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Full text: Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen

Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft

Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen

Jugend in Berlin

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Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen - 3. überarbeitete Auflage 2012 -

Impressum
Herausgeber Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Bernhard-Weiß-Straße. 6 10178 Berlin-Mitte http://www.berlin.de/sen/bjw/ Koordination und Redaktion Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft - III C 11 - Allgemeine Jugendarbeit Wolfgang Witte Bernhard-Weiß-Straße 6 10178 Berlin Tel.: (030) 90227-5336 E-Mail: Wolfgang.Witte@SenBWF.Berlin.de Gestaltung und Druck Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Foto des Deckblattes Katharina Freygang (FSJ-Kultur) JugendKulturZentraum PUMPE Tanz- und Medienprojekt Meiner Meinung nach Winterferien 2012
QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 -

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Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen

QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 -

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Vorwort

Sehr geehrte Damen und Herren, Jugendfreizeiteinrichtungen sind wichtige Orte der nichtformellen Bildung von Kindern und Jugendlichen. Die neue dritte Auflage des Handbuches Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen zeigt anschaulich wie dieser vielfältige Anspruch eingelöst wird. Ein gemeinsames Qualitätshandbuch für alle über 400 Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen zu schaffen, galt einmal als utopisches, nicht realisierbares Vorhaben. Die ersten beiden Auflagen des Handbuches haben aber gezeigt, dass dieses Instrument der Selbstevaluierung sowohl zur Sicherung fachlicher Standards als auch für die Vermittlung des Profils von Jugendarbeit in der Fachöffentlichkeit unverzichtbar geworden ist. Auch außerhalb Berlins wird das Handbuch vielerorts genutzt. Die Berliner Veränderungsprozesse der vergangenen Jahre, die Übertragung von Jugendfreizeiteinrichtungen aus öffentlicher in freie Trägerschaft, die mit der Sozialraumorientierung der Jugendhilfe verbundene Regionalisierung der bezirklichen Jugendarbeit und die fortschreitende Kooperation mit Schulen haben gezeigt, wie hilfreich und zweckmäßig das Handbuch als verbindende Arbeitsgrundlage ist. Die Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen als Bildungsorte richten sich an alle Kinder, Jugendlichen und junge Erwachsene, unabhängig von ihrer sozialen, ethnischen und kulturellen Zugehörigkeit. Sie fördern mit ihren Angeboten, gerade in einer Stadt der Vielfalt und der Weltoffenheit, sozialen Zusammenhalt und gegenseitige Verständigung. Sie sind zugleich Orte und Ausgangspunkt für die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen, fördern soziale Verantwortung und gesellschaftliche Mitverantwortung. Ihre Aufgaben verwirklichen sie zunehmend gemeinsam mit anderen für Kinder und Jugendliche bedeutsamen Einrichtungen, insbesondere mit Schulen, mit Kultureinrichtungen und mit anderen Bereichen der Jugendhilfe. Die dritte Auflage beinhaltet zahlreiche Ergänzungen. Neue Themen, sind die Kooperation mit Schulen, die Elternarbeit, die lebensweltbezogene Konzeptentwicklung, interkulturelle und internationale Jugendarbeit sowie die Nutzung von Online-Communities. Weiter wurden vorhandene Texte durchgesehen und im Hinblick auf Inklusion, Schutz vor pädophilen Übergriffen und Homophobie ergänzt. Das Qualitätshandbuch zeigt, dass Berlin über eine intakte und produktive fachliche Kooperationsstruktur der bezirklichen und landesweiten Jugendarbeit verfügt. Ohne die aktive Mitarbeit der Kolleginnen und Kollegen aus den Jugendfreizeiteinrichtungen, der fachlich in der Jugendämtern für Jugendarbeit Zuständigen und die Unterstützung des Sozialpädagogischen Fortbildungsinstituts Berlin-Brandenburg wäre ein solcher Arbeitsprozess nicht möglich. Ich danke allen, die zu der vorliegenden neuen Auflage beigetragen haben, sehr herzlich für Ihre Arbeit. Den Fachkräften in den Jugendfreizeiteinrichtungen wünsche ich bei der Nutzung des neuen Qualitätshandbuches gute Erkenntnisse für eine erfolgreiche Kinder- und Jugendarbeit. Mit freundlichen Grüßen

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Sandra Scheeres Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft

QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 -

5 Inhaltsverzeichnis
Vorwort ................................................................................................................................. 4
ERLÄUTERUNGEN ZUM HANDBUCH QUALITÄTSMANAGEMENT DER BERLINER JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN 8 KAPITEL 1: GRUNDLEGENDE ZIELE UND HANDLUNGSORIENTIERUNGEN ......................................................... 16 Allgemeine Förderung .......................................................................................................................... 16 Jugendfreizeiteinrichtungen sind Bildungsorte ..................................................................................... 16 Förderung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung ................................................................... 17 Sozialraum- und Lebensweltorientierung ............................................................................................. 17 Jugendarbeit in Kooperation mit Schulen ............................................................................................. 17 Gender Mainstreaming ......................................................................................................................... 18 Sicherung der allgemeinen Rahmenbedingungen ............................................................................... 18 KAPITEL 2: KERNAKTIVITÄTEN ZUR ARBEITSORGANISATION ......................................................................... 20 2.1 Kernaktivität Leitung ....................................................................................................................... 20 2.2 Kernaktivität Teamarbeit................................................................................................................. 22 2.3 Kernaktivität Kooperation mit der zuständigen Stelle des Jugendamts ......................................... 24 2.4 Kernaktivität Vernetzungen............................................................................................................. 25 2.5 Kernaktivität Zusammenarbeit mit Schulen – Kontaktaufnahme.................................................... 26 2.6 Kernaktivität Kooperation mit Schule.............................................................................................. 28 2.7 Kernaktivität Elternarbeit................................................................................................................. 30 2.8 Kernaktivität Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung.............................. 32 2.9. Kernaktivität Schutz von Kindern und Jugendlichen vor pädosexuellen Übergriffen .................. 34 2.10 Kernaktivität Öffentlichkeitsarbeit ................................................................................................. 36 2.11 Kernaktivität Qualitätsmanagement.............................................................................................. 38 2.12 Kernaktivität Dokumentationssystem und statistische Methoden ................................................ 40 KAPITEL 3: KERNAKTIVITÄTEN ZUR FACHLICHEN WEITERENTWICKLUNG ........................................................ 42 3.1 Kernaktivität Arbeit an der Konzeption der Einrichtung .................................................................. 42 3.2 Kernaktivität Lebensweltanalysen als Teil der sozialräumlichen Konzeptentwicklung .................. 44 3.3 Kernaktivität Weiterentwicklung der fachlichen Ressourcen.......................................................... 46 3.4 Kernaktivität Qualifizierung zur Erlangung von Genderkompetenz................................................ 47 3.5 Kernaktivität Interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter................................ 48 KAPITEL 4: SCHWERPUNKT – OFFENER BEREICH IN KINDER UND JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN ............... 51 4.1 Merkmale des Schwerpunktes „Offener Bereich in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen“ ...... 51 4.2 Kernaktivität Gestaltung des Eingangsbereiches ........................................................................... 53 4.3 Kernaktivität Gestaltung des zentralen offenen Bereiches............................................................. 55 4.4 Kernaktivität Gestaltung von offenen Funktionsräumen................................................................. 57 4.5 Kernaktivität Gestaltung des Erstkontaktes mit neuen Besucherinnen und Besuchern ................ 59 4.6 Kernaktivität Pädagogisches Handeln im offenen Bereich............................................................. 61 4.7 Kernaktivität Aushandeln von und Umgang mit Regeln ................................................................. 63 4.8 Kernaktivität Umgang mit schwierigen, konfliktreichen Situationen im offenen Bereich ................ 65 4.9 Kernaktivität Umgang mit besonderen Problemen einzelner Kinder und Jugendlicher ................ 67 KAPITEL 5: SCHWERPUNKT – PARTIZIPATION IN KINDER- UND JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN .................... 70 5.1 Merkmale des Schwerpunktes „Partizipation in Kinder- und Jugendfreizeitstätten“ ...................... 70 5.2 Kernaktivität Mitbestimmung des Programms und der Angebotsinhalte der Einrichtung .............. 72 5.3 Kernaktivität Aushandeln von und Umgang mit Regeln ................................................................. 74 5.4 Kernaktivität Partizipation bei der Ausstattung der Einrichtung...................................................... 76 5.5 Kernaktivität Kinderkonferenz und Jugendvollversammlung.......................................................... 78 5.6 Kernaktivität Partizipation bei Projekten zur Umgestaltung des Lebensumfeldes in der Region... 80 KAPITEL 6: SCHWERPUNKT – MEDIENBILDUNG IN KINDER- UND JUGENDFREIZEITEINRICHTUNGEN .................. 83 6.1 Merkmale des Schwerpunkts Medienbildung ................................................................................. 83 6.2 Kernaktivität Offenes Angebot zur Mediennutzung ........................................................................ 84 6.3 Kernaktivität Online Communities................................................................................................... 86 6.4 Kernaktivität Medienpädagogische Gruppenarbeit......................................................................... 88 6.5 Kernaktivität Medienpädagogische Projektarbeit ........................................................................... 90

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6.6 Kernaktivität Umsetzen von Regeln zur Mediennutzung................................................................ 92 6.7 Kernaktivität Medienpädagogische Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ............... 93 6.8 Kernaktivität Ausstattung für medienpädagogische Angebote....................................................... 95 KAPITEL 7: SCHWERPUNKT - SPORTORIENTIERTE JUGENDARBEIT................................................................. 98 7.1 Merkmale des Schwerpunktes „Sportorientierte Jugendarbeit“ ..................................................... 98 7.2 Kernaktivität Offene Sportangebote ............................................................................................... 99 7.3 Kernaktivität Sport-Events ............................................................................................................ 101 7.4 Kernaktivität Sportorientierte Fahrten und Ausflüge..................................................................... 103 7.5 Kernaktivität Fachliche Qualifizierung für sportbezogene Angebote............................................ 105 7.6 Kernaktivität Ausstattung für sportorientierte Angebote ............................................................... 107 KAPITEL 8: SCHWERPUNKT - KULTURELLE KINDER- UND JUGENDARBEIT .................................................... 110 8.1 Merkmale des Schwerpunktes „Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit“ ......................................... 110 8.2 Kernaktivität Vorbereitung von kulturellen Veranstaltungen......................................................... 112 8.3 Kernaktivität Durchführung von kulturellen Veranstaltungen ....................................................... 114 8.4 Kernaktivität Gruppenarbeit im Bereich kultureller Jugendarbeit ................................................. 116 8.5 Kernaktivität Projektarbeit im Bereich kultureller Jugendarbeit .................................................... 118 8.6 Kernaktivität Arbeit mit Nachwuchsbands .................................................................................... 120 8.7 Kernaktivität Arbeit mit Jugendszenen und –kulturen .................................................................. 122 8.8 Kernaktivität Interkulturelle Arbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen................................................ 124 8.9 Kernaktivität Internationale Begegnungen.................................................................................... 126 KAPITEL 9: SCHWERPUNKT - GESCHLECHTSBEWUSSTE MÄDCHEN- UND JUNGENARBEIT ............................. 129 9.1 Merkmale des Schwerpunktes „Geschlechtsbewusste Mädchen – und Jungenarbeit“ ............... 129 9.2 Kernaktivität Geschlechtsbewusste koedukativ gestaltete Angebote .......................................... 130 9.3 Kernaktivität Konzeptionelle Planung von Angeboten für Mädchen und Angeboten für Jungen . 131 9.4 Kernaktivität Schaffung von eigenen Räumen für Mädchen und für Jungen .............................. 134 9.5 Kernaktivität Arbeit mit Mädchengruppen..................................................................................... 136 9.6 Kernaktivität Arbeit mit Jungengruppen........................................................................................ 138 9.7 Kernaktivität Aneignung des öffentlichen Raumes durch Mädchen und junge Frauen................ 140 ANHANG ................................................................................................................................................... 143 Teil 1 Gebrauchsanweisung für Anfängerinnen, Anfänger und Fortgeschrittene .............................. 143 Teil 2 TOOLS – Handwerkszeug für das Qualitätsmanagement ....................................................... 145 a) Muster für einen Auswertungsbogen.......................................................................................... 145 b) Dokumentationsbogen................................................................................................................ 146 c) Befragung von Besucherinnen und Besuchern von Jugendfreizeitstätten................................. 148 Allgemeine Hinweise für Befragungen................................................................................................ 148 Besucherbefragungen anhand von Fragebögen ............................................................................ 149 1. Leitfaden zur Handhabung des Fragebogens für Besucherinnen und Besuchern ................... 149 2. Beispiel Fragebogen für Befragungen von Besucherinnen und Besuchern ............................. 151 3. Anleitung zum Gebrauch der Excel-Auswertungstabelle für den Fragebogen ......................... 155 d) Arbeitsmaterialien für Veranstaltungen der Kulturellen Jugendarbeit ............................................ 156 1. Checkliste Vorbereitung einer Veranstaltung ............................................................................. 156 2. Checkliste Vor Beginn einer Veranstaltung ................................................................................ 157 3. Checkliste Verlauf der Veranstaltung ......................................................................................... 159 4. Checkliste Ende der Veranstaltung ............................................................................................ 160 5. Checkliste am Tag nach der Veranstaltung ............................................................................... 161 6. Exemplarisches Beispiel einer Kostenkalkulation einer größeren Veranstaltung ...................... 162 e) Checkliste für die sozialräumliche Erkundung von Jugendszenen und Jugendkulturen* ............. 164 f) Materialien für die Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung...................... 166 1. Berlineinheitliche Indikatoren / Risikofaktoren zur Erkennung von Gefährdungssituationen..... 166 g) Berlineinheitliche Risikoeinschätzung (Ersteinschätzung gem. § 8 a SGB VIII) ............................ 169 Teil 4 Mindeststandards zur von Jugendfreizeiteinrichtungen .......................................................... 174 Teil 5 Jugendfreizeiteinrichtungen und Träger, die das Handbuch erarbeitet haben......................... 176 Teil 6 Erläuterungen zum Modellprojekt und zur Erarbeitung des vorliegenden QM-Handbuches ... 179 Teil 7 Beschlüsse zur Einführung des QM-Handbuches .................................................................... 180 Beschluss der Arbeitsgemeinschaft Berliner Öffentliche Jugendhilfe (AG BÖJ) vom 17.3.2004 zum Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten .................................................................. 180 Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses Berlin am 14. April 2004.......................................... 181

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Das Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen - Hinweise für Benutzerinnen und Benutzer -

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8 Erläuterungen zum Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen
Wozu das alles? – Hinweise für Benutzerinnen und Benutzer Im Handbuch zum Qualitätsmanagement (QM-Handbuch) wird die Qualität des Arbeitsfeldes der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen transparent und nachvollziehbar beschrieben. Das QMHandbuch bildet eine Grundlage zur fortlaufenden Qualitätsentwicklung. Der Aufwand bei der Arbeit mit dem QM-Handbuch kann sich lohnen: • • • • • Die unmissverständliche, eindeutige Beschreibung von Zielen, Kriterien und Indikatoren erleichtert die Einarbeitung neuer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Sie trägt dazu bei, überflüssige Diskussionen zu vermeiden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können ihr Tun jederzeit gegenüber Außenstehenden darstellen und begründen. Über die wichtigsten, unverzichtbaren Aspekte der Arbeit herrscht Einigkeit. Eindeutige, überprüfbare Indikatoren zeigen, wo die Einrichtung steht.

Die Gliederung des QM-Handbuches für die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen orientiert sich an den „Angebotschwerpunkten“ dieses Arbeitsfeldes. In der vorliegenden 3. Auflage sind die Schwerpunkte „Offener Bereich“, „Medienbildung“ und „Partizipative Kinder- und Jugendarbeit“, „Kulturelle Jugendarbeit“, „Sportorientierte Jugendarbeit“ und „Geschlechtsbewusste Mädchenund Jungenarbeit“ dargestellt. Jeder Schwerpunkt wird anhand von mehreren „Kernaktivitäten“ beschrieben. Alle Kernaktivitäten sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: Es geht immer darum, die wichtigsten Ziele einer Kernaktivität zu beschreiben und zu überprüfen, an welcher Stelle Sie sich auf dem Weg zum Ziel befinden. Diese Selbstevaluation hilft Ihnen zu bestimmen, wie Sie ihre Arbeit künftig entwickeln möchten. Kernaktivitäten – was ist das? Kernaktivitäten sind jene (Arbeits-)Prozesse, die für den Erfolg der Arbeit große Bedeutung haben. In den Kernaktivitäten spiegeln sich die grundlegenden Ziele und Handlungsorientierungen der Jugendarbeit wider. Sie betreffen in erster Linie die pädagogische Arbeit; aber auch die Organisation der Arbeit innerhalb eines Teams und die Kooperation mit anderen Institutionen. Die Beschreibung von Kernaktivitäten folgt diesem Muster: 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziele(e) Hier wird in wenigen Sätzen beschrieben, worum es bei dieser Kernaktivität geht. Für wen machen wir das? Was wollen wir mit dieser Kernaktivität erreichen? Es werden einige wichtige Ziele beschrieben, die durch das pädagogische Handeln erreicht werden können. Unter Umständen halten Sie noch andere Ziele für wichtig. Doch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus den beteiligten Jugendfreizeiteinrichtungen haben sich für diese – hier genannten – als die wichtigsten Ziele entschieden. Es reicht aus, wenn einige der wichtigsten Ziele genannt werden. Welche Voraussetzungen und Rahmenbedingungen müssen gegeben sei, damit wir die Kernaktivität qualitätsvoll bearbeiten können (Strukturqualität)? Durch welche Tätigkeiten oder Regeln fördern wir die Qualität dieser Kernaktivität? Diese Tätigkeiten betreffen meistens die Arbeitsweisen der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. (Prozessqualität)

4. Qualitätskriterien

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5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Hier werden einzelne wichtige Schritte oder Voraussetzungen beschrieben, die für das Erreichen des Ziels unverzichtbar sind. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können dann regelmäßig selbst überprüfen, wie weit sie das in den Beschreibungen Vereinbarte erfüllen konnten. An den Indikatoren lässt sich erkennen, inwieweit Ziele schon erreicht wurden. Es wird angegeben, in welchen Zeitabständen eine Jugendfreizeiteinrichtung ihre Arbeit anhand der Indikatoren selbst evaluiert. Es wird empfohlen, mindestens einmal jährlich einen pädagogisch-inhaltlichen Schwerpunkt auf diese Weise durchzuarbeiten. Dabei können Sie feststellen, durch welche Stärken sich ihre Einrichtung auszeichnet und welche Verbesserungsbereiche („Schwachstellen“) es gibt. Sie könnten mit Ihrem Team beschließen, welchen Kernaktivitäten Sie im folgenden Jahr besondere Aufmerksamkeit widmen werden. Einige Verbesserungen werden Sie gar nicht durchführen können, weil Ihnen die Mittel dazu fehlen. Hierüber könnten Sie könnten mit der zuständigen Kollegin oder dem zuständigen Kollegen Ihres Trägers bzw. im Jugendamt Ihres Bezirks besprechen welche Lösungsmöglichkeiten es gibt.

6. Qualitätssicherung

Sollte in einer Einrichtung eine hier nicht beschriebene Kernaktivität eine große Bedeutung haben, dann können die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter diese nach dem Muster im QM-Handbuch zusätzlich beschreiben. Alle Ziele, Qualitätskriterien und Indikatoren sollten in Form von ganzen Sätzen beschrieben werden. Auf diese Weise kann jeder unmissverständlich erkennen, wer, was, wann, wie tun wird und was dazu gebraucht wird. In der Regel werden die Ziele nach dem SMART-Prinzip (Spezifisch, d. h. konkret und präzise, Messbar, d. h. überprüfbar, Aktionsorientiert, d. h. in einer Liste von Aktionen darstellbar, Realistisch, d. h. erreichbar - auch bei „Hindernissen“... -, Terminierbar, d. h. es gibt feste Zwischen- und Endtermine) formuliert. Wie ist dieses QM-Handbuch entstanden? Bei der Erarbeitung der ersten Auflage des QM-Handbuches haben die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus zahlreichen Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen1 ihre Entwürfe zur Beschreibung von Kernaktivitäten gemeinsam mit den Mitgliedern der Projektgruppe2 diskutiert. In einem Konsensfindungsprozess haben diese Entwürfe dann eine von den beteiligten Einrichtungen, Trägern und Jugendämtern akzeptierte Form erhalten.Es sind zahlreiche Änderungsvorschläge zu den vorigen Auflagen geprüft und berücksichtigt worden. Auch das vorliegende Handbuch ist ein vorläufiges Ergebnis. Es wird zukünftig weiter entwickelt und verbessert werden. Vom Sinn und Unsinn des Qualitätsmanagements Zu Beginn der Erarbeitung des Handbuches wurden Befürchtungen laut, in QM-Handbüchern würden nur weniger bedeutende Ereignisse beschrieben werden. Diese Beschreibungen beträfen dann die Arbeit vor Ort nur am Rande. Eingedenk dieser Befürchtung bemühten sich alle Beteiligten darum, mit den QM-Beschreibungen zentrale Ereignisse der pädagogischen Arbeit zu erfassen. Dennoch könnte manchmal der Eindruck entstehen, mit den Beschreibungen wirklich
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Im Sprachgebrauch der Berliner Jugendarbeit wird „Jugendfreizeitarbeit“ weitgehend gleichgesetzt mit „Offene Jugendarbeit“. Beide Begriffe werden im Handbuch synonym gebraucht. Ebenso unterscheiden sich die Bezeichnungen der Zielgruppen, z. B. Besucher, Nutzer oder Teilnehmer, Kinder und Jugendliche. Die Unterschiede wurden nur dort angeglichen, wo dies für die Verständigung notwendig ist. Junge Volljährige wurden in der Regel nicht extra benannt, sie sind üblicherweise bei „Jugendliche“ mit gemeint. Das Handbuch richtet sich sowohl an Jugend- als auch an Kinderfreizeiteinrichtungen. 2 Die Entstehung, die Organisation und das methodische Vorgehen des Modellprojektes „Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit“ wird im Anhang ausführlich dargestellt.
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Bedeutsames nicht getroffen zu haben. Deshalb muss die Beschreibung jeder Kernaktivität dieses Handbuchs regelmäßig darauf hin überprüft werden, ob sich in ihr tatsächlich die Qualität der Arbeit widerspiegelt. Wenn nötig, sollten Ergänzungen vorgenommen werden. Selbstüberprüfung / Selbstevaluation Anhand der Indikatoren kann jede Einrichtung überprüfen, wie weit die in den Kernaktivitäten beschriebenen Bedingungen erfüllt sind. Auf diese Weise kann die einzelne Einrichtung ihre Stärken und Verbesserungsbereiche („Schwachstellen“) identifizieren. Verbesserungsbedarf entsteht des Öfteren, wenn die Rahmenbedingungen (Ausstattung mit Sachmitteln und Personal) nicht den Ausstattungsstandards3 entsprechen. Auf unzureichende Rahmenbedingungen sollte in den jährlich zu erstellenden „Sachberichten“4 hingewiesen werden. Mit den Ergebnissen aus der Selbstüberprüfung kann eine Einrichtung unter anderem nachweisen, was im vergangenen Jahr erreicht wurde, welche Entwicklungen in der Lebenswelt der Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern beobachtet wurden und welche pädagogischen Handlungsperspektiven für nötig gehalten werden. Damit die Arbeit an der Selbstüberprüfung und der weiteren Qualitätsentwicklung auch von kleinen Einrichtungen geleistet werden kann, sollte in folgender Weise vorgegangen werden:

α) Zeitressourcen schaffen für die Arbeit mit dem QM-Handbuch: Die meisten Teams leiden auch ohne ein QM-Handbuch nicht an einem Mangel an Arbeit. Sie wünschen sich mehr Klarheit und Entlastung in einem oft sehr engen Alltag. Eine bewusste Entscheidung für den Gebrauch des Qualitätshandbuches und eine damit verbundene Prioritätensetzung bringt im Ergebnis auch einen Zeitgewinn für das Team. Beispielsweise könnte man eine Teamsitzung pro Monat für die Selbstüberprüfung einer oder mehrerer Kernaktivitäten nutzen.
b) Prioritäten setzen: Wahrscheinlich wird nicht alles, was im QM-Handbuch als Ziel beschrieben ist, von Anfang an vollständig eingelöst. Ein Team könnte sich entscheiden, seine qualitätsfördernden Aktivitäten und Untersuchungen jeweils einer Gruppe von Kernaktivitäten oder einem Schwerpunkt für einen festgelegten Zeitraum zu widmen. Berichtswesen Seit 2006 setzen die Berliner Jugendämter einen abgestimmten Sachbericht für das Berichtswesen im Rahmen des Wirksamkeitsdialoges ein. Neben Informationen zu den Angeboten, zur Besucherstruktur, zu Lebenswelt und Umfeld der Besucher/innen werden auch zusammengefasste Ergebnisse aus der Arbeit mit dem Qualitätshandbuch abgebildet. Wirksamkeitsdialog5 Die Angebote der Jugendarbeit, ihre fachliche Einbindung und die sie betreffenden jugendpolitischen Entscheidungen sollen durch die Arbeit mit dem QM-Handbuch, dem Sachbericht und den kommunalen Wirksamkeitsdialog verbessert werden.

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Teil 4 der Anlage Mindeststandards zur personellen und sächlichen Ausstattung von Jugendfreizeiteinrichtungen 4 In Berlin wird der gemeinsame Sachbericht der Jugendfreizeiteinrichtungen eingesetzt. Das Konzept des Wirksamkeitsdialoges wurde in den vergangenen Jahren im Land Nordrhein-Westfalen entwickelt und ist dargestellt u. a. in: Projektgruppe WANJA: „Handbuch zum Wirksamkeitsdialog in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit“, Münster 2000 und Ministerium für Frauen, Jugend, Familie und Gesundheit (Hrsg.): „Offene Kinder- und Jugendarbeit – Der Wirksamkeitsdialog“, 2002. "Ansätze und Erfahrungen mit Wirksamkeitsdialogen in Nordrhein-Westfalen und Berlin sind dargestellt in: Ulrich Deinet / Marco Slapka / Wolfgang Witte: „Qualität durch Dialog - Bausteine kommunaler Qualitäts- und Wirksamkeitsdialoge. Qualitätsmanagement in der Kinder und Jugendarbeit, Wiesbaden (VS Verlag) 2007“
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Im Kern geht es darum, die im Berichtswesen dargestellten Konzepte, Planungen, Wirkungen und Entwicklungen der Einrichtungen im Sozialraum, in der Region, auf Bezirks- und Landesebene in einem dialogischen Verfahren so zu vermitteln, dass weitergehende Schlüsse für die fachliche Planung gezogen werden können. Aussagen des Berichtswesens müssen für diesen Zweck zusammengefasst und verallgemeinert werden. Hierfür ist ein dialogisches Verfahren vorgesehen. Die Ergebnisse sollen jeweils durch die zuständigen Stellen des Jugendamtes in Abstimmung mit den Einrichtungen und Trägern zusammengeführt werden. Im Rahmen des „Modellprojektes Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit“ wurde das Modell für einen kommunalen Wirksamkeitsdialog auf bezirklicher Ebene entwickelt. Es wird hier dokumentiert: Modell für den kommunalen Wirksamkeitsdialog Jugendarbeit Ziel des kommunalen Wirksamkeitsdialoges ist die Unterstützung der fachlichen Steuerung von Angeboten der bezirklichen Jugendarbeit durch eine systematische Auswertung des qualitativen und quantitativen Berichtswesens. Das Handbuch „Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeiteinrichteinrichtungen“ und der „Gemeinsame Sachbericht für die Jugendfreizeiteinrichtungen“ sind Grundlagen für das hier empfohlene Verfahren. Das Modell für den bezirklichen kommunalen Wirksamkeitsdialog geht davon aus, dass es in den Bezirken eine Berichterstattung über den Leistungsbereich Jugendarbeit (§ 11 SGB VIII) gibt, unabhängig davon, ob es sich um einen eigenständigen Bericht zu Jugendarbeit handelt, ob dieser Teil eines regionalen, sozialräumlichen oder bezirklichen Berichtes zur Jugendhilfe insgesamt ist. Die im bezirklichen Wirksamkeitsdialog erhobenen Daten und festgelegten Ziele stehen dem Land für eigene Berichte (z.B. den Jugendfreizeitstättenbericht) zur Verfügung. Die Umsetzung des kommunalen Wirksamkeitsdialoges beinhaltet die Koppelung der Qualitätsentwicklung mit der Steuerungsfunktion des Jugendamtes. Der zeitliche Rhythmus des Steuerung - Bericht – Steuerung – Kreislaufes soll so gestaltet werden, dass Erkenntnisse aus dem Wirksamkeitsdialog in die Zielvereinbarungen für die folgende Förderperiode einbezogen werden können. Vom einrichtungsbezogenen zum kommunalen Wirksamkeitsdialog Grundlage kommunaler Wirksamkeitsdialoge sind die Erkenntnisse, die über die Lebenswelt und die sozialen Räume der Zielgruppen, über die pädagogische Arbeit der Einrichtungen und Projekte und über die Ergebnisse dieser Arbeit vorliegen. Hierzu gibt der einrichtungsbezogene Wirksamkeitsdialog Aufschluss. Seine Instrumente sind u.a. Besucherinnen und Besucher Befragungen, Methoden der sozialräumlichen Konzeptentwicklung, Gespräche mit Nachbarn und Schlüsselpersonen im Ortsteil, Lehrern und Schulen, die Auswertung von Erfahrungen aus Kooperationen und die Selbstevaluation mit dem QM-Handbuch. Der Wirksamkeitsdialog besteht aus fünf Ebenen: • • • • • A Bericht der Jugendfreizeiteinrichtung B Bericht Jugendarbeit in der Region C Bericht Jugendarbeit im Bezirk D Entscheidungen über Ziele und Schwerpunkte durch das Jugendamt (Jugendhilfeausschuss und Verwaltung) E Zielvereinbarungen mit Trägern und Einrichtungen

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Wirksamkeitsdialog für Angebote der Jugendarbeit 12 (Bezirke)
A. Jugendfreizeiteinrichtungen Sachbericht und Auswertungsgespräch mit Träger und Jugendamt

B.

Bericht Jugendarbeit in der Region (JA) Regionale AG Schulen, andere Bereiche der JH Initiativen u.a.

1. Umsetzung fachlicher Vorgaben und Stellungnahme zu relevanten thematischen Schwerpunkten 2. Entwicklungen in der Besucher u. Teilnehmerstruktur 3. Veränderungen in den Regionen, sozialen Räumen und Lebenswelten der Kinder- und Jugendlichen sowie Handlungsbedarfe 4. Ergebnisse der Arbeit mit dem Qualitätshandbuch 5. Empfehlungen für zukünftige Schwerpunktsetzungen, fachliche Zielvorgaben

Feedback

C.

Bericht Jugendarbeit im Bezirk (JA)

1. Umsetzung fachlicher Vorgaben und Stellungnahme zu relevanten thematischen Schwerpunkten 2. Entwicklungen in der Besucher u. Teilnehmerstruktur 3. Veränderungen in den Regionen, den sozialen Räumen und Lebenswelten der Kinder- und Jugendlichen sowie Handlungsbedarfe 4. Ergebnisse der Arbeit mit dem Qualitätshandbuch 5. Empfehlungen für zukünftige Schwerpunktsetzungen, fachliche Zielvorgaben

Fach AG (§ 11) JFE freier und öffentl. Träger Jugendamt

Feedback

D. Jugendhilfeausschuss Entscheidungen über Ziele und Schwerpunkte

Verwaltung des Jugendamtes

Umsetzung

E. Zielvereinbarungen mit Trägern und Einrichtungen

Zuarbeit zu Berichten im Land Berlin
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Ebene A Bericht der Jugendfreizeiteinrichtung

Die Erkenntnisse des einrichtungsbezogenen Wirksamkeitsdialoges werden in dem Sachbericht („Gemeinsamer Sachbericht der Jugendfreizeiteinrichtungen“) dargelegt. Die zuständige Stelle des Jugendamtes, z.B. die in einer Region für Jugendförderung zuständige Fachkraft, führt mit der Leitung der Einrichtung (bei freien Trägern mit dessen Beteiligung) ein Auswertungsgespräch auf der Grundlage des Sachberichtes durch, so dass sichergestellt ist, dass die Fachkraft eine genaue Kenntnis über die einrichtungsbezogenen Erfordernisse und deren Zusammenhänge in der Region erhält. Ebene B Bericht Jugendarbeit in der Region

Die Ergebnisse der Sachberichte und der Auswertungsgespräche mit den Jugendfreizeiteinrichtungen und weiterer Projekte der Jugendarbeit in der Region werden durch das örtliche Jugendamt, in der Regel durch die in der Region für Jugendarbeit zuständige Fachkraft zu einem Bericht zusammengefasst. Für die Erstellung des Berichtes durch das Jugendamt werden fachbezogene Dialoge in den Regionen genutzt. (zwischen den Einrichtungen, in den regionalen AG) Für den Bericht Jugendarbeit werden folgende Gliederungspunkte vorgeschlagen: 1. Umsetzung fachlicher Vorgaben und Stellungnahme zu thematischen Schwerpunkten, die im Berichtszeitraum relevant waren • • • Ergebnisse und Erfahrungen der Umsetzung fachlicher Vorgaben aus den Zielvereinbarungen. Welche Ziele konnten erreicht werden, welche waren besonders schwierig zu erfüllen? Darstellung der relevanten Themen, die sich aus der Auswertung der Sachberichte und den Gesprächen mit den Einrichtungen ergeben, Relevante Informationen in der Entwicklung der Angebote der Jugendarbeit

2. Entwicklungen in der Besucherinnen und Besucher, Teilnehmerinnen und Teilnehmerstruktur der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen in der Region • • Entwicklungen der Besucherstruktur darstellen, Vergleiche zu Vorjahren anhand der Ergebnisse der Besucher/innenerfassung, Schlussfolgerungen – Aussagen und Folgerungen zum Bedarf

3. Veränderungen in den Regionen - Sozialraumorientierung, Lebensweltorientierung, Handlungsbedarfe • • • • Beschreibung der Regionen aus der Perspektive der Jugendarbeit, Besonderheiten anhand von Beispielen und in ihrer quantitativen Bedeutung beschreiben, In welche regionalen Kooperationen sind die Einrichtungen der Jugendarbeit einbezogen? Handlungsbedarfe aufzeigen

4. Ergebnisse der Arbeit mit dem QM-Handbuch • • Mit welchen Angebotsschwerpunkten (Kapiteln des QM-Handbuches) haben sich die Jugendfreizeiteinrichtungen befasst? Mit welchen Themen befassten sich einrichtungsübergreifende Arbeitsgruppen wie z.B. Qualitätszirkel oder Fachgruppen nach § 11 SGB VIII?

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• • • Welche Veränderungen in der Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtungen haben sich aus dem QM-Handbuch ergeben? Welcher fachliche Unterstützungsbedarf (z.B. für Fortbildungen, Beratung und Supervision) wurde deutlich? Wo sind für die Erreichung der Ziele erforderliche Rahmenbedingungen (vgl. Qualitätskriterien der Kernaktivitäten im QM-Handbuch nicht gegeben?

5. Empfehlungen für zukünftige Schwerpunktsetzungen – fachliche (und jugendpolitische) Zielvorgaben • • • • Vorschläge zu fachlichen Schwerpunktsetzungen Aussagen zu praktischen Umsetzungen, Vorschläge, die Organisation und Kooperation betreffen Hinweise für die Entwicklung der Jugendhilfeangebote in der Region

C Bericht über Jugendarbeit im Bezirk Das örtliche Jugendamt erstellt einen Bericht über die Jugendarbeit im Bezirk, in den die regionalen Berichte eingehen. Der bezirkliche Bericht ist in die gleichen 5 Punkte wie der regionale Bericht (s.o.) gegliedert. Er bietet der Verwaltung des Jugendamtes und dem Jugendhilfeausschuss die wichtigsten qualitativen und quantitativen Informationen über die Jugendarbeit im Bezirk und enthält Vorschläge zur weiteren Entwicklung und zu Zielen des Aufgabenbereiches. Der Bericht wird in den im Bezirk dafür vorgesehenen Gremien besprochen. Neben dem JHA können dies u.a. AG nach § 78 SGB VIII oder Fach AG zur Jugendarbeit sein. D Entscheidungen über Ziele und Schwerpunkte durch das Jugendamt (Verwaltung und Jugendhilfeausschuss) Als Ergebnis beschließt das Jugendamt (Verwaltung und JHA) jugendpolitische Zielvorgaben für die bezirkliche Jugendarbeit der nächsten Förderperiode. E Zielvereinbarungen mit Trägern und Jugendfreizeiteinrichtungen Die jugendpolitischen Zielvorgaben werden in die Zielvereinbarungen mit den Jugendfreizeiteinrichtungen und Trägern aufgenommen und sind die Grundlage für die Berichterstattung der darauffolgenden Förderperiode. Berichte über Jugendfreizeiteinrichtungen Zusätzlich bietet der kommunale Wirksamkeitsdialog Daten, die für die Berichte des Landes (z.B. für den Jugendfreizeitstättenbericht) genutzt werden können.

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Kapitel 1

Grundlegende Ziele und Handlungsorientierungen der Jugendarbeit

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16 Kapitel 1: Grundlegende Ziele und Handlungsorientierungen
Die grundlegenden Ziele und Handlungsorientierungen betreffen alle Angebote der Jugendarbeit im Sinne von Querschnittszielen. Sie haben sich in der Geschichte der Jugendarbeit herausgebildet. Weil diese Ziele vielfach miteinander in Beziehung stehen, sind sie nicht klar voneinander abzugrenzen. Allgemeine Förderung Jugendarbeit hat die Aufgabe der allgemeinen Förderung von jungen Menschen. Die Förderung richtet sich an alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen, unabhängig von ihrer individuellen Bedürftigkeit, ihrer sozialen, ethnischen und kulturellen Zugehörigkeit und ihrer sexuellen Orientierung. Darüber hinaus sollen Angebote so gestaltet sein, dass auch junge Menschen angesprochen werden, die aufgrund von gesundheitlichen Beeinträchtigungen, ökonomischen und sozialen Benachteiligungen oder Gefährdungen von Vereinzelung und Ausgrenzung bedroht sind. Dazu bemühen sich die Jugendfreizeiteinrichtungen u.a. ihre Räume barrierefrei zu gestalten. Jugendarbeit wirkt präventiv, indem sie ein lebendiges, vielfältiges und anregendes Milieu schafft, in dem die selbstbildenden Potenziale von jungen Menschen, ihren Peer Groups und Familien entfaltet werden. Freundschaftsbeziehungen und die Anerkennung von Leistungen, die Zugehörigkeit zu Milieus mit hoher Beziehungsqualität und die Aneignung von Schlüsselkompetenzen gelten als zentrale unterstützende Faktoren der Persönlichkeitsbildung. Jugendfreizeiteinrichtungen sind Bildungsorte Jugendarbeit ist gemeinsam mit anderen Bereichen des Bildungs- und Erziehungswesens, insbesondere in Kooperation mit Schule, verantwortlich, Bildungsprozesse von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Bildung bezeichnet den umfassenden Prozess der Persönlichkeitsentwicklung wodurch Menschen in die Lage kommen, Eigenverantwortung und Selbstorganisation wahrzunehmen, Leistungspotentiale zu entwickeln, kompetent zu handeln, Probleme zu lösen und Beziehungen zu gestalten6. Das ganzheitliche Bildungsverständnis umfasst kognitives, emotionales und soziales Lernen. Ein großer Teil der Bildung findet außerhalb formeller unterrichtlicher Lernsituationen statt. Mit der Kennzeichnung als allgemeine, politische, soziale, gesundheitliche, naturkundliche und technische sowie kulturelle und sportbezogene Bildung wird die Vielfalt der Bildungsaktivitäten der Jugendarbeit deutlich. Offene Kinder- und Jugendarbeit fördert die Entwicklung von • personalen Kompetenzen wie Selbstbewusstsein, Fähigkeit zum Umgang mit Gefühlen, Umgang mit Wissen, Neugier, kritischer Auseinandersetzung, Urteilsvermögen, Toleranz • sozialen Kompetenzen wie Ausdrucksfähigkeit, Teamfähigkeit, Verantwortungsbereitschaft und Solidarität, • kulturellen Kompetenzen wie interkulturellem Wissen, ästhetisch-gestalterische Kompetenzen, Medienkompetenz, • politische Kompetenzen der Mitgestaltung, Mitbestimmung und Mitverantwortung (Partizipation), • Genderkompetenzen wie Erweiterung der individuellen Perspektiven und Handlungsspielräume durch Veränderung vorhandener geschlechtsbezogener Rollenzuweisungen. Zusätzlich zu diesen Schlüsselkompetenzen erwerben Kinder und Jugendliche in der Jugendarbeit konkretes Wissen, das ihnen auch bei der beruflichen Orientierung und beim Übergang von der Schule in eine Berufsausbildung hilfreich ist.

6

Vgl. Der Senat von Berlin: Mitteilung zur Kenntnisnahme über Schulbezogene Kinder- und Jugendsozialarbeit weiterentwickeln (Drs. 16-3548) vom 5.10.2010, Anhang: Projektbericht Gesamtstruktur Schule – Jugendhilfe
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Förderung sozialer und gesellschaftlicher Verantwortung Jugendarbeit leistet einen wichtigen Beitrag zur Entwicklung einer zivilen Gesellschaft, indem sie das Lernen demokratischer Prozesse fördert. Kinder und Jugendliche können Möglichkeiten und Grenzen von Selbstorganisation, Mitbestimmung und Interessenvertretung erfahren und Strukturen demokratischer Beteiligung erproben. Jugendarbeit bestärkt Mädchen, junge Frauen, Jungen und junge Männer, soziale Verantwortung zu übernehmen und Kompetenzen für die friedliche Lösung von Konflikten zu erwerben. Die Bereitschaft junger Menschen Verantwortung zu übernehmen setzt voraus, dass sie auch Kenntnisse über Institutionen und deren Arbeitsweisen erwerben. Verantwortungsübernahme und Beteiligung können dort gelingen, wo sie von allen Beteiligten gewünscht und gefördert werden. Damit weist Jugendarbeit über Gleichaltrigengruppen hinaus und befähigt junge Menschen dazu, sich auch in anderen Lebensbereichen zu engagieren. Sozialraum- und Lebensweltorientierung Die Angebote der Jugendarbeit zielen darauf ab, dass Kinder und Jugendliche die Ressourcen ihrer sozialen Räume und Lebenswelten für die eigene Entwicklung nutzen können. Durchgängige Prinzipien der Sozialraumorientierung der Jugendarbeit sind: • das Anknüpfen am Willen und den Interessen der Kinder und Jugendlichen • die Förderung von Selbstorganisation und Selbsthilfe • die Konzentration auf die Ressourcen der Kinder und Jugendlichen • die Nutzung der materiellen Ressourcen im Lebensumfeld der jungen Menschen und im Stadtteil • eine zielgruppen- und bereichsübergreifende Arbeitsweise • die Kooperation mit anderen Einrichtungen, die für die Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen von Bedeutung sind • die Abstimmung der professionellen Ressourcen mit anderen Einrichtungen des Bildungsund Erziehungswesens Konzeptionen von Jugendfreizeiteinrichtungen müssen sich auf die sozialen Räume und Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen beziehen und Aussagen zur Kooperation mit anderen Einrichtungen des Bildungs- und Erziehungswesens, insbesondere mit Schulen, beinhalten. Der Wirkungsbereich von Jugendfreizeiteinrichtungen reicht aufgrund der Mobilitätsmuster von jungen Menschen bei speziellen Angeboten z. B. bei jugendkulturellen Veranstaltungen über das unmittelbare Umfeld hinaus. Jugendarbeit in Kooperation mit Schulen Jugendfreizeiteinrichtungen sind Akteure in regionalen Bildungsnetzwerken. Um die eigenen Ziele der Jugendarbeit besser zu erreichen, suchen sie die Zusammenarbeit u.a. mit Schulen, Horten und Kultureinrichtungen. Den großteils formellen curricularen Lernangeboten der Schule stehen durch die Jugendarbeit zusätzliche nichtformelle Bildungsangebote zur Seite. Für die erfolgreiche Zusammenarbeit ist es notwendig, dass die Partner/innen ihre verschiedenen Rollen kennen und diese gegenseitig anerkennen. Jugendarbeit in Kooperation mit Schulen • findet additiv, d.h. zusätzlich zum schulischen Bildungsangebot, insbesondere zum Unterricht statt, • fördert die Selbstorganisation, die soziale Verantwortung und die interessenbezogene Bildung von Kindern und Jugendlichen in der Schule, in ihrem Umfeld und im Sozialraum, • ist ein eigenständiges Angebot der Kinder- und Jugendhilfe auf der Grundlage eines Kontraktes mit der Schule, • berücksichtigt die organisatorischen Rahmenbedingungen der Institution Schule, • erfüllt eine Brückenfunktion zwischen der Schule und anderen Angeboten der Jugendarbeit und der Jugendhilfe in der Region, • sichert durch die Einbeziehung von Eltern im notwendigen Umfang die Möglichkeit der Kinder und Jugendlichen, Angebote der Jugendarbeit eigenständig wahrzunehmen, • bezieht weitere Bildungspartner u.a. aus den Bereichen Kultur und Wirtschaft mit ein.

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Angebote der Jugendfreizeiteinrichtungen in Zusammenarbeit mit Schulen sind Bestandteil der bezirklichen Rahmenkonzeption und zwischen Jugendamt, ggf. freiem Träger, Schule und Schulaufsicht abgestimmt. Gender Mainstreaming Das Ziel von Gender Mainstreaming ist die Gleichstellung von Menschen beiderlei Geschlechts in allen gesellschaftlichen Bereichen. Der Begriff „Gender“ benennt die gesellschaftlich konstruierten, sozialen und kulturellen Definitionen von „Geschlecht“, die durch die vielfältigen Lebenswelten von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen geprägt sind. Alle Lebensbereiche von Jungen, jungen Männern, Mädchen und jungen Frauen sind genderspezifisch geprägt. Deshalb ist Geschlechtergerechtigkeit ein Querschnittsziel für alle Angebote der Jugendarbeit, für die Nutzung von Ressourcen und für das von den Besucher/innen modellhaft wahrgenommene Handeln der pädagogischen Fachkräfte. Geschlechterstereotypen werden reflektiert. Die Jugendarbeit hat die Aufgabe, mit ihren Angeboten und Arbeitsformen zur Gleichstellung von Mädchen und Jungen, jungen Frauen und jungen Männern aktiv beizutragen. Herabsetzenden Äußerungen und Handlungen gegen Menschen mit homosexuellen oder transsexuellen Orientierungen und Identitäten wird entgegengetreten. Angebote der Jugendarbeit fördern das Verständnis und tolerante Haltungen zwischen Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung. Sicherung der allgemeinen Rahmenbedingungen Für die Berliner Jugendarbeit und für ein erfolgreiches Qualitätsmanagement in den Jugendfreizeiteinrichtungen ist es von entscheidender Bedeutung, dass die Finanzierung der räumlichen, personellen und finanziellen Rahmenbedingungen der Jugendarbeit gesichert ist. Vereinbarte Ziele können nur verlässlich erreicht werden, wenn die Qualitätskriterien, also die fachlich-personellen, materiellen und strukturellen Rahmenbedingungen hierfür geschaffen werden.

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Kapitel 2

Kernaktivitäten zur Arbeitsorganisation

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20 Kapitel 2: Kernaktivitäten zur Arbeitsorganisation
2.1 Kernaktivität Leitung 1. Beschreibung Die Leitung stellt die fachlichen und materiellen Voraussetzungen für eine qualitätsvolle pädagogische Arbeit sicher. 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendfreizeiteinrichtung • • • • • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind von der Leitung unterstützt und gefördert. Das Arbeitsklima wird von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern überwiegend positiv beurteilt. Die Arbeitsabläufe sind effektiv und effizient organisiert. Die Leitung sichert die inhaltliche Orientierung der Arbeit. Durch Engagement und vorbildhaftes Handeln motiviert die Leitung alle Beteiligten zur Mitarbeit an einer kontinuierlichen Entwicklung der fachlichen Arbeit. Entscheidungen werden auf der Grundlage von Partizipation und gegenseitiger Wertschätzung getroffen. Konflikte werden auf der Basis nachvollziehbarer Begründungen gelöst. Die Leitung achtet darauf, dass sich alle Beteiligten der im Kapitel 1 beschriebenen allgemeinen Handlungsorientierungen bewusst sind. Die Leitung fördert die aktive Beteiligung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an Entscheidungsprozessen und unterstützt deren Engagement und fachliche Kompetenzen.

4. Qualitätskriterien

• • • •

• 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Leitung hat sich für ihre Leitungstätigkeit durch Fortbildungen qualifiziert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Zuständigkeiten innerhalb der Einrichtung sind geklärt und schriftlich fixiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Leitung kennt die besonderen Fähigkeiten aller Fachkräfte in der Einrichtung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O O

• Die Leitung hat gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Verfahren entwickelt, um Anregungen und Verbesserungsvorschläge systematisch zu erfassen und bedarfsweise umzusetzen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Leitung bemüht sich kontinuierlich um eine fachgerechte personelle und materielle Ausstattung der Einrichtung. Selten O manchmal O meistens O regelmäßig • Die Leitung hat sichergestellt, dass die Dokumentation und Evaluation bearbeitet werden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

O

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• Entscheidungen werden mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern abgestimmt. selten O manchmal O meistens O regelmäßig • Getroffene Entscheidungen werden nachvollziehbar begründet. O meistens selten O manchmal O

O regelmäßig

O

6. Qualitätssicherung • Einmal jährlich Ermittlung der Zufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (z. B. durch Befragungen)

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2.2 Kernaktivität Teamarbeit 1. Beschreibung Die Teamarbeit betrifft alle Tätigkeiten, die zum Betreiben der Jugendfreizeiteinrichtung notwendig sind. Sie dient der Planung und Weiterentwicklung des gemeinsamen pädagogischen Handelns. 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, ggf. Honorarkräfte und Ehrenamtliche • Das gleichberechtigte Einbringen aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichert eine produktive Arbeitsatmosphäre, stärkt die Motivation und Arbeitszufriedenheit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Konzeption der Einrichtung ist optimal auf die Fähigkeiten und Ressourcen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, entsprechend den konzeptionellen Anforderungen, abgestimmt. Die Teamarbeit fördert die Weiterentwicklung der Mitarbeiterinnen und der Mitarbeiter. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind ein abgestimmt handelndes Team. Fachliche Kompetenzen zur Arbeitsbewältigung und Kooperation sind vorhanden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten ergebnisorientiert zusammen. Die unterschiedlichen Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bekannt und werden genutzt. Die fachlichen Grenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bekannt. Es wird darauf geachtet, dass Aufgabenverteilung und Koordination von allen akzeptiert werden. Zeit und Mittel zur Teamreflexion, Teamberatung, Supervision und Fortbildung sind vorhanden. Díe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten sachorientiert, anerkennend und wertschätzend zusammen.

•

• • 4. Qualitätskriterien • • • • • • • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter bringt sich aktiv ins Team ein. selten O manchmal O meistens O immer

O

• Die Fähigkeiten und Arbeitsaufgaben der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind allen bekannt. O den meisten O allen O kaum O einigen • Die Teamsitzungen werden regelmäßig durchgeführt. selten O manchmal O meistens • Die Teamsitzungen werden vorbereitet. selten O manchmal • Die Teamsitzungen werden protokolliert. selten O manchmal

O immer

O

O meistens

O immer

O

O meistens

O immer

O

• Die im Team getroffenen Vereinbarungen und verteilten Aufgaben werden umgesetzt. O meistens O immer selten O manchmal

O

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• Die Arbeitspläne legen fest, wer wann für was zuständig ist und welche Vertretungsregelungen gelten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind davon überzeugt, dass die Arbeit gerecht verteilt ist. O die meisten O alle O kaum einer O einige • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besprechen die eigene Arbeitsatmosphäre. O die meisten O alle kaum einer O einige • Ehrenamtliche, Honorarkräfte und weitere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in einem sinnvollen Umfang in die Teamentscheidungen einbezogen. O meistens O immer selten O manchmal 6. Qualitätssicherung • Einmal jährlich Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Arbeitssituation. • Mindestens eine Klausurtagung pro Jahr zur Überprüfung der Arbeitsorganisation.

O

O

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2.3 Kernaktivität Kooperation mit der zuständigen Stelle des Jugendamts 1. Beschreibung Die Kooperation mit der zuständigen Stelle der Verwaltung des Jugendamts sichert die Rahmenbedingungen der Arbeit. Die Kooperation trägt dazu bei, dass die Umsetzung der kommunalen Aufgabenstellung im Rahmen der gesetzlichen und fachpolitischen Vorgaben gelingt. Die fachlichen Ziele werden zwischen den Einrichtungen, den Trägern und der zuständigen Stelle des Jugendamts abgestimmt und ausgewertet. • Leitende Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendfreizeiteinrichtungen. • Die Rahmenbedingungen und die Kontinuität der pädagogischen Arbeit sind gesichert. • Gegenseitiger Informationsaustausch findet zur Zufriedenheit aller Beteiligten statt. • Die Kooperation ist durch beidseitige Wertschätzung bestimmt. • • In beiden Bereichen treffen qualifizierte und freundliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zusammen. • Die fachliche Beratung durch die zuständige Stelle des Jugendamts wird wahrgenommen. • Die zuständige Stelle des Jugendamts trägt zur Sicherung der Rahmenbedingungen (Personal und Ausstattung) bei. • Es gibt Vereinbarungen zum regelmäßigen fachlichen sowie organisatorischen Austausch. •

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Ziele der Zusammenarbeit und die Erwartungen aneinander sind gemeinsam abgestimmt. noch nicht O ist geplant O teilweise O ja O • Die Ziele der Zusammenarbeit und die Erwartungen aneinander sind schriftlich festgelegt. nein O selten O manchmal O ja O • Kooperationstreffen finden regelmäßig im festgelegten Turnus statt. nein O selten O manchmal O ja • Die Treffen sind von gegenseitiger Anerkennung geprägt. nein O selten O manchmal • Die Treffen verlaufen konstruktiv und ergebnisorientiert. nein O selten O manchmal • Die Zuständigkeiten in Sachfragen sind bekannt und geklärt. noch nicht O ist geplant O teilweise O ja O ja O ja O O O O

• Die Arbeitsaufgaben und Belastungen des jeweils anderen Arbeitsfeldes sind bekannt. noch nicht O ist geplant O teilweise O ja O • Die kooperierenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehen gern zu den Treffen. O meistens O immer selten O manchmal 6. Qualitätssicherung Die Kooperierenden geben sich einmal jährlich Feedback
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O

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2.4 Kernaktivität Vernetzungen 1. Beschreibung Die Besucherinnen und Besucher der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen sind von den Anregungen und Belastungen ihres Lebensumfeldes beeinflusst. Damit die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die sich daraus ergebenden Bedarfe erkennen und entsprechende Angebote entwickeln können, beteiligen sie sich an einrichtungsübergreifenden Vernetzungsrunden ihrer Region. • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendfreizeiteinrichtungen • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter arbeiten kontinuierlich in Vernetzungsrunden der Region mit. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen die Zusammenarbeit zur Aktivierung von Ressourcen. • Die anderen Einrichtungen, Dienste und Gruppen informieren sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über die Situation der Kinder und Jugendlichen in der Region. • • Die in den Vernetzungsrunden gewonnenen Informationen werden für die konzeptionelle Arbeit und für die Angebote genutzt. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vertreten in der Region die Interessen der Kinder und Jugendlichen. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter pflegen verlässliche Kontakte zu Partnerinnen und Partnern in der Region. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen landesweite und internationale Fachorganisationen. •

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Personalkapazität gestattet eine regelmäßige Teilnahme an den wichtigen Vernetzungsrunden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die für ihre Arbeit bedeutsamen Einrichtungen und Dienste sowie deren Erwartungen und Ressourcen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter können anhand von Beispielen nachweisen, wie sie Ressourcen der Region für Kinder und Jugendliche aktiviert haben. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen die in den Vernetzungsrunden gewonnenen Informationen in ihrer Einrichtung effizient. noch nicht O wir erproben verschiedenes O trifft teilweise zu O trifft zu O O trifft zu O

•

• Ergebnisse der Vernetzungsrunden können benannt werden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu •

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden von anderen Personen und Institutionen zur Situation der Kinder und Jugendlichen um Rat gefragt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

6. Qualitätssicherung • Einmal jährlich überprüfen, in welchen Vernetzungsrunden zukünftig mitgearbeitet wird.
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2.5 Kernaktivität Zusammenarbeit mit Schulen – Kontaktaufnahme 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Die gelungene Kontaktaufnahme ist die Voraussetzung für die künftige erfolgreiche Kooperation zwischen Jugendfreizeiteinrichtung und Schule. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Lehrer und Lehrerinnen, sozialpädagogische Fachkräfte der Schule • Kinder- und Jugendeinrichtung und Schule werden kooperieren. • Strukturelle Grundlagen der jeweiligen Arbeitsbereiche sind bekannt. • Jugendfreizeiteinrichtung und Schule haben geklärt, in welchen Bereichen Kooperationen gewünscht werden. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen alle relevanten Ansprechpersonen (Schulleitungen, Lehrkräfte, Sozialpädagogen und -pädagoginnen, Honorarkräfte, ehrenamtliche Tätige, Elternsprecher, Schülervertreter und -vertreterinnen). • Das Profil und die Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner der Jugendeinrichtung sind den Lehrerinnen, Lehrern und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen der Schule bekannt. • Die weiteren Arbeitsschritte sind geklärt. • • Das Ziel der Kontaktaufnahme ist im Team von allen anerkannt. • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter treten tolerant, wertschätzend und verbindlich auf. • Vorbereitungen zur Kooperation, z.B. Vereinbarungsentwürfe, Handlungskonzepte sind in den jeweiligen Teamsitzungen oder Konferenzen diskutiert und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt gemacht. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Das Schulprofil ist bekannt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu • trifft eher zu trifft zu

Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Jugendfreizeiteinrichtung ist im Einrichtungskonzept verankert. trifft nicht zu O trifft zu

O

• Die Ziele der Zusammenarbeit werden vom ganzen Team der Einrichtung unterstützt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Einrichtung ist den Lehrerinnen und Lehrern in der Gesamtkonferenz vorgestellt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Aufgabenbereiche, Befugnisse und fachliche Kompetenzen der beteiligten Fachkräfte in der Schule und der JFE sind bekannt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter begegnen Lehrerinnen und Lehrern und Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen der Schule ohne Vorbehalte und wertschätzend. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu •

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• Kooperationsprojekte werden im Team erörtert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • trifft zu

Die Kontaktaufnahme hat zu weiteren Arbeitsschritten zur Erarbeitung eines Kooperationsvertrages geführt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu 6. Qualitätssicherung Einmal jährlich überprüfen, ob Ansprechpartner gewechselt haben, ob die Rahmenbedingungen noch stimmen.

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2.6 Kernaktivität Kooperation mit Schule 1. Beschreibung Die Kooperation mit Schulen, insbesondere mit Grundschulen und Integrierten Sekundarschulen, trägt zum nachhaltigen Nutzen für Besucherinnen und Besucher der Jugendfreizeiteinrichtungen und der beteiligten Institutionen bei. Eine langfristig orientierte verbindliche Kooperation zwischen Jugendfreizeiteinrichtung und Schule erschließt durch Synergieeffekte Ressourcen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen, Kinder und Jugendliche, Lehrer und Lehrerinnen, sozialpädagogische Fachkräfte der Schule. • Eine Kooperationsvereinbarung ist abgeschlossen. • Die Angebote der Jugendfreizeiteinrichtung und der Schule sind miteinander abgestimmt. • Gemeinsame Angebote sind realisiert. • Die Zusammenarbeit ist Bestandteil des bezirklichen Rahmenkonzeptes. • Die Partizipation der Kinder und Jugendlichen ist gewährleistet. • • Die Arbeit beider Einrichtungen wird gemeinsam im sozialräumlichen Kontext weiterentwickelt. • Es gibt einen regelmäßigen fachlichen Austausch. • Die Arbeit und die Angebote der Schule und der Jugendfreizeiteinrichtung sind allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beider Einrichtungen bekannt. • Synergien werden genutzt. • Beide Einrichtungen stellen Ressourcen zur Verfügung. • Außerunterrichtliche Aktivitäten an der Schule sind den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Jugendfreizeiteinrichtung bekannt. • Kinder und Jugendliche sind in die Entwicklung und Umsetzung der Kooperation angemessen einbezogen. •

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Eine Kooperationsvereinbarung ist von allen Partnern unterschrieben und liegt in den jeweiligen Einrichtungen vor. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • • Partner und Zuständigkeiten sind geklärt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O O

• Alle Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen die Kooperationsvereinbarung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Treffen zur Abstimmung der Ziele finden statt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu trifft eher zu

O

O trifft zu

O

• Die Zusammenarbeit ist von gegenseitiger fachlicher Wertschätzung und Offenheit geprägt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Arbeitsgruppen und Projekte der Schulen sind bekannt. O trifft eher zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu

O

trifft zu

O

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• Ressourcen werden gegenseitig zur Verfügung gestellt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Kinder und Jugendliche sind an der Entwicklung der Kooperation beteiligt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die getroffenen Vereinbarungen werden umgesetzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu •

O

O trifft zu

O

Das bezirkliche Rahmenkonzept Zur Kooperation von Schule und Jugendhilfe ist allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu 6. Qualitätssicherung • Jährliche Überprüfung / Abstimmung des gemeinsamen Leitbildes und der Arbeit der Einrichtung.

O

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2.7 Kernaktivität Elternarbeit 1. Beschreibung Elternarbeit dient der Information und der Beratung von Eltern sowie dem Austausch hinsichtlich der Förderung von Kindern und Jugendlichen, die die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtung besuchen. Kontakte zu Eltern, Familien und lebensweltrelevanten Akteuren sind von besonderer Bedeutung. Eltern, Kinder und Jugendliche • • • • 4. Qualitätskriterien • • • • Eltern und andere Familienangehörige unterstützen Kinder und Jugendliche in ihrer eigenständigen Alltags- und Lebensbewältigung. Eltern wissen wie sie die Jugendfreizeiteinrichtung unterstützen können. Eltern sind offen für Gespräche über ihre Kinder. Die Beziehungen zwischen Kindern, Jugendlichen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind intensiviert. Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind verbindliche Ansprechpartner/innen. Eltern- und Familienkontakte sind von den Mitarbeiter/innen gewünscht. In besonderen Einzelfällen stellen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Kontakt zwischen Eltern, Kindern und Jugendlichen, Lehrern, dem ASD/RSD und anderen Beratungsstellen her. Kinder und Jugendliche sind in Elternkontakte einbezogen.

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

• •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sind im regelmäßigen Kontakt mit Eltern. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen kennen und berücksichtigen kulturelle und soziale Hintergründe der Eltern. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gewährleisten Ansprechmöglichkeiten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Gespräche mit Eltern finden statt. trifft eher nicht zu trifft nicht zu O

O

trifft eher zu

O trifft zu

O

• Eltern nehmen empfohlene Beratungsangebote wahr. trifft eher nicht zu O trifft eher zu trifft nicht zu • Störungsfreie Räume stehen für Gespräche zur Verfügung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Netzwerke im Sozialraum für Familien werden mit gestaltet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Kontakte zu migrationsrelevanten Akteuren sind aufgebaut. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

O trifft zu

O

O trifft zu

O

O trifft zu

O

O trifft zu

O

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Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchen und fördern aktiv Ehrenamtliche aus dem Kreis der Eltern. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • • Eltern unterstützen die Jugendfreizeiteinrichtung in praktischen Angelegenheiten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu 6. Qualitätssicherung • Einmal jährlich Selbstevaluation anhand der Indikatoren

O

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2.8 Kernaktivität Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung 1. Beschreibung Wenn in einer Einrichtung Anhaltspunkte bei Kindern und Jugendlichen für eine Gefährdung ihres Wohls bekannt werden, muss durch die Einrichtung eine Einschätzung des Gefährdungsrisikos entsprechend des Berliner Kinderschutzverfahrens auf der Grundlage der Berlineinheitlichen Risikoeinschätzung bei Verdacht einer Gefährdung des Wohl eines Kinder oder Jugendlichen7 vorgenommen werden. Führt diese Einschätzung zu einem Handlungsbedarf, so sind die Personensorgeberechtigten sowie das Kind oder der Jugendliche einzubeziehen, soweit hierdurch der wirksame Schutz des Kindes oder des Jugendlichen nicht in Frage gestellt wird. Falls sich die Anhaltspunkte für eine tatsächliche oder drohende Gefährdung bestätigen, ist bei den Personensorgeberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinzuwirken. Wenn die angenommenen Hilfen nicht ausreichend erscheinen, um die Gefährdung abzuwenden oder nicht bekannt ist, ob Hilfen angenommen werden, so sind die Fachkräfte des zuständigen Jugendamts8 auf der Grundlage des Ersteinschätzungsbogens gem. § 8a SGB VIII hierüber zu informieren. Bei einer akuten Kindeswohlgefährdung muss der Krisendienst Kinderschutz des zuständigen Jugendamtes unverzüglich informiert werden.9 Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Honorarkräfte und Ehrenamtliche • • Kinder und Jugendliche, deren Wohl gefährdet ist, erhalten Schutz. Die Familien bzw. die Personensorgeberechtigten erhalten Unterstützung für die Inanspruchnahme von Hilfen. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, auch Honorarkräfte und Ehrenamtliche, kennen die Anhaltspunkte für die Gefährdungen bei den Kindern und Jugendlichen. Anhaltspunkte für eine Gefährdung des Kindeswohls werden der Leitung der Einrichtung mitgeteilt. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen prüfen und bewerten kriteriengestützt anhand des „Ersteinschätzungsbogen gem. §8a SGB VIII“ die ersten Anhaltspunkte für die Gefährdung des Kindeswohles unter Hinzuziehung der insoweit erfahrenen Fachkraft. Bei sich erhärtenden Faktoren wird Kontakt mit den zuständigen Fachkräften (RSD) bzw. mit dem Krisendienst Kinderschutz10 des zuständigen Jugendamtes aufgenommen. Bei Unklarheiten, die die Bewertung und das geeignete Handeln betreffen, nimmt die Einrichtung die Beratung durch zuständige Fachkräfte des Jugendamtes in Anspruch.

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

• 4. Qualitätskriterien •

• •

•

•

• 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter reagieren entsprechend des Kinderschutzverfahrens des Trägers auf Anhaltspunkte bei Kindeswohlgefährdung. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

Berlineinheitliche Risikoeinschätzung bei Verdacht einer Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen (Ersteinschätzung gem. § 8a SGB VIII) 8 RSD bzw. Krisendienst Kinderschutz 9 Vgl. Jugend-Rundschreiben Nr. 34 /2006 zur Umsetzung des § 72a SGB VIII und Empfehlungen zur Umsetzung des Schutzauftrages nach § 8a SGB VIII bei Kindeswohlgefährdung 10 Amtseinwahl + 55555
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7

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• Die Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung wird in Teamsitzungen besprochen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die rechtlichen Bestimmungen zur Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung. trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu trifft eher nicht zu Jede pädagogische Fachkraft kennt den Inhalt der „Berlineinheitlichen Indikatoren Risikofaktoren zur Erkennung und Einschätzung von Gefährdungssituationen“.11 trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

• Jede pädagogische Fachkraft kennt die „Berlineinheitliche Risikoeinschätzung bei Verdacht einer Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen Ersteinschätzung gem. § 8a SGB VIII“.12 trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Jede pädagogischen Fachkraft weiß wer die “insoweit erfahrene Fachkraft“ seines Trägers ist. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Leitung weiß wie die Kinderschutzkoordinatorin des Jugendamtes zu erreichen ist. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Jede pädagogische Fachkraft kennt die Telefonnummer des Krisendienstes Kinderschutz im Jugendamt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Jede pädagogische Fachkraft kennt die Telefonnummer der Berliner Hotline Kinderschutz. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Kinderschutzthemen werden in angemessener Form auch in der praktischen Jugendarbeit angesprochen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu 6. Qualitätssicherung • Es wird jährlich überprüft, wie der Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung in der Einrichtung wahrgenommen wird.

11 12

Die Berlineinheitlichen Indikatoren sind unter „tools“ Teil f) im vorliegenden Handbuch abgedruckt. Die Ersteinschätzung ist unter „tools“ Teil f) im vorliegenden Handbuch abgedruckt.
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2.9. Kernaktivität Erarbeitung und Anwendung von Handlungsrichtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor pädosexuellen Übergriffen in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel Ein Konzept zum Schutz vor pädosexuellen Übergriffen bietet Schutz, Handlungssicherheit, Klarheit und einen professionellen Umgang mit dem Thema • pädagogische Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Praktikantinnen und Praktikanten, technischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Ehrenamtliche • Die Einrichtung ist ein sicherer Ort für Kinder und Jugendliche • Die Einrichtung verfügt über Handlungsrichtlinien als Hilfestellung für die Praxis, um Grenzüberschreitungen und sexuelle Übergriffe auf Kinder und Jugendliche zu verhindern bzw. solchen professionell zu begegnen. • Das Konzept enthält einen Verhaltenskodex und Regeln zum Umgang der Erwachsenen mit Kindern und Jugendlichen, zu Kommunikationsprozessen und Organisationsstrukturen und zum Umgang mit einem Verdacht auf Missbrauch durch einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin. • Alle in der Einrichtung Beschäftigten handeln nach dem Konzept. • • Jede Einrichtung besitzt eine Platz- und/oder Hausordnung, in der für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar Verhaltensregeln festgelegt sind. • Konzepte und Handlungsleitlinien der Einrichtung zu sexuellen Übergriffen werden in der Öffentlichkeit kommuniziert. • Dem Träger liegt von jeder Mitarbeiterin und von jedem Mitarbeiter ein erweitertes, polizeiliches Führungszeugnis vor (entsprechend §72aSGB VIII). • Die pädagogischen Fachkräfte überprüfen regelmäßig die Umsetzung und Aktualität der Handlungsrichtlinien. • Die Verfahrensweise für den Umgang mit einem Verdacht auf sexuelle Übergriffe durch einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin ist festgelegt und bekannt. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Jede Mitarbeiterin und jeder Mitarbeiter kennt die Handlungsrichtlinien der Einrichtung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Es ist festgelegt, wer neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des pädagogischen Teams mit den Handlungsrichtlinien vertraut macht. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter der Einrichtung kennen die Verfahrensweise für den Umgang mit Verdacht auf sexuelle Übergriffe durch eine Mitarbeiterin oder einen Mitarbeiter. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Dem Träger liegt von jeder Mitarbeiterin und jedem Mitarbeiter ein aktuelles polizeiliches Führungszeugnis vor, das alle fünf Jahre erneuert wird. O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

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• Eine aktuelle Platz- und/oder Hausordnung hängt für alle Besucherinnen und Besucher sichtbar aus. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Unbekannte in der Einrichtung werden von der ersten zur Verfügung stehenden Person des pädagogischen Teams angesprochen und nach ihrem Anliegen gefragt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die pädagogischen Fachkräfte der Einrichtung schreiten bei Verstößen gegen die Platz- und Hausordnung ein. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Handlungsrichtlinien werden eingehalten, regelmäßig überprüft und aktualisiert. O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu 6. Qualitätssicherung • • Die Regeln und Strukturen der Handlungsrichtlinien werden kontinuierlich auf ihre Wirksamkeit geprüft und mit dem Bedarf abgeglichen. Selbstevaluation anhand der Indikatoren.

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2.10 Kernaktivität Öffentlichkeitsarbeit 1. Beschreibung Öffentlichkeitsarbeit informiert über die Einrichtung und ihre Angebote sowohl nach außen wie auch nach innen. Dabei wird die entsprechende Zielgruppe angesprochen, um für das Angebot Interesse und Neugier zu wecken sowie den Bekanntheitsgrad und um die Akzeptanz der Einrichtung zu erhöhen. 2. Zielgruppe Jugendliche, Kinder, Eltern, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren (unter anderem aus Jugendhilfe und Schule). 3. Ziel(e) • Die Identifikation mit der Einrichtung wird gefördert. • Es wird Interesse für die Angebote geweckt. • Die Zielgruppen werden erreicht. • Die Kinder und Jugendlichen können eigene Interessen vertreten. • Die Fachöffentlichkeit und die Zielgruppen sind über die Angebote und Ergebnisse informiert. • 4. Qualitätskriterien • Die Regelungen zur Öffentlichkeitsarbeit sind mit dem Träger der Einrichtung geklärt und werden beachtet. • Die Zuständigkeit für Öffentlichkeitsarbeit ist im Team geklärt. • Die Zielgruppen wirken aktiv an der Öffentlichkeitsarbeit mit. • Aktuelle Informationen zu den Angeboten werden regelmäßig und rechtzeitig bereitgestellt. • Kooperationspartnerinnen und Kooperationspartner, andere Einrichtungen und Projekte werden informiert. • Die Kontakte zu den Medien werden genutzt (z. B. Zeitung, Radio, und Fernsehsender). • Weitere Informationskanäle werden für den Informations- und Meinungsaustausch genutzt (Anzeigen, Aushänge, Artikel, eigener Webauftritt mit aktuellen Hinweisen, E-Mail, Gästebuch, Foren, schwarzes Brett usw.). • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Aktivitäten und die Ergebnisse werden regelmäßig dokumentiert und der Öffentlichkeit präsentiert. trifft nicht zu O manchmal O meistens O immer O • Der Informationsfluss im Team ist gewährleistet, so dass alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter über sämtliche Angebote Bescheid wissen. trifft nicht zu O teilweise O meistens O immer • Die Teilnahme an öffentlichkeitswirksamen Veranstaltungen ist gewährleistet. trifft nicht zu O manchmal O meistens O immer • Alle Materialien für die Öffentlichkeitsarbeit sind auf dem aktuellen Stand. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O komplett • Der Verteiler für die Öffentlichkeitsarbeit wird regelmäßig aktualisiert. trifft nicht zu O manchmal O meistens O ständig • Die Webseiten der Einrichtung sind interaktiv und mit anderen Seiten verlinkt. trifft nicht zu O in Arbeit O teilweise O ja

O O O O O

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• Die Angebote erreichen die Zielgruppen. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O trifft zu O O O O

• Es werden immer wieder auch neue Besucherinnen und Besucher erreicht. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O trifft zu • Durch Mundpropaganda der Besucherinnen und Besucher kommen neue Interessierte. trifft nicht zu O manchmal O oft O ständig • Die Wirkungen der Öffentlichkeitsarbeit werden überprüft. O meistens trifft nicht zu O manchmal • Die Öffentlichkeitsarbeit spricht Jungen und Mädchen an. trifft nicht zu O manchmal O meistens 6. Qualitätssicherung • O immer

O immer

O

Befragungen der Besucherinnen und Besucher, insbesondere beim Erstkontakt (befragen, dokumentieren, auswerten)

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2.11 Kernaktivität Qualitätsmanagement 1. Beschreibung Die verschiedenen Maßnahmen zum Qualitätsmanagement haben das Ziel, möglichst hohe Qualitätsstandards des pädagogischen Handelns bei Beachtung der Rahmenbedingungen der Einrichtungen zu erreichen. Dabei geht es darum, die eigene Arbeit transparent darzustellen und weiterzuentwickeln. Nachzuweisen ist ebenfalls die Erfüllung der Anforderungen externer Stellen. • • • • • • • • • • 4. Qualitätskriterien • • • • • • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Die eingesetzten Methoden und Verfahren entsprechen den gesetzlichen Aufgaben und vertraglichen Pflichten. Die Methoden und Verfahren ermöglichen den Nachweis der Umsetzung der beschriebenen Maßnahmen. Die Methoden und Verfahren ermöglichen zu beurteilen, ob die vereinbarten Ziele erreicht wurden. Die Methoden und Verfahren sind wirtschaftlich und ausreichend. Die Methoden und Verfahren unterstützen das Berichtswesen. Die Ergebnisse des Qualitätsmanagements zeigen, durch welche Stärken sich die Einrichtung auszeichnet. Es wird deutlich welche Verbesserungen für das folgende Jahr zu planen sind. Die Jugendfreizeiteinrichtungen beteiligen sich an der Entwicklung des landesweiten Qualitätshandbuches. QM-bezogene Teamsitzungen zu den einzelnen Kernaktivitäten finden statt. Feedback wird von allen Zielgruppen sowie Partnerinnen und Partnern der Einrichtung eingeholt. Es gibt Fortbildungen, Supervision, fachliche Beratung, kollegialen Austausch mit anderen Einrichtungen. Qualitätsvereinbarungen werden erfüllt. Die Auswertung der Kernaktivitäten und der sich daraus ergebende Veränderungsbedarf werden schriftlich festgehalten.

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel
• Teamsitzungen zu den einzelnen Kernaktivitäten des Qualitätshandbuches finden statt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Es gibt ausreichend Zeit zur Auswertung der Kernaktivitäten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • O

O trifft zu

O

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erkennen, in welchen Bereichen Veränderungen sinnvoll sind. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planen Verbesserungen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Befragungen werden durchgeführt und ausgewertet. O trifft eher zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu

O trifft zu

O

O trifft zu

O

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Erfahrungen mit dem Qualitätshandbuch und Vorschläge zur Weiterentwicklung werden dem Jugendamt jährlich mitgeteilt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

•

6. Qualitätssicherung Der Arbeitsaufwand für das Qualitätsmanagement wird regelmäßig dokumentiert.

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2.12 Kernaktivität Dokumentationssystem und statistische Methoden 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Das Dokumentationssystem dient dem Nachweis der Leistungserstellung. Es beinhaltet relevante Informationen über die Einrichtung. • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter • • • • Das Dokumentationssystem ist ausreichend und sinnvoll. Aussagen über Besucherzahlen sind jederzeit möglich. Aussagen über Kosten – Nutzen von Angeboten können getroffen werden. Das Dokumentationssystem unterstützt das Qualitätsmanagement und die Erstellung von Jahresplanung, Sachberichten. Die Erstellung, Nutzung und Ablage der Dokumentation ist geregelt. Technische Möglichkeiten zur Erstellung, Bearbeitung und Auswertung von Dokumenten sind vorhanden. Der Aufwand für die Erhebung und die Dokumentation von Daten passt zu den personellen Ressourcen. Es werden alle Daten, Ereignisse und Ergebnisse dokumentiert, die zum Nachweis einer qualitätsvollen Leistungserbringung erforderlich sind.

• 4. Qualitätskriterien • • • •

• 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind über die Anwendung der Dokumente informiert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Verantwortung für die Erstellung der Dokumentationsarbeiten ist eindeutig geklärt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Zugang zu den für sie relevanten Dokumenten. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter halten die Dokumentationsarbeiten für sinnvoll. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Daten werden genutzt um Zielgrößen zu überprüfen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • trifft zu

Die Erhebung von Daten ist zeitlich und organisatorisch in die Arbeitsabläufe der Einrichtung integriert. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

•

In der Jahresplanung und dem Sachbericht werden Ergebnisse der Datenerhebung bewertet und umgesetzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O trifft zu O

• Es gibt Kennzahlen zur Erreichung von Zielen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

6. Qualitätssicherung • Einmal im Jahr überprüfen, ob die Dokumentationen zu den Anforderungen der jährlichen Planung und des Sachberichts passen.
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Kapitel 3

Kernaktivitäten zur fachlichen Weiterentwicklung

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42 Kapitel 3: Kernaktivitäten zur fachlichen Weiterentwicklung
3.1 Kernaktivität Arbeit an der Konzeption der Einrichtung 1. Beschreibung Die Konzeption bildet die Grundlage für die Arbeit der Einrichtung. 2. Zielgruppe Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 3. Ziel(e) • Die Einrichtung arbeitet auf der Grundlage einer Konzeption. • Die Arbeit an der Konzeption erfolgt auf der Grundlage einer Bedarfsanalyse. • Die Bedürfnisse von jungen Menschen mit Behinderung und die Erforderlichkeiten für ihre Einbeziehung in die Angebote sind in der Konzeption berücksichtigt. • Die konzeptionelle Orientierung ist für außen stehende Fachleute in der praktischen Arbeit des Teams erkennbar. • 4. Qualitätskriterien • Das Team hat sich mit unterschiedlichen konzeptionellen Orientierungen auseinandergesetzt. • Die Konzeption wird kontinuierlich weiterentwickelt. • Es ist genügend Zeit zur Planung von Innovationen vorhanden. • Die rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen sowie fachliche Standards werden berücksichtigt. • Die Konzeption berücksichtigt die Ziele des Gender Mainstreaming. • Die Konzeption berücksichtigt die Verfahren der sozialräumlichen Jugendarbeit13. • Besucherinnen und Besucher werden angeregt ihre Kritik und Veränderungsvorschläge einzubringen. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Einrichtung verfügt über eine aktuelle Konzeption. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft nicht zu trifft zu

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen aktuelle Konzepte zur Jugendarbeit. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Das Team hat sich für eine konzeptionelle Orientierung entschieden und diese schriftlich fixiert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die konzeptionelle Orientierung ist mit dem Träger bzw. der zuständigen Stelle im Jugendamt verhandelt und abgesichert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Ideen und Vorschläge werden gesammelt und fließen in die Konzeptarbeit ein. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

13 z.B. Stadtteilbegehung mit Kindern und Jugendlichen, Nadelmethode, Cliquenraster, Institutionenbefragung, strukturierte Stadtteilbegehung, Autofotographie, subjektive Landkarten, Zeitbudgets, Fremdbilderkundung Vgl.: "Arbeitsmaterialien - Der sozialräumliche Blick in der offenen Kinder- und Jugendarbeit" Herausgeber: Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg, Berlin 2008

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• Veränderungsvorschläge der Besucherinnen und Besucher werden berücksichtigt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Im pädagogischen Handeln spiegelt sich die Konzeption wieder. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

6. Qualitätssicherung • • Einmal jährlich wird die Konzeption im Team überprüft. Die Ergebnisse der Befragungen von Besucherinnen und Besuchern und der Explorationsarbeit werden für die Weiterentwicklung der Angebote und der Konzeption genutzt.

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3.2 Kernaktivität Lebensweltanalysen als Teil der sozialräumlichen Konzeptentwicklung 1. Beschreibung Die bedarfsgerechte Gestaltung der offenen Kinder- und Jugendarbeit erfordert eine kontinuierliche Erkundung der Region und der sozialen Räume, orientiert an der Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Honorarkräfte und Ehrenamtliche • • • • • Die Arbeit ist an den individuellen Lebensverhältnissen der Kinder und/oder Jugendlichen ausgerichtet. Ihre Bedürfnisse sind verstanden. Die Konzeption beruht auf der Lebensweltanalyse. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Kenntnisse über die Bevölkerungsstruktur, Erwerbs- und Wohnsituation ihrer Zielgruppe, deren Treffpunkte und über die Infrastruktur der Region. Die theoretische und praktische Bedeutung einer qualifizierten Lebenswelterkundung sind erkannt. Zielsetzungen für die Offene Kinder- und Jugendarbeit sind entwickelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kommunizieren offen und zielorientiert mit Kindern und Jugendlichen, relevanten Schlüsselpersonen und Institutionen in der Region. Die pädagogischen Fachkräfte tauschen sich innerhalb ihres Teams über die Ergebnisse ihrer Erkundungen aus.

2. Zielgruppe 3. Ziel (e)

4. Qualitätskriterien

• • •

• •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Theoretische und konzeptionelle Grundlagen sozialräumlicher Lebensweltanalysen sind eingeführt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wenden Instrumente und Methoden der sozialräumlichen Lebenswelterkundung an. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Jungen und Mädchen beteiligen sich aktiv an den Erkundungsprozessen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Interessen und Bedürfnisse der jungen Menschen im Einzugsbereich der Einrichtung sind den Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern bekannt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Die Ergebnisse der Erkundungen werden regelmäßig zeitnah ausgewertet und dokumentiert. nie manchmal meistens immer Aus den Ergebnissen der lebensweltlichen Erkundungen werden realisierbare Ziele für die Kinder- und Jugendarbeit abgeleitet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu •

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• Sie tauschen sich einmal jährlich mit der zuständigen Stelle des Jugendamtes über Ergebnisse ihrer Explorationen aus. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

6. Qualitätssicherung

•

Bedarfsweise Fortbildung zu Methoden der lebensweltlichen Analyse.

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3.3 Kernaktivität Weiterentwicklung der fachlichen Ressourcen: Fortbildungen, Fachberatung, Supervision 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) 4. Qualitätskriterien Die Weiterentwicklung fachlicher Ressourcen umfasst Fort- und Weiterbildung, Fachberatung, Supervision, Literaturstudium, Klausurtage und kollegiale Beratung im Team. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter • Eine kontinuierliche Erweiterung der fachlichen Ressourcen ist gesichert. • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind qualifiziert, um den unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden. • Das Mitarbeiterteam verfügt über ein breites Spektrum an Methodenwissen aus der Sport-, Spiel-, Erlebnis- und Umweltpädagogik und aus den kreativen Disziplinen sowie aus relevanten rechtlichen, wirtschaftlichen und sozialarbeiterischen Bereichen. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen an Veranstaltungen zur fachlichen Weiterentwicklung teil. •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Leitung der Einrichtung entwickelt in Abstimmung mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Fortbildungspläne. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Die Fortbildungsplanungen passen zum fachlichen Bedarf der Einrichtung trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu
Der Träger stellt Ressourcen für insgesamt 6 Tage Fortbildung pro Jahr und Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter bereit. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nutzen relevante Fortbildungsangebote. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter informieren sich gegenseitig über die gewonnenen Erfahrungen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich Kenntnisse in unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten angeeignet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Fachberatung, Supervision und kollegiale Beratung werden im notwendigem Umfang genutzt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu 6. Qualitätssicherung • Die Umsetzung der in Fortbildungen gewonnenen Kompetenzen wird einmal jährlich durch Befragung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter evaluiert.

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3.4 Kernaktivität Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Erlangung von Genderkompetenz 1. Beschreibung Genderkompetenz beinhaltet Bewusstsein, Kenntnisse und Wissen über die Lebenslagen, Geschlechterrollen und Geschlechterverhältnisse von Mädchen und Jungen. Dies setzt Selbstreflexion und Auseinandersetzung über das eigene Rollenverständnis der pädagogischen Fachkräfte voraus. Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Honorarkräfte und Ehrenamtliche • Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Theorie und Praxis geschlechtsbewusster Arbeit qualifiziert. • Sie arbeiten mit Mädchen und Jungen geschlechtsbewusst. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beachten beim alltäglichen sozialpädagogischen Handeln die erworbenen Genderkompetenzen. • • Genderbezogene Themen für die Qualifizierung werden mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt und abgestimmt. • Es ist sichergestellt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig an genderbezogenen Fortbildungen teilnehmen. • Der zu den Aufgaben geschlechtsbewusster Arbeit passende Qualifizierungsbedarf wird ermittelt. •

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Geschlechterthematik und geschlechtsbezogene Auswirkungen der pädagogischen Arbeit werden im Team verhandelt und analysiert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die genderbezogenen Qualifizierungsbedarfe der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden regelmäßig ermittelt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben an genderbezogenen Fortbildungen teilgenommen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die aktuelle einschlägige Fachliteratur zur geschlechtsbewussten Jugendarbeit. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die „Leitlinien zur Verankerung der geschlechtsbewussten Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe“. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Eine pädagogische Fachkraft nimmt an den fachspezifischen Arbeitskreisen für Mädchen und Jungen teil. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die besonderen Lebensbedingungen von jungen Menschen mit homosexueller und transsexueller Orientierung. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu 6. Qualitätssicherung • Jährliche Fortbildungsplanung
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3.5 Kernaktivität Interkulturelle Kompetenz der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1. Beschreibung Interkulturelle Kompetenzen sind Fähigkeiten, die es ermöglichen, mit Menschen, aus anderen Herkunftskulturen, kultursensibel umzugehen und wirkungsvoll zusammenzuarbeiten. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter • • • • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen theoretische Grundlagen interkultureller Arbeit. Kulturelle Besonderheiten der Zielgruppen sind bekannt und werden in die Arbeit einbezogen. Herausfordernde Situationen in einem interkulturellen Umfeld werden souverän und adäquat gemeistert. Mitarbeitende fühlen sich sicher im Umgang mit Kindern und Jugendlichen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Besucherinnen, Besucher der JFE, die unterschiedliche kulturelle Hintergründe besitzen, achten einander und sind im gemeinsamen Handeln konstruktiv.

2. Zielgruppe 3. Ziele

• •
4.Qualitätskriterien • • • • •

Der zu den Aufgaben interkultureller Arbeit passende Qualifizierungsbedarf wird ermittelt. Themen für die Qualifizierung werden mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt und abgestimmt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen an Fortbildungen zur interkulturellen Jugendarbeit teil. Sie hinterfragen und reflektieren ihre eigene Kultur.

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Mitarbeitende sind in der interkulturellen Jugendarbeit qualifiziert und kennen die begrifflichen Unterschiede (z.B. Interkulturalität, Multikulturalität, Transkulturalität). O trifft eher zu O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu • Mitarbeitende haben Kenntnisse über die religiösen und familienorientierten Werte der Kinder und Jugendlichen ihrer Einrichtung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Mitarbeitende haben sich über die kulturellen, sozialen und geschichtlichen Hintergründe der familiären Herkunftsländer der Kinder und Jugendlichen informiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Mitarbeitende nehmen regelmäßig an Fortbildungen zur interkulturellen Jugendarbeit teil. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Mitarbeitende haben in den letzten zwei Jahren an Seminaren zu Methoden der interkulturellen Arbeit teilgenommen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • In den Teamsitzungen werden interkulturelle Fragestellungen thematisiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu
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O

O

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6. Qualitätssicherung • • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren. Fortbildungen zu Themen wie z.B. Diversity- und Antirassismustraining, Menschenrechtsbildung. Zeitnahe Auswertung der Fortbildungen im Team.

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Kapitel 4

Schwerpunkt Offener Bereich in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen

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51 Kapitel 4: Schwerpunkt – Offener Bereich in Kinder und Jugendfreizeiteinrichtungen
4.1 Merkmale des Schwerpunktes „Offener Bereich in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen“ Der Offene Bereich in den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen bietet einen niedrigschwelligen Zugang für Kinder und Jugendliche. Ein anregender und Sicherheit bietender Rahmen für die Begegnung von Kindern und Jugendlichen wird durch die pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gewährleistet. Der Offene Bereich bezeichnet ein Angebot im Rahmen eines pädagogischen Konzeptes, das durch Offenheit, Zugänglichkeit, Geschlechtsbewusstheit und einen geringen Verpflichtungsgrad gekennzeichnet ist. Hier stehen Räume und Flächen bereit, die situativ durch Kinder und Jugendliche nutzbar sind. Dabei versteht sich der Offene Bereich als ein Aneignungs-, Erprobungs- und Selbstbestimmungsraum. Kindern und Jugendlichen bietet der Offene Bereich einen Freiraum zur Entspannung und zum Relaxen. Er ist Treffpunkt um andere Jugendliche, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und die Einrichtung kennen zu lernen, ohne sich an Aktivitäten, Projekten o. ä. beteiligen zu müssen. Gleichwohl ermöglichen die Rahmenbedingungen und das Konzept des Offenen Bereiches, die Ressourcen und die Kreativität von jungen Menschen zu mobilisieren. Er ist damit auch ein „Brückenraum“ zu eher strukturierten Angeboten. Das pädagogische Handeln im Offenen Bereich ist durch eine „Haltung der Balance“ gekennzeichnet. Unterschiedliche Anforderungen prägen dieses Handlungsfeld: • einerseits offener Raum, andererseits Schutz für alle Nutzergruppen; • einerseits Orientierung auf Zielgruppen, andererseits Freiwilligkeit und Offenheit; • einerseits pädagogische Ziele, andererseits ein möglichst gering strukturiertes pädagogisches Setting und Raum zur Selbstorganisation; • einerseits der Wunsch viele Nutzerinnen und Nutzer anzusprechen, andererseits die Herausforderung den Problemlagen einzelner Kinder und Jugendlicher gerecht zu werden. Gerade im Offenen Bereich braucht es die Fähigkeit, unvoreingenommen die Sichtweisen und Interessen der jungen Menschen zu erkunden um aus teilweise unscharfen, diffusen Äußerungen dahinterliegende Wünsche und Motivationen zu ermitteln. Hiervon ausgehend werden Anregungen vermittelt und profilierte Angebote gemacht, die den Kindern und Jugendlichen zusätzliche Handlungsmöglichkeiten erschließen. Der Offene Bereich stellt sich als ein vielgestaltiges Arbeitsfeld dar, das im Kontext unterschiedlicher Konzeptionen auch unterschiedlichen Charakter haben kann. Dimensionen dieser Arbeit sind u. a.: • Der Offene Bereich als Begegnungs- und Kommunikationsraum: Hier treffen sich die Besucherinnen und Besucher der Einrichtung, hier werden Kontakte geknüpft, mitunter auch Konflikte ausgetragen. Im Offenen Bereich werden Rollen ausprobiert und soziale Rangordnungen konstruiert. Im Rahmen von Alltagskommunikation finden Kinder und Jugendliche hier einen geselligen Ort, an dem sie sich über für sie interessante Themen austauschen können. Der Offene Bereich als Arrangement von Lernfeldern: In den Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen insgesamt erwerben Kinder und Jugendliche Schlüsselkompetenzen, die ihre Handlungsmöglichkeiten erweitern. Neben den Gruppenangeboten und den Projekten trifft dies auch für den Offenen Bereich zu. Im Offenen Bereich entstehen Ideen, die dann in Gruppen und in Projekten weiterverfolgt werden. Die Gestaltung der Räume bietet den Besucherinnen und Besuchern Gelegenheit ihre
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•

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Vorstellungen zu vergegenständlichen. Bei der Organisation von Veranstaltungen erwerben Kinder und Jugendliche weitere Fähigkeiten. • Der Offene Bereich als Raum zum Spielen: Mit Gesellschaftsspielen aus Spielesammlungen, Interaktionsspielen bis hin zu geeigneten Computerspielen bietet der Offene Bereich Raum zum Spielen. Hierbei wird Geselligkeit gepflegt, Wissen angeeignet, der Umgang mit Sieg und Niederlage gelernt. Beim Spielen werden Regeln vereinbart und der Umgang mit ihnen geübt. In Interaktionsspielen befassen sich Kinder und Jugendliche mit Themen ihrer Lebenswelt. Anregungsmilieu für jugendkulturelle Aktivitäten: Der Offene Bereich ist ein Aktionsfeld für vielfältige jugendkulturelle Aktivitäten und Jugendszenen. Er ist zugleich Animationsfeld, Bühne und Ort der Auseinandersetzung um Wertorientierungen. Nicht zuletzt ist der Offene Bereich für viele Kinder und Jugendliche ein erweiterter Familienraum, in dem sie Anerkennung, Zuwendung und Geborgenheit suchen. Die pädagogische Aufgabe liegt hier darin, das richtige Verhältnis zwischen Nähe und Distanz zu finden. Das Eingehen auf individuelle Problemlagen ist ebenso nötig wie die Bereitschaft, die Grenzen des eigenen Handlungsfeldes sowie die Schnittstellen zu anderen sozialen Diensten zu berücksichtigen.

•

•

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4.2 Kernaktivität Gestaltung des Eingangsbereiches 1. Beschreibung Der Eingangsbereich ist die Visitenkarte der Einrichtung. Der visuelle Eindruck des Eingangsbereichs repräsentiert die Ziele und Inhalte der Einrichtung. Er bietet Informationen, gibt Orientierung und erleichtert den Erstkontakt. Der Eingangsbereich ist die Membran zwischen Außenwelt und Jugendfreizeiteinrichtung. • Kinder, Jugendliche, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, interessierte Bürgerinnen und Bürger • Im Eingangsbereich sind Charakteristik und Angebote des Hauses zu erkennen. • Der Zugang ist niedrigschwellig und so gestaltet, dass keine religiöse oder kulturelle Ausgrenzung bewirkt wird. • Besucherinnen und Besucher fühlen sich gleichermaßen willkommen. • Das Interesse, die Einrichtung kennenzulernen, ist geweckt. • Die Besucherinnen und Besucher finden den Eingangsbereich einladend. • • Die materiellen und rechtlichen Voraussetzungen sind so beschaffen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Eingangsbereich entsprechend den Vorschlägen der Beteiligten gestalten können. • Das Profil der Einrichtung sowie ihre Zielgruppe sind erkennbar. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter überprüfen Akzeptanz und Niedrigschwelligkeit des Eingangsbereichs regelmäßig. . • Bei Bedarf werden Veränderungen vorgenommen. • Der Eingangsbereich bietet fließende Übergänge zu anderen Bereichen. • Der Eingangsbereich in koedukativen Einrichtungen ist so gestaltet, dass sich Mädchen und Jungen, auch verschiedener Herkunftskulturen, gleichermaßen angesprochen fühlen. •

2. Zielgruppe 3. Ziele(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben gemeinsam mit den Besucherinnen und Besuchern Vorschläge zur Gestaltung des Eingangsbereichs gesammelt. es wurde darüber diskutiert O trifft zu noch nicht ist geplant Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen berücksichtigen bei der Gestaltung des Eingangsbereichs die Interessen und Bedürfnisse von Mädchen und Jungen. noch nicht O ist geplant O manchmal O regelmäßig

•

O O

• Die Tür zur Einrichtung ist während der Öffnungszeiten nicht verschlossen. immer verschlossen O zu bestimmten Zeiten O nie verschlossen • Es wird beobachtet, wie der Eingangsbereich genutzt wird. nie ist geplant manchmal • Aushänge und Informationsmaterial werden aktualisiert. nie manchmal monatlich regelmäßig wöchentlich

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• Einmal pro Jahr findet eine Befragung der Besucherinnen und Besucher zur Akzeptanz des Eingangsbereichs statt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Der Eingangsbereich ist für Besucherinnen und Besucher mit Handicap zugänglich. Gar nicht mit Hilfe von anderen behindertenfreundlich

6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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4.3 Kernaktivität Gestaltung des zentralen offenen Bereiches 1. Beschreibung Der offene Bereich stellt den Mittelpunkt und Ausgangspunkt pädagogischen Handelns dar. Dieser Raum bietet die Möglichkeit, weitestgehend selbstbestimmt Freizeit zu verbringen und zu gestalten. Er bietet unverbindliches Kennenlernen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie der Besucherinnen und Besucher in einem zwanglosen Rahmen. Vom offenen Bereich ausgehend eröffnen sich verschiedene Funktionsbereiche, Nischen und Anlaufstellen. • Jungen und Mädchen, junge Frauen, junge Männer • Kinder und Jugendliche nutzen den offenen Bereich selbstbestimmt und eigenverantwortlich. • Kinder und Jugendliche nutzen den offenen Bereich nach ihren Bedürfnissen und den Möglichkeiten des Raumes. • Mädchen und Jungen begreifen den offenen Bereich als ihren Raum und gestalten ihn um. • Im offenen Bereich sind Sicherheit und Wohlfühlen gewährleistet. • Durch die selbstbestimmte Nutzung des offenen Bereichs wächst bei den Kindern und Jugendlichen ein Gefühl der Wertschätzung. • Die Kinder und Jugendlichen werden angeregt, die Übergänge zu anderen Angeboten wahrzunehmen. • • Die Ausstattung des offenen Bereichs unterstützt das Erreichen der oben genannten Ziele. • Der Raum ist so gestaltet, dass er Möglichkeiten zur Verknüpfung von offener Arbeit mit anderen Angeboten des Hauses schafft. • Der Stellenwert des offenen Bereichs innerhalb der Gesamtkonzeption ist konkret beschrieben. • Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor Ort. • Vereinbarte Regeln werden durchgängig von allen Beteiligten, Nutzerinnen und Nutzern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern respektiert. •

2. Zielgruppe 3. Ziele(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Gestaltbare Räume, vielseitige kulturelle Spiel- und Beschäftigungsmöglichkeiten sind vorhanden. O trifft eher zu O trifft zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu Die Spiel- und Gestaltungsmöglichkeiten werden von Besucherinnen und Besuchern unterschiedlicher Herkunftskulturen gleichermaßen genutzt. noch nicht O teilweise O ausreichend O gut genutzt

O

•

O

•

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich mit unterschiedlichen Konzepten zum offenen Bereich auseinandergesetzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beobachten die Nutzung des offenen Bereichs. nie O manchmal O monatlich O wöchentlich • Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen nutzen den offenen Bereich. nie manchmal regelmäßig

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• Der offene Bereich ist so gestaltet, dass Besucher/innen unterschiedlicher Herkunftskulturen den offenen Bereich nutzen. nie manchmal monatlich wöchentlich • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind erkennbar und ansprechbar. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen dokumentieren ihre Beobachtungen. monatlich wöchentlich täglich nie • Die erarbeiteten Regeln werden von allen beachtet. meistens nie manchmal 6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

O

immer

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4.4 Kernaktivität Gestaltung von offenen Funktionsräumen 1. Beschreibung Kinder und Jugendliche probieren verschiedene Anregungspotentiale aus (z. B. sportorientierte, medienorientierte, kreative, musikorientierte). Sie prägen individuelle Interessen aus, die sie zunehmend selbstverantwortlich weiter entwickeln. • Kinder, Jugendliche und andere Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung • Kinder und Jugendliche lernen verschiedene Möglichkeiten der Freizeitgestaltung kennen. • Kinder und Jugendliche entwickeln individuelle Interessen und erweitern ihr Potenzial, auch in geschlechtsuntypischen Bereichen. • Sie gehen kooperative Beziehungen ein und unterstützen sich gegenseitig. • Sie übernehmen Verantwortung für eine konkrete Aufgabe. • • Es sind verschiedene Funktionsräume vorhanden, diese sind bezogen auf das jeweilige Angebot ausgestattet. • Die Raumaufteilung und –gestaltung begünstigen Kontaktaufnahme und das Spielen in kleineren Gruppen. • In den Funktionsräumen finden von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern begleitete niedrigschwellige Angebote statt. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind bezogen auf den Schwerpunkt und den Interessenbereich qualifiziert. • Die Raumgestaltung, Ausstattung und Nutzung bietet Partizipationsmöglichkeiten. • Kinder und Jugendliche werden im Umgang mit Geräten angeleitet. • Funktionsräume stehen Kindern und Jugendlichen zunehmend zur eigenverantwortlichen selbstorganisierten Nutzung zur Verfügung. •

2. Zielgruppe 3. Ziele(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Ausstattung der Funktionsräume ist sachgerecht und vielseitig. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • O

Die Räume sind so gestaltet, dass Besucherinnen, Besucher verschiedener Herkunftskulturen gleichermaßen angesprochen werden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Ein/e pädagogisch Verantwortliche/r, auf die Schwerpunkte / Interessenbereiche bezogen qualifizierte/r Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter ist ansprechbar. nie O manchmal O zu festgelegten Zeiten O immer O O O

•

• Kinder und Jugendliche werden in die Gestaltung der Funktionsräume einbezogen. nie O manchmal O meistens O immer • Es gibt Möglichkeiten einzelne Bereiche umzugestalten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • O trifft zu

Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen nutzen die offenen Funktionsräume. nie O manchmal O meistens O regelmäßig

O

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• Während der offenen Angebote ist ausreichend Zeit vorhanden um auf die einzelnen Besucherinnen und Besucher einzugehen. nie O sporadisch O zu festgelegten Zeiten O immer O Es wird auch unter geschlechtsbewusstem Aspekt genau beobachtet, wie die Kinder und Jugendlichen das Anregungspotenzial der Räume nutzen. nie O manchmal O meistens O regelmäßig O

•

• Ruhigere Spiel- und Begegnungsmöglichkeiten sind von aktiveren Bereichen deutlich getrennt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Für die eigenverantwortliche Raumnutzung existiert ein Nutzungsplan. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu 6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren. Bedarfe werden ermittelt. O

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4.5 Kernaktivität Gestaltung des Erstkontaktes mit neuen Besucherinnen und Besuchern 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Durch die fachliche Gestaltung von Erstkontakten werden neue Besucherinnen und Besucher erreicht. Kinder und Jugendliche, Eltern • • • • • • • • • • Die Besucherinnen und Besucher haben einen Überblick über die Angebote der Einrichtung erhalten. Die Erwartungen der potentiell neuen Besucherinnen und Besucher sind geklärt. Der Erstkontakt wird als Beginn eines offenen Prozesses erlebt. Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind anwesend. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nehmen sich Zeit und sind an den Besucherinnen und Besuchern interessiert. In der Einrichtung herrscht ein offenes Klima. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zeigen Toleranz, Wertschätzung und Verbindlichkeit. Mädchen und Jungen werden gleichermaßen beachtet.

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Neue Besucherinnen und Besucher äußern, dass sie sich beachtet und willkommen fühlen. selten O manchmal O meistens O immer O • Die Einrichtung hat Arbeitsweisen für den Erstkontakt erarbeitet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O

• Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Arbeitsweisen zum Erstkontakt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

• Ein/e Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter spricht mit neuen Besucherinnen und Besuchern um deren Erwartungen mit den Möglichkeiten der Einrichtung abzugleichen. selten O manchmal O meistens O immer O • Die Besucherinnen und Besucher werden eingeladen zu bleiben und zu „schnuppern“. selten O manchmal O meistens O immer O

• Sie werden von einer Mitarbeiterin bzw. einem Mitarbeiter oder von anderen Jugendlichen mit den Angeboten des Hauses vertraut gemacht. selten O manchmal O meistens O immer O • Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen unterstützt. selten O manchmal O meistens O immer • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auf unterschiedliche kulturelle Hintergründe und Lebensweisen von Besucherinnen, Besuchern eingestellt. selten O manchmal O meistens O immer O

O

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• Die Besucherinnen und Besucher erhalten Info-Material. selten O manchmal O meistens 6. Qualitätssicherung • Überprüfung, wieweit das Verhältnis zwischen ausscheidenden und neu gewonnenen Besucherinnen und Besuchern den Zielen entspricht. O immer O

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4.6 Kernaktivität Pädagogisches Handeln im offenen Bereich 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziele(e) Das pädagogische Handeln im offenen Bereich bildet die Grundlage für alle Aktivitäten in der Einrichtung. Hierdurch soll der offene Bereich ein Ort der Begegnung, Entspannung, Aktivität und Integration sein. • Kinder und / oder Jugendliche • Kinder und Jugendliche erproben sich innerhalb eines geschützten Raumes selbstbestimmt • Sie üben respektvollen Umgang miteinander ein und treffen Entscheidungen mit demokratischen Mitteln. • Mädchen und Jungen nehmen ihre Interessen wahr und teilen sie andern mit. • Sie übernehmen Verantwortung. • Unterschiedliche Gruppen tolerieren sich gegenseitig. • Die Fähigkeiten zur Reflexion von Fremd- und Selbstbild werden gefördert. • Soziale, kreative und technische Fähigkeiten der Besucherinnen und Besucher werden wahrgenommen und gefördert. • Die Kinder und Jugendlichen kommen gern in die Einrichtung. • Sie fühlen sich angenommen. • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen die Aussagen der Konzeption zum offenen Bereich um. • Sie geben Raum zum „Nichtstun“ und zur aktiven Freizeitgestaltung. • Sie haben Ideen, wie sie die Interessen der Besucherinnen und Besucher wecken können. • Sie sind belastbar und in der Lage flexibel zu reagieren. • Junge Menschen unterschiedlicher Herkunftskulturen werden gleichermaßen einbezogen. • Beeinträchtigte und benachteiligte Kinder und Jugendliche werden gleichrangig in Aktivitäten einbezogen. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen andere Jugend-, Sozialund Bildungseinrichtungen und leiten Jugendliche mit individuellen Problemlagen an die geeigneten Institutionen weiter. • Sie initiieren Lernprozesse bei Kindern und Jugendlichen. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Der offene Bereich wird von qualifiziertem Fachpersonal betreut. nie O manchmal O meistens • Im offenen Bereich sind zwei Fachkräfte gleichzeitig tätig. nie O manchmal O meistens O immer O immer O O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen verschiedene Strömungen in der Jugendkultur. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

•

Sie kennen die kulturellen Hintergründe der Besucherinnen und Besucher. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

• Sie verfügen über relevante Informationen zum Stadtteil. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

O trifft zu

O

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• Alters- und jugendkulturtypische Redewendungen werden von den Fachkräften verstanden. nie O selten O meistens O immer O • Die Spiel- und Freizeitmöglichkeiten entsprechen den Interessen der Besucherinnen und Besucher. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beobachten die Kinder und Jugendlichen um deren Ressourcen zu entdecken. noch nicht O ist geplant O manchmal O meistens O

•

• Die Besucherinnen und Besucher gehen miteinander respektvoll um. nie O selten O manchmal O meistens • Besucherinnen und Besucher unterschiedlicher Herkunftskulturen unternehmen gemeinsame Aktivitäten. noch nicht O ist geplant O manchmal O meistens

O

O

• Aufgaben werden von den Kindern und Jugendlichen eigenverantwortlich übernommen. nie O selten O manchmal O regelmäßig O • Die Besucherinnen und Besucher werden gleichermaßen begrüßt und verabschiedet. nie O selten O manchmal O regelmäßig O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter besprechen regelmäßig die Situation im offenen Bereich. noch nicht O nach Bedarf O wöchentlich O täglich O • Die Auslastung des offenen Bereichs durch Stammpublikum und neue Besucherinnen und Besucher ist gut. Keine ausreichende schwankende meistens gute immer gute Auslastung O Auslastung O Auslastung O Auslastung O • Andere Jugendhilfe-, Bildungs- und Sozialeinrichtungen im Umfeld sind den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bekannt. noch nicht O eher nicht O einige O alle bekannt O 6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren.

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4.7 Kernaktivität Aushandeln von und Umgang mit Regeln 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Regeln regulieren das gemeinschaftliche Miteinander verschiedener Interessengruppen und beschreiben Rechte und Pflichten für die Nutzung der Einrichtung. Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung • Kinder und Jugendliche üben den respektvollen Umgang miteinander und wissen Entscheidungsprozesse mit demokratischen Mitteln zu gestalten. • Die Regeln sichern die gleichberechtigte Teilhabe am sozialen Miteinander in der Einrichtung. • Die Nutzerinnen und Nutzer erkennen, dass Regeln für ein Miteinander erforderlich sind. • Sie sind in der Lage, eigene Interessen zu formulieren und können diese mit anderen verhandeln. • Kinder und Jugendliche kennen und akzeptieren die Regeln. • Sie setzen sich für die Einhaltung der Regeln ein. • Die Regeln sind transparent und werden soweit möglich gemeinsam erarbeitet. • Das Wohl der Kinder und Jugendlichen wird durch eine sichere, angstfreie Atmosphäre gewährleistet. • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einen Prozess zum Aushandeln von Regeln. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich einen gemeinsamen Standpunkt erarbeitet. • Die Kinder und Jugendlichen bringen eigene Vorschläge und Erwartungen in den Prozess des Aushandelns ein. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erläutern vorgegebene Bestimmungen (u.a. Gesetze). • Die Regeln gelten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besucherinnen und Besucher. • Alle Beteiligten legen fest, wie bei Verstößen gegen Regeln zu verfahren ist. • Die Regeln sind verständlich, eindeutig, sprachlich positiv und ggf. mehrsprachig formuliert sowie schriftlich festgehalten. • Die Regeln sind veränderbar und beschränken sich auf das Wesentliche. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Es gibt einen Dialog zum Aushandeln von Regeln, an denen Mädchen und Jungen gleichberechtigt teilnehmen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O meistens O immer

O

•

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben geklärt, welche Regeln durch die Kinder und Jugendlichen mitbestimmt werden können. O trifft eher zu O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu

• Regeln werden gemeinsam beschlossen. selten O teilweise O

meistens

O immer

O

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• Die Regeln werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. trifft nicht zu O manchmal O meistens • Die Regeln sind an einem zentralen Ort ausgehängt. O trifft eher zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O ja O

O

trifft zu

O

• Es ist festgelegt, wer neue Besucherinnen und Besucher mit den Regeln vertraut macht. O Meistens O ja regelmäßig O noch nicht O manchmal • Bei Nachfragen können die Nutzerinnen und Nutzer sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Regeln erläutern. O die meisten O alle O trifft nicht zu O einige

• Mitarbeiter/innen und Nutzer/innen setzen sich für die Einhaltung der Regeln ein. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Bei Regelverstößen werden die verabredeten Konsequenzen umgesetzt. trifft nicht zu O manchmal O meistens O immer • Regelverstöße nehmen kontinuierlich ab. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu 6. Qualitätssicherung •

O

O

O trifft zu

O

Sinnhaftigkeit der Regeln mit allen Beteiligten überprüfen und Verbesserungen planen.

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4.8 Kernaktivität Umgang mit schwierigen, konfliktreichen Situationen im offenen Bereich 1. Beschreibung Eine unerwartete soziale Konfliktsituation, auf die schnell und nachhaltig wirksam reagiert werden muss, ist entstanden. 2. Zielgruppe Alle von der Situation Betroffenen 3. Ziel(e) • Der Schutz der anwesenden Besucher/innen ist gesichert. • Der aktuelle Konflikt ist beigelegt. • Das dem Konflikt zugrunde liegende Problem wird zielgerichtet und ergebnisorientiert bearbeitet. • Übereinstimmung im Handeln aller Beteiligten bezüglich pädagogischer Entscheidungen ist erreicht. • Präventive Maßnahmen sind eingeleitet. • 4. Qualitätskriterien • Die Teilnahme aller am Konflikt Beteiligten ist gesichert. • Die Besprechung schwieriger Situationen erfolgt ressourcen- und ergebnisorientiert. • Entscheidungen werden dokumentiert und überprüft. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich im Verständnis von und im Umgang mit konflikthaften Situationen fortgebildet. • Geschlechtsbezogene Aspekte von Konflikten werden erkannt. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Auf ungewöhnlich schwierige Situationen wird umgehend reagiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O O

• Regeln zum Umgang mit schwierigen Situationen liegen schriftlich vor. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Es gibt einen zeitlichen Rahmen für Situationsbesprechungen. selten O manchmal O meistens O immer

• Strategien zur Vermeidung derartiger Situationen sind Gegenstand der nächsten Teamsitzung. selten O manchmal O meistens O immer O • Bei Bedarf wird eine fachliche Beratung hinzugezogen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Es gibt Ergebnisprotokolle der Situationsbesprechungen. selten O manchmal O meistens O trifft zu O

O regelmäßig

O

• Menschen werden unabhängig von ihren persönlichen Eigenschaften und Orientierungen vor Herabsetzungen und Gewalt geschützt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Angebote für Kinder und Jugendliche zur gewaltfreien Kommunikation finden statt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in Bezug auf konflikthafte Situationen geschult. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Gefühlsäußerungen von Mädchen und Jungen in Konfliktsituationen werden beachtet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O
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6. Qualitätssicherung • Zweimal jährlich Überprüfung der dokumentierten Ergebnisse und deren Konsequenzen

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4.9 Kernaktivität Umgang mit besonderen Problemen einzelner Kinder und Jugendlicher im offenen Bereich 1. Beschreibung Kinder und Jugendliche berichten einzelnen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über ihre individuellen Probleme in der Hoffnung auf Unterstützung. 2. Zielgruppe Kinder und Jugendliche 3. Ziel(e) • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter akzeptieren das Bedürfnis Einzelner nach Unterstützung. • Kinder und Jugendliche finden Unterstützung. • Die fachlichen Ressourcen der Jugendhilfe werden genutzt. • Der Kinderschutzauftrag des Jugendamtes wird durch die Arbeit in den Jugendfreizeiteinrichtungen unterstützt. • 4. Qualitätskriterien • Der Umgang mit den vorgetragenen Problemen orientiert sich an fachlichen Standards. • Die Unterstützung durch das Team ist gesichert. • Die Grenzen und Kompetenzen der Jugendarbeit und die Kapazitäten des Teams sind bekannt. • Eine verantwortliche Weitervermittlung (z. . zu Hilfen zur Erziehung, Jugendberufshilfe, Jugendgerichtshilfe) des Kindes / Jugendlichen und ggf. die Mitwirkung an Fallbesprechungen wird organisiert. • Der in Kernaktivität 2.8 beschriebene Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung wird wahrgenommen. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Besondere Kompetenzen der Teammitglieder sind untereinander bekannt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Den Kindern und Jugendlichen wird Vertraulichkeit zugesichert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Regeln des Datenschutzes werden eingehalten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Die Handlungsabläufe sind mit dem/der Betroffenen abgestimmt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O trifft zu O trifft zu O O O O

• Mindestens eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter hat Kenntnisse der Fremdsprache der zahlenmäßig größten Sprachgruppe. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner und Strukturen in den unterstützenden anderen Einrichtungen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Sofern sich im Kontakt mit dem Kind oder Jugendlichen die Notwendigkeit einer individuellen professionellen Fallberatung zeigt, findet eine Vermittlung an die geeigneten Einrichtungen und Institutionen statt. O meistens O regelmäßig O selten O manchmal • Ergebnisse und Besonderheiten werden im Protokoll der Teamberatung festgehalten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O
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• Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen können Gefährdungen von Kindern und Jugendlichen erkennen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Supervision findet statt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu 6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren. Fortbildung zu typischen Problemfällen

O trifft eher zu

O trifft zu

O

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Kapitel 5

Schwerpunkt: Partizipation in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen

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70 Kapitel 5: Schwerpunkt – Partizipation in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen
5.1 Merkmale des Schwerpunktes „Partizipation in Kinder- und Jugendfreizeitstätten“ Partizipation von Kindern und Jugendlichen ist eine zentrale Handlungsorientierung der demokratischen und emanzipatorischen Zielen verpflichteten Kinder- und Jugendarbeit. Sie ist als verpflichtende Querschnittsaufgabe und durchgängiges Handlungsprinzip u. a. im SGB VIII, dem Kinderrechtsübereinkommen der UN und dem Weißbuch der Europäischen Union „Neuer Schwung für die Jugend Europas“ rechtlich und politisch begründet. Das demokratische Gemeinwesen erfordert mündige Bürgerinnen und Bürger, die sich um friedliche Konfliktlösungen bemühen und sich für eine verantwortungsvolle Interessenvertretung einsetzen. Die Kinder- und Jugendarbeit geht davon aus, dass junge Menschen selbst über Lösungsvorstellungen verfügen um sich an Entscheidungsprozessen zu beteiligen. Die Räume und Möglichkeiten, die durch Kinder- und Jugendarbeit für die Zielgruppen bereitgestellt werden, sind Lernorte zur Einübung von Verantwortungsübernahme und selbstbestimmtem Handeln. Sie stärkt die Kinder und Jugendlichen darin, Lösungskompetenzen zu erwerben, begleitet und reflektiert Umsetzungsstrategien und dient damit dem Einüben demokratischer Beteiligungsstrukturen. Eine grundlegende Voraussetzung für eine gelingende Partizipation von Kindern und Jugendlichen liegt darin, Beteiligung als ständigen Lernprozess zu begreifen. Partizipation in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen beginnt damit, dass Kinder und Jugendliche die Entscheidungen, die sie selbst und die Gemeinschaft angehen, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern treffen. Dabei ist Partizipation als Entwicklungsprozess zu sehen, der verschiedene Stufen durchläuft: vom Mitdenken und Mitreden, über Mitplanen bis zum Mitentscheiden und Mitgestalten. Partizipation in der Kinder- und Jugendarbeit hat stets zwei Dimensionen: • Die Mitarbeiter/innen der Kinder- und Jugendarbeit sorgen innerhalb der Einrichtungen und Projekte dafür, dass ihre Angebote demokratisch strukturiert sind. Die Nutzerinnen und Nutzer sind an den Entscheidungen, die sie betreffen beteiligt. werden können. Kinder und Jugendliche werden angeregt und unterstützt, ihre Interessen nach außen zu vertreten und sich aktiv an der Mitgestaltung des Umfeldes zu beteiligen.

•

Die Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen nehmen diese Anforderungen auf, in dem sie einerseits Ausgangsort für die Aneignung und Mitgestaltung des Lebensumfeldes im Sozialraum sind, andererseits selbst so gestaltet sind, dass die Kinder und Jugendlichen ein möglichst hohes Maß an Beteiligung und Mitwirkung wahrnehmen können. Um diese Mitwirkung in den Freizeiteinrichtungen zu gewährleisten, hat die Jugendarbeit vielfältige Angebote entwickelt, die den passenden institutionellen Rahmen für Beteiligung bieten. Jugendvollversammlungen, Kinderkonferenzen, Jugendräte, Klubaktive, Nutzerinnen- und Nutzerbefragungen und Kummerkasten sind hier einige ausgewählte Beispiele. Jugendarbeit wendet sich an unterschiedliche Gruppen, die in Jugendfreizeiteinrichtungen mit- und nebeneinander existieren. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene haben außerdem unterschiedliche soziale und kulturelle Hintergründe und Fähigkeiten, woraus sich auch ein unterschiedliches Konflikt- und Problemlösungsverhalten ergibt. Bei der Entwicklung mit Partizipationsmodellen im Zusammenhang mit der sozialräumlichen Planung sind unterschiedliche Erkenntnisse über das Partizipationsverhalten der Geschlechter zu
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berücksichtigen. Damit soll gewährleistet werden, dass Mädchen wie Jungen nicht lediglich Geschlechterstereotype reproduzieren. Die pädagogischen Konzepte zur Partizipation sehen unterschiedliche Beteiligungsformen vor, die dem Entwicklungsstand und den Möglichkeiten der unterschiedlichen Kinder und Jugendlichen jeweils am besten gerecht werden. Die Vorhaben und Themen werden so ausgewählt, dass sie von Kindern und Jugendlichen überblickt und in einem überschaubaren Zeitrahmen umgesetzt werden können. Im Sinne von Gender Mainstreaming wirken Mädchen und junge Frauen ebenso mit wie Jungen und junge Männer. Kinder und Jugendliche sind oft Expertinnen und Experten in eigener Sache. Um jedoch mit größeren Gruppen junger Menschen Einverständnis über die Beurteilung von Sachverhalten, über Ergebnisse und Handlungen zu erreichen, sind geeignete Methoden und Kenntnisse notwendig. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kinder- und Jugendarbeit verstehen es als ihre Aufgabe, den Kindern und Jugendlichen diese Kenntnisse zu vermitteln und sie durch politische Bildung zur Mitwirkung zu befähigen. Somit ist Partizipation auch als Bildungsauftrag der Jugendfreizeiteinrichtungen zu verstehen. Wegen des hohen Stellenwertes von Partizipation und der auch von jungen Menschen beabsichtigten Wirkung bei politischen Entscheidungen besteht auf Seiten der Einrichtungen, der Träger und der Jugendpolitik die Versuchung, Partizipationsprojekte als Alibi zu nutzen. Aufgabe der Jugendarbeit dabei ist es, darauf zu achten, dass bei allen Beteiligungsangeboten die tatsächlichen Gestaltungsmöglichkeiten der Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Die erfolgreiche Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen ist davon abhängig, dass ihnen Kenntnisse über Kontexte von freien und öffentlichen Trägern, die in institutionelle Zusammenhänge eingebunden sind, vermittelt werden. Andererseits ist es notwendig in den Institutionen die Gestaltungsmöglichkeiten für die Nutzerinnen und Nutzer zu klären und auszubauen. Dazu gehört unbedingt, das „faktische Wissens- und Erfahrungsgefälle“14 zwischen Kindern und Jugendlichen sowie zwischen Erwachsenen und Kindern / Jugendlichen zu berücksichtigen.15

14 15

Projektgruppe Wanja: Handbuch zum Wirksamkeitsdialog, Münster 2000, S. 3. Vgl. Wanja, 2000, S. 3.

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5.2 Kernaktivität Mitbestimmung und Mitgestaltung des Programms und der Angebotsinhalte der Einrichtung 1. Beschreibung Das Programm und die Angebote der Einrichtung werden gemeinsam von den Nutzerinnen, Nutzern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern entwickelt. 2. Zielgruppe Alle Nutzerinnen und Nutzer der Angebote (Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene) 3. Ziel(e) • Die Nutzerinnen und Nutzer sind befähigt, eigene Interessen zu formulieren und diese mit anderen Nutzerinnen, Nutzern sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zu verhandeln. • Die Angebote der Einrichtung entsprechen den Bedürfnissen und Interessen der Nutzerinnen und Nutzer im Rahmen der allgemeinen Möglichkeiten der Einrichtung. • Kinder und Jugendliche organisieren selbstständig Angebote und führen diese durch. • Neugier und Interesse für Neues sind bei den Nutzerinnen und Nutzern geweckt. • Nutzerinnen und Nutzer lernen Konfliktfähigkeit und Kompromisse zu schließen. • 4. Qualitätskriterien • Es gibt Methoden, um Vorschläge der Kinder und Jugendlichen zu ermitteln.16 • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter greifen die Wünsche von Kindern und Jugendlichen auf und verhandeln mit ihnen die Durchführung. Entscheidungen werden in einem demokratischen Prozess gefunden. • Sie vermitteln Methoden zur Durchführung von Angeboten an Kinder und Jugendliche. • Sie berücksichtigen die Ressourcen in der Region und die unterschiedlichen Lebenswelten von Mädchen und Jungen. • Die Kinder und Jugendlichen treten selbstständig an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung heran, um ihre Wünsche einzubringen. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Kinder und Jugendliche nutzen Instrumente der Bedarfsermittlung.14 trifft nicht zu O einige O Die meisten O • Kinder und Jugendliche planen Aktivitäten selbstständig. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

alle

O

O

trifft zu

O

•

Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen bestimmen über die Angebote der Einrichtung mit. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Zusammen mit den Nutzerinnen und Nutzern wurden die Wünsche und Vorschläge auf Realisierbarkeit und Umsetzung geprüft. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

•

Wunschbriefkasten, Fragebögen, „schwarzes Brett“, Pinnwand, Interview, persönliches Gespräch, Sprechstunde, Rollenspiel, Zeichnungen, Modelle, Ideenwerkstatt, Vollversammlung
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16

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• Die Wünsche und Vorschläge sind in das Programm aufgenommen worden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die selbstorganisierten Angebote werden von den Nutzerinnen und Nutzer besucht. trifft nicht zu O selten O meistens O immer • O

O

Am Ende von Einzelaktionen und/ -projekten findet eine Nachbereitung statt, in der die Nutzerinnen und Nutzer Raum haben, Eindrücke, Meinungen, Verbesserungsvorschläge und neue Ideen zu äußern. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

In den Teamsitzungen gibt es einen eigenen TOP „Neue Vorschläge und Wünsche zum Angebot“. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • 6. Qualitätssicherung • • Aktivitäten, Angebote und Aktionen werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie von den Kindern und Jugendlichen gemeinsam dokumentiert. Selbstevaluation anhand der Indikatoren.

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5.3 Kernaktivität Aushandeln von und Umgang mit Regeln17 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Regeln regulieren das gemeinschaftliche Miteinander verschiedener Interessengruppen und beschreiben Rechte und Pflichten für die Nutzung der Einrichtung. Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung • Kinder und Jugendliche üben den respektvollen Umgang miteinander und wissen Entscheidungsprozesse mit demokratischen Mitteln zu gestalten. • Die Regeln sichern die gleichberechtigte Teilhabe am sozialen Miteinander in der Einrichtung. • Die Nutzerinnen und Nutzer erkennen, dass Regeln für ein Miteinander erforderlich sind. • Sie sind in der Lage, eigene Interessen zu formulieren und können diese mit anderen verhandeln. • Kinder und Jugendliche kennen und akzeptieren die Regeln. • Sie setzen sich für die Einhaltung der Regeln ein. • Die Regeln sind transparent und werden soweit möglich gemeinsam erarbeitet. • Das Wohl der Kinder und Jugendlichen wird durch eine sichere, angstfreie Atmosphäre gewährleistet. • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen einen Prozess zum Aushandeln von Regeln. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich einen gemeinsamen Standpunkt erarbeitet. • Die Kinder und Jugendlichen bringen eigene Vorschläge und Erwartungen in den Prozess des Aushandelns ein. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter erläutern vorgegebene Bestimmungen (u.a. Gesetze). • Die Regeln gelten für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Besucherinnen und Besucher. • Alle Beteiligten legen fest, wie bei Verstößen gegen Regeln zu verfahren ist. • Die Regeln sind verständlich, eindeutig, sprachlich positiv und ggf. mehrsprachig formuliert sowie schriftlich festgehalten. • Die Regeln sind veränderbar und beschränken sich auf das Wesentliche. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Es gibt einen Dialog zum Aushandeln von Regeln, an denen Mädchen und Jungen gleichberechtigt teilnehmen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O meistens O immer

O

•

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben geklärt, welche Regeln durch die Kinder und Jugendlichen mitbestimmt werden können. O trifft eher zu O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu

17

Diese Kernaktivität ist identisch mit Nr. 4.7
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• Regeln werden gemeinsam beschlossen. selten O teilweise O meistens O immer O

• Die Regeln werden regelmäßig überprüft und aktualisiert. O meistens trifft nicht zu O manchmal • Die Regeln sind an einem zentralen Ort ausgehängt. O trifft eher zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu

O

ja

O

O

trifft zu

O

• Es ist festgelegt, wer neue Besucherinnen und Besucher mit den Regeln vertraut macht. O Meistens O ja regelmäßig O noch nicht O manchmal • Bei Nachfragen können die Nutzerinnen und Nutzer sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter die Regeln erläutern. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle O

• Mitarbeiter/innen und Nutzer/innen setzen sich für die Einhaltung der Regeln ein. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Bei Regelverstößen werden die verabredeten Konsequenzen umgesetzt. O meistens O immer trifft nicht zu O manchmal • Regelverstöße nehmen kontinuierlich ab. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu 6. Qualitätssicherung •

O

O

O trifft zu

O

Sinnhaftigkeit der Regeln mit allen Beteiligten überprüfen und Verbesserungen planen.

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5.4 Kernaktivität Partizipation bei der Ausstattung der Einrichtung 1. Beschreibung Mitbestimmung bei der Entscheidung über die Verwendung der geplanten Mittel für die Anschaffungen. Sie sollen den Interessen und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen entsprechen. Alle Kinder und Jugendlichen, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie Honorarkräfte • Die Verwendung der finanziellen Mittel für die Ausstattung entspricht dem Bedarf und den Bedürfnissen der Nutzerinnen und Nutzer. • Alle Beteiligten werden angeregt ihre Interessen und Bedürfnisse zu formulieren. • Die Attraktivität der Ausstattung erhöht sich für die Nutzerinnen und Nutzer. • Mit der Ausstattung in der Einrichtung wird durch die Nutzerinnen und Nutzer verantwortungsvoll umgegangen. • • • • • Alle Beschaffungsvorschläge werden gesammelt und zur Diskussion gestellt. Die mit den Beschaffungen verbundenen Interessen werden erklärt. Kinder und Jugendliche lernen ihre Interessen zu vertreten. Die Realisierbarkeit von Beschaffungen wird anhand des Etats, der räumlichen Bedingungen und der Qualifikation der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gemeinsam überprüft. Es gibt eine Regelung, wie über Vorschläge entschieden wird. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten darauf, dass auch Interessen von zahlenmäßig unterrepräsentierten Gruppen berücksichtigt werden. Zwischen Träger und Einrichtung ist geklärt, welche Entscheidungen durch die Nutzerinnen und Nutzer getroffen werden können.

2. Zielgruppe 3. Ziele

4. Qualitätskriterien

• •

• •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mehrheit der Nutzerinnen und Nutzer ist an der Entscheidung zur Verwendung der finanziellen Mittel beteiligt. trifft nicht zu O eher selten O häufig O trifft zu O O trifft zu O

• Die Prioritätenliste der Beschaffungen wird halbjährlich erstellt. trifft nicht zu O eher selten O häufig •

Die Beschaffungen sind nach einer Abstimmung mit den Nutzerinnen und Nutzern getätigt worden. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle O Die Anforderungen von Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen werden bei den Beschaffungen berücksichtigt. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle O

•

• Die Mädchen und Jungen beteiligen sich gleichermaßen an den Aushandlungsprozessen. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle O

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• Die beschafften Gegenstände und Geräte werden von den Kindern und Jugendlichen genutzt. trifft nicht zu O eher selten O häufig O trifft zu O 6. Qualitätssicherung • Jährliche Befragung der Kinder und Jugendlichen, ob sie bei Beschaffungen beteiligt werden.

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5.5 Kernaktivität Kinderkonferenz und Jugendvollversammlung 1. Beschreibung Durchführung einer a) Kinderkonferenz und b) Jugendvollversammlung: Eine Kinderkonferenz / Jugendvollversammlung ist eine Versammlung, in der es um für die Beteiligten relevante Themen geht, d. h. jeder und jede kann hier sein / ihr Anliegen einbringen. a) Eine zumeist von Pädagoginnen und Pädagogen initiierte und moderierte Veranstaltung, die von Kindern aktiv mitgetragen wird. b) Eine Versammlung von Jugendlichen, Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und anderen Interessierten zu relevanten Themen, die möglichst von Jugendlichen gestaltet wird. 2. Zielgruppe a) Alle Kinder, Ehrenamtliche, Professionelle und Verantwortliche des Trägers und möglicherweise Eltern und andere Interessierte b) Alle Kinder und Jugendliche, Professionelle, Verantwortliche des Trägers und Ehrenamtliche 3. Ziel(e) • Kinder und Jugendliche sind sich ihrer gemeinsamen und unterschiedlichen Interessen bewusst. • Mädchen und Jungen sind sich ihrer gemeinsamen und unterschiedlichen Interessen bewusst. • Mädchen und Jungen lernen ihre Interessen in Versammlungen zu artikulieren. • Sie beherrschen eine Streitkultur nach demokratischen Grundsätzen. • Sie verabreden sich zum gemeinsamen Handeln. • Die Kinder und Jugendlichen kennen Verfahren, um demokratisch zu entscheiden. • 4. Qualitätskriterien • Die Vollversammlung wird in Gruppen mit Kindern und Jugendlichen vorbereitet. • Bei der Entwicklung der Themen wird auf die unterschiedlichen Interessenslagen von Mädchen und Jungen geachtet. • In der Vorbereitung werden die Rahmenbedingungen sichergestellt (z. B. Raumgröße, Sitzordnung, positive Atmosphäre etc.). • Die Kinderkonferenz und die Jugendvollversammlung haben eine strukturierte Form und die Abläufe sind für alle Interessierten transparent und verständlich. • Kinder und Jugendliche mit Beeinträchtigungen und Behinderungen beteiligen sich gleichrangig. • Die Regeln werden gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen verbindlich abgestimmt. • Entscheidungsspielräume sind klar benannt. • Es wird auf eine für alle verständliche Sprache geachtet. • Die Themen, Inhalte, Zeit und Ort der Vollversammlung werden rechtzeitig und für alle zugänglich veröffentlicht. • Entscheidungen und Ergebnisse werden festgehalten und Verantwortlichkeiten und Umsetzung verabredet. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Kinderkonferenz oder Jugendvollversammlung werden gemeinsam mit Kinder- und Jugendgruppen vorbereitet. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle

O

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• Der Verlauf der Vollversammlung ist vorgestellt, Tagesordnung und Regeln sind transparent. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Regeln werden befolgt. trifft nicht zu O einige

O

die meisten

O

alle

O

• Alle Gruppen der Nutzerinnen und Nutzer sind anwesend. trifft nicht zu O einige O die meisten

O

alle

O

• Angemessene Rahmenbedingungen (der Raum ist groß genug etc.) sind vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Anwesenden melden sich zu Wort / sind an der Diskussion beteiligt. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle

O

O

• Bei Bedarf finden Kinderkonferenzen und Jugendvollversammlungen in geschlechtshomogenen Gruppen statt. trifft nicht zu O einige O die meisten O alle O • Die Kinder bringen sich unbefangen und selbstbewusst ein. trifft nicht zu O einige O die meisten

O

alle

O

• Die Moderation achtet auf den Interessensausgleich unterschiedlicher Gruppen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die festgehaltenen Ergebnisse werden realisiert / umgesetzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • Die Umsetzung der Ergebnisse wird überprüft. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu 6. Qualitätssicherung •

O

O

trifft zu

O

O

trifft zu

O

Jährliche Auswertung der Protokolle von Kinderkonferenzen und Jugendvollversammlungen.

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5.6 Kernaktivität Partizipation bei Projekten zur Umgestaltung und Verbesserung des Lebensumfeldes in der Region 1. Beschreibung Kinder- und Jugendliche als Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung, deren haupt-, neben- und ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Eltern, Anwohnerinnen und Anwohnern und weitere Interessierte entwickeln Konzepte zur Umgestaltung und Verbesserung des Lebensumfeldes und realisieren diese gemeinsam. 2. Zielgruppe Alle an einer Mitgestaltung interessierten Kinder und Jugendlichen 3. Ziel(e) • Kinder und Jugendliche analysieren und artikulieren die von ihnen gesehenen Veränderungsbedarfe. • Jungen und Mädchen beteiligen sich aktiv an Gestaltungsprozessen. • Sie vertreten ihre Interessenslagen kompetent und gleichen sie mit denen der anderen Beteiligten ab. • Das Projekt ist realisiert. • Die Erkenntnis der Selbstwirksamkeit der beteiligten Kinder und Jugendlichen ist gestärkt. • Sie erkennen die Grenzen ihrer Mitwirkungsmöglichkeiten. • 4. Qualitätskriterien • Es gibt eine fachlich qualifizierte Projektbegleitung, die über eine vielfältige Methodenkenntnis verfügt. • Der Zeitrahmen bis zur Verwirklichung ist festgelegt. • Der Planungsrahmen ist zielgruppengerecht. • Möglichkeiten der Finanzierung sind bekannt. • Arbeitsraum, technische Ausstattung und andere Hilfsmittel stehen bereit. • Den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sind geeignete Methoden zur Artikulation von Interessen und zum Aushandeln eines Interessenausgleichs bekannt. Diese werden den Kindern, Jugendlichen und anderen Beteiligten vermittelt. • Das Lebensumfeld wird von den Beteiligten auf Gegebenes und Verändernswertes erkundet. Die dazu geeigneten Methoden (u.a. Beobachtung, Fragebogen, Interview, Foto- und Filmdokumentation) sind bekannt. • Auf der Erkundung aufbauend wird über den Projektschwerpunkt gemeinsam entschieden. • Kinder und Jugendliche sind an der Projektrealisierung entsprechend ihren Möglichkeiten beteiligt und entwickeln neue Fähigkeiten. • Das Projektergebnis wird in der Öffentlichkeit dargestellt und bildet die Grundlage für weitere Partizipationsprojekte. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Es finden regelmäßig Projekttreffen statt. selten O manchmal O • meistens O immer O

Kinder und Jugendliche erhalten alle erforderlichen Informationen rechtzeitig und in altersgemäßer Form. selten O manchmal O meistens O immer

O

• Kinder und Jugendliche artikulieren ihre Interessen. selten O manchmal O meistens

O

immer

O

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• Die Mitarbeiter unterstützen die Kinder und Jugendlichen ihre Anliegen gegenüber Anderen zu artikulieren. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Die Erkundung des Lebensumfeldes durch die Kinder und Jugendlichen ist dokumentiert. nein O trifft eher nicht zu O O trifft eher zu O ja • Die verschiedenen Methoden und Techniken sind mit den Kindern und Jugendlichen altersgemäß eingeübt und werden angewendet. noch nicht O ist geplant O zum Teil erreicht O voll erfüllt

O

• Kinder und Jugendliche setzen eigene Ideen um und arbeiten schöpferisch mit. noch nicht O ist geplant O zum Teil erreicht O voll erfüllt

O

• Das Projektergebnis ist der Region und der Öffentlichkeit vorgestellt und der beabsichtigten Nutzung zugeführt. noch nicht O ist geplant O zum Teil erreicht O voll erfüllt O • Es gibt Rückmeldungen an die Kinder und Jugendlichen zum Projektergebnis. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Das Ergebnis des Projektes wird von der Zielgruppe genutzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu 6. Qualitätssicherung • Jedes Projekt wird in der Phase der Vorbereitung und der Durchführung sowie im Ergebnis dokumentiert und ausgewertet. O trifft zu O O

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Kapitel 6

Schwerpunkt: Medienbildung in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen

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83 Kapitel 6: Schwerpunkt – Medienbildung in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen
6.1 Merkmale des Schwerpunkts Medienbildung18 Mädchen und Jungen, junge Frauen und junge Männer wachsen heute in einer Gesellschaft auf, deren Kommunikation zunehmend durch elektronische Medien geprägt ist. Die zunehmend zeitund ortsunabhängige Verfügbarkeit der Medien und ihre Integration in neue Angebotsformen des Internet eröffnen neue Lern- und Erfahrungsbereiche. Der Zugang zu Medien und die Fähigkeit sich ihrer zu bedienen, entscheidet über die Teilhabe am gesellschaftlichen Wissen und über die Möglichkeiten der Lebensgestaltung, nicht zuletzt auch über Berufschancen. Medienkompetenz zählt für junge Menschen ebenso zu den Schlüsselkompetenzen wie z. B. Lesekompetenz. In dem Maße, wie die Kommunikation über Medien aller Lebensbereiche betrifft, ist die Förderung eines kompetenten Umgangs mit Medien auch eine Aufgabe aller Bereiche der Jugendarbeit. Unter Medienkompetenz wird verstanden: • die technischen Fähigkeiten, die für die Bedienung von Medien notwendig sind, • die Fähigkeit zur kritischen Bewertung und Einordnung von Medienbotschaften, • Kenntnisse über die technischen, politischen, ökonomischen und sozialen Rahmenbedingungen der Medien, • Kenntnisse, um sich die den eigenen Interessen gemäßen Informationen zu verschaffen und eine geeignete Auswahl treffen zu können, • die Fähigkeit zur Nutzung von Medien für die Verbreitung eigener Botschaften und Informationen, • die Fähigkeit Medien im sozialen Zusammenhang als Kommunikations- und Gestaltungsmittel einzusetzen, Gerade für Mädchen und Jungen aus finanziell nicht gut gestellten Familien bietet die Jugendarbeit eine Möglichkeit zum aktiven Umgang mit elektronischen Medien. Die Bandbreite der Medien reicht von traditionellen Medien wie z. B. Zeitschriften, Büchern, Comics über Fotografie, Video, Audio / Tontechnik bis hin zu Computer, Handy und/mit Internet. Medienbildung im Rahmen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit knüpft an der Lebenswelt der jungen Menschen an und bietet ihnen Raum eigene Interessen zu verfolgen und ihrem Geschmack und ihren Sichtweisen Öffentlichkeit zu verleihen. Die medienpädagogischen Angebote finden häufig in Gruppen oder Projekten statt. Gruppen finden sich über einen längeren Zeitraum in einem bestimmten Teilnehmerkreis zusammen, um sich gemeinsam mit einem oder mehreren Medien zu befassen (z.B. Fotogruppen, Computergruppen). Projekte zielen dagegen auf ein bestimmtes Produkt (z.B. Videofilm, Musikaufnahme, Weblog) und sind damit zeitlich befristet. Medienprojekte dienen dazu, lebensweltliche Erfahrungen durch die kreative Gestaltung mit Medien in einem partizipativen Prozess zu bearbeiten. Innerhalb des Schwerpunktes „Angebote der Medienbildung“ wurde besonders auf Erfahrungen aus der Medienarbeit mit Computer, Internet, Video und Audio / Tontechnik Bezug genommen. Als wichtiges Handlungsfeld des Jugendmedienschutzes berücksichtigt die Offene Kinder- und Jugendarbeit bei ihren Angeboten die Notwendigkeit, Gefährdungen, denen Heranwachsende ausgesetzt sind, entgegen zu wirken. Mit Maßnahmen wie Aufklärung, Sensibilisierung und Diskussion, der Stärkung von schützenden Faktoren wie Selbstvertrauen, Zuversicht, sozialer Verantwortung und durch Alternativen zu gefährdendem Mediengebrauch wirkt die Jugendarbeit präventiv. Soweit nötig, können restriktive Maßnahmen ebenfalls Bestandteile des pädagogischen Handelns sein.

18

Der folgende Text fasst zentrale Aussagen aus den Arbeitsergebnissen der AG nach § 78 SGB VIII Medienbildung / Medienerziehung zusammen. Die Rahmenkonzeption „Medienkompetenz als zentrale Bildungsaufgabe der Jugendhilfe“(2006) ist als Download erhältlich unter: http://www.berlin.de/imperia/md/content/senjugend/bildung_in_der_freizeit/rahmenkonzept.pdf?start&ts=1160565766&file=rahmenkonzept.pdf
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6.2 Kernaktivität Offenes Angebot zur Mediennutzung 1. Beschreibung Das offene Angebot ist durch einen unkomplizierten Zugang der jeweiligen Zielgruppen unabhängig von den Fähigkeiten in der Handhabung der Medien gekennzeichnet. Gleichzeitig wird das Angebot charakterisiert durch seine Offenheit für Änderungen und Ergänzungen. 2. Zielgruppen Nutzerinnen und Nutzer, Kooperationspartner und deren Zielgruppen 3. Ziel(e) • Kinder und Jugendliche nutzen das Angebot nach ihren Bedürfnissen und haben Spaß. • Sie recherchieren, bewerten und ordnen Medienbotschaften kritisch ein. • Sie wählen sinnvoll Medienangebote aus. • Sie gestalten eigene Medienbeiträge. • Sie erkennen die Wirkungen von Medien. • Sie nutzen die Gelegenheit ihre Fähigkeiten weiter zu entwickeln. • Kinder und Jugendliche mit besonderer Wissenskompetenz geben ihr Wissen weiter. • Mädchen und Jungen nutzen die Angebote gleichermaßen. • 4. Qualitätskriterien • Die Räumlichkeiten sind einladend und leicht zugänglich. • Mädchen und Jungen – auch ohne besondere Vorkenntnisse – erleben das Angebot als einladend. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind offen für Veränderungen und passen das Angebot den Wünschen der Nutzerinnen und Nutzer an. • Sie beziehen die Fähigkeiten der Nutzerinnen und Nutzer ein und sind bereit, von und mit ihnen zu lernen. • Sie setzen sich mit den durch die Kinder und Jugendlichen eingebrachten Inhalten auseinander. • Sie geben Hilfestellung und vermitteln Freude an kreativer Medienarbeit. • Anforderungen des Jugendschutzes und Jugendmedienschutzes werden eingehalten und besprochen • Gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern werden Regeln der Mediennutzung, insbesondere der Computer- und Internetnutzung, entwickelt und festgelegt. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Neue Kinder / Jugendliche werden durch das Angebot angesprochen. nie O selten O meistens O immer • Mädchen und Jungen werden durch das Angebot gleichermaßen angesprochen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • O

O

Der Informationsaustausch unter den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern über das offene Angebot ist gewährleistet. nie O selten O meistens O immer O Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter thematisieren mit den Kindern und Jugendlichen Regeln der Computer- und Internetnutzung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O •

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Das Angebot im Bereich PC/Internet ist so gestaltet, dass es Internet- und Computersucht vorbeugt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Vorschläge zur Veränderung und Ergänzung von Seiten der Mädchen und Jungen werden gemeinsam mit ihnen auf ihre Realisierung überprüft. nie O selten O meistens O immer O

•

• Mädchen und Jungen nutzen die Möglichkeiten, Neues zu lernen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O •

trifft zu

O

Das Medienangebot wird von Jugendlichen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen genutzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Mädchen und Jungen nutzen die Medien entsprechend ihren Bedürfnissen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter setzen sich mit den Kindern und Jugendlichen zu problematischen Inhalten kritisch auseinander. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • •

O

Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter thematisieren mit den Kindern und Jugendlichen den Jugendschutz und Jugendmedienschutz, sowohl im Bereich der PC-Spiele als auch im Internet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Nutzer/innen erwerben den Net-Comp@ass. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu 6. Qualitätssicherung • • Befragung der Nutzerinnen und Nutzer zum offenen Angebot, zur Dokumentation und Auswertung der Ergebnisse. Selbstevaluation anhand der Indikatoren. O trifft zu O

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6.3 Kernaktivität Online Communities19 1. Beschreibung Der Austausch von Kindern und Jugendlichen in virtuellen Netzwerken (wie schülerVZ, studiVZ, Jappy, Facebook, MySpace) in denen sie sich selbst, ihr eigenes Profil, darstellen (Hobby’s, Interessen, derzeitige Lebenssituation) ist Gegenstand der medienpädagogischen Arbeit. Chancen, Risiken und positive Perspektiven werden gemeinsam mit den Nutzerinnen und Nutzern thematisiert. Nutzerinnen und Nutzer • Die Nutzerinnen und Nutzer gehen gewissenhaft mit dem Veröffentlichen ihrer persönlichen Daten um. • Sie achten die Urheberrechte und die Persönlichkeitsrechte Dritter. • Sie gehen freundlich miteinander um und achten auf respektvolle Umgangsformen im Internet. • Sie wissen bescheid über die möglichen Risiken und Gefahren in virtuellen Netzwerken. • Die Nutzerinnen und Nutzer kennen die Nutzungsbedingungen des jeweiligen virtuellen Netzwerkes. • Datenschutzregelungen der Netzwerke werden gelesen und verstanden. • Die Nutzerinnen und Nutzer kennen die Möglichkeiten und Ressourcen virtueller Netzwerke. • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen sich mit virtuellen Netzwerken aus und wissen bescheid über die möglichen Risiken, Gefahren und die Ressourcen • Sie arbeiten mit dem Medienkompetenzzentrum zusammen. • Sie klären die Nutzerinnen und Nutzer über Gefährdungen in Netzwerken auf. • Sie erkunden gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen die neuen Lern- und Erfahrungsbereiche. • Die Anforderungen des Jugendschutzes werden beachtet. •

2. Zielgruppen 3. Ziel(e)

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Aktionen in der Einrichtung zum Safer Internet Day finden statt. Nie O selten O meistens O immer O O O

• Veröffentlichungen von Jugendlichen enthalten keine Inhalte, die Risiken für sie bergen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Regeln der Nettiquette werden von den Jugendlichen befolgt. Nie O selten O meistens O • immer

In Gesprächen mit Jugendlichen wird deutlich, dass sie über Urheberrechte- und Persönlichkeitsrechte informiert sind. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

Eine Online-Community (Netzgemeinschaft) ist eine Sonderform der Gemeinschaft; hier von Menschen, die einander via Internet begegnen und sich dort austauschen. Findet die Kommunikation in einem Sozialen Netzwerk statt, das als Plattform zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen dient (oft in Form von User Generated Content), spricht man auch von Sozialen Medien QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 -

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• In Gesprächen mit Jugendlichen wird deutlich, dass ihnen bewusst ist, dass Identitäten in virtuellen Welten nicht der Realität entsprechen müssen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O

• Jugendliche kontrollieren ihre Daten der Selbstdarstellung im Internet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

• Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter kennen die Begriffe aus der Welt der Online Communities. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter kennen die Sichereinheitseinstellungen der Online Communities. O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

•

Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter nutzen die hier vorhandenen Möglichkeiten zur Sprach- und Kommunikationsförderung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren Teilnahme an Fachveranstaltungen oder Fortbildung zu der Thematik

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6.4 Kernaktivität Medienpädagogische Gruppenarbeit 1. Beschreibung Gruppenangebote finden zu bestimmten Zeiten zu festgelegten Inhalten mit einer begrenzten Zahl von Teilnehmerinnen und Teilnehmern statt. 2. Zielgruppe Kinder und Jugendliche 3. Ziele • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben durch die Medienarbeit ihrem Geschmack und ihren Anliegen Ausdruck. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen voneinander, erweitern ihre Medienkompetenz und sozialen Kompetenzen. • Kinder und Jugendliche werden in demokratischen Werthaltungen bestärkt. • Während der Gruppenarbeit geben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen weiter und erhalten dadurch Anerkennung. • Neue Zielgruppen werden erreicht. • 4. Qualitätskriterien • Mindestens eine qualifizierte Mitarbeiterin oder ein qualifizierter Mitarbeiter ist vorhanden. • Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter setzen sich mit den durch die Kinder und Jugendlichen eingebrachten Inhalten auseinander. • Die technische Vorbereitung ist umfassend erfolgt. • Gruppenarbeit bietet im Umgang mit Medien Chancen für intensives Vermitteln, für Lernen sowie zur Kreativität. • Es gibt eine motivationsfördernde Gruppenatmosphäre. • Bestehende Gruppen sind offen für neue Interessenten/-innen • Stärken der Mädchen und Jungen werden hervorgehoben und Schwächen werden kompensiert. • Es finden geschlechtshomogene und koedukative Angebote statt. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer regen sich zu gegenseitigem Vermitteln und Lernen an. nie O selten O meistens O immer O • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben die Medienarbeit als unterstützend und fördernd. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Neue Zielgruppen werden erreicht. nie O selten O meistens O immer O

• Die Anzahl der Teilnehmenden an den Gruppen nimmt zu. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

O

trifft zu

O

• Die vorgegebenen Ziele der jeweiligen Gruppenangebote werden erreicht. nie O selten O meistens O immer •

O

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im Verlauf (oder am Ende) des Angebotes befragt und die Ergebnisse fließen in die nächsten Gruppenangebote ein. trifft nicht zu O selten O meistens O immer O Die Kinder und Jugendlichen können im Rahmen der Gruppenarbeit Comp@ass Module erwerben. O meistens O immer O trifft nicht zu O selten

•

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• Die medienpädagogischen Angebote berücksichtigen die unterschiedlichen Interessen von Mädchen und Jungen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

Eine/n medienpädagogisch qualifizierte Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter ist für die Anleitung der Gruppe verantwortlich. nie O selten O meistens O immer O • • Die Medientechnik funktioniert störungsfrei. nie O selten O •

meistens

O

immer

O

Die Auseinandersetzung zwischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeitern und Jugendlichen über problematische Inhalte findet statt. nie O selten O meistens O immer

O

• Die entstehenden Medienprodukte befördern friedliche Konfliktbewältigung und Toleranz. nie O selten O meistens O immer O 6. Qualitätssicherung • Evaluation anhand der Indikatoren und Befragungen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

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6.5 Kernaktivität Medienpädagogische Projektarbeit 1. Beschreibung Medienpädagogische Projekte sind Angebote, die als Ergebnis das Erlangen einer bestimmten Fähigkeit und/oder die Erstellung eines Produktes haben. 2. Zielgruppe Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, spezielle Gruppen (z.B. Schülerinnen und Schüler) 3. Ziel(e) • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben spezielle Fähigkeiten (z. B. Teamarbeit, Umgang mit Zeitdruck, technische Fähigkeiten), die für die Erstellung von Produkten nützlich sind. • Das Produkt wird als Ergebnis des Projektes vor anderen präsentiert. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erleben das fertig gestellte Ergebnis als Erfolg und ernten Anerkennung dafür. • Die Medienprojekte unterstützen die Bearbeitung von Themen aus der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. • Kinder und Jugendliche werden in demokratischen Werthaltungen bestärkt. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen voneinander, erweitern ihre Medienkompetenz und sozialen Kompetenzen. • Während der Projektarbeit geben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ihr Wissen weiter und erhalten dadurch Anerkennung. • Neue Zielgruppen werden erreicht. • 4. Qualitätskriterien • Die Zielgruppen werden erreicht. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben die methodische Kompetenz und ein besonderes Interesse gleichermaßen prozessund ergebnisorientiert Angebote zu gestalten. • Sie setzen sich mit den durch die Kinder und Jugendlichen eingebrachten Inhalten auseinander. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben die Möglichkeit ihre erworbenen Kenntnisse und Fähigkeiten unmittelbar praktisch anzuwenden. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer wollen „ihre Ergebnisse“ präsentieren. • Die Kinder und Jugendlichen wirken aktiv und gestaltend in allen Phasen der Medienproduktion mit. • Die Medientechnik wird durch die Kinder und Jugendlichen selbst gehandhabt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern den Erwerb von medientechnischem Handlungswissen. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwerben spezielle Fertigkeiten im Umgang mit Medien. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu •

O

• Die Projektinhalte sind für die Lebenswirklichkeit der Kinder und Jugendlichen bedeutsam. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Kinder und Jugendlichen können im Rahmen der Projektarbeit Comp@ass Module erwerben. O meistens O immer O trifft nicht zu O selten

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Die Auseinandersetzung zwischen Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter und Kindern/Jugendlichen über problematische Inhalte finden statt. nie O selten O öfters O häufig O • • Die entstehenden Medienprodukte befördern friedliche Konfliktbewältigung und Toleranz. nie O selten O öfters O häufig O • Es gibt vorzeigbare Projektergebnisse. keine O kaum vorzeigbare O einige vorzeigbare O viele vorzeigbare O

• Die Teilnehmenden haben Interesse an der Präsentation der Projektergebnisse. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Angebotsergebnisse werden der Öffentlichkeit präsentiert. nie O selten O öfters O

O

häufig

O O O

• Die Medienarbeit spricht durch ihre Qualität Nutzerinnen und Nutzer an. keine O vereinzelt O mehrere O viele • Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer an den Projekten wächst. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu •

Die verantwortliche Durchführung erfolgt durch eine/n medienpädagogisch qualifizierte/n Mitarbeiterin bzw. Mitarbeiter trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden im Verlauf (oder am Ende) des Angebotes befragt und die Ergebnisse fließen in die nächsten Projekte ein. nein O manchmal O meistens O immer O • 6. Qualitätssicherung • • Auswertung des Feedbacks des Publikums bei Präsentationen Selbstevaluation anhand der Indikatoren.

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6.6 Kernaktivität Umsetzen von Regeln zur Mediennutzung 1. Beschreibung Regeln sind festgelegte Richtlinien, Vorschriften, Normen an die sich alle Nutzerinnen und Nutzer der Einrichtung halten. Sie dienen auch dazu den Zustand der Geräte zu erhalten und vor Beschädigung zu schützen. 2. Zielgruppe Nutzerinnen und Nutzer, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 3. Ziel(e) • Alle Nutzerinnen und Nutzer haben eine Chance zur Nutzung der Geräte. • Die Nutzerinnen und Nutzer handhaben die Medientechnik sachgerecht. • Die medientechnischen Geräte sind funktionsfähig. • Die rechtlichen Rahmenbedingungen werden eingehalten (Jugendschutz, Jugendmedienschutz, Urheberrecht usw.). • 4.Qualitätskriterien • Die Regeln werden vom ganzen Team gemeinsam getragen, vertreten und durchgesetzt. • Die Regeln sind verständlich formuliert, sinnvoll und nachvollziehbar. • Die Regeln werden wie in 5.3. beschrieben, ausgehandelt. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Nutzerinnen und Nutzer verstehen die Regeln. nicht O teilweise O meistens • Nutzerinnen und Nutzer akzeptieren die Regeln. nicht O teilweise O meistens O immer O

O

immer

O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter handeln einheitlich in der Umsetzung der Regeln. nie O selten O meistens O immer • Auf Regelverstöße wird angemessen reagiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

O

O

trifft zu

O

• Die Nutzerinnen und Nutzer gehen sorgsam mit den Geräten um. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O • Es gibt wenige Ausfallzeiten bei den Geräten. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

trifft zu

O

O

trifft zu

O

• Die Nutzerinnen und Nutzer wissen über die rechtlichen Rahmenbedingungen Bescheid. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Regelverstöße werden mit den Nutzerinnen und Nutzer besprochen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu 6. Qualitätssicherung • Regeln werden vom Team regelmäßig überprüft.

O

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6.7 Kernaktivität Medienpädagogische Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 1. Beschreibung Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über medienpädagogische und technische Kenntnisse und Fertigkeiten. Hierzu sind u.a. Fort- und Weiterbildungen notwendig. 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Feste und freie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Honorarkräfte und Ehrenamtliche •
Die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter passen zu den entsprechenden Angeboten sowie Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig. Sie haben medienbezogene Grundkenntnisse in denen von ihnen angeleiteten Bereichen. Ihre Kenntnisse über Medienpädagogik, Medientechnik, aktuelle Trends, Internet- und Computersucht und rechtliche Rahmenbedingungen (u.a. Urheberrecht) sind auf dem neuesten Stand. Die Reglungen des Jugendmedienschutzes sind bekannt.

• •

4. Qualitätskriterien

• • • •

• • • • • •

Ein auf die Angebote, Aufgaben und Bedarfe ausgerichtetes Anforderungsprofil für Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen wurde erstellt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Kenntnisse über ihre unterschiedlichen Fähigkeiten und diejenigen der freien Mitarbeiter und der Ehrenamtlichen. Sowohl Frauen als auch Männer leiten medienpädagogische Angebote an. Grundlegende Informationen zur Handhabung der Geräte werden in schriftlicher und mündlicher Form kommuniziert. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bilden sich fort und pflegen den fachlichen Austausch. Sie gestalten die Angebote geschlechtsbewusst. Sie nutzen Kooperationsmöglichkeiten mit anderen medienpädagogischen Initiativen und Einrichtungen.

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Die Anforderungsprofile enthalten Hinweise auf benötigte medienpädagogische Kompetenzen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • • Die medienpädagogischen Fähigkeiten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind den Nutzerinnen und Nutzern bekannt. trifft nicht zu O trifft weniger zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den letzten 12 Monaten an medienpädagogischen Fortbildungen teilgenommen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter tauschen sich mit anderen Einrichtungen über medienpädagogisch relevante Themen aus. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

O

O

O

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• Die Einrichtung ist Anbieterin des Comp@ass und die Mitarbeiter/innen wirken im AK Comp@ss mit trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • . Die Wartung und Administration der Medientechnik ist gesichert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O O O

• Aktuelle Fachartikel werden von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gelesen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu 6. Qualitätssicherung • • Das medienpädagogische Anforderungsprofil wird einmal jährlich aktualisiert. Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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6.8 Kernaktivität Ausstattung für medienpädagogische Angebote 1. Beschreibung Medienarbeit benötigt einladende Räumlichkeiten mit passender und zeitgemäßer Ausstattung. 2. Zielgruppe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Kooperationspartner und Träger 3. Ziel(e) • Die Räumlichkeiten sind für die Medienarbeit geeignet. • Es gibt funktionierende und zuverlässige Geräte, die leicht bedienbar und den Nutzerinnen und Nutzer angemessen sind. • Die Ausstattung ist auf das Angebot der Einrichtung abgestimmt. • Verbrauchsmaterialien sind ausreichend vorhanden und werden bei Bedarf ersetzt. • Die medienpädagogische Ausstattung entspricht den Bedürfnissen und Interessen von Mädchen und Jungen. • 4. Qualitätskriterien • Es gibt eine regelmäßige und kontinuierliche Wartung und Ergänzung der technischen Ausstattung. • Investitionen sind gewährleistet, um einen zeitgemäßen Stand zu sichern. • Es ist gesichert, dass die Technik und die Arbeitsmaterialien genutzt werden können. • Um den laufenden Betrieb zu sichern sind finanzielle Mittel vorhanden um notwendige Beschaffungen durchführen können. • Die Medienausstattung und die Verbrauchsmaterialien entsprechen den Zielen und Anforderungen der Einrichtung. • Bei Beschaffungen werden die Interessen von Mädchen und Jungen berücksichtigt. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen und nutzen die medienpädagogischen Ressourcen in der Region, z.B. Schulen, Medienkompetenzzentren, andere Freizeiteinrichtungen. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Passende Räumlichkeiten für ein medienpädagogisches Angebot sind vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Technik wird regelmäßig gewartet. trifft nicht zu O selten O • Die Technik wird regelmäßig ergänzt. trifft nicht zu O selten O meistens meistens O O O immer immer komplett komplett komplett immer O O O O O O O

• Die Technik ist gegen Diebstahl geschützt. nein O teilweise O überwiegend

• Die vorhandene Technik entspricht den Sicherheitsbestimmungen. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O • Die vorhandene Technik ermöglicht aktuelle Anwendungen. nein O teilweise O überwiegend • Finanzielle Mittel für Beschaffungen sind vorhanden. nein O selten O meistens O O

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• Die geeigneten Geräte für das Angebot sind vorhanden. nein O teilweise O überwiegend

O

komplett

O

• Verbrauchsmaterialien sind ausreichend vorhanden und werden bei Bedarf ersetzt. O meistens O immer nein O teilweise 6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren.

O

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Kapitel 7

Schwerpunkt Sportorientierte Jugendarbeit

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98 Kapitel 7: Schwerpunkt - Sportorientierte Jugendarbeit
7.1 Merkmale des Schwerpunktes „Sportorientierte Jugendarbeit“ Das Interesse von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern an bewegungsbetonten, spielerischen und sportlichen Aktivitäten spiegelt sich in zahlreichen Angeboten der Jugendfreizeiteinrichtungen wieder. Die Bandbreite reicht von Fußball über Kampfsport bis zu aktuellen Trendsportarten wie Streetball, Streetdance, Inline-Skating, Streetsoccer, Selbstverteidigung, Klettern sowie Gymnastik- und Fitnessangeboten. Sport in Jugendfreizeiteinrichtungen ist ein Element des ganzheitlichen lebensweltorientierten Bildungsanspruches der Jugendarbeit und unterscheidet sich von Angeboten des Leistungssportes. Viele Angebote der sportorientierten Jugendarbeit sind besonders niedrigschwellig, von vergleichsweise geringer Verbindlichkeit und beziehen auch die Mädchen und Jungen ein, die sonst kein enges Verhältnis zum Sport haben und in sport- und bewegungsbetonten Aktivitäten ungeübt sind. Der Spaß an Bewegung und am gemeinsamen Spiel steht im Vordergrund. Angebote der sportorientierten Jugendarbeit werden durch Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer unterschiedlich wahrgenommen. So werden traditionelle Sportarten wie Fußball hauptsächlich von Jungen und jungen Männern ausgeübt. Da die Art der Angebote unmittelbare Auswirkungen auf die soziale Zusammensetzung der Besucher/innen hat, müssen bei der Gestaltung der Angebote die Interessen von Mädchen und Jungen gleichrangig berücksichtigt werden. Mädchen und Jungen werden dazu angeregt, auch an Sportarten teilzunehmen, für die sie vordergründig nicht motiviert sind. Besonders wichtige Ziele der sportorientierten Jugendarbeit sind die Förderung des sozialen Lernens und die Gesundheitsförderung. Soziales Lernen Sportorientierte Jugendarbeit fördert die Teamfähigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und ermöglicht das spielerische Erlernen von Regeln und Werten. Sie stärkt das Selbstwertgefühl und die Frustrationstoleranz junger Menschen durch das Erleben von Erfolg und das Aushalten von Misserfolgen. Junge Menschen erhalten im Sport die Möglichkeit im fairen Umgang ihre Kräfte zu messen, Toleranz zu üben und Aggressionen abzubauen. Dabei können sportliche Aktivitäten die Wahrnehmung von Gegner/innen im Spiel als Partner/innen unterstützen. Soziales Lernen durch sportorientierte Jugendarbeit dient der Selbstorganisation, der Teilnahme und Integration von jungen Menschen unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft und der Mitbestimmung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei der Gestaltung von Angeboten der sportorientierten Jugendarbeit. Gesundheitserziehung Bewegungs- und sportbezogene Angebote der Jugendarbeit leisten einen Beitrag zur psychischen und physischen Gesundheit junger Menschen. Sie wirken ungesunden Lebensweisen, mangelnder Bewegung, Alkohol-, Nikotin- und Drogenkonsum, Fettleibigkeit und falscher Ernährung entgegen. Durch Bewegung können Kinder und Jugendliche effektiv Stress bewältigen und ihre Belastbarkeit erhöhen. Körperliche Anstrengung verdeutlicht Kindern und Jugendlichen wie leistungsfähig sie sind, hilft Ängste zu überwinden und erhöht das Wohlbefinden. Die Qualifikation der Anleiterinnen und Anleiter von Angeboten der sportorientierten Jugendarbeit sollte neben sport- und bewegungsbezogenen auch gesundheitsfördernde und sozialpädagogische Kompetenzen umfassen. Die Anleitenden sollten Frauen und Männer sein, die eine geschlechtsbewusste Perspektive in die Planung und Durchführung der Angebote integrieren. Gerade im Bereich der sportorientierten Angebote bietet sich die Kooperation mit Schulen und Vereinen, die sowohl die gemeinsame Nutzung von Ressourcen als auch die inhaltliche Abstimmung betrifft, an.

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7.2 Kernaktivität Offene Sportangebote 1. Beschreibung Offene Sportangebote sind Bestandteil der aktiven Freizeitgestaltung in Jugendfreizeiteinrichtungen. Sie können spontan und ohne Vorankündigung angeboten werden oder sie finden zu festgelegten Zeiten statt. Offene Sportangebote sind niedrigschwellig, jederzeit zugänglich, mit festen oder variablen Inhalten. 2. Zielgruppe Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer 3. Ziele • Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer nehmen an den Sportangeboten teil. • Die Teilnehmer/innen haben Spaß an der Bewegung. • Das Selbstbewusstsein und die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmer/innen sind gestärkt. • Die Teilnehmer/innen erfahren ihre Grenzen, die Grenzen Anderer und haben gelernt, damit umzugehen. • Die Sportangebote tragen zum Abbau von Stress, Spannungen und Aggressionen bei. • Durch die regelmäßigen Sportangebote haben sich die motorischen Fähigkeiten der Teilnehmer/innen weiterentwickelt. • 4. Qualitätskriterien • Die Sportangebote sind geschlechtsbewusst konzipiert. • Es stehen geeignete Räume / Plätze sowie Sportmaterialien zur Verfügung. • Die Angebote sind jederzeit offen für alle, die daran teilnehmen möchten. • (Sport-)fachlich kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor Ort und bringen sich aktiv ein. • Die offenen Sportangebote entsprechen den Bedürfnissen und Fähigkeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sichern den offenen Charakter der Sportangebote. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter achten auf die Integration aller Teilnehmenden. • Kooperationsmöglichkeiten mit Sportvereinen und Schulen werden wahrgenommen. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Für alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist entsprechend der Sportangebote Platz vorhanden und stehen Sportmaterialien zur Verfügung. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über sportbezogene und sozialpädagogische Kompetenzen. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Die Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer werden regelmäßig nach ihren Wünschen und Bedürfnissen befragt. trifft nicht zu manchmal oft trifft zu

•

•

•

Die von den Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer formulierten Wünsche und Bedürfnisse werden im Rahmen der Möglichkeiten berücksichtigt. oft trifft zu trifft nicht zu manchmal

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• Neue Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden in die Gruppe aufgenommen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die offenen Sportangebote sind gut ausgelastet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu trifft eher zu •

trifft zu

Die offenen Sportangebote werden von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen genutzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Junge Menschen mit homosexuellen und transsexuellen Orientierungen sind gleichrangig einbezogen. trifft nicht zu O überwiegend trifft zu teilweise

•

• Es gibt Frauen und Männer als Anleiterinnen und Anleiter. trifft nicht zu O überwiegend teilweise •

trifft zu

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben den Umgang mit Erfolgen und Misserfolgen gelernt. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O trifft zu O Die Planung und Durchführung der einzelnen Angebote berücksichtigt die geschlechtsspezifische Nutzung. trifft nicht zu O teilweise überwiegend trifft zu Die Sportangebote werden von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern gleichermaßen genutzt. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O trifft zu Kinder und Jugendliche, die in körperlicher Betätigung wenig geübt sind, werden akzeptiert und gefördert. überwiegend O trifft zu trifft nicht zu O teilweise Offene Sportangebote sind in Kooperation mit Sportvereinen und Schulen durchgeführt worden. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend O trifft zu Der Umgang miteinander ist fair und respektvoll. trifft nicht zu O teilweise O überwiegend

•

•

•

•

•

O

trifft zu

O

6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren Befragung der Teilnehmer/innen im vereinbarten Evaluationszeitraum

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7.3 Kernaktivität Sport-Events 1. Beschreibung Sport-Events sind Veranstaltungen mit oder ohne Wettbewerbscharakter wie Turniere oder Vorführungen, bei denen sich die Teilnehmer/innen durch gemeinsame Aktivitäten kennen lernen, sich darstellen und ausprobieren können. Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer, Besucherinnen und Besucher • Die Besucherinnen und Besucher haben nach dem Sport-Event Interesse selber Sport zu betreiben. • Die Sport-Events bieten die Möglichkeit zum Kennenlernen und zum Kontakte knüpfen. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehen respektvoll und fair miteinander um. • Verantwortungsbewusstsein und Selbstständigkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gestärkt. • Der Bekanntheitsgrad der Einrichtung und ihrer Angebote sind erhöht. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreuen sich an Siegen, sind in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt und können mit Niederlagen umzugehen. • • Es liegt eine geschlechtsbewusste Konzeption für den Sport-Event vor. • Einrichtungsübergreifende Sport-Events werden in Vernetzungsrunden vorbereitet. • Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mit verantwortlich für die Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung des Sport-Events. • Für den Sport-Event stehen geeignete Rahmenbedingungen wie Räume, Plätze, Sportmaterialien, etc. zur Verfügung. • Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind vor Ort. • Für den Sport-Event gibt es vereinbarte Regeln, die alle kennen und respektieren. • Der Sport-Event wird langfristig geplant und bezieht gegebenenfalls andere Stellen wie Sportvereine, Sportamt, Polizei, Gesundheitsamt (Lärmschutzauflagen), Erste Hilfe o.ä. in die Planung mit ein. •

2. Zielgruppe 3. Ziele

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die in der Konzeption für den Sport-Event formulierten Ziele sind erreicht. trifft nicht zu einige die meisten alle • Geeignete Rahmenbedingungen wie Räume, Plätze und Sportmaterialien sind entsprechend der Konzeption verfügbar. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Teilnehmerinnen und Teilnehmer beteiligen sich aktiv an der Vorbereitung, Durchführung und Nachbereitung. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über sportbezogene Kompetenzen, um das Sport-Event unterstützen zu können. teilweise überwiegend trifft zu trifft nicht zu

•

•

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• Die Regeln werden eingehalten. von keinem von einigen • von den meisten von allen

Die Anzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer und der Besucherinnen und Besucher während der gesamten Veranstaltung entspricht den Erwartungen. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung äußern den Wunsch nach weiteren Sport-Events. trifft nicht zu einige die meisten alle • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer und die Besucherinnen und Besucher der Veranstaltung geben positive Rückmeldungen. trifft nicht zu einige die meisten alle • Der Sport-Event wird von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern gleichermaßen genutzt. trifft nicht zu einige die meisten alle • Im Rahmen des Sport-Events fand eine Zusammenarbeit mit anderen Stellen wie Sportvereinen, Sportamt, Polizei, Gesundheitsamt und Erste Hilfe statt. trifft nicht zu einige die meisten alle • 6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren. Befragung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer nach Abschluss des Events im Rahmen einer Auswertung.

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7.4 Kernaktivität Sportorientierte Fahrten und Ausflüge 1. Beschreibung Sportorientierte Fahrten und Ausflüge sind Gruppenangebote, die einoder mehrtägig stattfinden. Ein wesentliches Element ist die Verbindlichkeit der Teilnahme. Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer erleben sich und die anderen in ihrer Individualität und in der Gruppe. Sportliche Aktivitäten stehen im Vordergrund. 2. Zielgruppe Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer 3. Ziele • Das Selbstwertgefühl und die Eigenverantwortlichkeit der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind gestärkt. • Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer kennen ihre Fähigkeiten und ihre Grenzen. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fühlen sich der Gruppe zugehörig. • Die sozialen Kompetenzen sind gestärkt (z.B. Toleranz, Respekt, Konfliktfähigkeit). • Die Integration aller Teilnehmerinnen und Teilnehmer ist erfolgt. • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer transferieren Erlerntes in den Alltag. • 4. Qualitätskriterien • Kompetente Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter organisieren und begleiten das Angebot. • Die speziellen Sportangebote entsprechen den Bedürfnissen der Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern. • Das Angebot ist gleichermaßen offen für Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer. • Die Mitarbeiter/innen achten darauf, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer Aufmerksamkeit erfahren. • Die organisatorischen Rahmenbedingungen entsprechen den Zielen und der Zielgruppe. •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Der Planung entsprechend stehen geeignete Räume/Orte/Plätze und Sportmaterialien zur Verfügung. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu • Die geschlechtsspezifische Nutzung der einzelnen Angebote wird bei der Planung und Durchführung berücksichtigt. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu • • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden an der Planung und Auswertung aktiv beteiligt. manchmal oft trifft zu trifft nicht zu Die von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern formulierten Wünsche und Bedürfnisse werden berücksichtigt. trifft nicht zu manchmal Oft trifft zu • • Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sind mit verantwortlich für die Vorbereitung. trifft nicht zu manchmal oft trifft zu

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Jede Teilnehmerin und jeder Teilnehmer übernimmt während der Fahrt/des Ausfluges eigenverantwortlich Aufgaben zur Absicherung des Angebotes (z.B. Kochen, Einkauf, Zeltaufbau ....). trifft nicht zu manchmal oft trifft zu • Sportorientierte Fahrten und Ausflüge werden von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen genutzt. trifft nicht zu einige die meisten alle • • Alle Teilnehmerinnen, Teilnehmer beteiligen sich an den Gruppenaktivitäten. manchmal oft trifft zu trifft nicht zu • Sie äußern den Wunsch nach weiteren sportorientierten Fahrten/Ausflügen. trifft nicht zu manchmal oft trifft zu Die Fahrten und Ausflüge sind im Sinne der sportorientierten Jugendarbeit fachkundig durchgeführt. trifft nicht zu manchmal oft trifft zu • 6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren. Befragung der Teilnehmer/innen und Auswertung nach Abschluss der Fahrt.

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7.5 Kernaktivität Fachliche Qualifizierung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für sportbezogene Angebote 1. Beschreibung 2. Zielgruppe 3. Ziele Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter benötigen sport- und sozialpädagogische methodische Kenntnisse und Fertigkeiten sowie Wissen über die Regeln der Sportangebote. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Honorarkräfte und Ehrenamtliche • Die Kompetenzen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entsprechen den Angeboten und Aufgaben und ergänzen sich gegenseitig. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sportbezogene Grundkenntnisse in den von ihnen angeleiteten Bereichen. • Ihre Kenntnisse über sportbezogene Jugendarbeit, sportbezogene Methodik und das Regelwerk der ausgeübten Sportarten sind auf dem neuesten Stand. • • Ein auf Angebote, Aufgaben und Bedarf ausgerichtetes Anforderungsprofil für wurde erstellt. • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Kenntnisse über die Fähigkeiten ihrer Kolleginnen und Kollegen sowie der Honorarkräfte und Ehrenamtlichen. • Es ist sichergestellt, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sich fort- und weiterbilden. • Sie nutzen den Austausch und die Kooperationsmöglichkeiten mit anderen sportorientierten Initiativen, Einrichtungen und Vereinen. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Anforderungsprofile der Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter enthalten Hinweise auf benötigte sportpädagogische Kompetenzen. teilweise überwiegend trifft zu trifft nicht zu Die Fähigkeiten aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind untereinander sowie den Nutzerinnen und Nutzern bekannt. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben in den letzten zwei Jahren an Fortbildungen teilgenommen. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Sie tauschen sich mit anderen sportorientierten Einrichtungen, Vereinen, etc. über sportpädagogisch relevante Themen aus. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu

•

•

•

• Sie kennen die gesundheitlichen Wirkungen der Sportangebote. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu • Sie beherrschen Methoden zur Durchführung von sportlichen Angeboten. teilweise überwiegend trifft zu trifft nicht zu • Sie kennen die Ziele der Inklusion junger Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen. teilweise überwiegend trifft zu trifft nicht zu
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• Sie kennen die besonderen Problemlagen von jungen Menschen mit homosexueller oder transsexueller Orientierung. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu

• Sie wissen, wie sie auf mögliche Herabsetzungen und Gewalt dieser Jugendlichen reagieren. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu 6. Qualitätssicherung • Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die an Fortbildungen teilgenommen haben, vermitteln ihren Kolleginnen und Kollegen zeitnah das erworbene Wissen.

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7.6 Kernaktivität Ausstattung für sportorientierte Angebote 1. Beschreibung Sportorientierte Arbeit braucht geeignete Räumlichkeiten und Plätze mit passender Ausstattung. 2. Zielgruppe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 3. Ziele • Die Räumlichkeiten und Plätze sind für die entsprechenden Sportaktivitäten geeignet. • Die Sportgeräte und Sportmaterialien sind funktionsfähig. • Die Geräte und Materialien sind auf die Angebote abgestimmt. • 4. Qualitätskriterien • Geeignete Räumlichkeiten und Plätze sind verfügbar. • Es gibt eine regelmäßige und kontinuierliche Prüfung und Wartung der Sportgeräte. • Es ist gesichert, dass die Geräte und Sportmaterialien genutzt werden können. • Die Leitung der Einrichtung plant finanzielle Mittel für erforderliche Beschaffungen ein, um den laufenden Betrieb zu sichern. • Die Ausstattung entspricht den Zielen und Anforderungen des Sportangebotes. • Die vorhandenen Sportgeräte entsprechen den Sicherheitsbestimmungen. • Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer können bei der Gestaltung von Bewegungsräumen mitwirken. • 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel Geeignete Räumlichkeiten und Plätze für ein sportpädagogisches Angebot stehen zur Verfügung. teilweise überwiegend trifft zu trifft nicht zu • • Geeignete Sportgeräte und Materialien für das Angebot sind vorhanden. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu Einmal jährlich erfolgt eine Überprüfung der vorhandenen Sportgeräte entsprechend der Sicherheitsbestimmungen. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu • • Die Materialien und Sportgeräte werden regelmäßig gewartet und im Bedarfsfall ersetzt. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu • Die Geräte und Sportmaterialien sind gegen Diebstahl geschützt. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu • Finanzielle Mittel für Ausstattungen sind vorhanden. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu

• Geplante Projekte und die vorhandene Ausstattung werden miteinander abgeglichen. teilweise überwiegend trifft zu trifft nicht zu • Sportgeräte und Materialien können spontan genutzt werden. teilweise überwiegend trifft nicht zu trifft zu

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• Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer gestalten Bewegungsräume aktiv mit. trifft nicht zu teilweise überwiegend trifft zu 6. Qualitätssicherung • Regelmäßiger Austausch über die Ausstattung und deren Zustand findet statt, Ergebnisse werden zeitnah umgesetzt.

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Kapitel 8

Schwerpunkt: Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit

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110 Kapitel 8: Schwerpunkt - Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit
8.1 Merkmale des Schwerpunktes „Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit“ Die Begriffe Jugendkulturarbeit, kulturelle Bildung von Kindern und Jugendlichen und kulturelle Jugendarbeit umfassen, bezogen auf Jugendfreizeiteinrichtungen, im Wesentlichen identische Ziele und Inhalte. Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit zielt auf die aktive ästhetische Gestaltung im Rahmen von Angeboten wie Theater, Musik, Bildnerisches Gestalten oder Medienarbeit. Sie ist prozessorientiert und auf die Partizipation von Kindern und Jugendlichen ausgerichtet. Kulturelle Bildung ist auch auf das Verhältnis unterschiedlicher Lebensweisen, auf das Zusammenleben und die gegenseitige Beeinflussung unterschiedlicher Herkunftskulturen zu beziehen. In den Jugendfreizeiteinrichtungen spiegelt sich die Vielfalt der Berliner Bevölkerung wieder. Die sich daraus ergebene Heterogenität, die Verschiedenheiten und Ähnlichkeiten von Menschen aus unterschiedlichen Herkunftskulturen sind Gegenstand einer lebensweltbezogenen Jugendarbeit. Die Lebenswelt von Kindern und Jugendlichen ist zunehmend geprägt durch kulturelle Symbole, die Orientierungen und Selbstdefinitionen bieten. Kleidung, Musik, Mode, u.v.m. transportieren zumeist durch Medien und Werbung vermittelte - Lebensentwürfe und Stile, mit denen Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer konfrontiert werden. Diese Veränderungen des Alltags werden von Jugendlichen kreativ verarbeitet. Angebote und Aktivitäten der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit wie z.B. Musikbands, Schmuckund Modeworkshops, Theaterprojekte, Tanz- und HipHop-Gruppen leben vom Spaß der Kinder und Jugendlichen am gemeinsamen Spielen und Gestalten. Die Einbeziehung künstlerischen Handelns, von Kunst in Jugendfreizeiteinrichtungen, oftmals mit Unterstützung professioneller Künstlerinnen und Künstler, ermöglicht Kindern und Jugendlichen den spielerischen Umgang mit Materialien und Bedeutungen sowie das Erlebnis eigenen Ausdrucks. Ästhetisches Gestalten bezieht alle Sinne ein und fördert umfassend kognitives, emotionales, motorisches und soziales Lernen. Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit richtet sich nicht auf künstlerische Nachwuchsförderung und spezielle Ausbildung sondern auf ganzheitliche Persönlichkeitsbildung und die Förderung von Schlüsselkompetenzen (vgl. Kapitel 1 „Grundlegende Ziele und Handlungsorientierungen“). Durch eine interkulturell bewusste Jugendarbeit werden Unterschiede zwischen verschiedenen Herkunftskulturen so bearbeitet, dass eine Auseinandersetzung mit der Ausgrenzung von Minderheiten, mit Vorurteilen sowie der Frage der Geltung kultureller Werte in der Gesellschaft stattfindet. Die oftmals provozierenden und grenzüberschreitenden Formen der Jugendkulturen bieten Anlässe und Gelegenheiten zur Auseinandersetzung auch mit der Mainstream-Kultur. Stilorientierte Jugendszenen wie z.B. die Hip-Hop-Szene prägen Sinnzusammenhänge und Orientierungsmuster aus, die mediale Ausdrucksformen wie z.B. Rap, DJing, Breakdance, SprayArt miteinander verbinden. Das Verständnis dieser kulturellen Zusammenhänge und die Entwicklung angemessener Förderformen sind grundlegend für eine sozialräumliche, lebensweltorientierte Jugendarbeit. Angebote der kulturellen Bildung von Kindern und Jugendlichen gibt es an unterschiedlichen Orten, wie z.B. an Schulen, Musikschulen, Museen und Theatern statt. Die Jugendarbeit nimmt diesen Zusammenhang bewusst wahr und entwickelt projektbezogene Kooperationen. Darüber hinaus ist die kulturelle Bildung eine Dimension des alltäglichen Handelns, die den Umgang mit künstlerisch-ästhetischen Produkten ebenso umfasst wie die Kultur des sozialen Miteinanders. Kulturelle Kinder- und Jugendarbeit kann Kinder und Jugendliche fördern und anregen: • in einen aktiven, phantasievollen, gestaltenden, emotionalen und sinnlichen Austausch mit ihrem Lebensumfeld zu treten, • sich im Sinne einer interkulturellen Jugendarbeit über Normen und Werte auseinander zu setzen und zu verständigen, • Verständnis für unterschiedliche Kulturen und Lebensweisen zu entwickeln
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• • • • • • • • • ethnische, kulturelle und soziale Konflikte in ihrer Unterschiedlichkeit zu erkennen unterschiedliche Sichtweisen wahrzunehmen und zu überprüfen sowie ein eigenes Urteilsvermögen zu entwickeln, sich das eigene Konsumverhalten bewusst zu machen, sich selbst und die Umwelt durch eine aktive Auseinandersetzung zu erkennen und dadurch eine eigene Lebensperspektive zu finden, die eigenen Potentiale zu entdecken und zu entwickeln, sich über die Gestaltung mit unterschiedlichsten Medien z.B. Musik, Sprache, Tanz, Akrobatik oder Ton auszudrücken, Kunst als Kommunikations- und Ausdrucksmittel zu erfahren, sich Freiräume zu erschließen, mögliche Berufsfelder kennen zu lernen.

Angebote der kulturellen Kinder- und Jugendarbeit sind oft thematisch spezialisiert. Sie basieren auf einem gemeinsamen Handlungs- und Sachinteresse der Mitwirkenden. Eine fachlich versierte pädagogische Begleitung ist Voraussetzung für alle Kernaktivitäten. Voraussetzung für erfolgreiche kulturelle Jugendarbeit ist, dass die Fachkräfte pädagogisch und spezifisch-fachlich qualifiziert sind und ihre künstlerisch-kulturelle Fachlichkeit authentisch verkörpern.20 Gerade für interkulturelle Jugendarbeit ist es erforderlich, dass Fachkräfte sich eigener (Vor-) Urteile über Menschen aus anderen Herkunftskulturen bewusst sind und diese überprüfen.

20 Um die Selbstevaluation der Angebote der Kulturellen Jugendarbeit zu vereinfachen, sind im Teil Tools (vgl. Anhang Teil 2) Arbeitshilfen aufgenommen worden. Sie behandeln „Vorbereitung und Durchführung einer Veranstaltung“ und „Checkliste Jugendszenen und – kulturen“.

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8.2 Kernaktivität Vorbereitung von kulturellen Veranstaltungen 1. Beschreibung: Die Einrichtung bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, partizipativ kulturelle Veranstaltungen zu planen, zu organisieren und zu gestalten. Veranstaltungen sind Medium der Kommunikation und Ausdruck von Jugendkultur. Veranstaltungen präsentieren die Arbeit des Hauses, verankern die Einrichtung als positiv wahrgenommenen Ort und ermöglichen (neuen) Besucherinnen und Besuchern einen niedrigschwelligen Zugang. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene • Mädchen/junge Frauen und Jungen/ junge Männer haben die Veranstaltungen (mit)organisiert und Verantwortung übernommen und beteiligen sich zu einem hohen Grad an der Veranstaltungsvorbereitung. • Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer interessieren sich für weitere Angebote des Hauses. • Eigenverantwortung, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Zuverlässigkeit sind weiterentwickelt. • Die Veranstaltungen leisten einen konkreten Beitrag zur kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit im Stadtteil. • Kooperationspartnerinnen und -partner sind gewonnen worden. • • Die Einrichtung stellt Ressourcen entsprechend der Art der Veranstaltungen bereit (u.a. angemessene Räume, Veranstaltungstechnik und strukturelle Voraussetzungen) Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ermutigen die Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männer, Aufgaben und Verantwortungen bei der Organisation von Veranstaltungen entsprechend ihrer Interessen, Lebenswelten und Lebenswirklichkeiten zu übernehmen. Die Beteiligten erhalten ein unmittelbares, positives und wertschätzendes Feedback für ihre Mitarbeit. Die Angebotsplanung wird im sozialen Raum abgestimmt. Eingebettet in die Konzeption der Einrichtung, stellen die Veranstaltungen einen kommunikativen Höhepunkt dar. Die Veranstaltungen entsprechen in Form und Inhalt den kulturellen Interessen der Kinder und Jugendlichen.

2. Zielgruppe: 3. Ziele:

4. Qualitätskriterien:

•

• • • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Mädchen/ jungen Frauen und jungen/ junger Männer bereiten die Veranstaltungen mit vor. trifft eher zu O trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft zu • Die Ideen, Vorschläge und Interessen von Mädchen/ jungen Frauen und jungen/ junger Männer finden sich gleichermaßen in der Veranstaltung wieder. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

Junge Menschen interessieren sich durch die Vorbereitung der Veranstaltungen für weitere Angebote bzw. Aktivitäten des Hauses. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu trifft zu

• Die organisatorischen Abläufe im Haus funktionieren. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu

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• Notwendige Genehmigungen werden eingeholt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Die räumlichen Gegebenheiten im Haus entsprechen den Anforderungen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die technischen Abläufe im Haus funktionieren. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Personal ist ausreichend vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu

trifft zu

trifft eher zu

trifft zu

• Das Umfeld der Einrichtung ist in den Vorbereitungen berücksichtigt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • Die Veranstaltungen sind so geplant, dass junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen teilnehmen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Mit den Beteiligten gibt es eine zeitnahe Auswertung der Vorbereitungen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu 6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren Zeitnahe Auswertung der Veranstaltungen im Team und mit Kindern und Jugendlichen

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8.3 Kernaktivität Durchführung von kulturellen Veranstaltungen 1. Beschreibung: Die Einrichtung bietet Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit, geplante kulturelle Veranstaltungen umzusetzen. Damit sind Veranstaltungen Medium der Kommunikation und Ausdruck von Jugendkultur. Veranstaltungen präsentieren die Arbeit des Hauses, verankern die Einrichtung als positiv wahrgenommener Ort in der Region und ermöglichen (neuen) Besucherinnen und Besuchern einen niedrigschwelligen Zugang. Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene • Veranstaltungen stellen einen attraktiven Treffpunkt gleichermaßen für Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer dar. • Die Veranstaltungen sind gut besucht. • Kinder und Jugendliche interessieren sich für weitere Angebote des Hauses. • Teamfähigkeit, Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein der Zielgruppe sind weiterentwickelt. • • Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen ermutigen die Kinder und Jugendlichen, Aufgaben und Verantwortungen bei der Durchführung von Veranstaltungen zu übernehmen. Eingebettet in die Konzeption der Einrichtung, stellen die Veranstaltungen einen kommunikativen Höhepunkt des Hauses dar. Die Publikumsresonanz wird geschlechterdifferenziert ermittelt. Kinder und Jugendliche erhalten ein unmittelbares Feedback für ihre Präsentationen. Die Veranstaltungen entsprechen in Form und Inhalt den kulturellen Interessen der Kinder und Jugendlichen.

2. Zielgruppe: 3. Ziele:

4. Qualitätskriterien:

•

• • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Veranstaltungen werden von den Zielgruppen genutzt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Die Einrichtung ist bei Veranstaltungen voll ausgelastet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft zu

• Mit den Veranstaltungen werden neue Besucher/innen gewonnen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die organisatorischen Abläufe im Haus funktionieren. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu

trifft zu

• Die räumlichen Gegebenheiten im Haus entsprechen den Anforderungen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die technischen Abläufe im Haus funktionieren. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Personal ist ausreichend vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu

trifft zu

trifft eher zu

trifft zu

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• Es gibt positive Reaktionen der Besucherinnen und Besucher. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • trifft zu

Die Veranstaltungen werden mit den Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern zeitnah ausgewertet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Einzelne Präsentationen und andere Aktivitäten werden zeitnah mit den Beteiligten ausgewertet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu •

6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren. zeitnahe Auswertung der Veranstaltung im Team und mit den Mädchen/jungen Frauen und Jungen/ jungen Männern

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8.4 Kernaktivität Gruppenarbeit im Bereich kultureller Jugendarbeit 1. Beschreibung: 2. Zielgruppe: 3. Ziele: In der Gruppenarbeit mit verschiedenen kreativen Medien (u.a. Musik, bildnerisches Gestalten, Theater) werden spezifische Fähigkeiten, Fertigkeiten und Freude am Tun und am Ergebnis vermittelt. Interessierte Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer auch ohne Vorkenntnisse. • • • • • • • 4. Qualitätskriterien: • • • • • • Die individuellen Fähigkeiten von Mädchen/ jungen Frauen und Jungen/ jungen Männern sind erkannt. Kreativität, Kommunikationsfähigkeit, Durchhaltevermögen und Teamfähigkeit sind weiterentwickelt. Individuelle Ergebnisse werden erreicht. Die Kinder und Jugendlichen erwerben und vertiefen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse. Die Kinder und Jugendlichen nehmen sich selbst und andere besser wahr. Die Kinder und Jugendlichen erfahren öffentliches Feedback. Regeln im Umgang miteinander werden festgelegt. Gruppenarbeit schafft Angebote, die den Interessen von Mädchen und Jungen entsprechen. Pädagogisch/künstlerisches Fachpersonal ist vorhanden. Die Ergebnisse können präsentiert werden. Die Gruppenarbeit ist geschlechtsbewusst konzipiert und reflektiert.

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Gruppe hat die angestrebte Anzahl von Teilnehmenden. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft nicht zu trifft zu

• Mädchen/junge Frauen und Jungen/ junge Männer wirken kontinuierlich in der Gruppe mit. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer erlernen Neues. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer knüpfen soziale Kontakte untereinander. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Weiterführende Gruppenangebote sind vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Pädagogisch-künstlerisches Fachpersonal ist vorhanden. trifft eher nicht zu O trifft eher zu trifft nicht zu • Räumliche und technische Voraussetzungen sind vorhanden. trifft eher nicht zu O trifft eher zu trifft nicht zu

trifft zu

trifft zu

O trifft zu

• Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer bringen eigene Ideen ein. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu
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• Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer haben die Möglichkeit ihre Ergebnisse zu präsentieren. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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8.5 Kernaktivität Projektarbeit im Bereich kultureller Jugendarbeit 1. Beschreibung: Jugendkulturelle Projektarbeit ist die prozess- und themenbezogene Erarbeitung eines gemeinsamen Produktes mit einem kreativem Medium (Musik, Theater, Zirkus, Tanz, bildende Künste, ... ) in einem verabredeten Zeitrahmen mit dem Ziel der Präsentation. 2. Zielgruppe: 3. Ziele: Interessierte Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer auch ohne Vorkenntnisse und Vorbildung • • • • • • • • • Die individuellen Fähigkeiten von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männer wurden erkannt und gefördert. Zielorientierung, Reflexionsfähigkeit, Teamfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Kreativität sind weiterentwickelt. Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer lernen neue künstlerische Betätigungsfelder kennen. Der Zugang zu neuen Lebenswelten und Erfahrungen ist eröffnet. Die Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männer sind tolerant gegenüber ungewohnten Kunstformen. Das Ergebnis ist vorzeigbar. Die Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männer erfahren öffentliches Feedback. Interessen, Lebenswelten und Lebenswirklichkeiten von Mädchen/ jungen Frauen und Jungen/jungen Männer bilden die Grundlage bei der Planung von Projekten. Die Themen werden mit den Projektteilnehmerinnen und teilnehmern gemeinsam gestaltet. Die Projektarbeit ist geschlechtsbewusst konzipiert. Die Teilnehmenden leisten einen Beitrag zum Gesamtergebnis. Gemeinsame Verbindlichkeiten im Umgang miteinander und in der künstlerischen Arbeit werden festgelegt. Pädagogisch/künstlerisches Fachpersonal ist vorhanden. Verschiedene Lebenswelten werden personell und materiell repräsentiert. Angebote zu verschiedenen Kunst- und Gestaltungsformen sind vorhanden. Unter Beachtung der Möglichkeiten und Fähigkeiten der Zielgruppe wird eine inhaltliche und zeitliche Struktur erarbeitet.

4. Qualitätskriterien:

• • • • • • • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Im Projekt nimmt die geplante Anzahl von Mädchen und Jungen teil. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Die Mädchen und Jungen arbeiten kontinuierlich in dem Projekt mit. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Die am Projekt Teilnehmenden erlernen Neues. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

trifft zu

trifft zu

• In der Projektarbeit übernehmen Mädchen und Jungen gleichermaßen Aufgaben. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

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• Junge Menschen unterschiedlicher Herkunftskulturen nehmen an den Projekten teil. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer arbeiten am Projekt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • Mädchen und Jungen nutzen Gestaltungsweisen, die üblicherweise dem anderen Geschlecht zugeordnet werden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer knüpfen soziale Kontakte untereinander. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen nehmen an den Projekten kultureller Bildung teil. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Nachfolgeprojekte werden von den Kindern und Jugendlichen gewünscht. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Kinder und Jugendliche lernen Menschen aus anderen Kulturen kennen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Räumliche und technische Voraussetzungen sind vorhanden. trifft eher nicht zu O trifft eher zu trifft nicht zu •

O

trifft zu

Mädchen/ junge Frauen und Jungen/ junge Männer bringen Ideen zu Themen des Projektes ein. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

• Kinder und Jugendliche organisieren eine öffentliche Präsentation. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Die Resonanz durch Publikum und Medien ist groß. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Die Präsentation wird zeitnah mit den Teilnehmenden ausgewertet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu 6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

trifft zu

trifft zu

trifft zu

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8.6 Kernaktivität Arbeit mit Nachwuchsbands 1. Beschreibung: Zur Förderung von Nachwuchsbands werden musikorientierten Jugendlichen attraktive Ressourcen zur Verfügung gestellt. 2. Zielgruppe: 3. Ziele: Junge Menschen mit und ohne musikalische Vorbildung • • • • • • • 4. Qualitätskriterien: • • Teamfähigkeit, Zielorientiertheit und Kreativität der Jugendlichen sind weiterentwickelt. Die Jugendlichen nehmen sich und andere beim Musizieren wahr. Die Mitglieder der Bands übernehmen Verantwortung für hauseigene Abläufe (Ü-Räume, Tonstudio, Technik...). Die Bandmitglieder übernehmen Verantwortung für hauseigene Veranstaltungen oder Projekte. Die Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern haben Vergnügen am gemeinsamen Musizieren. Sie beherrschen ihre Instrumente. Die Arbeit mit Nachwuchsbands ist konzeptioneller Bestandteil der Arbeit der Einrichtung. Die Bands werden in ihren musikalischen und technischen Fähigkeiten gefördert und werden bei der Erstellung von Ergebnissen unterstützt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung arbeiten mit den Nachwuchsbands geschlechterdifferenziert und bieten die dafür adäquaten Ressourcen an. Technische und räumliche Ressourcen werden kontinuierlich bereitgestellt. Die Nutzung von Technik und Räumen ist verbindlich geregelt. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter fördern Außenkontakte und stellen diese her. Sie fördern die Gründung von Mädchenbands. Sie setzen sich mit den jungen Menschen kritisch über schwierige Ausdrucksformen und Texte auseinander.

•

• • • • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Förderung von Bands/Musikgruppen ist Bestandteil des Einrichtungskonzeptes. trifft nicht zu O trifft eher zu O trifft zu trifft eher nicht zu • Musikpädagogisch qualifizierte Mitarbeiter/innen sind anleitend tätig. trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft nicht zu O

trifft zu

O

• Die Einrichtung stellt Mittel (Honorare/Sachmittel) für die Bandarbeit zur Verfügung. trifft nicht zu ist geplant trifft zum Teil zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen sich in der lokalen Band-/Musikszene aus. trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu trifft nicht zu • Mit den Bandmitgliedern findet regelmäßige Versammlungen statt. O trifft eher zu O trifft zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu • Junge Menschen unterschiedlicher Herkunftskulturen nehmen an den Projekten teil. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu
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O

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• Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen spielen in Bands mit. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Das Equipment wird regelmäßig gewartet und befindet sich in einem guten Zustand. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Proberäume sind zweckmäßig. trifft eher nicht zu trifft nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O

• Musikgruppen mit weiblichen Mitgliedern werden vorrangig Proberäume zur Verfügung gestellt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Ü-Räume werden von den Bands in einem guten und sauberen Zustand gehalten. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • Die Bands treten innerhalb und außerhalb der Einrichtung auf. manchmal häufig nie • Die Bands proben regelmäßig. trifft nicht zu • trifft zu regelmäßig

Die Bands beteiligen sich verantwortlich bei der Organisation und Durchführung von Konzerten und Veranstaltungen. nie manchmal häufig immer

• Die Bands erarbeiten ein eigenes Repertoire. keine manche •

viele

alle

Die Mädchen/ jungen Frauen und Jungen/junge Männer haben ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten am Instrument erweitert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reflektieren mit den Bands die Bedeutung und Wirkung ihrer Texte und Ausdrucksformen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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8.7 Kernaktivität Arbeit mit Jugendszenen und –kulturen 1. Beschreibung: Junge Menschen finden sich in bestimmten Szenen und Kulturen, zusammen und eignen sich Räume an. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen nehmen die im Stadtteil und im Umfeld vorhandenen Jugendszenen und – kulturen wahr und beziehen sie ein. Jugendliche und Jugendgruppen, die sich durch Merkmale wie Kleidung, Verhalten und/oder Musik etc. einer bestimmten Szene zugehörig fühlen • • • • • • 4. Qualitätskriterien: • • • Jugendszenen und –kulturen verfügen über Handlungs- und Experimentierfelder (z.B. Räume, Flächen, Equipment). Das Rollenverständnis von Mädchen und Jungen in bestimmten Jugendszenen ist thematisiert. Kooperationsfähigkeit, Kommunikationsfähigkeit und Reflektionsfähigkeit sind weiterentwickelt. Die Arbeit mit Jugendszenen leistet einen konkreten Beitrag zur kulturellen Vielfalt und Lebendigkeit im Stadtteil. Eine Auseinandersetzung über positive und schwierige Haltungen und Verhaltensweisen der Kulturen und Szenen findet statt. Die Einrichtung ist offen für Jugendszenen und wird als ihr Ort wahrgenommen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind offen für verschiedene Jugendkulturen und -szenen. Sie vermitteln auf verschiedenen Ebenen zwischen den Jugendlichen und z.B. Politik, Verwaltung, Anwohnerinnen und Anwohnern, Eltern. Sie setzen sich kritisch mit schwierigen Haltungen und Verhaltensweisen in Jugendszenen auseinander und verhalten sich dazu. Jugendliche werden in ihren Ausdrucksformen wahrgenommen, begleitet und bei Bedarf gefördert. Zu ihnen werden verlässliche und kontinuierliche Beziehungen aufgebaut. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigen den Wunsch von Jugendszenen nach Freiräumen.

2. Zielgruppe:

3. Ziele:

•

• • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Szenen, die die Einrichtung besuchen und deren Interessen sowie Problemlagen. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

•

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die in den Szenen vorhandenen geschlechtsspezifischen Ausdrucksformen. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind akzeptierte Ansprechpartnerinnen und -partner. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

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• Regeln sind gemeinsam mit den Jugendlichen erarbeitet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • trifft zu

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben über lange Zeiträume regelmäßige Kontakte zu den Jugendszenen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Für den Umgang mit konfliktträchtigen Situationen bestehen für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Handlungsvarianten. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Jugendliche mit homosexuellen und transsexuellen Orientierungen werden vor Herabsetzungen und Gewalt geschützt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • • Die Jugendszenen und -kulturen finden sich in den Veranstaltungen der Einrichtung wieder. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Szeneadäquate Angebote und die dafür notwendigen Ausstattungsgegenstände sind vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter reflektieren mit den Angehörigen der Jugendszenen und -kulturen die Bedeutungen und die Wirkungen ihres kulturellen Handelns. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu •

6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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8.8 Kernaktivität Interkulturelle Arbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen 1. Beschreibung Die interkulturelle Arbeit fördert die Fähigkeit mit Menschen anderer Kulturen erfolgreich, beidseitig zufriedenstellend, zu agieren. Sie bietet Chancen zur Auseinandersetzung mit dem Verhältnis zwischen Mehrheit und Minderheit und Ein- bzw. Ausgrenzungsmechanismen. Junge Menschen aus unterschiedlichen Herkunftskulturen • • • • • • 4.Qualitätskriterien • • Die Besucherinnen und Besucher kennen Lebens-, Kultur- und Alltagsrealitäten von anderen jungen Menschen. Sie sind sensibilisiert für andere Kulturen. Sie wertschätzen Unterschiede. Sie erkennen Chancen im gemeinsamen Handeln Sie lehnen Fremdenfeindlichkeit ab. Sie treten Bewertungen und Verhaltensweisen, die den Grundwerten des Grundgesetzes widersprechen, entgegen. Verständigung der Mitarbeitenden über Prinzipien ihrer interkulturellen Arbeit (antirassistisch, emanzipatorisch, international usw.) erfolgt. Die Angebote und Räume der Jugendfreizeiteinrichtung sind auf Ausschlussmechanismen hin analysiert. Es gibt Angebote, die den jungen Menschen ein gutes Lernfeld bieten, um sich mit unterschiedlichen Lebensentwürfen, Kulturen, Meinungen und Haltungen auseinander zu setzen. Im Team gibt es Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verfügen über interkulturelle Kompetenzen und leisten kulturelle Übersetzungsarbeit. Ängste vor Fremdheit werden ernst genommen. Diskriminierung wird entgegengewirkt. Eine differenzierte Betrachtung ethnischer, kultureller und sozialer Konflikte wird befördert.

2. Zielgruppe 3. Ziele

• •

• • • • • •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die interkulturelle Jugendarbeit ist im Konzept beschrieben. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

O trifft zu

O O

• Die Einrichtung ist auf ihre interkulturelle Freundlichkeit hin überprüft. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu •

Räume, die von allen Kindern und Jugendlichen genutzt werden, sind so gestaltet, dass sie keine religiöse, kulturelle und politische Ausgrenzung bewirken. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Spiel- und Sportgeräte, Musikangebote, Internet, Materialien und Bücher lassen eine vielseitige kulturelle Ausrichtung erkennen. O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

•

• Durch die pädagogischen Angebote wird die Reflexion von Fremd- und Selbstbildern gefördert. O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

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• Im Team gibt es Mitarbeitende mit Migrationshintergrund. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • O trifft zu O

Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben an Fortbildungen zum Thema interkulturelle Arbeit teilgenommen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Die Besucherinnen und Besucher haben sich mit der Kultur von Besucherinnen und Besuchern anderer Herkunftskulturen befasst. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Mädchen und junge Frauen, Jungen und junge Männer werden durch die interkulturelle Arbeit gleichermaßen angesprochen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Atmosphäre zwischen den verschiedenen Gruppen ist geprägt von Neugier, Freundlichkeit und Respekt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O 6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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8.9 Kernaktivität Internationale Begegnungen 1. Beschreibung Gruppen junger Menschen aus der Einrichtung und ihrem Umfeld besuchen ein anderes Land, lernen dort Jugendliche und junge Erwachsene kennen und sind bei der Rückbegegnung Gastgebende. Internationale Jugendbegegnungen finden in Hin- und Rückbegegnungszyklen statt. Jugendliche und junge Erwachsene • • • • • 4.Qualitätskriterien • • • • • • • Der Träger unterstützt den Aufbau von internationalen Kontakten. Finanzierungsmöglichkeiten sind bekannt. Die Sprachvermittlung ist gesichert. Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sind während der Durchführung von anderen Aufgaben entbunden. Die Teilnehmenden sind aktiv in der Vorbereitung, Durchführung und Auswertung tätig. Die Gruppe hält Ambivalenzen und Gegensätze aus. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen kennen Lebens-, Kultur- und Alltagsrealitäten von jungen Menschen in einem anderen Land. Sie stellen Unterschiede und Gemeinsamkeiten zwischen sich und den jungen Menschen der Partnergruppe fest. Sie sind sensibilisiert für andere Kulturen. Sie hinterfragen eigene (Vor-)Urteile über Menschen anderer Kulturen.

2. Zielgruppe 3. Ziele

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Internationale Begegnungen sind Bestandteil des Konzeptes der Einrichtung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Das Konzept der jeweiligen internationalen Begegnung ist mit dem Träger abgestimmt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Ressourcen für den Aufbau von internationalen Kontakten und die Durchführung von internationalen Begegnungen stehen zur Verfügung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Mitarbeitende haben die erforderlichen Kenntnisse in der Organisation von Internationalen Jugendbegegnungen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O

O

O

• Mitarbeitende haben die erforderlichen Kenntnisse in der Finanzierung von Internationalen Jugendbegegnungen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Teilnehmende kommen aus dem Umfeld der Einrichtung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Junge Menschen mit Behinderungen und Beeinträchtigungen nehmen an den internationalen Begegnungen teil. O trifft eher zu O trifft zu O trifft nicht zu O trifft eher nicht zu

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• Mädchen und junge Frauen, Jungen und junge Männer werden durch das Angebot gleichermaßen angesprochen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Teilnehmende haben sich mit Sprache, Politik und Gesellschaft des anderen Landes beschäftigt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

O

•

Teilnehmende beteiligen sich an der Programmgestaltung der Internationalen Begegnung. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Atmosphäre zwischen den Gruppen der Begegnung ist geprägt von Freundlichkeit und Respekt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

•

• Die Erfahrungen u. Ergebnisse werden dokumentiert u. ausgewertet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu

O trifft zu

O

• Teilnehmende haben Verlauf und Ergebnisse ihrer Begegnung öffentlich präsentiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

•

Längerfristige Kontakte zwischen den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Gruppen sind entstanden trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Ergebnisse der Internationalen Begegnungen fließen in andere pädagogische Praxisfelder der Einrichtung ein. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

•

•

Nach dem Abschluss von Maßnahmen erhalten die Partner Rückmeldungen und Dankschreiben. trifft eher zu O trifft zu trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O Auf Leitungsebene bzw. auf politischer Ebene werden Vereinbarungen über weitere Begegnungen und Maßnahmen getroffen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

•

O

6. Qualitätssicherung • Dokumentation und Evaluierung der Maßnahmen.

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Kapitel 9

Schwerpunkt: Geschlechtsbewusste Mädchen- und Jungenarbeit

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129 Kapitel 9: Schwerpunkt - Geschlechtsbewusste Mädchen- und Jungenarbeit
9.1 Merkmale des Schwerpunktes „Geschlechtsbewusste Mädchen – und Jungenarbeit“ Gender Mainstreaming verweist darauf, dass das Ziel der Gleichstellung von Frauen und Männern, Mädchen und Jungen und der Geschlechtergerechtigkeit auch in der Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtungen wahrgenommen werden muss. Dies setzt bei den pädagogischen Fachkräften Reflexion und Geschlechtsbewusstheit sowie ein gleichstellungsorientiertes Handeln voraus. Die Interessen, Probleme, Lebensentwürfe und Lebenslagen von Jungen und Mädchen sind oft unterschiedlich. Wird diese Unterschiedlichkeit nicht beachtet, findet, ob bewusst oder unbewusst, eine bevorzugende und unreflektierte Geschlechterförderung statt. Die Praxis der Jugendarbeit und ihre pädagogischen Konzepte müssen so ausgerichtet sein, dass die Gleichberechtigung von Mädchen und Jungen gefördert wird. Sie reflektiert die gesellschaftlichen Normen bezüglich der Geschlechterrollen und des Geschlechterverhältnisses und bezieht hierbei bewusst die Geschlechtsidentität der Pädagoginnen und Pädagogen mit ein. Geschlechtsbewusste Pädagogik kann sowohl in Form von reflektierter Koedukation in gemischtgeschlechtlichen Gruppen, als auch in Form von Mädchen- und Jungenarbeit, d.h. durch geschlechterdifferenzierte Angebote in geschlechtshomogenen Gruppen, stattfinden21. Mädchenarbeit Mädchenarbeit ist die geschlechtsbewusste Arbeit von Pädagoginnen für Mädchen und junge Frauen und ihre Belange. Im Verständnis von Mädchenarbeit verbinden sich pädagogische mit gesellschaftspolitischen Zielsetzungen. Mädchenarbeit will Mädchen und junge Frauen in ihren Identitäten stärken, die Ressourcen und Kompetenzen von Mädchen/jungen Frauen sichtbar machen und erweitern. Sie trägt zur Förderung des Selbstbewusstseins und zum Abbau von Benachteiligungen bei. Mädchenarbeit schafft geschlechtshomogene Räume für Mädchen/junge Frauen, in denen sie gesellschaftliche Rollenzuweisungen reflektieren und eigene Definitionen und Inszenierungen von Geschlechtsidentitäten in ihrer Vielfalt entwickeln können. Sie unterstützt Mädchen und junge Frauen bei der Vertretung ihrer Interessen nach außen und regt zur Partizipation und gesellschaftlichen Mitbestimmung an. Jungenarbeit Jungenarbeit zielt auf die Entwicklung einer eigenen Geschlechtsidentität bei Jungen. Sie beinhaltet eine Auseinandersetzung mit gesellschaftlich vorgegebenen und überholten Rollenvorstellungen von Männlichkeit und will zu deren Veränderung beitragen. Jungenarbeit entwickelt Verständnis für geschlechtstypische Stärken und Schwächen von Jungen/ jungen Männern und setzt sich mit ihren Problemen auseinander: mit denen, die sie haben und mit denen, die sie „machen“. Geschlechtsbewusste Mädchen- und Jungenarbeit zielt auch auf die Entwicklung sozialer Kompetenzen. Schwierige Verhaltensweisen von Mädchen und Jungen entstehen häufig aus unreflektierten Ängsten, Versagens- und Ohnmachtserfahrungen und dem riskanten Umgang mit Grenzen. Die Wahrnehmung eigener Gefühle und ein bewusstes Handeln sind Voraussetzungen für die Entwicklung von echter Partnerschaft und von sozialem und emphatischem Umgang mit anderen Menschen. Die Pädagoginnen und Pädagogen bieten den Mädchen und Jungen hierfür Unterstützung und Begleitung in ihrer weiblichen und männlichen Identitätsentwicklung an. Angebote der Jugendarbeit fördern hierbei das Verständnis und tolerante Haltungen zwischen Menschen mit unterschiedlicher sexueller Orientierung.

21

aus: „Leitlinien zur Verankerung der geschlechterbewussten Ansätze in der pädagogischen Arbeit mit Mädchen und Jungen in der Jugendhilfe“/Berliner Leitlinien, Dezember 2004, Seiten 5-6
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9.2 Kernaktivität Geschlechtsbewusste koedukativ gestaltete Angebote 1. Beschreibung Reflektierte Koedukation als Gestaltungsprinzip bietet Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern gemeinsam die Möglichkeit, Lebensentwürfe zu entwickeln und umzusetzen. 2. Zielgruppe Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer 3. Ziel(e) • Es gibt gleiche Rechte in der Einrichtung für Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer. • Mädchen und Jungen entdecken bei der Nutzung der Angebote die vielfältigen Möglichkeiten als Mädchen/junge Frau oder Junge/junger Mann zu leben, ohne durch Rollenstereotype eingeschränkt zu werden. • Sie haben gleichermaßen Zugang zu Materialien und Angeboten. • Sie nehmen gleichberechtigt an den Angeboten teil. • 4. Qualitätskriterien • Die Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sind sich ihrer Geschlechterrolle bewusst und verfügen über Kenntnisse der geschlechtsbewussten Jugendarbeit. • Ihre Aufmerksamkeit ist gleichmäßig auf Jungen und Mädchen ausgerichtet. • Die Angebote fördern die partnerschaftliche Kommunikation und Interaktion zwischen Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern. • Die Materialien und Angebote berücksichtigen die Bedürfnisse, Interessen und Wünsche von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern. • Die Angebote setzen an den Potentialen und Ressourcen der Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männer an. • Die Angebote sind entsprechend der Vielfalt der Lebenslagen von Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern ausgerichtet. • Die Angebote lassen individuelle Unterschiede zwischen Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern zu, ohne dass daraus Benachteiligungen entstehen. 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in der geschlechtsreflektierten koedukativen Arbeit qualifiziert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O trifft zu O

• Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bieten vielfältige Rollenmodelle. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O •

Personelle Ressourcen werden für Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer gleichermaßen eingesetzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu Finanzielle Ressourcen werden für Mädchen/ junge Frauen und Jungen/junge Männer gleichermaßen eingesetzt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

•

O

• Die qualitative Nutzung der unterschiedlichen Angebote wird geschlechtsbezogen ermittelt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

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• Die geschlechtsbezogene Nutzung der unterschiedlichen Angebote wird gemeinsam im Team ausgewertet. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männer werden bei der Planung und Gestaltung der Angebote gleichermaßen einbezogen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

•

O

•

Die geschlechtsbewusst koedukativ gestalteten Angebote sind von den Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern der Einrichtung akzeptiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

•

Die Anzahl der Besucherinnen und Besucher der Einrichtung ist bei beiden Geschlechtern in etwa gleich. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O Die Aufmerksamkeit der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wird beiden Geschlechtern gleichermaßen zuteil. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

•

O

6. Qualitätssicherung Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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9.3 Kernaktivität Konzeptionelle Planung von Angeboten für Mädchen und Angeboten für Jungen 1. Beschreibung Die Entwicklung eigener Angebote für Mädchen und für Jungen, z.B. Gruppenreisen, Projekte, Workshops, Veranstaltungen, Gruppenangebote, Kurse erfordert eine konzeptionelle Planung. 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Mädchen und Jungen, junge Frauen und junge Männer, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kennen die Lebensbedingungen sowie die Interessen und Wünsche der Mädchen und Jungen, soweit es die Entwicklung von Angeboten betrifft. • Die Mädchen und Jungen beteiligen sich an der Entwicklung von Angeboten. • Die Angebote regen Emanzipation, Selbstbestimmung und die Identitätsentwicklung an. • • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regen die Mädchen und Jungen an, sich bei der Planung konkreter geschlechtsbewusst gestalteter Angebote und Projekte zu beteiligen. • Mädchen und Jungen werden in Bereichen gefördert, die im Zuge ihrer geschlechtsspezifischen Sozialisation zu kurz gekommen sind. • Vorurteile und Diskriminierung, die an Geschlechtszugehörigkeit und Rollenzuschreibung gekoppelt sind, werden reflektiert und diskutiert. • Homosexuelle und transsexuelle Orientierungen werden von den Mitarbeiter/innen als gleichrangig mit heterosexuellen Orientierungen geachtet. • Hierarchien in Geschlechterverhältnissen und partnerschaftliche Lebensformen werden thematisiert. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben Wissen über die Lebenswirklichkeit der Mädchen und Jungen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Bedürfnisse, Interessen, Wünsche und Ansprüche von Mädchen und Jungen werden regelmäßig ermittelt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

• Die Themen und Interessen von Mädchen und Jungen, die durch Analysen erhoben wurden, gehen in die Angebotsentwicklung mit ein. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Die Mitarbeiterinnen planen zusammen mit den Mädchen die Projekte. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Mitarbeiter planen zusammen mit den Jungen die Projekte. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O

• In Besucherbefragungen bringen die Mädchen ihr Interesse an geschlechtshomogen gestalteten Projekten zum Ausdruck. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu
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O

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• In Besucherbefragungen bringen die Jungen ihr Interesse an geschlechtshomogen gestalteten Projekten zu Ausdruck. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O • Materialien für die Durchführung der Angebote sind vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O O O O O O O

• Finanzielle Ressourcen für die Durchführung der Angebote sind vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Ausreichende Zeitkontingente für die Durchführung der Angebote sind vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Mädchen werden ermutig, auch an ihnen fremden Angeboten teilzunehmen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Jungen werden ermutig, auch an ihnen fremden Angeboten teilzunehmen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Neue, den Jungen nicht vertraute Angebote und Projekte sind initiiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

• Neue, den Mädchen nicht vertraute, Angebote und Projekte sind initiiert. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

6. Qualitätssicherung • Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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9.4 Kernaktivität Schaffung von eigenen Räumen für Mädchen und junge Frauen und eigenen Räumen für Jungen und junge Männer 1. Beschreibung Bereitstellung von Räumen für Mädchen, junge Frauen sowie für Jungen, junge Männer, die diesen zeitlich begrenzt oder ständig zur Verfügung stehen. Diese Räume bieten die Möglichkeit intensiver, geschützter Selbsterfahrung und des Kennenlernens der eigenen Fähigkeiten, Fertigkeiten und Bedarfe. Dadurch steigert sich das Selbstbewusstsein der Beteiligten auch in geschlechtsheterogenen Zusammenhängen. Mädchen und Jungen, junge Frauen und junge Männer • • • Rückzugsmöglichkeiten für Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer bieten Sicherheit und Freiraum. Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer nutzen ihre Räume eigenverantwortlich und selbstbestimmt. Gestaltung und Ausstattung entsprechen den Bedürfnissen, Interessen und Wünschen der Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern. Die Mädchen/junge Frauen und Jungen/junge Männer können Räume weitgehend eigenverantwortlich gestalten und nutzen. Regeln zur Nutzung der geschlechtshomogen gestalteten Räume sind mit den Mädchen/jungen Frauen und Jungen/jungen Männern gemeinsam entwickelt. Die mit dem Arbeitsgebiet beauftragten Mitarbeiterinnen, Mitarbeiter sind kontinuierlich tätig.

2. Zielgruppe 3. Ziel(e)

4. Qualitätskriterien

• • •

• •

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Es besteht eine Akzeptanz im Team für die Schaffung von eigenen Räumen für Mädchen und Jungen. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu

• Mädchen/junge Frauen verfügen über einen eigenen Raum. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Jungen/junge Männer verfügen über einen eigenen Raum. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu

trifft zu trifft zu

• Die Räume sind verantwortlich von den Mädchen/jungen Frauen mit gestaltet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Räume sind verantwortlich von den Jungen/jungen Männern mit gestaltet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Räume werden von den Mädchen/jungen Frauen regelmäßig angenommen und genutzt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Räume werden von den Jungen/jungen Männern regelmäßig angenommen und genutzt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

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• Die Mädchen/junge Frauen kümmern sich aktiv und verantwortlich um den Zustand der Räume. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Jungen/junge Männer kümmern sich aktiv und verantwortlich um den Zustand der Räume. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Räume werden sichtbar durch die Interessen, Bedürfnisse und das Handeln der Mädchen/jungen Frauen verändert. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Die Räume werden sichtbar durch die Interessen, Bedürfnisse und das Handeln der Jungen/jungen Männer verändert. trifft eher zu trifft zu Trifft nicht zu trifft eher nicht zu

•

• Mit den Mädchen/jungen Frauen sind Regeln für die Nutzung der eigenen Räume entwickelt. Trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Mit den Jungen/jungen Männern sind Regeln für die Nutzung der eigenen Räume entwickelt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Trifft nicht zu • Die Mädchenarbeit wird von einer Mitarbeiterin durchgeführt, die in einem langfristigen Arbeitsverhältnis steht. trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu trifft eher nicht zu

•

Die Jungenarbeit wird von einem Mitarbeiter durchgeführt, der in einem langfristigen Arbeitsverhältnis steht. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu Mädchen/jungen Frauen und Jungen/junge Männer werden regelmäßig zu ihren Interessen befragt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

6. Qualitätssicherung • • Dokumentation der Entwicklung Selbstevaluation anhand der Indikatoren

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9.5 Kernaktivität Arbeit mit Mädchengruppen 1. Beschreibung In den Mädchengruppen werden die Mädchen, durch eine sensible und geschlechtsbewusste Haltung der Pädagoginnen, Pädagogen in ihrer Entwicklung unterstützt. 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) Mädchen und junge Frauen • Die Teilnehmerinnen der Mädchengruppe sind emanzipiert und handeln selbstbestimmt. • Die Mädchen der Mädchengruppe haben Vertrauen untereinander. • Die Mädchen akzeptieren sich gegenseitig. • • Die Pädagoginnen sind für die geschlechtsbewusste Arbeit qualifiziert. • Die Mädchenarbeit ist konzeptionell verankert. • Die Pädagogen sind sich ihrer Modellfunktion bewusst, diese wird kontinuierlich hinterfragt und reflektiert. • Das Team der Einrichtung ermöglicht und stützt die Arbeit der Mädchengruppe. • Aktivitäten und inhaltliche Abläufe werden von den Mitarbeiterinnen und den Mädchen/jungen Frauen gemeinsam geplant. • Regeln für das Miteinander in der Mädchengruppe werden aufgestellt. • Die Pädagoginnen achten auf vertrauensvolle Beziehungen. • Leicht zugängliche Orte und zeitliche Freiräume werden der Mädchengruppe in der Einrichtung zur Verfügung gestellt. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Pädagoginnen haben Kenntnisse über die Lebenswelten der Mädchen. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Eine in der Mädchenarbeit kompetente Pädagogin baut die Mädchengruppe mit auf. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Die Mädchen wirken aktiv bei der Planung und Gestaltung der Mädchengruppe mit. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Der Aufbau der Mädchengruppe ist aus der Konzeption der Einrichtung abgeleitet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Der Aufbau der Mädchengruppe verläuft zielgerichtet und geplant. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Es ist geklärt, wer die Teilnehmerinnen in der Mädchengruppe sind. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Die Mädchen verhalten sich partnerschaftlich. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Regeln für die Mädchengruppe sind entwickelt. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft nicht zu trifft zu trifft zu

trifft zu

trifft zu

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• Finanzielle Ressourcen für Mädchengruppen sind vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Den Mitarbeiterinnen stehen ausreichende Zeitkontingente für die Arbeit mit Mädchengruppen zur Verfügung. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Ausreichende räumliche Ressourcen für Mädchengruppen vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

.
6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren Mindestens einmal im Jahr wird der Stand der Mädchenarbeit im Team besprochen.

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9.6 Kernaktivität Arbeit mit Jungengruppen 1. Beschreibung: 2. Zielgruppe 3. Ziel(e) In den Jungengruppen werden die Jungen durch eine sensible und geschlechtsbewusste Haltung der Pädagoginnen, Pädagogen in ihrer Entwicklung unterstützt. Jungen und junge Männer • Die Jungen reflektieren ihr Rollenverständnis. • Die Jungengruppe vermittelt Geborgenheit. • Die Jungen haben untereinander Vertrauen und sprechen über Dinge die ihnen wichtig sind. • Die Jungen akzeptieren sich gegenseitig. • • Die männlichen Fachkräfte sind für die geschlechtsbewusste Arbeit qualifiziert. • Die Pädagogen und Pädagoginnen sind sich ihrer Modellfunktion bewusst, diese wird kontinuierlich hinterfragt und reflektiert. • Jungenarbeit ist in der Einrichtung konzeptionell verankert. • Aktivitäten und inhaltliche Abläufe werden von den Mitarbeitern und Jungen/jungen Männern gemeinsam geplant. • Das Team der Einrichtung ermöglicht und stützt die Arbeit der Jungengruppe. • Die Jungengruppe hat für das Miteinander Regeln aufgestellt. • Die Pädagogen achten auf vertrauensvolle Beziehungen. •

4. Qualitätskriterien

5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Die Pädagogen haben Kenntnisse über die Lebenswelten der Jungen/jungen Männer. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Mindestens ein genderkompetenter Pädagoge baut die Jungengruppe mit auf. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu • Der Aufbau der Jungengruppe ist aus der Konzeption der Einrichtung abgeleitet. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu • Der Aufbau der Jungengruppe verläuft zielgerichtet und geplant. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Es ist geklärt wer Teilnehmer in der Jungengruppe ist. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu • Regeln für die Jungengruppe sind entwickelt. trifft nicht zu trifft eher nicht zu

trifft zu

trifft zu

trifft eher zu

trifft zu

• Die Jungen/jungen Männer bringen Vorschläge für Themen und gemeinsame Aktivitäten ein. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

•

Die Jungen verhalten sich partnerschaftlich. Trifft nicht zu trifft eher nicht zu

trifft eher zu

trifft zu

• Finanzielle Ressourcen für Jungengruppen sind vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu

trifft zu

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• Ausreichende Zeitkontingente für Jungengruppen sind vorhanden. trifft nicht zu trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu

• Ausreichende räumliche Ressourcen für Jungengruppen sind vorhanden. trifft eher nicht zu trifft eher zu trifft zu trifft nicht zu 6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren Mindestens einmal im Jahr wird der Stand der Jungenarbeit im Team besprochen.

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9.7 Kernaktivität Aneignung des öffentlichen Raumes durch Mädchen und junge Frauen 1. Beschreibung 2. Zielgruppe Die Präsenz von Mädchen und jungen Frauen im öffentlichen Raum ist ein Zeichen für ein zivilgesellschaftliches Miteinander. Mädchen/junge Frauen, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren, Eltern, Geschwister, interessierte Bürgerinnen und Bürger • • • 4. Qualitätskriterien • • • • Die Einrichtung wirkt in die Region und in den sozialen Raum hinein mit einer klaren Haltung zu Gleichberechtigung. Mädchen/junge Frauen aller Kulturen bewegen sich selbstbestimmt und sicher im Sozialraum. Die Partizipation von Mädchen/jungen Frauen bei der Gestaltung des öffentlichen Raums ist sicher gestellt. Mädchen/junge Frauen werden bei der Aneignung des öffentlichen Raumes unterstützt und angeleitet. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind für die hinausreichende sowie geschlechtsbewusste Arbeit im öffentlichen Raum qualifiziert. Konflikte aus dem öffentlichen Raum, wie Fragen von Gewalt, Sicherheit und Territorialkämpfe, werden geschlechtsbewusst analysiert. Es gibt ein Netzwerk der Institutionen, Einrichtungen und Initiativen im Sozialraum, das Gleichberechtigung und Sicherheit im öffentlichen Raum unterstützt.

3. Ziel(e)

•

• 5. Indikatoren auf dem Weg zum Ziel • Es gibt ein vielseitiges Sport-, Spiel- und Erkundungsangebot, um die Präsenz von Mädchen/jungen Frauen im öffentlichen Raum zu stärken. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

•

Es sind vielfältige Sport- und Spielmaterialien zur Nutzung des öffentlichen Raumes durch Mädchen/junge Frauen vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

• Öffentliche Räume werden gemeinsam mit den Mädchen/jungen Frauen erschlossen. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Die Einrichtung ist über ihre Projekte, Aktivitäten etc. im öffentlichen Raum präsent. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu • Es sind Medien zur Stadtteilerkundung mit Mädchen/jungen Frauen vorhanden. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu •

O O O

Mädchen/junge Frauen werden regelmäßig nach ihren Wünschen zu den Angeboten der Einrichtung und zur Gestaltung des öffentlichen Raums befragt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

•

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind qualifiziert und aktiv bei der Gestaltung von Angeboten im öffentlichen Raum beteiligt. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 -

141
• Die Einrichtung ist Teil eines Netzwerks in der Region. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu • O trifft zu O

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtung besprechen regelmäßig Fragen der Sicherheit im öffentlichen Raum. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu

O

•

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter planen geeignete Maßnahmen zur Verbesserung des Sicherheitsempfindens. trifft nicht zu O trifft eher nicht zu O trifft eher zu O trifft zu O

6. Qualitätssicherung • • Selbstevaluation anhand der Indikatoren Dokumentation der Entwicklung

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Anhang

QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 -

143 Anhang
Teil 1 Gebrauchsanweisung für Anfängerinnen, Anfänger und Fortgeschrittene Schritte der Selbstevaluation mit dem Qualitätshandbuch Bevor es losgehen kann – zur Vorbereitung • Nehmen Sie sich für die Arbeit am QM-Handbuch am Anfang oder bei Bedarf eine Moderatorin / einen Moderator aus dem Kreis der hierfür ausgebildeten Moderatoren.22 • Schaffen Sie sich ausreichend Zeit für die Arbeit an den Schwerpunkten und Kernaktivitäten aus dem QM-Handbuch. Vielleicht können Sie einen Termin der regelmäßigen Arbeitsbesprechungen nutzen. • Schaffen Sie sich einen atmosphärisch ansprechenden Rahmen. • Alle Kolleginnen und Kollegen, die das jeweilige Thema betrifft, nehmen an der Selbstevaluation teil. • Für alle mitwirkenden Kolleginnen und Kollegen gibt es Kopien der zu bearbeitenden Schwerpunkte und Kernaktivitäten. • Die grundlegenden Handlungsorientierungen der Jugendarbeit (Kapitel 1 des QMHandbuches) sind allen Beteiligten bekannt. Arbeiten an Schwerpunkten und Kernaktivitäten des QM-Handbuches • Lesen Sie den ausgewählten Schwerpunkt und die Kernaktivitäten durch und stellen Sie fest, ob die wichtigen, zentralen Aspekte Ihrer Arbeit abgebildet sind. Hierbei soll berücksichtigt werden, dass nicht jedes Detail der Arbeit vorkommen muss, um die gewünschten Arbeitsfelder zu untersuchen. Eine inhaltliche Diskussion oder eine Bewertung der Arbeit findet jetzt noch nicht statt. • Ergänzen Sie die Arbeitsbögen (Ziele, Qualitätskriterien, Indikatoren) dort, wo es unbedingt notwendig ist. Falls Sie es für erforderlich halten, können Sie auch zusätzliche Kernaktivitäten erarbeiten. Streichungen sollen nicht vorgenommen werden. • Die Kolleginnen und Kollegen bearbeiten nun die einzelnen Indikatoren der Kernaktivitäten: Dabei fragt sich jede/r, wieweit das, was in dem Indikator ausgedrückt ist, in Ihrer Einrichtung zutrifft oder nicht zutrifft und kreuzt die entsprechende Bewertung an. Es können auch erläuternde und kommentierende Anmerkungen in die Bögen geschrieben werden. • Wenn alle Kolleginnen und Kollegen mit der Einzelarbeit fertig sind, werden die Bewertungen und Kommentierungen vorgetragen und festgehalten. Übereinstimmungen und Unterschiede, Erfolge und Problemlagen, Erkenntnisse und Fragen werden aufgeschrieben und thematisch zugeordnet. • Die Ergebnisse werden nun nacheinander besprochen. Hierbei kommen die Ansichten und Bewertungen aller Mitwirkenden zur Sprache. • Am Ende wird schriftlich festgehalten, was bezüglich dieser Kernaktivität in der Vergangenheit gut gelaufen ist und in gleicher Weise fortgesetzt werden kann. Desgleichen ist festzuhalten, wo es Verbesserungsbedarf gibt und welche Folgerungen daraus zu ziehen sind. Schließlich werden Wege zur Umsetzung vereinbart. Dabei ist es durchaus zu vertreten, dass nicht alle erkannten Verbesserungsbedarfe im Verlauf eines Jahres bearbeitet werden können. Die schriftlich festgehaltenen Ergebnisse und Folgerungen bilden eine Grundlage ihrer künftigen Arbeit. Sie werden später im Sachbericht dargestellt. Übersicht zu den Ergebnissen der Selbstevaluation
Was ist gut gelaufen? usw. Moderatorinnen und Moderatoren, die für die Selbstevaluation mit dem QM-Handbuch ausgebildet sind, werden Ihnen über Ihr Jugendamt (Jugendförderung) vermittelt.
QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen – 3. überarbeitete Auflage 2012 22

Verbesserungsbedarf

Konsequenzen

Wege zur Umsetzung

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(in Teil 2a – TOOLS Handwerkszeug für das Qualitätsmanagement – finden Sie einen Musterbogen) Nach der Arbeit an den Schwerpunkten und Kernaktivitäten des QM-Handbuches • Vereinbaren Sie einen Termin, an dem Sie sich wieder mit dem bearbeiteten Schwerpunkt befassen werden. • Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit dem QM-Handbuch und Anregungen für inhaltliche Verbesserungen an ihren Moderator, Ihr Jugendamt oder an die Senatsjugendverwaltung mit. • Tragen Sie in die Dokumentationsbogen ein, wann Sie welche Kernaktivität mit welchen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern bearbeitet haben und wie viele Stunden Sie benötigt haben. (siehe Teil 2 b) des Anhanges) Die Email-Adresse der Redaktion des Handbuches Qualitätsmanagement der Berliner Jugendarbeit lautet:

QMJugendarbeit@SenBWF.Verwalt-Berlin.de

Ihre Hinweise werden bei der nächsten Überarbeitung des Handbuches berücksichtigt. Wenn Sie in Ihrer Einrichtung schon mit einem anderen QM-System arbeiten, dann wissen Sie bereits, dass es beim Qualitätsmanagement darauf ankommt präzise zu beschreiben: • in welcher Weise und Abfolge gearbeitet wird (Prozessqualität), • was man dafür braucht und wer dafür zuständig ist (Strukturqualität), • und welche Ziele und Ergebnisse dabei erreicht werden sollen (Ergebnisqualität). Die verschiedenen QM-Systeme unterscheiden sich darin, wie differenziert und aufwändig das alles beschrieben ist und wie detailliert die Dokumentationen zu führen sind. Alle Jugendfreizeiteinrichtungen, die an der Erarbeitung dieses Handbuchs beteiligt waren, folgten dem Ziel, den Arbeitsaufwand möglichst gering zu halten. In Orientierung an dem EFQM-System23 werden in diesem QM-Handbuch die Prozesse (vgl. „Kernaktivitäten") systematisch geführt und bedarfsweise verbessert. Des Weiteren geht es um die Zufriedenheit der Besucherinnen und Benutzer sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wenn Sie sich dafür entscheiden, pro Jahr einen Schwerpunkt dieses Handbuchs durchzuarbeiten, können Sie feststellen, dass der Arbeitsaufwand im Vergleich zum Nutzen recht günstig ist.

EFQM steht für „European Foundation for Quality Management": Das EFQM-System ist ein Qualitätsmanagement-System, das von einer europäischen Organisation entwickelt wurde. Ein wichtiges Element dieses Systems ist die Selbstevaluation. Organisationen, die den Anregungen des EFQM-Systems folgen, können sich um den Europäischen Qualitätspreis bewerben.
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23

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Teil 2 TOOLS – Handwerkszeug für das Qualitätsmanagement

a) Muster für einen Auswertungsbogen

Was ist gut gelaufen?

Verbesserungsbedarf

Konsequenzen

Schritte der Umsetzung

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b) Dokumentationsbogen

Dokumentation der Bearbeitung von Kernaktivitäten im Jahr ........... Name der Einrichtung: ...................................................................................... Kapi Kernaktivität tel

Bearbeitet durch folgende Beschäftigte: Kapitel 2: Kernaktivitäten zur Arbeitsorganisation Leitung 2.1 Teamarbeit 2.2 Kooperation mit dem Jugendamt 2.3 Vernetzungen 2.4 Zusammenarbeit mit Schule 2.5 Kooperation mit Schule 2.6 Elternarbeit 2.7 Schutz bei Kindeswohlgefährdung 2.8 Erarbeitung von Handlungsrichtlinen 2.9 2.10 Öffentlichkeitsarbeit 2.11 Qualitätsmanagement 2.12 Dokumentationssystem / Statistik Kapitel 3: Kernaktivitäten zur fachlichen Weiterentwicklung Arbeit am Konzept 3.1 Lebensweltanalysen als Teil der 3.2 sozialräumlichen Konzeptentwicklung Weiterentwicklung fachlicher Ressourcen 3.3 Erlangung von Genderkompetenz 3.4 Interkulturelle Kompetenz 3.5

Bearbeitet Dauer der Unterschrift am: Bearbeitung Leitung der (Stunden) Einrichtung

Kapitel 4: Schwerpunkt – Offener Bereich in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen 4.2 Gestaltung Eingangsbereich 4.3 Gestaltung des zentralen offenen Bereiches 4.4 Gestaltung von offenen Funktionsräumen 4.5 Gestaltung des Erstkontaktes 4.6 Pädagogisches Handeln 4.7 Aushandeln von und Umgang mit Regeln 4.8 Umgang mit schwierigen Situationen 4.9 Umgang mit besonderen Problemen einzelner Kinder und Jugendlicher Kapitel 5: Schwerpunkt Partizipation in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen 5.2 Mitbestimmung des Programms
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147 5.3 5.4 5.5 5.6 Aushandeln von und Umgang mit Regeln Partizipation bei der Ausstattung Kinderkonferenz /Jugendvollversammlung Partizipation bei Projekten zur Umgestaltung und Verbesserung... Kapitel 6: Schwerpunkt Angebote der Medienbildung in Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen 6.2 Offenes Angebot zur Mediennutzung 6.3 Online Communities 6.4 Medienpädagogische Gruppenarbeit 6.5 Medienpädagogische Projektarbeit 6.6 Umsetzen v. Regeln Mediennutzung 6.7 Medienpädagogische Qualifizierung 6.8 Ausstattung für medienpäd. Angebote Kapitel 7: Schwerpunkt Sportorientierte Jugendarbeit 7.2 Offene Sportangebote 7.3 Sport-Events 7.4 Sportorientierte Fahrten und Ausflüge 7.5 Fachliche Qualifizierung 7.6 Ausstattung für sportbezogene Angebote Kapitel 8: Schwerpunkt Kulturelle Jugendarbeit 8.2 Vorbereitung von kulturellen Veranst. 8.3 Durchführung von kulturellen. Veranst. 8.4 Gruppenarbeit im Bereich kultureller Jugendarbeit 8.5 Projektarbeit im Bereich kultureller Jugendarbeit 8.6 Arbeit mit Nachwuchsbands 8.7 Arbeit mit Jugendszenen u. –kulturen 8.8 Interkulturelle Arbeit in Jugendfreizeiteinrichtungen 8.9 Internationale Begegnungen Kapitel 9: Schwerpunkt Geschlechtsbewusste Mädchen und Jungenarbeit 9.2 Geschlechtsbewusste koedukativ gestaltete Angebote 9.3 Konzept. Planung von Angeboten für Mädchen /Jungen 9.4 Schaffung von eigenen Räumen für Mädchen/junge Frauen/ Jungen 9.5 Arbeit mit Mädchengruppen 9.6 Arbeit mit Jungengruppen 9.7 Aneignung des öffentlichen Raumes

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c) Befragung von Besucherinnen und Besuchern von Jugendfreizeitstätten Allgemeine Hinweise für Befragungen 1. Bevor Sie sich entscheiden, einen Fragebogen zu entwerfen, fragen Sie sich: • Was genau will ich mit dem Fragebogen herausfinden? • Kann ich das auch auf andere Weise herausfinden (z. B. in einer Gruppendiskussion oder durch Beobachtung)? 2. Sie möchten beispielsweise herausfinden, ob die Öffnungszeiten Ihrer Einrichtung dem Bedarf entsprechen, dann fragen Sie sich: • Welche Hypothesen (Annahmen) habe ich bezüglich der gewünschten Öffnungszeiten? Die Fragen Ihres Fragebogens sollten dann dazu geeignet sein, Ihre Hypothesen zu überprüfen. Zum Thema „Öffnungszeiten" können Sie aber nur dann eine Befragung durchführen, wenn Sie auch tatsächlich die Möglichkeit haben, die Öffnungszeiten zu ändern. 3. Nun beginnen Sie, geeignete Fragen zu „erfinden". Sprechen Sie erst einmal mit Kolleginnen und Kollegen anderer Einrichtungen darüber. Vielleicht haben die eine solche Befragung schon einmal durchgeführt. Dann könnten Sie deren Fragebogen übernehmen oder diesen nach Ihren Bedürfnissen etwas abwandeln. 4. Wenn es weder in anderen Einrichtungen noch in der Literatur einen passenden Fragebogen gibt, werden Sie selbst die Fragen konstruieren. Schreiben Sie alle Fragen auf, die Ihnen als geeignete einfallen. Suchen Sie dann gemeinsam mit Kollegen, diejenigen Fragen heraus, deren Beantwortung aussagefähige Ergebnisse zu erbringen verspricht. 5. Wie sollen die Befragten später antworten? Am leichtesten ist es für alle Beteiligten, geschlossene Fragen zu stellen und dazu „AuswahlAntworten" vorzugeben, die nur noch angekreuzt werden müssen. Bei den Auswahl-Antworten sollte man in den meisten Fällen mehr als zwei Möglichkeiten vorgeben (am besten vier). Bei geschlossenen Fragen mit Auswahl-Antworten sollte immer nur nach einer Sache gefragt werden; das heißt, vermeiden sie in diesen Fragen das Wort „oder". 6. Je kürzer der Fragebogen ausfällt, desto leichter fällt es den Befragten an der Befragung teilzunehmen und desto weniger Arbeit haben Sie mit der Auswertung. 7. Vortest (Pre-Test): Geben Sie den Entwurf ihres Fragebogens ca. fünf unterschiedlichen Besucherinnen und Besuchern. Lassen Sie den Bogen ausfüllen und prüfen Sie, ob der Bogen unmissverständlich verstanden wurde und brauchbare Ergebnisse bringt. 8. Schreiben Sie an den Anfang des Fragebogens eine kleine Einleitung. Darin erklären Sie, weshalb die Befragung durchgeführt wird. Weisen Sie darauf hin, dass die Befragung anonym ist. 9. Wie viele Menschen sollten Sie befragen? Möglichst alle, die das Thema ihrer Befragung etwas angeht. Sie können sich aber auch entscheiden, nur an einem Tag (statt eine Woche lang) die Befragung durchzuführen. Schließlich beabsichtigen Sie nicht, eine wissenschaftliche Untersuchung durchzuführen, die weltweite Gültigkeit beansprucht. Sie wollen ja nur herausfinden, was Ihre Besucherinnen und Besucher zu einem bestimmten Thema denken. 10. Geben Sie nach Abschluss der Befragung die Ergebnisse durch Aushang bekannt und teilen Sie mit, zu welchen Konsequenzen die Befragung geführt hat.

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Besucherbefragungen anhand von Fragebögen 1. Leitfaden zur Handhabung des Fragebogens für Besucherinnen und Besucher der Jugendfreizeiteinrichtungen24 Bedeutung und Ziel des Fragebogens Das Ziel ist die Erhebung der Meinungen, Interessen und Wünsche der Kinder und Jugendlichen in Bezug auf die Jugendfreizeiteinrichtung. Die damit gewonnenen Erkenntnisse sind ein Teil des einrichtungsbezogenen Wirksamkeitsdialoges der Berliner Jugendfreizeitstätten. Die Kinder- und Jugendarbeit nach § 11 SGB VIII fordert Angebote, die an den Interessen der jungen Menschen anknüpfen und von ihnen mit gestaltet und mitbestimmt werden können. Daher müssen den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen diese Interessen bekannt sein. Der Fragebogen als methodische Handreichung unterstützt die pädagogischen Fachkräfte bei ihrer Selbstevaluation, der Entwicklung der Angebote und erleichtert die Erstellung des jährlichen Sachberichtes. Zielgruppe des Fragebogens Der Fragebogen richtet sich an alle Nutzerinnen und Nutzer der Kinder- und Jugendfreizeiteinrichtungen. Die Teilnahme an der Befragung ist freiwillig und anonym. Es empfiehlt sich generell, aber insbesondere bei Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer (altersbedingten) Lese- und Schreibkompetenz auf Hilfe durch andere angewiesen sind, dass nicht die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Einrichtungen beim Ausfüllen der Fragebogen helfen, sondern andere Kinder und Jugendliche, die Eltern oder vertraute Personen. Durchführung der empirischen Erhebung Um den Befragten das Anliegen der Umfrage zu erklären, sollte ein Deckblatt gestaltet werden. Es könnte so lauten: „Liebe Besucherinnen und liebe Besucher des Klubs! Ihr seid die Expertinnen und Experten in diesem Klub und ihr könnt sagen, wie es euch hier gefällt. Es geht um eure Wünsche. Darum möchten wir euch einige Fragen stellen. Bitte lest die Fragen und Antworten in Ruhe und ganz genau durch. Vielen Dank für eure Hilfe!“ Die mit dem Deckblatt versehenen Fragebogen liegen an einem für alle zugänglichen Platz. Um die Anonymität der Kinder und Jugendlichen zu bewahren, kann ein mit Klebeband verschlossener Karton als „Briefkasten“ für die ausgefüllten Fragebogen dienen. Die Dauer der Umfrage sollte mindestens drei Wochen betragen, um auch seltene Besucherinnen und Besucher befragen zu können. Die Fragen Die Reihenfolge der Fragen – einfache Aufwärmfragen, schwierigere und prekärere Fragen im Mittelteil sowie demografische Fragen am Ende – hilft, dass die Befragten bis zum Ende des Fragebogens motiviert werden, ihn vollständig auszufüllen. Farbiges Papier, kleine Bilder und eine lockere Aufteilung der Fragen sorgen für Abwechslung. Einige Fragen zielen auf die Atmosphäre und die Kommunikation in der Einrichtung ab zum Beispiel „Wie fühlst du dich in diesem Klub?“ sowie „Wie kommst du hier mit anderen Kindern und Jugendlichen zurecht?“. Andere Fragen wie „Waren deine Eltern schon mal hier im Klub?“ und „Sollen deine Eltern wissen, dass du in den Klub gehst?“ könnten unterstützend für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Frage der Zusammenarbeit mit Eltern sein. Des Weiteren sprechen einige Fragen auf den ersten Blick Themen an, die durch die Hausordnung klar geregelt sind. Zum Beispiel: „Im Klub ist Rauchverbot. Wie findest du das?“ Scheuen Sie sich nicht vor solchen durchaus provokanten Fragen! Das Stellen von Fragen führt nicht automatisch zur Änderung der Regeln im Klub. Es eröffnet aber die Möglichkeit über Themen zu diskutieren, die die Kinder und Jugendlichen betreffen.
Der Fragebogen, der Leitfaden und das Auswertungsprogramm wurden von Frau Sorina Miers, TU Berlin, entwickelt. Die Fragebögen und das Excel-Auswertungsprogramm sind als Dateien vorhanden und im Internet als Download erhältlich: http://www.berlin.de/sen/jugend/bildung_in_der_freizeit/
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Individuelle Anpassung des Fragebogens an die Einrichtung Jede Einrichtung soll den Fragebogen nach eigenen Schwerpunkten gestalten und Fragen aus dem Bogen entnehmen oder eigene Fragen und zusätzliche Themenbereiche einfügen. Wählen Sie auch Fragen aus, deren Antworten Sie sicher zu wissen glauben. Auch innerhalb der Fragen können Antwortalternativen gestrichen oder ergänzt werden. Für jede Einrichtung soll es um ihre konkrete Situation und Belange gehen sowie darum, was für die Nutzerinnen und Nutzer sinnvoll, interessant und wichtig ist. Beispiel: „Was machst du im Klub, welche Angebote nutzt du?“ Es wird Einrichtungen geben, die über ein Fotolabor verfügen und danach fragen können, andere Einrichtungen aber nicht. Daher sind alle Antwortalternativen, die derzeit im Fragebogen enthalten sind, entweder zu streichen, wenn sie für die eigene Einrichtung nicht zutreffen oder zu ergänzen, wenn die Einrichtung spezielle Angebote bietet. Beispiel: „Manchmal werden Teilnehmerbeiträge/ Eintritte erhoben. Wie findest du die?“ Bei dieser Frage könnte man geneigt sein, die ergänzende Frage zu stellen, weshalb man so oder so antwortet. Davon ist abzuraten. Zwar wäre dieses Nachhaken aus pädagogischer Sicht verständlich, jedoch besteht die Gefahr, dass diese Frage insbesondere bei Kindern und Jugendlichen aus sozialschwachen Familien ein unangenehmes Schamgefühl hervorruft. Wichtig ist daher bei allen gestellten Fragen zu überlegen, ob sie tatsächlich die Anliegen der Kinder und Jugendlichen verdeutlichen. Auswertung der Besucherbefragung Mit einer solchen Umfrage vermittelt das Team der Jugendfreifreizeiteinrichtung seinen Besucherinnen und Besuchern das Gefühl, dass es sich um deren Bedürfnisse kümmern möchte und an einer Entwicklung und Verbesserung der Angebote in der Einrichtung interessiert ist. Die Kinder und Jugendlichen müssen darauf vertrauen dürfen, dass ihre Meinung wahr- und ernst- genommen wird. Die gewonnenen Angaben aus den Fragebogen müssen daher zunächst sortiert und zusammengefasst und dadurch interpretierbar werden. Für die Sortierung der Antworten der geschlossenen Fragen kann die vorgefertigte Excel-Datei verwendet werden. Die Auswertung des Datenmaterials kann anschließend in übersichtlichen Tabellen und Diagrammen erfolgen. Die Textantworten der offenen Fragen müssen in einem Dokument eines Textverarbeitungsprogramms gesammelt werden. Interpretation im Gespräch mit Kindern und Jugendlichen Die Ergebnisse sollten allen Beteiligten bekannt gemacht werden zum Beispiel an einer Pinnwand. Eine zahlenmäßige Erhebung hat naturgemäß Grenzen. Daher sollte es eine Auswertung in einem Gespräch mit den Kindern und Jugendlichen geben. Dadurch zeigt das pädagogische Team, dass es an den Meinungen, Befindlichkeiten und Bedürfnissen der Kinder und Jugendlichen interessiert ist. Es sollten sowohl positive als auch negative Ergebnisse besprochen und erörtert werden. Vielleicht finden Sie ihre Hypothesen über bestimmte Themen bestätigt, vielleicht werden Sie aber auch überrascht. Nach Abschluss der Befragung, der Auswertung und der Interpretation sollen Folgerungen gezogen werden, so dass die Befragung der Kinder und Jugendlichen mit erkennbaren Wirkungen verbunden ist.

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2. Beispiel Fragebogen für Befragungen von Besucherinnen und Besuchern von Jugendfreizeitstätten25 O 3 x oder mehr pro Woche

1. Wie oft besuchst du den Klub während der Schulzeit? (nur eine Antwort ankreuzen) O 1 – 2 x pro Woche O etwa 14-tägig  selten

2. Wie lange bist du ungefähr hier? ( nur eine Antwort ankreuzen) O etwa 1 Stunde O 2 – 3 Stunden O 3 – 4 Stunden

O mehr

3. Kommst du auch während der Ferien her? (nur eine Antwort ankreuzen) O ja, öfter als sonst O ja, genauso wie sonst O ja, aber seltener O nein 4. Woher kennst du diesen Klub? (mehrere Antworten möglich) O Freunde/ Schulkameraden O Lehrerinnen/Lehrer O Eltern/ Großeltern O Flyer/ Aushänge O Geschwister O Internet O andere Bekannte O Zeitungen 5. Wie gefallen dir unsere Öffnungszeiten? (nur eine Antwort ankreuzen) O gut O nicht gut O ich kenne die Öffnungszeiten nicht genau was würdest du an den Öffnungszeiten ändern: ______________________________________ 6. Wie findest du (nur je eine Antwort ankreuzen): … den Klub insgesamt sehr gut geht so schlecht Ο Ο Ο … die Werbung für den Klub (Aushänge, Flyer, Internetseite …) sehr gut geht so schlecht Ο Ο Ο … die Gestaltung der Räume sehr gut geht so Ο Ο

schlecht Ο

7. Im Klub ist Rauchverbot. Wie findest du das? gut schlecht Ο Ο Ο warum: _________________________________

Weitere Fragebögen, die als Beispiele genutzt werden können, beziehen sich auf Kinderfreizeiteinrichtungen und Mädchenklubs. Beide Muster sind als Dateien vorhanden: http://www.berlin.de/sen/jugend/bildung_in_der_freizeit/
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152 8. Im Klub ist Alkoholverbot. Wie findest du das? gut schlecht Ο Ο Ο warum: _________________________________ 9. Manchmal werden Teilnehmerbeiträge/ Eintritte erhoben. Wie findest du die? zu hoch zu niedrig okay Ο Ο Ο 10. Was machst du im Klub, welche Angebote nutzt du? (mehrere Antworten möglich) Ο Gesellschaftsspiele spielen (Karten …) Ο Computer, Internet Ο Fotografie Ο kreative und handwerkliche Werkstätten Ο Feste feiern/ Party Ο Gelände draußen Ο Musik hören Ο Musik machen Ο abhängen/ chillen Ο Hausaufgaben Ο Freundinnen/Freunde treffen und quatschen Ο Workshops Ο Ausflüge Ο ich mache auch: ___________________________________ 11. Was gefällt dir davon besonders gut? (höchstens 5 Antworten ankreuzen) Ο Gesellschaftsspiele spielen (Karten …) Ο Computer, Internet Ο Fotografie Ο kreative und handwerkliche Werkstätten Ο Feste feiern/ Party Ο Gelände draußen Ο Musik hören Ο Musik machen Ο das man abhängen und chillen kann Ο das man Hilfe bei den Hausaufgaben bekommt Ο das man Freundinnen/Freunde treffen und quatschen kann Ο das ich Anregungen bekomme und etwas lerne Ο die Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im Klub Ο Workshops Ο Ausflüge Ο mir gefällt besonders: ____________________________ 12. Wenn du für den Klub 1 Million Euro gewinnst, was würdest du damit machen?

3. Warum kommst du in genau DIESEN Klub?

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153 14. Würdest du neue Freundinnen/Freunde mit in den Klub bringen? (nur eine Antwort ankreuzen) Ο ja Ο nein Ο vielleicht warum: ___________________________ 15. Gibt es etwas, was dir weniger gut gefällt? (mehrere Antworten möglich) Ο Hausordnung/ Klubregeln Ο Gesellschaftsspiele spielen (Karten …) Ο Computer, Internet Ο kreative und handwerkliche Werkstätten Ο Feste feiern / Party Ο Gelände draußen Ο Fotografie Ο Musik hören Ο Musik machen Ο die Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im Klub Ο dass man nur abhängt Ο Workshops Ο Ausflüge Ο zu wenig Sportangebote Ο mir gefällt nicht, dass: ____________________________ 16. Was fehlt dir hier? (mehrere Antworten möglich) Ο Möglichkeiten zum Mitwirken Ο cooler gestaltete Räume Ο Rückzugsmöglichkeiten Ο Angebote nur für Jungs Ο Angebote nur für Mädchen Ο öfter Video gucken Ο andere Leute hier Ο bessere technische TV-, Video- und Musikanlagen Ο Hausaufgabenhilfe Ο bessere Möglichkeit, Essen und Getränke zu kaufen Ο die Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im Klub müssten sich mehr mit mir beschäftigen Ο öfter Fernsehen Ο mehr Spiel- & Sportmöglichkeiten draußen Ο interessante Anregungen Ο Workshops Ο Ausflüge Ο ich wünsche mir: ________________________________ 17. Wie fühlst du dich in diesem Klub? (mehrere Antworten möglich) Ο sehr wohl Ο manchmal gut, manchmal schlecht Ο ich bin anerkannt Ο hier kann ich sein, wie ich bin Ο ich habe das Gefühl, nicht dazuzugehören Ο allein, einsam Ο du kannst deine Antwort begründen: ____________________________________ 18. Wie kommst du hier mit anderen Kindern und Jugendlichen zurecht? (mehrere
Antworten möglich)

Ο sehr gut Ο andere bedrohen mich Ο gut Ο mich stören die Altersunterschiede Ο wir streiten zu oft Ο mich stören die Altersunterschiede nicht Ο wir streiten und vertragen uns

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154 19. Wo triffst du dich noch mit Freundinnen/Freunden? (mehrere Antworten möglich) Ο zu Hause Ο Parkanlagen Ο Schulhof Ο Einkaufscenter Ο Vereine Ο in anderen Klubs Ο _____________________________ 20. Bei wem suchst du Hilfe, wenn du Probleme hast? (mehrere Antworten möglich) Ο Freundinnen/Freunde Ο Internetforen/ Chats Ο Eltern Ο Mitarbeiterinnen & Mitarbeiter im Klub Ο Großeltern Ο andere Bekannte Ο Geschwister Ο Beratungsstellen Ο Lehrerinnen/Lehrer Ο bei niemandem 21. Waren deine Eltern schon mal hier im Klub? (nur eine Antwort ankreuzen) Ο ja Ο nein Ο weiß ich nicht 22. Sollen deine Eltern wissen, dass du in den Klub gehst? (nur eine Antwort ankreuzen) Ο ja, sie können es wissen Ο nein, sie sollen es nicht wissen  Ο ist mir egal, ob sie es wissen 23. Würdest du gern öfter an solchen Umfragen teilnehmen? Ο ja Ο nein Ο ist mir egal

Nun noch einige Fragen zu dir!
24. Wie alt bist du: ______ Jahre 25. Bist du … Ο weiblich Ο männlich

26. Gehst du momentan noch zur Schule? Wenn ja, in welche: Ο Grundschule Ο Gymnasium/ Oberstufenzentrum Ο Haupt-/ Real-/ Gesamtschule Ο andere Schulform 27. Diese Frage nur beantworten, wenn du die Schule schon beendet hast! Was machst du zurzeit: Ο Ausbildung Ο Studium Ο Praktikum Ο arbeitslos Ο ich bin berufstätig Ο nichts von davon 28. Wie lange brauchst du von zu Hause bis zum Klub? Ο etwa 5 Minuten Ο etwa 15 Minuten Ο etwa 10 Minuten Ο länger 29. Wie kommst du meistens zum Klub? Ο zu Fuß Ο Ο Fahrrad Ο Ο mit eigenem Auto/Moped/Motorrad öffentliche Verkehrsmittel ich werde gebracht

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3. Anleitung zum Gebrauch der Excel-Auswertungstabelle für den Fragebogen der Besucherumfrage26
„Auswertbare Fragebogen“: tragen Sie hier die Anzahl der Fragebogen ein, die beantwortet worden sind. „Ausgeteilte Fragebogen“: tragen Sie hier die Anzahl der Fragebogen ein, die für die Befragung vorbereitet hatten. An der „Rücklaufquote“ sehen Sie automatisch, wie viel Prozent der Fragebogen beantwortet worden sind. ↓

SCHRITT 1:

← SCHRITT 3: Übertragen der
Antworten aus den Fragebogen! Nummerieren Sie dazu zunächst alle Fragebogen. Die Antworten des Fragebogens Nr. 1 tragen Sie untereinander in die Tabelle unter D1 ein, die des Bogens Nr. 2 unter E2 usw.

│ │ │ │
← Was bedeutet die Ziffer 1 ?
Antwortalternativen, die im Fragebogen angekreuzt worden sind, werden grundsätzlich mit der Ziffer 1 eingegeben. Textantworten müssen in einem separaten Dokument (zum Beispiel in WORD) gesammelt werden.

← SCHRITT 4: Auswertung ↑ SCHRITT 2: Vorgegebene Antworten bei Bedarf ändern
a) Wollen Sie eine Antwortalternative rausnehmen und gleichzeitig gegen eine andere ersetzen, so klicken Sie auf das entsprechende Wort und ändern es um. Der Rest bleibt bestehen. (Die gleiche Änderung muss im Fragebogen vorgenommen werden.) b) Wenn Sie eine Antwortalternative nicht im Fragebogen vorgeben wollen, weil Sie zum Beispiel nicht in Zeitungen inserieren so streichen Sie die Antwort in der Tabelle einfach durch „Zeitungen“. (im Menü: Format – Zeichen – Schrift – Durchgestrichen) c) Wenn Sie eine Antwortalternative zusätzlich vorgeben wollen, so können Sie die leeren – vorgefertigten – Zeilen nutzen. Ersetzen Sie lediglich „Möglichkeit für weitere Antworten“ gegen Ihre Antwort, die Sie auch im Fragebogen stellen. Die Formeln sind bereits vorhanden.

Was bedeuten die Zahlen und Prozente?

Die ganzen Zahlen geben Auskunft, wie viele Personen diese Antwort gegeben haben. Die Prozentzahl bezieht sich auf die auswertbaren

SCHRITT 5: Darstellung der Ergebnisse

Die übersichtliche Darstellung der Ergebnisse empfiehlt sich in Diagrammen mit Ihrem Textverarbeitungsprogramm. Über die Hilfefunktion des Programms können Sie sich bei Bedarf anzeigen lassen, wie Diagramme erstellt werden. Die Ergebnisse können natürlich auch in Excel ausgedruckt werden.

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Das Excelauswertungsprogramm ist als Datei vorhanden und im Internet heruntergeladen werden: http://www.berlin.de/sen/jugend/bildung_in_der_freizeit/
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d) Arbeitsmaterialien für Veranstaltungen der Kulturellen Jugendarbeit 1. Checkliste Vorbereitung einer Veranstaltung Vorher Idee

Konzept Erstellung Inklusive Kalkulation der Veranstaltung – vgl. exemplarisches Beispiel in AnlageInklusive Personalplanung, Teamplanung und Teamfindung, Material- und Technikplanung

Abstimmung des Termins mit Anbietern im Sozialraum und Orientierung am Berliner Veranstaltungskalender

Verträge machen Genehmigungen einholen Achtung: Gema, KSK, Lärm ggf. OGJ (Operative Gruppe Jugendgewalt) benachrichtigen

-

Werbung Print Medien, TV, Radio Flyererstellung, Plakat www. Verteilung u.a der Plakate/Flyer

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2. Checkliste Vor Beginn einer Veranstaltung Tag der Veranstaltung Vorbereitung Ankunft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Müll vor dem Haus entsorgen AB & eMail checken Kaffee/Tee für MA und Künstler Flyer / Programmposter / Newsletter im Haus aushängen/ auslegen Handtuchspender / WC Papier nachfüllen Getränke- & Essensmarken für Crew / Künstler vorbereiten Einlass vorbereiten - Tische - Doppelmarken was ist das? Also lieber Eintrittskarten? / Klebeband - Mülleimer - Geldscheinprüfer - Kassenlicht überprüfen Leitsystem / Infoschilder - Garderobe - WC - Eintrittspreisschild auf Einlasstresen kleben Räume und backstage - Bereich einrichten Kassen vorbereiten - Wechselgeld Künstlerinnen und Künstler empfangen / einweisen Catering Organisationsabsprachen ggf. mit Fremd - Veranstalter ggf. Kautionsübergabe Gästeliste / Künstlerinnen und Künstler, je nach Veranstaltung Ablaufplan ? Also lieber Ablaufplan ? verteilen / ankleben - Künstler & Backstage - Technikerinnen und Techniker Veranstaltungslicht einschalten, auch Außenbeleuchtung Notausgang frei? Streuomat im Winter
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Security + VIP Betreuer- Briefing ?

Kassen verteilen Finaler Hausdurchgang Finaler Check to Go! - Fremd-Veranstalter / Mieter / ggf. Team - Gastro / Garderobe - Security & Kasse - Notausgänge checken Go! geben Beginn der Veranstaltung! Tür auf!

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3. Checkliste Verlauf der Veranstaltung

Gäste in Empfang nehmen / kassieren Verbindung zu Fremd – Veranstalter / Mieter, ggf. Hausteam Verbindung zu Künstlerinnen und Künstler Verbindung zu Personal, Kasse, Bar, Garderobe, Techniker, Security (regelmäßig) Smalltalk mit Gästen, Presse, VIP, Sponsoren, usw. (Begrüßung und Verabschiedung) Individual- & VIP Betreuung im Verlauf checken (Festlegungen anpassen) Regelmäßiges checken der Atmosphäre im Haus (Stimmung, Sauberkeit, Service...) Kassencheck Einlass, Bar, Garderobe (Geldentnahme + ggf. mit Wechselgeld) (regelmäßig) Haupttür / Eingangsbereich ständig für Sauberkeit sorgen Kontrolle der Einhaltung des Ablaufs - Technikumbau beachten - Ansagen / Kontrolle - Jugendschutzgesetz Floors/Personal - je nach Verlauf der Veranstaltung - Floors schließen / öffnen - Personal aufstocken & abziehen Backstage und Club - Ordnung - Sauberkeit – Service (Drinks, Gläser, Flaschen, Ascher, Müll...) ggf. Dokumentation ggf. Abwicklung Havarie incl. Protokoll Ende der Veranstaltung –entscheiden & einleiten / ggf. Durchsetzen bei / mit Veranstalter / Personal auszahlen je nach Absprache / Verlauf - Künstler Barkassen wegschließen - Kassenbestände zählen / Übergabe Security verabschiedet Gäste Tür schließen / abschließen auf Anweisung des Dienstleiters Rückbau Einlass Protokoll über besondere Vorkommnisse erstellen

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4. Checkliste Ende der Veranstaltung

Verabschiedung und ggf. Auszahlung - Künstlerinnen und Künstler - Security - Personal Außenlicht ausschalten Rückbau Technik, ggf. Aufbau für den nächsten Tag Deko abbauen Veranstaltungsräume, ggf. Nebengelasse beräumen - Reinigung, ggf. Vorbereitung zur Reinigung Backstage - aufräumen, reinigen Kassenabrechnung - Einlass - Gastro, Garderobe - Kassenbestand zählen - Kassenbuch führen Rundgang Haus/um das Haus - Müllsäcke verknoten - Feststellung von Schäden - Information an „nächste“ Mitarbeiter - Fenster / Türen geschlossen? - jede ! WC Kabine überprüfen - Garderobenecken kontrollieren - Geschirrspüler bestücken und anstellen - Außenlichter aus? - Aschenbecher leer? - Müllsäcke aus dem Haus - Flaschen wegstellen Verabschiedung, ggf. Auszahlung „finales“ Personal Licht aus Haupttür abschließen

Schönen Feierabend !

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5. Checkliste am Tag nach der Veranstaltung

Inventar zurück stellen Auswertung der Veranstaltung - Einrichtungsleiterinnen und -leiter – Dienstleiter zum Tag der Veranstaltung - Auswertung mit Fremd- Veranstalter - Auswertung mit Security - Auswertung im Team (Zahlen, Stimmung, Vorkommnisse) Abrechnung Gelder Erstellung einer Dokumentation

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162
6. Exemplarisches Beispiel einer Kostenkalkulation einer größeren Veranstaltung Kalkulation VA xyz Faktor 1 Konzert Stunden pauschal 0 pauschal pauschal pauschal xx.xx.2005
Einzelpreis (brutto) € Gesamtpreis (brutto) €

ÖRTLICHE KOSTEN
Floor / Haus Techniker Technik Betriebskosten Haus zus. Büropauschale/Material PERSONAL Abenddienstleiter Verantwortlicher Security Kasse Hands/Helfer Reinigung Technik / Licht extra Caterer (Hands/Helfer) Catering (food) Getränke Künstler WERBUNG Grafiker Anzeigen Stadtmagazine Anzeigen Tageszeitungen www Flyer Plakate Tickets Bannerwerbung Verteilung Plakatierung UNTERBRINGUNG EZ DZ Nightliner

0,00 € 0,00 € 0,00 €

0,00 € 1 1 6 0 0 0 0 pauschal 0 pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal 0,00 € 0,00 € 0,00 € inkl. 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €

0,00 € 0,00 €

pauschal pauschal pauschal pauschal pauschal

DRK FFW GEMA VA Haftpflicht Dekoration(Material/Helfe r) Ausländersteuer DIXIs Sonstiges Zwischensumme örtliche Kosten:

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163
Gagen gesamt brutto: (Incl. Provision) Gagen gesamt brutto: DJ KSK 5,8% Örtliche Kosten gesamt (Brutto): durchschnittlicher E-Preis (Netto) Eintrittsp reis 0,00 0,00 0,00 € 0,00 € 0,00 € 0,00 €

Besucher kalkuliert 0 0

Einnahmen (Netto)

0,00 € 0,00 € 0,00 € Erlös aus Umsatz 0,00 € 0,00 €

Umsatz Verzehr ./. BJC

Besucher Eintritt frei (z.B. Gästeliste) Einzeln Summe Besucher 0

Differenz Einnahmen ./. Ausgaben lt. Kalkulierten Besuchern:

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164
e) Checkliste für die sozialräumliche Erkundung von Jugendszenen und Jugendkulturen* Sind Mitarbeitern die Treffpunkte von Jugendlichen im Umfeld der Einrichtung bekannt? Ja Nein

Wenn ja: Was sind die Besonderheiten, das sie Verbindende? ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ __________________________________________________________ Zu welchen Zeiten treffen sich die Jugendlichen? ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________ Was sind Ausdrucksformen der Jugendlichen? Kleidung Sprache Musik Körperschmuck Frisuren Sonstiges _________________________ Was unterscheidet sie von anderen Jugendszenen? ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________ Gibt es Ähnlichkeiten zu bereits bekannten Jugendszenen? ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________

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165
Welches Verhalten ist beobachtbar? Intern (Hierarchie): ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________ Extern: ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________ Wie müssen die Mitarbeiter der Einrichtung gegebenenfalls reagieren? ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________________________________________________________________________ ______________

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166
f) Materialien für die Wahrnehmung des Schutzauftrages bei Kindeswohlgefährdung 1. Berlineinheitliche Indikatoren / Risikofaktoren zur Erkennung und Einschätzung von Gefährdungssituationen Erscheinungsformen von Gefährdende Handlungen oder Unterlassungen der Eltern / Personensorgeberechtigten Gefährdungsmomenten (nicht abschließend ) Vernachlässigung Unterlassung von: Altersgemäßer ausreichender Ernährung, ausreichender Flüssigkeitszufuhr, Kleidung, Körperpflege, medizinischer Versorgung/Behandlung, ungestörtem Schlaf, emotionaler Zuwendung Unterlassung von altersentsprechender Betreuung und Schutz vor Gefahren Schlagen, Schütteln (Kleinkinder), Einsperren, Würgen, Fesseln, Verbrennungen u.ä. Einbeziehen des Kindes/Jugendlichen in eigene sexuelle Handlungen, Nötigung des Kindes/Jugendlichen sexuelle Handlungen vor den eigenen Augen durchzuführen, Aufforderung an das Kind/Jugendlichen, sich mit und/oder vor anderen sexuell zu betätigen u.ä. - Androhung von Gewalt und Vernachlässigung (Anschreien, Beschimpfen, Verspotten), - Entwertung (z.B. Ausdruck von Hassgefühlen gegenüber dem Kind/Jugendlichen u.ä.) - Zeuge bei der Ausübung von Gewalt, sexueller Missbrauch, Vernachlässigung, seelische Misshandlung an einem anderen Familienmitglied, - Aufforderung an das Kind/Jugendlichen, andere zu vernachlässigen oder zu misshandeln Miterleben von gewalttätigen Auseinandersetzungen (emotionale, körperliche und sexuelle Gewalthandlungen) zwischen den Eltern und/oder anderen Bezugspersonen, z.B. Schlagen/Treten/Stoßen/Beschimpfen/Drohen/Beleidigen/Demütigen/Verhöhnen/Entwerten/Vergewaltigen der Mutter

Vernachlässigung der Aufsichtspflicht Gewalt, physische Misshandlung Sexueller Missbrauch / Sexuelle Gewalt Seelische Misshandlung

Häusliche Gewalt

Die aufgeführten Umstände sind nur Teilaspekte der vorzunehmenden Gesamtbewertung und dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden.

167

Erscheinungsbild des Kindes / Jugendlichen Körperlich

Anhaltspunkte – altersgemäß -(nicht abschließend ) (Hinweise auf) falsche oder/und unzureichende Ernährung (Über- oder Untergewicht), unangenehmer Geruch, unversorgte Wunden, chronische Müdigkeit, nicht witterungsgemäße Kleidung, Hämatome, Narben, Krankheitsanfälligkeit, Knochenbrüche, auffällige Rötungen oder Entzündungen im Anal- und Genitalbereich, körperliche Entwicklungsverzögerungen usw. Eingeschränkte Reaktion auf optische und akustische Reize, Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen, Konzentrationsschwäche, Verzögerung der Sprach- und Intelligenzentwicklung usw. Apathisch, traurig, aggressiv, schreckhaft, unruhig, schüchtern, ängstlich, verschlossen, Angst vor Verlust, usw. Sich schuldig fühlen für das Verhalten der Eltern und/oder anderer Bezugspersonen, Loyalitätskonflikte gegenüber den Eltern Hält keine Grenzen und Regeln ein, distanzlos, Blickkontakt fehlt, beteiligt sich nicht am Spiel usw. Schlafstörungen, Essstörungen, Einnässen, Einkoten, Stottern, Selbstverletzungen, sexualisiertes Verhalten, Konsum psychoaktiver Substanzen, Schulschwierigkeiten, Schuldistanziertes Verhalten (auch fortgesetztes Fernbleiben von Tageseinrichtungen), Weglaufen / Trebe, delinquentes Verhalten, Lügen, Weigerung des Kindes / Jugendlichen, nach Hause zu gehen usw. Bericht über Gewalttätigkeiten in der Familie,

Kognitiv Psychisch

Sozial Auffälligkeiten

Die aufgeführten Umstände sind nur Teilaspekte der vorzunehmenden Gesamtbewertung und dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden.

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Belastungsfaktoren in der Familie Soziale

Anhaltspunkte (nicht abschließend ) Armut/angespannte finanzielle Situation (Schulden, Arbeitslosigkeit), verwahrloste und/oder unzureichende Wohnverhältnisse, Delinquenz/Straffälligkeit/Gefangenschaft, soziale Isolation, geschlossene Bezugssysteme, mangelnde Integration in eigene Familie oder soziales Umfeld, Medienmissbrauch, kommerzielle sexuelle Betätigung, starke Bildungsdefizite, Sprach- und Sprechprobleme, Analphabetismus Spezifisches Klima von Gewalt im familialen Umfeld (Schule, Nachbarschaft), kulturell bedingte Konflikte Psychische Erkrankung, nicht manifeste psychische Auffälligkeit , eingeschränkte Leistungsfähigkeit, eigene Vernachlässigungs- und Gewalterfahrungen , Eltern- oder Partnerkonflikte, unerwünschte und/oder frühe Elternschaft, alleinerziehend, mehr als zwei Kinder unter 5 Jahren, ausgeprägt negative Emotionalität, schädigende Entwicklungsbedingungen, sexuelle Ausbeutung des Kindes/Jugendlichen, Ausbeutung des Kindes/Jugendlichen (Stehlen, Betteln), sexuelle Übergriffigkeit/Distanzlosigkeit als Kindheitserlebnis, Kriegsund andere Gewalttraumatisierung, Drogen-, Alkohol-, Nikotinsucht, Hygieneprobleme

Sozial-kulturelle Psycho-soziale

Die aufgeführten Umstände sind nur Teilaspekte der vorzunehmenden Gesamtbewertung und dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden. Risikoeinschätzung Anhaltspunkte zur Mitwirkungsbereitschaft und –fähigkeit (nicht abschließend ) - Problemakzeptanz: Sehen die Sorgeberechtigten und die Kinder oder Jugendlichen selbst ein Problem oder ist dies weniger oder gar nicht der Fall? Einsicht der Eltern / Sorgeberechtigten in die Kindeswohlgefährdung, in das Schädigende des Problems - Problemkongruenz: Stimmen die Sorgeberechtigten und die beteiligten Fachkräfte in der Problemsicht überein oder ist dies weniger oder gar nicht der Fall? - Hilfeakzeptanz: Sind die betroffenen Sorgeberechtigten und Kinder oder Jugendlichen bereit und auch fähig (Kooperationsfähigkeit/Veränderungsfähigkeit), die ihnen gemachten Hilfeangebote anzunehmen und zu nutzen oder ist dies nur zum Teil oder gar nicht der Fall? Die aufgeführten Umstände sind nur Teilaspekte der vorzunehmenden Gesamtbewertung und dürfen deshalb nicht isoliert betrachtet werden.

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169 g) Berlineinheitliche Risikoeinschätzung bei Verdacht einer Gefährdung des Wohls eines Kindes oder Jugendlichen (Ersteinschätzung gem. § 8 a SGB VIII)
(Für Fachkräfte der öffentlichen und freien Jugendhilfe in den Arbeitsfeldern z.B. Kindertagesbetreuung, Jugendarbeit, öffentliche EFB ausgenommen RSD) !!! Für die Risikoeinschätzung müssen in der Regel mehrere und altersbedingte Anhaltspunkte entsprechend der berlineinheitlichen Indikatoren- und Risikofaktoren vorliegen !!! § 8a Abs. 2 “In Vereinbarungen mit den Trägern von Einrichtungen und Diensten, die Leistungen nach diesem Buch erbringen, ist sicherzustellen, dass deren Fachkräfte den Schutzauftrag nach Absatz 1 in entsprechender Weise wahrnehmen und bei der Abschätzung des Gefährdungsrisikos eine insoweit erfahrene Fachkraft hinzuziehen. Insbesondere ist die Verpflichtung aufzunehmen, dass die Fachkräfte bei den Personensorgeberechtigten oder den Erziehungsberechtigten auf die Inanspruchnahme von Hilfen hinwirken, wenn sie diese für erforderlich halten, und das Jugendamt informieren, falls die angenommenen Hilfen nicht ausreichend erscheinen, um die Gefährdung abzuwenden.“

Institution / Name Anschrift:
Datum: Telefon:

Name des /der betroffenen Minderjährigen:
Name: Alter: Aufenthalt z.Zt.

Angaben über die betroffene Familie (sofern bekannt):
Name: Anschrift: Telefonnummer: Geschwister:

Sind Einrichtungen bekannt, die das Kind / der Jugendliche regelmäßig besucht? Wenn Ja, welche?

1. Welche Anhaltspunkte sind aufgefallen? (Auffälligkeiten ankreuzen /*Mehrfachnennungen möglich):
Körperliche Erscheinung unterernährt falsche Ernährung (z.B. Übergewicht) unangenehmer Geruch unversorgte Wunden chronische Müdigkeit nicht witterungsgemäße Kleidung Hämatome, Narben (die auf Misshandlung hindeuten) Krankheitsanfälligkeit Knochenbrüche (ungeklärte Ursache) auffällige Rötung oder Entzündungen im Anal- und Genitalbereich Körperliche Entwicklungsverzögerungen Sonstiges

*es handelt sich um eine unvollständige Aufzählung Ergänzungen unter „Sonstiges“ möglich
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kognitive Erscheinung eingeschränkte Reaktion auf optische und akustische Reize Wahrnehmungs- und Gedächtnisstörungen Konzentrationsschwäche Verzögerung der Sprach- und Intelligenzentwicklung Sonstiges psychische Erscheinung apathisch, traurig schreckhaft, unruhig ängstlich, verschlossen Sonstiges Verhalten gegenüber Bezugspersonen Angst vor Verlust (Trennungsangst) Distanzlos Blickkontakt fehlt Sonstiges Verhalten in der Gruppe beteiligt sich nicht am Spiel hält keine Grenzen und Regeln ein Sonstiges Verhaltensauffälligkeiten Schlafstörungen Essstörungen einnässen, einkoten Selbstverletzung / Selbstgefährdung Sexualisiertes Verhalten in Bezug auf andere Personen Konsum psychoaktiver Substanzen Schuldistanziertes Verhalten (auch fortgesetztes Fernbleiben von Tageseinrichtungen) weglaufen / Trebe delinquentes Verhalten Sonstiges weitere Bemerkungen
27

27

Platz für weitere Beschreibungen

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2. Ressourcen/Selbsthilfepotential
• Nehmen die Eltern / Personensorgeberechtigten die Probleme wahr (Problemakzeptanz)?

•

Stimmen die Eltern / Personensorgeberechtigten mit Ihrer Beschreibung der Probleme überein (Problemkongruenz) ?

•

Welche Fähigkeiten/positiven Eigenschaften sehen Sie bei den Eltern / Personensorgeberechtigten?

•

Welche Fähigkeiten/positiven Eigenschaften sehen Sie beim Kind / Jugendlichen?

3. Hilfen / Unterstützung / Vereinbarungen
• Was haben die Eltern / Personensorgeberechtigten / Fachkräfte bereits unternommen, um die Situation des Kindes / Jugendlichen zu verändern?

•

Welche Vereinbarungen wurden mit den Eltern / Erziehungsberechtigten getroffen ?

•

Wurden Vereinbarungen mit den Eltern / Personensorgeberechtigten eingehalten / umgesetzt ? Ja Nein Teilweise

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4. Wird trotz der

Zusammenarbeit mit den Eltern / Personensorgeberechtigten

weiterhin das Risiko einer Gefährdung des Wohls eines Kindes / Jugendlichen gesehen?
Ja Begründung: Nein

zuständige Fachkraft

Im Kinderschutz insoweit erfahrene Fachkraft

Abgabe an Jugendamt an: Stell.Z. Unterschrift, Datum Name: Tel.:

Wenn sofortiges Handeln wegen Anzeichen von unmittelbarer und gravierender Kindeswohlgefährdung erforderlich wird, ist der Kontakt zum zuständigen Jugendamt umgehend notwendig. Die bezirklichen Jugendämter sind über den zentralen Krisendienst Kinderschutz (Bezirkseinwahl + 55555; in Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirkseinwahl + 15555) montags bis freitags von 8.00 Uhr bis 18.00 Uhr zu erreichen. Außerhalb der genannten Zeiten wird die Erreichbarkeit und Weiterleitung der Meldungen über die Berliner Hotline Kinderschutz 61 00 66 sichergestellt.

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Teil 3 Wie werden die Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen finanziert? Jugendarbeit nach § 11 SGB VIII und § 6 AG KJHG ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe, deren Wahrnehmung durch das Jugendamt gewährleistet wird. Nach § 79 SGB VIII in Verbindung mit § 48 AG KJHG beträgt in Berlin der angemessene Anteil für Jugendarbeit mindestens 10 % der für die Jugendhilfe bereit gestellten Mittel. Merkmale, die Jugendfreizeiteinrichtungen als Einrichtungen der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, kennzeichnen, sind: • die durch das Fachpersonal – in der Regel Sozialpädagoginnen und Sozialpädagogen und Erzieherinnen und Erzieher – sichergestellte pädagogische Qualität der Angebote, • die Verortung in Räumen (Gebäuden und Gelände), die für Jugendarbeit mit unterschiedlichen Schwerpunkten und Methoden zur Verfügung stehen, • die zeitliche Kontinuität regelmäßiger Angebote, • die Förderung durch die für Jugendarbeit bezirklichen und überbezirklichen Fachverwaltungen. Als Bemessungsgröße für die Planung von Jugendfreizeitstätten gilt in Berlin die pädagogisch nutzbare Fläche. Pro Kind und Jugendlicher im Alter zwischen 6 und 25 Jahren wird eine Fläche von 2,5 qm zugrunde gelegt. Als Richtwert für die Bedarfsplanung wird angenommen, dass für 18 % der Zielgruppe ein Platz in einer Jugendfreizeitstätte zur Verfügung stehen soll. Hiervon sollen für 6,6 % der Altersgruppe Einrichtungen öffentlicher und öffentlich geförderter freier Träger bereit gestellt werden. Weitere 4,8 % sollen durch pädagogisch betreute Spielplätze öffentlicher und öffentlich geförderter freier Träger zur Verfügung stehen. Zusätzliche 6,6 % sollen durch Einrichtungen nicht öffentlich geförderter freier Träger angeboten werden. Insgesamt sollen für 11,4 % der 6 - unter 25Jährigen Plätze in öffentlichen oder öffentlich finanzierten Jugendfreizeiteinrichtungen bereit gestellt werden. Am Stichtag 31.12.2010 lag dieser bei 6,9 %. Für die Beschreibung des finanziellen Rahmens der Arbeit der Jugendfreizeiteinrichtungen in Berlin können für das Haushaltsjahr 2010 hauptsächlich die Ergebnisse der Kosten- und Leistungsrechnung der Hauptprodukte „Allgemeine Kinder- und Jugendförderung“ der Bezirke (78387 und 78401) und auf Landesebene (Produkt Förderung der Jugendarbeit /Jugendfreizeit, 77140) herangezogen werden. Bedarfsbezogen werden diese Mittel vereinzelt aus anderen Produkten ergänzt. Unter Berücksichtigung der bezirklich und überbezirklich festgestellten Mengen und Stückkosten der drei Hauptprodukte kann für 2010 dargestellt werden, welche Summen der Jugendförderung zuzuordnen sind, wobei der allergrößte Anteil den Jugendfreizeiteinrichtungen zuzuordnen ist: • Produkt 78387: Allgemeine Kinder- und Jugendförderung (öffentliche Einrichtungen Bezirke) 982.933 Angebotsstunden, Stückkosten/Med.: 55,53 €, Summe: 47.123.7474 € (erw. Teilkosten) • Produkt 78401 T: Allgemeine Kinder- und Jugendförderung (öffentl. gef. Einrichtungen Bezirke): 1.039.851 Angebotsstunden, Stückkosten/Med.: 26,99 €, Summe: 23.156.217 € (erw. Teilkosten) • Produkt 77140 T: Förderung der Jugendarbeit/Jugendfreizeit (öffentlich geförderte Einrichtungen Land): 186.713 Angebotsstunden, Stückkosten 31,06 €, Summe: 5.769.271 € (erw. Teilkosten) Die Entscheidung über die Höhe der für Jugendarbeit bzw. für Jugendfreizeiteinrichtungen eingesetzten Mittel wird durch die Bezirksämter im Rahmen ihrer Gesamtverantwortung getroffen und ist daher nicht überbezirklich zu steuern. Mit den genannten Regelungen und Definitionen lässt sich zwar aus fachlicher Sicht der Jugendarbeit grundsätzlich ein Finanzierungsbedarf darstellen, dieser hat jedoch den Charakter einer Selbstverpflichtung der Landespolitik. Gemessen an der 10 %-Vorschrift von § 48 AG KJHG und der Bedarfsplanung für Jugendfreizeitstätten müsste das Land Berlin ca. 50 % mehr Mittel einsetzen. Fachliche Bemühungen zielen darauf ab, Mindeststandards für die Ausstattung mit Jugendfreizeiteinrichtungen in den Bezirken zu bestimmen.
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Teil 4 Mindeststandards zur personellen und sächlichen Ausstattung von Jugendfreizeiteinrichtungen28 Jugendfreizeiteinrichtungen benötigen als Voraussetzung einer qualitativ guten pädagogischen Arbeit verlässliche Rahmenbedingungen. Hierzu gehören eine ausreichende Ausstattung mit pädagogischem Fachpersonal, geeignete räumliche Bedingungen und finanzielle Mittel für die Durchführung der pädagogischen Arbeit. Im Bereich der Jugendfreizeiteinrichtungen existieren im Unterschied zum Schulbereich und zu den Kindertagestätten zwar einzelne qualitative Aussagen zur Ausstattung mit pädagogischen Fachkräften (SGB VIII § 72 – Fachkräftegebot, Rundschreiben II Nr. 75/1993 SenInn), nicht jedoch Festlegungen zur quantitativen Ausstattung z.B. analog Gruppen- oder Klassengrößen. Die Arbeitsgemeinschaft Berliner Öffentliche Jugendhilfe (AG BÖJ) hatte deshalb 2002 eine Arbeitsgruppe beauftragt, personelle Ausstattungsstandards von Jugendfreizeiteinrichtungen zu erarbeiten. Die Ergebnisse der Arbeitsgruppe wurden im Frühjahr 2005 zustimmend zur Kenntnis genommen. Durch die Lenkungsgruppe „Weiterentwicklung der Struktur und Finanzierung der Kinder- und Jugendarbeit in Berlin“ (2010) wurde diese Berechnung aktualisiert. Die Bestimmung personeller und sächlicher Ausstattungsstandards von Jugendfreizeiteinrichtungen erfüllt folgende Anforderungen: • Für die einzelnen Jugendfreizeiteinrichtungen werden Orientierungsgrößen zur Ausstattung mit pädagogischen Fachkräften und Sachmitteln vorgegeben, die nicht unterschritten werden sollen. Für die bezirksweite und die landesweite Fachplanung werden Grundlagen für die Feststellung der Ausstattung mit Einrichtungen, Personal und finanziellen Mitteln geboten, die zur Erbringung der Leistungen (z.B. Anzahl der Angebotsstunden) notwendig sind.

•

Im Folgenden werden idealtypisch drei unterschiedliche Größen von Jugendfreizeiteinrichtungen beschrieben, die aufgrund der festgestellten Daten (Platzzahlen, Angebotsstunden und Erhebungen zur Ausstattung mit Personal und Sachmitteln in Bezirken) als plausibel gelten. Die Definition von Einrichtungstypen dient der grundsätzlichen Sicherung von Standards für die Arbeit der Einrichtung und für die Fachplanung. Sie bildet daher auch nicht jeden denkbaren Einrichtungstyp ab und ist insofern idealtypisch. Das Ergebnis der Berechnungen stellt für die drei Einrichtungstypen fest: Kleine Einrichtungen Dies sind Einrichtungen mit 20 bis 69 Plätzen (Mittelwert 45) und 2.724 optimalen Angebotstunden. Sie benötigen mindestens 2 pädagogische Fachkräfte, 7.500 Euro Honorarmittel, 5.250 Euro Sachmittel, 1.600 Euro Fortbildung/Supervision und 21.000 Euro Betriebskosten (ohne Mieten). Der Finanzierungsbedarf beträgt mindestens ca. 135.240 Euro. Mittlere Einrichtungen Dies sind Einrichtungen mit 70 – 119 Plätzen (Mittelwert 92) und 4.462 optimalen Angebotsstunden. Sie benötigen mindestens 3 pädagogische Fachkräfte, 15.000 Euro Honorarmittel, ca. 10.500 Euro,

28

vgl. „Fortsetzung des Jugendfreizeitstättenberichtes“ Drs15/4585 S. 46 ff.

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2.400 Euro Fortbildung/Supervision und 25.000 Euro Betriebskosten (ohne Mieten). Der Finanzierungsbedarf beträgt mindestens 200.920 Euro. Große Einrichtungen Dies sind Einrichtungen mit 120 – 280 Plätzen (Mittelwert 200) und 6.627 optimalen Angebotsstunden. Sie benötigen mindestens 4,5 pädagogische Fachkräfte, 22.500 Euro Honorarmittel, 21.000 Euro Sachmittel, 3.600 Euro Fortbildung/Supervision und ca. 31.500 Euro Betriebskosten. Der Finanzierungsbedarf beträgt mindestens ca. 299.130 Euro. Die Vereinbarung über Mindeststandards für die Ausstattung von Jugendfreizeiteinrichtungen stellt sicher, dass die materiellen Voraussetzungen für eine qualitative Kinder- und Jugendarbeit vorhanden bleiben. Bei der Übertragung von Jugendfreizeiteinrichtungen an freie Träger muss beachtet werden, dass die Gesamtfinanzierung die Einhaltung der Mindeststandards ermöglicht. Sofern in den Bezirken Kürzungen bei der Jugendarbeit vorgenommen werden müssen, unterstützt die Regelung eine Konzentration der Ressourcen. Dies kann bedeuten, dass die Anzahl der Einrichtungen reduziert wird, ohne dass ein Qualitätsverlust der pädagogischen Arbeit in den Einrichtungen verursacht wird.

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Teil 5 Jugendfreizeiteinrichtungen und Träger der Berliner Jugendhilfe, die das Handbuch Qualitätsmanagement erarbeitet haben Offener Bereich der Offenen Kinder- Jugendarbeit Bezirksamt Pankow, JFE Atelier 89 SFZ Weißensee Kinderkiezklub Rangenburg JFE Dimi Bezirksamt MarzahnHellersdorf Jugendklub Klinke Hella Mädchenklub FIPP-Cafe im Kinder- und Jugendhaus an der Wuhle Bezirksamt Spandau SJC Wildwuchs Freizeit- und Begegnungsstätte im Koeltzepark Sportorientierte Jugendarbeit Kulturelle Jugendarbeit Bezirksamt Lichtenberg, Bezirksamt Neukölln Geschlechtsbewusste Mädchen- und Jungenarbeit Bezirksamt CharlottenburgWilmersdorf HdJ Charlottenburg JC Schloss 19 LiSA e.V. ASP Sodener Straße / Deutsche Schreberjugend Bezirksamt Treptow-Köpenick Kietz Klub Köpenick / Kinderring e.V. JFE Rumbar Jobwerkstatt für Mädchen / TJFBV e.V. JFE Inhouse / Sozialdiakonische Jugendarbeit Oberspree Medienbildung in der Offenen Partizipation in der Offenen Kinder- und Jugendarbeit Kinder- und Jugendarbeit Bezirksamt Neukölln Szenenwechsel Outreach-Projekt Bezirksamt FriedrichshainKreuzberg KFE Känguruh Regenbogenhaus Das HAUS – Begegnungsstätte für Kindheit Bezirksamt Reinickendorf SJC Reinickendorf Terra Frohnau Jugendzentrum Luke

Bezirksamt TempelhofSchöneberg Internetwerkstatt Netti Jugendtreff „Die Insel“ Medienzentrum Clip

Pia Olymp / Kietz für Kids JC Manege / fusion e.V. Freizeitsport e.V. JuKuZ Wutzkyallee Kick Projekt /Sportjugend Berlin

Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf Sport-Attack Zephir e.V. JFE Düppel

Bezirksamt Mitte JFE Werk 9 (Würfel) Aktionsraum / Kreativhaus e.V.

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Bezirksamt SchönebergTempelhof JC Sonnetreff Ev. Kinder- und Jugendhaus Lichtenrade Bezirksamt Treptow-Köpenick JC Insel / IB Brandenburg JC Gerard Philip JC ABC-Rocks JC All / alleins e.V. Bezirksamt Lichtenberg JFE Rainbow JFE Trialog / pad.e.V. JFE Pro-Fi-Haus / Sozialdiakonische Jugendarbeit Lichtenberg e.V JFE Aquarium / Verein für ambulante Versorgung e.V.

Mitglieder der Projektgruppe des Modellprojektes (2004 – 2006)
Karla Beckmann (BA Spandau) Birgit Haase (BA Reinickendorf) Holger Jacobsen (BA Marzahn-Hellersdorf) Sabine Kallmeyer (BA Charlottenburg-Wilmersdorf) Oliver Knaute (BA Mitte) Axel Koller (BA Steglitz-Zehlendorf) Martina Kranzin (SenBWF) Annett Metzner (BA Treptow-Köpenick) Irina Neander (BA Neukölln) Rosy Peisker (Soz.päd. Fortbildung) Heiko Rolfes (BA Charlottenburg-Wilmersdorf) Manfred Schulz (BA Tempelhof-Schöneberg) Marion Schumann (BA Lichtenberg) Fred Tille (BA Tempelhof-Schöneberg) Katharina Uhlemann (BA Pankow) Thomas Werner (BA Steglitz-Zehlendorf) Elfi Wiegand (BA Reinickendorf) Christiane Wildner (BA Lichtenberg) Regina Wilker (BA Treptow-Köpenick) Wolfgang Witte (SenBWF)

Mitglieder der Abstimmungsgruppe 2006 Fortbildungsinstitut für die Pädagogische Praxis FIPP e.V. Das Haus – Begegnungsstätte für Kindheit e. V. Bund Deutscher PfadfinderInnen LV Berlin Verein für Sport und Jugendsozialarbeit e. V. Netzwerk Spiel/Kultur e. V. AWO LV Berlin Verband für sozial-kulturelle Arbeit e. V. LiSA e.V. Frauen DFB e.V. Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung, Referat III C

Bezirksämter, LUV Jugend, Jugendförderung Bezirksamt Mitte Bezirksamt Friedrichshain Kreuzberg Bezirksamt Pankow Bezirksamt Charlottenburg-Wilmersdorf Bezirksamt Spandau Bezirksamt Reinickendorf Bezirksamt Neukölln Bezirksamt Lichtenberg Bezirksamt Steglitz-Zehlendorf Bezirksamt Tempelhof-Schöneberg Bezirksamt Treptow-Köpenick Bezirksamt Marzahn-Hellersdorf

Fachliche Beratung 2002 - 2006: Institut für Innovation und Beratung der EFH Berlin, Prof. Dr. Marianne Meinhold Beratung Gender Mainstreaming 200629: Kerstin Kittler, Martina Kranzin, Claudia Lutze, Sabine Kallmeyer Moderation und Fortbildung 2006: Sozialpädagogisches Fortbildungsinstitut Jagdschloss Glienicke (SFBB), Rosy Peisker, Rheinhilde Godulla, Andreas Gerts, Holger Jacobsen, Kerstin Kittler, Katharina Uhlemann

Die Finanzierung der Überarbeitung unter Gender Gesichtspunkten wurde aus Mitteln der Gender Mainstreaming-Geschäftsstelle bei der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen ermöglicht.

29

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Für die 3. Auflage 2012 wurden weitere Kernaktivitäten, die in das QM-Handbuch aufgenommen wurden, durch Kolleginnen und Kollegen aus Jugendfreizeiteinrichtungen erarbeitet. Die Kernaktivitäten wurden jeweils geeigneten Schwerpunkten zugeordnet. Schulbezogene Jugendarbeit Interkulturelle Jugendarbeit Bezirk Spandau Bezirk Reinickendorf Chip 77 Jugend- und Kulturzentrum Haveleck Bezirk Pankow Atelier 69 Kiez-Klub Pankow KJFE Schabracke comX JFE Laiv Bezirk Mitte

MÄDEA Cafe VIA JFE Edi Kinderklub im FaM Die Moderation der Arbeitsgruppen wurde durch das Sozialpädagogische Institut BerlinBrandenburg, Rosy Peisker organisiert. Die Kernaktivität „Lebensweltanalysen als Teil der sozialräumlichen Konzeptentwicklung“ wurde von Karla Beckmann (BA Spandau) und Rosy Peisker (SFBB) erarbeitet. Die Kernaktivität „Erarbeitung und Anwendung von Handlungsrichtlinien zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor pädosexuellen Übergriffen“ wurde von Martyn Sorge (ASP Kolle 37) vorgeschlagen. Die Kernaktivität „Online Communities“ wurde durch die Berliner Medienkompetenzzentren und Eberhard Fischel (BA Treptow-Köpenick) entwickelt. Redaktionsgruppe der 3. Auflage 2012 des QM-Handbuches: Karla Beckmann (BA Spandau) Eberhard Fischel (BA Treptow-Köpenick) Katharina Uhlemann (BA Pankow) Christiane Wildner (BA Lichtenberg) Wolfgang Witte (SenBJW)

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179 Teil 6 Erläuterungen zum Modellprojekt „Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit“ und zur Erarbeitung des vorliegenden QM-Handbuches
Die Aufgaben und die Struktur des Modellprojektes „Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit“ wurden Anfang 2002 festgelegt. Die Aufgaben waren die Erarbeitung eines QM-Handbuches für die Berliner Jugendfreizeiteinrichtungen, eines Berichtswesens und eines Modells für den „kommunalen Wirksamkeitsdialog“. Die erste Fassung des QM-Handbuches wurde im Jahr 2004 vorgelegt und zur verbindlichen Anwendung in allen öffentlichen und öffentlich geförderten Jugendfreizeiteinrichtungen ab 2005 eingeführt. Für die Erstellung des Handbuches „Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten“ (2004) erarbeiteten jeweils 2 – 3 Bezirke mit Jugendfreizeiteinrichtungen freier und öffentlicher Träger je einen Angebotsschwerpunkt. Diese Erarbeitung wurde durch die Jugendförderung der Berliner Bezirksämter und wird durch Moderation unterstützt. Die bezirklichen Organisatorinnen und Organisatoren und die Moderatorinnen und Moderatoren der Arbeitsgruppen sowie die Sozialpädagogische Fortbildung arbeiten in der landesweiten Projektgruppe zusammen, um die Verfahren und Ergebnisse abzugleichen. Diese Projektgruppe wurde durch die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport geleitet. Die Ergebnisse aus den bezirklichen Arbeitsgruppen wurden über die Projektgruppe der landesweiten Abstimmungsgruppe vorgelegt. Ihre Mitglieder waren: alle 12 für Jugendförderung fachlich zuständigen Personen der bezirklichen Jugendämter, Vertreterinnen und Vertreter freier Träger aus den aktiv am Projekt beteiligten Bezirken (ebenfalls 12) und die für Jugendarbeit zuständige Referatsleiterin der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Sport. Abschließend traf die AG Berliner Öffentliche Jugendhilfe (AG BÖJ) die Entscheidung über die landesweite Verbindlichkeit der Vereinbarungen. In ihr sind die 12 Jugendamtsdirektorinnen und Jugendamtsdirektoren der Berliner Bezirksämter und die Abteilung Jugend der für Jugend zuständigen Senatsverwaltung vertreten. Zusätzlich wurden auf Bezirks- und Landesebene die Jugendhilfeausschüsse mit ihren Gremien einbezogen. Zusätzlich zum Handbuch „Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten“ wird ab 2006 ein gemeinsamer Sachbericht der Berliner Jugendämter für Jugendfreizeiteinrichtungen eingeführt. Ein Modell für kommunale Wirksamkeitsdialoge wurde ebenfalls erstellt. Der Beschluss der AGBÖJ wurde 2008 erneuert. Die vorliegende 3. Auflage wurde in einer ähnlichen Struktur erarbeitet. Arbeitsgruppen bearbeiteten auf Bitte der AG 9 Jugendarbeit/Jugendsozialarbeit der AG BÖJ die Schwerpunkte „Interkulturelle Jugendarbeit“, „Schulbezogene Jugendarbeit“ und „Lebensweltanalysen als der Sozialräumlichen Konzeptentwicklung“. Die Ergebnisse wurden zusammen mit den zahlreichen weiteren Anregungen, Änderungs- und Ergänzungsvorschlägen von einer Redaktionsgruppe im Rahmen einer Gesamtüberarbeitung des QM-Handbuches berücksichtigt und eingefügt. Ein Bestreben der Überarbeitung war, trotz neuer Themen und Aspekte den Umfang des QM-Handbuches nur begrenzt auszuweiten. Im Juni 2011 hat die AG 9 der AGBÖJ der vorliegenden Fassung zugestimmt.

QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeitstätten - 3. überarbeitete Auflage 2012-

180 Teil 7 Beschlüsse zur Einführung des QM-Handbuches Beschluss der Arbeitsgemeinschaft Berliner Öffentliche Jugendhilfe (AG BÖJ) vom 17.3.2004 zum Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten
Die AGBÖJ nimmt das Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten (QM – Handbuch) zustimmend zur Kenntnis. Das QM – Handbuch wird von allen Berliner Jugendfreizeitstätten öffentlicher Träger verbindlich als Instrument des Qualitätsmanagements angewandt. Mit Jugendfreizeitstätten freier Träger, die aus Mitteln des Landes Berlin gefördert werden, wird im Rahmen der finanziellen Förderung eine Vereinbarung zur Anwendung des Handbuches geschlossen. Die zuständigen Jugendämter überreichen den Jugendfreizeitstätten das QM-Handbuch und unterstützen seine Einführung zur Sicherstellung der Anwendung. Das Modellprojekt „Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit“ wird mit folgenden Aufgaben weitergeführt: • Die Berliner Jugendämter aktualisieren unter Einbeziehung freier Träger das QMHandbuch in einem gemeinsamen Verfahren aufgrund der Erfahrungen der Anwendung und ergänzen es so kontinuierlich. • Bei der Aktualisierung des QM-Handbuches sind die Prinzipien des Gender Mainstreaming zu berücksichtigen. • Bei der Weiterentwicklung des QM-Handbuches sind die Grundsätze der Sozialraumorientierung zu beachten. Anregungen der Fachbereiche 3 und 4 der Jugendämter sind in die laufende Aktualisierung zu berücksichtigen. • Das Modellprojekt der Berliner Jugendarbeit erarbeitet ein qualitatives Berichtssystem (Sachberichte, Zielvereinbarungen, Jahresplanungen u.ä.). • Das Modellprojekt entwickelt ein Modell für den „kommunalen Wirksamkeitsdialog“ zwischen Einrichtungen, öffentlichen und freien Trägern, Jugendämtern und Jugendpolitik (Ziel-Ergebnis-Kreislauf). Beschluss AG BÖJ vom 12.11.2008: Die Ergebnisse des Modellprojektes Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit (Auftrag der „AG der Leiterinnen und Leiter der LUV Jugend der Bezirke“ am 14.11.2001) werden zustimmend zur Kenntnis genommen. Das „Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten“ und der „Gemeinsame Sachbericht der Berliner Jugendfreizeitstätten“ werden verbindlich von den Jugendämtern als Instrumente der Qualitätssicherung und des Berichtswesens angewandt. Die Einführung soll zeitnah, anknüpfend an den bisherigen Stand der Anwendung in den Bezirken, erfolgen. Beide Instrumente werden gemeinsam im Rahmen der Besprechungsstruktur der Berliner Jugendhilfe aktualisiert und weiter entwickelt. Das „Modell für den kommunalen Wirksamkeitsdialog Jugendarbeit“ wird den Jugendämtern zur Nutzung empfohlen. Die praktischen Erfahrungen mit seiner Anwendung sollen dokumentiert und für alle Jugendämter zugänglich gemacht werden.

QM-Handbuch Berliner Jugendfreizeitstätten - 3. überarbeitete Auflage 2012-

181 Beschluss des Landesjugendhilfeausschusses Berlin am 14. April 2004
Der Landesjugendhilfeausschuss Berlin hat beschlossen: „Der LJHA nimmt das „Handbuch Qualitätsmanagement der Berliner Jugendfreizeitstätten“ (QM-Handbuch) zustimmend zur Kenntnis. Erläuterung: Das QM-Handbuch soll von allen Berliner Jugendfreizeitstätten freier und öffentlicher Träger, die aus Mitteln des Landes Berlin gefördert werden, verbindlich als Instrument des Qualitätsmanagements angewandt werden. Das QM-Handbuch soll den Vorsitzenden der örtlichen Jugendhilfeausschüsse mit der Bitte zugeleitet werden, seine Einführung und Anwendung in den Jugendfreizeitstätten zu unterstützen. Das Modellprojekt “Qualitätsentwicklung der Berliner Jugendarbeit“ soll mit folgenden Aufgaben fortgeführt werden: • Die Berliner Jugendämter ergänzen das QM-Handbuch kontinuierlich mit den Freien Trägern in einem gemeinsamen Verfahren aufgrund der Erfahrungen aus der Anwendung. Im Rahmen des Modellprojektes wird ein qualitatives Berichtswesen mit Sachberichten, Zielvereinbarungen, Jahresplanungen u.ä. erarbeitet. Das Modellprojekt entwickelt ein Modell für den „kommunalen Wirksamkeitsdialog“ zwischen Einrichtungen, öffentlichen und freien Trägern, Jugendämtern und Jugendpolitik (ZielErgebnis-Kreislauf).“

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