Path:
Volume Nr. 48

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

701 
NEUES HÜTTENWERK DER FRIED. KRUPP AÄ. IN ESSEN SCHEMATISCHER SCHNITT DES ARBEITSVORGANGES 
Abb. 24. Kruppsches Hüttenwerk Rheinhausen. 
,, Das Industriegebiet. ‘ ‘ 
Bearbeiter: Beigeordneter Dr. Rappaport, Essen. 
Diese Abteilung war, was die Fülle des Materials und die 
ausstellungstechnische Bearbeitung betrifft, geradezu glänzend. 
Man hatte aber den Eindruck, daß der Gedanke, das In 
dustriegebiet als Aufbauelement der modernen Stadt zu schil 
dern, etwas zurück getreten war gegenüber dem Wunsche, das 
Industriegebiet als Ausgangszeile der Stadtbildung zu betrach 
ten. 
Sehr aufschlußreich für die Bedeutung der Industrie als 
Aufbauelement im Städtebau sind folgende Daten: In Städten 
der Schwerindustrie und der chemischen Großindustrie, wie 
Duisburg, Oberhausen, Hindenburg und Ludwigshafen, ist das 
Verhältnis der in der Industrie Beschäftigten zur Einwohner 
zahl 27 bis 30 vH. Kleinere Industriestädte, deren Gewerbe 
weniger Transporte verursachen, haben oft noch einen höheren 
Prozentsatz der industriell Beschäftigten zur Einwohnerzahl, 
so Remscheid mit 34 vH und Jena mit 38 vH. Der Anteil der 
Industriefläche an der Stadtfläche ist natürlich stark abhängig 
vom Grad des Ausbaus des Stadtgebietes. Immerhin kann ge 
sagt werden, daß bei den Gemeinden der Schwerindustrie und 
der chemischen Großindustrie wenigstens mit 10 vH gerechnet 
werden muß, während bei der Kleineisenindustrie Remscheids, 
trotz sehr hohem Hundertsatz der Beschäftigten, nur 4 vH des 
Stadtgebietes durch die Industrie in Anspruch genommen 
werden. 
Angaben der Zahl der Beschäftigten pro ha für einzelne 
Industriezweige haben selten allgemeine Gültigkeit, weil sie in 
hohem Maße von der Entwicklung des einzelnen Werkes und 
vom jeweiligen Fabrikationsprozeß abhängig sind, 
Der innige Zusammenhang zwischen Verkehrsanlagen und 
Fabrikanlagen und die Notwendigkeit, die Industriegebiete mit 
Rücksicht auf den künftigen Betrieb in allen Einzelheiten ver 
kehrstechnisch durchzuarbeiten, tritt naturgemäß bei der 
Hüttenindustrie am stärksten zutage. Ein Lageplan und Schnitt 
durch die Friedrich-Alfred-Hütte in Rheinhausen mit Dar 
stellung des Gangs der Stahlerzeugung gab darüber Aufschluß. 
Wasserstraßen und Eisenbahnen sind derart ausgebaut, daß 
Erz, Kalk und Koks unmittelbar an die Hochöfen, Erz, Kalk 
und Schrott unmittelbar an die Martinöfen herangeführt 
werden können (Abb. 24). 
Die Wichtigkeit der gegenseitigen Lage von Industrie- und 
Freiflächen mit Rücksicht auf die vorherrschende Windrichtung 
wurde anschaulich gezeigt (Abb. 25). Auch die zweckmäßige 
Lage derWohnfläche zur Industrie war in einer sehr sinnfälligen 
Gegenüberstellung vor Augen geführt. 
Abb. 25. 
Windlage der Frei 
flächen im Bezirk 
Dinslaken (Ruhr).
	        
Top of page

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.