Path:
Volume Nr. 52

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

764 
Buchhalter eien der Sparkasse. 
Phot. Lotte Stegmann, Breslau. 
Kassenhalle. 
Klettephoto, Bresluu 2. 
Eingangshalle zur Sparkasse. 
Klettephoto, Breslau 2. 
und Wandflächen mit hellem poliertem 
Travertin bekleidet sind. Der Fuß 
boden wurde mit Solnhofener Platten, 
die durch Streifen in Blaubank auf 
geteilt werden, belegt. Die Kassen - 
tische, deren oberer Teil einschl. des 
Tischblattes aus Holz besteht, wurden 
unten ebenfalls mit Blaubank aus 
gelegt. Die Decke trägt ein Rahmen 
werk aus Metall und Glas, das 
gleichzeitig die Beleuchtung und die 
Entlüftungsvorrichtungen aufnimmt. 
Anschließend an die große Halle (rd. 
260 qm) ist der durch ein Oberlicht 
erhellte rd. 180 qm große Kassen 
raum angeordnet. Die künstliche Be 
leuchtung dieser Kassenhallo befindet 
sich zwischen Staubdecke und oberem 
Glasdach, so daß auch am Abend der 
gleiche Eindruck wie am Tage ent 
steht. Der Kassenraum ist durch 
eine Treppe und einen Geldfahrstuhl 
(für die Geldwagen) mit den im 
Keller angeordneten Tresoranlagen ver 
bunden. 
Das erste Obergeschoß enthält 
die Räume für Direktoren, das Kon 
ferenzzimmer und sonstige Arbeits 
räume. Im Kellergeschoß sind die 
zweigeschossige Tresoranlage, ferner 
Räume für Geldzähler, Kunden, 
Heizung, Kohlen, Akten usw. unter 
gebracht. 
Sehenswert sind die technischen 
Einrichtungen, durch die man die Ab 
wicklung der Geschäfte und die Be 
dienung der Kunden so weit als möglich 
beschleunigen will. Zu nennen ist außer 
einer weitverzweigten Rohrpostanlage 
ganz besonders die Elektropost, die 
Akten und Geld nach Wunsch von 
einem Tisch zu einem anderen, von 
einem Geschoß in ein anderes befördert. 
Unter den Abfertigungstischen ist eine 
Förderbandanlage angeordnet, die die 
angenommenen Sparbücher zu den 
verschiedenen Buchungsstellen leitet. 
Förderbänder finden auch im Keller 
zu den verschiedensten Zwecken Ver 
wendung. 
Die übrigen für städtische Büros 
bestimmten Geschosse sind sehr 
einfach ausgestattet. Vom obersten 
Geschoß hat man eine wundervolle 
Aussicht über die Stadt; hier wäre 
vielleicht eine Gaststätte am Platze 
gewesen. 
Der Breslauer Architekt Heinrich 
Rump erhielt den Auftrag auf Grund 
eines im Jahre 1929 unter einer be 
schränkten Anzahl von Breslauer und 
Berliner Architekten veranstalteten 
Wettbewerbes (vgl. Jahrg. 1929 d. Bl., 
S. 279, 459 u. 558), bei dem ihm der 
erste Preis zufiel. Seine Entwurfs 
arbeit — die rd. 600 in einer Aus 
stellung vorgeführten für diesen Bau 
von ihm angefertigten Zeichnungen 
zeigten dies — umfaßte Gestaltung 
und Konstruktion auch der kleinsten 
Einzelheiten. Groß war auch die Zahl 
der Gegenentwürfe und Abänderungs 
vorschläge, die der Architekt nach ge 
wissenhafter Prüfung aller Einwände, 
von welcher Seite sie auch vorgebracht 
wurden, aufgestellt hat — eine Arbeits 
weise, die in Hinsicht auf die Wichtig 
keit der Baustelle vorbildlich genannt 
werden darf. 
Die Bauleitung oblag dem städtischen 
Hochbauamt, insbesondere dem Ma 
gistratsbaurat Buschmann. 
Breslau. Dr.-Ing. Georg Munter.
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.