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Volume Nr. 53/54

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Abb. 8. Druckverteilung, 
Meßstellen D 1 bis 10. 
M. 1:600. 
Abb, 9. Druck - 
Verteilung, Meß 
stellen D11 bis 13 
Abb. 10. Dr uck - 
Verteilung, Meß 
stellen D23 bis 27, 
B. Ergebnisse der Messungen. 
■1. Sohlendruck. Die Ergebnisse der Sohlendruckmessungen 
sind in Abb. 7 zeichnerisch dargestellt. 
An der Druckmeßstelle D 1, welche dicht an der Wasser 
seite der Mauer neben dem linken Grundablaßstollen liegt, 
wurde nach der ersten Füllung des Beckens im Jahre 1924 ein 
höchster Druck von 19 m Wassersäule gemessen. Die Spitze der 
Kennlinie liegt 1924 bei 16 m Druck. In den folgenden Jahren 
ließ der gemessene Druck allmählich etwas nach, um dann von 
1926 bis 1928 ziemlich unverändert zu beiben. Die Kennlinie 
für diese Jahre liegt näher der Nullachse als die von 1924 und 
zeigt eine gewisse Krümmung. Die Druckzeitlinie beginnt 1924 
bei 19 m Wassersäule und liegt im Jahre 1928 bei 13 m Wasser 
säule. 
Die Druckmeßstelle D 2 ist D 1 unmittelbar benachbart . 
An ihr wurden ähnlich hohe Drücke festgcstellt wie bei D 1. 
Bei der ersten Füllung des Beckens gingen sie bis auf 20 m 
Wassersäule hinauf. Aber schon im Jahre 1924 ließ der Druck 
erheblich nach. In der zeichnerischen Darstellung in Abb. 7 
konnte daher eine Kennlinie für Anfang 1924 gezeichnet werden 
und auch eine solche für Ende 1924 und Anfang 1925. Letztere 
liegt der Nullachse erheblich näher als die erste und ist ebenso 
wie die spätere Kennlinie von D 1 nicht unerheblich gekrümmt. 
Im Laufe des Jahres 1925 wurden jedoch die gemessenen 
Drücke wieder größer und blieben sich dann gleich bis zum 
Jahre «1927. Vom April 1928 ab wurden wieder sehr viel 
geringere Drücke gemessen. Doch stiegen die Meßergebnisse 
Ende 1928 wieder ungefähr auf die Maße der Kennlinie von 1927. 
Die Druokzeitlinie beginnt 1924 bei 20 m Wassersäule und liegt 
1928 bei 13 m. 
Die Messungsergebnisse der Meßstelle D 5 waren im 
Jahre 1924 zunächst recht unregelmäßig. Es wurde zeitweise 
überhaupt kein Druck und zeitweise ein solcher bis zu 5 m 
Wassersäule festgestellt. Vom Jahre 1925 an waren die 
Meßergebnisse regelmäßiger. Die Meßstelle zeigte dauernd 
Druck. Ihre Kennlinie hat sich während der Beobachtungszeit 
bis 1928 nicht verändert. Die Druckzeitlinie liegt für die Zeit 
von 1924 bis 1928 unverändert auf 4 m Wassersäule. 
An der Meßstelle I) 7 betrug der gemessene Druck im 
Jahre 1924 zunächst bis zu 3,5 m Wassersäule. Im Laufe der 
Jahre ließ jedoch der Druck immer mehr nach, so daß die 
Kennlinie mehr nach der Nullachse zu wanderte. Dabei ist 
bemerkenswert, daß die Kennlinie für 1928 die Nullachse 
bereits bei Ordinate NN 4- 367,50 m schneidet. Die Druckzeit- 
linie von D 7 fällt gleichmäßig von 3 auf 1,3 m Wassersäule. 
Die Druckmeßstelle D 8 zeigt ein der benachbarten Meß 
stelle D 7 sehr ähnliches Verhalten. Die Meßpunktfläche hat 
etwa die gleiche Ausdehnung wie die von D7. Die Kennlinie 
wandert im Laufe der Jahre mehr zur Nullachse hin, und die 
Kennlinie von 1928 schneidet gleichfalls die Nullachse in 
Höhe von Ordinate NN 4- 367,50 m. Die Druckzeitlinie fällt 
im Laufe der Jahre von 2 auf 1 m Wassersäule. 
Die Druckmeßstelle Dil liegt in der Nähe der Wasserseite 
der Mauer. Dementsprechend hat sie immer hohen Druck 
gezeigt. Die Meßpunktfläche dieser Meßstelle ist auffallend 
schmal, was dadurch begründet ist, daß sich die Messungsergeb 
nisse im Laufe der Jahre nur unwesentlich geändert haben. 
Kennlinien ließen sich für diese Meßstelle mit großer Genauig 
keit feststellen. Die Druckzeitlinie liegt 1924 bei 16% und fällt 
bis zum Jahre 1928 auf 14% m Wassersäule. 
Die benachbarte Druckmeßstelle D 12 zeigt ein ähnliches 
Verhalten wie Dil, nur daß die gemessenen Werte erheblich 
kleiner sind. Auch bei D 12 ist die Meßpunktfläche auffallend 
schmal. Auch bei dieser Meßstelle konnten Kennlinien mit 
großer Genauigkeit gezeichnet werden. Die Druckzeitlinie liegt 
im Jahre 1924 bei 9 m und fällt 1928 auf 7,5 m Wassersäule. 
Auch die benachbarte Druckmeßstelle D 13 verhält sich 
ähnlich wie D 11 und 12. Doch ist ihre Meßpunktfläche etwas 
größer. Die Druckzeitlinie fällt von 5 m Wassersäule im Jahre 
1924 auf 3 m in 1928. 
An der Druckmeßstelle D 17, welche mitten zwischen den 
Grundablaßstollen nicht weit von der Luftseite der Mauer 
liegt, wurde im Laufe des Jahres 1924 bis zu 2% m Druck ge 
messen. Im Jahre 1925 stiegen die Messungsergehnisse an und 
blieben dann allerdings mit starken Schwankungen auf gleicher 
Höhe. Die Druckzeitlinie von D 17 liegt 1924 bei 1 m und 
1925 bis 1928 bei 5 m Wassersäule. Dieser Druck ist für die weit 
von der Wasserseite der Sperrmauer liegende Meßstelle verhält 
nismäßig recht groß. 
An den gleichfalls zwischen den Grundablaßstollen lie 
genden Meßstellen D 18 und 19 wurde im Jahre 1924 bei hohen 
Beckenwasserständen Drücke bis zu 1 m Wassersäule fest- 
gestellt. Später zeigten beide Meßstellen keinen Druck mehr. 
Im Jahre 1928 hatte jedoch die Meßstelle D.18 zeitweise einen 
Druck bis zu 3%m Wassersäule. Es bleibt abzuwarten, wie 
sich diese Meßstelle in Zukunft weiter verhalten wird, ob der 
Druck eine vorübergehende Erscheinung ist oder ob er stärker 
wird. Die Messungsergebnisse beider Meßstellen sind in die 
zeichnerischen Darstellungen in Abb. 7 nicht mit aufgenommen. 
Die Druckmeßstelle D 23 Hegt in der Nähe des rechten 
Grundablaßstollens an der Wasserseite der Mauer. An ihr wurde 
im Jahre 1924 ein größter Druck von 9,2 m Wassersäule fest 
gestellt. Jedoch schon im Laufe des Jahres 1924 wurden die 
Messungsergebnisse immer kleiner. 1925 bis 1928 hielten sie 
sich ungefähr auf gleicher Höhe unverändert. Die Druckzeit 
linie beginnt 1924 bei 9 m Wassersäule und liegt 1928 bei 6,8 m 
Wassersäule. 
Um einen gesamten Überblick über die Entwicklung der 
Druckverhältnisse an der Sperrmauer im Laufe der Jahre zu 
gewinnen, sind in nachstehender Tafel 1 die Drücke zusammen 
gestellt, die an den Druckmeßstellen in den Jahren 1924 und 
1928 bei gefülltem Becken festgestellt sind. 
Aus der Tafel ist zunächst ersichtlich, daß bei den zusammen 
gehörenden Meßpunkten der Druck von der Wasserseite nach 
der Luftseite hin erheblich nachläßt und zweitens, daß der an 
der Bauwerksohle auftretende Druck im Laufe der Jahre gerin 
ger geworden ist. Die Verringerung des Druckes ist besonders 
groß bei den Meßstellen D 1 und D 2, während sie sich bei den 
übrigen in engeren Grenzen hält. Die Druckmeßstellen D 17, 
18, 25 und 26 sind die einzigen Meßstellen, bei denen der ge 
messene Druck im Laufe der Jahre größer geworden ist. Ein 
Vergleich mit den übrigen gemessenen Drücken zeigt jedoch, 
daß das absolute Maß des Druckes an diesen Meßstellen ver 
hältnismäßig gering ist und also keinerlei Befürchtung wegen 
der Standsicherheit der Mauer auszulösen braucht. 
In den Abbildungen 8, 9 und 10 sind die in der Tafel 1 ent 
haltenen Werte für die zusammengehörigen Gruppen von Meß 
punkten, nämlich D1 bis 10, D11 bis 13 und D 23 bis 27 zeichne 
risch dargestellt. Die Betrachtung dieser Zeichnungen zeigt klar 
den allmählichen Abfall des Druckes von der Wasserseite der 
Sperrmauer zur Luftseite hin. Sie zeigt ferner, daß die am 
rechten Hang auftretenden Drücke sehr viel geringer sind als 
am linken Hang; die Ursache dieser Erscheinung wird mit der
	        
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