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Periodical volume

Full text: Gemeindebrief Issue 59.2010/2011, Dezember/Januar

Gemeindebrief

 Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord · Elias · Gethsemane · Paul Gerhardt · Segen Nr. 59	 Dezember 2010 / Januar 2011

	 2	 Inhalt 	

Seite 	 Editorial		

GKR-Wahl	 4/5/7 Notleidende Kinder oder eigenes Seelenheil?	 6/7 Kinder, Kinder	 8/9 Mitteilungen/Amtshandlungen	 10 Allianz-Gebetswoche	 11 Kirchenmusik Einigkeit und Recht und Freiheit	 12 Ick sing‘ bei Lehmann	 13 Geburtstage	 14 Islandreise des Kinder- und Jugendensembles	 15 Gottesdienste	 16/17 Regelmäßige Veranstaltungen	 18/19 Auf ein Wort zum Stadtkloster	 20/21 Adelheid Röhrig	 22/23 Alphakurs	 24 Weihnachten in Bangladesh	 25 Veranstaltungen & Konzerte	 26 Anzeigen	 27 bis 29 Kontakte	 30/31 Hinweis: Der Gemeindebrief erscheint als pdf-download auf der gemeindeeigenen Homepage www.ekpn.de Titelbild: Unbekannter lombardischligurischer Bildhauer, Madonna mit dem segnenden Christuskind und Franz I. von Frankreich, um 1515/1520, Isola Bella, Sammlung Borromeo. Das leichte Festhalten des Kindes durch die Mutter ... die ersten Schritte in die Welt, die segnenden Hände ... diese Szene ist dem realen Leben sehr nahe. Ausstellungsfoto, D. Wendland
Herausgegeben vom Gemeindekirchenrat der Evangelischen Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord. Auflage: 2000 Stück. Redaktionsanschrift: Gemeindebüro der Ev. Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord Gethsemanestr. 9, 10437 Berlin T.: 4 45 77 45, F.: 43 73 43 78 zentralbuero@ekpn.de Gestaltung: Grafik-DesignBüro Dieter Wendland Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist der 1. 1. 2011 Die Artikel geben die Meinung der Verfasser wieder und nicht immer die der Redaktion bzw. des Gemeindekirchenrates

Editorial

Liebe Leserin, lieber Leser, Sie halten die Weihnachtsausgabe in Händen. Sie enthält besinnliche und auch einige kritische Gedanken zu Weihnachten und den begleitenden Aktivitäten. Lassen Sie sich – auch durch diese Ausgabe unseres Gemeindebriefes – hineinnehmen in die frohe Botschaft der Engel auf dem Hirtenfeld: »Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden...«, eine Botschaft, die uns zum Handeln bewegt. Genießen Sie die Festtage und lassen Sie Weihnachten nicht schon am 25. 12. aufhören. Die kirchliche Festzeit dauert wesentlich länger, als es die Auslagen in den Geschäften uns suggerieren wollen. Gottes Segen soll Sie begleiten in den Feiertagen, im neuen Jahr und an allen Tagen, die Gott schenkt. Herzliche Weihnachtsgrüße, ihr Redaktrionsteam

Laib und Seele

Prenzlauer Berg hat in den überregionalen Zeitungen ein seltsames Image. So wunderte sich die Frankfurter Allgemeine unlängst in einem Artikel über die Diskussionen über die zukünftige Nutzung des Mauerparks, der dem Verfasser in seiner jetzigen Form wenig attraktiv und schützenswert erschien. Auch liest man häufig von den überbesorgten Müttern vom Kollwitzplatz, die ihre Kinder von Geburt an mit vielfältigen Angeboten auf die Härten des Lebens vorbereiten möchten. Über den Wert von Babymassage, Kinderyoga und Stramplern aus Bio-Wolle mag man geteilter Meinung sein, kostspielig ist so was auf jeden Fall. Und definitiv zu teuer für die Mütter, die zu den Kunden von LAIB und SEELE gehören. Die gemeinsame Aktion der Berliner Tafel, des RBB und der Kirchen ergänzt in ganz Berlin in rund 40 Ausgabestellen den Lebensmittelbedarf nachweislich Bedürftiger. Bei uns ist LAIB und SEELE im Elias Kuppelsaal zu Hause, jeden

Donnerstag werden dort vom frühen Morgen an die gespendeten Lebensmittel von Bärbel Jenichen und ihrer Mannschaft ausgepackt, sortiert, gewaschen, portioniert und ab 11 Uhr verteilt. Luxus ist bei diesen Bewohnern von Prenzlauer Berg nicht drin. Wenn sie sich abwechslungsreich und einigermaßen gesund ernähren wollen, müssen sie schon sehr genau rechnen und planen. Umso willkommener ist das mittlerweile schon traditionelle Tütchen mit weihnachtlichen Süßigkeiten, das beim letzten Donnerstag vor dem Fest verteilt wird. Es füllt den bunten Teller ein wenig auf und ist zugleich ein Gruß von der Gemeinde. Bärbel Jenichen und ihre Ehrenamtlichen bitten deshalb auch in diesem Jahr darum, dass nach den Gottesdiensten Lebkuchen, Pfeffer­ nüsse, Schokoladenweihnachtsmänner, Dominosteine, Zimtsterne oder Marzipankartoffeln für LAIB und SEELE in die Sammelkörbe gelegt werden. Bernhard Roetzel-Liebchen

ChristVesper der ganz besonderen Art: Heilig Abend – Kiezweihnacht

24. 12. 2010 von 18 bis 20 Uhr im Elias Kuppelsaal. Wir laden Menschen aus dem Kiez ein: Einsame, Familien, Menschen, die alleine sind. Wir wollen mit­ einander essen und trinken, Weihnachtslieder singen, die Weihnachtsgeschichte hören, Musik hören und dem Wunder der Weihnacht nachspüren. Bärbel Jenichen, Pf. Heinz-Otto Seidenschnur und das Team der Helfer

Das Wort	

		

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Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse mit Gutem. Römer 12,21 (Jahreslosung für 2011) Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie diesen Gemeindebrief in den Händen halten, hat das neue Kirchenjahr mit dem 1. Advent schon begonnen und in wenigen Wochen liegen die ersten 10 Jahre des neuen Jahrtausends hinter uns. Als Jahreslosung für das neue Jahr wird uns das Wort aus dem Römerbrief mitgegeben. Das Böse, das ist eine schmerzhafte Erfahrung, gehört zur Realität unserer Welt. Auch zur Realität unseres eigenen Lebens. Und in immer neuen Gesichtern tritt es auf. Zu allen Zeiten. Kein Wunder, dass auch Paulus sich im 12. Kapitel des Römerbriefes ausführlich mit der Frage beschäftigt, wie denn Christen angesichts dieser Tatsache glaubwürdig als Christen leben können. Um Ansatz und Anliegen christlicher Ethik geht es im 12. Kapitel. Die Messlatte legt er ziemlich hoch, wenn er gleich zu Beginn unser ganzes Leben als Gottesdienst beschreibt. Und fortfährt: »Fügt euch nicht ins Schema dieser Welt, sondern verwandelt euch durch die Erneuerung eures Sinnes...« Wir werden aufgerufen, einen Beitrag zu leisten, den vielleicht nur wir in der Auseinandersetzung mit dem Bösen leisten könnten. Und zwar nicht, weil wir besser wären als andere, sondern weil uns Christen die Botschaft dessen anvertraut ist, der auf das Böse in einzigartiger Weise reagiert hat: Christus. Von seiner Geschichte kommen wir her, seine Geburt feiern wir in wenigen Wochen. Wie hat Jesus auf das Böse reagiert? In der Bergpredigt sagt er: »Ihr habt gehört, dass gesagt wurde: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ich aber sage Euch: Leistet dem, der Böses tut, keinen Widerstand! Nein! Wenn dich einer auf die rechte Backe schlägt, dann halte ihm auch die andere hin. Und wenn dich einer vor Gericht ziehen will, um dein Gewand zu nehmen, dann lass ihm auch den Mantel. Und wenn dich einer nötigt, eine Meile mitzugehen, dann geh mit ihm zwei.« Auge um Auge, Zahn um Zahn – da geht bei vielen, die das hören, eine Schublade auf und sie denken: typisch Altes Testament. Da ist ja sowieso so viel von Rache und Blut und Krieg die Rede. Oder manche, die sagen: typisch jüdisch und dann werden Linien ausgezogen bis zur Politik des Staates Israel. Stichwort: Rache und Vergeltung. Oder manche sehen ihr Horrorbild vom Gott des Alten Testaments bestätigt: ein rachsüchtiger Gott. Und sie verstehen nicht, wie so etwas in der Bibel stehen kann. Wird da nicht zur Rache regelrecht aufgerufen? Ich denke, wir müssen diesem Verständnis entgegentreten, weil es falsch ist. Die Formel »Auge um Auge, Zahn um Zahn« stammt aus einer Sammlung von Rechtsvorschriften, dem sogenannten Bundesbuch (2. Mose 21,24). Da heißt es weiter: »Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmal um Brandmal, Beule um Beule, Wunde um Wunde«. Diese Worte, und das ist ganz wichtig, werden nicht dem Opfer gesagt als Aufforderung zur Rache. Sie werden dem Gewalttäter gesagt. Und ihm soll damit klargemacht werden: Du bist verantwortlich für den Schaden, den du angerichtet hast. Du musst Ersatz leisten und wiedergutmachen. Du bist zur Entschädigung verpflichtet. Also kein Aufruf zur persönlichen Rache, Willkür oder Selbstjustiz, sondern Ausdruck eines geordneten Rechts. Und gleichzeitig werden damit auch die Ansprüche des Opfers begrenzt. Ein Missverständnis über die Bergpredigt muss an dieser Stelle angesprochen werden. Jesus gibt mit seinen Worten keine Anweisung zur Schwäche: Da du ohnehin der Schwächere bist, sei vernünftig und verzichte auf Widerstand. Auch heißt es nicht: Lass dir alles gefallen. Dann müsste es doch heißen: wenn dich einer schlägt, dann lass ihn schlagen, lass dir das Hemd nehmen, lass dich zwingen, werde ein heroischer Dulder, lass dich ausnehmen. Diese Haltung lässt dem Bösen freien Lauf und zerstört die Gemeinschaft. Jesus aber wagt Schritte, die Menschen aufeinander zubringen. An dem 3. Beispiel aus dem Besatzungsrecht möchte ich das verdeutlichen: Palästina war z. Zt. Jesu römische Kolonie. Damals war jeder römische Legionär berechtigt, von der Straße weg jeden beliebigen Passanten als Gepäckträger für den Weg einer Meile in Anspruch zu nehmen, also ungefähr anderthalb Kilometer. Jesus sagt: »Wenn dich einer eine Meile mitzugehen nötigt, dann geh zwei mit ihm.« Wir müssen uns diese beiden mal vorstellen. Da ist der Soldat. Er hat die Macht. Und der, den er da gerade vom Straßenrand heranwinkt, um ihm sein schweres Gepäck aufzuladen, ist für ihn nur ein Sklave, einer von diesen dahergelaufenen Juden. Wahrscheinlich würdigt er ihn nicht einmal eines Blickes. Sie haben sich nichts zu sagen. Auf der anderen Seite ist da aber auch die Angst. Bei diesen Einheimischen kann man nie wissen. Es hat schon allerlei Anschläge gegeben von diesen Zeloten, den Freischärlern, die gegen die römische BesatzungsFortsetzung Seite 11

G K R
Aus der Arbeit des Gemeindekirchenrates

	 4	 Aus dem GKR / Gemeindebeirat					

Die Sitzungen des Gemeindekirchenrates fanden am 04.10. und 01. 11. 2010 statt. Schwerpunkt der Oktobersitzung waren Personal­planungen, Berichte und Beschlüsse zu Bauvorhaben in unseren Kirchen und Gemeindehäusern und natürlich die Vorbereitung der Wahl zum neuen GKR. Weiteres Thema war die Vorbereitung der Gemeindeversammlung. Frau Pfrn. Hella Thorbahn stellte sich dem GKR vor. Frau Pfrn. Thorbahn hat einen Predigtauftrag für unsere Gemeinde, und wir freuen uns sehr auf ihre Mitarbeit. Weiterhin hat der GKR beschlossen, die befristete Stelle unseres Geschäftsführers Herrn Esch, in eine unbefristete Stelle umzuwandeln. Auch darüber freuen wir uns sehr, und danken Herrn Esch für die bisher erfolgreiche und engagierte Arbeit in unserer Gemeinde. Themen der Novembersitzung waren Zwischenberichte zur Überarbeitung des Gemeindekonzeptes und der Beschluss zur Ausschreibung der kreiskirchlichen Stelle für Familienbildung. Z. Zt. ist die Stelle bei uns durch Frau Jana Scherle besetzt. Wir danken auch ihr sehr für diese Arbeit und hoffen, dass Frau Scherle diese Tätigkeit bei uns weiter fortführen kann. Höhepunkt der letzten Wochen war die Wahl des neuen GKR. Für sechs ausscheidende Mitglieder mussten sechs neue gewählt werden. Noch am Abend des 31. Oktober direkt nach Auszählung der Stimmen traf sich der GKR mit den Kandidaten und Gästen zu einer Sondersitzung zur Feststellung des Wahlergebnisses.

Peter Aderhold 	

Stefan Dachsel 	

Steffen Ganschow 	

Bärbel Jenichen

Ursula Kästner	

Hans Krüger 	

Christina Lehmann	

Ulrike Lemmel

Peter Rottmann	

Vors. Wolfgang Schellig 	 Erwin Schmidt	

Axel Schröter

Ingrid Voß	

Dieter Wendland		

Geschäftsf. Frank Esch

Pfn. Uta Fey	

Pf. Gisbert Mangliers	

Pf. H.-Otto Seidenschnur	 Pf. Christian Zeiske

An dieser Stelle möchte ich im Namen des Gemeindekirchenrates allen, die sich für die Wahl zur Verfügung stellten, Mitgliedern unserer Gemeinde, für die Kandidatur danken. Wir haben uns über die Bereitschaft sehr gefreut und hoffen, dass sich auch die nicht gewählten weiterhin in unserer großen Gemeinde engagieren. Möglichkeiten

gibt es viele, z. B. Mitarbeit in Kreisen, Ausschüssen, Beirat, Vorbereitung und Durchführung von Veranstaltungen, aktive Teilnahme an Rüsten usw. Nicht unerwähnt lassen möchte ich die Arbeit der ehren- und hauptamtlichen Helfer bei der Durchführung der Wahl. Vielen herzlichen Dank dafür. Allen neuen oder wieder gewählten Mitgliedern des GKR

Gemeindekirchenratswahl 2010		

		

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Gemeindekirchenratswahl 2010 in Prenzlauer Berg Nord
Sitzung am 31. 10. 2010 um 17:30 im Gemeindehaus Gethsemane • Der Gemeindekirchenrat • Gethsemanestr. 9, 10437 Berlin Der Gemeindekirchenrat stellt gemäß § 20 des Ältestenwahlgesetzes das Wahlergebnis fest: Wahlbezirk Elias gültige Stimmen: 	 abgegebene Stimmen: 	 die Kandidaten erhielten folgende Stimmen: Barbirz, Stefanie: 	 Gille, Caroline: 	 Roetzel-Liebchen, Bernhard: 	 Theben, Dr. Martin: 	 Zerrahn, Signe: 	 Wahlbezirk Gethsemane abgegebene Stimmen: 	 gültige Stimmen: 	 Die Kandidaten erhielten folgende Stimmen: Kirchner, Uta: 	 Schlegel, Matthias: 	 Wahlbezirk Paul-Gerhardt abgegebene Stimmen: 171 gültige Stimmen: 168 die Kandidaten erhielten folgende Stimmen: Frommhold, Martin: 61 Lüders, Anne: 79 Rheinfurth, Markus: 97 Schmidt, Erwin: 80 Wahlbezirk Segen abgegebene Stimmen: 	 gültige Stimmen: 	 die Kandidaten erhielten folgende Stimmen: Bornhold, Hermann: 	 Broßmann, Nina: 	 Dr. Kim Nguyen: 	 39 39 10 12 17 93 93 53 33 25 29 31 151 149 60 89 Damit sind gewählt: Stefanie Barbirz und Caroline Gille Ersatzälteste sind: Signe Zerrahn Dr. Martin Theben Bernhard Roetzel-Liebchen

Damit ist gewählt: Matthias Schlegel Ersatzälteste ist: Uta Kirchner

Damit sind gewählt: Markus Rheinfurth Erwin Schmidt Ersatzälteste sind: Anne Lüders Martin Frommhold

Damit ist gewählt: Dr. Kim Nguyen Ersatzälteste sind: Nina Broßmann Hermann Bornhold

möchten wir ganz herzlich gratulieren und Gottes Segen für die Arbeit in der Gemeindeleitung wünschen, wir freuen uns schon auf die erste Sitzung am 06. 12. 2010. Auf dieser konstituierenden Sitzung wird der/die Vorsitzende des GKR neu gewählt, und es sollen die

Schwerpunkte der nächsten Monate beraten werden. Zur Durchführung der Gemeindeversammlung im EliasKuppelsaal möchte ich bemerken, dass es eine sehr sachlich geführte Veranstaltung war. Themen waren die Vorstellung der Kandidaten zur GKR-Wahl,

Berichte des GKR´s und des Beirates mit anschließender Fragestunde. Ich hätte mir allerdings dafür eine größere Aufmerksamkeit der Gemeinde gewünscht. In den vergangenen drei Jahren haben die ausgeschiedenen Mitglieder des GKR wertvolle Arbeit geleiweiter Seite 7

	 6	 Notleidende Kinder oder eigenes Seelenheil			

Notleidende Kinder oder eigenes Seelenheil?
Fakten und Gedanken zu »Weihnachten im Schuhkarton« Weihnachtszeit ist Päckchenzeit. Da überlegt man wochenlang, bastelt oder geht einkaufen, hüllt das Geschenk anschließend in buntes Papier und bringt es zur Post. Durch Kaufhausgedränge und Postwarteschlangen motiviert der Gedanke, wie sich der oder die Beschenkte über das Päckchen freut. Ein Konzept, welches auch in Spendenaktionen Eingang gefunden hat. »Weihnachten im Schuhkarton« ist die populärste Variante weihnachtlicher Sachspenden. Die Idee ist einfach: Ein bunt beklebter Schuhkarton wird mit Spielsachen, Süßigkeiten, Hygieneartikeln und Kleidung für ein Kind gefüllt. Diese werden gesammelt und anschließend in Länder der ehemaligen UdSSR, Jugoslawiens oder Zentralasiens transportiert. Mehr als eine halbe Million Päckchen gingen so vergangenes Jahr allein aus Deutschland mit dem Verein Geschenke der Hoffnung auf die Reise, weltweit waren es 8,1 Millionen. Die Schuhkartonidee gewinnt jedes Jahr mehr Freunde. Weniger bekannt ist, wer hinter der globalen Wichtelaktion steht: evangelikale Missionswerke, die die Päckchen im Rahmen ihrer Evangelisierungskampagnen verteilen. Der größte Fisch im Spendenteich, der Verein Geschenke der Hoffnung (Initiator von »Weihnachten im Schuhkarton«), ist eine deutsche Tochter der us-amerikanischen Organisation Samaritian‘s Purse International, die zur Billy Graham Evangelistic Association gehört. Die Weihnachtspäckchen werden soweit möglich, bei christlichen Gottesdiensten und Weihnachtsfeiern über die Gemeinden vor Ort ausgegeben. Dazu bekommen die Kinder ein Heft mit Bibelgeschichten oder eine christliche Kinderzeitschrift. Auch bei der Aktion »Ein Päckchen Liebe schenken« vom Missionsbund Licht im Osten werden die Pakete an Kinder, Senioren und Familien im Rahmen christlicher Weihnachtsfeiern verteilt. 15.000 waren es im vergangenen Jahr, die das Missionswerk nach Zentralasien und Osteuropa transportierte. Eine »fragwürdige Missionierungsmethode«, befand Cornelia Schattat vom kirchlichen Entwicklungsdienst in der evangelischen Landeskirche Berlin-Brandenburg (KED), bereits vor zwei Jahren. Sie bezeichnete es als »kolonialistisch«, Men-

schen mit Geschenken in die Kirche zu locken: »Die Leute, die die Päckchen packen, wissen meistens nicht, dass es sich um eine evangelistische Aktion handelt.« Nun kann man dem KED vorwerfen, er sei neidisch auf den Erfolg dieser zweifelsohne ansprechenden und kreativen Spendenaktion. Geschenke der Hoffnung hat das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts (DZI) erhalten. Das bedeutet, der Verein hat eine transparente Geschäftsführung, wirtschaftet im vorgeschriebenen Rahmen, gibt nicht mehr als zulässig für Eigenwerbung aus und gestaltet seine Faltblätter sachlich. Licht im Osten zertifiziert sich über die Spendenbestimmungen der Arbeitsgemeinschaft Evangelikaler Missionen, ist jedoch ebenfalls vom Finanzamt als gemeinnützig anerkannt. Die Weihnachtspäckchenaktionen sind, das sei an dieser Stelle deutlich gesagt, absolut legal. Trotz gelegentlicher Berichte über Verzögerungen weit ins neue Jahr hinein kann man davon ausgehen, dass die Schuhkartons tatsächlich bei den Kindern ankommen. Hinterfragen kann man diese Aktionen dennoch. Zumal hier von einer relativ hohen Spendensumme die Rede ist – im Durchschnitt enthält ein solches Päckchen Geschenke im Wert von 35 Euro, hinzu kommt eine Spende für den Transport. Geld, das nicht in eine nachhaltige Entwicklungsarbeit fließt, sondern in einen einmaligen Kontakt zu Missionszwecken. Warum ist es so populär, unbekannten Menschen Sachspenden zu schicken? Dazu muss man in die Kartons schauen. Geschenke der Hoffnung publiziert auf seiner Homepage eine erschreckende Liste von »neuwertigen« Präsenten, die sie in den Päckchen

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gefunden haben: Benutzte Zahn- und Haarbürsten, getragene, manchmal schmutzige oder geflickte Kleidung, fleckige Kuscheltiere, Spielzeugautos mit drei Rädern. All dies in so großen Mengen, dass der Verein seit 2001 nur noch neue und originalverpackte Gegenstände zulässt. Nun ist Schenken nicht absolut selbstlos. Für jedes Geschenk wird mindestens eine Gegenleistung erwartet: Das gute Gefühl, eine Freude zu machen, jemandem zu helfen oder vielleicht auch nur, eine Pflicht erfüllt zu haben. Die Beispiele oben zeigen eine besonders unausgewogene »Bereicherung« auf Seiten der Schenkenden. Doch auch die aktuellen Päckchen lassen ein gewisses Ungleichgewicht vermuten. Dem Spender steht es frei, für einen Jungen oder ein Mädchen zu packen, in den Altersgruppen 2 bis 4, 5 bis 9 oder 10 bis 14 Jahre. Wer schon einmal ein Kind beschenkt hat, weiß, dass sich ein 5-jähriges Mädchen anders über eine Puppe freut als die meisten Neunjährigen. Und was ist, wenn das Mädchen Puppen nicht mag und lieber mit Autos spielt? Zwischen vierzehn- und zehnjährigen Kindern liegen Welten – nicht nur in der als Päckcheninhalt empfohlenen Kleidung. Farbe, Schnitt und Größe über tausende Kilometer richtig abzuschätzen ist eine Herausforderung, an der schon viele Eltern scheitern. Wir schicken also ein Päckchen mit Geschenken los, ohne zu wissen, was sein Empfänger mag, und erwarten, dass er oder sie sich darüber freut – weil wir uns darüber freuen.
Fortsetzung von Seite 5

Vielleicht finden Sie das kleinlich. Schließlich können die Kinder froh sein, dass sie überhaupt etwas bekommen. Und vielleicht trifft man ja auch zufällig das Richtige. Aber wie oft kaufen Sie für Ihre Lieben Geschenke mit diesem Wert auf Verdacht und ohne Umtauschmöglichkeit? Die guten Absichten der Päckchenpacker stellt niemand in Frage, und das gute Gefühl haben die Spender ganz gewiss. Aber wie sicher ist die Freude der Beschenkten? Wenn Sie gerne jemandem ein Päckchen packen möchten, dann fragen Sie doch, was er oder sie sich wünscht: In Frauenhäusern, (Kinder-)Hospizen, Krankenhäusern und Obdachlosenheimen gibt es sicher Menschen, die Sie als anonymes Christkind beschenken können. Der Kinderhospizverein beispielsweise lässt seine kleinen Gäste jährlich Wunschzettel schreiben und hängt sie an einen »Baum der Wünsche«. Wer mag, kann einen solchen Wunsch mitnehmen und erfüllen. Auch bei Laib und Seele sind Schokoladenweihnachtsmänner, Nutella und essbarer Baumschmuck sicher willkommen. Den Kindern in Rumänien, Moldawien und Russland hingegen hilft, auch wenn es unpersönlich ist, eine Geldspende und nachhaltige Entwicklungsarbeit am meisten. Das versetzt die Eltern oder Betreuer der bedürftigen Kinder in die Lage, ihren Schützlingen das zu schenken, was sie tatsächlich benötigen oder sich wünschen. Die leuchtenden Kinderaugen sind in diesem Fall gewiss. Cornelia Kästner Wie in jedem Jahr, so auch in dieser Adventszeit:

stet: ob in der Kreis- und Landessynode, in der Leitung und Geschäftsführung des Friedhofes Nordend und dessen Überführung in den Friedhofsverband, bei der Kuratierung der Ausstellung zum Jubiläum »20 Jahre danach – Wachet und Betet«, bei der Mitarbeit in verschiedenen Ausschüssen, wie der Arbeit mit Kindern, im Finanzauschuss, der Arbeit des geschäftsführenden GKR, der Erarbeitung eines Gemeindeprofiles u. v. a. m. – die Liste ist weitaus länger! Wir können hier nicht alle Aktivitäten auflisten. Ohne diese ehrenamtliche Mitarbeit wäre unser großes Gemeindeschiff nicht lenkbar gewesen – Dank zu sagen ist das EINE, die Arbeit, die Ihr so segensreich geleistet habt, wollen

wir mit dem neuen GKR fortführen. Ihr habt sehr viel Freizeit drangegeben, sie in Arbeitszeit zusätzlich zu Eurer eigentlichen Profession gegeben. Mit Erfolg aber auch mit Rückschlägen konfrontiert, immer wieder zum Wohle der Gemeinde gearbeitet – dafür gebührt allen GKR-Mitgliedern, die jetzt ausgeschieden sind, größte Achtung und Respekt: Ursula Kästner, Ingrid Voß, Bärbel Jenichen, Stefan Dachsel, Hans Krüger, Axel Schröter und Erwin Schmidt. Begleitet uns weiter mit Eurer Erfahrung. Allen eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit Wolfgang Schellig Vorsitzender des Gemeindekirchenrates

Turmblasen vom Turm der Gethsemanekirche jeden Adventssonntag um 19 Uhr. Es wird ein Stern aus Jakob aufgehen

Wir laden herzlich zum gemeinsamen Weihnachtsliedersingen bei Glühwein und Fruchtpunsch ein! Am 10. Dezember um 18.30 Uhr im Gemeindehaus Gethsemane

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Großer St.-Martinsumzug durch die Schönhauser Allee am 11. 11

Der St. Martin reitet vorweg, zeigt uns den Weg. Wir leuchten mit unseren Laternen nach ihm und folgen ihm. St. Martin teilt seinen Mantel mit dem Bettler und als Bischof kümmert er sich vor allem um die Kranken. Daran erinnern wir uns, wenn wir aufbrechen und St. Martin folgen und unser Martinshörnchen teilen.

Kinderbibeltage vom 31. Januar 2. Februar 2011
Hallo Kinder! Auch im nächsten Jahr gibt es zu Beginn der Winterferien wieder spannende Kinderbibeltage. Eingeladen sind alle Kinder der Vorschule bis zur 6. Klasse. Hallo, Gott, hörst du mich? Mit Gott kann ich reden wie mit einem Freund, heißt es in der Bibel. Aber wie mache ich das eigentlich? An 3 Tagen wollen wir verschiedene Formen des Gebets entdecken: Bitte, Fürbitte und Dank. Dabei erleben wir Beten auf unterschiedlichste Weise in Sinnesübungen, bewegt beim Tanz, mit Gesang oder auch ganz still. Kurze Spielszenen werden uns in das Thema einführen und natürlich werden wir auch wieder Bastelangebote vorbereiten. Wo: Eliaskuppelsaal, Göhrener Str. 11 Wann: 9-15 Uhr Kosten: 7.50 € für das Mittagessen und Material Kekse/ Kuchenspenden für den Nachmittag wären schön Anmeldung bis zum 21.1.2011 an: Gisbert Mangliers: g.mangliers@ekpn.de Oder Anmeldung ausfüllen und in der Christenlehre / Kita abgeben. (Anmeldeflyer kommt in die Gruppen) Im Namen der Vorbereitungsgruppe: Herrmann, Mike, Antje S. und Gisbert

Kinder, Kinder	

		

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Sommerrüste vom 1. bis 8. Juli 2011
Die »Kleinen« Die »Kleinen« fahren nach Zootzen auf den Waldhof direkt am Stolpsee mit Antje Erdmann, C. Zeiske, Gisbert Mangliers u. H.-O. Seidenschnur und Team. Von Wald entdecken bei Tag und Baden … und … und … wollen wir miteinander Geschichten von und mit Gott hören und viel Schönes erleben! Plätze: max. 75 (Klein heißt ca. 1. bis 4. Klasse, vollendet) Die »Großen« Die »Großen« fahren nach Tornow ins Schloß vom Ökowerk Brandenburg e.V. mit Gisbert Mangliers und Team. Auf der Spree Kanu fahren, Volleyball spielen, schwimmen, im Morgenkreis Lieder singen und Geschichten hören und vieles, vieles mehr wollen wir miteinander erleben! Plätze: max. 65 (Groß heißt ca. 5. bis 7. Klasse, vollendet). Mehr zur Anmeldung, Kosten ab Dezember auf der Internetseite: http://www.ekpn.de/ gemeinde-aktiv/kinder-und-familien/ Anmeldung und die Anmeldegebühr von 30 Euro (fließt später in die Gesamtkosten ein) bis zum 28. Februar 2011 für beide Rüsten.

Biblisch Kochen für Kinder und Erwachsene
Wir werden Spaß und Freude haben. Gemeinsam werden wir leckere 3-Gänge-Menüs zubereiten und anschließend diese gemeinsam genießen. Kommt einfach mal vorbei! 21.12. Thema: Stern über Bethlehem Jeweils in Elias (Göhrenerstr. 11) im Diakonieraum, Eingang übers Foyer. WICHTIG: Anmeldung bis 24 Stunden vor Beginn bei: nina.brossmann@googlemail.com Bringt Freude, Spaß und gute Laune und einen Unkostenbeitrag von 5 Euro mit. Kids, die ohne ihre Eltern kommen, sollten mindestens in der 1. Klasse sein. Kommt vorbei! Wir freuen uns auf Euch: Luisa Girke und Nina Broßmann

Basteln mit Annett und Annett

Wir basteln jeden 1. Mittwoch im Monat mit Kindern ab ca. 3 Jahren und ihren Eltern in den Gemeinderäumen von Paul Gerhardt. Mit Gesang und Spaß haben wir schon viele schöne Dinge mit unseren Kindern gebastelt. (siehe Foto) Dabei orientieren wir uns am Jahreslauf und seinen Festen. Wenn auch Ihr Lust habt, mit uns am 1. Mittwoch im Monat um 16 Uhr zu basteln, dann meldet euch an unter: geppert@ymail. com. Wir bitten um vorherige feste Anmeldung, da wir nur mit 10 Kindern basteln können (Unkostenbeitrag 1 €). Wir freuen uns schon auf Euch. Annett Geppert und Annett Janke

Fröhliches Weihnachtsbasteln, liebevoll »Panikbasteln« genannt!
Am 15. Dezember 2010 Für alle die mögen, die noch Weihnachtsgeschenke brauchen und Basteln wollen, laden wir nach Elias von 15 bis 18 Uhr ein. Unkostenbeitrag 2 Euro Kuchen, Plätzchen, Weihnachtsleckereien sind sehr willkommen!

am Samstag, dem 4. Dezember um 10 Uhr in Elias mit dem Thema: St. Barbara am Samstag, dem 8. Januar 2011 um 10 Uhr in Elias mit dem Thema: Martin, der Schuster

jeden 1. Sa. im Monat von 10 bis 12 Uhr

in Elias

	 10	 Mitteilungen / Amtshandlungen der Gemeinde 	

	

Taufen
Isabel Taschler, Julia Hermann, Fridolin Rieche, Malte Rieche, Michael Manzke, Paul Riedl, Tilo Gillmeister, Agatha Glöer, Elsa Glöer, Edgar Glöer, Leonore Kotte, Nike Stüben, Kim Stüben, Paul Hebestreit, Nienke Speidel, Hannah Scheufele, Jonas Scheufele, Mila Domes, Johanna Hufnagel, David Seitzinger, Charlotte Flade, Jasper Weixler, Matteo Möhl, Luca Venus, Antonia Lück, Lasse Lück, Helene Kähler, Filippa Hailer--Astrup. Gott hat uns nicht gegeben den Geist der Furcht, sondern den Geist der Kraft und der Liebe und der Besonnenheit. 2. Timotheus 1, 7

Trauungen
Hans Rüdiger Lange und Fenja Britt Mens Björn und Nadine Steinbach Simon und Annika Goetz, geb. Schipke Rolf und Christel Jahnke wurden anlässlich ihrer Goldenen Hochzeit kirchlich getraut Niemand hat Gott jemals gesehen. Wenn wir uns untereinander lieben, so bleibt Gott in uns, und seine Liebe ist in uns vollkommen. 1. Johannes 4, 12

Bestattungen
Bärbel Bohley Elisabeth Heil Frieda Glanert Gertrud Göhler Elsbeth Paechnatz Georg Poppe Adelheid Röhrig Eva-Maria Widrat Ich lebe und ihr sollt auch leben. Johannes 14, 19

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Allianz-Gebetswoche im Januar 2011

Im Januar laden wir wieder zur Evangelischen Allianzgebetswoche ein, diesmal unter dem Thema »Gemeinsam beten und dienen«. In der Einladung lesen wir: »Beten und dienen – Hand aufs Herz – das klingt nicht eben attraktiv. Und doch beschreiben diese beiden Wörter unsere christliche Existenz. Schon immer. Wir haben das »ora et labora - bete und arbeite« der Benediktiner im Ohr. Und wir haben unsern Herrn vor Augen. Jesus verbrachte ganze Tage bei den Menschen. Und ganze Nächte im Gebet. Beten und dienen – das war sein Leben. Und es soll auch unser Leben sein. Beides gehört unauflöslich zusammen.
Tag So. 9.1. Mo.10.1. Di. 11.1. Di. 11.1. Mi. 12.1. Do. 13.1 Do. 13.1. Fr. 14.1. Sa. 15.1. Uhrzeit 10.00 19.30 06.00 19.30 19.30 15.00 19.30 19.00 (Einlass) 20.00 19.30 Veranstaltungsort Paul-Gerhardt-Kirche Christuskirche Gebetsfrühstück Heilsarmee Berlin-Mitte LKG Schönhauser Allee Paul-Gerhardt-Kirche Erlöserkirche, Schröderstr. EFG Zoar Evangelische Gemeinschaft

Wer betet, kann nicht mehr herrschen wollen. Beten und dienen, das ist ein hochaktuelles und hoch attraktives Thema. Ein Lebensthema! Die Allianzgebetswoche verspricht spannend zu werden. Spannend ist es sicher auch, die Gemeinden der Evangelischen Allianz im Prenzlauer Berg und vor allem die Menschen, die sich an vielen unterschiedlichen Orten engagieren, kennenzulernen. Konkrete Angaben zu den Adressen und mehr Informationen zu den einzelnen Tagen und Themen entnehmen Sie bitte den Einladungen, die rechtzeitig vorliegen werden. Vielleicht begegnen auch wir uns und entdecken gemeinsam Neues? Pfn. Uta Fey
Verkündiger Maj. R. Walz Johannes Weider Christophe Domes Sarah Kind Schwester Heidi Rainer Assmann Wird bekanntgegeben Clemens Volber Gastgeber Uta Fey Erhart Zeiser Freie Evangelische Schule Berlin Sarah Kind Klaus Schneider Uta Fey Lars Weinknecht Update-Team (Jugend) Edith Senkbeil

Fortsetzung von Seite 2 macht kämpften. Ich werde lieber hinter ihm gehen, denkt der Römer, damit ich ihn im Auge behalten kann. Und der Israelit? Wütend wird er gewesen sein, vielleicht sogar voller Hass. Hohe Steuern müssen sie zahlen an Rom, dann hört man immer wieder von Verhaftungen und Folterungen. Nein, er war froh, wenn er endlich wieder weg konnte von diesem Soldaten. Wir merken, auf der ersten Meile passiert gar nichts. Jeder ist in seiner Rolle festgelegt, wie sollte es auch anders sein. Auf die zweite Meile kommt es an, auf den ersten einseitigen Schritt! Was passiert auf der zweiten Meile? Der Israelit ist wieder ein freier Mann. Länger kann ihn der Römer nicht zwingen. Und nun sagt er auf einmal: Ich begleite dich noch ein Stück. Der Soldat schaut überrascht auf, dem anderen vielleicht sogar das erstemal ins Gesicht. Was ist denn das für einer? Ist das eine Falle? Aber der andere schaut ihn freundlich und ernst an. Und so gehen sie vielleicht beide das erstemal nebenei-

nander. Und der eine erzählt vielleicht vorsichtig, wie schwer sie es haben unter der Besatzungsmacht. Und der andere sagt ihm vielleicht, dass er gar nicht freiwillig hier ist und dass er auch lieber zu Hause wäre, in seinem Land und bei seiner Familie. Und dann erzählen sie von ihren Familien und im Nu ist die zweite Meile rum. Nicht, dass sie gleich Freunde geworden wären, aber sie haben etwas über die Situation und die Gefühle des anderen erfahren, und »die Römer« und »die Juden« - diese Schlagworte - haben nun für die beiden ein Gesicht bekommen. Auf der zweiten Meile verändert sich Entscheidendes. Auf die 2. Meile kommt es an. Es geht im Grunde genommen um Fantasie für den Frieden. Fantasie ist gefragt bei all den Herausforderungen, die auch im neuen Jahr auf uns warten. Dass wir dann nicht von allen guten Geistern verlassen sind, sondern der Geist Jesu Christi uns leitet, das wünsche ich uns. Herzlich, Ihr Pfarrer Gisbert Mangliers

	 12	 Kirchenmusik 		 Minisingen Mittwoch 1. Gruppe »Pfauen« 16 – 16.30 Uhr, 2. Gruppe »Räuber« 17 – 17.30 Uhr, Gethsemanestr. 9, Singschule Singen mit Eltern und Kindern 0 – 2 Jahre Minis Montag 1. Gruppe »Spatzen« 17.30 bis 18 Uhr Dienstag 2. Gruppe »Wölfe« 15.30 bis 16 Uhr Donnerstag 3. Gruppe »Nachtigall« 17 bis 17.30 Uhr, Gethsemanestr. 9, Singschule, Singen mit 3 – 4jährigen Kindern Mädchen(be)stimmen Donnerstag, 16.30 bis 17.30 Uhr Winterkirche/ Eingang Gethsemanestr. Mädchen im Alter von 5 – 12 Jahren Jungschor Montag 16.30 bis 17.30 Uhr Winterkirche/Eingang Gethsemanestr. Jungen im Alter von 5 – 12 Jahren Jugend-Gospelchor «...stimmt so!« Mit Stefan Wieske, Montag 18 Uhr Gemeindesaal P. Gerhardt, Kuglerstr. 15 Junge Leute mit Lust auf Popularmusik, Gospels, neue geistliche Lieder, Jazz, Folk, in groovigen Arrangements mit Klavier & Band Kinder-Ensemble Dienstag 16.30 – 18.00 Uhr Kinder im Alter von 10 – 12 Jahren, Winterkirche /Eingang Gethsemanestr. Einstudieren von musikalischen Teilen der Kantoreipraxis Gemeindechor Mit Detlef Lehmann, Mittwoch 19.30 Uhr Gemeindehaus Elias, 3. Etage, Göhrener Str. 11, klassischer, vierstimmig gemischter Chor, vielseitige Chorliteratur alter und neuer Meister Liturgischer Chor Mit Elisabeth Kaiser, Mittwoch 19.30 Uhr, Gemeindesaal P. Gerhardt, Kuglerstr. 15, ein- und mehrstimmiges Ausgestalten der Gottesdienste sowie Erarbeiten freier liturgischer Formen Gethsemane-Kantorei Mit Chr. Zschunke, Dienstag 19.45 – 22 Uhr, Elias Kuppelsaal, Motetten alter & neuer Meister, Kantaten, Oratorien, Musik zeitgenössischer Komponisten, für Gottesdienste und Konzerte, regelmäßige Teilnahme erwartet!

Singschule	

	

Einigkeit und Recht und Freiheit
Wenn ich die Chorfreizeit mit einem Lied beschreiben müsste, dann wäre es wohl dieses. Überall hörte man dieses Lied, ob man nun im Tischtennis – und Kickerraum war, im Gemeinschaftssaal, drinnen im Haus oder irgendwo draußen auf dem Gelände, irgendwer sang es immer. Und wenn man allein war, dann erwischte man sich selbst beim Summen unserer Nationalhymne. Aber fangen wir von vorne an: vom 18. bis 23. Oktober fuhren achtundzwanzig Kinder, sechs Begleiter und ein Dackel nach Waldsieversdorf, um dort das Weihnachtsmusical für dieses Jahr einzustudieren. Erstmals ohne das Kinder – und Jugendchorensemble. Noch am ersten Tag teilten wir die Kinder in zwei Gruppen auf und gingen eine Runde um den See, um das Gelände zu erkunden und das schöne Wetter zu nutzen. Abends wurden dann die allseits beliebten Kennenlernspiele gespielt. Den Mittwoch erklärten wir inoffiziell zu unserem Sternentag. Wir liefen zum Wasserturm, von dem aus man ganz Waldsieversdorf in all seiner Schönheit überblicken konnte. Vorher mussten wir allerdings noch die Himmelsleiter erklimmen und die Stufen des Turmes hochkraxeln. Erschöpft oben angekommen, konnten wir die wunderbare Aussicht genießen und dem Märchen »Sternentaler« lauschen. Natürlich geschieht bei uns nichts ohne Sinn! Die Kinder wurden nach dem Märchen heruntergeschickt und auch ihnen wurde ein Wunder á la »Sternentaler« zuteil. Denn plötzlich fielen von oben viele kleine Sterne herab, die in der Nachmittagssonne glitzerten wie goldene Taler. Und das Beste kam zum Schluss: sie waren essbar! YEAH!!! Absoluter Knüller der Rüste war das Fußballspielen, zu dem sich fast jedes der Kinder hatte hinreißen lassen. Jeden Tag spielten die Jungs (und auch Mädels) vor dem Freizeitraum Fußball mit dem besten Schiedsrichter überhaupt: Heinz-Otto Seidenschnur! Und da wir uns ja die Woche nicht genug mit Fußball beschäftigt hatten, wurde am Donnerstag beschlossen zum Bolzplatz zu gehen und eine Runde zu spielen. Es spielten sogar fast alle mit! Es war ein großartiges Spiel, in dem es Verletzte gab (ja, Nele, mein Knöchel tat mir am Abend noch weh…), Helden, kleine Superstars, einen Schiedsrichter, der mal eben zum Spieler ernannt wurde und welche, die das Spielprinzip Fußball noch nicht so ganz verstanden hatten (ja, es heißt nicht umsonst FUSSball – man spielt es also nicht mit der Hand, Frau Kaiser!). Am Freitag konnten wir dann endlich unser tolles von uns Begleitern selbst ausgedachtes Geländespiel spielen. Bei diesem Spiel waren die Kinder in drei verschiedene Gruppen eingeteilt und mithilfe eines Würfels wurde ausgelost, welche Aufgabe gemacht werden musste. Die Aufgaben waren im Haus, Saal und Freizeitraum versteckt, und sie mussten sie erst finden bevor sie die Aufgaben beginnen konnten. Wundersamerweise ging das, vorher noch nie in der Praxis erprobte, Spiel super auf und wird bestimmt irgendwann noch mal verwendet. Abends veranstalteten wir dann unseren »Bunten Abend« mit tollen Spielen, Theaterstücken, viel singen und natürlich der lang ersehnten Hochzeit. Auch dieses Jahr war die Hochzeit wieder einer der Höhepunkte und spätestens als Aaron den Ball von Simon heiratete war auch der letzte davon überzeugt. Der Abend war ein wundervoller Ausklang für die Chorfreizeit und wie diese sehr gut gelungen. Mir hat die Fahrt großartig gefallen. Die Kinder waren erstklassig und das Begleiterteam echt relaxet. So macht das ganze doch Spaß! ;-) Katharina Kaiser

Ick sing bei Lehmann – und Du? 			

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Ick sing bei Lehmann – und Du?
25 Jahre Elias-Chor Unser Chor ist eine lebendige Gruppe unterschiedlicher Menschen, für die Singen ein Ausdruck von Lebensfreude und Bekenntnis ist. Am Tag sind wir Schüler, Studierende, Lehrer, Wissenschaftler, Übersetzer, Verwaltungsmitarbeiter, Verkäufer, Pflegedienstleiter, Pensionäre, Hausfrauen, Hausmänner, Mütter, Väter und Großeltern zwischen 16 und 80 Jahren. Aber jeden Mittwoch um 19.30 Uhr sind wir Sänger/ innen und füllen das Gemeindehaus in der Göhrener Straße mit unseren Tönen. Danach haben wir immer viel Gesprächsbedarf. Den stillen wir am Stammtisch im »Osswald« bei Bier und Brause. Einige von uns sind noch in anderen Bereichen der Gemeinde engagiert tätig: u.a. bei Laib und Seele, im GKR und bei der Christenlehre. Jedes Jahr finden wir uns für ein verlängertes Wochenende zu einer Chorfahrt in schöner Umgebung zusammen. Dort ist viel Zeit zum Singen und zur Vorbereitung größerer Chorprojekte. Am Sonntag singen wir dann im Gottesdienst der jeweiligen Kirchengemeinde. Das ist jedes Mal ein Höhepunkt für uns und die Gemeinde. Unser Chor wurde 1985 gegründet und wird seitdem von Detlef Lehmann sehr engagiert geleitet. Er erklärt uns, wie wir am besten unsere Stimmen einsetzen können. Wir singen im Gottesdienst, bei Gemeindefesten und in der Adventszeit im St. Elisabeth-Stift. Beim Fest-

gottesdienst zur 100-Jahr-Feier der Elias-Kirche waren wir selbstverständlich dabei. Unser Repertoire umfasst vielseitige Chorliteratur alter und neuer Meister. Wir suchen jederzeit musikliebende und sangesfreudige Mitstreiter für unseren Chor. Bei uns muss niemand vorsingen oder eine Prüfung ablegen, nur ein waches Gehör für die Musik mitbringen. Das Einfühlungsvermögen in die Sprache der Musik wächst dann von ganz allein durch die Proben und das gemeinsame Singen. Jeder Mensch hat eine Stimme, also nur Mut, wir sind gespannt auf Euch! Proben mittwochs 19.30 bis 21.00 Uhr im Gemeindehaus Göhrener Straße 11, 3. Etage. Christina Lehmann

	 14	 Geburtstagsgrüße	

		

	

Geburtstage
Ursula Ulbricht	 Gerhard Schumann	 Nadine Baronin von Holtey	 Cäcilie Lehniger	 Amanda Arendt	 Liselotte Bahadir	 Ingrid Siegismund	 Lena Loos	 Ursula Klapper	 Erhard Busse	 Edith Kröning	 Anna Schmidt	 Erika Miericke	 80 Jahre 70 Jahre 75 Jahre 75 Jahre 97 Jahre 70 Jahre 70 Jahre 93 Jahre 75 Jahre 75 Jahre 85 Jahre 90 Jahre. 97 Jahre

Herzliche Geburtstagsgrüße an alle, die im Dezember und Januar Geburtstag haben. Besonders grüßen wir die Jubilare der Gemeinde: Ingrid Paech	 70 Jahre Gerda Lorenz	 90 Jahre Jörn Fügner	 70 Jahre Dr. Horst Möllhoff	 80 Jahre Dr. Hans-Georg Jerschkewitz	85 Jahre Ruth Kopelke	 80 Jahre Ursel Hanisch	 70 Jahre Christine Vogler	 70 Jahre Hasso Sprecher	 85 Jahre Hans-Joachim Sturm	 75 Jahre Elke Schwalbach	 70 Jahre Luci Kraneis	 91 Jahre

Wir bitten um Verständnis, dass wir nicht alle Seniorengeburtstage im Gemeindebrief abdrucken können. Wir haben uns für die Altersgruppen 70, 75, 80, 85 entschieden und ab 90 Jahren wird jedes Geburtsjahr erfasst.

G eburt s t ag s k affe e Herzliche Ei nlad u n g an alle, jung und alt, die im Dezember und Januar Geburtstag haben. Bücherkaffee
Über die Advents- und Weihnachtsfeiertage ist im Anschluss an die Gottesdienste in der Gethsemanekirche sonntags das Bücherkaffee geöffnet – zum Schmökern, miteinander ins Gespräch kommen und zum Bücherkaufen.

Wir freuen uns, Sie am Donnerstag, dem 27. Januar um 15 Uhr, in den Räumen des Elias-Gemeindehauses begrüßen zu dürfen. Es wäre schön,wenn wir bei Kaffee oder Tee, Kuchen und Saft miteinander ins Gespräch kommen, Lieder singen und eine Geschichte hören.

Was davon ist unsere Verantwortung? Zu dieser Thematik lädt der Gesprächskreis Paul Gerhardt ein: am 4. Januar 2011 um 20 Uhr in die Kuglerstraße. Der Präventologe Dr. Karl-Adolf Zech aus unserer Gemeinde wird Wissenswertes und Aktuelles präsentieren.

Lebenskraft Gesundheit

Fürbittleuchter in Gethsemane
Die Fürbittleuchter in den Kirchen unserer Gemeinde werden gut in Gebrauch genommen. Menschen nutzen sie, um mit einem ganz persönlichen Gebetsanliegen oder einem besonderen Gedenken eine Kerze anzuzünden. Das veranlasste Menschen unserer Gemeinde, Geld für einen neuen Fürbitt-Leuchter zu spenden. Den Auftrag bekam Achim Kühn, der schon den Oster­leuchter in der Gethsemane­ kirche geschaffen hat. Sein Vater, Fritz Kühn, schuf die Altarleuchter und das Kreuz. Wir sind sehr dankbar für diese Initiative und die groß­zügige Spende. Den neuen Leuchter in der Gethsemanekirche werden wir am 4. Advent im Gottesdienst festlich einweihen.

Konzertreise				

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Islandreise des Kinder- und Jugendensembles
Herzliche Gastfreundschaft, begeistertes Publikum und ein Chor in Höchstform: Die Konzertreise des Kinder- und Jugendensembles nach Island war eine rundum gelungene Sache. 35 Jungen und Mädchen starteten am ersten Tag der Herbstferien in den hohen Norden. Zurück kamen sie mit vielen neuen Eindrücken und der Gewissheit, dass Musik keine Grenzen kennt. Aber am besten können die Kinder und Jugendlichen ihre Erlebnisse selbst beschreiben: Islands Landschaft wirkt wie von Trollen, Elfen und Feen verzaubert. Als wir in der Nacht ankamen und Nordlichter gesehen haben, sah es aus als wären außerhalb der Busfenster lauter komische Gestalten, obwohl es nur Lavasteine mit Moos bewachsen waren. Die frische Luft und die wundervollen Aussichten haben uns beeindruckt. Wir waren froh darüber, in Reykjavik mit einem Isländischen Chor proben zu dürfen. Es hat sehr viel Spaß gemacht, ihre Lieder zu lernen und ihnen unsere beizubringen. Durch Elisabeths Engagement konnten wir die Woche in Island voll und ganz genießen. Wir wurden in der »Gaulverjaskóli« in Stokkseyri von unserer Herbergsmutter sehr herzlich empfangen und gut bekocht. Elena und Julia Am schönsten fand ich hauptsächlich das Singen. Aber auch der Gylfoss (Anm.: Islands berühmtester Wasserfall, der über 32 Meter in zwei spektakulären Kaskaden in eine Schlucht stürzt) war toll. Was ich an dem Geysir (Anm.: eine heiße Springquelle) schön fand war, dass das Wasser immer erst eine Kuppel gebildet hat. Bei der zweiten Unterkunft in Gaulverjaskóli fand ich die Herbergsmutter sehr nett. Aline Schon als wir aus dem Flugzeug stiegen, fielen mir der unheimlich saubere Flughafen und die kalte klare Luft auf und während der Touren durch die Stadt bestätigte sich dieser erste Eindruck: Trotz der auch dort kahler werdenden Bäume konnte ich in Reykjavik nur selten Laub oder Schmutz auf den Boden entdecken. Wie alles im Leben, hat auch die Sauberkeit so ihren Preis: Sonntags früh um 7 Uhr wird man von dem Reinigungsfahrzeug, das unter dem Fenster entlang fährt, geweckt. Am 12. Oktober zogen wir aufs Land, nach Stokkseyri. Die alte Schule, die uns als Quartier diente, und die beiden »Hausherren« waren ausgesprochen nett. Was für uns echte Städter sehr erholsam war, war die fast unendliche, menschenleere und häuserleere Landschaft bis zum Horizont. Bei mir erzeugte sie ein Gefühl von Freiheit und Ruhe. Lea Zora Ich fand es total toll, dass wir an meinem Geburtstag in der Orgelwerkstatt (Anm.: in Stokkseyri) gesungen haben und das ich eine schöne Kerze bekommen habe. Danke! Auch fand ich schön, dass die Isländer so gastfreundlich waren (die meisten Deutschen sind überhaupt nicht gastfreundlich) und uns so lieb empfangen haben als Gruppe. Adina 		 Signe Zerrahn

Musik verbindet: Das Kinder- und Jugendchorensemble der Singschule bei seinem Auftritt in der Kirche in Selfoss, Island.

Weit weg von Zuhause: Mitten in Reykjavik grüßt ein Berliner Bär.

	 16	 Gottesdienste 	

			

Tag 05. 12. 2010 2. So. im Advent

Elias-Kuppelsaal • Göhrener Str. 11
9.30 Uhr Pf. Seidenschnur A, K, N

Gethsemanekirche • Stargarder Str. 77
11 Uhr Pf. Zeiske A, K, N 11 Uhr Pf. Zeiske, Pf. Mangliers K, N Begrüßung der Konfirmanden 11 Uhr Pf. Zeiske K, N

12. 12. 2010 9.30 Uhr Pf. Seidenschnur T, K, N 3. So. im Advent* 19. 12. 2010 4. So. im Advent 24. 12. 2010 Heiligabend 9.30 Uhr Pf. Seidenschnur K, N

14.30 Uhr Pf. Seidenschnur Musikalisches Krippenspiel 18.00 Uhr Pf. Seidenschnur + Team, ChristVesper – Kiezweihnacht

14.30 Uhr Pf. Zeiske Musikalisches Krippenspiel 16.00 Uhr Pf. Zeiske Musikalisches Krippenspiel 18.00 Uhr Pf. Zeiske Christvesper, Chor 23.00 Uhr Pf. Zeiske Gospelmette mit Gospelchor 11.00 Uhr Pf. Mangliers 11 Uhr Pf. Seidenschnur

25. 12. 2010 9.30 Uhr Pf. Seidenschnur 1. Weihnachtstag 26. 12. 2010 2. Weihnachtstag So. n. Weihn. 31. 12. 2010 Silvester 01. 01. 2011 Neujahrstag 02. 01. 2011 2. So. n. Weihn. 06. 01. 2011 Epiphanias 09. 01. 2011 1. So. n. Epiphanias 16. 01. 2011 2. So. n. Epiphanias 23. 01. 2011 3. So. n. Epiphanias 30. 01. 2011 4. So. n. Epiphanias 9.30 Uhr Pf. Seidenschnur, Thomas Herzog A, K, N 19.30 Uhr Pf. Seidenschnur Konfirmandengottesdienst 9.30 Uhr Pf. Seidenschnur, 9.30 Uhr Pf. Zeiske K, N 9.30 Uhr Pf. Jastrzembski K, N 9.30 Uhr Pf. Mangliers K, N 17 Uhr Pf. Seidenschnur A

16 Uhr Pf. Zeiske A 11 Uhr Pf. Seidenschnur N 11 Uhr Pf. Zeiske N

11 Uhr Pf. Mangliers A, K, N 11 Uhr Pf. Zeiske K, N 11 Uhr Pf. Seidenschnur T, K, N 11 Uhr Pf. Zeiske K, N

*3. Advent: Begrüßung der neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden, die zu Pfingsten 2012 konfirmiert werden.

Gottesdienste 	

		

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Paul Gerhardt • Wisbyer Str. 7
11 Uhr Pfn. Fey und Team F, T,N Familiengottesdienst 9.30 Uhr, Pfn. Fey T, N 9.30 Uhr Pfn. Fey N 11 Uhr Pfn. Fey und Team, Krabbelgottesdienst 14 Uhr Pf. Talis Redmanis Gottesdienst in lettischer Sprache 15.30 Uhr Pfn. Fey, Paul Beutel Krippenspiel 17.30 Uhr, Pfn. Fey, Christvesper

Stadtkloster Segen • Schönh. Allee 161
21 Uhr AbendbeSINNung, Advent: Aufstehen – Aufbrechen – IHM entgegen 21 Uhr AbendbeSINNung Advent: Vorbereiten – Bereit sein 21 Uhr AbendbeSINNung Advent: Festfreude – fest freuen 16 Uhr Pf. Mangliers, C. Dürr Krippenspiel 18 Uhr Pf. Mangliers Christvesper, Elias-Chor 23 Uhr Jugendchristnacht
A 	Gottesdienst mit Abendmahl K 	Kindergottesdienst N 	Gespräch nach dem Gottesdienst T 	 Taufe TR Trauung F 	Familiengottesdienst B 	 Basar

Atem holen an der Krippe KRIPPEN­ ANDACHTEN in der PaulGerhardtKirche

9.30 Uhr Pfn. Fey Orgel Plus Krippenandacht 16 Uhr Pfn. Fey A 23 Uhr Liturgische Andacht zum Jahreswechsel

26. 12. 9.30 Uhr im Rahmen der Orgel PlusReihe 02. 01. 11.00 Uhr Krippen­ andacht für Groß und Klein Gern können Sie eigene Krippen­ figuren mitbringen und vorstellen!

11 Uhr Pfn. Fey N Krippenandacht

21 Uhr AbendbeSINNung Gottesebenbilder – Galerie I Frauen und Männer aus längst vergangenen Tagen werden lebendig

10.00 Uhr Pfn. Fey und Team A, K, N, Chor Eröffnungsgottesdienst Allianz-Gebets-Woche 9.30 Uhr Pf. Maruschke 9.30 Uhr Prädikant Georg Schubert 9.30 Uhr Pfn. Fey Orgel Plus, N

21 Uhr AbendbeSINNung Gottesebenbilder – Galerie II Ein neuer Blick auf alte Bekannte 21 Uhr AbendbeSINNung Gottesebenbilder – Galerie III Ein neuer Blick auf alte Bekannte 21 Uhr AbendbeSINNung Gottesebenbilder – Galerie IV Sind Sie sicher, dass die Person in der Bibel steht? 21 Uhr AbendbeSINNung Gottesebenbilder – Galerie V Na, sowas!

Gottesdienst jeden Sonntag auch im St. ElisabethStift 10.30 Uhr

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	 18	 Regelmäßige Veranstaltungen im Überblick 			

Angebote für Kinder Spielgruppe für Alleinerziehendemit Kindern Paul Gerhardt, fr 16 – 18 Uhr, Kontakt: Jana Scherle Spielgruppen für Krabbelkinder bis 3 Jahre, Ort: Paul Gerhardt, do., 9.30 – 11.30 Uhr Kontakt: Jana Scherle Telefon: 41 71 59 61 Krabbelgottesdienste Paul Gerhardt, 19. 12. um 11 Uhr Thema: Die Weihnachtsgeschichte 16. 01. um 11 Uhr, Thema: Drei Könige und ein Kind Kindergottesdienste regelmäßig in Elias und Gethsemane s. S. 16/17 KUGKUK Kleinere Und Größere Kinder Und Kirche (jeden 1. Sa. im Monat von 10 – 12 Uhr) 4. 12. Thema: St. Barbara, 8. 1. 2011 Thema: Martin, der »Schuster« Biblisch Kochen für Kinder und Erwachsene jeden 3. Dienstag im Monat außer in den Schulferien von 17.30 – 19.30, 21. 12. Thema: Stern über Bethlehem Christenlehre am Dienstag Ort: Paul-Gerhardt 1.+2. Klasse, 16.30 – 17.30 mit Barbara Schubert, Corinne Dürr oder Urs Törsch 3.+ 4. Klasse, 17.30 – 18.30 mit Tobias Quander u. Obadja Lehmann Christenlehre am Mittwoch Elias 1.+ 2. Klasse, 15 – 16 Uhr mit Christian Zeiske, Gudrun Bosem, Dorothea Rheinfurth, Antje Erdmann 3.+ 4. Klasse, 16.15 – 17.15 Uhr mit Sarah Rheinfurth, Elena Gesch, Julia Majewski, Benjamin Bahrke und Antje Erdmann 5.+6. Klasse, 17.30 – 18.30 Uhr mit Lea Zora Schmitt, Luisa Girke und Antje Erdmann

Christenlehre am Donnerstag Elias 1.+2. Klasse, 15–16 Uhr mit Antje Erdmann 3.+4. Klasse, 16.15-17.15 Uhr Mit Pia Broßmann, Richard Girke und Antje Erdmann 5.+6. Klasse, 17.30-18.30 Uhr mit Barbara Roettig, Nina Broßmann und Antje Erdmann Bastelgruppe für Kinder ab 3 Jahren Paul Gerhardt jeden 1. Mittwoch im Monat um 16 Uhr, mit vorheriger Anmeldung, max. 10 Kinder Kontakt: geppert@ymail.com Unkostenbeitrag 1€ Angebote für junge Menschen Junge Gemeinde Paul Gerhardt, Jugendkeller mo., di. und do. ab 19 Uhr Bitte Aushänge beachten, Termine werden neu geregelt Beratungsangebote Rechtsberatung kostenlos, Fachanwalt für Familienrecht Axel Huep, Anmeldung über das Gemeindebüro T: 4 45 74 23 oder direkt über die Kanzlei: 3 03 00 30 In EFG Zoar, Cantianstr. 9 am 2. Dienstag im Monat 18 – 19 Uhr, Anmeldung über Gemeindebüro T: 4 48 42 67 Elias: do., 11 Uhr bis 12 Uhr Rechtsanwalt Matthias Brinkmann Ein Beratungsangebot, n i c h t nur für Laib & Seele Teilnehmer, Anmeldung ist nicht erforderlich Systemische Familienberatung Termine nach Vereinbarung Kontakt: Jana Scherle, T: 41 71 59 61

Väter & Mütter, Männer & Frauen Stillgruppe am 1. Mi. im Monat, 15.30 – 17.30 Uhr am 2. u. 4. Mi. im Monat, 10 – 12 Uhr Kontakt: Ulrike Sandow, Anne Lüders T : 44 73 32 31 / 36 46 20 60 Alleinerziehendengruppe do., 15.30 – 18 Uhr 14tägig Termine bitte erfragen bei Jana Scherle PEKiP® Kursgebühr 60 € Gemeinde freut sich über Spenden zur Deckung der Heiz- und Betriebskosten. Paul-Gerhardt Termin a: fr, 10 – 11.30 Uhr Termin b: fr, 11.45 – 13.15 Uhr Leitung: Stephanie Neeb Ort: Gemeinde Prenzlauer Berg Nord, Elias Termin a: mi , 9.30 – 11.00 Uhr, 10 Treffen Termin b: mi, 11.15 – 12.45 Uhr , 10 Treffen; Anmeldung Familienbildungsstätte Berlin Stadtmitte, Ansprechpartnerin: Frau Reich, Sprechzeiten: mo 11–13 Uhr, mi 15–17 Uhr T.: 25 81 85-410 / F.: 25 81 85-409 / E-mail: familienbildung@kkbs.de www.fbs-stadtmitte.de Kiezfrühstück für alle Gemeinsames Frühstück und Gespräche, Elias 29. 01. 2011 von 11 – 13 Uhr, Kontakt:Pf.Zeiske, Bärbel Jenichen Mittwochs-Café für alle Generationen – Reden und Entspannen bei Kaffee und Kuchen, in Elias im Diakonieraum, mi., 14.30 – 18.30 Uhr, Kontakt: Jana Scherle Angebote für Seniorinnen/Senioren Segen 15. 12. 2010 und 26. 1. 2011 (Geburtstagskaffee) mit Pfr. Mangliers

			Regelmäßige Veranstaltungen im Überblick	

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Gethsemane Frauenkreis mit Frau Dahlenburg und Pf. Zeiske, 11. 1.,14 Uhr Gemeindehaus Gethsemane Apostelfrühstückskreis Do 26.1., 9 Uhr mit Frau Dahlenburg und Pfr. Zeiske, Gemeindehaus Gethsemane (Termin außer der Reihe!); Seniorenweihnachtsfeier am 14. Dez.um 14 Uhr in Gethsemane Elias Seniorenfrühstück 06. 12. und 03. 01. 2011, 9 Uhr im Diakonieraum parterre mit Frau Volz Paul Gerhardt: 03.12. um 15 Uhr Adventsfeier mit Pfn. Fey 13. 01. um 15 Uhr: Treffen im Rahmen der Allianz-Gebetswoche mit Pfn. Fey, Rund um die Bibel Bibelstunde Paul Gerhardt jetzt immer donnerstags! 27. 01. um 15.30 Uhr mit Pfn. Fey Bibelgesprächskreis Elias 20. 12. und 24. 01. 2011 jeweils 15 Uhr, Kontakt: Frau Volz Bibelwerkstatt Gethsemane jeden 1. und 3. Mittwoch im Monat um 20 Uhr Gemeindehaus Gethsemane – mit Pfr. Zeiske: 01. 12., 15. 12., 05. 01. und 19. 01. 2011 Gebetsangebote Stadtkloster Segen: Morgengebet mo. bis fr., 8 Uhr Mittagsgebet: mo. bis fr., 12 Uhr Nachtgebet: di. & do. 21 Uhr Kontakt: Stadtkloster T: 44 03 77 39 Taizé-Gebet: fr., 19.30 Uhr Kontakt: Christian Huge T: 33 50 65 50 Gethsemane: Ökumenisches Friedensgebet mo., 18 Uhr

Gesprächskreise Gesprächskreis Paul Gerhardt Di., 14. 12., um 20 Uhr Adventsfeier mit Pfn. Fey Di., 04. 01., 20 Uhr mit Pfn. Fey und Dr. K.-A. Zech Gesprächskreis Elias I 9. 12. 2010 und 13. 01. 2011 Kontakt: Herr Lindenberg, T: 9 33 26 94 Gespräche über Gott und die Welt Elias: 14. 12. und 04. 01., 19.30 Uhr Kontakt: Pf. Seidenschnur Offener Kreis 9. 12. und 6.01. um 15 Uhr im Diakonieraum. Kontakt Frau Bosem, T: 4 42 63 81 Gesprächskreis Elias II 1. 12. und 5. 01. 2011, 19.30 Uhr Kontakt: Frau Krüger T: 4 44 40 56 Frauenhilfe Elias: 27. 12. und 31. 1., 15 Uhr, Kontakt: Frau Volz Vorbereitungsgruppen Krabbelgottesdienst Paul-Gerhardt-Gemeindehaus parallel zur Eltern-Kind-Gruppe einmal im Monat mo., 17 – 18 Uhr. Konkrete Termine nach Absprache über Pfn. Fey Kindergottesdienst-Kreise Gethsemane: Termin über Pf. Chr. Zeiske Elias Pf. Seidenschnur/Lisa Eichhorn Kontakt Pf. Seidenschnur Partnerschaftsprojekt Freundeskreis Cochabamba am 21 . 01. um 19 Uhr im Gemeindehaus Paul Gerhardt. Basare finden jeweils im Anschluss an allen Adventsgottesdiensten statt sowie im Anschluss an den Gottesdienst am 09. 01. 2011

Offene Kirchen Gethsemane: mo 16 – 19 Uhr, mi 17 – 19 Uhr, do 17 – 19 Uhr, Letzter Di. im Monat, Führung 15.30 Uhr mit Frau Dr. Merseburger, andere Termine nach Absprache. T.: 4 49 16 72 Um die Kirchen zu öffnen, brauchen wir Ehrenamtliche, die sich in der Kirche auskennen und in der o.g. Zeit vor Ort sein können. Paul Gerhardt: Mi, 17 – 19 Uhr Stadtkloster Segen: Sa., 14 – 17 Uhr (s. S. 21) Kontakt: Communität Don Camillo Laib & Seele Lebensmittelausgabe jeden Do., ab 11 Uhr, Gemeindehaus Elias, Göhrener Str.11

	 20	 Auf ein Wort zum Stadtkloster Segen				

Auf ein Wort zum Stadtkloster Segen
Endlich ist das Gerüst an der Kirchenvorderseite abgebaut. Das Relief erstrahlt in neuer Pracht. Im Hof kehrt etwas Ruhe ein. Schade, dass die Tage kürzer und dunkler werden. Man kann die neue Schönheit gar nicht so richtig genießen. Obwohl uns der Bau viel beschäftigt, sind wir keine Baugemeinschaft. Wir wollen einüben, wie man als Christinnen und Christen mitten in der Stadt ein glaubwürdiges Leben lebt. Das bleibt spannend und herausfordernd. Welche Angebote sprechen Menschen an? Immer wieder probieren wir Inhaltliches aus und überlegen, was wir durchführen könnten. Seit September treffen sich rund dreissig Menschen zu einem Alphakurs im Stadtkloster. Fragen des Glaubens stehen im Zentrum der Treffen. Die Abende beginnen mit einem Nachtessen. Viele kommen direkt von der Arbeit. Dann ist es gut, sich zunächst mit anderen an den Tisch zu setzen und sich zu stärken. Ein Referat folgt, das anschließend in kleinen Gruppen diskutiert und vertieft werden kann. Wer ist Jesus? Was tut der heilige Geist? Oder welche Rolle hat die Kirche? Zum Kurs gehörte auch ein Wochenende, das wir im Kloster Lankwitz erlebten. Es ist gut, mit Menschen verschiedener Prägung und Herkunft wesentliche Fragen des Glaubens zu bereden, miteinander zu beten und zu singen. Wir sind gespannt, was aus diesem Angebot wächst. Hierbei geht es auch um die Frage, woran orientieren wir uns eigentlich? Was gibt Halt in dieser Zeit? Mir sind schon oft Lebensbilder Hilfe und Anregung gewesen, Biographien helfen mir einzuordnen, was mir, was uns geschieht. Wenn ich lese und höre, wie andere Frauen und Männer die Führung Gottes erfahren, sehe ich leichter die Spuren und Zeichen Gottes in meinem Leben. Ich staune über die Phantasie Gottes und den Artenreichtum seiner Kirche. Das hilft, manche Begegnung in Berlin einzuordnen und von der Großzügigkeit Gottes zu lernen. Ich bin erschüttert, wenn ich vom alten Bodelschwingh lese, der vier Kinder in 14 Tagen verloren hat, und – wie Hiob – sich weigerte, seinem Gott abzuschwören. Es hilft mir, die eine oder andere Durststrecke zu verstehen, wenn ich mir die Zeiträume vergegenwärtige, in denen Gott manchmal handelt. Ich bin angeregt von der Menschenkenntnis von Philip Neri und herausgefordert vom Ernst eines Pfarrers von Ars, die kurzen Salzkörner von Kyrilla Spiecker gehen mir nach, und das Leben von Madeleine Delbrêl gibt uns einige Anregungen für unser Leben hier im Stadtkloster. Zurzeit lese ich wieder Texte von Abraham Heschel. »Der Mensch ist faktisch in erster Linie ein Werkzeuge herstellendes Tier, und die Welt ist heute eine riesige Werkzeugkiste zur Befriedigung seiner Bedürfnisse. Die Griechen lernten, um zu verstehen. Die Hebräer lernten, um zu verehren. Der moderne Mensch lernt, um zu gebrauchen, getreu der Maxime: Wissen ist Macht.« Diese bittere und etwas bissige Beschreibung des modernen Menschen stammt von ihm. Ich war fasziniert, vor allem, weil Heschel dann ausführt, dass Verehrung Gottes und Gebet den Menschen davor bewahren, zu verdinglichen. Heschel bezeichnet die Verdinglichung des Menschen als größte Gefahr für die Menschheit. Alles werde unter dem Aspekt der Nützlichkeit betrachtet. »Ich mache, was mir nützt.« Seine Texte sind mir begegnet in einem Band mit einer Sammlung von Referaten, die er gehalten hat, viele Texte sind in den 60er-Jahren geschrieben, also eigentlich alt. Kaum aber habe ich angefangen zu lesen, war ich fasziniert von der Sprache, die äußerst präzise Themen und Sachverhalte fasst. Abraham Joshua Heschel wurde 1907 in Warschau geboren. Er war das jüngste Kind von sechs Geschwistern. Aus seiner Familie waren berühmte chassidische Rabbiner gekommen. In seinem Elternhaus lernte er die jiddische, hebräische, polnische und deutsche Sprache, bekam aber vor allem grundlegende chassidische Ideale vermittelt wie Liebe, Mitgefühl, Gerechtigkeit und Frömmigkeit. 1927 immatrikulierte er sich in Berlin, wo er bis 1932 an einer Doktorarbeit schrieb. Wegen der Machtergreifung der Nationalsozialisten erhielt er seine Promotion allerdings erst 1935. Nach Warschau ausgewiesen, von Polen nicht mehr aufgenommen, landete er in einem Internierungslager, aus

Angebote vom Stadtkloster Segen	

		

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dem er aber frei kam. Im Sommer 1939 reiste er nach London aus, von wo aus er in die USA emigrierte. Er lehrte dort an verschiedenen Universitäten. Stark engagierte er sich für die Rechte der Afroamerikaner. Er lernte Martin Luther King kennen und hielt an dessen Trauerfeier am 8. April 1968 den Nachruf. In seinen Schriften setzt er sich immer wieder mit den Propheten auseinander und entwickelt eine leidenschaftliche Liebe zu Gott. Im Buch »Der Mensch fragt nach Gott« finden sich folgende Zeilen übers Gebet, das uns ja eben vor der Verdinglichung bewahren kann: »Ich bin nicht immer in der Stimmung zu beten. Ich habe nicht immer die Vorstellungskraft und die innere Stärke ein Wort in Gottes Gegenwart zu sprechen. Aber wenn ich kraftlos bin, gibt das Gebot mir Kraft; wenn meine Vorstellungskraft getrübt ist, gibt die Pflicht mir Erkenntnis. Es gibt in der Tat etwas weit Größeres als meinen Wunsch zu beten, nämlich Gottes Wunsch, dass ich bete. Etwas weit Größeres als meinen Willen, zu glauben, nämlich Gottes Wunsch, dass ich glaube. Wie bedeutungslos ist mein Gebet mitten in einem kosmischen Prozess (wie dem Sonnenuntergang)! Wenn es nicht Gottes Wille ist, dass ich bete, ist Beten lächerlich.« Wenn wir zu dritt oder viert ein Nachtgebet singen, ist es mir eine große Hilfe mich zu erinnern: Es gibt etwas Größeres als meinen Wunsch zu beten, nämlich Gottes Wunsch, dass ich bete. Es hilft mir zu wissen, dass es Gottes Wille ist, dass Psalmen und Lieder zu seiner Ehre gesungen werden. Georg Schubert

Falls Sie aber nicht immer dabei sein können, sind Sie ­dennoch herzlich willkommen. Pro Abend wird ein Unkosten­ beitrag von € 5.00 erbeten. Leitung: Barbara Schubert-Eugster, ökumenische Ausbildung zur Exerzitienleiterin und geistlichen Begleitung, Stadt­ kloster Segen; Rüdiger Theiß, Diakon, Johannesstift Berlin, in Meditations-Ausbildung Geschichten mit Bildern, Musik und Basteln im Advent für Kinder und solche, die es noch werden wollen An zwei Sonntagen im Advent öffnen sich die Türen der Segenskirche … Zwei Kindergeschichten erwarten Dich. Dazu gibt es Musik, Kerzenlicht, warmen Tee und Du kannst einen Strohstern oder einen Engel basteln. Corinne, Felix, Jürgen und andere erwarten Dich. So., 12. Dezember, So., 19. Dezember, 16.30 Uhr, Stadtkloster Segen, Eintritt frei, Kollekte am Ausgang Zum Jahreswechsel im Stadtkloster Segen Zum ersten Mal laden wir zu einer Tagung über Silvester ein. Sie sind herzlich willkommen, auch einzelne Programm­ elemente zu besuchen. Bitte setzen Sie sich mit uns in Verbindung. Besonders weisen wir auf den Gottesdienst am 31. 12. 2010 um 23 Uhr hin: Übergang mit Segen Tagung: ZWISCHEN ALTEM UND NEUEM Elemente des Programms: • Thematische Führung durch Berlin • Alt und Neu in der Bibel • Gottesdienst und Feier der Silvesternacht • Brunch am Neujahrstag • Möglichkeit für einen Konzertbesuch Der Glaube lädt uns ein, unsere eigene Geschichte im Licht der Gegenwart Gottes zu betrachten. Referate und Gespräche, Begegnungen und gemeinsames Feiern begleiten uns beim Wechsel in das neue Jahrzehnt. Das Programm bietet auch Freiräume, z. B. um die Stadt zu erkunden. Dauer: Donnerstag, 30. 12. 2010 Mittag bis Sonntag, 2. 1. 2011 späterer Vormittag Preis pro Person: € 220.- (DZ), € 240.- (EZ) Inbegriffen sind: 3 Übernachtungen mit Frühstück, 3 Mittag- oder Abendessen, thematisches Programm. Weitere Informationen finden Sie unter www.stadtklostersegen.de

Angebote im Stadtkloster Segen:

Advent ist im Dezember Dezember ist nicht nur Zeit auf Einkaufstour zu gehen – sondern auch Zeit, um in einer stillen, individuellen Art mit dem Thema »Weihnachten« um-zu-gehen! »Das halten wir fest, dass das Heil kommt. Gott hat es versprochen, und wir tun wohl, das Wort zu bewahren, ein Licht, leuchtend an einem dunklen Ort, bis der Tag anbricht und der Morgenstern aufgeht in unseren Herzen.« (aus dem 2. Brief des Petrus) Deshalb laden wir zu vier Abenden christlicher Meditation ein: Mit einer Einführung am ersten Abend für Neugierige und Ungeübte. Mit kurzen Impulsen (Text oder Bild) an jedem Abend als Anregung zur persönlichen Meditation. Nach diesen kurzen Einleitungen üben wir das Gehörte im gemeinsamen Sitzen und Schweigen ein, mittwochs, 19.30 – 20.45 Uhr im neuen Raum der Stille 1./ 8./ 15./ 22. Dezember 2010 Eine regelmäßige Teilnahme ist sehr zu empfehlen.

	 22	 Menschen in unserer Gemeinde – Adelheid Röhrig 	

	

Ich lebe, und ihr sollt auch leben
Am 9. September ist Adelheid Röhrig im CaritasHospiz in Pankow verstorben Adelheid Röhrig wohnte schon in Weißensee, als wir sie kennenlernten, in ihrer letzten – oder besser: vorletzten – Wohnung. Denn auch im Caritas-Hospiz in Pankow, in dem sie am 9. September 2010 gestorben ist, fühlte sie sich beheimatet und geborgen, »bis der liebe Gott mich ruft«, wie sie selbst gesagt hat. Meine Freundin Katrin Klöpfel und ich haben begonnen, Frau Röhrig zu besuchen, nachdem sie 2006 einen Schlaganfall erlitten hatte. Zu den guten Geistern, die es ihr möglich machten, weiter in ihrer Wohnung zu leben, gehörte auch Rolf Bungert, der uns zu diesen Besuchen ermuntert hat. Neben der Hilfe, die sie hatte, verdankte Frau Röhrig es vor allem ihrer eigenen Zähigkeit und Zuversicht, dass sie sich trotz großer Einschränkungen ihr Leben zurückeroberte. Ihren Arm etwa, der nach dem Schlaganfall kraftlos war, trainierte sie so konsequent, dass sie wieder Schreibmaschine schreiben konnte, was anfangs niemand erwartet hatte. Die Maschine stand auf dem Schreibtisch mitten in ihrem Wohnzimmer. Der helle Raum, schön und zweckmäßig eingerichtet, war ein Spiegel ihrer Aktivitäten und Vorlieben: der Schreibtisch in der Mitte, das Radio, das sie stets auf dem Laufenden hielt, der nicht vorhandene Fernseher, die Pflanzen auf allen Fensterbänken, der bequeme Sessel vor dem Bücherregal und schließlich der runde Tisch bei der Stehlampe, an dem wir Kaffee tranken. Anders als viele Menschen, die sie lange und gut kennen, haben wir Frau Röhrig erst nach ihrer aktiven Zeit im Beruf und in der Gemeinde erlebt. Was wir über ihr Leben erfahren haben, hat sie uns erzählt. Sie erinnerte sich genau und dankbar für alle Erlebnisse und berichtete ohne Bitterkeit auch von schweren Entscheidungen, die sie treffen musste. Weit stärker als die Verhältnisse und politischer Druck war ihr Glaube, dass Gott sie an ihren Platz gestellt habe und niemals von ihrer Seite weiche. Adelheid Röhrig wird am 17. Februar 1927 in Halle an der Saale geboren. Sie wächst in Schafstädt bei Halle auf. Sie hat eine Schwester, die mit ihrer Familie heute noch in Schafstädt wohnt. Dort ist Frau Röhrig auch begraben. Über dem Erbbegräbnis steht ein Vers aus dem Johannes-Evangelium, Kapitel 14, Vers 19, den sie mitausgewählt hat: »Ich lebe, und ihr sollt auch leben«. Für ihre Trauerfeier in der Kapelle auf dem

Gethsemane-Friedhof am 22. September an einem sonnigen Herbsttag hatte ihre Familie als Schlusslied das Osterlied »Christ ist erstanden« ausgesucht. Nach den ersten Schuljahren geht Adelheid Röhrig auf das Lyzeum in Merseburg. 1947 beginnt sie in Halle ihr Studium und wird eine leidenschaftliche und geachtete Deutsch- und Geschichtslehrerin, zunächst in Roßleben, seit 1952 in Querfurt. 1962 nimmt man ihr aus politischen Gründen das Fach Geschichte, kontrolliert sie zunehmend und lässt sie Kunst unterrichten. Zwei Jahre später gibt sie ihren Beruf als Lehrerin auf, zieht nach Berlin in die Schönhauser Allee und beginnt im kirchlichen Hilfswerk Berlin-Brandenburg, dem späteren Diakonischen Werk, zu arbeiten. Dort bleibt sie, bis sie im Mai 1987 nach knapp 23 Jahren in den Ruhestand geht. Uns hat sie einmal gesagt, dass sie ihren überaus geliebten Beruf als Lehrerin letztlich aus Verantwortungsgefühl ihren Schülern gegenüber aufgegeben habe, da ihre kritische Haltung all jene, die sie mochten und ihre Nähe suchten, ohne eigenes Zutun in Konflikte brachte. Zu Studienfreundinnen, Kollegen und früheren Schülern hat sie auch, als sie ihre Wohnung kaum noch verlassen konnte, per Brief und Telefon einen lebendigen Kontakt gehalten. Ebenso nahm sie stets

Adelheid Röhrig 			

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Anteil am Gemeindeleben und erkundigte sich schließlich regelmäßig nach Katrin Klöpfel, die inzwischen in Hessen als Pfarrerin arbeitet. Dass sie nie ihren eigenen Vorteil gesucht hat, hat Frau Röhrig auch später Achtung eingebracht, als sie als Abteilungsleiterin im Diakonischen Werk unter anderem dafür zuständig war, die materiellen Hilfen aus der West-Kirche gerecht unter den Ost-Gemeinden zu verteilen. Sie war auch für die Erstausstattung von Pfarrern zuständig, und Pfarrer Christian Zeiske sagte in der Traueransprache, da rechne er sich gern dazu. Ihre vorgelebte Bescheidenheit und ihren tiefen Glauben habe sie ihm als so etwas wie eine »Erstausstattung« mitgegeben: »Ich lebe, und ihr sollt auch leben. Sie lebte, weil unser Heiland lebt, und sie wird leben, weil unser Heiland vom Tode auferstanden ist. Das ist die Erstausstattung für Pfarrer. Und da wir nach Luther alle Priester sind, ist es die Erstausstattung für uns alle.« Ihre Liebe zum Fach Geschichte hat Adelheid Röhrig in ihrer Berliner Zeit fruchtbar gemacht, indem sie an Erkundungen zur brandenburgischen Kirchengeschichte mitwirkte und die Zeitgeschichte intensiv verfolgte und dokumentierte. Davon zeugen die Bücher, die sie besaß und die auf ihren Wunsch hin am Reformationssonntag in der Gemeinde zum Stöbern und Kaufen angeboten wurden sowie Ordner mit Zeitungsausschnitten und ein Tagebuch aus der Zeit der friedlichen Revolution, das sie sehr hütete. Sie engagierte sich im Gemeindekirchenrat und in den Jahren vor dem Mauerfall vor allem im Kreiskirchenrat. Ihre Arbeitsweise war, wie sie selbst, unsentimental, pragmatisch und effizient. Sie habe mitgeholfen, sagte Pfarrer Zeiske in seiner Traueransprache, den Druck auf Gemeinden zu verringern, an die immer mehr Ausreisewillige große Erwartungen knüpften und die, wie die Zionsgemeinde mit ihrer Umweltbibliothek und den Mahnwachen und später auch die Gethsemanekirche, ins Zentrum der politischen Auseinandersetzung gerückt waren. Ihre Wegbegleiterinnen und Wegbegleiter können davon weit mehr berichten als wir, die wir Frau Röhrig nur von unseren Besuchen kennen, die von ihrem Gottvertrauen, ihrer Gastfreundschaft, Lebendigkeit und ihrem Humor geprägt waren. Wir haben uns stets bereichert von ihr verabschiedet und uns jedes Mal vorgenommen, den Abstand von einem Besuch zum anderen zu verringern. Wenn uns das dann doch nicht gelang, hat sie es uns nicht spüren lassen. Wir sind dankbar für die Begegnung mit ihr und wissen sie nun geborgen bei Gott. Bettina Markmeyer

Weihnachtsbaum in Gethsemane
Wie in jedem Jahr wollen wir wieder den Weihnachtsbaum für die Gethsemanekirche am Samstagmorgen vor Weihnachten aus dem Wald holen und am Sonntagabend aufstellen. Dazu bedarf es einiger Helfer. Zum Aufstellen finden sich immer ca. 30 Menschen aus der Gemeinde, die einigen Schweiß vergießen und am Ende stolz auf den geschmückten mindestens 8 Meter hohen Baum blicken und gemeinsam mit Glühwein anstoßen. Für alle, die mitmachen, ist es eine wunderbare Einstimmung auf die Weihnachtstage. Wer sich dies nicht entgehen lassen möchte, merke sich die Termine vor und melde sich am besten schon bald bei Pfarrer Christian Zeiske. Spätestens am Sonntag vor Maria Lichtmess (02. 02. 2011) wird der Baum wieder in einer gemeinsamen Aktion zerlegt, aus der Kirche geschleppt und die Überreste werden beseitigt. (Zeitpunkt wird noch bekannt gegeben) Samstag, 18. 12., 8 Uhr Baum holen Sonntag, 19. 12., ca. 18 Uhr Aufstellen des Baumes Peter Rottmann

	 24	 Was tut der Heilige Geist in Lankwitz?		

Ende September begann im Stadtkloster Segen ein Alphakurs, der in zehn Abenden in den christlichen Glauben einführt. Wer der Heilige Geist ist und was er wie (be)wirkt, diesen Fragen spürten an einem Wochenende im November zwei Dutzend TeilnehmerInnen im Kloster Lankwitz nach. Patricia SchmidtFischbach fasst ihre Eindrücke zusammen:

Was tut der Heilige Geist in Lankwitz?

Auch wenn so viele Menschen für zwei Tage an einem Ort zusammenkommen, sorgt der Heilige Geist weder für einen Geschirrspüler noch für einen leistungsfähigen Herd in der Gemeinschaftsküche und für eine Dusche im Zimmer auch nur ausnahmsweise. Stoßgebet hin oder her. Aber Er beschenkt Barbara Schubert mit der Fähigkeit, für all die hungrigen Mäuler auf einem dürftigen Küchenherd nicht einfach nur schlicht sättigende, sondern wunderbar herz- und baucherwärmende Freuden zu zaubern. Und Er motiviert alle anderen, ohne Weh und Ach und Ne und ich muss mal kurz wech auf dem Gang die schmutzigen Teller, Tassen und Gläser zu spülen. Und morgens für die Nutzung der Etagenduschen einen auskömmlichen Modus zu finden. Er hilft den Küchenfeen Lydie Staub und Stephanie Schubert, ganz selbstlos und uneitel in der Küche niedrige Dienste zu erledigen und dabei gutgelaunt zu bleiben. Er begabt einen Georg Schubert beim geistlichen Impulsreferat dergestalt, dass die biblischen Worte einen Sitz im Leben

bekommen. Der kann heiter gelassen einen christlichen Standpunkt klarmachen und die Freiheit ausatmen, sich auch anders zu entscheiden. Der Heilige Geist ist ein Dialektiker. In den kleineren Gesprächskreisen nach den Referaten leuchtet auf, dass Er eine große Phantasie hat, um Menschen etwas einzugeben. Manche macht Er seufzen, manche lässt Er einmal und sehr nachdrücklich eine Bewusstseinserweiterung erfahren, manchem weist Er immer wieder konkret die Richtung an einer Weggabelung seines Lebens, eine bekommt ihren Wandlungsimpuls beim Abspülen, der andere beim Meditieren. Manche erfahren Führung, ohne die Herkunft zuordnen zu können. Der Heilige Geist wirkt auf ganz unterschiedlichen und manchmal verschlungenen Wegen, gebeten oder unaufgefordert. Gottes Zoo ist groß, staune ich wieder einmal und bewundere einen Felix Dürr, der jeden in seinem Sosein einfach lassen kann. Er hilft denen, die keine Noten lesen können oder auch gar nicht singen, dennoch zu singen. Und macht so in Lankwitz den eigenen Körper als Resonanzraum spürbar. Er lässt erfahren, wie das gemeinsame Singen und Atemholen und Fingerschnipsen Bande knüpft und Energie freisetzt. Kurzum: Er schafft innere Verbundenheit, auch beim Singen, aber nicht nur. Zwischen Getauften und Ungetauften, Katholiken, Protestanten und Freikirchlern. Last, not least: Der Heilige Geist hat Witz. Gisbert Mangliers Lachfältchen zeugen davon und manches Augenzwinkern auch.

Weihnachten in Bangladesh	

		

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Weihnachten in Bangladesh
Im Rahmen meines Vikariates (Ausbildung zum evangelischen Pfarrer) verbrachte ich sechs Monate in Bengalen (indischer Bundesstaat »WestBengalen« und »Bangladesh«). Über Weihnachten lebte und arbeitete ich gemeinsam mit meiner Frau in einem kleinen Dorf, in dem ein SelbsthilfeProjekt tätig ist. Wir beide wohnten in einem winzigen Lehmhaus, gedeckt mit Reisstroh. Kurz vor Weihnachten wurde meine Frau krank. An einen Krankenhausaufenthalt war nicht zu denken, denn schon die nächste Straße, auf der uns ein Bus in eine Stadt mit einem Hospital hätte bringen können, war eine Stunde Fußweg entfernt. Alle waren sehr besorgt. Es beunruhigte uns überhaupt nicht, dass zur gleichen Zeit im Nachbardorf ein Mädchen ebenfalls erkrankte und starb, weil einfach keine ärztliche Hilfe möglich war. Eigentlich wollten wir Weihnachten in einem Tribal-Dorf feiern, gemeinsam mit dort lebenden christlichen Ureinwohnern. Meiner Frau ging es zwar Weihnachten etwas besser, aber wir wollten doch lieber nicht reisen. So sammelten wir Blüten und schmückten unsere kleine Kammer, unser Haus bestand nur aus dieser, mit allem Schönen, das wir fanden. Meine Frau bastelte Weihnachtssterne und ein Christkind aus Reisstroh. Wir stellten Kerzen auf und zündeten Räucherstäbchen an. Verblüfft waren wir schon, als das, was wir uns hergerichtet hatten, einem Hindu-Altar glich. Aber es war eben die Zu­sammenstellung von allem Schönen, das uns verfügbar war.

Am Weihnachtsabend besuchte uns Nibaron, ein alter Bauer. Nibaron war Hindu und hatte meiner Frau öfter Krankenbesuche abgestattet. Und nun stand er da in unserer Kammer, hielt an­dächtig inne und verweilte lange still vor unserem Weihnachtstisch. ‚Um Himmels Willen’ fuhr es mir durch den Sinn, ‚hoffentlich denkt er nicht, dass wir Christen diese Strohpuppe anbeten!’ Endlich sprach er mit seinem Englisch, das ebenso lückenhaft war, wie seine Zähne: »God save us, God help us!« Damit war uns klar, dass er intuitiv unseren Weihnachtstisch richtig verstanden hatte, und dass er von Gott, den er als Hindu verehrt, Rettung und Hilfe in Krankheit erbitten kann, wie wir Christen auch von Gott Segen erbitten. Natürlich stattete ich Nibaron Gegenbesuche zu einigen seiner täglichen Morgenandachten in seinem Hof ab, erst allein, später dann gemeinsam mit meiner Frau. Ich fand es faszi­nierend, wie er seinen Haus-Altar, der unserem Weihnachtstisch so ähnelte, herrichtete. Er schritt mit Weihrauch durch alle Räume seines Hofes. Wir beiden Männer saßen dann vor seinem kleinen Altar aus Lehm, und wieder spürte ich die tiefe religiöse Übereinstimmung zwischen uns beiden und die Zweitrangigkeit der Frage, was unsere Religionen eigentlich trennt. Inzwischen ist Nibaron gestorben. Der Gedanke an Gott, der größer ist, als alle unsere Vorstellungen von ihm, der Gedanke, den Nibaron mich gelehrt hat, der bleibt mir lebendig. Schließlich kamen, so erzählt es Matthäus, zum Kind in der Krippe weise Männer. Sie kamen wohl aus Nord-Indien, zwar weit entfernt von Bengalen, aber auch weit entfernt von Bethlehem, aus einer anderen religiösen Kultur. Vielleicht

standen diese weisen Männer auch erst ganz still, bevor sie einen kleinen Satz sagten, der all ihre Weisheit zum Vorschein kommen ließ. Möge Gott uns retten und helfen, möge er uns segnen, beson­ders Nibarons Kinder und Enkel und die Bauern seines bengalischen Dorfes. Pf. Christian Zeiske »Engel haben Himmelslieder« »Hört der Engel helle Lieder« 11. Dezember 2010, um 15 Uhr im Elias-Kuppelsaal mit Kaffeetrinken, mit dem Elias-Chor, mit Andacht und Meditation, mit Advents- und Weihnachtsliedersingen, mit Geschichten und Bildern.

Seniorenadvent

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Veranstaltungen & Konzerte		Das Wort		 Inhalt 	 Seite 	

	 Elias Kuppelsaal Fr., 	 03. 12.	 18.00	 Kinderchor-Konzert der Prenzlberger Singvögel; Info-Tel. 44 73 13 42 So., 	05. 12.	 18.00	 »Farewell and Welcome«; Spirited – Gospel ‚n‘ Jazzchor, Leitung: Kristofer Benn; Eintritt frei Sa., 	15.01.	 16.00	 Oscar Wilde: »Bunbury« oder Ernst sein ist alles So.,	 16. 01. 	 18.00	 Eine Triviale Komödie für ernsthafte Leute, Theatergruppe der kath. Gmeinde Heilige Familie 	 Gethsemane Sa., 	27. 11.	 17.00	 J. S. Bach: Weihnachtsoratorium – Kantaten I – III; So., 	28. 11.	 17.00 	J. S. Bach: Weihnachtsoratorium – Kantaten IV – VI; Konzertchor der Friedenskirche Berlin-Niederschönhausen; Neues Konzertorchester Berlin; Karten-VVK: Buchhandlung »Die Märkische«, Schönh. Allee 141; Buchhandlung »Anakoluth«, Schönh. Allee 124 Sa., 	04. 12.	 17.00	Adventskonzert mit weihnachtlicher Chormusik; Gethsemanekantorei, Singschule, Instrumentalisten; Leitung: Elisabeth Kaiser, Christoph Zschunke; Eintritt frei So., 	05. 12.	 17.00	J. S. Bach: Weihnachtsoratorium – Kantaten I – III; Lautten Compagney Berlin; Vokal­ensemble Capella Angelica; Karten-Tel. 4 42 87 61 Di., 	 07. 12.	 18.00	Sinfonische Adventsgala; Werke von Mozart, Elgar und Tschaikowsky; Residenz Orchester Berlin; Benjamin Lai, Violoncello; Karten-Tel. 2 30 99 30 Do., 	09. 12.	 19.00	Weihnachtsoratorium für Kinder; Sprecher: Hennig Westphal, Solisten, Chöre und Orchester des G. F. Händel-Gymnasiums Berlin; Karten-Tel. 8 47 10 89 88 Fr., 	 10. 12.	 19.00	Manfred Krug liest weihnachtliche Geschichten und Gedichte, Matthias Bätzel begleitet ihn am Jazzpiano; Karten-Tel. 6 78 01 11 Sa., 	11. 12.	 17.00	 J. S. Bach: Weihnachtsoratorium – Kantaten I – III; So., 	12. 12.	 17.00	J. S. Bach: Weihnachtsoratorium – Kantaten IV – VI; Chor der Erlöserkirche BerlinLichtenberg; Camerata Instrumentale Berlin; Karten-Tel. 6 78 01 11 Sa., 	18. 12.	 20.00	J. S. Bach: Magnificat / Weihnachtsoratorium – Kant. I, II+VI; Karl-Forster-Chor Berlin; VVK unter Tel. 8 26 47 27 Di., 	 21. 12.	 19.30	An Oxford Christmas – »Die neuen King‘s Singers«! Deutsche und englische ­Weihnachtslieder 6-stimm. a cappella, Karten-Tel. 2 30 99 30 Sa., 	25. 12.	 15+19.00	 Mönche des Moskauer Patriarchats So., 	26. 12.	 15.00	 Russisch-Orthodoxe Gesänge; Karten-Tel. 92 37 38 42 Fr., 	 31. 12.	 21.00	»Eine Nacht in Venedig« – Silvesterkonzert; Barocke Nachtstücke & rauschende Liebeslieder von Legrenzi, Marcello, Caldara, Gasparini & Vivaldi; Lautten Compagney Berlin; Yosemeh Adjei, Countertenor Karten-Tel. 442 87 61 und an allen Vorverkaufsstellen 	 Paul Gerhardt So., 	12.12.	 17.00	 Weihnachtskonzert des Kammerchors Enchore; Eintritt frei Mi., 	15.12.	 16.00	 Weihnachtsaufführung der Ev. Kita Arche; Eintritt frei Do., 	16.12.	 19.00	 Weihnachtskonzert des F. Mendelssohn Bartholdy-Gymnasiums 	 Stadtkloster Segen So., 	18.12.	 19.30	Alte Weihnachtslieder Neu; Christian Steyer & Berliner Solistenchor, Karten bei »Der Holzkopf«, Dunckerstr. 16 und über Ticketonline an allen bekannten Vorverkaufsstellen, Tel. 01805-4 47 07 77
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So finden Sie uns	

	

Zentralbüro Evangelische Kirchen­gemeinde Prenzlauer Berg Nord Geschäftsführung Gethsemanestraße 9, 10437 Berlin Frank Esch T.: 40 00 34 99	 f.esch@ekpn.de Küster Harald Mößner T.: 4 45 77 45 F.: 43 73 43 78 Computerfax (9 –16 Uhr) 43 73 43 79 Sprechzeiten: mo. 13 – 16 Uhr, mi. 14 – 19 Uhr do. 9 – 12 & 13 – 16 Uhr www.ekpn.de zentralbuero@ekpn.de Vorsitzender des Gemeindekirchenrates Wolfgang Schellig T.: 44 73 67 50 gkr@ekpn.de

Elias-Kuppelsaal		 Gemeindebüro 		 			 		 Gethsemanekirche		 Gemeindebüro 		 Gethsemanestraße 9, 	 	 10437 Berlin		 			 Paul-Gerhardt-Kirche		 Gemeindebüro		 Kuglerstraße 15, 10439 Berlin	 			 			 Segenskirche		 Gemeindebüro		 rechter Aufgang parterre		 			

Göhrener Straße 11, 10437 Berlin Öffnungszeiten mi. 17 – 19 Uhr T.: 4 42 63 31 Stargarder Straße 77, 10437 Berlin	 Öffnungszeiten mo. 11 – 13 Uhr, di. 16 –18 Uhr, mi. 11 – 13 Uhr fr. 11 – 13 Uhr T.: 4 45 77 45 / F.: 43 73 43 78 Wisbyer Straße 7, 10439 Berlin Öffnungszeiten mi. und fr. 10 – 12 Uhr, mi. 17 – 19 Uhr T.: 4 45 74 23 / F.: 44 71 95 04 Schönhauser Allee 161, 10435 Berlin	 Öffnungszeiten di. 17 – 18.30 Uhr, do. 9 – 11 Uhr T.: 4 48 34 83 / F.: 41 71 50 72

Stadtkloster Segen Schönhauser Allee 161, 10435 Berlin	 Stadtkloster- Büro		 T.: 44 03 77 39 			 info@stadtklostersegen.de Pfarrerin & Pfarrer Pfn. Uta Fey		 u.fey@ekpn.de		 		 Pf. Gisbert Mangliers 	 g.mangliers@ekpn.de	 Sprechzeiten	 Pf. Heinz-Otto Seidenschnur 	 ho.seidenschnur@ekpn.de	 Sprechzeiten	 	 Pf. Christian Zeiske	 c.zeiske@ekpn.de	 Sprechzeiten 	 Spendenkonto	 Spendenquittung auf Wunsch	 Zweck: »Prenzlauer Berg Nord«	 T.: 44 71 95 06, T.: 4 45 74 54 (privat) Sprechzeiten Büro Kuglerstraße 15, 			 do 10 – 12 Uhr, 18.30 -19.30 Uhr * T.: 4 48 03 33 (privat) mobil 0171 / 1 79 50 07 Büro Segen, di.,17 - 18.30 Uhr *	 mobil 0179 / 7 64 00 32 Büro Elias, di. 15 – 17 Uhr* Büro Gethsemane, mi. 15 –17 Uhr T.: 40 00 39 30 Büro Gethsemane, di. 18 – 19.30 Uhr, fr. 9 – 11 Uhr *
* und nach Vereinbarung

KVA Berlin Stadtmitte, Kto. 411 741 280, BLZ 210 602 37 Ev. Darlehnsgenossenschaft

Kontakte			

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Arbeit mit Kindern Jugendlichen & Familien Antje Erdmann Dipl. Sozialpädagogin /Diakonin Göhrener Straße 11, 10437 Berlin T.: 41 71 59 57 a.erdmann@ekpn.de Sprechzeit di. 11.30 – 13.30 Uhr Jana Scherle Dipl. Pädagogin / Beratung für Familien Göhrener Straße 11, 10437 Berlin T.: 41 71 59 61 jana.scherle@ekpn.de Sprechzeit mi. 14 – 18 Uhr Paul Beutel Jugendwart Kuglerstraße 15, 10439 Berlin T.: 4 45 74 25 p.beutel@ekpn.de Fachausschuss: kinder.jugend.ausschuss.@ekpn.de Kirchhöfe Segens-Friedhofsverwaltung Monika Mangliers Gustav-Adolf-Str. 67 – 74, 13086 Berlin T.: 9 25 30 68 / 47 03 27 32 F.: 47 03 27 35 www.segenskirchhof.de m.mangliers@evfbs.de Kirchhofsverwaltung Nordend Katrin Manke Dietzgenstraße 120 – 162, 13158 Berlin T.: 4 76 35 54 F.:4 76 27 70 www.berlin-friedhof.de nordend@evfbs.de Hausmeister/Techn. Personal Helmut Böhnke mobil 0179 / 7 36 18 57 Bärbel Jenichen mobil 0173 / 2 15 71 32 b.jenichen@ekpn.de Andreas Schumann mobil 0176 / 48 11 68 40

Kindergärten Ev. Kindergarten Elias Göhrener Str. 11, 10437 Berlin T.: 4 42 24 05, F.: 41 71 74 96 kindergarten.elias@gmx.de Ev. Kindergarten Gethsemane Greifenhagener Str. 2, 10437 Berlin Leitung Eva Koch T.: 4 45 55 84, F.:40 00 33 86 kita-gethsemane@gmx.de Ev. Kindergarten »Arche« Schönhauser Allee 104, 10439 Berlin Leitung Mirjam Häcker kita.arche@hoffbauer-bildung.de T.: 4 45 70 48, F.: 40 04 50 30 Diakoniestation Hauskrankenpflege Weißensee/Prenzlauer Berg Bizetstraße 11, 13088 Berlin T.: 61 62 27 00, Leitung Herr Gülker

Kirchenmusik Elisabeth Kaiser T.: 44 71 55 69, e.kaiser@ekpn.de Detlef Lehmann T.: 47 48 90 75, d.lehmann@ekpn.de Hermfried Weber T.: 40 00 79 84 Christoph Zschunke mobil 0176 / 24249692 kirchenmusik@ekpn.de Veranstaltungsmanagement Konzertbüro Gethsemanestraße 9, 10437 Berlin Tickethotline 44 71 55 68 Mario Gugeler T.: 44 71 55 67 F.: 43 73 43 78 konzertbuero@ekpn.de

Weihnachtsaktion für Gefangene
Weihnachtspakete an Gefangene vermittelt Freiabonnements für Gefangene e.V. Köpenicker Straße 175, 10997 Berlin Tel.: 030-611 21 89, www.freiabos.de
Ja ich schenke einer/m Gefangenen ein Weihnachtspaket.
Ich verschicke das Paket selbst, bitte senden Sie mir die nötigen Informationen. Ich überweise 45,- € auf Ihr Konto bei der Bank für Sozialwirtschaft, BLZ 100 205 00, Kto 30 85 400, Kennwort: Paket Vorname Straße PLZ

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Telefon

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The Oxford Clerks

21.12. 19.30 Uhr 22.12. 19.30 Uhr

Gethsemanekirche (Prenzlauer Berg), Berlin St. Marienkirche (Alexanderplatz ), Berlin

Eintritt : € 15, ermäßigt € 9, Familien € 25.
        
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