mirador: mirador

kÄ drei Hauptgruppcn von Schädlingen. .Diese sind: 1. die 
Schimmelpilze, die sich als eine gratt--gelb!ichc Masse ans 
der Oberfläche festsetzen; 2. die Hefepilzc und 3. die große 
Zahl der Bakterien oder Bazillen. Während die Schimmel 
pilze nicht giftig sind, was auch von den Hefepilzen gilt, 
die zu manchem Gärungsprozeß sogar gezüchtet werden, 
haben die Bakterien nachteilige Folgen für unsere Ge 
sundheit. Man muß sich nun in erster Linie darüber klar 
sein, was der Entwicklung der Schädlinge dienlich ist. 
Die Schimmelpilze brauchen Luft. Sie können sich also 
nicht entwickeln, wenn ihnen die Lustzufuhr abgeschnitten 
ist. Die Hefepilze wiederum gebrauchen Zucker. Sehr an 
passungsfähig sind die Bakterien, und es ist außerordent 
lich schwer, sie abzutöten; sie sind außerordentlich wider 
standsfähig und man hat festgestellt, daß diese Sporen 
selbst noch eine Temperatur von 130 Grad ausgehalten 
haben, während sonst jedes Lebewesen schon gerötet wird 
bei einer Temperatur, in der Eiweiß gerinnt, also bei 
100 Grad. Das Konservieren von Obst und Gemüse ge 
schieht nu» durch Erhitzen und durch Zusatz von Konser 
vierungsmitteln. Man sterilisiert Obst, indem man es 
dreiviertel Stunde unter einer Temperatur von 70 Grad 
erhitzt. Bei Gemüse-muß man etwa eine Stunde kochen 
und die Temperatur aus l00 Grad erhöhen. Als Konser 
vierungsmittel kommen dann Zucker, Salz und Essig in 
Betracht, auch Gewürze, wie Zimmt usw. In manchen 
Gegenden wird z. B. Zimmt aus Pflaumenmus gestreut: 
und das nur zu dem Zwecke, um das Mus haltbarer zu 
machen. Bei dem Mangel an Zucker treten nun chemische 
Präparate an dessen Stelle, und zwar in erster Linie die 
Benzoesäure und die Ameisensäure, die als ungefährliche 
Konservierungsmittel erlanut sind. Der Vortragende riet 
aber von der Benutzung der Ameisensäure atz, da ihre An 
wendung nicht so einfach sei. Empfehlenswerter sei das 
benzoesaure Natron, das jetzt in Tablettcnform hergestellt 
werde und sich so einfach verwenden lasse. Neuerdinas 
seien noch bessere bcnzoesünrehaltigc Tabletten mit Zimmt- 
zusatz in den Handel gebracht worden unter dem Namen 
„Ncu-Gedrovau". Er empfahl, diese Tabletten durch 
den Verein und die Gemeindeverwaltung für die Mit 
glieder zu besorgen. Bei der Anwendikng benzoesaurer 
Tabletten habe er nun gefunden, daß sich solche Früchte, 
die wenig säurehaltig sind, nicht so gut konserviere». Es 
empsiehlt sich daher, bei solchen Früchten wie Birnen z. B., 
Kürbismarmelade usw.) etwas Säure hinzuzusügen. Ge 
müse mit benzvesaurem Natron eingemacht, werden sich 
kaum so gut halten, als wenn sie eingesäuert werden. 
Zum Einkochen verwendet man nun die bekannten Ein 
kochgläser. Aber es lassen sieh hierzu auch sehr gut alle 
Arten Flaschen verwenden. Die Flaschen werden dann gut 
verkorkt und mit einem lnftabschließenden Material ■ Wachs, 
Siegellack, Pech, Gips usw.) verklebt. Die Aufbewahrung 
des Gemüses sei ferner möglich durch Einsalzen und Ein 
säuern. Hierfür kommen alle .Kohlarten, ferner Bohnen 
und Gurken und auch Evbsen in Betracht. Erbsen z. B. 
halten sich ausgezeichnet, wenn sie eingesalzen werden, und 
zwar sieben Teile Erbsen, ein Teil Salz. Alle eingesalzencn, 
Sachen müssen vor der Verwendung gut ausgelangt werden. 
Der Vortragende redete auch dem Obst- und Gemüsedörreu 
das Wort. Wenn jemand sage, das Dörrgemüse sei nicht 
gut, so liege dies nur daran, daß es vorher nicht genügend 
gewässert würde. Dörrgemüse müsse vor dem Kochen lange 
Zeit wässern, damit es gut aufquillt und dann gut weich 
gekocht werden. Zum Dörren an der Lust eignen sich vor 
züglich auch die schwarzen Pappdächer, da hier die Sonne 
eine starke Wärme entwickelt. Er besprach dann noch die 
Fruchtsaftbcreitung tind erklärte hierzu eine kleine, von 
Herrn Neic ausgestellte Fruchtpresse Preis 1.7 M ), bic 
ihm außerordentlich gefalle. Er habe schon lange nach 
einem solchen Apparat gesucht, und cs habe ihn gefreut, 
diesen hier vorzufinden. Er schloß dann seinen Vortrag 
mit einer nochmaligen kurzen Zusammenfassung seiner Aus 
führungen. Lauter Beifall der Versammlung dankte ihm. 
Hierauf erhielt Frau H o m b n r g - S v d a t das Dort, 
um au den mitgebrachten Apparaten, Gläsern, Flaschen 
usw. praktische Winke für das Einkochen, Konservieren, 
Gemnsedämpfen und die Saftbereitung zu geben. Auch 
die Benutzung einfacher Flaschen zum Einkochen führte sie 
vor und das Verschließen dieser Flaschen durch Holzkorken. 
Zum Ocffnen der Weck- usw. Gläser empfahl sie den Glas- 
öfsner „Uff" der Firma Neie. Dr. Kochs beantwortete dann 
noch verschiedene ans der Versammlung gestellte Fragen; 
insbesondere empfahl er dabei die Berberitze zur Sänre- 
bereitung. In der Pause wurden die ausgestellten Garten 
erzeugnisse der Mitglieder, insbesondere Rosen und Erd 
beeren, unter letzteren eine von Herrn Rohde gezogene 
55 Gramm schwere Frucht der Marke Hindenburg, ferner 
die Ausstellung der Firma Neie besichtigt. Es folgte dann 
„Auf jeden Fall, wenn sie einwilligt, mich zu heiraten, 
kannst du versichert sein, daß ich alles tun werde, was in 
meiner Macht steht, um sie glücklich zu machen, ent« 
gegnete der Oberst, wagte cs aber nicht. Lucilla in di- 
fragenden Augen zu sehen. 
„Aber, Vater, bist du dir auch klar darüber, was eine 
solche Heirat nach sich zieheri^vürdc? Wenn du sie glücklich 
machen willst, muß unsere ganze Lebensweise geändert wer 
den. Du. kannst doch nicht von ihr verlangen, daß sie sich 
in unsere Gewohnheiten fügt, das ewige Herumziehen 
und — und — das — andere. Du müßtest —" 
Oberst Krenzlin unterbrach seine Tochter mit ihr gegen 
über ungewohnter Heftigkeit. „Ich weiß ganz genau, was 
ich müßte," sagte er. „Das ewige Herumziehen und das 
andere würde auch gar nicht mehr nötig sein. Besonders 
das andere nicht, denn sie ist die Tochter eines reichen 
Mannes, verstehst du, mein Kind?" 
Offenbar verstand Lucilla, denn sie nickte; nach ein 
paar Augenblicken erhob sie aber einen neuen Einwand. 
„Noch hast du aber ihre Einwilligung nicht," meinte sie, 
„und ich glaube, es werden sich dir da Schwierigkeiten ent 
gegenstellen, die du nicht vorausgesehen hast. Ist es dir nie 
aufgefallen, daß Dr. Harald, wenn Rose hier ist, nur 
Augen für sie hat?" 
„Und darüber ist mein Kind traurig," sagte' der 
Oberst in herzlichem Ton. „Armes Ding, es wäre dir 
wohl lieber, wenn er nur Augen für dich hätte?" 
Des Mädchens blaffe Wangen erglühten, und ihre 
Augen leuchteten, als sie erwiderte: „Ja, Vater, du hast 
in meinem Herzen gelesen wie in einem aufgeschlagenen 
Buch und meine Torheit erkannt.. Vor dir kann man keine 
Geheimnisse haben. Aber ist es nicht Wahnsinn von 
einem elenden Geschöpf wie ich, solche Gedanken zu hegen? 
Sie sind mir auch nur gekommen, weil ich mich so wohl 
fühle, seit er mich behandelt." 
— „Und du wirst dich immer wohler fühlen, mein Kleines 
eine Verlosung. Hierfür hatten der Verein 20 Stück des 
Garienbuches für Anfänger von Joh. Böttncr, Herr Neie 
einige Garrengeräte und verschiedene Mitglieder Erdbeeren, 
Blumen usw. zur Verfügung gestellt. Vom Vorstand wurde 
tun) bekannt gegeben, daß im Herbst Obstbäume und 
Sträucher beschafft werden sollen, die mit Beihilfe des 
Vereins au die Mitglieder zum Friedenspreise abgegeben 
werden sollen. Man will dadurch erreichen, daß die Mit 
glieder sich mehr als bisher der Obsterzeugung widmen. 
Ferner werde der Vorstand quch'die Neu-Gedrovan-Ta- 
bleltcu zum Einmachen beschaffen. Die Versammlung 
wurde dann gegen 11.15 Uhr geschlossen. 
v Frieden» ucr Ehrentafel. Dcit Heldentod 
fürs Vaterland starb im Westen Bizeseldivebel und Ofsi- 
zier-xspiranl Willy Hoppen sack, Inhaber des Eisernen 
Kreuzes l. und 2. Kl. und der Hessischen Tapfcrkeits- 
meda lle. 
o Leicht verwundet wurde der Gefreite Walter 
Wiese, jüngster Sohn des Parlaments-Stenographen 
Gerhard Wiese. 
s eruer wurden leicht verwundet: Adolf Ehlert und 
Ober äger Otto Merkende r f. 
r D a s, E i s e r n e Kreuz l. Kl. erhielt Major Wolf 
v. Wolfersdorfs, Odcuwaldstraße wohnhair. 
o Das Eiserne Kreuz 2. Kl. erhielt Willy 
Schuster, Rheinstr. 14, Vertreter der Gothaer Feuer-^ 
Versicherungs-Gesellschaft, der seit März 1015 im Felde 
,steht. _ < 
o Kalte, regnerisch e u u d st ü r ui i s ch c T a g c 
sind seil Sonnabend eingekehrt. Der Sonntag war sogar, 
der bisher kälteste Sdmmertag. Nur 0 Grad Celsius zeigle 
das Thermometer. Der Sturm, der iy diesen Tagen vor 
herrschte, hat vielfach Schaden verursacht, namentlich an 
den jungen Bäumen, die vielfach umgeknickt in den Straßen 
, lagen. Auch Fernsprechleilungen sind in größerer Anzahl 
gestört worden. Es hat den Anschein, als sollte dieses kühle 
Werter noch geraume Zeit anhalten. Am Donnerstag haben 
' wir Siebenschläfer. Nach einer alten Bauernregel soll es 
sieben Wochen regnen, wenn ani Siebenschläfer Regen 
fällt. Zwar ist diese Regel bisher sehr häufig nicht in 
Erfüllung gegangen. Da zum Einbringen der Getrcidefrucl t 
warmes, trockenes Wetter vonnöten ist, so wollen wir 
. hoffe», daß der Siebenschläfer, falls er uns Regen bringen 
sollte, auch diesmal nicht die an seineit Namen geknüpften 
Folgen hat. 
o Gegen die Gas strafen. Die Schöneberger 
Stadtverordnetenversammlung beschäftigte sich gestern mit 
einem Antrage des Stadtv. Starke Lib. Fr.) und Gen., 
den Magistrat zu ersuchen, bei dem Reichstohlenkominissar 
die Beseitigung der Gasstrasen zu beantragen. Für de» 
Fall der Ablehnung solle vom Magistrat aus eine schleunige 
Aenderung der Grundsätze für die Feststellung dieser 
Strafen gedrungen werden. Stadtv. Starke führte aus, 
daß die bekannte Verordnung begründete Beschwerden in 
der Bevölkerung.hervorgerufen habe. Wenn in dieser ernsten 
Zeit alles vermieden lverden solle, was Beunruhigung 
und Verbitterung hervorrufen töunc, so mußten die Ge 
setzgeber und die ^ricgsbehördcn mit gutem Beispiel voran 
gehen. Solange diese Verordnung nur als Drohung 
schreckte, brauchte mau sich mit ihr nicht beschäftigen, jetzt 
aber, nachdem sie in Kraft getreten sei, müsse man gegen 
sie vorgehen. Das jetzige Gas 'habe nicht mehr dieselbe- 
• Beschaffenheit wie früher, der Heizwert sei um 20 v. H. 
j geringer als im Vorjahr; hinzu komme noch die Eiu- 
. schräukuitg um 10 v. H., zusammen also um 30 p. H.. ipas 
cntschiedev ein Ding der Unmöglichkeit sei. Jeder Haus 
halt werde doch jetzt gezwungen, zum Abendbrot zu kochen, 
ivährcnd früher 75 v. H. der Bevölkerung kalt gegessen habe. 
Hierzu komme, daß cs im vergangenen Winter nur ivcnig 
Kohlen Kohlen gegeben habe. Trotz aller dieser ungünstigen 
Verhältnisse würden die Verbraucher noch zur Strafe heran 
gezogen. Der wundeste Punkt der Tagesordnung sei aber, 
daß die Strafe nach dem früheren Verbrauch festgesetzt 
werde. Wer früher die peinlichste Sorgfalt und Svarsam- 
keit habe walten lassen, werde, jetzt bitter bestraft, ioährend 
der frühere Verschwender jetzt gut wegkoninic. Es müsse 
wenigstens darauf gedrungen werde», die Straffestsetzung 
»ach anderen Gesichtspunkten vorzunehmen. Stadtrat Dr. 
. Lohmeyer betonte, daß die Einschränkung sich als uot- 
wendig herausgestellt habe,' da der Gasverbrauch zu hoch 
angeschwellt sei. Eine Rationierung auf den Kops der 
Bevölkerung sei ganz unmöglich. Der geeignetste Maß- 
: stab sei der, an die iudijidueUcu Verhältnisse anzuknüpfen, 
i Die Zugrundelegung nach dem vorjährigen Verbrauch trage 
l allen neu eingetretenen Verhältnisse» Rechnung. Der Er- 
! folg habe sich gezeigt; die Bevölkerung habe sich einge- 
Er hat offenbar deine Krankheit richtig eikannst und es wirc 
ihm gelingen, dich ganz zu heilen, Und nun sprich, mein 
Herzblatt ist es dir recht, wenn ich Fräulein Melneä 
heirate?" 
„O Vater, ich würde mich unendlich freue», aber nur. 
wenn sie es gern tut, wenn sie nicht gezwungen wird!" 
„Närrchen, womitsollte ich sie denn zwingen? Und wa° 
hätte ich denn von einer Frau, die mich nur gezwungen 
nähme? Nein, nein, deine Bedingung soll voll und gan' 
erfüllt werden. Rose Melncck wird aus freien Stücken 
meine Frau. Dann wirst du sie stets um dich haben, und 
Harald Schetzler wirst du auch häufig scheu können, denn 
ich habe die Absicht, inich in Westbucht niederzulassen." 
„In Westbucht, Vatey? Oh, das wäre herrlich! Abei 
nicht auf dieser schrecklichen Insel, nicht in dem langweiligen 
„Grauen Haus!" rief Lucilla eifrig. 
.Dcr Oberst blickte lächelnd in ihr erregtes Gesichtchen. 
„Nein, mein Kind„ nicht hier. Wenn alles so tonunt, wie ich 
cs mir ausgedacht habe, dann werden wir in nicht allzu 
ferner Zeit Herrn Mcluecks Haus auf dem Festland die 
„Villa Leuchtturm" beziehen. Ich glaube Annehmen zu 
dürfen, daß er es nicht inehr sehr lange braucht." 
Luulla klatschte, in die Hände .und krähte vor Ver- 
gnügen. Sie worin diesem Augenblick wieder ganz Kind 
„Oh, das gefällt mir, Vater. Die Villa ist gar nicht weit 
von Dr. Schetjlers Haus, sagte Rose; dann könnte Dr. 
Harald wich zweimal am Tage besuchen, und wer weiß 
— viellc icht, wenn er dann nicht mehr an Rose denken 
darf, findet er Zeit, an mich zu denken, was, Batcr?" 
. „Aber natürlich, mein Herzblatt, natürlich!" versicherte 
der Oberst. Und dann beugte er sich nieder und küßte sie 
nochmr.ls zärtlich, ehe er das Zimmer vcrlirß. 
Al er kaum hatte er die Tür hinter sich geschloffen, da 
kam es Hfchend von seinen Lippen: „Ich werde ihn schon 
dazu zwmgen, wenn er nicht will! Er darf mir dar Glück 
meines Kindcs nicht zerstören!" 
lL^rrje,ung fPlgt.J __ ___ 
schränkt. Als aber die Strafe nicht erhoben wurde, habe 
mau wieder mehr verbraucht. Er halte es für ganz aus 
geschlossen, daß der Kohlenkommissar die Verordnung aus- 
yebr. Er sei aber der Ansicht, daß die Verbraucher, dw die 
Höchstgrenze nur gering überschritten hätten, keine ^Straf 
gelder entrichten brauchen. Nachdem sich noch u. a. Stadtv. 
Jatzow iFreic Frakt.) gegen die scharfe Heranziehung der 
.Hausbesitzer gerichtet halle, wurde dem Antrag mit großer 
Mehrheit zugestimmt. 
! -o Tod aus der Straße. Vor seinem Hause in 
der Hähnelstraßc wurde der 06jährige Privatmann 
Haukvw Sonntag nacht gegen l Uhr bewußtlos auf 
gefunden. Ein vorübergehender Leutnant ließ durch einen 
Schutzmann einen Arzt' herbeirufen, welcher nur noch den 
bereirs eingetretenen Tod feststellen, aber die Todesursackve 
nichl angeben konnte. Die Leiche wurde beschlagnahmt 
und nach der Leichenhalle in der Eythstraße gebracht. 
o Gesuden Gesunden wurden einige Darlchus- 
kasscnscheiuc. Die Verlierer erfahren Näheres im Fund- 
bureau ini Rathaus. 
^cböneberg 
—o Aus dem Fei .' Echre gefallen ist 
der Kammergerichlsrejerci: ar Leutnant d. R- in einem 
Feldariillerie-Regimenl Haus von Gordou, Inhaber des 
Eisernen Kreuzes und des Lippischeu Verdienstkreuzes. Der 
Verstorbene ist der Sohn des Geh. Justizracs Dr. Adolf 
von Gordou, Innsbrucker Siraße 42. 
—o D a s Eise r u e K r e u z 2. Kl. wurde dem Sani- 
tätsuntcroffizier Zahntechniker Kurt Weguer für tapferes 
Verhauen vor dem Feinde vee.ie! 
—a A b ä »der :> u g b e e tff e s ck> ä s l s o r d n » u g 
dcr S ch ö n e b c r g e r S : a d r v e r o r d » e 1 e n v e r - 
hm fl. Nach der für die S.a >-vcrordneteiiversammluiigen 
gemäß der Srädteordnung p? ..igen Geschäftsordnung sind 
die Sitzungen bei Anwesenvon mehr als der Hälfte 
der Mitglieder beschlußfähig. Auf Grund .des Kriegs 
gesetzes beantragten gestern sämtliche Fraktionen, die zur 
Beschiußsähigkeil erforderliche Zahl von Mitgliedern 
während der Dauer des 'Krieges auf ein Drittel der Zahl 
zu beschränken. Dem Dringlichkeirsantrag wurde ein 
stimmig zugestimmt. — Zum Stadtbaurat wurde Dr. ing. 
Martin Wagner mir 25 von 37 abgegebenen Stimmen gc- 
wähli. Von der Aufstellung einer Wählerliste soll Abstand 
genommen werden. Die übrigen Punkte wurden nach den 
vorliegenden Anträgen genehmigt. 
—a Die Besserung der O b st - und G e - 
m ü s e v e r s o r g u n g in S ch ö u c b e r g erstrebte in der 
gestrigen Schöneberger Stadtverordnetenversammlung ein 
von der sozialdemokratischen Fraktion gestellter Dringlich- 
keitsantrag. Antragsteller Stadtv. Küter wies darauf hin, 
.daß bei den geringen Zufuhren der größte Teil der Be- 
' völkcrung nicht imstande sei, sich mit Gemüse zu versorgen. 
Man wisse nie, wo das gelieferte Gemüse und Obft ge 
blieben sei, denn bei den Händlern sei gewöhnlich nichts 
zu habe». Die Kgrtossellicscruug werde zudem auch immer 
geringer, auch seien die Kartoffeln nicht mehr in eßbarem 
Zustande. Der Magistrat müsse für Ersatz sorgen, und 
zwar durch reichlichere Belieferung von Gemüse. Dies sei 
um so notwendiger, da die Brotration gekürzt sei und die 
Fleischranou auch eingeschränkt werden solle. Stadtv. L. 
Meyer Lib. Fr.) bemerkte, daß es Sache des Magistrats 
? sei, ci»c Kontrolle über den Verbleib von Obst und Gemüse 
in den Geschäften durchzuführen. Stadtrat Jacobs wies 
daraus hin, daß Scköncbcrg die Lieferung von großen 
Mengen von Frühgemüse abgeschlossen habe. Die Gemüse 
versorgung werde sich sofort mit dem Eintreffen der ersten 
Sendung bessern, die in zehn Tagen eintreffen könne. Der 
Verkauf wird streng kontrolliert werden. Hinsichtlich der 
Karlosselversorgiing sei zu bemerken, daß au die Bevölke 
rung eine eiserne Ration für fünf Wochen verteilt sei. Diese 
müsse jetzt herhalten. Leider habe die Witterung un 
günstigen Einfluß aus die Entwicklung der Frühkartoffel 
J gehabt. Mitte Juli würden jedoch die ersten Lieferungelr 
kommen. 
Gerichtliches 
V Diebstahl i IN R ückfalI c führte die Witwe 
Rosa Kreutz aus Sieglitz vor die l. Strafkammer des 
Landgerichts II. Die schon mehrfach wegen Eigentums- 
Vergehens vorbestrafte An geklagte war im März d. I. in 
dem Soldareuiinderheim in Friedenau als Auflvärterin 
angestellt. Tie entwende c hier aus den Vorräten des 
Heims eine Flasche Lys. scrin und eine Kasserolle und 
nahm diese Sachen mit nach H.use, wo sie gelegentlich 
ciuer Haussuchung vorgefunden wurden. Vor Gericht be 
hauptete die Angeklagte, sie habe ihr Essen in die Kasserolle 
getan und diese mit nach ihrer Wohnung genommen, um 
sie später wieder zurückzugeben, was sic vergessen habe. 
Die Flasche Lnfosorm habe sie mitgenommen zur Ver 
tilgung von Ungcziercr. das sich au ihren Kleidungsstücken 
befunden habe. Tie habe sich hierzu für berechtigt ge 
halten und daher kein Bedeuten getragen, das Lysoform 
j au sich zu nehme-'. Auß-r dies-n Gegenwänden sollte die 
l K. auch noch verschiedene Kinderkleidungsstücke aus den Be 
ständen des Heims entsendet haben; sie bestritt vor. Gericht 
j diesen Diebs.aßl, und die Beweisaufnahme ergab auch be- 
: zäglicki dieser Ta. keine hinreichenden Belastungsmoinenle. 
* Wegen der übrige» Diebstähle erkannte die Strafkammer 
, nach dem Antrage des Staatsanwalts auf 0 Monate 
! Gefängnis. 
Writernachrlchten 
Mittwoch: Kühl und vorwiegend Regen, dazunschcu 
teilweise aufklarend.. < 
j L«rantw Schriftleiter: Herm. Marttnia» t« Frieden«». 
Am kl ich es? 
Bekairntmackmng. L o t t.e r i k g e n e h IN i g u II g. Dem 
Verein für die WicderhersteUuüg der St. Lorenzkirche in 
Nürnberg ist die Erlaubnis erteilt worden, die Lose der 
von der Königlichen Bayerischen Regierung für die Jahre 
101S und 1919 mit einem Spielkapikal von je 375000 M. 
und" einem Reinerträge von je 125 000 M. genehmigten 
ll. und 12. Reihe der Geldlotterie zur Wiederherstellung
	        
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