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Volume Nr. 40

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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{) Kostenvergleich von Rand- und Zeilenbau bei gleicher Aus- 
nutzungsziffer. 
Die Kostendifferenz zwischen Rand- und Zeilenbau 
kommt bei den Pauschformeln (Abschnitt 7 b) in dem mit dem 
Faktor — behafteten Summanden zur Geltung — sie beträgt 
1,7 vH — 0,66 vH 1,04 vH / . „ 
Ausnutzungszmer vv 
20 vH-igen Zuschlags für Verkehrstraßen und Vorgärten). 
Die Differenz beträgt also 0,55 vH der Bausumme für Aus 
nutzungsziffer t] = 2; und ca. 2,5 vH für tj — 0,4, Bei y — 2 
stellt sich also die Erschließung im Zeilenbau nur um ein 
0 55 vH 
Zehntel vH teurer als die im Randbau (vergl. ’■bei 
5,2 vH 
11 =-- 0,4 um ein reichliches Viertel (ca. 30 vH) teurer (nämlich 
2,5 vH v 
8,0 vH'’ 
Obiger Vergleich geht zunächst noch auf gleiche Aus 
nutzungsziffer — er kommt da in Frage, wo eine bestimmte 
Ausnutzungsziffer gefordert wird, ohne Rücksicht darauf, ob 
Rand- oder Zeilenbau zur Ausführung kommt. 
g) Kostenvergleich siedlungstechnisch gleichwertiger Rand- 
und Zeilenbauanordnungen. (Als wichtiges Merkmal gilt die 
gleiche freie Hoffläche). 
Die Kostendifferenz A K zwischen Rand- und Zeilenbau 
i -l /1,70 - 0,66\ TT . TT , . , , 
wurde oben mit vH ausgewiesen. Um auf gleiche 
Freifläche zu kommen, muß man aber die Ausnutzungsziffern 
il H und tjs verschieden annehmen. Die Zahlen sind für die 
typischen Fälle der engen mittleren und lichten Siedlung 
(/a = 0,35, 1,0 und 2,00 qm) im Abschnitt 4e bereits angegeben; 
und zwar ist r/ Ä das 0,86 fache, bezw. 0,68 und 0,57 fache 
von Tj z . Führt man diese Werte oben ein, so bewegt sich die 
Formel für die Kostendifferenz A K zwischen 
A Tjr 0,93 vH 0,55 vH 
A K = bis . 
Daraus ergiebt sich für = 1,90, 0,91, 0,49, 1,0 und 2,0 m 2 
die Kostendifferenz A K zwischen Zeilen- und Randbau in vH 
der Baukosten wie folgt: 
engräumig 
mittel 
fb -1,00 
weiträumig 
/A = 2Ü0m* 
0,50 vH 
0,75 vH 
1,10 vH 
Die Faustformel für die Beziehung zwischen freier Hoffläche 
und Mehrkosten der Zeilenbauerschließung lautet dement 
sprechend : 
Mehrkosten AK = (0,40 -f- 0,35 j h ) vH. 
Die Mehrkosten betragen bei weiträumigen Siedlungen bis 
gegen 1,25 vH der Gesamtkosten, evtl, bis zu 1 / 6 der beim 
Randbau anfallenden Erschließungskosten. 
Dieses Teilergebnis wird voraussichtlich von den extremen 
Vertretern des Zeilenbaues abgelehnt werden, diese haben 
sich zu sehr darauf festgelegt, daß der Zeilenbau nicht nur 
besser, sondern auch billiger sei. Das kommt aber nur durch 
den Übergang zur primitiven Erschließung, den man beim 
Randbau jedoch ebenso gut vornehmen könnte. (Vergl. Ab 
schnitt 9, „Wohnweise“.) Sobald man die Verkehrsanforde 
rungen auf einheitliche Basis bringt, tritt die Nichtaus 
nutzung der Querstraßen als verteuernd für den Zeilenbau 
immer in Erscheinung. Dies ist an sich selbstverständlich; 
die Aufgabe war nur, die Kostenstaffelung festzustellen. 
Die verteuernde Wirkung des Zeilenbaues fallt gerade 
dort ins Gewicht, wo der Zeilenbau heute am meisten an 
gewandt aber am wenigsten nötig ist, ™ nämlich bei lichter 
Besiedlung, also bei Siedlungen mit großer spezifischer Frei 
fläche oder mit niedriger Ausnutzungsziffer. 
Nur eine unmerkliche Verteuerung — z. B. 0,5 vH der 
Baukosten, 1 / 10 der Erschließungskosten des Randbaues — 
bringt der Zeilenbau bei engräumigen Siedlungen. Solche 
sind immer vielgeschossig — hier mag dann die Durchlüftung 
des engen Blocks und der Wegfall der Eckverschattungen 
den Ausschlag zu Gunsten des Zeilenbaues geben. Bei weit 
räumigen Siedlungen, wo der Zeilenbau bei gleicher Zugäng 
lichkeit wesentlich teurer, wo die Blocklüftung ohnehin vor 
handen ist und die Eckverschattung weniger stört, neigt sich 
die Wagschale entschieden zugunsten der Rand- bezw. huf 
eisenförmigen Bebauung, (Südorientierung — bei Kleinst- 
wohnungen übrigens sehr günstig — für einen Teil der Bauten 
als zulässig vorausgesetzt.) 
11. KÜRZE MERKREGELN FÜR DIE ÄNDERUNG 
DER ERSCHLIESSUNGSKOSTEN. 
StockwerkzakL Zwischen zwei-, drei- und vierstöckigen 
Bauweisen ergeben sich ungefähre Kostenunterschiede 
von 1,5 vH bzw. 0,5 v H der Baukosten 
oder etwa 2,5 v H bzw. 8,5 v H der mittleren Erschließungs 
kosten. 
Die Erschließung beim zehnstöckigen Bau ist um rund 1 v H 
der Baukosten (rund 15 v H der Erschließungskosten) billiger 
als beim vierstöckigen. 
Anmerkung: In den Faustformeln wurde der Einfluß der Stockwcrkzahl durch 
einen Ausdruck —— — z. II. — - berücksichtigt. Der au sich sinngemäße 
Stockwerkzahl n * 6 
Ausdruck übergeht allerdings, daß die Erschließung der zweistöckigen Siedlung durch die 
Mindeststraßenbreite über dieses Verhältnis hinaus verteuert wird. Die Schaidlnieu 
jjAbb. 6, B und 9) tragen dem besser Rechnung. 
Weiträumigkeit. Bei voller Randbebauung und beliebig 
großem Erweiterungsgebiet würden die Kosten mit der Ver 
ringerung der Siedlungsdichte überhaupt nicht wachsen, 
sondern nur mit der Verminderung der Stockwerkzahl. 
Praktisch muß man aber mit Begrenztheit des Gebietes 
und mit Randstraßen rechnen; deshalb steigen die Kosten 
doch mit der Auflockerung an. Man rechne für eine Zunahme 
von je 1 m 2 Grundstücksnäche pro m 2 Wohnfläche eine Stei 
gerung der Baukosten von mindestens a / 3 v H der Baukosten 
(das sind unter mittleren Verhältnissen 10 v H der Erschlie 
ßungskosten). 
Beim Zeilenbau bringt eine Erhöhung der Grundstücks 
fläche f g um 1 m 2 pro m 2 Wohnfläche eine Kostenmehrung 
von 1,35 v H der Baukosten mit sich (etwa 16 v H der mittleren 
Erschließungskosten). Da mit wachsender Grundstücksfläche 
die spezifischen Freiflächen rascher wachsen, sind umgekehrt 
die Prozentsätze der Kostenmehrung in bezug auf 1 m 2 Frei 
fläche geringer, besonders bei großen Dichten. 
Rand- und Zeilenbau. Erschließungssysteme. Bei sehr 
dichter Bebauung sind die Mehrkosten des Zcilenbaues gegen 
über dem Randbau unerheblich (rund 1 / 1 v H der Baukosten 
bzw. 5 v H der Erschließungskosten). Der Unterschied wächst 
aber mit lichterer Besiedlung, er beträgt gegen 0,7 f g , worin f g 
die Grundstücksfläche pro m 2 Wohnfläche bedeutet. In bezug 
auf die spezifische Freifläche ist — besonders bei größeren 
Dichten — diese Progression etwas gemildert. 
WohnwegerSchließung. Gegenüber dem Zeilenbau mit 
doppelseitig bebauten Straßen ist die gleiche Ausführung mit 
Wohnwegen um 0,5 bis 1,5 v H der Baukosten, also um 1 / 10 
bis 1 / 15 der Erschließungskosten billiger. Gegenüber den 
Kosten der vollen Randbebauung bleibt jedoch ein Mehr von 
rund 1 / 10 der Erschließungskosten (rund 3 / 4 vH der Baukosten). 
Einreihenbau mit Wohnwegen kostet bei zweistöckigen 
Bauten auch nicht mehr als der normale Zeilenbau, bei drei- 
und mehrstöckigen Bauten ist er um etwa 0,6 v H der Bau 
kosten (oder 9 v H der Erschließungskosten) teurer; gegenüber 
der vollen Randbebauung ist er um rund 1,5 vH der Bau 
kosten (20 bis 25 v H der Erschließungskosten) teurer (vgl. 
Abb. 8/9). 
Anmerkung; Lehrreich ist. es, an Hand der Formeln zu verfolgen, wie sich mit 
dem Übergang zu andern Anordnungen die Kosten schrittweise ändern. So kann man 
am Durchschnitts-Beispiel verfolgen, wie weit die heutige Weiträumigkeit und Herab- 
zonung zur Verteuerung der Baukosten gegenüber der Vorkriegszeit beiträgt. Für gleich 
croße Wohnungen hat sich der ErseJillcßungsaufwand — abgesehen vom Teuerungsindex — 
uiu rund 4 / 16 , nämlich von etwa 5,5 auf 7,5 vH der Baukosten gesteigert. Hamit die 
hygienischen Verbesserungen auch finanziert werden können, muß das klar ausgesprochen 
werden: umgekehrt wie im Relchswohnungsprogramm, das gerade an dieser Stelle Kr- 
sparnismöglichkeiten erwähnt. Der Rutiin gestattet (len Abdruck des Beispiels nicht. 
C. RECHNERISCHER TEIL; FORMELN, TABELLEN 
UND BERICHTIGUNGSZIFFERN. 
Die Besprechung der Ergebnisse ist im Teil B vorweg- 
genommen; ,,Verfahren und Darstellung^weise 1 ‘ sind im Teil A, 
„Bezeichnungen und vorläufige Näherungswerte“ in der Vor 
bemerkung zu Teil B besprochen. 
Das Quellenmaterial und die zugrunde liegenden Einzel 
überlegungen können nicht vollständig abgedruckt werden, 
nur die wichtigsten Unterlagen, zur Nachprüfung und Ver 
tiefung der Untersuchung werden beigegeben. 
Aufgabe und Rechnungsgang. 
Vorgeschrieben oder begrenzt ist in sich die Bebauungs 
dichte, und zwar durch eines ihrer Merkmale (z. B. 
Ausnutzungsziffer). 
Wählbar in gewissen Grenzen ist eine Erschließungsweise 
(z. B. Rand- oder Zeilenbau, ein- oder zweireihig). 
Gesucht sind die Erschließungskosten und zu Vergleichs- 
Zwecken deren Unterschiede. 
Nebenbei ergeben sich Feststellungen über Blockformen, 
über Flächenaufwand und über Gütemerkmale wie Abstand-
	        
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