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Volume Nr. 40

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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2. BEZIEHUNGEN ZWISCHEN BAU KLASSEN 
UND SIEDLUNGSDICHTE 
(vgl. flgd. Schaubild 1). 
Welche Wohnviertelflächen sind bei verschiedener Ein- 
zonung für die Stadterweiterung pro 1000 Kopf bereitzustellen 
a) für Randbau, b) für Zeilenbau ? 
Die Angaben beziehen sich zunächst auf Berliner Bau 
klassen, also auf Ausnutzungsziffem. Die Umrechnung für 
andere Bestimmungsverfahren (Licht- oder Abstandsregeln, 
Vorschrift über relative Hofflächen) läßt sich aus der Unter 
suchung leicht herleiten. Sie ist auch aus den Hilfsskalen 
unter der Abszisse abzulesen bzw.ausAbb.2bis4. Damit ist auch 
abweichender Zonungspraxis anderer Städte genügend Rech- 
nung getragen. Für summarische Feststellungen ist die Be 
nutzung des Schaubildes 1 zu empfehlen. Die unten folgenden 
Faustformeln (2b und 2c) sind nur für rohe Schätzungen 
geeignet — sie vernachlässigen u. a. den Einfluß der Stock 
werkzahl. 
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Abb. 1, Beziehung zwischen Bevölkerungsdichte und Flächen 
bedarf einerseits, freier Hof fläche und Ausnutzungsziffer anderseits. 
KorrfMurfaktoT: Bei Kleinstwohnungen mit einer Wohnfläche von io = 45 qm steigert sich 
die Dichte im Verhältnis = 130,' der Flächenbedarf und die Kosten betragen nur 
10 + o 
das 0,7Sfaehe, 
a) Schaubild (Abb.) 1. 
Das Schaubild ist aus Abb. 7 gewonnen (Teil C). Auf der 
Abszisse ist der Mindestbedarf der Rohlandfläche (Mindest 
bedarf versteht sich ausschließlich Randstraßen und Vor 
gartenzuschlag) abgeteilt; auf der Ordinate dessen Reziproke, 
d. h. die Wohndichte. 
Die wagerechten Skalen unterhalb ermöglichen Ablesung 
für jede Stockwerkzahl und für verschiedene Dichten, gleich 
viel ob sie nach spezifischen Freiflächen oder nach Ausnutzungs- 
Ziffern vorgeschrieben sind. Auch voller Rand- und Zeilenbau 
sind unterschieden. Für durchbrochenen Randbau interpoliere 
man (vgl. Abb- 7 und 9). Die Flächen beim Einreihenbau 
sind etwa die gleichen wie beim zweireihigen Zeilenbau. Die 
Ablesungen können in verschiedenen Einheiten erfolgen — in 
Zahl der 60-qm-Wohnung bzw, in Kopfzahl pro ha — oder 
in. Flächenbedarf, also in ha pro 1000 Kopf, hier wieder für 
Wohnviertel oder für ganze Stadtgebiete. Umrechnungsfaktor 
für die KleinsfcWohnungen ist auf dem Schaubild vermerkt. 
Beim Wohnviertelbedarf ist gegenüber dem theoretischen 
Bedarf der bescheidenste Zuschlag von 25 v H für Rand- und 
Verkehrstraßen sowie Vorgärten berücksichtigt. Die Durch 
schnitte für ganze Stadtgebiete (Hilfsskala) enthalten gemäß 
Tabelle A einen Zuschlag von 40 vH für gewerbliche und 
öffentliche Bauten (statt obiger 25 v H innerhalb der Wohn 
viertel allein) und einen festen Summanden von 5,60 ha pro 
1000 Kopf für Industrie-, Verkehr- und Parkgelände. 
b) Faustformeln für Kopfzahl und A usnutzungsziffer. 
Gegeben sei die Ausnutzungsziffer r/; gesucht eine grobe 
Faustformel für die maximale Kopfzahl (etwa 4 Kopf pro 
Wohnung gerechnet). 
Randbau. Bei Ausnutzungsziffern >/ kleiner als 1,0 wird 
die Kopfzahl pro ha Wohngebiet = 100 +- 200 rj, 
desgl. für Ausnutzungsziffem r/ 
größer als 1,0 =250 + 125 >i; 
bcispielweise ergeben sich für die Ziffern r/ — 0,6, 1,2 und 2,0 
Kopfzahlen von 220, 400, 500 Kopf pro ha oder Wohnungs- 
zahlen von 55, 100 und 125 Normalwohnungen pro ha. 
Diese Kopfzahlen erscheinen im Lichte der Vorkriegs 
statistik klein; trotzdem lassen sich bei modernen Erschlie 
ßungen kaum soviel Einwohner unterbringen. Das erklärt 
sich wie folgt: Mit der Aussparung von Parksektoren wächst 
der Bedarf an Verkehr- und Randstraßen. Schulen u. dgl. 
werden geräumiger gebaut. Schließlich war auch die Belegung 
der Wohnungen früher eine engere; die Haushaltziffer war 
mit 4,5 Kopf pro Familie eine größere, infolge des Geburten 
rückgangs ist die angegebene Zahl von 3,5 Kopf in Groß 
städten schon heute vielfach unterschritten, dazu kommt noch 
der verdichtende Einfluß des Untermieterwesens, das in. den 
Altvierteln überwiegt. Während sich nach der angegebenen 
Faustformel selbst bei einer Ausnutzungsziffer von 2,5 nur 
560 Kopf pro ha unterbringen lassen, wurden in Altvierteln 
tatsächlich 600 bis 1000 Kopf pro ha untergebracht. Für 
ALtviertel versagt die neue Klassifizierung, 
Zeilenbau. Beim Zeilenbau ist die Unterbringlichkeit 
geringer: bei größerer Dichte, bei Ausnutzungsziffern von etwa 
1,5 bis 2 beträgt sie 85 bis 90 v H, bei Ausnutzungsziffem von 
0,4 bis 0,6 etwa 60 v H derer im Randbau (näheres im Schau 
bild 7 und 1). 
c) Kopfzahl und Freiflächen. 
Welche Wohnviertelflächen sind bereitzustellen, falls be 
stimmte Freiflächen gefordert werden ? 
Vorgeschrieben sei die freie Hoffläche fh pro 1 qm Wohn 
fläche (oder pro Wohnung von 60 qm Wohnfläche). In grober 
Annäherung kann man sich bis zum Wert /* = 2,0 für die 
Randbebauung einer Formel: Kopfzahl = 560 — 280 ]/jh be 
dienen. Bei großer Bebauungsdichte (z, B. / = 0,25 qm/qm 
Wohnfläche) unterscheidet sich der Flächenbedarf für Zeilen 
bau fast gar nicht; bei geringer Dichte (/=2,0 qm/qm) ist 
die Unterbringlichkeit um ungefähr 5 v H kleiner. 
3. GEOMETRISCHE BEZIEHUNGEN ZWISCHEN 
DEN GRÖSSEN AUSNUTZZIFFER, FREIE HOF 
FLÄCHE UND ABSTANDVERHÄLTNIS. 
a) Abb. 2 und 3. Beziehung zwischen Ausnutzungsziffer (?/), 
Freifläche und Gesamtflächenbedarf. 
Welche Zone muß die Gemeinde wählen, um eine gewissen 
hygienischen Forderungen entsprechende Freifläche zu gewähr 
leisten ? Wie groß ist dabei der Gesamtaufwand ? 
Die aus der Abb. 7 (Teil C) hergeleiteten Schaulinien Abb. 2 
und 3 sind an sich verständlich und lassen die Umrechnung 
direkt ablesen. Einzelheiten gibt Tabelle D, Teil C. 
«) Abb. 3 zeigt in den Klassen der Berliner Bauordnung 
bei Randbebauung eine Freifläche fh (in qm pro qm Wohn- 
0 6 
fläche) von ungefähr f h = Umgekehrt beträgt die Aus 
nutzungsziffer 7] = --- 
Jh 
nach Stockwerken. 
dies ohne erhebliche Verschiedenheit 
ß) Für den Zeilenbau ergeben sich bei gleicher Aus 
nutzungsziffer größere Freiflächen als beim Randbau; in grober 
Annäherung wird bis herunter zu r\ = 0,50 
t 0,6 j 0,6 n OK 
^ÖFWBj 0 *"»- 7* +0 ’ 25 
Wegen der merkbaren Abhängigkeit von der Stockwerkzahl n 
rechnet man hier besser nach der genaueren, ebenfalls noch 
handlichen Formel 
/* = *(l/,-l/n)~ 1,30(1/1? -1/»), 
. „ , , , , .. . ... Stockwerkfläche 
worin Stockwerkfaktor a zu definieren ist als - 
Wohnungsfläche 
b. Die Mindestfläche des Rohlandes. 
(Mindestfläche versteht sich ohne Bandstraßen.) 
Mit welchen Rohlandflächen hat der Bauherr zu rechnen, 
um in bestimmter Zone einen qm Wohnfläche unterzubringen ? 
Der Flächenbedarf in qm pro qm Wohnfläche errechnet 
sich aus der vorgeschriebenen Ausnutzungsziffer rj nach fol 
genden rohen Formeln:
	        
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