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-aß iS hier keiner Zergliederung seines auSgezeichneten
Redner, Talent» bedarf. Nm so mehr aber wünschen
wir, daß seine letzte, unter dem Titel: „tröstende
Blicke auf die große» Weltbegeben«
Heiken, Dresden und Leipzig beiHartknoch" gedruckte,
und am Tage Johannis des Täufers, deN24.Ji,».
iso6, von ihm gesprochene Rede, nicht in dem Strome
-er gewöhnlichen Predigten untergehen, vielmehr von
allen Guten nnd Edcln des Volks mit reinem Gemüthe
aufgefaßt werden möge. In der ersten Abtheilung dieser
Predigt wird Gott als der vergeltende Regentdargesicllt,
welcher lasterhafte Völker züchtiget, unterdrückende
zur rechten Zeit demüthiget, und sich bessernde
segnet. Wir wollen die Leser nicht in dem Sclbstge,
misse des schönen Ganzen vorgreifen, aber durch folgende
Stelle ihre religiöse Stimmung elolciten:
„Unaufhaltsamer, zerstörender war der Gang der
Neuigkeiten und
Tcrtin, UH i. 3tuuue 1^07.
Der Wcihnachtkmarkt ist nun vollendet, und dieser
harmlose Freudenplatz der Berliner, fung und alt,
wieder geleert. An Gedränge und Leben fehlte es auch
dicseSmal nicht. Sogar schien der Verkauf, sofern er
unentbehrliche Bedürfnisse von Kleidungsstücken ». s. w.,
oder Spielgeräthe und wohlfeile Näschereien für die
lieben Kleinen betraf, eben nicht vermindert; allein
von de» anscrlescncn Erfrischungen soll der Absatz bey
weitem schwächer als sonst ausgefallen seyn. So seufzen
wenigstens die Tausendkünstler, die cS auch in die,
fem Jahre nicht an Fleiß hatten fehlen lassen, die
Aufmerksamkeit deS Publikum« zu reihen, und ihm
Mund- und Augenweide in Menge darzubieten. Allein
der stärkste Strich durch die Rechnung möchte
dach wohl den Jouvelicrcn und andern Gold- und
Silberardeitcrn und kostbaren Galantericwaarcn-Händlern
gemacht worden seyn. Fürfie war ehe,» als Weih-„achten
die goldene Zeit, und der wichtigste Abschnitt
im ganzen Jahre. Diesmal aber möchten sie wohl gar
nichts, oder doch nur unbedeutende Kleinigkeiten abgefetzt
habe»; denn selbst die reichste» Familien sehen
sich gedrungen, ihre Bcscheerungcn jl, beschränken^
oder gar einzustellen. Ei» Ehrenmann versicherte von
einem bedeutenden Herrn, der ein anschnlicheS Vermögen
und gute,Pension hat: „er läuft Gefahr Hunger
zu leiden, weil weder Gläubiger noch Staat ihm
Zahlung leisten.^
Kein Wunder daher, daß selbst Dienstboten mit
ihren gewöhnlichen Wrihnachtsspenden Hill und wieder
auf bessere Zeiten verwiesen worden sind, und es sich
ruhig gesellen ließen. Das ist ein schlimmes, aber
auch zugleich ein gutes Zeichen drr Zeit. Jenes, weil
wohl nicht leicht Herrschaften, wenn nicht die eigene
er Zahrg. I. (, Januar.)
Wcltvcräiidcrungen fast nie, als jetzt. Mit jedem Monat
ändert sich etwa« in der Verfassung unsers Welttheils;
die Grenzen der Reiche sind in einer unsicher»
Bewegung; uralte Einrichtungen und ganze Staaten
verschwinden plötzlich ans der Reihe der Dinge, und
neue treten an ihre Stelle; was, um zu St-mde zu
kommen,Jahrhunderte brauchte, wird in wenigen Wochen
vernichtet. — Doch nicht muttzigr Völker werde»
eine Beute der Herrschsucht, sondern feige, weichliche,
sich selbst »erlassende. — In seinen Händen hat jedes
Volk sein eignes Schicksal; es darf die Kräfte, die es.
besitzt, nur brauchen, die Gelegenheiten, die eS findet,
nur benutzen, darf nur dem Ruf der Ehre, dem Gebote
der Pflicht, der heiligen Stimme des Gewissen«,
und der Religion folgen, und eS wird alles vermögen,
wg§ ein Volk ausrichten kann."
Korrespondenzen.
Noth allgewaltig drückte, ihrem armen treue» Gesinde
die lang erwartete Freude vorenthalten, und damit verkümmern
würden; dieses, weil cS eisen iiichlgcmeine»
Beweis von Einsicht der Dienstboten, und vo»
ihrem Zutrauen zu der Herrschaft giebt, wenn sie dergleichen
Einschränkung ohne Murren erträgt. Alleinwo
dies statt findet, darf man auch mit Sicherheit voraussetzen,
daß die Herrschaft in guten Tagen sich gut
gezeigt, und Vertrauen verdient haben wird. Herren
und Damen, die alle Quartal mit ihren Leuten wechseln
, und Bedienten und Mädchen, die innerhalb Jahresfrist
die Runde durch alle Viertheile der Stadt machen,
möchten sich wohl zu solch einem sritdltchtnVernehmen
nicht eignen.
Auch andre öffentliche Lustbarkeiten flehe» noch auf
schwachen Füßen. Herr Alexander Terzi, der bei
der Ankunft der Franzosen mit seiner Gesellschaft ;tt
Pferde abzog, kehrte zwar wieder zurück, aber zu Fuß,,
und belustigte, nebst seiner Familie, unsere Stadt durchgymnastische
Uebungen. Schon vor ihm war aber einanderer
Artist seine» Schlages Micaletto SancheS
hier eingerückt, rmd „wartet dem hohen und »ei-ehrongswürdigcn
Publikum mit seinen Kunststücken auf.""
Sie find zum Theil sehr stark, B. Demoiselle R»e.
sälir tanzt an der Decke de« Saals, mit dem Kopf zogen
die Erde herabhängend, eine Mcnuel. HalSbrrchend
mag der Tan; zwar nicht seyn, dafür wird man wohl
Sorge getragen haben, aber ist er nicht in aller Ab--sicht
empörend? Immerhin kann man «Sdcm Herr«,
SancheS glauben, daß diese» Stückchen viel Nachdenken,
viele Kosten und Jahre lange Uebung «federt»,
aber läßt eS sich bei dem alle» rechtfcrligeri, daßt*
öffentlich getrieben, und noch mehr, daß ü eiostudirt
werden darf? Wahrlich eS taugt zwar nicht, wcu» UL
*.