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Die Huldigungsfeier Sr. Maj. Königs Friedrich Wilhelm IV. zu Berlin, am 15. October 1840

Metadaten : Chronik von Berlin's denkwürdigsten Tagen, oder Beschreibung aller in Berlin am 21. September und 15. October 1840 bei dem Einzuge und der Huldigung stattgehabten Aufzüge und Feierlichkeiten, nebst vollständigem Namensverzeichniss aller Zunft- und Gewerks-Genossen, die daran Theil genommen (Public Domain)

J.

Gabriele.

„Roma, 19. Nov. 1808.

Carissimc Pop
Io non so berr scrivere ancora, ma tonto vi voglio dire
quanto —ans vVoi e 7Torder uanto desidero il
vostro ringreczi Al n le quali farô la
madamina Adelaidée imparæꝝ tede— non mi piace niente.
Noi dormiamo in camera »ostr Dottore ci porta
spesso li dolci la mattina. Acc. Paà, amate vostra
buona Gabriella e salutate Teodorc.
(Lieber Papa! Ich kann noch nicht qut schreiben, aber das will
ich Euch doch sagen: wie ich Euch sich 622 (1 und Theodor, und
wie sehr ich Eure Rückkehr wünsche. dane Euch für die Ketten,
mit denen ich mich wie eine Dame putzen werde. Adelheid lernt
Deutsch, was mir nicht gefällt, gar nicht. Wir schlafen in Eurem
Zimmer, und der Herr Doktor bringt uns oft des Morgens Süßig—
keiten. Adieu, lieber Papa, liebet Eure gute Gabriele und grüßt
Theodor.)

Frau v. Humboldt selbst hatte durch den frühen Tod ihrer Mutter
eine freudlose Kindheit und Jugend gehabt. Das einsame Leben auf
dem Lande mit dem pedantischen Vater, dem nüchtern trockenen Bruder,
die strenge Zucht einer völlig geistlosen französischen Gouvernante boten
ihrem lebhaften Geist und Gemöth nichts als Zwang und unsägliche
Langweile, und es ist ein Betrrig ür die Errft ihrer ursprünglichen
Natur, daß sie sich davon nich! zu Boden drüt“ ließ, sondern auch in
dieser stagnirenden Umgebung eine eigeithümliche Frische und nie ver—
siegende Heiterkeit behielt. Wenn * jedoch im späteren Leben mit
Schaudern ihrer lichtlosen und u.a. ückten Jugend gedachte, so war
es eine natürliche Folge, daß sic fi bestrebte, ihre Kinder so viel
Heiterkeit und Frohsinn genießen zu sen wie nur möglich. Und eine
sonnige Kindheit haben Sescce Gabriele gehabt, nicht nur erhellt
von der italienischen Sonn nt und durchleuchtet von
der Sonne mü einer Erzieherin über⸗
antwortet worder, un ge, Lic mar nigfachen Ansprüche an
die Mutter diese verhinderten, sie unausgesetzt zu beobachten, so konnten
sie sich viel eigenartiger und selbständiger entwickeln. Der Einfluß
der Mutter war doch immer da und umgab sie wie die Luft, die sie

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