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Volume Nr. 49/50

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Abb. 2. Tuwi- Tischler'platte. 
In Halle III (Holz) zeigte die Forschungs- und Beratungs 
stelle für Sperrholz, Berlin 11, die Unterschiede von Schäl- 
und Messerfournier, daneben die vier Grundarten der üblichen 
Sperrplatten (F oumierplatten, Multiplex, Stäbchen Verleimung 
und Blockverleimung), ihre Herstellungsverfahren, Resultate 
von Holzzerreißversuchen (Vollholz etwa doppelte Haltbarkeit 
wie Sperrholz in Faserrichtung, aber nur 1 / 20 quer zur Faser, 
während sich Sperrholz annähernd konstant nach allen Rich 
tungen haltbar erweist); dazu Resultate von Leimzerreiß 
versuchen (die besten Resultate zeigten Verleimungen von 
Blutalbumin und Kasein) und richtige Lagerung von Sperr 
platten (trockene Sperrplatten auf Leisten am Fußboden, sonst 
ohne Hohlraum bildende Zwischenleisten, die bei feuchten 
Platten erforderlich sind; eine Platte lehnte als Gegenbeispiel 
an der Wand, sie zeigte die Stapelung, wie sie in der Regel am 
Bau erfolgt und oft am Verziehen der Sperrholztüren die 
Schuld trägt); Beispiele für falsche und richtige Wandvertäfelung 
(letztere mit Abstandleisten und Lüftungschlitzen für Venti 
lation) und für falsche und richtige Verleimung mit den ver 
schiedenen Sperrholzlackiermöglichkeiten rundeten die kleine 
aufschlußreiche Ausstellung ab. 
Ferner zeigten in Halle III: 
die Firma Brüning u. Sohn, A.-G., Potsdam, eine schöne 
Ibus-Tischler platte mit nochmals überfournierter gemesserter 
deutscher Kiefer (übliches Liefermaß 1,50x4,50 m); 
das Holzsatia-Werk A.-G., Altona-Bahrenfeld, die größte 
deutsche Sperrholzplatte von 1,80 x 5,0 m Größe (die bei Möbel 
fabrikation weniger Verschnitt ergeben soll); 
die Faßfabrik G. m. b. H., Teichhütte, ein Parkett aus 
wasserfest verleimten buchenen Sperrholzplatten; 
die Firma Fi-Si-Wi, Finsterwalde, die sogenannten Tuwi- 
Tischlerplatten mit innenliegenden längs und quer verlaufenden 
Luftkanälen, die das Austrocknen der Platten von innen heraus 
gestatten und Temperaturschwankungen ausgleichen (Abb. 2); 
die Bildhauerinnung, Berlin SO 36, eine Sperrholz-Sgraffito- 
Technik, die neue Scheußlichkeiten ermöglicht und nur von der 
Masa G. m. b. II., Berlin NW, darin übertroffen wurde, die 
nicht nur jedes teuerste Holz imitiert, sondern auch Marmor, 
Fischhaut, Schlangenhaut naturwahr auf Holz in fotomecha 
nischem Verfahren aufträgt. An einem Marmorkamin aus Holz 
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Abb. 3. Schiebefenster ,,System- Menge#“. 
waren die unbegrenzten Geschmacklosigkeiten dieser Methode 
zu sehen, der nur gesundes Empfinden Einhalt gebieten kann. 
Die Holz- und Isolierplattenwerke, Berlin W 62, zeigten, 
daß sich das Masa-Verfahren auch für ihre Histoxylplatte 
eignet, die aus einer Mischung von zerfasertem Kiefeni- und 
Fichtenholz besteht und eine ausgezeichnete Eigenwirkung hat. 
Die Platte ist in verschiedener Porosität lieferbar in Größen 
von 0,52 x 2,00 m. Sie kann stumpf gestoßen werden ohne 
Fugenüberdeckung und kostet 4 mm stark je qm 1,90 RM, 
26 mm stark 9,90 RM ab Werk. 
Ähnliche Platten für Wandverkleidungen fanden sich ver 
einzelt auch in Halle IV. Hier sah man neben der bekannteren 
Insulite-Platte von Müller u. Sohn, A.-G., Hamburg 27, deren 
Verwendungsarten mit verschiedenen Fugendichtungsmöglieh- 
keiten sehr anschaulich vorgeführt wurden, von derselben 
Firma ausgestellt Panzer-Insulite, das ist Insulite mit Asbest 
überzug als Feuer- und Wärmeschutz, und daneben, von der 
selben Firma vertreten, sehr schön farbig wirkende Trolit- 
Platten, ein Kunsthornprodukt, 2 mm stark, in jeder Farbe 
lieferbar, leider nur in Größen von 0,60 X 1,45 in zum Preis 
von etwa 15 RM/qm ab Werk. Unweit davon war der Stand 
der Treetex G. m. b. II., Hamburg, mit einer Holz-Ersatz- 
wandbekleidung, die nur 13 mm stark in Breiten von 91 bzw. 
122 cm und Längen von 3,44 bzw. 3,66 m geliefert werden. 
Die Platte ist imprägniert gegen Feuchtigkeit, Ungeziefer und 
Schwamm, sie soll sich nicht werfen, kann direkt mit Tapete 
beklebt, aber auch geputzt werden, die Fugendichtung erfolgt 
mit Nesselstreifen; ein qm kostet ab Fabrik 2,20 bis 2,60 RM. 
Etwas Ähnliches in anderer Form stellten die gezeigten Metall 
wandplatten der Firma Prager u. Lojda, Berlin S W 61, dar, 
die nicht nur in Fliesenimitation, sondern auch in material- 
gerechten Formen geliefert werden in der Größe 43,3 x 57,8 cm 
aus Zinkblech, mit Hartlackspritzüberzug, fix und fertig zum 
Preis von 8,50 bis lORM/qm. Sie sind sicherlich sehr brauchbar 
für Leichtbauten, Gips wände usw., sind aber keineswegs 
Fliesenersatz. Von den ganzen Wandplatten scheint aber die 
C. und U .-Platte „Lignat“ der Firma Christoph u. Unmack A.-G., 
Niesky, am meisten erprobt. Die Firma stellte nicht nur 
aufschlußreiche Anwendungsmöglichkeiten ihrer Platten dar, 
die in Breiten von 1,00 m bis 1,20 m und Längen von 2,50 m 
bis 3,10 m lieferbar sind, sondern wies auch exakte Wärme 
durchgangsversuche durch Wandkonstruktionen nach, die mit 
C.- und U.-Platten bekleidet sind. 
In der Halle ITT sah man weiter noch einen bemerkens 
werten Binder der Firma Kühler, Stuttgart, der mit dünnen 
Holzpaaren von 15 x7% cm Stärke und Streben von 
10 xT^cm graziös das Innere der Halle überspannte, dann 
den Stand der Arbeitsgemeinschaft Holz, Berlin SW 11, einer 
staatlichen Stelle zur Förderung der Holzverwendung im Bau 
fach, mit einer schlichten Aufbahrung der deutschen Hölzer 
und interessanten Zahlen über den Wert des Kubikmeter 
Nutzholzes in den einzelnen Verarbeitungsstufen, mit Angaben 
über die erstaunliche Verteuerung ins Vielfache nach Handel 
und Verarbeitung. 
Friedrich Mahlke, Professor an der Technischen Hoch 
schule Berlin, zeigte auch liier die oft gesehenen Proben und 
Bilder über Entstehung, Erkennung und Auswirkung des 
Hausschwammes, eine immer wieder sehenswerte gründliche 
Sammlung. 
Der umfangreiche Stand der Tezettwerke Otto Schidtz, 
Berlin-Tempelhof 10, mit der Tezett-Brücke von Gropius, 
einem Rest der Pariser Ausstellung, stand etwas deplaciert in 
der Abteilung Holz (Halle III). Die Roste waren auf Treppe 
und Schräge der Brücke falsch verlegt, da die nach oben vor 
stehenden Stege in der Gehriehtung, anstatt quer zu ihr lagen, 
so daß man rutschte trotz der scheinbar später angebrachten 
Aufrauhung. Die Tragfähigkeit der Roste stellten sehr an 
schaulich zwei Probebelastungen dar mit 500 und 1200 kg 
je qm. 
Ebenso unverständlich war an dieser Stelle der Stand 
der Beschlagfirma Gretsch u. Ko., G. m. b. ff., Feuerbach, deren 
Konkurrenzfirmen in Halle VIII untergebracht waren. Gretsch 
u. Ko. zeigte neben seinem bekannten Messestand vor allem das 
Schiebefenster,,System Menge# 11 (Abb.3), wo das Reinigen dereinen 
Scheibe beim zweisclieibigen Fenster von innen nicht möglich 
scheint, wie überhaupt das notwendige Reinigen der äußeren 
Scheiben von innen die Anwendung des Systems auf schmale 
Scheiben beschränkt. Besser schien demgegenüber das neue 
Schiebeklappfenster der Firma Stumpf, die neben Verbesse 
rungen ihrer alten Schiebefensterkonstruktion ein imponierend 
großes Schiebefenster ausstellten.
	        
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