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Volume Nr. 45/46

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Der Frostschutz- Transformator 
soll das Einfrieren von Wasserleitungen verhindern. Er ist nur 
da anwendbar, wo für seinen Anschluß an das vorhandene elek 
trische Leitungsnetz Wechselstrom oder Drehstrom zur Ver 
fügung steht. Er wird in vier verschiedenen Größen geliefert, 
die je nach der Länge der zu schützenden Leitung und je nach 
der Beschaffenheit dieser Leitungen (Bleirohr- oder Eisen- 
rohrleitungen) zur Anwendung kommen. Für Wohnräume ist 
im allgemeinen die kleinste, 
transportabel eingerichtete Type 
für 100 VA Nennleistung aus 
reichend. Die beiden größten 
Typen für 400 und 800 VA 
Nennleistung werden für längere, 
ungeschützte Rohrleitungen (in 
Fabriken usw.) Verwendung 
finden. Die Transformatoren 
entsprechen den vom V. D. E. 
aufgestellten „Regeln für die 
Bewertung und Prüfung von 
Transformatoren ‘ ‘ (RET). Der 
Anschluß der zu schützenden 
Rohrleitungen erfolgt zweck 
mäßig an den niedrigst gelegenen 
Punkten, weil der andere Teil 
der Wasserleitung durch das vor 
gewärmte Wasser vor dem Ein 
frieren geschützt ist. Da während 
des Tages die Gefahr des Ein 
frierens nicht sosehr zu befürchten 
ist, so wird es in den meisten Fällen genügen, den Apparat nur 
für die Nacht einzuschalten. Die Montage ist außerordentlich 
einfach; es wird durch einfachen Schalter ein- und ausge 
schaltet. Neben den Frostschutz-Transformatoren werden auch 
Auf tau-Transformatoren geliefert. 
Oberingenieur F. A. Foerster. 
Die Pettypet-Mauer Schlitzmaschine (DRP. a.) 
soll das Stemmen von Mauer-, Fußboden- und Deckenschlitzen 
zum Zwecke der Verlegung von Leitungen vereinfachen, be 
schleunigen und verbilligen. Die Schlitzmaschine wird durch 
einen Motor betrieben. In einem Stahlschutzgehäuse befinden 
sich mit großer Umdrehungszahl rotierende Fräser. Die Hand 
habung geschieht so, daß die Maschine nach Einschaltung des 
Motors gegen die Mauerstelle gedrückt wird, die geschnitten 
werden soll. Wenn der Fräser die vorher eingestellte Tiefe 
erreicht hat, wird die Maschine in der beabsichtigten Richtung 
des Schlitzes weitergeschoben. Die Schwierigkeiten, die sich 
aus der ungleichförmigen Zusammensetzung des zu schnei 
denden Materials ergeben, sind dadurch behoben, daß die 
Schneidwerkzeuge über die zwangläufig rotierende Bewegung 
hinaus sich durch zusätzliche Drehungen und durch Hin- und 
Herbewegen auf die Härte des Materials automatisch einstellen 
können. Die stündliche Arbeitsleistung wird für gewöhnliches 
Mauerwerk mit 60 m bei 4 cm Tiefe, für Betonmauerwerk 
mit 15 bis 20 m angegeben. (Lieferfirma Pettypet, G.m.b.H., 
Frankfurt am Main.) G. 
AMTLICHE NACHRICHTEN. 
Preußen. 
Die Staatsprüfung haben bestanden: die Regierungsbauführer 
Karl Michna, Richard Kranz (Hochbaufach); — Johannes 
Uhl(Wasser-u.Straßenbaufach); — Hermann Lagershausen, 
Karl Völger (Eisenbahn- und Straßenbaufach); — Hilmar 
Bolenius, Emst Wentscher (Maschinenbaufach). 
Der Oberbaurat i. R. Geheimer Baurat Paul Müller in 
Potsdam, früher bei der Verwaltung der Märkischen Wasser 
straßen daselbst, ist gestorben. 
* 
Erlaß, betreffend Vorschriften für geschweißte Stahlbauten. 
Runderlaß vom 10. Mai 1931 — 11 6200 h/10. 5. — 1 ). 
Berlin, den 19. Oktober 1931. 
Die im § 7 der Vorschriften für geschweißte Stahlbauten (Din 
4100) vorgeschriebene Schweißerprüfung hat der mit der Bau 
leitung beauftragte Fachingenieur des Auftragnehmers vor 
zunehmen. Dieser muß sich von der Leistungsfähigkeit seiner 
Leute überzeugen, da er die Verantwortung für die Güte der 
Ausführung zu tragen hat. Daß er die hierfür erforderlichen 
Kenntnisse und Fähigkeiten hat, muß die in § 8 der Vor 
schriften geforderte Zulassungsprüfung ergeben. Wenn sich 
Beamte der Baupolizeibehörde an der Prüfung der Schweißer 
beteiligen wollen, so ist dagegen nichts einzuwenden. 
Der preußische Minister für Volkswohlfahrt. 
In Vertretung 
II. 6200 h/10. 9. Scheidt. 
An die Herren Regierungspräsidenten usw. 
Verordnung zur Abänderung der Verordnung über die Miet 
zinsbildung vom 8. Oktober 1931. 
Auf Grund des § 21 des Reichsmietengesetzes in der Fassung 
der Bekanntmachung vom 20. Februar 1928 (Reichsgesetzbl. I, 
S. 38) wird folgendes angeordnet: 
. § !■ 
§ 5 der Verordnung über die Mictzinsbildung in Preußen vom 
17. April 1924 (Gesetzsamml., S. 474) erhält folgende Fassung: 
Der Vermieter wie der Mieter, dessen Mieträume den Bestim 
mungen des Reichsmietengesetzes unterliegen, kann die Fest 
stellung, die Festsetzung oder den Ausgleich der Friedensmiete 
bei dem Mieteinigungsamt auch hinsichtlich solcher Räume 
beantragen, für welche nicht die gesetzliche Miete gezahlt wird. 
') Vgl. S. 340 d. Bl. 
§ 2 - 
Diese Verordnung tritt mit ihrer Verkündung in Kraft. 
Berlin, den 8. Oktober 1931. 
Der preußische Minister für Volkswohlfahrt. 
Hirtsiefer. 
Berlin, den 8. Oktober 1931. 
Abschrift übersende ich zur gefälligen Kenntnisnahme. 
Die Verordnung wird in der preußischen Gesetzsammlung 
veröffentlicht. 
Der preußische Minister für Volks Wohlfahrt. 
II 3101/10. 9. 2. Ang. Hirtsiefer. 
An die Herren Regierungspräsidenten usw. 
Erlaß, betreffend Baupolizeigebühren bei Bauvorhaben von 
Reichsheimstätten. 
Berlin, den 7. Oktober 1931. 
Nach § 36 des Reichsheimstättengesetzes vom 10. Mai 1920 
sind alle zur Begründung und Vergrößerung von Reiehsheim- 
stätten erforderlichen Geschäfte und Verhandlungen von Ge 
bühren, Stempelabgaben und Steuern des Reiches, der Länder 
und sonstiger öffentlicher Körperschaften befreit. Hiernach 
dürfen auch bei Neu- und Ergänzungsbauten, die zur Be 
gründung oder Vergrößerung einer Reichsheimstätte ausgeführt 
werden, für die Vornahme baupolizeilicher Dienstgeschäfte, 
wie Prüfung der Entwürfe, Überwachung und Abnahme der 
Bauten u. a. Gebühren nicht erhoben werden. Unter den 
Begriff „Gebühren“ fallen auch Vergütungen für die Arbeits 
leistung der Beamten, nicht aber die den Baupolizeibehörden 
bei Ausführung dieser Geschäfte entstehenden baren Auslagen, 
wie Reisekosten u. dgl. 2 ). Diese Gebührenfreiheit ist also ge 
setzliches Recht, es steht somit nicht im Belieben der einzelnen 
Baupolizeibehörden, diese Befreiung zu gewähren oder abzu 
lehnen. Nach Mitteilung des Reichsverbandes der Wohnungs 
fürsorgegesellschaften in Berlin ist in einigen wenigen Bezirken 
bisher nicht hiernach verfahren worden. Ich ersuche daher 
die Herren Regierungspräsidenten, dafür Sorge zu tragen, daß 
dies, wo es bisher nicht geschehen sein sollte, künftig geschieht. 
Der preußische Minister für Volkswohlfahrt. 
In Vertretung 
II 2810/28. 8. Scheidt. 
An die Herren Regierungspräsidenten usw\ 
*) Vgl. a. Erlaß vom 4- Mai 1931 (8. 300 d. Bl.). 
Schrütleitung: Berlin C2, Am Festungsgraben 1. Für den nichtamtlichen Teil verantwortlich: Richard Bergius, Berlin. — Verlag von Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin. 
Druck: Preußische Druckerei- und Verlags-Aktiengesellschaft Berlin.
	        
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