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Volume Nr. 38

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Gewichte und Herstellungskosten. Sämtliche Verbindungen 
waren geschweißt. Die Träger waren so dimensioniert, daß 
die entsprechenden Stäbe aller vier Typen bei verschiedener 
Profilierung gleiche Flächen, also gleiche Einheitsgewichte, 
hatten; die Bauglieder waren wie folgt gewählt: 
Type 1 
Type 2 
Type 3 
Type 4 
Gurte 
ir 
~r 
<> 
□ 
Wandglieder 
nr 
<> 
<> 
□ 
Knotenbleche 
mit Knbl. 
ohne Knbl. 
mit Knbl. 
ohne Knbl. 
Die Stäbe der Type 1 bestanden aus zwei Winkeln in der 
bei genieteten Konstruktionen üblichen Anordnung mit Knoten 
blechen. Die übrigen Typen hatten Rohrprofile, mit Ausnahme 
der Gurte von Type 2, also überwiegend Stabquerschnitte, die 
nur bei geschweißten Bauwerken möglich sind. — Die Durch 
biegungen wurden mit Fernrohren eines Martens-Instrumentes, 
die Spannungen mit Huggenberger Tensometern gemessen. 
Die Ergebnisse waren: 
1. Die gemessenen Stabspannungen und Durchbiegungen im 
elastischen Bereich wichen bei allen vier Typen nur wenig von 
einander ab; die Typen mit Knotenblechen waren etwas steifer, 
was auf größere Nebenspannungen schließen läßt. 
2. Type 2 erzielte die größte Tragfähigkeit infolge bestgeeigneter 
Form (Knicksicherheit) der Druckstäbe. 
3. Die Träger mit Rohrprofilen waren leichter als Type 1. 
Type 2 erforderte den geringsten Aufwand an Baustahl mit 
einer Ersparnis gegenüber Type 1 von 10 vH bei gleicher 
Querschnittfläche und etwa 15 vH bei gleichen Knickbean 
spruchungen entsprechender Stäbe. 
4. Type 4 erforderte die größten Vorarbeiten an den Baugliedem 
(Schrägschnitte der schief angepaßten Wandglieder); die Her 
stellung der Schweißnähte war am unbequemsten, daher am 
wenigsten zuverlässig. Bei Type 1 und 3 waren die Montage- 
und Schweißarbeiten etwa gleich. Die T-förmigen Gurte der 
Type 2, aus zwei Flachstählen bestehend, verzogen sich erheb 
lich beim Zusammenschweißen, erforderten daher nachträg 
liches Geradrichten oder ein der Verkrümmung entgegen 
gesetztes Vorbiegen der Einzelteile. 
5. Im Gesamtvergleich ergab sich: Type 4 schied wegen der 
Gründe unter 4 aus. Zwischen Type 1 und 3 hatte letztere 
den Vorzug wegen geringeren Gewichtes, streng symmetrischer 
Lage der Stabanschlußnähte bei gleichen Arbeitskosten. Der 
Arbeitsaufwand für das Geradrichten der Gurte der Type 2 
dürfte bei normalen Material- und Arbeitslohnkosten die Ge 
wichtsersparnis dieses Trägers ausgleichen. Demnach wurde 
Träger 3, d.h. das Fach werk mit Rohrquerschnitten in allen 
Stäben und mit Knotenblechen, als die wirtschaftslichstc Type 
gefunden. 
c) „Untersuchungen an geschweißten I-Trägern aus drei Blechen“ 
von E. 0. Paton, N. J. Koslowskij und B. N. Gorbunow, 
Mit dem Elektroschweißverfahren lassen sich J-Träger aus 
drei Blechen (Steg- und zwei Gurtblochen) ohne Gurtwinkel 
hersteilen. Man erzielt eine recht günstige Materialausnutzung, 
d.h. bei gleichen Querschnittflächen ist das Trägheitsmoment 
solcher geschweißter Träger größer als dasjenige genieteter 
I-Träger. Dagegen dürfte die Knicksicherheit der aus einem 
Blech bestehenden gedrückten Gurtung geringer sein. Die Ver 
bindung der Gurt- und Stegbleche kann mit durchgehenden oder 
unterbrochenen Schweißnähten erfolgen. 
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit folgenden. 
Fragen: 
1. Vergleich der Festigkeit und Steifigkeit (Durchbiegung) von 
gleich hohen gewalzten, genieteten und geschweißten I-Trägern 
mit gleichem Widerstandsmoment. 
2. Ermittlung des Einflusses der Gurtplattenbreite geschweißter 
I-Träger auf deren Festigkeit und Durchbiegung. 
3. Untersuchung der Knickverhältnisse geschweißter I-Träger 
mit verschieden breiten Gurtplatten. 
4. Vergleich der Festigkeit und Durchbiegung von I-Trägern 
mit durchgehenden und unterbrochenen Schweißnähten. 
Die Randspannungen für die Festigkeitsuntersuchungen 
wurden mit Huggenberger Tensometern, die Durchbiegung mit 
dem Fernrohr eines Martens-Instrumentes, die örtlichen Defor 
mationen der gedrückten Gurtung als Zeichen ihres Knickver 
haltens mit Stoppani-Uhren gemessen. Die Versuchsträger, 
sämtlich mit 2,00 m Stützweite, wurden in einer 500 t-Presse 
mit Manometcranzeige belastet. 
Die Versuchsdurchführung ergab: 
Zu 1. Die Tragfähigkeit an der Fließgrenze und die Höchst 
last war bei geschweißten Trägern etwas höher als bei gewalzten 
und merklich höher als bei genieteten Trägern. Die Durch 
biegungen aller drei Trägerarten, umgereehnet auf gleiche 
Trägheitsmomente, waren ziemlich gleich. Die Ausnutzung, 
d. h. das Verhältnis der Auflast an der Fließgrenze zur 
Querschnittfläehe war beim geschweißten Träger günstiger 
als beim gewalzten (an zweiter Stelle) und genieteten Träger 
(an letzter Stelle). 
Zu 2. Der Träger mit schmalen Gurtplatten hatte an der 
Fließgrenze die geringste Durchbiegung, war also relativ am 
steifsten. Die Spannungsverteilung war bei breiten Gurtplatten 
ungleichmäßig; die Spannung nahm von Plattenmitte nach den 
äußeren Kanten zu ab. Die Fließgrenze trat bei diesen Trägem 
ein, wenn die breiten Gurtplatten örtlich auszuknicken be 
gannen. Demnach wurde die Fließgrenze bei einer geringeren 
mittleren Randspannung in den Gurtplatten erreicht als bei 
Trägern mit schmalen, gleichmäßiger ausgenutzten und knick 
sichereren Gurtungen. Die relative Festigkeit nahm also mit 
Zunahme der Gurtplattenbreite ab. 
Zu 3. Der Träger mit mittlerer Gurtplattenbreite trug die 
größte Last bei Erreichung der Fließgrenze. Bei diesem Träger 
waren die Gurtplatten so bemessen, daß die Knickspannungen 
bezügl. des Knickverhaltens des gesamten Trägers wie auch der 
gedrückten Gurtplatte für sich gleich groß waren. Dieser 
Träger war also am festesten und vorteilhaftesten. Die Meß 
ergebnisse erwiesen die Brauchbarkeit der theoretischen Be 
rechnungsmethode auf Knicken nach Timoschenko für den 
ganzen Träger wie für die Gurtplatte. 
Zu 4. Die Träger mit unterbrochenen Schweißnähten 
zeigten größere Durchbiegungen als Träger mit durchgehenden 
Nähten. Die Festigkeit (Fließgrenze, Größtlast) beider Träger 
arten war gleichwertig. . Die Zerstörung der Träger mit unter 
brochener Schweißung erfolgte meist durch Ausbeulen der ge 
drückten Gurte, wobei die Nähte abrissen. Diese Nähte sind 
durch die horizontalen Scherkräfte und die vertikalen Bean 
spruchungen, die in der Tendenz zum Abplatzen die oberen 
Gurtplatten vom Steg abzureißen bestrebt sind, belastet, 
während die Zuggurtnähte nur horizontale Scherspannungen 
haben. Zum Ausgleich wird empfohlen, an der Zugzone unter 
brochene, an der Druckzonc durchgehende Schweißnähte 
anzuordnen. 
Dr.-lng. C. J. Hoppe. 
STROMMESSUNGEN IM MEERE. 
Auf S. 175 dieser Zeitschrift teilt Regierungs- und Baurat 
Körner einige bei Strommessungen in der Ostsee mitdem Strom 
messer nach Dr. Rauschelbacn gewonnene Erfahrungen mit 
und kommt zu dem Ergebnis, daß die bisher entwickelten 
Strommeßgeräte den vom praktischen Seebau zu stellenden 
Anforderungen nicht genügen, besonders wegen der Schwierig 
keit der Bedienung der Geräte bei stürmischem Wetter und 
wegen der Unmöglichkeit, die Strömungen auf dem flachen 
Strande mit einem an Bord eines größeren Schiffes eingebauten 
Geräte zu messen. Körner schlägt daher vor, ein schivimmendes 
Strom meßgerät zu entwickeln, das auf dem Meeresboden 
verankert werden kann, eine mehrtägige selbsttätige Regi 
strierung erhalten soll (die Schreibvorrichtung ist im Anker 
oder Schwimmer unterzubringen) und dessen Preis in mäßigen 
Grenzen gehalten werden muß. 
Wegen der Bedeutung, welche der Beobachtung der 
Stromgeschwindigkeiten und -richtungen besonders im Seebau 
zuzuraessen ist, sei es mir gestattet, im folgenden zu den vor 
genannten Ausführungen, die auf Grund von Meßerfahrungen 
in der Ostsee gewonnen wurden, die aber für die Verhältnisse 
der deutschen Nordseeküste nur zum Teil zutreffen, Stellung 
zu nehmen. 
Meine Darlegungen stützen sich auf die, im Gebiet der 
Jade und Außenjade bei Strommessungen gewonnenen Er 
fahrungen. Dieses Gebiet darf wegen der sehr starken Gezeiten 
strömungen (bis 2,50 m/sek), der großen Stromüberschneidun
	        
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