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Volume Nr. 38

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

Abb. 1. Ansicht der alten Brücke. (Im Hintergründe links ist die bereits eingebaute Hälfte von zwei neuen überbauten sichtbar,) 
unwirtschaftlich gewesen. Außerdem war dabei zu be 
denken, daß an die fragliche Unterführung sich beider 
seits massive Bogen anschließen und deshalb bei einer 
Entlastung der beiden Brückenwiderlager vom Horizontal 
schub des Straßenbauwerks entgegen dem ursprünglichen 
Plan eine Widerlags- und Fundamentverstärkung notwendig 
geworden wäre. 
Da Scheitelgelenke ein bei Eisenbahnbrücken stets uner 
wünschtes Bauglied sind, so wurde ein Zweigelenkrahmcn 
gewählt, und zwar der neuzeitlichen Neigung zu straffer, 
polygonaler Formgebung im Stahlbau entsprechend, mit der 
in den Abb. 2 und 3 dargestellten Form bei einer Stütz 
weite von 22,40 m und einer Pfeilhöhe von 4,00 m. Die Über 
bauten wurden eingleisig mit einem Hauptträgerabstand von 
2,50 m und in allen Teilen aus St Si hergestellt. Die gewählte 
Hauptträgerausbildung ist wie jeder Rahmen wirtschaftlich 
einem etwa parabolisch geformten Zweigelenkbogen sicherlich 
unterlegen, bietet aber eine viel freiere Durchsicht und wirkt 
deshalb auch leichter als der Bogen. Zweifellos befriedigt dieser 
Rahmenträger in ästhetischer Hinsicht auch ganz anders als 
der sonst übliche Zweigelenk bogen. 
In konstruktiver Hinsicht ist die scharf geformte eckige 
Zusammenführung des Riegels mit den Stützen bemerkenswert. 
Die bisher übliche Ausbildungsweise von Rahmenecken, 
nämlich die Überleitung der Gurtungen an der Innenkante 
mit einem möglichst großen Ausrundungshalbmesser, ist also 
im vorliegenden Falle verlassen worden. Vielmehr greifen die 
Stahlbleche des Riegels und der Ständer gabelartig ineinander, 
so daß die Kräfte aus dem Riegel in die Stütze ausschließlich 
durch die in die Ecke gelegte Nietverbindung übergeführt 
werden. In der Rahmenecke, bestehend aus dem 16 mm starken 
Stegblech des Riegels, zwei je 30 mm starken Beiblechen als 
Ersatz für die Gurtungen und zwei je 16 mm starken Steg 
blechen mit den Gurtungen des Stützenquerschnitts, tragen 
somit die Niete vierschnittig und sind für das Biegungsmoment 
und die Normal- und Querkräfte berechnet. Eine geringe 
Materialzugabe ist natürlich bei dieser Ausbildung nicht zu 
vermeiden; jedoch beträgt das Gesamt-Eigengewicht eines 
solchen Rahmenträgers nur 24 t. Die Durchbiegung in Rahmen 
mitte unter der Verkehrsbelastung des Lastenzuges N, und zwar 
1 
ohne Berücksichtigung der Stoßzahl, ist gleich 1,67 cm
	        
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