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Periodical volume

Full text: Jahresbericht Issue 2014

Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.

Jahresbericht 2014

‘14

Impressum
Langversion Jahresbericht 2014
Herausgeber
Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e.V.
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030/2061 32 50
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Henry Czauderna, Fotolia.com
Gestaltung/Satz
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Internet	www.werbe-vorsprung.de

Alle Rechte vorbehalten.
Berichtsstand: Januar 2015

Inhaltsverzeichnis
Vorwort . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  4

I.	

Unsere Themen und Höhepunkte 2014. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  5

II.	

Wer wir sind – Unsere Verbandsstrukturen . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  9

2.1	 Mitglieder, Vorstand und Verbandsrat. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.2	Personalien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.3	 Projektbüro DV-GmbH. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
2.4	 Unsere Kooperationen und Mitgliedschaften. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

III.	

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Wie wir arbeiten – Unsere Aktivitäten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  15

3.1	 Unsere Arbeitsgruppen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.2	 Kommissionen, Studien, Gutachten. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.3	Veranstaltungen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.4	 Plattformen und Netzwerke . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.5	 Nationale und europäische Projekte . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
3.6	Kommunikation. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

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IV.	

Was wir machen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

4.1	
4.2	
4.3	
4.4	
4.5	
4.6	

Europäische Regional- und Strukturpolitik. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Energie- und Klimaschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Wohnungs- und Immobilienmärkte. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Stadt- und Regionalentwicklung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Wohnen und Leben im Alter. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .
Mobilität und Raumentwicklung. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .

V.	

Überblick Geschäftsstellen und Gremien . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .  48

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35
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Vorwort
2014 war ein ereignisreiches Jahr für die Stadtentwicklung sowie
den Wohnungs- und Immobilienmarkt – und damit auch für den Deutschen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung
e. V.: Die Bundesregierung hat das Bündnis für bezahlbares Wohnen
und Bauen ins Leben gerufen und ein Klimapaket für mehr Energieeffizienz verabschiedet. Beim ersten Immobilienwirtschaftlichen Dialog
der Legislaturperiode, zu dem uns die neue Bundesumwelt- und Bauministerin Dr. Barbara Hendricks eingeladen hatte, konnten wir unsere
Vorschläge zur Mobilisierung von Bauland in städtischen Wachstumsregionen einbringen. Und auf europäischer Ebene sind wir in eine neue
siebenjährige Förderperiode der Strukturfonds eingetreten.
Mit all diesen Entwicklungen und Themen hat sich der DV in seiner Verbandsarbeit im vergangenen Jahr intensiv auseinandergesetzt. Unsere öffentlichen und privaten Mitglieder aus verschiedenen Branchen und Disziplinen tragen dazu bei, dass wir gerade
bei kontroversen Fragestellungen zu breit abgestimmten, reflektierten Antworten kommen. Dazu zählen Bund, Länder und Kommunen, die Wohnungswirtschaft sowie Vertreter der privaten Vermieter, Selbstnutzer und Mieter. Genauso wirken Finanzinstitute, die
Bauwirtschaft, die Wissenschaft, Projektentwickler, Planer und Architekten im Verband mit.
Für die inhaltliche und finanzielle Unterstützung bedanke ich mich deshalb herzlich bei all unseren Mitgliedern. Besonders hervorheben möchte ich die Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit, dem
Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur sowie mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung. Mein
besonderer Dank gilt außerdem dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband für sein außerordentliches Engagement und für die
gute Zusammenarbeit auf europäischer Ebene. Das gemeinsame europapolitische Anliegen verbindet uns ebenfalls mit unseren
Partnerverbänden GdW, BFW und BSI, mit denen wir eine langjährige Bürogemeinschaft in Brüssel unterhalten.
Meine Anerkennung möchte ich zudem meinen Kolleginnen und Kollegen aus dem Vorstand und dem Verbandsrat und hier
insbesondere den Leitern unserer mittlerweile vier Arbeitsgruppen aussprechen. Vielen Dank Ihnen allen für Ihr ehrenamtliches Engagement und das angenehme Miteinander. Nicht zuletzt gilt mein Dank den Mitarbeitern des Deutschen Verbandes – mit ihrem
kompetenten, fachlichen Engagement bilden sie die Basis für den Erfolg und den guten Ruf unseres Verbandes.
Ich wünsche Ihnen allen viel Freude beim Lesen!

Dr. Jürgen Heyer, Minister a. D.
Präsident, Deutscher Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V.

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© Tiberius Gracchus, Fotolia.com

I.

Unsere Themen
und Höhepunkte 2014
Wir stehen vor tiefgreifenden Veränderungen in der Stadtentwicklung und auf den Wohnungsmärkten.
Der technologische Fortschritt, ökonomische Strukturbrüche und der gesellschaftliche Wertewandel vollziehen sich so rasant wie selten zuvor und haben fundamentale Auswirkungen auf das Gesicht unserer
Städte und auf die Art und Weise, wie wir wohnen. Damit hat sich der Deutsche Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung e. V. im Jahr 2014 intensiv auseinandergesetzt und sich dabei
auch mit den Themen beschäftigt, die bei der Bundesregierung oben auf der Agenda stehen.

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Jahresbericht 2014 | Unsere Themen

Bezahlbarer Wohnungsneubau und günstiges
Bauland
Der „Run“ auf die großen Städte und Ballungsräume durch
Binnen- und Zuwanderung hält an. Dadurch verschärft sich
die Wohnungsknappheit. Selbst „Normalverdiener“ können
sich die hohen Immobilienpreise und Mieten nicht mehr leisten. Hier gilt es, mit verstärktem Neubau und günstigerem
Bauland bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und die neuen
Einwohner entsprechend zu integrieren. Trotz der hohen medialen und politischen Aufmerksamkeit für bezahlbares Wohnen
dürfen wir aber nicht vergessen, dass dies nur einen Teil der
Städte und der deutschen Bevölkerung betrifft.

Stadt-Land-Zusammenarbeit, Energiewende und
Demografie
Viele ländliche und strukturschwache Regionen stehen mit
Abwanderung, Leerstand und Wertverfall vor ganz anderen
Herausforderungen. Hier müssen öffentliche Infrastrukturen
und Dienstleistungen an die abnehmende Bevölkerung angepasst und neue Formen der Finanzierung sowie der Zusammenarbeit mit den Großstädten gefunden werden. Auch
unsere älter werdende Gesellschaft sowie veränderte Familienstrukturen und Lebensentwürfe erfordern neue Ansätze für
Wohnen und Daseinsvorsorge. Hinzu kommt der notwendige
Umbau unseres Energiesystems. Die Steigerung der Energieeffizienz von Gebäuden und der Ausbau dezentraler Energieerzeugung und -versorgung wirken sich direkt auf unsere
Gebäude- und Stadtstrukturen aus. Nicht zu vergessen auch
die fortschreitende Digitalisierung, die als Beschleuniger in
allen Bereichen der Stadtentwicklung wirkt. Die Folgen dieser
Entwicklung sind heute zum Teil nur schwer vorauszusagen.

Transformationsprozesse nutzen
Angesichts dieser Vielfalt an Herausforderungen müssen
Stadtentwicklungspolitik, Stadt- und Regionalplanung, Infrastrukturausbau und -erneuerung, Liegenschaftspolitik, Wirtschaftsförderung und Wohnungspolitik frühzeitig agieren, um

die Dynamik der Transformationsprozesse für sich zu nutzen
und nicht von ihnen überrannt zu werden. Dafür gilt es vor
allem, bei den betroffenen Akteuren ein Klima der Akzeptanz
und Teilhabe zu schaffen und Vertreter von Wirtschaft, Politik
und Verwaltung sowie die Bürger in die integrierten Stadtentwicklungsprozesse einzubeziehen.

Unsere Mitglieder bringen vielfältige
Perspektiven ein
Um diesen Veränderungen zu begegnen, sind vielfältige Perspektiven, Interessen und Erfahrungen gefragt. Diese bringen
unsere Mitglieder und Partner in die Verbandsarbeit ein. 2014
konnten wir zahlreiche bedeutende Institutionen und Persönlichkeiten für unseren Verband gewinnen, darunter vier der
größten deutschen Wohnungsunternehmen. Wir freuen uns,
dass u. a. folgende neue Mitglieder zu uns gestoßen sind:
der ZIA – Zentraler Immobilien Ausschuss e. V., die GAGFAH
GROUP, die LEG Immobilien AG, die GWG Städtische Wohnungsgesellschaft München mbH, die Joseph-Stiftung, die Bornaer Wohnungsbau- und Siedlungsgesellschaft mbH sowie
die Investitions- und Förderbank Niedersachsen.

Aktivitäten und Kommunikation auf Bundesund Europaebene
Der Deutsche Verband zeichnet sich dadurch aus, dass er sich
neben der klassischen Verbands- und Netzwerkarbeit auch in
zahlreichen Drittmittelprojekten engagiert. Auch 2014 waren
wir in verschiedenen Netzwerken und Plattformen involviert
und haben uns über unsere Projekte auf nationaler und europäischer Ebene eingebracht. Unsere Veranstaltungen,
Expertenworkshops und Netzwerktreffen brachten Vertreter
aus Politik und Verwaltung, Wirtschaft und Wissenschaft zum
offenen und kritischen Dialog zusammen. Neben Studien
und Forschungsarbeiten kommunizieren wir die Ergebnisse
unserer Arbeit über Positionspapiere, Handlungsempfehlungen sowie Newsletter. So bringen wir uns als unabhängige
Politikberatung in den politischen Diskurs ein – und zwar jenseits von Tagespolitik und Legislaturperioden.

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Jahresbericht 2014 | Höhepunkte 2014

© Michael Färber, DV

DV initiiert Gründung der AG
„Aktive Liegenschaftspolitik“
Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit begegnet den aktuellen wohnungspolitischen
Herausforderungen seit Mitte 2014 mit einem „Bündnis für
bezahlbares Wohnen und Bauen“. Wesentliche Handlungsfelder sind Wohnungsneubau, bezahlbare Mieten, Energieeffizienz, Wohnen im Alter sowie nachhaltiges Planen und
Bauen. In diesem Zusammenhang hat der DV angeregt, sich
auch vertieft mit der Schaffung und Aktivierung von ausreichend Wohnungsbauflächen zu befassen. Denn verfügbares
Bauland zu vertretbaren Preisen ist eine zentrale Voraussetzung für mehr bezahlbaren Wohnungsneubau.
Auf Grundlage eines Thesenpapiers und Gesprächen mit der
Bundesumwelt- und Bauministerin Dr. Hendricks, dem Staatssekretär Adler und der zuständigen Abteilungsleiterin bereitete
der DV die Gründung der Arbeitsgruppe „Aktive Liegenschaftspolitik“ vor. Diese erarbeitet ab Januar 2015 unter Koordinierung des DV Empfehlungen und konkrete Vorschläge, wie in
städtischen Wachstumsräumen mehr Bauland für bezahlbares
Wohnen bereitgestellt bzw. mobilisiert werden kann.

AG „Energie, Immobilien und Stadtentwicklung“
konstituiert
Die AG „Energie, Immobilien und Stadtentwicklung“ ist die
jüngste der vier Arbeitsgruppen des Deutschen Verbandes.
Nach einem Vorbereitungsworkshop im März 2014 hat der
DV die Arbeitsgruppe gemeinsam mit dem Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam e. V. (IASS) am 12.
Dezember 2014 offiziell ins Leben gerufen. Geleitet wird sie
von Professor Dr. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des IASS.
In der AG erörtern hochrangige Vertreter von Bund, Ländern
und Kommunen, Immobilienwirtschaft, Energieversorgern, Finanzinstituten sowie aus Stadtplanung, Bauen und Architektur,
welchen Beitrag Immobilienwirtschaft und Stadtentwicklung
zu den Energie- und Klimaschutzzielen leisten können.

Um die Zwischenergebnisse einem weiten Kreis an Verbandsmitgliedern zu öffnen, gibt es flankierend zu den internen
Sitzungen der ständigen AG-Mitglieder auch öffentliche Veranstaltungen. So fand direkt im Anschluss an die konstituierende Sitzung das Fachforum „Strategien, Akteure, Instrumente
– Wie gelingt die Energiewende im Gebäudebereich?“ statt.
Dabei stellte Wirtschaftsstaatssekretärin Iris Gleicke den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) vor.

Start der europäischen Förderperiode
2014 bis 2020
Am 1. Januar 2014 hat die neue EU-Strukturfondsperiode
begonnen. Der DV hat die Ausgestaltung der neuen Förderprogramme begleitet. Sowohl beim Deutsch-Österreichischen
URBAN-Netzwerk als auch bei der Arbeitsgruppe Europa
stand die städtische Dimension der Strukturfonds im Mittelpunkt der Aktivitäten. Zudem erstellte der DV gemeinsam mit
der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg eine Studie zur städtischen Dimension in den neuen
und den gerade ausgelaufenen EU-Programmen von Bund
und Ländern. Danach ist die nachhaltige Stadtentwicklung ein
gewichtiger Programmbestandteil. Zwischen 2014 und 2020
stehen dafür 1,5 Milliarden Euro zur Verfügung.
Ebenso positiv ist die Stärkung der Kooperations-Programme
Interreg und URBACT zur grenzüberschreitenden, transnationalen und europaweiten Zusammenarbeit. Für die Gestaltung
der neuen Programme der transnationalen Zusammenarbeit
führte der DV eine Konsultation auf Bundesebene durch. Ländervertreter und Fachöffentlichkeit informierte er mit einer
breiten Kommunikationsarbeit. Für URBACT fungiert er als nationale Kontaktstelle. Zudem ist er Partner in zahlreichen EUProjekten zur Stadt- und Regionalentwicklung, Mobilität und
Energie.

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Jahresbericht 2014 | Höhepunkte 2014

Jahrestagung 2014 | © Dorina Köbele-Milas

Beteiligung – Bündelung – Balance:
Jahrestagung 2014
Die öffentliche Fachtagung der Jahrestagung am 2. Oktober
2014 in Köln widmete sich den Möglichkeiten und Grenzen
der Bürgerbeteiligung bei Städtebauvorhaben. Auch flexible Planungsprozesse und eine aktivere Rolle der Kommunen
standen auf der Agenda. Gunther Adler, Staatssekretär im
Bundesumwelt- und Bauministerium wies darauf hin, dass für
eine gelungene Quartiersentwicklung ein gesundes Gleichgewicht zwischen ökonomischen Gegebenheiten sowie sozialen
und ökologischen Herausforderungen notwendig sei.

DV ist Geschäftsstelle des Bundesprogramms
„Anlaufstellen für ältere Menschen“
Wie das selbstständige und selbstbestimmte Leben und Wohnen im Alter unterstützt werden kann, zeigen die rund 300
Projekte des Bundesprogramms „Anlaufstellen für ältere Menschen“, das der DV seit 2012 als Geschäftsstelle koordiniert.
Allein im Jahr 2014 waren etwa 230 Projektträger mit der
Umsetzung ihrer Ideen aktiv: Formularambulanzen und ehrenamtliche Wohnberatung, Internetplattformen und technische
Geräte, Fahr- und Begleitdienste, Gemeinschaftseinrichtungen,
interkulturelle Nachbarschaftstreffs, Gedächtnistraining und

© Christian Schwier, Fotolia.com

vieles mehr geben älteren Menschen konkrete Hilfe und Unterstützung im Alltag. Der Deutsche Verband organisiert den
fachlichen Austausch zwischen den Projekten und hat 2014
unter anderem drei Werkstattgespräche in Berlin, Essen und
Hannover durchgeführt. 2015 steht die Koordination einer
bundesweiten Aktionswoche im Vordergrund, bei der das Potential der Anlaufstellen-Projekte in die Öffentlichkeit getragen
wird. In diesem Rahmen findet zudem eine zentrale Konferenz
in Berlin statt.

Neuer Internetauftritt
Im Jahr 2014 haben wir unseren Internetauftritt komplett neu
gestaltet. Ziel war es, die vielfältigen verbandspolitischen und
projektbezogenen Aktivitäten und Veröffentlichungen des DV
moderner und übersichtlicher darzustellen. Die neue Gliederung ermöglicht einen themenbezogenen, zielgruppenspezifischen Einstieg. Neben der Grundstruktur wurde vor allem
die Startseite überarbeitet. Der Schwerpunkt liegt auf „Aktuellem“ und „Visuellem“, zudem wird der Leser auf Termine
und unsere verschiedenen Newsletter aufmerksam gemacht.

M	www.deutscher-verband.org

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© Dorina Köbele-Milas

II.

Wer wir sind –
Unsere Verbandsstrukturen
Die Hauptgeschäftsstelle des DV e. V. und seiner Service-GmbH ist in Berlin. Der Sitz in der Hauptstadt
garantiert uns die Nähe zur Bundespolitik und ihren Ministerien, mit denen wir eng zusammenarbeiten.
Zudem ist der DV seit 1994 durch einen Repräsentanten in Brüssel vertreten, seit 2001 auch mit eigenem
Büro. Das Brüsseler Büro begleitet die europapolitischen Themen und steht in direktem Austausch mit
Kommissionsdienststellen, Europaabgeordneten, Länderbüros, anderen Verbänden und europäischen
Netzwerken.

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Jahresbericht 2014 | Wer wir sind

Unsere Mitglieder und Partner

Öffentliche Hand
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■■
■■
■■

Europäische Union
Bund
Länder
Kommunen
Forschungsinstitute

Privatsektor

Zivilgesellschaft

Verbände/Unternehmen aus
■■ Immobilienwirtschaft
■■ Baubranche
■■ Finanzwirtschaft
■■ Stadterneuerung
■■ Planung
■■ Achitektur

Vertreter von
■■ privaten Eigentümern
■■ Mietern
■■ Gewerkschaften
■■ Stiftungen

2.1	 Mitglieder, Vorstand und Verbandsrat
Der Deutsche Verband hat insgesamt 364 Mitglieder (Stand
Dezember 2014), davon sind jeweils etwa die Hälfte juristisch (Institutionen, Kommunen, etc.) und die andere Hälfte
sind Privatpersonen. Das besondere Markenzeichen des DV
ist die öffentlich-private Mitgliederstruktur. Auf unserer Verbandsplattform bringen wir die maßgeblichen Verbände,
Organisationen und Unternehmen der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, des Finanzsektors und der Bauwirtschaft,
aus Stadtentwicklung, Planung und Architektur mit Politik und
Verwaltung von Bund, Ländern und Kommunen zusammen.
Neben der Mitgliederversammlung sind der Verbandsrat und
der Vorstand Organe des Deutschen Verbandes.
■■ Die Mitgliederversammlung ist das oberste Organ und
findet einmal im Jahr statt. Zu ihren Aufgaben zählen die

Wahl des Verbandsrates und der Abschlussprüfer sowie
die Beschlussfassung zu verschiedenen Themen wie dem
Geschäftsbericht, etwaigen Satzungsänderungen, etc.
■■ Der Verbandsrat entscheidet über Inhalte und Grundsätze, nach denen sich die Tätigkeit des Deutsche Verbandes richtet und fasst Beschlüsse über Arbeits- und Wirtschaftspläne. Er wählt den Vorstand und den Präsidenten
und kann Arbeitskreise, Arbeitsgruppen und Fachkommissionen einsetzen.
■■ Der Vorstand leitet die Verbandsarbeit im Rahmen der
Beschlüsse der Mitgliederversammlung und des Verbandsrates und nach Maßgabe der Geschäftsordnung.
Er entscheidet grundsätzliche Angelegenheiten der Geschäftsführung und bereitet die Sitzungen der Mitgliederversammlung sowie des Verbandsrates vor.

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Jahresbericht 2014 | Wer wir sind

2.2	 Personalien 2014

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer

Ingrid Matthäus-Maier

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer übernimmt Vorsitz
AG Energie
Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer übernimmt seit Dezember 2014 den
Vorsitz der neuen Arbeitsgruppe „Energie, Immobilien und
Stadtentwicklung“. Töpfer ist Gründungsdirektor und derzeitiger Exekutivdirektor des Institute for Advanced Sustainability
Studies Potsdam (IASS).

Lutz Basse

Anke Brummer-Kohler

Neue Verbandratsmitglieder
Im Verbandsrat begrüßen wir die neuen Mitglieder Lukas
Siebenkotten, Bundesdirektor des Deutschen Mieterbundes,
Dr. Kai Warnecke, Hauptgeschäftsführer Haus und Grund
Deutschland sowie Thomas Zinnöcker, Chief Executive Office
der GAGFAH Group.

Verabschiedung Barbara Bühler
Lutz Basse löst Ingrid Matthäus-Maier als
Vorsitzender der AG Wohnungswesen ab
Bei der Arbeitsgruppe Wohnungswesen löste Lutz Basse,
Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer bei der SAGA/
GWG Hamburg, Ingrid Matthäus-Maier im Juni 2014 als
Vorsitzender ab. Die ehemalige Vorstandssprecherin der
KfW Bankengruppe legte den AG-Vorsitz nach vier Jahren
angesichts ihrer zahlreichen ehrenamtlichen Tätigkeiten nieder, ist jedoch weiterhin im Verbandsrat des DV aktiv.

Neu im Vorstand: Anke Brummer-Kohler
Anke Brummer-Kohler ist Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung, Wohnen, öffentliches Baurecht im Bundesministerium
für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Nach
einstimmiger Wahl durch den Verbandsrat gehört sie seit Oktober 2014 dem Vorstand des Deutschen Verbandes an.

Barbara Bühler war seit Oktober 2011 als Projektleiterin
in unserem Europa-Büro in Brüssel für die Koordination des
Deutsch-Österreichischen URBAN-Netzwerks sowie für den
„URBACT National Dissemination Point“ zuständig. Im Oktober 2014 zog sie aus privaten Gründen nach München um.

Herzlichen Dank!
Unseren Dank und unsere Anerkennung für ihr
Engagement möchten wir sowohl den langjährigen
Weggefährten aussprechen als auch allen, die sich
neu im Vorstand, Verbandsrat oder als Arbeitsgruppenvorsitzende einbringen.

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Jahresbericht 2014 | Wer wir sind

2.3	 Projektbüro DV-GmbH
Als hundertprozentige Tochter ist
die DV-GmbH das Projektbüro
des Verbandes und übernimmt damit vor allem Auftragsarbeiten für
Dritte. Der Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt auf Kommunikation, Veranstaltungsorganisation und
Projektmanagement. Für den Verband übernimmt sie die Öffentlichkeitsarbeit, gestaltet und aktualisiert die Internetseite,
entwirft Flyer und Broschüren des Verbandes, schreibt und redigiert Pressemitteilungen und Fachartikel für externe Medien
und koordiniert die Erstellung des Jahresberichtes. Sie erstellt
die Newsletter DV aktuell, das DV info, den Newsletter Bundesprogramm Transnationale Zusammenarbeit, das INTERREG-Journal und die Übersetzung des URBACT-Newsletters.

Darüber hinaus koordinierte die DV-GmbH im Jahr 2014 unter anderem folgende Projekte:
■■ MORO-Projekt „Konsultationsprozess zur Erstellung neuer INTERREG-Programme“
■■ Organisation des URBACT National Disseminiation Point
■■ Kommunikationsarbeit für das Bundesprogramm „Transnationale Zusammenarbeit“ sowie für die geförderten
Projekte C3-Alps, AQUAFIMA, Amber Coast Logistics,
AlpBC, Longlife Invest und City Regions
■■ Neugestaltung des Internet-Auftrittes des DV

M	www.deutscher-verband/ueber-uns/dv-gmbh

2.4	 Unsere Kooperationen und Mitgliedschaften
Die fachpolitische Vernetzung und der Austausch sind für
unsere Arbeit essentiell. Mit einigen Organisationen kooperieren wir besonders intensiv, zum Teil sind wir dort auch Mitglied oder in den Gremien vertreten.

EuRoB – Europäische Route der
Backsteingotik e. V.
Im Ostseeraum bildet der Tourismus einen zentralen Wirtschaftszweig. Dabei stehen viele Städte
und Regionen in Konkurrenz zueinander. Zielführender ist es allerdings, mit möglichen Partnern an einem Strang zu ziehen,
Stärken gemeinsam zu entwickeln und das gesamte Potenzial
des Ostseeraumes zu nutzen.

Im Verein „Europäische Route der Backsteingotik e. V.“ (EuRoB)
haben sich dänische, polnische und deutsche Städte zusammengeschlossen, die das gemeinsame Kulturerbe Backsteingotik teilen. Rund um die Ostsee und im Binnenland zeugen backsteingotische Kirchen, Klöster und Rathäuser vom Reichtum
entlang der Handelsrouten der Hanse. Der EuRoB e. V. wurde
in Folge von zwei INTERREG III B-Projekten des Deutschen Verbandes im September 2007 gegründet.
Bis Ende 2012 unterstützte der DV EuRoB bei der Geschäftsführung. Seit Anfang 2013 ist EuRoB personell eigenständig.
Doch die Nähe zum DV bleibt erhalten: EuRoB hat nach wie
vor seinen Geschäftssitz in den Räumen des Deutschen Verbandes. Den Vorstandsvorsitz des Vereins hat der Geschäftsführer des Deutschen Verbandes, Christoph Pienkoß, inne.

M	www.eurob.org

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Jahresbericht 2014 | Wer wir sind

GEWOS – Institut für Stadt-, Regional- und
Wohnforschung, Hamburg
Der Deutsche Verband ist mit 4,9 Prozent am Beratungs- und Forschungsinstitut GEWOS GmbH Hamburg beteiligt.
Das Tätigkeitsspektrum der GEWOS
umfasst die Erarbeitung immobilienwirtschaftlicher Rahmendaten über kommunale Wohnungsmarktoder Stadtentwicklungskonzepte sowie wohnungswirtschaftliche Strategieentwicklung und Qualitätsmanagement.
Im Jahr 2014 konnte GEWOS seine Tätigkeit in verschiedenen Bereichen weiter ausbauen. Die Schwerpunkte lagen vor
allem auf der Erstellung von Mietspiegeln (u. a. Berlin, Region
Hannover, Freiburg im Breisgau) und Wohnungsmarktanalysen und -konzepten (u. a. Hamburg – Elbinseln, Bad Homburg, Dresden, Detmold, Emden, Schwetzingen, Würzburg).
Durch die große regionale Streuung der Aufträge konnte GEWOS seine Ausrichtung als bundesweit tätiges Unternehmen
weiter festigen. Neben den Projekten für kommunale Auftraggeber wurden Untersuchungen für wohnungswirtschaftliche
Unternehmen und Projektentwickler/Bauträger durchgeführt.
Beachtung fand zudem eine Studie zum Einfluss des InternetPortals „airbnb“ auf den angespannten Berliner Wohnungsmarkt.

Im Jahr 2014 wurde zudem eine intensivere Zusammenarbeit mit dem EBZ – Europäischen Bildungszentrum für die Wohnungsund Immobilienwirtschaft begonnen. Der
DV wirkt als Partner bei Veranstaltungen mit, wie z. B. beim
Energieforum West am 26. und 27. Januar 2015.

M	www.e-b-z.de

IFHP – Internationaler Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung
Für den internationalen Austausch und
die Vernetzung weltweit ist der Deutsche
Verband seit vielen Jahren Mitglied in der
„International Federation for Housing and
Planning – IFHP“, dem Internationalen Verband für Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung.
Dieser führt jährliche Weltkongresse, internationale Tagungen, Arbeitsgruppen und weitere Vortragsveranstaltungen
durch. Diese befassen sich mit aktuellen Herausforderungen
und Lösungsansätzen der Wohnungspolitik. Für den Deutschen Verband wirkt Herr Bielka, Vorstandsvorsitzender der
degewo Berlin, in den Gremien des IFHP mit und berichtet
regelmäßig über dessen internationale Aktivitäten.

M	www.gewos.de
M	www.ifhp.org

Fort- und Weiterbildung: BBA und EBZ
Auf dem Gebiet der Fort- und Weiterbildung arbeitet der Deutsche Verband mit
der BBA Akademie der Immobilienwirtschaft e. V., Berlin, zusammen. Der Deutsche Verband ist Kooperationspartner bei
ausgewählten Fachtagungen und Seminaren zu Themen, die
für seine Mitglieder von Interesse sind. Über seine Newsletter
und die Internetseite informiert er über das Fortbildungsangebot und die Veranstaltungen der BBA.

M	www.bba-campus.de
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Jahresbericht 2014 | Wer wir sind

Mitgliedschaften bei anderen Vereinigungen und Organisationen
Die fachpolitische Vernetzung und der Austausch mit relevanten Organisationen sind für die Arbeit des Deutschen Verbandes essentiell. Dafür ist er seinerseits Mitglied in verschiedenen Vereinigungen und dort teilweise in den Gremien vertreten.
Dies sind unter anderem:
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ARGE e. V. – Arbeitsgemeinschaft für zeitgemäßes Bauen e. V., Kiel
DVWG – Deutsche Verkehrswissenschaftliche Gesellschaft, Bezirksvereinigung Köln
EBZ – Europäisches Bildungszentrum für die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft, Bochum (Kooperation)
Energieforum West, Essen (Partner)
EuRoB – Europäische Route der Backsteingotik e. V., Berlin (Mitglied im Vorstand)
Förderverein Bundesstiftung Baukultur e. V., Berlin
GEWOS – Institut für Stadt-, Regional-und Wohnforschung, Hamburg (Beteiligung)
ifo – Institut für Wirtschaftsforschung, München
IfS – Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e. V., Berlin (Mitglied im Kuratorium)
InWIS – Forschung und Beratung GmbH, Bochum
iwp – Insitut für Wirtschaftspolitik an der Universität zu Köln
IRB – Das Fraunhofer-Informationszentrum für Raum und Bau, Stuttgart (Mitglied im Kurato-rium)
IWO – Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa e. V., Berlin
Kompetenzzentrum Großsiedlungen e. V., Berlin (Mitglied im Vorstand)
PROM des Jahres – Eine Initiative der RWE Energieleistungen GmbH, Dortmund
Rat der Gemeinden und Regionen Europas, deutsche Sektion, Köln
TAW – Technische Akademie Wuppertal e. V., Wuppertal
urbanicom – Deutscher Verein für Stadtentwicklung und Handel e. V., Berlin (Mitglied im Vorstand)
vhw – Bundesverband für Wohnen und Stadtentwicklung e. V., Berlin (Mitglied im Kuratorium)

14

© Michael Kirsten

III.

Wie wir arbeiten –
Unsere Aktivitäten
Unsere Verbandsaktivitäten als interdisziplinäre, neutrale Plattform sind vielfältig. Unsere Mitglieder unterstützten wir fachlich sowie mit unseren Kontakten und Netzwerken. Die Ergebnisse
unserer Arbeit bringen wir als unabhängige Beratung in den politischen Diskurs ein – und zwar
jenseits von Tagespolitik und Legislaturperioden. Damit unterstützen und beraten wir den Deutschen Bundestag, Bund, Länder und Kommunen sowie die Institutionen der Europäischen Union
in ihren politischen Entscheidungsfindungsprozessen. Gleichzeitig zeigen wir Perspektiven für
Unternehmen und Märkte der Kredit-, Immobilien- und Wohnungswirtschaft auf.

»

15

Jahresbericht 2014 | Wie wir arbeiten

3.1	 Unsere Arbeitsgruppen
Dem fachlichen Austausch zwischen den Verbandsmitgliedern dienen vier Arbeitsgruppen zu verschiedenen Schwerpunktthemen des Verbandes. Jede Arbeitsgruppe tagt in der
Regel zweimal jährlich. Bei den Sitzungen diskutieren die
Mitglieder gemeinsam mit ausgewählten Experten und Wissenschaftlern aus dem jeweiligen Themenbereich aktuelle
Fragestellungen und Entwicklungen. Im Ergebnis erarbeiten
und veröffentlichen die AGs Positionspapiere oder politische
Handlungsempfehlungen.

Information:
Ausführliche Beschreibungen zu unseren hier
tabellarisch aufgelisteten Tätigkeiten finden Sie im
Kapitel IV.

Arbeitsgruppe

Vorsitz

Themen 2014

Sitzungen

Energie, Immobilien
und Stadtentwicklung

Prof. Dr. Dr. Klaus Töpfer, Exekutivdirektor des IASS

»» Vorbereitendes Expertengespräch
»» Konstituierung der AG

18. März 2014

»» Die Städtische Dimension in
der Europäischen Strukturpolitik
2014–2020
»» Die „Urbane Agenda“ der EU

28. Januar 2014

Europäische Stadt- und
Raumentwicklung

Dr. Peter Runkel, Ministerialdirektor
a. D.

12. Dezember 2014

18. September 2014

Städtebau und
Raumordnung

Prof. Dipl.-Ing. Elke Pahl-Weber, Institut
für Stadt- und Regionalplanung an der
TU Berlin

»» Bündelungsmöglichkeiten der
Städtebauförderung

13. Mai 2014

Wohnungswesen

Ingrid Matthäus-Maier, ehem. Vorsitzende der KfW Bankengruppe
Seit Juni 2014: Lutz Basse, Vorstandsvorsitzender und Geschäftsführer bei
der SAGA/GWG Hamburg

»» Möglichkeiten und Grenzen zur
Senkung der Baukosten

3. Juni 2014

3.2	 Kommissionen, Studien, Gutachten
Betreut durch externe Sachverständige und Wissenschaftler
führt der Deutsche Verband Fachkommissionen durch und erstellt Studien und Gutachten. Darin werden Empfehlungen für

Gesetzgebung und Praxis gegeben. An folgenden Veröffentlichungen wirkte der DV im Jahr 2014 mit:

Studie

Rolle DV

Auftraggeber

Veröffentlichung

Die städtische Dimension in den deutschen Strukturfondsprogrammen 2.0

Mitwirkung an der Studie
unter Leitung der BTU
Cottbus-Senftenberg

Bundesministerium für Umwelt,
Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Bundesinstitut für Bau-,
Stadt- und Raumforschung

Dezember 2014

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Jahresbericht 2014 | Wie wir arbeiten

Studie

Rolle DV

Auftraggeber

Veröffentlichung

Anknüpfungspunkte für StadtUmland-Projekte in der Stadtregion
Halle/Leipzig für eine Förderung aus
den EU-Strukturfonds

Durchführung Studie

Stadt Leipzig

September 2014

Langzeitstudie der GMA zu den
Auswirkungen der Ansiedlung von
großflächigen Einzelhandelsvorhaben

Organisation Beirat im Rahmen der DSSW-Plattform

Erarbeitung durch: GMA –
Gesellschaft für Markt- und
Absatzforschung mbH

voraussichtlich Ende
2015

3.3	Veranstaltungen
Mit seinen Konferenzen, Fachtagungen, Diskussionsrunden
und auf seiner Jahrestagung führt der Deutsche Verband
Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft, Verwaltung, Rechtsprechung und Wissenschaft zu einem offenen und kritischen

Dialog zusammen und präsentiert erfolgversprechende Instrumente und Lösungsansätze. Dabei übernimmt er sowohl
die inhaltliche Vorbereitung als auch die praktische Organisation.

Veranstaltung

Anlass

Mitveranstalter

Ort, Datum

Innenstadtverträglichkeit
innerstädtischer Einkaufszentren in Klein- und
Mittelstädten

DSSW-Tagung

Ministerium für Wirtschaft, Klimaschutz,
Energie und Landesplanung RheinlandPfalz; baukultur Rheinland-Pfalz; IHK
Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz;
Stadt Bingen; Stadt + Handel

Bingen,
12. Februar 2014

Transnationale Zusammenarbeit in Europa –
so geht es weiter!

Konsultationsprozess zur
Erstellung neuer InterregProgramme

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Berlin,
6./7. Mai 2014

Gemeinsam im altersgerechten Quartier

Nationale Abschlusskonferenz des Interreg-Projektes
HELPS

Deutscher Verein für öffentliche und private
Fürsorge e. V.; Vertretung des Landes NRW
beim Bund

Berlin,
3. September 2014

Beteiligung – Bündelung
– Balance. Anspruch und
Wirklichkeit integrierter
Quartiersentwicklung

Jahrestagung 2014

Unterstützer:
Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr NRW, VdW
Rheinland Westfalen, GAG Immobilien
AG, Kaspar Kraemer Architekten BDA,
Kreissparkasse Köln, Sparkasse KölnBonn

Köln,
2. Oktober 2014

17

Jahresbericht 2014 | Wie wir arbeiten

3.4	 Plattformen und Netzwerke
Der Deutsche Verband koordiniert verschiedene Plattformen und Netzwerke.

Netzwerk

Thema

Mitglieder und Partner

DeutschÖsterreichisches
URBAN-Netzwerk

Unterstützung von Städten,
die aus den Europäischen
Strukturfonds finanziert
werden

13 Mitgliedsstädte
Partner: Europäische Kommission; Bundesministerium für Wirtschaft und
Energie; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; zuständige Länderministerien; Bundeskanzleramt Österreich

DSSW-Plattform

Handlungsstrategien für
attraktive Innenstädte

Ideelle Partner: Deutscher Städtetag; Deutscher Städte- und Gemeindebund; HDE – Handelsverband Deutschland
Finanzierende Partner: DSK – Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft; GMA – Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung;
Kaspar Kraemer Architekten BDA; Lenz und Johlen Rechtsanwälte; SSR
Schulten Stadt- und Raumentwicklung; Stadt + Handel; Die Standortentwickler – Neufeld & Kampheuer GbR

3.5	 Nationale und europäische Projekte
Ein Teil der inhaltlichen Arbeit des Deutschen Verbandes basiert auf einer Vielzahl von nationalen Projekten zu aktuellen

Themen der Stadt- und Raumentwicklung, meist in Zusammenarbeit mit verschiedenen Bundes- und Landesministerien.

Nationale Projekte
Projekt

Thema

Zuwendung/Auftraggeber

Laufzeit

Anlaufstellen für ältere Menschen

Wohnen im Alter

Bundesministerium für Familie, Senioren,
Frauen und Jugend

2012–2017

Arbeitsgruppe „Aktive Liegenschaftspolitik“ im Rahmen des
Bündnisses für bezahlbares
Wohnen und Bauen

Mobilisierung von
Bauland für bezahlbaren
Wohnungsbau

Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit; Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

2014–2016

Stadt-Umland-Wettbewerb
Brandenburg

EU-Förderung für interkommunale Zusammenarbeit
zwischen Städten und
Umlandkommunen

Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg

2014–2016

URBACT National Dissemination
Point für Deutschland und Österreich

Nachhaltige Stadtentwicklung in Europa

URBACT-Sekretariat

seit 2008

18

Jahresbericht 2014 | Wie wir arbeiten

Transnationale Projekte
Projekt

Thema

Rolle DV/DV-GmbH

Laufzeit

Dialog zur Erstellung neuer
Interreg-Programme

Transnationale Zusammenarbeit/
Ausgestaltung auf Bundesebene
M	www.interreg.de

Umsetzung im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr und digitale
Infrastruktur sowie des Bundesinstituts
für Bau-, Stadt- und Raumforschung

2012–2015

HELPS

Innovative Wohn- und Pflegeansätze
für ältere und bedürftige Menschen
M	www.helps-project.eu

Projektpartner

2011–2014

RAILHUC

Anbindung von Städten und Regionen
an transeuropäische Verkehrsknoten

Projektpartner

2011–2014

M	www.railhuc.eu
SusFreight

Nachhaltiger Schienengüterverkehr
in den Alpen
M	www.susfreight.eu

Lead Partner

2013–2014

Joint.Urban.Energies

Energieeffiziente Wohnquartiere

Umsetzung, zusammen mit der
Stadt Ludwigsburg

2013–2014

City Regions

Förderung von Stadt-Umland-Partnerschaften in Mitteleuropa
M	www.city-regions.eu

Durchführung einer Studie im Auftrag
des Lead Partners (Stadt Leipzig)

2012–2014

RURBAN Access
(in Vorbereitung)

Anbindung ländlicher Regionen an
städtische Verkehrsknoten

Fördermittelempfänger
(Bundesprogramm)

seit 2014

Neben der inhaltlichen Projektarbeit übernimmt der Deutsche
Verband bzw. seine GmbH auch die politische Öffentlichkeitsarbeit für viele Interreg-Projekte, die zusätzlich aus dem

Bundesprogramm „Transnationale Zusammenarbeit“ gefördert werden.

Projekt

Thema/Website

Laufzeit

AQUAFIMA

Potenziale der Aquakultur im Ostseeraum ausschöpfen
M	www.aquafima.eu

2011–2014

City Regions

Förderung von Stadt-Umland-Partnerschaften
M	www.city-regions.eu

2012–2014

Amber Coast Logistics

Multimodale Umschlagplätze in der Ostseeregion fördern,
Erreichbarkeit schlecht angebundener Regionen verbessern
M	www.ambercoastlogistcis.eu

2011–2014

C3-Alps

Bestehendes Wissen über den Klimawandel bündeln, analysieren
und für konkretes Handeln nutzbar machen
M	www.c3alps.eu

2012–2014

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Jahresbericht 2014 | Wie wir arbeiten

Projekt

Thema/Website

Laufzeit

AlpBC

Energieeffizientes Bauen und Sanieren bei alpinen Gebäuden
M	www.alpbc.eu

2012–2015

Longlife Invest

Energieeffizienter und ressourcenschonender Neubau
M	www.longlife-invest.eu

2012–2014

3.6	Kommunikation
Der Deutsche Verband berichtet regelmäßig zur Verbandsund Projektarbeit, über Ergebnisse von Studien und Modell-

projekten sowie zu Neuigkeiten der deutschen und europäischen Wohnungs-, Stadt- und Raumentwicklungspolitik.

Bezeichnung

Medium

Thema

Erscheint

www.deutscher-verband.
org

Webseite

Internet-Auftritt des DV

Positionspapiere

Versand an relevante Politiker

Aktuelle Entwicklungen der nationalen und
europäischen Politik

Aus aktuellem
Anlass

Kolumne in der Zeitschrift
„Immobilienwirtschaft“

Fachzeitschrift

Aktuelle Themen der Wohnungswirtschaft
und Stadtentwicklung

Monatlich

DV aktuell

Journal

Neues aus der Verbands- und Projektarbeit

Quartalsweise

Mitgliederbrief

Rundbrief

Verweis auf relevante Fachartikel,
Studien, Modellprojekte, Tagungen

Quartalsweise

DV info

Online-Newsletter

Hinweis auf „Aktuelles Stichwort“ im
Internet, Termine, Veranstaltungen

Monatlich

EU-Info

Online-Newsletter zusammen
mit den Verbänden GdW,
BFW, VGF, vdp und ZIA

Politik, Förderung und Gesetzgebung
auf EU-Ebene

Monatlich

Interreg-Journal

Journal

Transnationale Zusammenarbeit aus
deutscher Perspektive

Quartalsweise

Informationen zum
Programm „Anlaufstellen
für Ältere Menschen“

Online-Newsletter

Wohnen zu Hause im Alter/
Unterstützungsmöglichkeiten im Quartier

Ca. drei Mal
jährlich

URBACT Newsletter

Online-Newsletter

Integrierte Stadtentwicklung und neues
aus dem URBACT-Programm

Monatlich

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© Heike Mages, DV

IV.

Was wir machen
Die Themen, mit denen wir uns auseinandersetzen, sind vielfältig. Egal ob Wohnungswesen, Energie,
Stadt- und Raumentwicklung, Mobilität oder Wohnen im Alter – der Deutsche Verband engagiert
sich aktiv auf nationaler und europäischer Ebene und setzt sich für integrierte Lösungen ein.

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21

Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© Tashka2000, Fotolia.com

4.1	 Europäische Regional- und Strukturpolitik
Der Startschuss für die Förderung integrierter Stadtentwicklungsprojekte durch die Europäischen Strukturfonds ist gefallen. Zum Jahreswechsel 2014/2015 sind nahezu alle Programme der Bundesländer für den Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung (EFRE) von der Europäischen Kommission genehmigt worden. Damit ist der operative Grundstein
gelegt, um nachhaltige Stadtentwicklungsprojekte zu beantragen und umzusetzen. Die neuen Programme orientieren
sich an der Wachstumsstrategie „Europa 2020“: Zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit Europas soll ein intelligentes,
nachhaltiges und inklusives Wirtschaftswachstum gefördert
werden.

te neue räumliche Entwicklungsansätze. So besteht die Möglichkeit, interkommunale Kooperationen zwischen der Stadt
und dem Umland zu unterstützen. Um den Wirkungsgrad von
Stadtentwicklungsprojekten zu erhöhen, sind nicht nur Investitionen in Beton notwendig, sondern auch soziale Maßnahmen. Dieser Aspekt wird mit der Fortführung des Programmes
BIWAQ (Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier) aus dem
ESF-Bundesprogramm erfüllt. Dieses stellt Fördermittel aus
dem Europäischen Sozialfonds (ESF) für Projekte bereit, die
sich in den Gebieten der Sozialen Stadt der Armutsbekämpfung, sozialer Integration und Weiterbildungsmaßnahmen sowie der Stärkung der lokalen Wirtschaft widmen.

Deutschlandweit stehen in den nächsten sieben Jahren insgesamt 1,5 Milliarden Euro an EU-Förderung für Investitionen in
die städtische Entwicklung zur Verfügung – also jährlich mehr
als 200 Millionen, die in Ergänzung zur Städtebauförderung
eingesetzt werden können. Die ausgelaufene Förderperiode
bot eine breite Palette an unterschiedlichen Handlungsfeldern, die sich auch 2014–2020 wiederfinden, hier jedoch
thematisch wesentlich konzentrierter sind. Vor dem Hintergrund der Europäischen Energie- und Klimapolitik werden verstärkt Projekte förderfähig sein, die sich der Verringerung des
CO2-Ausstoßes und dem Klimaschutz in städtischen Gebieten
widmen. Daneben bietet die neue Förderperiode interessan-

Auch die Europäische Territoriale Zusammenarbeit (Interreg)
wird weiterhin durch die Strukturfonds gefördert. Mit knapp
neun Milliarden Euro aus dem EFRE sind die grenzüberschreitenden, transnationalen und interregionalen Programme finanziell etwas besser ausgestattet als bisher. Für Stadtentwicklung und Wohnen sind insbesondere das Programm
URBACT III zum Erfahrungsaustausch über nachhaltige Stadtentwicklung, für das 74 Millionen EFRE-Mittel zur Verfügung
stehen, sowie die Interreg B-Programme zur transnationalen
Zusammenarbeit von Interesse, die insgesamt zwei Milliarden Euro erhalten. Deutschland ist an insgesamt sechs transnationalen Programmräumen beteiligt.

»

22

Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Deutsch-Österreichisches URBAN-Netzwerk
Das Deutsch-Österreichische URBANNetzwerk steht für die Förderung der
nachhaltigen Stadtentwicklung durch
die EU. Es unterstützt und begleitet deutsche und österreichische Städte bei der Umsetzung von integrierten Entwicklungsmaßnahmen, die aus den Europäischen
Strukturfonds finanziert werden. Der DV ist Träger des Netzwerks. Die Europäische Kommission, das Bundeswirtschaftsministerium, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz,
Bau und Reaktorsicherheit, die zuständigen Länderministerien und das Bundeskanzleramt Österreich wirken aktiv an
der Netzwerkarbeit mit. So erfolgt der Austausch über die
Ebenen EU, Bund, Länder und Kommunen. Finanziert wird
das Netzwerk über Mitgliedsbeiträge der 13 teilnehmenden
Städte und eine Förderung des Deutschen Sparkassen- und
Giroverbandes.
An den drei Netzwerktagungen 2014 nahmen neben den
Mitgliedstädten jeweils Vertreter der Europäischen Kommission, des Bundes sowie der zuständigen Landesministerien teil.

Termin

26./28. März 2014, Wien

Thema

58. URBAN-Netzwerktagung
„Städte und Europa 2014-2020: Förderung integrierter Stadtentwicklung im
Rahmen der deutschen und österreichischen Strukturfondsprogramme“

Veranstalter

Deutscher Verband, Stadt Wien,
Österreichischer Städtebund

In der neuen EU-Strukturfondsperiode 2014–2020 werden
Städte durch umfassende Maßnahmen bei der Bewältigung
wirtschaftlicher, ökologischer, klimatischer und sozialer Herausforderungen unterstützt. Mindestens fünf Prozent der auf
nationaler Ebene zugewiesenen EFRE-Mittel sind für integrierte Maßnahmen einer nachhaltigen Stadtentwicklung vorgesehen. Zudem sieht die EFRE-Verordnung mit „innovativen
Maßnahmen im Bereich der nachhaltigen Stadtentwicklung“,
„integrierten territorialen Investitionen (ITI)“ sowie einem
„Stadtentwicklungsnetz“ eine Reihe neuer Instrumente zur
Förderung der Städte vor.

Vor diesem Hintergrund diskutierte das Netzwerk zum Auftakt der neuen Förderperiode, wie die städtische Dimension
in Deutschland und Österreich künftig ihren Niederschlag
findet und welche Chancen bzw. Einschränkungen die jeweilige Programmplanung für die Förderung integrierter
Stadtentwicklung mit sich bringt. Darüber hinaus standen die
EFRE-geförderten Projekte der Stadt Wien sowie die SmartCity-Initiativen der Mitgliedsstädte Wien, Graz und Mannheim auf dem Programm.

Termin

30. Juni bis 1. Juli 2014, Leipzig

Thema

59. URBAN-Netzwerktagung
„Erfordernisse der aktuellen Stadtentwicklungspolitik 2014: Konsequenzen
für den weiteren Einsatz von Mitteln aus
dem EFRE und ESF“

Veranstalter

Deutscher Verband, Stadt Leipzig

Leipzig hat im Bereich der intensiven integrierten Stadtteilentwicklung beträchtliche Erfolge erzielen können. Lebensqualität, lokale Wirtschaft und Stadtteilgesellschaft haben sich
im Zuge der zunehmend partizipativen Ansätze weiterentwickelt. Ehemals benachteiligte Stadtteile werden nach und
nach zu Wachstumspolen.
Für die Stadterneuerungspolitik bedeutet das: Die klassische
Sanierungspolitik muss eine neue Balance finden zwischen
der Aufgabe, einen ausgeglichenen und differenzierten
Wohnungsmarkt zu erhalten und der zum Teil immer noch
vorhandenen Notwendigkeit, Kapital in die Bestände zu
ziehen. Auf der anderen Seite gilt es, Aufgaben im Blick zu
behalten, die sich aus der konsequenten Fortsetzung der in-

Netzwerktagung in Leipzig | © Michael Ehritt

23

Jahresbericht 2014 | Was wir machen

tegrierten Entwicklung ergeben, insbesondere in den Bereichen Bildung und Qualifizierung. Hier eröffnen sich durch
den Stadtteilbezug des Europäischen Sozialfonds weitere
Handlungsoptionen. All diese Herausforderungen gilt es, in
Zeiten fast leerer kommunaler Kassen und angesichts eines
spürbar schwächer ausgeprägten Willens zur aktiven Gestaltung integrierter Zukunftsaufgaben zu meistern. Bei der Veranstaltung wurde anhand von Leipziger Beispielen über die
aktuelle Stadtentwicklungspolitik diskutiert. Zudem erörterten
die Teilnehmer die Konsequenzen für den weiteren Einsatz
von Mitteln aus dem EFRE und ESF.

Anhand von Beispielen aus der gastgebenden Stadt sowie den
Städten Dortmund und Mannheim diskutierten die Teilnehmer
darüber, wie man der Zuwanderung aus Bulgarien und Rumänien aus städtebaulicher und sozialer Sicht begegnen kann.

M	www.urban-netzwerk.de

URBACT-Programm für nachhaltige
Stadtentwicklung

Dr. Lothar Blatt, Anne-Kathrin Bohle, Carsten Turm und Michel-Eric
Dufeil bei der 60. Netzwerktagung | © EG DU

Termin

5./6. November 2014, Duisburg

Thema

60. URBAN-Netzwerktagung
„Demografischer Wandel und Herausforderungen durch Zuwanderung: Erfordernisse der aktuellen Stadtentwicklungspolitik 2014“

Veranstalter

Deutscher Verband, Stadt Duisburg,
EG DU Entwicklungsgesellschaft Duisburg, Ministerium für Bauen, Wohnen,
Stadtentwicklung und Verkehr des
Landes Nordrhein-Westfalen

Die Stadt Duisburg ist eine der Hochburgen der Zuwanderung in Deutschland. Von den 488.470 Duisburger Einwohnern haben 35 Prozent einen Migrationshintergrund; 90.768
davon sind keine deutschen Staatsangehörigen. Die ausländische Gruppe macht damit 18,6 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Wie auch in anderen deutschen Städte konzentrieren sich die in Duisburg lebenden Zuwanderer in wenigen
Ortsteilen. In Duisburg sind dies vor allem die Programmgebiete der Sozialen Stadt. Spitzenreiter ist der Stadtteil Hochfeld mit einem Zuwandereranteil von 69 Prozent.

Das EU-Programm URBACT
fördert Netzwerke und Arbeitsgruppen und dient dem
Erfahrungsaustausch zwischen
Städten zu wirtschaftlichen, sozialen und umweltpolitischen
Fragestellungen. Über 550 Städte und siebentausend Teilnehmer aus 29 Ländern wirkten seit 2007 an URBACT-Projekten mit und erarbeiten dabei gemeinsam Lösungsansätze
für eine integrierte Stadtentwicklung.
Die DV-GmbH organisiert für das EU-Netzwerkprogramm
den „URBACT National Dissemination Point“. Als Nationale
Verbreitungsstelle stellt sie die Ergebnisse aus den URBACTProjekten städtischen Akteuren in Deutschland und Österreich zur Verfügung und bringt nationale Schwerpunkte der
integrierten Stadtentwicklung in das URBACT-Programm ein.
Dies geschieht in enger Verbindung zum URBAN-Netzwerk.
Auch URBACT ist 2014 in eine neue Programmphase übergegangen; das neue Operationelle Programm wurde im Dezember eingereicht. Der DV und seine GmbH begleiteten die Diskussion um die inhaltliche wie organisatorische Ausgestaltung
von URBACT III, um die Ideen und Anregungen der Städte in
den Prozess einzubringen. Außerdem informierten sie Kommunen und Interessenten beim Bundeskongress Nationale Stadtentwicklungspolitik in Essen sowie der internationalen URBAN
FUTURE Konferenz zu „Smart City“ in Graz über das neue
URBACT III-Programm und seine Schwerpunkte.
M	www.urbact.eu

24

Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© Hans Blossey

Studie zur städtischen Dimension in den
EU-Strukturfonds
Ende September 2014
hat der Deutsche Verband
unter Leitung der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg
(BTU) eine Studie zur Umsetzung der städtischen Dimension in
den deutschen Strukturfondsprogrammen abgeschlossen. Das
Bundesumwelt- und Bauministerium sowie das BBSR hatten die
Studie in Auftrag gegeben, um eine Vorgängerstudie der BTU
aus dem Jahr 2010 zu aktualisieren und fortzuschreiben.
Die Studie „Die Städtische Dimension in den deutschen
Strukturfondsprogrammen 2.0“ ist eine Tiefenanalyse der
Förderung integrierter Stadtentwicklungsmaßnahmen in den
Operationellen EFRE-Programmen der Länder sowie im ESFProgramm des Bundes „Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ (BIWAQ). Es werden die EU-Förderperioden 2007–
2013 und 2014–2020 betrachtet. Untersucht wurden die
jeweilige Förderphilosophie, Methodik, inhaltliche Ausrichtung und die Budgets. Die Studie attestiert der städtischen Dimension eine gute Performance. So wurden zwischen 2007
und 2013 rund 1,2 Milliarden Euro bzw. 8,1 Prozent des
EFRE-Budgets für Stadtentwicklungsprojekte in Deutschland
ausgegeben. In der neuen Siebenjahresperiode sind sogar
1,5 Milliarden Euro für die städtische Dimension vorgesehen,
und das, obwohl die Gesamtmittel des EFRE in Deutschland
um ein Drittel gesunken sind.
Bei einem Workshop im Mai 2014 wurden Fördersystematik
und Auswahlverfahren der Bundesländer erläutert. Innovative Projekte aus der vorherigen Förderperiode wurden vorgestellt und diskutiert. Darüber hinaus hat der DV einen Leitfaden für Antragsteller entwickelt, der 2015 erscheint.

Umsetzung der EU-Strukturpolitik 2014–2020 |
AG Europa
Termin

28. Januar 2014, Berlin

Thema

Umsetzung der EU-Strukturpolitik
2014–2020: Die städtische und territoriale Dimension in den Operationellen
Programmen

Veranstalter

Deutscher Verband

In ihrer Sitzung beriet die AG Europa die Neuerungen, die
der Förderzeitraum 2014 bis 2020 mit sich bringt. Dabei
wurde zur Fortsetzung des Bundesprogramms „BIWAQ –
Bildung, Wirtschaft, Arbeit im Quartier“ ein Positionspapier
formuliert.
Neben dem EFRE und dem ELER spielt die die Einbindung des
Europäischen Sozialfonds (ESF) für die nachhaltige Stadtentwicklung eine zentrale Rolle. Manche Bundesländer versuchen Mittel der ESF-Landesprogramme für die nachhaltige
Stadtentwicklung einzusetzen, was jedoch fördertechnisch
nicht einfach ist. Deshalb sollte laut den Mitgliedern der AG
Europa das erfolgreiche ESF-Bundesprogramm BIWAQ auch
2014–2020 weitergeführt werden. Dieses bot bislang eine
Ergänzung für die Förderung des Bund-Länder-Programms
„Soziale Stadt“. Denn allein mit baulichen Investitionen und
dem Einsatz von Quartiersmanagern lassen sich die Probleme in schwierigen Stadtteilen nicht lösen. Notwendig sind
ergänzende, mehrjährig geförderte Projekte, die den Bewohnern helfen, am Sozial- und Arbeitsleben teilzunehmen. Hierfür hatte der Bund über BIWAQ zwischen 2008 und 2015
etwa 120 Millionen Euro aus dem ESF und 60 Millionen Euro
zur Kofinanzierung aus dem Bundeshaushalt bereitgestellt.

M	www.deutscher-verband.org/publikationen/
	dokumentationen

25

Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Urbane Agenda der EU | AG Europa
Termin

18. September 2014, Berlin

Thema

Die „Urban Agenda“ der EU und deren
Verknüpfung zur Umsetzung und Fortentwicklung der Leipzig Charta

Veranstalter

Deutscher Verband

Die Europäische Kommission veröffentlichte am 18. Juli 2014
eine Mitteilung zu einer „Städtischen Agenda der EU“ und
rief zu einer Konsultation bis zum 26. September 2014 auf.
Die Arbeitsgruppe Europa befasste sich bei ihrer Sitzung mit
dieser Mitteilung und stimmte ein vom AG-Vorsitzenden Dr.
Runkel verfasstes Positionspapier ab.
Hintergrund der Mitteilung ist das Bestreben, Städte und ihre
Anliegen besser in die Gestaltung der EU-Politiken einzubinden und städtepolitische Herausforderungen stärker zu berücksichtigen. Dazu plädiert die Kommission für eine Stadtstrategie auf EU-Ebene und wirft Fragen nach deren Inhalt,
Zielsetzung und Methodik auf. Mit der städtischen Agenda
versucht die Kommission, langfristige strategische Leitlinien
für Städtepolitik zu formulieren und eine stärkere Kohärenz
einzelner EU-Politikfelder mit Bezug zur Stadtentwicklung zu
erreichen. Darüber hinaus soll die Zusammenarbeit mit den
Mitgliedstaaten, der regionalen und der lokalen Ebene gefestigt werden.

INTERREG B und Bundesprogramm
„Transnationale Zusammenarbeit“
Im Zentrum der transnationalen
Zusammenarbeit (Interreg B), die
über den Europäischen Fonds für
regionale Entwicklung gefördert wird, stehen gemeinsame,
europaweite Themen, die das tägliche Leben beeinflussen.
So z. B. Forschung und Innovation, Reduzierung des CO2Ausstoßes, Schutz von Umwelt, Natur und Kulturerbe, Ressourceneffizienz, Klimawandel, Risikovorsorge, nachhaltiger
Personen- und Güterverkehr oder die Stärkung der Verwaltungszusammenarbeit. Ziel der Förderprogramme ist es, die
Wettbewerbsfähigkeit der beteiligten Regionen zu erhöhen
sowie ihre Stärken und Schwächen auszugleichen. Akteure
aus Verwaltung, Nichtregierungsorganisationen, Wissenschaft und Wirtschaft kooperieren dabei in Projekten, um zu
einer ausgeglichenen räumlichen Entwicklung beizutragen
und das Zusammenwachsen Europas voranzubringen. Aufgrund seiner zentralen geographischen Lage in Europa ist
Deutschland an sechs Programmräumen beteiligt (Alpen, Donau, Mitteleuropa, Nordsee, Nordwesteuropa, Ostsee).

Die Teilnehmer der Sitzung waren sich einig, dass EU-Politiken und Rechtssetzungen für Städte besser koordiniert werden müssen. Die städtische Agenda kann als Leitlinie für die
interne Kommissionsarbeit einen Mehrwert bringen. Bei der
Ausformulierung sollten die gemeinsamen Dokumente der
mitgliedstaatlichen Zusammenarbeit wie die Leipzig Charta
ebenso berücksichtigt werden wie Publikationen der Kommission, z. B. „Cities of Tomorrow“.

M	www.deutscher-verband.org/aktivitaeten/
	arbeitsgruppen/ag-europa

26

Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Über das Bundesprogramm „Transnationale Zusammenarbeit“ unterstützt der Bund Projekte von besonderem strategischem Interesse finanziell und begleitet sie politisch. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI)
fördert damit gezielt die Beteiligung deutscher Partner an
europäischen Leitprojekten. Dadurch wird vor allem die Europakompetenz von Städten und Regionen gestärkt und ihre
Einbindung in europäische Netzwerke erreicht. Transnationale Projekte nutzen regionale Potenziale, um struktur- und
wirtschaftspolitische Herausforderungen zu überwinden, verbessern die wirtschaftliche Situation in Städten und Regionen
und binden private Partner in die Raumentwicklung ein. Sie
zeigen, dass staatenübergreifende Lösungen nationale Ansätze sinnvoll ergänzen und erweitern. Dies gilt besonders für
den Ausbau transeuropäischer Netze und die Entwicklung abgestimmter Verkehrsverbindungen entlang europäischer WestOst- und Nord-Süd-Achsen. Ein weiteres wichtiges Thema ist
der Umgang mit dem Klimawandel und der Energiewende
durch energetische Gebäudemodernisierung, gesteigerte
Energieeffizienz und ein gemeinsames Risikomanagement.
Als Projekt- bzw. federführender Partner war und ist der
Deutsche Verband in die Konzeption und Durchführung einer Vielzahl von INTERREG-Projekten eingebunden. Zudem
übernimmt die DV-GmbH im Rahmen des Bundesprogramms
„Transnationale Zusammenarbeit“ die strategisch-politische
Bündelung, Berichterstattung und Öffentlichkeitsarbeit für die
meisten Bundesprogramm-Projekte.

M	www.interreg.de

Nationale Konsultation und Auftaktkonferenz der
transnationalen Zusammenarbeit in Berlin
Für die Neu-Erarbeitung der Programme zur transnationalen
Zusammenarbeit (INTERREG B) im Zuge der Förderperiode
2014-2020 waren die Mitgliedstaaten gefordert, relevante
Akteure in die Vorbereitung und Umsetzung der Programme einzubinden. Im MORO-Forschungsprojekts „Dialog zur
Erstellung neuer INTERREG-Programme“ begleitet die DVGmbH deshalb seit 2012 den Programmierungs- und Stakeholderprozess auf Bundesebene und leistet eine umfassende
Kommunikationsarbeit. Auftraggeber ist das Bundesinstitut für
Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR).

Politische Podiumsdiskussion | © Michael Kirsten

Das erste Halbjahr 2014 stand ganz im Zeichen der Konferenz „Transnationale Zusammenarbeit in Europa – so geht es
weiter!“, die am 6. und 7. Mai 2014 im Bundesministerium
für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin stattfand und
den nationalen Auftakt für die INTERREG B-Programme bildete. Die DV-GmbH war für die Vorbereitung, die inhaltliche
Konzeption und Gesamt-Organisation der zweitägigen Veranstaltung mit über 400 Teilnehmern verantwortlich. Nach
der Begrüßung und einer politische Podiumsdiskussion zur
Zukunft der transnationalen Zusammenarbeit klang der erste Tag mit einem „Project Slam“ aus, bei dem sich InterregProjekte der Förderperiode 2007–2013 unkonventionell
präsentierten. Danach hatten die Teilnehmer die Möglichkeit,
sich bei einem Abendempfang auszutauschen.
Der 7. Mai war den Projektakteuren gewidmet, die sich in
acht Workshops zu Themen der transnationalen Zusammenarbeit informieren konnten. Danach hatten die Teilnehmer die
Chance, sich in Informationsrunden zu den Neuerungen und
künftigen Kernthemen in den einzelnen sechs Programmräumen zu informieren, wo die Kontaktstellen der Länder den
Projektakteuren Frage und Antwort standen.
Ende Juli 2014 erfolgte der Relaunch der Webseite www.
interreg.de, den die DV-GmbH mit konzipiert und vorbereitet
hatte. Im Dezember 2014 schließlich organisierte die DVGmbH einen Kommunikationsworkshop für die Vertreter aus
den Ländern und den deutschen Ausschüssen im Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur in Berlin. Dabei
wurde die strategische Ausrichtung der Kommunikation auf
Bundesebene besprochen. Medien und Kommunikationsinstrumente wie ein neues Interreg-Logo, Programmraumflyer
und ein Projektleitfaden für deutsche Antragsteller wurden
präsentiert und abgestimmt.

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© lassedesignen, Fotolia.com

4.2	 Energie- und Klimaschutz
Das Bundeskabinett hat am 3. Dezember 2014 ein Klimapaket beschlossen. Das „Aktionsprogramm Klimaschutz 2020“
und der „Nationale Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE)“
umfassen ein umfangreiches Bündel an Sofortmaßnahmen
und längerfristigen Initiativen, mit denen die angestrebte
Reduzierung des CO2-Ausstoßes um 40 Prozent gegenüber
1990 erreicht werden sollen. Herzstück ist die Steigerung der
Energieeffizienz. Der NAPE setzt auf das „Energiesparen im
Gebäudebereich“ als eines seiner drei Handlungsfelder. Neben zusätzlichen finanziellen Anreizen sowie einer verbesserten Beratung soll bis Ende 2015 eine „EnergieeffizienzStrategie Gebäude“ erstellt werden. Im Vordergrund steht
dabei nicht nur die energetische Optimierung, sondern die
optimale Nutzung der Gebäude oder des urbanen Raumes.
Es ist unbestritten, dass die Immobilienwirtschaft einen großen
Beitrag zur Energieeffizienz leisten kann. Aber wie kann dies
am wirtschaftlichsten und sozialverträglichsten geschehen?
Die Wirtschaftlichkeit energetischer Maßnahmen wird häufig
kontrovers diskutiert – allerdings greift dies allein zu kurz, da
energetische Maßnahmen auch positive nicht-monetäre Wirkungen für Mieter und Vermieter haben. So steigt dadurch
beispielsweise der Wohnkomfort. Durch eine höhere Quali-

tät der Gebäudesubstanz gewinnt das Gebäude zudem an
Wert und sein Erscheinungsbild wird verbessert.
Wegen der sozialen und wirtschaftlichen Herausforderungen
der Gebäudesanierung tritt mittlerweile die Modernisierung
und Anpassung der Energieversorgung stärker in den Vordergrund. Dies umfasst als dezentrale Lösung mehrere Gebäude.
So werden bei teils geringeren Kosten, z. B. mit erneuerbaren
Energiequellen oder Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ebenso
hohe CO2-Einsparungen erreicht. Gleichzeitig werden das
Erscheinungsbild der Gebäude und des Stadtbildes insgesamt nicht so sehr beeinträchtigt. Eine zentrale Fragestellung
ist dabei, wie dezentrale und zentrale Lösungen für Energieerzeugung und -einsatz von Wärme und Strom in integrierten
neuen Systemansätzen effizient und wirtschaftlich verbunden
werden können. Denn die kleinteilige Stromerzeugung und
Eigenproduktion wächst und muss für den Erfolg der Energiewende dringend weiter befördert werden. Dazu gilt es, die
volatile erneuerbare Energieerzeugung mit der konventionellen Energieproduktion und einer geeigneten Steuerung der
Energienachfrage in intelligenten „virtuellen“ Kraftwerken zu
kombinieren. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist die Zwischenspeicherung.

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Neue AG Energie
Der energetische Umbau unserer
Gebäude- und Siedlungsstrukturen
bedeutet einen tiefgreifenden Transformationsprozess. Als Querschnittsthema betrifft er alle Kernthemen des DV im Bereich Wohnen,
Städtebau und Raumordnung und auch alle Mitglieder aus
der Wohnungswirtschaft, dem Bausektor, Architekten, Stadterneuerer und Planer sowie die Finanzbranche. Vor diesem
Hintergrund hat der Deutsche Verband gemeinsam mit dem
Institute for Advanced Sustainability Studies Potsdam (IASS)
die neue Arbeitsgruppe „Energie, Immobilien und Stadtentwicklung“ ins Leben gerufen. Diese hat sich nach einem vorbereitenden Expertengespräch im März 2014 offiziell am
12. Dezember 2014 konstituiert. Den Vorsitz hat Professor
Dr. Klaus Töpfer, Gründungsdirektor und derzeitiger Exekutivdirektor des IASS.
In den Sitzungen erörtert ein enger Kreis an hochrangigen
Vertretern von Ländern, Kommunen, Immobilienwirtschaft,
Energieversorgern, Finanzinstituten sowie aus Stadtplanung
und Stadterneuerung, welchen Beitrag Immobilienwirtschaft
und Stadtentwicklung zu den Energie- und Klimaschutzzielen
leisten können. Gemeinsam wurden vier Themenfelder identifiziert, für deren spezifische Herausforderungen Lösungsansätze erörtert werden:
■■ Mehr Flexibilität: Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz („Nachfrageseite“) wie z. B. Gebäudedämmung
sollten besser mit Maßnahmen zum Ausbau einer klimafreundlichen Energieversorgung („Angebotsseite“) z. B.
durch erneuerbare Energien verbunden werden können.

Konstituierende Sitzung der AG Energie
© Anne-Marie Lehnert, DV

■■ Stärkung dezentraler Energieerzeugung und -nutzung:
Bis zu welchem Grad sollte ein neues Energiesystem dezentral organisiert sein und wie viel Zentralität benötigen
wir weiterhin? Und wie können zentrale und dezentrale
Energieversorgungssysteme intelligent miteinander verknüpft werden?
■■ Soziale Konsequenzen der Energiewende im Gebäudebereich: Wie kann die energetische Modernisierung wirtschaftlich und für Geringverdiener bezahlbar umgesetzt
werden? Welche Umverteilungseffekte entstehen durch
Ordnungsrecht und Förderung? Wenn immer mehr Gebäude dezentral versorgt und energieautark sind, was
geschieht dann mit der Gesamtinfrastruktur, die von der
Gemeinschaft getragen werden muss (Stichwort Entsolidarisierung)?
■■ Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung: Diskutiert werden z. B. Formen des „smart living“ sowie „smart
grids“, also die Vernetzung und Steuerung von Geräten
und Technik bis hin zu „intelligenten Stromnetzen“, die
das Angebot von Strom und den Bedarf besser aufeinander abstimmen.
Im Fokus stehen integrierte, gebietsbezogene Strategien und
Maßnahmen, die die energetische Sanierung des Gebäudebestands mit einer klimafreundlichen, dezentralen Energieversorgung und mit der Verbesserung des Nutzerverhaltens verbinden. Vor diesem Hintergrund nimmt die AG gemeinsame
Lösungen von Kommunen, Energie- und Wohnungswirtschaft
in den Blick. Dabei berücksichtigt sie die unterschiedlichen
Ausgangssituationen vor Ort, wie z. B. die Zusammensetzung
der Akteure, Gebäudetypologien und Eigentümerstrukturen.
Kommunikation, Beratung und Motivation der verschiedenen
Gebäudeeigentümer-Gruppen sind von besonderer Bedeutung für die lokale Umsetzung. Deshalb gibt es drei Unterarbeitsgruppen speziell für diese Themen: Eine beschäftigt sich
mit bestehenden Hemmnissen für energetische Quartierslösungen, eine weitere mit der qualifizierten Beratung zur energetischen Modernisierung. Die dritte Unter-AG konzentriert sich
darauf, wie einzelne Maßnahmen auf die unterschiedlichen
Eigentümerstrukturen ausgerichtet werden können, wobei sie
deren Ausgangslagen und Motivationen berücksichtigt.
Um die Diskussionen und Zwischenergebnisse der AG „Energie, Immobilien und Stadtentwicklung“ einem weiten Kreis an

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© Adam Sevens

Verbandsmitgliedern zu öffnen, gibt es flankierend zu den
internen Sitzungen der ständigen AG-Mitglieder auch öffentliche Veranstaltungen. So fand direkt im Anschluss an die
konstituierende Sitzung das öffentliche Fachforum „Strategien, Akteure, Instrumente – Wie gelingt die Energiewende im
Gebäudebereich?“ statt. Dabei stellte die Wirtschaftsstaatssekretärin Iris Gleicke den Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE) vor. Ebenso organisierte der DV am 26.
Januar 2015 die Regionalveranstaltung „Die Energiewende
im Ruhrgebiet gemeinsam meistern: Herausforderungen und
Lösungen von Städten, Wohnungswirtschaft und Energieversorgern für energieeffiziente Wohnquartiere“ im Rahmen des
Energieforums West in Essen.

meG, KfW-Programme, Energiewirtschaftsrecht, Mietrecht,
Steuerrecht). Auch die Auswirkungen auf integrierte Quartierslösungen sind besser zu berücksichtigen. Die Arbeitsgruppe baut auf den Ergebnissen der bisherigen energiebezogenen Aktivitäten des Deutschen Verbandes auf.

Im Ergebnis will die AG Empfehlungen für Politik und Praxis
vorlegen, wie die Energie- und Klimaschutzziele im Bereich
Immobilien und Stadtentwicklung noch besser erreicht werden können. Dazu muss das Zusammenspiel zwischen Ordnungsrecht und der Förderung aus einzelnen Politikbereichen
verbessert werden (z. B. EnEV, KWK-Gesetz, EEG, EEWär-

Auf Grundlage der bereits 2013 organisierten Fachreihe
„Energieeffizienz im Wohnquartier“ verfasste der Deutsche
Verband gemeinsam mit 13 weiteren Verbänden im Frühjahr
2014 das Positionspapier „KfW-Programm ‚Energetische
Stadtsanierung‘ im Bundesumwelt- und Bauministerium mit
voller Kraft weiterführen!“. Darin werden die in der Fachreihe erörterten Potentiale und der Mehrwert des KfW-Programms vorgestellt. Das Positionspapier fordert eine weiterhin engagierte Begleitung des KfW-Programms im neuen
Ministerium in Abstimmung mit anderen dort angesiedelten
Förderprogrammen (z. 
B. der BMUB-Klimaschutzinitiative,
Städtebauförderung).

M	www.deutscher-verband.org/aktivitaeten/
	arbeitsgruppen/ag-energie

Energetische Stadtsanierung | Positionspapiere

Flankierend zur Fortführung des KfW-Programms erarbeitete
der Deutsche Verband im Frühjahr 2014 das Positionspapier
„EEG-Reform darf integrierte energetische Quartiersansätze
nicht gefährden“. In diesem wird gefordert, durch die Reform
des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) die Ansätze der
energetischen Stadtsanierungen nicht zu behindern. Denn für
wirtschaftliche und sozialverträgliche Quartiersversorgungen
müssen Wärme und Strom im Verbund erzeugt und der Strom
direkt an Haushalte im Quartier geliefert werden können.

© Petair, Fotolia.com

M	www.deutscher-verband.org/publikationen/
	positionen

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Energetische Strategien |
Projekt Joint.Urban.Energies
Ziel des Projekts „Joint.Urban.Energies“ war es, Ergebnisse
von Interreg-Projekten zum Thema „Energieeffizienz in Stadtquartieren“ zu sammeln, zu diskutieren und zu verstetigen,
damit sie für das Erreichen europäischer und nationaler Energieziele nutzbar bleiben. Den thematischen Schwerpunkt
bildete die Unterstützung quartiersorientierter energetischer
Stadtentwicklungsansätze. Das Austauschprojekt wurde vom
Bundesprogramm „Transnationale Zusammenarbeit“ des
Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert. Der DV führte es in Kooperation mit der Stadt Ludwigsburg und der Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa
IWO e. V. durch.
An der Schnittstelle der Themen Energie und Stadt setzten
in der vergangenen Förderperiode mehrere INTERREG-Projekte an, darunter das vom DV geleitete Projekt „Urb.Energy“ und das von der Stadt Ludwigsburg koordinierte Projekt
„EnSURE“. In ihrem gemeinsamen Austausch mit anderen
Projekten wurden folgende Aspekte erörtert: Die gelungene
Umsetzung integrierter energetischer Konzepte, die gezielte
Einbindung von Gebäudeeigentümern sowie die Bereitstellung passender Finanzierungsmöglichkeiten für energetische
Maßnahmen.
Diese Themen standen auch im Mittelpunkt eines Expertenworkshops im Frühjahr 2014 in Ludwigsburg sowie in dem
darauf aufbauenden „Positionspapier zur integrierten energetischen Stadtentwicklung“, das Empfehlungen zur Entwicklung, Umsetzung und Finanzierung integrierter energetischer
Konzepte gibt. Die Ergebnisse wurden im Sommer 2014 bei
einer Stakeholdertagung in Berlin mit Vertretern aus Verwaltung, Wohnungswirtschaft und Dienstleistern der Stadtentwicklung diskutiert.

© Heike Mages, DV

Für die Zukunft liegt die Herausforderung in der Konzeptumsetzung und der Verwirklichung angestimmter und angepasster
Maßnahmen. Eine ganzheitliches Sanierungsmanagement,
das im Quartier Akteure von der Maßnahmenkonzeption
bis zum Abschluss technisch und wirtschaftlich beraten und
unterstützen kann, wird die Umsetzung von integrierten energetischen Konzepten maßgeblich voranbringen. Dafür ist
ein Management mit vielseitigen Qualifikationen im Bereich
Städtebau, Architektur, Energietechnik, Finanzierung und
Kommunikation notwendig.

M	www.deutscher-verband.org/aktivitaeten/
	projekte/abgeschlossene-projekte/abgeschlossene	projekte/jointurbanenergies/

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© Kara, Fotolia.com

4.3	 Wohnungs- und Immobilienmärkte
Die Kosten für den Wohnungsneubau und damit auch für
die Neubaumieten sind in den letzten Jahren in städtischen
Wachstumsräumen stark gestiegen. Dies erschwert die Schaffung von günstigem Wohnraum für einkommensschwächere
Gruppen, der dort dringend benötigt wird. Das Bundesumwelt- und Bauministerium (BMUB) startete deshalb im Sommer 2014 ein „Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen“. Ziel des Bündnisses ist es, den steigenden Bedarf an
bezahlbarem Wohnraum in bestimmten Regionen zu decken
und gleichzeitig soziale, demografische und energetische
Anforderungen zu berücksichtigen.
Zentraler Baustein ist eine Baukostensenkungskommission.
Damit es tatsächlich zu einer Dämpfung der Neubaukosten
kommt, soll diese Kommission alle Kostentreiber vorbehaltlos
analysieren und Empfehlungen für Gegenmaßnahmen erarbeiten.
Die weiteren drei Bausteine des Bündnisses sind der altersgerechte Umbau im Quartier, ein soziales und klimafreundliches
Wohnen und Bauen sowie die Stärkung der Investitionen in
den Wohnungsneubau. Zu letzterem zählt auch eine aktive
Liegenschaftspolitik. Denn ein wesentlicher Engpass- und
Kostenfaktor ist das knappe und teure Bauland. In Frankfurt/
Main etwa sind die Baulandkosten in den vergangenen fünf

Jahren um 100 Prozent auf bis zu 1.500 Euro pro Quadratmeter gestiegen. Gerade auch öffentliche Grundstücke
von Bund, Ländern und Städten werden meist immer noch
zu Höchstpreisen veräußert. Wir brauchen eine Antwort darauf, wie in städtischen Wachstumsregionen das Baulandangebot zu vertretbaren Preisen ausgeweitet und vorhandenes
Bauland für bezahlbaren Wohnungsbau mobilisiert werden
kann.
Dazu muss das bestehende stadtentwicklungs- und bodenpolitische Instrumentarium zielgerichtet angewandt und fortentwickelt werden. Dies umfasst langfristig orientierte kommunale
Liegenschaftspolitiken, bodenpolitische Grundsatzbeschlüsse
und Handlungskonzepte bzw. Baulandstrategien. Auch Vergabeverfahren für öffentliche Grundstücke nach wohnungspolitischen und städtebaulichen Prinzipien, eine sozialgerechte Bodenordnung sowie städtebauliche Verträge und
Entwicklungsmaßnahmen sind notwendig. Darüber hinaus
brauchen wir eine umfassende Bürgerbeteiligung, um die
Neubebauung im Konsens mit der Bevölkerung zu erreichen.
Gleichzeitig müssen bauplanerische, umweltschutzrechtliche
und steuerlichen Rahmenbedingungen auf den Prüfstand, um
sie mit dem Ziel einer ausreichenden, kostengünstigen Baulandentwicklung zum Ausgleich zu bringen.

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

AG Aktive Liegenschaftspolitik

Um das Thema Baulandentwicklung im Rahmen des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen fachlich strukturiert
aufzugreifen, hat der Deutsche Verband gemeinsam mit dem
Bundesumwelt- und Bauministerium sowie mit dem Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung die Entwicklung einer
Arbeitsgruppe „Aktive Liegenschaftspolitik“ vorbereitet. Der
Deutsche Verband unterstützt das BMUB aktiv bei der Steuerung dieser AG. Den Vorsitz hat Herr Prof. Dr. Rolf Heyer,
Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Ruhr-Bochum
mbH. Die AG setzt sich aus einem begrenzten Kreis an Fachteilnehmern zusammen. Neben einzelnen Bündnispartnern
mit direktem thematischen Bezug sind dies vor allem mit bauland- und liegenschaftspolitischen Fragestellungen befasste
Fachvertreter von Bundes- und Landesministerien, kommunalen Spitzenverbänden und Städten, Wohnungsunternehmen,
Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaften, Bauträgern und Projektentwicklern sowie Fachinstituten.
Ziel der AG ist es, Maßnahmen und Instrumente von Bund,
Ländern und Kommunen zu identifizieren, die in städtischen
Wachstumsregionen dazu beitragen, das Angebot an Bauland zu vertretbaren Preisen auszuweiten, die Baulandpreise
zu dämpfen und vorhandenes Bauland zu mobilisieren. Dazu
sollen vor allem jene Maßnahmen beleuchtet werden, die gezielt mehr geförderten und preisgünstigen Wohnungsneubau
befördern.
In Baulandstrategien verknüpfen Kommunen ihre Liegenschaftspolitik mit wohnungs- und sozialpolitischen Zielsetzungen. Diese setzen sie in kooperativen Baulandmodellen um:
Wird für private Grundstücke neues Baurecht geschaffen

oder geändert, dann garantieren entsprechende städtebauliche Verträge, dass bestimmte Flächenanteile der Eigentumsbildung von Schwellenhaushalten oder preisgünstigen
Miet- bzw. Sozialwohnungen vorbehalten sind. Das gleiche
gilt beim Verkauf und der Entwicklung öffentlicher Liegenschaften. Eine wichtige Voraussetzung dafür ist der Zwischenerwerb beziehungsweise eine langfristige Bodenvorratspolitik
der Kommune. Als Grundstückseigentümerin kann sie über
Konzeptvergaben stadtentwicklungs- und wohnungspolitische
Ziele aktiv umsetzen. In diesem Zusammenhang spielen auch
kommunale und private Entwicklungsgesellschaften eine Rolle. Diese ermöglichen es Kommunen, ohne finanzielles Risiko
kleinteilige und komplexe Entwicklungsprojekte zu realisieren.
Die Arbeitsgruppe befasst sich mit den verschiedenen kommunalen Baulandstrategien und ihrer Anwendung in der Praxis.
Dabei geht es vor allem darum, gute Ansätze zu identifizieren, die auf andere Städte übertragen werden können. Die
AG untersucht, inwieweit die verschiedenen städtischen Strategien zur Schaffung von bezahlbarem Wohnraum beitragen
und arbeitet darauf aufbauend Erfolgsfaktoren heraus. Um
die Instrumente zur Steuerung und Aktivierung zielorientiert
einsetzen zu können, ist es zudem unerlässlich, die Perspektiven von Investoren, Bauträgern, Wohnungsbaugesellschaften, Eigentümern, etc. zu kennen.
Die Resultate des gemeinsamen Arbeitsprozesses sollen im
Herbst 2015 in den Bündnisprozess einfließen: Zum einen
werden Handlungsempfehlungen für Kommunen erarbeitet.
Zum anderen fasst die AG die wesentlichen Hemmnisse zusammen, die sich aus dem übergeordneten bundes- und landespolitischen Rahmen ergeben und gibt Empfehlungen, wie
dieser besser gestaltet werden kann.

M	www.deutscher-verband.org/aktivitaeten/
	projekte/liegenschaftspolitik

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Kostengünstiger Wohnungsneubau |
AG Wohnungswesen
Termin

3. Juni 2014, Berlin

Thema

Möglichkeiten und Grenzen für kostengünstigen Wohnungsneubau

Veranstalter

Deutscher Verband

Auch die AG Wohnungswesen hat sich mit der Frage befasst,
wie bezahlbarer Wohnraum in städtischen Wachstumsräumen geschaffen werden kann. Nach der Modellrechnung
eines Bauträgers muss der Endkunde für eine Eigentumswohnung in städtischen Ballungsräumen über 3.390 Euro pro
Quadratmeter bezahlen. Die teilnehmenden Experten loteten
Möglichkeiten eines kostengünstigen Wohnungsneubaus aus
und diskutierten die Faktoren, die für die Kostensteigerung
verantwortlich sind. Dies geschah auch mit Blick auf die Gründung der von der Bundesregierung für den Sommer 2014 angekündigten Kommission zur Baukostensenkung im Rahmen
des Bündnisses für nachhaltiges und bezahlbares Bauen und
Wohnen.
Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe sahen in den gestiegenen
energetischen Standards einen wesentlichen Grund für die
Baukostenentwicklung. So verursachte die Novelle der Energieeinsparverordnung (EnEV) im Jahr 2009 bereits etwa um
sechs Prozent höhere Baukosten. Ab 2016 sind durch die
dann geltenden verschärften Anforderungen weitere sechs
Prozent zu erwarten. Auch hohe Qualitäts-, Umwelt- und
Sicherheitsstandards, vor allem im Bereich Lärm- und Brandschutz, Barrierefreiheit und Entsorgung, erhöhen die Baukos-

ten. Schließlich sind die hohen Grundstückspreise wesentliche Mitverursacher für die enormen Wohnungsbaukosten in
wachsenden Ballungsräumen.
Die Teilnehmer der Arbeitsgruppe plädierten dafür, dass die
Baukostensenkungskommission alle Faktoren, die die Baukosten beeinflussen, offen und vorbehaltlos analysieren und
Vorschläge für Gegenmaßnahmen erarbeiten solle. Vor allem muss der scheinbare Gegensatz zwischen bezahlbarem
Wohnraum und gestiegenen energetischen, ökologischen
und sicherheitstechnischen Ansprüchen wieder in die richtige
Balance gebracht werden.

© Heike Mages, DV

M	www.deutscher-verband.org/aktivitaeten/
	arbeitsgruppen/ag-wohnungswesen

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4.4	 Stadt- und Regionalentwicklung
Die Struktur unsere Städte und Regionen wird maßgeblich
durch demographische Veränderungen und Wanderungsbewegungen geprägt. Deutschlandweit wird die Gesamtbevölkerung in den nächsten 20 Jahren zwar voraussichtlich
„nur“ um knapp drei Prozent sinken. Die Entwicklung verläuft
allerdings regional völlig ungleichmäßig. Vor allem Metropolen, sowie einige Großstädte und ihr Umland profitieren,
während viele Kommunen in strukturschwachen Räumen teils
dramatisch schrumpfen. So wird der Landkreis Oberspreewald-Lausitz in Brandenburg bis 2035 ein Drittel seiner Bevölkerung verlieren, wohingegen München fast ein Viertel
mehr Einwohner haben wird.
Städte und Gemeinden in strukturschwachen Regionen müssen sich mit der Umgestaltung ihrer Infrastrukturen sowie deren Finanzierung auseinandersetzen. Dafür sind die Konzentration von Angeboten an zentralen Orten, übergemeindliche
Lösungen und die Zusammenarbeit zwischen Stadt und Umland sowie zwischen Ballungsräumen und ländlichen Regionen notwendig. Für Mittel- und Kleinstädte ergibt sich hieraus
eine „Zwischenrolle“, da ihnen einerseits Funktionsverluste
drohen, sie aber andererseits als gut erreichbare Orte Dienstleistungen für ihr Umland bündeln sollen.
Viele Städte kämpfen zudem um die Attraktivität ihrer Innenstädte als Handels- und Dienstleistungsstandorte. Nach Jahren des Wettbewerbs mit der „Grünen Wiese“ konkurriert der
innerstädtische Einzelhandel heute mit dem Online-Handel.

Auch zentral gelegene Einkaufszentren und Factory Outlet
Center können das innerstädtische Handelsgefüge verändern. Deshalb ist eine vorbehaltlose Auseinandersetzung mit
neuen Ansiedlungsvorhaben notwendig, um deren absatzwirtschaftliche und städtebauliche Wirkungen abschätzen
und sie positiv für die Innenstadtentwicklung kanalisieren zu
können.
Je größer die Stadt, desto mehr gewinnt das Quartier als
Identifikations- und Lebensstandort an Bedeutung. Immobilienwirtschaft und Stadtplanung tragen dem Rechnung, und
beziehen Neubau- und Umgestaltungsmaßnahmen immer
stärker auf das gesamte Viertel. Auch die Menschen zeigen
ein großes Interesse daran, ihr direktes Lebensumfeld mitzugestalten. Mitwirkungsprozesse bei Immobilien und Stadtentwicklungsvorhaben werden deshalb immer wichtiger. Trotz
eines hohen Aufwandes geben sie Planungssicherheit und
vermindern das Risiko von Verzögerungen oder gar eines
Projektabbruchs. Gleichzeitig muss aber klar sein, dass Beteiligungsprozesse immer einen Kompromiss bedeuten und
niemals alle Wünsche erfüllt werden können.
Für alle Bereiche der Stadtentwicklung bildet die Städtebauförderung nach wie vor eine wichtige Grundlage. Um
Länder und Kommunen bei diesen Prozessen noch effektiver
unterstützen zu können, wurden die Bundesmittel deshalb
2014 auf 700 Millionen Euro jährlich aufgestockt und bis
2018 gesichert.

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© Dorina Köbele-Milas

Integrierte Quartiersentwicklung |
Jahrestagung 2014
Termin

2. Oktober 2014, Köln

Thema

Beteiligung – Bündelung – Balance.
Anspruch und Wirklichkeit integrierter
Quartiersentwicklung

Veranstalter

Deutscher Verband

In Wachstumsregionen wie Köln stehen die angespannten
Wohnungsmärkte und der knappe bezahlbare Wohnraum
ganz oben auf der Agenda. Dafür wird dringend mehr
Wohnungsneubau benötigt. Städte entwickeln sich heutzutage allerdings vorwiegend im Bestand. Deshalb ist es entscheidend, die Bürger in Planungsvorhaben einzubeziehen,
da diese ihr Lebensumfeld direkt beeinflussen. Es gilt, ihre
Potenziale einzubinden, ihre Befürchtungen vor negativen
sozialen und städtebaulichen Veränderungen aufzugreifen
und eine breite Akzeptanz für Stadtentwicklungsvorhaben
zu schaffen. Gleichzeitig brauchen die Ballungsräume mehr
Bauland. Weitere Flächenpotenziale müssen aktiviert und angesichts der eingeschränkten Boden-Verfügbarkeit vermehrt
Kooperationen mit privaten Eigentümern, Mietern und Bürgern angestoßen werden. Handlungsebene für all diese wohnungswirtschaftlichen Entwicklungen ist das Quartier. Diese
vielschichtigen Aspekte griff der DV bei seiner Jahrestagung
2014 in Köln auf.

in seinem Bundesland eine lange Tradition habe, wie Michael von der Mühlen, Staatssekretär im Ministerium für Bauen,
Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, betonte. Damit Planungsprozesse finanziell
vernünftig unterlegt werden könnten, müssten die Kommunen
bei der Bündelung von Mitteln und der Anwendung der verschiedenen Instrumente jedoch stärker von Land und Bund unterstützt werden. Dietrich Suhlrie, Vorstand der NRW.BANK,
warnte davor, die Kommunen zu überfordern: Die steigenden
Anforderungen, Konzepte zu erstellen, stünden im Kontrast
zur Realität der minimierten Haushalte und der sinkenden Personalressourcen. Wichtig seien bei der Förderung vor allem
eine intensive Beratung und Moderation vor Ort.
„Vor Ort“, das heißt „im Quartier“, denn hier und weniger in
der Gesamtstadt schneiden sich die verschiedenen AkteursEbenen, hier zeigt sich der spezifische städtebauliche und soziale Charakter, der zwischen verschiedenen Vierteln einer
Stadt beträchtlich variieren kann. Doch Quartiere brauchen
laut Dr. Elmar Schütz, Leiter Projektentwicklung bei der Aure-

Moderierte die Jahrestagung: Vizepräsident Dr. Josef Meyer
© Dorina Köbele-Milas

Was macht eine gelungene Quartiersentwicklung aus? Für
den Staatssekretär im Bundesumwelt- und Bauministerium
Gunther Adler ist dies vor allem ein gesundes Gleichgewicht
zwischen den ökonomischen Gegebenheiten und den sozialen und ökologischen Herausforderungen. So dürften beispielsweise Klimaschutz bzw. die energetische Sanierung
nicht auf Kosten der sozialen Gerechtigkeit gehen. Das Zusammendenken verschiedener Ansprüche und Zielsetzungen
gilt genauso für die konkrete Stadt- und Quartiersentwicklung
vor Ort. Gefragt sind integrierte Konzepte, deren Förderung

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

lis Real Estate in Eschborn, „robuste städtebauliche Konzepte“, um nachhaltig zu funktionieren. Dies gilt besonders für
Neubauviertel. Gleichzeitig müssten diese aber wandlungsfähig bleiben, da Quartiere niemals „fertig“ seien. Dies kann
allerdings zu Konflikten bei Beteiligungsverfahren führen.
Zum einen ist es schwierig, sich zu positionieren, wenn noch
kein klares Ziel vorgestellt werden kann, zum anderen sind
die Bürger, die sich während der Planungsphase beteiligen,
nicht unbedingt diejenigen, die z. B. die neuen Wohnungen
später nutzen werden.
Die Frage nach den Möglichkeiten und Grenzen der Bürgerbeteiligung bei Stadtentwicklungsvorhaben zog sich wie
ein roter Faden durch die Veranstaltung. „Stadtentwicklung
vollzieht sich im Quartier, deshalb müssen auch Beteiligungsprozesse im Quartier organisiert werden“, erklärte der Präsident des Deutschen Verbandes, Dr. Jürgen Heyer. In Zeiten
von umstrittenen Großbauprojekten wie Stuttgart 21, der
Hamburger Elbphilharmonie oder des Berliner Flughafens
BER ließen sich die Menschen nicht mehr so leicht wie früher
von prestigeträchtigen Bauten überzeugen, legte Gerhard
Matzig dar, Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Eine
Ursache sei, dass oft an den Wünschen der Menschen vorbeigeplant werde.
Für eine gelungene Beteiligung ist es deshalb wichtig, frühzeitig in den Dialog zu treten, anschaulich zu zeigen, wie Standorte sich weiterentwickeln sollen und die Menschen über
Kosten und Konsequenzen von Bauvorhaben aufzuklären. Es
wurde aber auch von mehreren Seiten darauf hingewiesen,
dass klare Spielregeln und Leitplanken nötig sind: „Eine Beteiligung ‚in extenso‘ ist nicht sinnvoll“, erklärte Anne-Katrin
Bohle, Abteilungsleiterin im Ministerium für Bauen, Wohnen,
Stadtentwicklung und Verkehr des Landes NRW. „Wir müssen
klar kommunizieren, wo und in welchem Rahmen Beteiligung
möglich ist.“ Die Beteiligung der Bürger sollte dabei bei allen
großen Vorhaben als ein Qualitätsmerkmal für möglichst valide, flexible und dauerhafte Ergebnisse der Stadtentwicklung
anerkannt werden.

Staatssekretär Gunther Adler
© Dorina Köbele-Milas

Staatssekretär Michael von der Mühlen
© Dorina Köbele-Milas

© Dorina Köbele-Milas

M	www.deutscher-verband.org/aktivitaeten/
	veranstaltungen/jahrestagung/aeltere	jahrestagungen/koeln-2014

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Bündelungswirkung der Städtebauförderung |
AG Städtebau
Termin

13. Mai 2014, Berlin

Thema

Gemeinsam für die integrierte Stadtentwicklung: Bündelungsmöglichkeiten einer
gestärkten Städtebauförderung

Veranstalter

Deutscher Verband

Die Aufstockung der Städtebauförderung von 455 auf 700
Millionen Euro jährlich sowie die Verankerung in der mittelfristigen Finanzplanung bis 2017 wurden in der AG nachdrücklich begrüßt. Dies ist dringend notwendig, um Städten
und Gemeinden bei der Transformation zu helfen, die der demografische, soziale und ökonomischen Wandel, der energetische Stadtumbau und die Anpassung an den Klimawandel erfordern. Dabei ist jedoch zu berücksichtigen, dass die
Städtebauförderung nur punktuelle, befristete und maßnahmenbezogene Interventionen ermöglicht und kein Instrument
des Finanzausgleichs ist. Für die Stadtentwicklung als Daueraufgabe ist eine ausreichende finanzielle Grundausstattung
von Städten und Gemeinden unverzichtbar und zwar auch
für den Eigenanteil der Kommunen.
Die Sitzung machte deutlich, dass die ressortübergreifende
Kombination verschiedener Programme bislang nur bedingt
erfolgreich ist: Die Einbindung anderer Töpfe ist schwierig
und es gibt Schnittstellen-Probleme – es müssten aber noch
mehr als bisher andere Ressortmittel integriert werden. Um
die Städtebauförderung künftig effizienter umzusetzen, gilt
es, den Dialog mit Ländern, Kommunen, Verbänden und Wissenschaft auszubauen. Insbesondere sollen die Kommunikation über den Mehrwert der Städtebauförderung in Politik und
Öffentlichkeit verbessert und die Sichtbarkeit der Maßnahmen erhöht werden. Dazu findet ab 2015 jedes Jahr am 9.
Mai der Tag der Städtebauförderung statt.

M	www.deutscher-verband.org/publikationen/
	positionen

DSSW-Plattform für attraktive Innenstädte
Die DSSW-Plattform befasst sich in der
Tradition des Deutschen Seminars für
Städtebau und Wirtschaft mit Handlungsstrategien für attraktive Innenstädte.
Die Plattform ist Kompetenzzentrum für
Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch
und die Durchführung von Fachveranstaltungen. Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund,
der HDE – Handelsverband Deutschland sowie urbanicom
unterstützen die Plattformarbeit ideell. Finanzierende Partner
sind die DSK – Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft, die GMA – Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung, Neufeld – Immobilien- und Standortentwicklungsberatung, das Büro Stadt + Handel sowie SSR Schulten
Stadt- und Raumentwicklung. Kaspar Kraemer Architekten
BDA sowie Lenz und Johlen, Rechtsanwälte Partnerschaft
sind 2014 neu hinzugekommen. Durch den Dialog zwischen
den öffentlichen und privatwirtschaftlichen Akteuren trägt die
DSSW-Plattform dazu bei, städtische Zentren angesichts veränderter wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Rahmenbedingungen zu stärken.

© Bolte Design

2014 hat die DSSW-Plattform gemeinsam mit verschiedenen
Partnern eine Fachtagung und ein Expertengespräch durchgeführt:
Termin

12. Februar 2014, Bingen

Thema

Innenstadtverträglichkeit innerstädtischer
Einkaufszentren

Veranstalter

DSSW-Plattform, Wirtschaftsministerium
des Landes Rheinland-Pfalz und weitere
Initiativen und Verbände

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Unter welchen Voraussetzungen können neu angesiedelte
Einkaufszentren die Innenstädte stärken? Damit beschäftigte
sich die DSSW-Fachtagung in Bingen, in deren Fokus insbesondere mittelgroße Städte standen. Denn hier zeigen sich
die Kontroversen um die Auswirkung von Einkaufzentren auf
Innenstadtstruktur, Städtebau und Einzelhandel besonders
deutlich.
Wie die Tagung zeigte, ist es wichtig, die Immobilienentwicklung in eine allgemeine Stärkung der Innenstadt einzubinden. Auch der Online-Handel wirkt sich stark auf Innenstadt
und Einzelhandel aus. Neue Ansätze sind hier notwendig,
um beim Einzelhandel das herauszustellen, was das Internet
nicht bietet: Wohlfühlatmosphäre, Erlebnis und Beratung.
Die oft kontroverse Diskussion über die Auswirkungen von
Einkaufszentren sollte vor Ort offen geführt werden. Die Kommunalpolitik sollte geschlossen hinter den vereinbarten Planungen stehen und diese nicht auf Drängen möglicher Investoren aufgeben. Fällt die Entscheidung für ein Einkaufscenter,
ist ein gut gesteuerter und transparenter Ansiedlungsprozess
notwendig.
Termin

23. September 2014, Berlin

Thema

Handelsdialog Baukultur

Veranstalter

HDE – Handelsverband Deutschland,
Bundesstiftung Baukultur, DSSW-Plattform

Auf Initiative des HDE und unter aktiver Beteiligung der Bundesstiftung Baukultur entstand im Jahr 2013 eine informelle
Reihe von Expertengesprächen zum Thema Baukultur und
Handelsimmobilien. Die Baukultur wird in Fachkreisen zwar
in vielen Facetten erörtert, jedoch selten in Verbindung mit
Einzelhandelsimmobilien, obwohl diese das Gesicht unserer
Innenstädte maßgeblich prägen. Auch erfolgt bislang kein intensiver Dialog mit den Handelsunternehmen zu den baukulturellen Potenzialen. In Zeiten wachsender Uniformität unserer Städte und des rasant zunehmenden Online-Handels kann
Handelsarchitektur in Verbindung mit dem öffentlichen Raum
zur Unverwechselbarkeit, zur Imagebildung und zur Marktfähigkeit des stationären Einzelhandels beitragen. Denn Attraktivität schafft Aufenthaltsqualität und in Verbindung damit
Kundenbindung und wirtschaftliche Erfolgsmöglichkeiten.

© Karl-Heinz Laube, pixelio.de

Am 23. September 2014 fand dazu eine weitere Expertenrunde statt. Dort präsentierte der Geschäftsführer des Handelsverbandes Berlin-Brandenburg, Nils Busch-Petersen, die
Geschichte von Architektur und Baukultur der großen Warenhäuser der Vorkriegszeit. Vertreter von EDEKA und REWE
referierten zu „Funktion und Baukultur“ ihrer Einzelhandelsimmobilien. Edgar Neufeld, die Standortentwickler, Neufeld &
Kampheuer GbR, belegte anhand nationaler und internationaler Beispiele, wie Baukultur in Verbindung mit der stärkeren
Ausrichtung auf Erlebniseinkauf als ein Motor des stationären
Einzelhandels wiederentdeckt werden kann. Aus den Gesprächen entstand die Idee, eine regelmäßige Fachexkursion
zu Städten und Regionen mit vorbildlichen Ansätzen für die
einzelhandelsbezogene baukulturelle Entwicklung im In- und
Ausland zu organisieren. Dafür wird gemeinsam von HDE,
der Bundesstiftung Baukultur und dem Deutschen Verband
ein Konzept erarbeitet.

GMA-Studie zum großflächigen Einzelhandel
Egal ob Einkaufszentrum, Möbelhaus, Factory-Outlet-Center
oder Lebensmittelmarkt – kaum
ein Thema beschäftigt die Handelslandschaft so sehr, wie die
Auswirkungen, die die Ansiedlung bzw. Erweiterung von Einzelhandelsbetrieben mit sich bringen. Als Diskussionsgrundlage steht den Akteuren vor Ort und den Planern häufig die
Auswirkungsanalyse eines Gutachterbüros zur Verfügung.
Diese prognostiziert die zu erwartenden ökonomischen und
städtebaulichen Folgewirkungen auf Basis der geltenden
Rechtsvorschriften. Anhand dieser Analysen wird schließlich
eine Entscheidung für oder gegen ein Vorhaben getroffen. Eine

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Beschäftigung mit den nach einer Genehmigung des Vorhabens tatsächlich eingetretenen Auswirkungen findet nur in Ausnahmefällen statt. Im Rahmen einer im März 2014 gestarteten
Langzeitstudie hat sich die GMA – Gesellschaft für Markt- und
Absatzforschung deshalb zum Ziel gesetzt, in Zusammenarbeit
mit mehreren Projektpartnern, darunter auch der Deutsche
Verband mit seiner DSSW-Plattform, diesen Themenbereich in
einer Studie aufzuarbeiten. Dadurch sollen die Diskussionen
versachlicht und Handlungsempfehlungen für den zukünftigen
Umgang mit Einzelhandelsvorhaben abgeleitet werden.
Ziel der Langzeitstudie ist es, festzustellen, inwiefern die derzeit geltenden rechtlichen Regelungen und Erfordernisse an
die Planung ihre Wirksamkeit entfalten und wie die Entwicklung des Einzelhandels durch Ansiedlungsvorhaben beeinflusst
wird. Folgende inhaltlichen Schwerpunkte werden bearbeitet:
■■ Wissenschaftliche Aufarbeitung des aktuellen Forschungsstands und Analyse des rechtlichen Instrumentariums zur
Bewertung von Einzelhandelsvorhaben
■■ Untersuchung unterschiedlicher Ansiedlungsvorhaben hinsichtlich ihrer tatsächlich eingetretenen Auswirkungen in
verschiedenen Bereichen (Lebensmittel, Einkaufszentren,
Möbel, Sport)
■■ Querschnittsauswertung und Herausarbeiten von „Auswirkungsmustern“ für typische Ansiedlungsfälle unter verschiedenen Ausgangsbedingungen
■■ Untersuchung von Einzelaspekten für verschiedene Formen von Einzelhandelsbetrieben (Großflächigkeit, Kongruenzgebot, Randsortimente etc.)
■■ Analyse der Wirksamkeit der vorhandenen rechtlichen
und gutachterlichen Bewertungsinstrumente
■■ Erarbeitung von Vorschlägen zur Weiterentwicklung des
vorhandenen rechtlichen und gutachterlichen Instrumentariums

Stadt-Umland-Wettbewerb Brandenburg

In der neuen Strukturfondsperiode 2014–2020 fördert die
Europäische Union verstärkt die integrierte Entwicklung von
Regionen, Städten und ländlichen Räumen. Mittel aus den
Struktur- und Investitionsfonds EFRE, ELER und ESF werden
erstmals für interkommunale Entwicklungsstrategien vergeben. Vor diesem Hintergrund hat das Land Brandenburg
einen Stadt-Umland-Wettbewerb ausgelobt, der die Zusammenarbeit von Städten und ihrem Umland fördern soll. Insgesamt stehen in Brandenburg 213 Millionen Euro EU-Mittel
bereit, die zu diesem Zweck eingesetzt werden können.
Der Deutsche Verband unterstützt von 2014 bis 2016 gemeinsam mit dem Berliner Planungsbüro „slapa und die raumplaner GmbH“ das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg bei der Durchführung und
fachlichen Begleitung des Stadt-Umland-Wettbewerbs, der
Bewertung durch die Jury und der anschließenden Auswahl
der Strategien. Hintergrund für die Beteiligung des Deutschen
Verbandes am Wettbewerb war die RURBAN-Studie zu
Stadt-Land-Partnerschaften in Europa, die er im März 2012
für die Europäische Kommission abgeschlossen hat. Darin
wurde eine stärkere Förderung solcher Kooperationen durch
die Strukturfonds gefordert. Der Stadt-Umland-Wettbewerb
bot nun die Chance, dieses Thema in der Praxis zu begleiten.
Die Entwicklungsstrategien, die die Städte im Rahmen des
Wettbewerbs einreichen, orientieren sich an den besonderen
Herausforderungen des Landes Brandenburg: demographi-

Die Studie wird durch einen Beirat aus Vertretern der öffentlichen Hand, von Handelsunternehmen und aus der Wissenschaft begleitet, der vom Deutschen Verband mitorganisiert
wird. Darin informiert die GMA regelmäßig über den Stand
der Langzeitstudie und erörtert die Zwischenergebnisse und
die daraus abzuleitenden Handlungsempfehlungen. Der
Endbericht soll gemeinsam mit den Projektpartnern 2015 veröffentlicht werden.

M	www.gma.biz

© MIL

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

scher und wirtschaftlicher Wandel, Fachkräftemangel, Klimawandel, Energieversorgung etc. Konkrete Projekte sollen in
den Bereichen Infrastruktur und Umwelt, Mobilität und Energie
sowie Wirtschaft und Tourismus umgesetzt werden.
Anfang 2015 hatten potenzielle kommunale Bewerber die
Möglichkeit, sich bei drei Informationsveranstaltungen sowie
auf zwei „Rückfragekolloquien“ mit den Details des Wettbewerbes vertraut zu machen. Die Fristen zum Einreichen der
Beiträge sind der 15. Juni und der 31. Oktober 2015. 2016
soll dann zügig mit der Umsetzung erster Projekte begonnen
werden.

M	www.stadt-umland-wettbewerb.brandenburg.de

Die untersuchten Programme aus Deutschland, Polen, Österreich, Tschechien und Italien fielen dabei sehr heterogen
aus, da die einzelnen EU-Mitgliedstaaten, Bundesländer
und Regionen die möglichen Optionen der Strukturfonds auf
ganz unterschiedliche Art und Weise in ihre Förderstrategien aufgenommen haben. Im Ergebnis bieten jedoch fast alle
untersuchten Länder Ansätze zur Förderung von Stadt-Land
Partnerschaften.
Speziell für die Region Halle/Leipzig wurde darüber hinaus
ein regionales Arbeitspapier erstellt, das Empfehlungen enthält, wie das regionale Entwicklungskonzept durch die EUStrukturfonds unterstützt werden kann. In einem vertiefenden
Workshop wurden im Juni 2014 unter Teilnahme der Städte
Leipzig und Halle, des Ministeriums für Finanzen des Landes
Sachsen-Anhalt, Planungsverbänden und der Metropolregion Mitteldeutschland eine intensive Prüfung der Fördermöglichkeiten durchgeführt und mögliche Ansätze diskutiert.

Stadt-Land-Zusammenarbeit | City Regions
M	www.city-regions.eu

Damit Stadtregionen ihr volles ökonomisches Potenzial entfalten können, ist eine funktionierende Zusammenarbeit zwischen
den Städten und den umliegenden Kommunen unabdingbar.
Beim Projekt City Regions wurden in fünf Stadt-Regions-Partnerschaften in Deutschland, Tschechien, Polen, Österreich und
Italien unter Federführung des Stadtplanungsamtes Leipzig
die Wege zur Verbesserung der interkommunale Zusammenarbeit analysiert, um so zu einer ausgewogenen, polyzentrischen Entwicklung in Mitteleuropa beizutragen.
Der DV erarbeitete als Unterauftragnehmer der Stadt Leipzig
im Rahmen des Projektes eine Studie zu Fördermöglichkeiten
von Stadt-Land-Partnerschaften durch die EU-Strukturfonds.
Bestandteil der Studie ist eine vergleichende Analyse des
zukünftigen EU-Förderrahmens der fünf Partnerregionen, in
denen Anknüpfungsmöglichkeiten zur EU-Förderung erläutert
werden. Die Ergebnisse wurden am 23. September 2014 auf
der City Regions Abschlusskonferenz in Dresden präsentiert.

© Stadt Leipzig

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© Hunor Kristo, Fotolia.com

4.5	 Wohnen und Leben im Alter
Die Folgen des demografischen Wandels stellen die die Zukunft unserer Städte und Regionen, aber auch unser gesellschaftlichen Zusammenlebens vor tiefgreifende Herausforderungen. Wie die Demografiestrategie der Bundesregierung
hervorhebt, betrifft dies auch ganz besonders die Frage,
wie ein selbstbestimmtes Leben im vertrauten Umfeld und die
Teilhabe am Gemeinwesen für alle Älteren ermöglicht werden kann. Eine eigene, altengerechte Wohnung ist dabei ein
wichtiger Punkt, entscheidend ist jedoch, auch das Quartier
als gemischten, multifunktionalen Lebensraum und Identifikationsort gemeinsam für ältere Menschen zu gestalten.
Integrierte Wohn- und Quartierskonzepte bieten hierfür die
Grundlage. Sie sind auf die Bereitstellung und Anpassung
von Wohnraum und Wohnumfeld an die Bedürfnisse des Alters ausgelegt. Gleichzeitig verbinden sie das Wohnen mit
Aspekten altersgerechter Mobilität, Nahversorgung, adäquaten Pflege- und Betreuungsangeboten sowie Gemeinschaftseinrichtungen „in Pantoffelnähe“. Unter sozialräumlicher
Betrachtungsweise finden so lokalspezifische Ressourcen und
Rahmenbedingungen besondere Berücksichtigung. Grund-

voraussetzung ist die akteurs- und ressortübergreifende
Zusammenarbeit und die Sensibilisierung aller Beteiligten:
Kommune, Wohnungswirtschaft, Wohlfahrtsorganisationen,
gewerbliche und soziale Dienstleister, bürgerschaftliche Initiativen, Kirchengemeinden, Bildungseinrichtungen etc.
Die altersgerechte Quartiersentwicklung muss die individuellen Wünsche an das Wohnen im Alter berücksichtigen,
so dass Selbstbestimmtheit, Gesundheit, Sicherheit und Gemeinschaft gewährleistet sind. Vorhandene Angebote gilt es
zu bündeln und zu koordinieren. Das heißt auch, professionell erbrachte Leistungen mit ehrenamtlichem Engagement
und gegenseitiger (Selbst-)Hilfe sinnvoll zu ergänzen. Nur
so entsteht eine aufeinander abgestimmte, vernetzte Versorgungsstruktur, mit der Hilfen bedarfsgerecht verfügbar und
in Anspruch genommen werden. Im Mittelpunkt der Arbeiten
des Deutschen Verbandes steht es, geeignete Instrumente,
Verfahren und Maßnahmen aus der Praxis zu gewinnen, mit
denen dem demographischen Wandel flächendeckend in
städtischen und ländlichen Gebieten begegnet werden kann.

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

Anlaufstellen für ältere Menschen

Das vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und
Jugend (BMFSFJ) gemeinsam mit dem Deutschen Verband aufgelegte Programm „Anlaufstellen für ältere Menschen“ unterstützt Wohnungswirtschaft, freie Träger und Kommunen dabei,
bestehende Strukturen, Informations- und Beratungsangebote
für ältere Menschen auszubauen. An deren Bedarfen orientiert, werden gemeinsam mit verschiedenen Akteuren Strategien erarbeitet und Lösungen umgesetzt, damit ältere Menschen
möglichst lange und selbstbestimmt zu Hause wohnen können.
Dazu werden deutschlandweit rund 300 Projekte gefördert.
Sie werden vom Deutschen Verband als Geschäftsstelle des
Programms fachlich, administrativ und finanziell begleitet.
Es werden sowohl fachübergreifende Handlungskonzepte,
Bau- und Investitionsvorhaben als auch nicht-bauliche Umsetzungsprojekte gefördert. Je nach Art des Vorhabens stehen
maximal 30.000 Euro Bundesmittel pro Projekt zur Verfügung.
Die inhaltlichen Schwerpunkte liegen auf altersgerechten Anpassungsmaßnahmen, Schulungen für Ehrenamtliche, Hilfen
im Haushalt, Freizeitangeboten oder Begleit- und Fahrdiensten. In trägerübergreifender Zusammenarbeit geht es zudem
um Netzwerkbildung, die Nahversorgung mit Dienstleistungen
und Angeboten des täglichen Bedarfs sowie den Aufbau konkreter Beratungsangebote und Gemeinschaftseinrichtungen
vor Ort – für Ältere als auch zur Entlastung derer Angehöriger. Träger sind Kommunen, Sozial- und Wohlfahrtsverbände,
eingetragene Vereine, Stiftungen, Handwerkskammern, Freiwilligenagenturen, Mehrgenerationenhäuser, Kirchengemeinden oder Wohnungsunternehmen.
Im Rahmen der fachlichen Begleitung hat der Deutsche Verband 2014 gemeinsam mit dem Bundesfamilienministerium
drei Werkstattgespräche organisiert und durchgeführt. Die
inhaltlichen Schwerpunkte waren Kooperation und Netzwerkbildung, Ehrenamt sowie Versorgungssicherheit. Dabei
wurden erfolgreiche Instrumente, aber auch Hemmschwellen
in der praktischen Umsetzung diskutiert. Beim ersten Werkstattgespräch in Berlin ging es um die verschiedenen Facetten
von Kooperation vor Ort, die es überhaupt erst ermöglichen,
dass Unterstützungsangebote im Wohn- und Lebensumfeld

© Peter Maszlen, Fotolia.com

von Seniorinnen und Senioren entstehen. Kooperation „auf
Augenhöhe“ bedeutet Arbeitsteilung, Ressourcenbündelung
und Aktivierung der Zivilgesellschaft. Freiwilliges Engagement
darf dabei nicht überfordert werden. Es braucht verlässliche,
hauptamtliche Strukturen, die diese Unterstützungsformen
koordinieren. Das war auch Konsens des zweiten Werkstattgespräches in Essen. Dort stand zudem die Notwendigkeit
einer differenzierten Ansprache der Älteren im Mittelpunkt.
So braucht es z. B. eine kultursensible Sozialpolitik, die auf
die Interessen älterer Menschen aus verschiedenen Kulturkreisen eingeht. Wie es gelingt, dass „Wohnen im Alter“ nicht
nur für Pflege und Grundversorgung steht, sondern für gesellschaftliche Teilhabe und soziales Miteinander, war Thema
des dritten Werkstattgespräches in Hannover. Anlaufstellen
unterstützen die kommunale Altenhilfe und übernehmen eine
wichtige Funktion für die Versorgungssicherheit. Sie klären,
was vor Ort gebraucht wird, koordinieren alle verfügbaren
Informationen und Angebote und vernetzen die verschiedenen Personen. Sie stellen den Kontakt zu schwer erreichbaren
älteren Menschen her und wirken präventiv, indem sie Seniorinnen und Senioren in ein Netz aus Versorgungs-, Pflegeund Gemeinschaftsangeboten einbinden.
Zudem begleitet der Deutsche Verband die Anlaufstellen mit
einer umfangreichen Öffentlichkeitsarbeit. Instrumente sind
z. B. die Platzierung von Artikeln zum Thema Wohnen im Alter in verschiedenen Fachzeitschriften, die programmeigene
Webseite und das Onlinemagazin „Informationen aus dem
Programm „Anlaufstellen für ältere Menschen“.
Die Bundesregierung bindet im Rahmen ihrer Demografiestrategie die wichtigsten Akteure zur Gestaltung des demografischen Wandels in einen ressort- und ebenenübergreifen-

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

den Dialog- und Arbeitsgruppenprozess ein. Der Deutsche
Verband ist auf Einladung der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig Mitglied der Arbeitsgruppe „Selbstbestimmt
leben im Alter“. Ziel ist es, Modellprogramme auf Bundesebene nachhaltig zu verbessern. Dafür sollen die Akteure im
Quartier besser vernetzt werden. Ein modularer Baukasten
mit bewährten Instrumenten und eine bessere Abstimmung
der Programme auf Bundesebene mit Blick auf den Sozialraum sind geplant.

In einer von Ingrid Matthäus-Maier geleiteten Expertengruppe hat der Deutsche Verband im Rahmen des HELPS-Projektes erfolgversprechende Ansätze erörtert: konzeptionelle
Überlegungen, Akteurskonstellationen, Finanzierungsmöglichkeiten und die Aufgabe der öffentlichen Hand standen im
Mittelpunkt. Die daraus entwickelten Handlungsempfehlungen für eine altersgerechte Quartiersentwicklung durch die
Kooperation von Wohnungswirtschaft, Sozialwirtschaft, Zivilgesellschaft, Servicedienstleistern und Kommunen wurden
im September 2014 veröffentlicht. Fachliche Unterstützung
leistete die Wüstenrot Haus und Städtebau GmbH.

M	anlaufstellen.deutscher-verband.org

Projekt HELPS zum Wohnen im Alter

Da die Anzahl an pflegenden Verwandten, Freunden, Nachbarn oder Freiwilligen stagniert, reicht es für ein möglichst
langes, selbstbestimmtes Leben in den eigenen Wohnung
nicht aus, nur in die Gebäude zu investieren. Daher beteiligte
sich der Deutsche Verband zwischen 2011 und 2014 als Projektpartner an dem EU-geförderten Austauschprojekt HELPS,
in dem Verbände, Kommunen, Forschungseinrichtungen und
Wohlfahrtsorganisationen Mittel- und Osteuropas zu einem
fachlichen Erfahrungsaustausch zusammenkamen. Gemeinsam wurden Wohn- und Pflegeansätze untersucht und Pilotprojekte analysiert, die es älteren Menschen ermöglichen,
so lange wie möglich selbstbestimmt im eigenen Zuhause zu
leben.

Die Präsentation der Projektergebnisse sowie eine breite politische Sensibilisierung für diesen Quartiersansatz gelang bei
der nationalen HELPS Abschlusskonferenz in Berlin. Unter den
rund 180 Teilnehmern befanden sich Vertreter aus Politik, regionalen und nationalen Ministerien, der Wohnungswirtschaft,
Kommunen, Forschung, Verbänden, sowie Vertreter der Sozial- und Pflegewirtschaft. Die Konferenz wurde gemeinsam
mit dem Deutschen Verein für öffentliche und private Fürsorge
durchgeführt. Die Tagung lieferte Konkretes aus der Praxis.
Neben dem Masterplan „Altengerechte Quartiere.NRW“
und den Quartiersmaßnahmen aus der sozialen Wohnraumförderung des Landes Nordrhein-Westfalen wurden konkrete
Praxisbeispiele vorgestellt. So z. B. das Notrufsystem Sophia
der Joseph-Stiftung Bamberg oder die generationengerechte Quartiersentwicklungsstrategie der kommunalen Berliner
Wohnungsbaugesellschaft GEWOBAG. Darüber hinaus
machte die Tagung deutlich, wie auf nationaler und regionaler Ebene gesetzliche Rahmenbedingungen und Förderinstrumente geschaffen werden können, um den demographischen
Wandel zu gestalten. Am Abschlusspodium nahmen u. a. die
Bundesministerin a. D. und Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Seniorenorganisationen, Prof. Dr. Ursula
Lehr, sowie der Bundestagsabgeordnete Karsten Möring teil.
In der Diskussion wurde die Bedeutung von Quartiersansätzen und Kooperationsmodellen bekräftigt, die über das reine
Wohnen hinausgehen.

M	www.helps-project.eu

© DV

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© Kai Michael Neuhold, Fotolia.com

4.6	 Mobilität und Raumentwicklung
Ein zuverlässiger, gut verknüpfter und schneller Güter- und
Personenverkehr ist für die Wirtschaftsentwicklung europäischer Regionen entscheidend. Gleichzeitig ist insbesondere
der Verkehr auf der Straße für einen erheblichen Anteil der
europäischen CO2-Emissionen verantwortlich und muss daher
nachhaltiger und umweltfreundlicher ausgerichtet werden.
Vor allem dort, wo es Engpässe gibt, wie z. B. in den Alpen,
müssen negative Effekte eingedämmt und zu einer Entlastung
beigetragen werden.

werden. Dies ist nicht einfach nur eine Frage der Daseinsvorsorge im Bereich Mobilität. Sowohl im Personen- als auch im
Güterverkehr geht es auch um die Anbindung und die regionale Wirtschaftsentwicklung. Die Infrastruktur ist mittlerweile recht
gut ausgebaut. Künftig wird der Schwerpunkt darauf liegen,
diese optimal auszunutzen, Aktivitäten zur wirtschaftlichen Entwicklung in den Knoten und den umliegenden Regionen anzustoßen sowie die Infrastrukturen und Verkehrsdienstleistungen
über Grenzen und Transportmodi hinweg zu verknüpfen.

Entlang der gesamten Verkehrsachse des „Skandinavien-Mittelmeer-Korridors“ bestehen trotz vieler Initiativen und Projekte
weiterhin große Entwicklungspotenziale. Dies wird vor allem
dann deutlich werden, wenn die letzten Bahn-Abschnitte der
Verkehrsprojekte Deutsche Einheit VDE 8 zwischen Erfurt und
München sowie VDE 9 zwischen Leipzig und Dresden in Betrieb gehen. Ein wichtiges Thema der Zukunft ist zudem die Anbindung der sekundären und tertiären Verkehrsknoten sowie
der Peripherie an die Fernverkehrsknoten. So z. B. in der Metropolregion Mitteldeutschland, wo künftig nur noch Dresden,
Leipzig, Halle und Erfurt vom regulären Fernverkehr bedient

Aufbauend auf den bisher durchgeführten zahlreichen Verkehrs- und Korridor-Initiativen können europäische Projekte in
der Förderperiode ab 2014 weiterhin wichtige Hilfestellungen geben und das Zusammenwachsen der Regionen vorantreiben. Auch die Verkehrspolitik der EU im Rahmen der neuen TEN-V-Richtlinie mit ihrer Verknüpfung zu europäischen
Korridoren, ihrer Unterstützung durch die „Connecting Europe Facility“ und ihrer Integration von strukturpolitischen Maßnahmen dient der Stärkung eines effizienten europäischen
Verkehrsnetzes, wie es auch die Strategie Europa 2020 oder
die Territoriale Agenda der EU 2020 fordern.

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© connel design, Fotolia.com

Projekt RAILHUC zur Anbindung von Städten
und Regionen an europäische Verkehrsknoten

Das Schienennetz zwischen den großen Städten Mitteleuropas hat sich in den letzten Jahren deutlich verbessert. Vor
allem die Fernverbindungen auf europäischer Ebene wurden
ausgebaut. Für einen schnellen Personenverkehr muss jedoch
auch der regionale und städtische Nahverkehr besser miteinander vernetzt und in das Fernverbindungssystem integriert
werden. Das mitteleuropäische Projekt Railway Hub Cities
(RAILHUC) greift diese Problematik auf. Unter der Federführung der norditalienischen Region Emilia-Romagna wurden
Konzepte für regional abgestimmte Gesamtsysteme des öffentlichen Personenverkehrs entwickelt. Im Mittelpunkt stand
dabei der Gedanke der Anbindung des städtischen Umlands
und der ländlichen Räume an die Knoten in Mitteleuropa.
Das übergeordnete Ziel des Projektes war das schnellere,
effizientere, umwelt- und verbraucherfreundlichere nahtlose
Reisen auch jenseits der Fernverkehrsstrecken. In Deutschland
wurden im Rahmen des Projektes vor allem in der Europäische Metropolregion Mitteldeutschland e. V. große Fortschritte erzielt.
Diese ist im Gegensatz zu Hamburg oder Berlin polyzentral geprägt. Die Mitgliedsstädte Leipzig, Halle, Gera, Jena,
Dessau-Roßlau, Zwickau und Chemnitz sind 2009 aus dem
„Sachsendreieck“ hervorgegangen. Funktional eng verbunden sind zudem die Städte Dresden, Magdeburg, Erfurt und
Weimar. Die Region, begleitet durch den Deutschen Ver-

band, hat im Rahmen des Projektes RAILHUC ein modulares
Schienenpersonenverkehrskonzept erarbeitet. Dabei wurden
zusätzlich frühere strategische Überlegungen der Metropolregion aufgegriffen, die mit Unterstützung des RAILHUC-Projektes initiiert werden konnten. Das entstandene Konzept ist
wegweisend, da es den funktionalen Verflechtungen gerecht
wird und den Gedanken der Metropolregion in die Infrastruktur übersetzt. Das neue Schienenverkehrskonzept für Mitteldeutschland besteht aus folgenden Bausteinen:
1.	 Schaffung eines Mitteldeutschlandnetzes
2.	 Einrichtung eines Mitteldeutschland-Taktes
3.	 Etablierung des Mitteldeutschlandtarifs als einheitlichen
Verbundtarif
4.	 Enge Kooperation von Verkehrsverbünden und Aufgabenträgern
Jeder Baustein für sich leistet einen Beitrag zum Gesamtkonzept, doch erst ihr Zusammenspiel führt zu den gewünschten Angebotsverbesserungen, organisatorischen Synergien
und Einnahmeeffekten. Das Konzept als Ganzes wurde im
Februar 2014 von den Oberbürgermeistern der Metropolregion abgesegnet. Die Weiterentwicklung im Rahmen eines
Beteiligungsverfahrens ist angestrebt. Der DV unterstützte die
Städte dabei, das Konzept nach innen und außen zu kommunizieren.

M	 www.railhuc.eu | www.mitteldeutschland.com

Projekt SusFreight zum nachhaltigen Güterverkehr

Die Alpen sind der natürliche Engpass für den stetig wachsenden Verkehr in Nord-Süd-Richtung. Insbesondere die Überlastung der Straßen durch den Güterverkehr hat enorme Auswirkungen auf Mensch, Umwelt und Wirtschaft und erfordert
langfristiges Handeln. Neben Ausbauten der Infrastruktur,
etwa des Brenner-Basis- und Gotthard-Tunnels, gibt es viele
weitere Möglichkeiten, den Güterverkehr nachhaltiger zu gestalten. Auch weniger kostenträchtige Maßnahmen gehören

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Jahresbericht 2014 | Was wir machen

© autofocus67, Fotolia.com

dazu. Die Alpenländer und -anrainer sowie die europäischen
Institutionen wissen um diese Herausforderungen. Daher ist
geplant, unter anderem im Rahmen der neuen Programme
der transnationalen Zusammenarbeit (Interreg B) 2014 bis
2020 im Alpenraum gezielte Maßnahmen für den alpenquerenden Verkehr zu fördern.
Im Rahmen des Alpenraumprojektes „Sustainable Freight
Transport – Now and Tomorrow“ (SusFreight) hat der DV mit
Unterstützung des Logistik-Kompetenz-Zentrums Prien 2014
gemeinsam mit sechs weiteren Institutionen 18 Handlungsempfehlungen für einen nachhaltigen Güterverkehr erarbeitet.
Die darin vorgeschlagenen Maßnahmen und thematischen
Schwerpunkte bauen auf bestehenden Ansätzen auf und sind
überwiegend schnell und kostengünstig umsetzbar. Sie richten
sich nicht nur an das neue Alpenraum-Programm. Auch auf
regionaler, nationaler und europäischer Ebene soll für die Berücksichtigung der Besonderheiten des Alpenraums geworben
werden. Im Ergebnis wird bei Entscheidungen mit Verkehrsrelevanz dem Bedarf nach mehr Nachhaltigkeit im Güterverkehr
Rechnung getragen. Das Projekt steht somit an der Schnittstelle zwischen dem „alten“ (2007–2013) und dem „neuen“
(2014–2020) Operationellen Programm des Alpenraums.
Grundlage für das Projekt SusFreight waren europäische und
nationale Zielvorstellungen, Ergebnisse vergleichbarer Projekte und Marktexpertise.

M	www.susfreight.eu

Konferenz TransGov zum Transport im
Ostseeraum

Das EU-Projekt „TransGovernance“ (TransGov) beschäftigte
sich mit der Koordinierung und Harmonisierung nationaler
Transportpolitiken im Ostseeraum. Ziel war es, die Transportpolitiken verschiedener Verwaltungsebenen unter Einbindung
der Privatwirtschaft effizienter und umweltverträglicher zu
machen. Dies sollte u. a. mit neuen Management- und Planungsmodellen erreicht werden. Zudem sollten die verschiedenen Akteure auf regionaler, nationaler und europäischer
Ebene dazu motiviert werden, beim Thema Verkehrspolitik im
Scandria-Korridor besser zusammenzuarbeiten.
Der DV hat die Vorbereitung und Durchführung der TransGovAbschlusskonferenz und mehrerer politischer Workshops am
3. November 2014 in Brüssel übernommen. Im Rahmen
der Veranstaltung wurden die Projektergebnisse vorgestellt.
Entstanden sind in erster Linie Managementmodelle und
Handlungsempfehlungen verschiedenen Experten und EUVertreter sowie regionaler Initiativen und Organisationen im
Ostseeraum. In Workshops mit regionalen Akteuren wurden
jeweils Stand und Möglichkeiten der Kooperation ausgelotet.
Kernthemen der Abschlusskonferenz waren:
1.	 Der Ostseeraum als Vorreiter bei der makroregionalen
Zusammenarbeit in Europa
2.	 Grenzüberschreitende Gebiete mit hoher Dynamik von
Personen- und Handelsströmen
3.	 Internationale multimodale Verkehrskorridore
4.	 Standorte für Kombinierte Landungsverkehr-Terminals
Die Workshops knüpften gleichzeitig an die derzeitige Erstellung der Arbeitsprogramme für die Transeuropäischen Transportkorridore an.
M	www.transgovernance.eu

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© Heike Mages, DV

V.

Überblick Geschäftsstellen
und Gremien

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Jahresbericht 2014 | Überblick Geschäftsstellen und Gremien

Geschäftsstellen und Gremien

Geschäftsstelle in Berlin

Büro in Brüssel

Deutscher Verband für Wohnungswesen,
Städtebau und Raumordnung e. V.
Gesellschaft des Deutschen Verbandes für
Wohnungswesen, Städtebau und Raumordnung mbH

German Association for Housing,
Urban and Spatial Development

Littenstraße 10
10179 Berlin
Tel: 	 +49 (0)30 20 61 32-50 (DV e.V.)
Tel: 	 +49 (0)30 20 64 169-92 (DV-GmbH)
Fax: 	+49 (0)30 20 61 32-51
info@deutscher-verband.org

3, rue du Luxembourg
1000 Brüssel – BELGIEN
Tel: 	 +32 (0)2 550 16-10
Fax: 	+32 (0)2 503 56-06
j.scholze@deutscher-verband.org

Team
DV e.V. 	
Christian Huttenloher, Generalsekretär
Christoph Pienkoß, Geschäftsführer
Anne-Marie Lehnert, Assistenz der Geschäftsführung
Jonas Scholze, Büroleiter Brüssel
Nadja Ritter, Projektleiterin
Michael Färber, Projektleiter
Barbara Bühler, Projektleiterin
Judith Sterzenbach, Assistenz Finanzen und Buchhaltung
DV-GmbH	
Christoph Pienkoß, Geschäftsführer
Heike Mages, Projektleiterin/Presse und Öffentlichkeitsarbeit

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Jahresbericht 2014 | Überblick Geschäftsstellen und Gremien

Unsere Mitglieder
Die Mitgliederzahl belief sich zum 31. Dezember 2014 auf 364 Mitglieder, davon 203 juristische und 161 Einzelmitglieder.

Vorstand
Präsident: 	

Dr. Jürgen Heyer, Minister a. D.

Vizepräsidenten: 	
Dr. Josef Meyer, ehemaliger Vorstandssprecher, Deutsche Bau- und Grundstücks-AG,
	BauGrund
	

Helmut Rausch, Mitglied des Vorstands, WL Bank

Schatzmeister: 	

Axel Vogt, Leiter Immobilienkunden, Investitionsbank Schleswig-Holstein

Generalsekretär: 	

Christian Huttenloher

Ehrenpräsidenten: 	

Karl Ravens, Bundesminister a. D.

	
	

Dr.-Ing. Irene Wiese-von Ofen, Past President, International Federation for Housing
and Planning (IFHP)

Weitere Vorstandsmitglieder: 	
	

Anke Brummer-Kohler, Abteilungsleiterin, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit

	
Axel Gedaschko, Präsident, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und
	Immobilienunternehmen e. V.
	

Dr. Hartwig Hamm, Verbandsdirektor, Bundesgeschäftsstelle Landesbausparkassen

	

Norbert Portz, Beigeordneter, Deutscher Städte- und Gemeindebund

	

Dr. Franz-Georg Rips, Präsident, Deutscher Mieterbund e. V.

Verbandsrat
Dr. Jürgen Heyer, Minister a. D. (Vorsitz)
Frank Bielka, Staatssekretär a. D., Neubaubeauftragter, Berliner Senat
Anne Katrin Bohle, Leiterin der Abteilung Stadtentwicklung und Denkmalpflege, Ministerium für Bauen und Verkehr
	 des Landes Nordrhein-Westfalen
Dr. Reiner Braun, Vorstandsmitglied, empirica ag
Frauke Burgdorff, Vorstandsmitglied, Montag Stiftung Urbane Räume gAG
Norbert Ewald, Leiter der Abteilung Wirtschafts- und Arbeitsmarktpolitik, Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt
Klaus Freiberg, Vorstandsmitglied, Deutsche Annington Immobilien SE
Werner Genter, Direktor der KfW, Bereichsleiter Geschäftsbereich Privatkundenbank, KfW Bankengruppe
Klaus Graniki, Geschäftsführer, DOGEWO Dortmunder Gesellschaft für Wohnen mbH
Dr. Ulrich Hatzfeld, Unterabteilungsleiter, Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit
Alexander Heinzmann, Geschäftsführer, Wüstenrot Haus- & Städtebau GmbH

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Jahresbericht 2014 | Überblick Geschäftsstellen und Gremien

Johannes Hessel, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied, gws-Wohnen Dortmund-Süd eG
Sun Jensch, Bundesgeschäftsführerin, Immobilienverband Deutschland IVD e. V.
Dipl.-Kfm. Lothar Jerzembek, Direktor, Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands e. V.
Dietmar König, Leiter des Ressorts Kreditservice, BHW Bausparkasse AG
Prof. Dr. Michael Krautzberger, Ministerialdirektor, Deutsche Stiftung Denkmalschutz
Dr. Christian Lieberknecht, Mitglied der Geschäftsführung, GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilien	 unternehmen e. V.
Heinrich Liman, Geschäftsführer, HEGLI Verwaltungsgesellschaft mbH
Ingrid Matthäus-Maier, ehem. Sprecherin des Vorstandes der KfW-Bankengruppe, ehem. Mitglied des Deutschen Bundestages
Franz Meiers, Geschäftsführer, NRW.URBAN Service GmbH
Prof. Dr. Elisabeth Merk, Stadtbaurätin, Referat für Stadtplanung und Bauordnung, Landeshauptstadt München
Dipl.-Ing. Thomas H. Morszeck, Institutsleiter, Fraunhofer-Informationszentrum Raum und Bau
Joachim Paas, Ministerialdirigent, Abteilungsleiter, Bayerisches Staatsministerium des Innern
Felix Pakleppa, Hauptgeschäftsführer, Zentralverband des Deutschen Baugewerbes
Dr. Heike Piasecki, Prokuristin und Niederlassungsleiterin München, BulwienGesa AG
Prof. Dr. Joachim Pös, Geschäftsführer, Nassauische Heimstätte, Wohnungs- und Entwicklungsgesellschaft mbH
Senator a. D. Walter Rasch, Ehrenpräsident, Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e. V.
Hans-Joachim Reck, Hauptgeschäftsführer, Verband kommunaler Unternehmen e. V.
Achim Reif, Bereichsleiter Immobilienfinanzierung Inland/Bewertung, vdp – Verband deutscher Pfandbriefbanken e. V.
Prof. Dr.-Ing. Iris Reuther, Senatsbaudirektorin, Senator für Umwelt, Bau und Verkehr, Freie Hansestadt Bremen
Eric Romba, Rechtsanwalt, Hauptgeschäftsführer, VGF Verband Geschlossene Fonds e. V.
Dr. Peter Runkel, Ministerialdirektor a. D., Institutsdirektor, Institut für Städtebau, Wohnungswirtschaft und Bausparwesen e. V.
Michael Sachs, Staatsrat, Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt der Hansestadt Hamburg
Lothar Säwert, Ministerialdirigent, Abteilungsleiter Landesentwicklung, Ministerium für Energie, Infrastruktur und Landes	 entwicklung Mecklenburg-Vorpommern
Dr. Peter Schaffner, Managing Director Wohnungswirtschaft, Aareal Bank AG
Jörg Schwagenscheidt, Vorstand a. D., GSW Immobilien AG
Jürgen Schweinberger, Abteilungsleiter, Ministerium für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg
Lukas Siebenkotten, Bundesdirektor, Deutscher Mieterbund e. V.
Anna Stratmann, Geschäftsführerin, Bundesvereinigung der Landes- und Stadtentwicklungsgesellschaften e. V.
Peter Stubbe, Vorstandsvorsitzender, GEWOBA Aktiengesellschaft Wohnen und Bauen
Roland Vogelmann, Prokurist, Leiter Politik und Gesellschaft, Bausparkasse Schwäbisch Hall AG
Hilmar von Lojewski, Beigeordneter Stadterneuerung, Bauen, Wohnen und Verkehr, Deutscher Städtetag
Dr. Kai H. Warnecke, Hauptgeschäftsführer, Haus & Grund Deutschland
Stefan Weber, Vorstandsvorsitzender, SAB Sächsische Aufbaubank - Förderbank
Dr. Marc Weinstock, Sprecher der Geschäftsführung, DSK Deutsche Stadt- und Grundstücksentwicklungsgesellschaft mbH & Co. KG
Thomas Zinnöcker, Chief Executive Officer, GAGFAH GROUP
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