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Volume Nr. 47

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Türen: 38 mm starkes Sperrholz in Eisenzargen. Eingangsfciir: 
Eisen. Fliesen hinter Herd, Bad und Waschbecken. Küche: 
kombinierter Gas- und Kohlenherd. Ausgußspültisch mit 
Abtropfbrett. Bad: Gasbadeofen, getrennter Gasheizofen und 
Waschbecken. Hauptwasser sträng in den Kellern durch die 
Zeile längslaufend. Entwässerung je zwei Häuser an einem 
Revisionsschacht, daher spiegelbildliche Grundrisse. 
Alle Maße (Balkenlagen, Fensteranordnung, Fenster 
größen, Stockwerkhöhen usw.) richten sich nach der Größe 
der Bimshohlblöcke. Diese lassen sich rasch versetzen, sind 
sofort trocken und gut isolierfähig. Die aus ihnen hergestellten 
Mauern belasten den (schlechten) Baugrund nur mit 0,4 kg/qcm. 
Kritik: Grundrisse und Konstruktionen sind muster 
gültig durchgebildet. Vorbildlich erscheint vor allem die helle, 
breitgelagerte Wohnküche, die die ganze Hausbreite ein 
nimmt. Sie läßt sich sehr gut einrichten und bietet Platz für 
ein Büfett, einen großen Eßtisch, einen Küchentisch und einen 
Schreibtisch. Sehr vorteilhaft ist auch die enge Verbindung 
von Küche und windgeschütztem Sitzplatz auf der Terrasse. 
Weniger günstig ist vielleicht das Fehlen eines direkten Zu 
ganges von dem Garten in den Keller, den Abstellraum von 
allem Gartengerät und allen Gartenerzeugnissen. Wäre der 
Straßenraum weniger schematisch aufgeteilt und die Straße 
seitlich verschoben worden, so hätte man, ohne den großen 
Raumeindruck zu stören, leicht auf der Sonnenseite noch 
einen genügend tiefen Vorgarten mit Sitzplatz und Blumen 
und Raum für Bäume schaffen können. 
Max Schoen. 
DER PFLUG ALS 
Von Dr.-Ing. Erich von Willmann 
Ein Gerät, das im Erdbau bei der Rationalisierung der 
Bodengewinnung gute Dienste leisten kann, ist der Pflug, 
Der amerikanische Erdbauunternehmer verwendet ihn in wei 
testem Umfang; besonders bei allen Arbeiten, bei denen die 
Massen an der einzelnen Gewinnungsstelle zu gering sind, um 
den Einsatz der bekannten Grabemaschinen zu gestatten. In 
Deutschland dagegen ist es noch wenig bekannt, wie außer 
ordentlich vorteilhaft der Pflug zum Lösen des Bodens benutzt 
werden kann. 
Mit einem geeigneten Pflug löst ein Gespann (zwei Pferde 
und ein Mann) bei achtstündiger Arbeitszeit in Bodenklasse II 
215 bis 300 cbm, in Bodenklasse III 110 bis 150 cbm. Ein 
Arbeiter lädt in 8 Stunden 11 cbm gepflügten Boden der 
Klasse II und 8,8 cbm gepflügten Boden der Klasse III, während 
er, wenn er zugleich auch das Lösen des Bodens bewirken 
muß, nur 6,5 und 4,7 cbm leistet. Hiernach bringt der Pflug 
unter der Annahme, daß ein Erdarbeiter für die Schicht 6 RM 
und das Gespann mit dem Führer 20 RM kostet, die aus fol 
gender Zusammenstellung ersichtliche Ersparnis: 
Bodenklasse 
ü 
=> 
es 
H 
cbm 
Ohne Pflug 
Mit Pflug 
Mannschaft 
für Lösen und Laden 
Pflug 
Mannschaft 
nur zum Laden 
Ge 
samt 
kosten 
Pfg. 
cbm 
Er 
sparnis 
durch 
den 
Pflug 
Löhne 
An- 
Kosten 
Löhne 
An- 
zahl RM I l’fg. 
Tag | cbm 
RM 
Tag 
l’fg. 
cbm 
zahl RM I Pfg. 
Tag cbm 
Pfg. 
cbm 
II 
300 
46 276 92 
20 
7 
27 162 54 
61 
3i 
215 
33 198 92 
20 
9 
20 120 56 
65 
27 
150 
32 192 128 
20 
13 
17 104 70 
83 
45 
III 
110 
24 144 130 
20 
18 
13 | 78 71 
89 
41 
Hat man einen Traktor zur Verfügung, wie er in der Land 
wirtschaft gebräuchlich ist, so wird die Arbeit der Bodenlösung 
noch erheblich billiger; sie kann, je nach dem Umfang der 
Arbeit und der dadurch bedingten Möglichkeit, den Traktor 
auszunützen, auf 1 bis 2 Pfg/cbm herabgedrückt werden. Bei 
spielweise pflügt der 36 PS-Diesel-Traktor der Hanomag in 
Böden der Klasse 1 mit Eberhardtschem Dreischarpflug in 
der Stunde 1 y 2 Morgen (zu 2500 qm) auf 24 cm Tiefe. Er 
löst also in Bodenklasse I 900 cbm/Std. oder 7200 cbm/Tag; 
er leistet so viel, wie 450 Mann mit dem Spaten, ln Boden 
klasse II kann man seine Leistung auf 300 bis 500 cbm/Std., 
Abb, 1, Power Drag Scraper von Sauermann Bros., Chikago. 
ERDBAUGERÄT. 
Regierungsbaumeister i. R., München. 
in Bodenklasse III auf 200 bis 300 cbm/Std. schätzen. Die 
Betriebskosten betragen für den Achtstundentag 15 RM für 
Brennstoff und Schmieröl, 8 RM für den Führer und 7 RM für 
Tilgung und Verzinsung des Geräts; zusammen also 30 RM/Tag 
oder 3,75 RM/Std. Die Kosten für das Lösen des Bodens stellen 
sich demnach auf 0,75 bis 1,25 Pfg./cbm in Klasse II und 
1,25 bis 1,9 Pfg./cbm in Klasse ITT. 
Der vom Traktor gezogene Pflug ist damit das billigste 
Gerät zum Lösen des Bodens. Die Vorteile, die er bietet, 
lassen sich allerdings in vollem Umfang nur ausnutzen, wenn 
auch das Laden des Bodens durch entsprechendes Gerät unter 
stützt wird. Besonders geeignet ist hierfür der amerikanische 
Kraftschrapper (Power Drag Scraper oder Power Plow Scraper), 
in Verbindung mit einem Förderband, Becherwerk oder Füll 
rumpf. Der Kraftschrapper ist, ebenso wie der gewöhnliche 
Schrapper, im deutschen Erdbau so gut wie unbekannt, obwohl 
schon seit vielen Jahren in der Literatur*) die Hinweise auf 
den gewöhnlichen Schrapper nicht fehlen. Der Kraftschrapper 
hat sich aus dem gewöhnlichen, von Pferden oder Maultieren 
gezogenen Schrapper entwickelt, indem man auf den mit dem 
Dampfpflug gewonnenen Erfahrungen auf baute. Der Kraft 
schrapper hat den in der Dampfpflügerei erprobten Seilzug in 
die Erdbautechnik übertragen. Gerade bei dem Schrapper 
ist der Seilzug zum Ersatz der tierischen Zugkraft besonders 
geeignet, denn er gestattet, die Zugkraft nahezu beliebig zu 
steigern, und ermöglicht es damit, das Fassungsvermögen der 
Pfanne des Schrappers in jedem gewünschten Maß zu ver 
größern, den Einfluß des durch den Rückweg des leeren Geräts 
bedingten Zeitverlustes einzuschränken, die wirtschaftliche 
Förderweite zu erhöhen und Leistungen zu erzielen, die denen 
von Baggermaschinen nicht nachstehen. 
Man baut Kraftschrapper mit einem Fassungsvermögen 
von V 4 bis 41/2 cbm; in Einzelfällen hat man das Fassungs 
vermögen sogar bis auf 7% cbm (10 yards) gesteigert und 
Stundenleistungen bis zu 350 cbm erzielt. Abb. 1 zeigt einen 
Sauermanschen Power Drag Scraper in der als V-Type be 
zeichnten Form. Er hat im Gegensatz zu dem gewöhnlichen 
Scraper keinen Boden. Man nimmt den größeren Kraftbedarf 
in Kauf, um die Abnutzung des Geräts zu vermindern. Der 
Wegfall des Bodens erleichtert auch die Entleerung des 
Schrappers und macht es möglich, den unteren Rand so 
*) Vergl.z.B.Handb.d.Ing.-Wissensch.I.2:L. von Will m a n n, Erd-und Felsarbeiten.
	        
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