eines neuen Systems der Kinderund Jugendhilfe. Dies Pragmatische ist sicher typisch
für die Wendeerfahrungen vieler gelernter DDR-Bürger – während für viele Westler doch immer auch die
Eine Gelegenheit also für Rückblicke und Perspekti- dogmatische Diskussion dazugehörte.
ven: Frau Pfarrerin El Manhy wird sich im kommenden Gemeindebrief vorstellen. Wir möchten Gisbert Ab 1991 kehrt Gisbert nach Prenzlauer Berg zurückdiesmal in die Segensgemeinde, die von den gesellmit einem Portrait verabschieden.
schaftlichen Veränderungen – einschließlich erhebDas Spannende an Portraits liegt auch darin, in einem licher Sparmaßnahmen – mit voller Wucht erwischt
Leben die großen Linien zu sehen. Bei Gisbert ist es wird. Das stellt den GKR vor neue Perspektiven: »alleine können wir nichts stemmen«; Gisbert ist als PfarKontinuität im Wandel.
rer nicht der Typ Solist, sondern eher Teamplayer.
Mit über 30 Jahren in unserer Gemeinde ist er der
dienstälteste Hauptamtliche und hat die gesell- In diese Zeit fallen die von der Landeskirche angestoschaftlichen Umbrüche und den massiven Wan- ßenen Fusionsprozesse.  4 Gemeinden im damaligen
del in Prenzlauer Berg erlebt. 1982 kommt er als	 Kirchenkreis Stadt III könnten fusionieren: Elias,
3. Pfarrer in die Paul-Gerhardt-Gemeinde, hat Gethsemane, Paul-Gerhardt und Segen.
seine Schwerpunkte im Bereich der Jungen
Also kommt es zu gemeinsamen Gesprächen und
Gemeinde und als Kreisjugendpfarrer.
schließlich zu einer Zusammenarbeit dieser GemeinÜber ein Gemeindeglied kommt die noch heute den. Ein Gemeinsamer Ausschuss, der eine effektive
bestehende Partnerschaft mit einer niederlän- Zusammenarbeit, gerade im Angesicht finanzieller
dischen Gemeinde zustande. Schulklassen besu- Kürzungen, wegfallender Stellen etc. ermöglicht,
chen Menschen aus der Gemeinde – in der DDR wird gebildet.
eine Seltenheit, zumal diese Schulklassen im offiDoch ist es für Gisbert (und für viele andere Beteiligte)
ziellen Austausch mit der FDJ standen.
nicht nur die Not, sondern auch die Chance, GemeinEnde der 1980er Jahren gibt es auch in der Paul- dearbeit dem gesellschaftlichen Wandel und den
Gerhardt-Gemeinde politische I
    
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