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Volume Nr. 17

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Innenraum mit normaler Anordnung der Heizkörper. 
LÜFTUNG UND HEIZUNG. 
Auf die Entlüftung der Hörsäle, wo auch bei ver 
dunkelten geschlossenem Raum experimentiert wird, wurde 
Wert gelegt. Dauernde künstliche Lüftung kam wegen der 
hohen Betriebskosten nicht in Frage. Wir wählten die 
Schreiderlüftung (Firma Schreider, Saalfeld) mit Warmluft 
zuführung in die Hörsäle. Die Flure wirken bei dieser Ent 
lüftung als Kanäle, das ganze fast hermetisch abgeschlossene 
Treppenhaus als Auftriebschacht. Der Entlüftungsaufbau 
wurde mit Solomitplatten besonders gegen Abkühlung 
isoliert. Nur zur Verstärkung der Entlüftung oder bei un 
günstiger drückender Temperatur im Sommer wird ein im 
Schacht hängender (wegen Schallabhaltung vom Gebäude) 
Ventilator in Betrieb gesetzt. Die Hörsäle werden durch 
besondere Kanäle durch den Entlüftungsaufbau entlüftet. 
Die anderen Instituträume haben Luftschlitze unter 
den Türen. Dadurch, daß im Treppenhaus, dessen Fenster 
geschlossen sind und das durch die Schornsteinwand er 
wärmt ist, immer ein Auftrieb zum Entlüftungssauger vor 
handen ist und die Flure durch Luftöffnungen mit dem 
Treppenhaus verbunden sind, wird aus den Räumen immer 
ein gleichmäßiges Quantum Luft abgezogen, das durch 
frische Luft, die durch die Ritzen der Fenster nach innen 
dringt, ergänzt wird. In den Räumen, in denen durch vieles 
Gehen Staubaufwirbelung entsteht, werden die Türen in 
der Regel öfters geöffnet und dadurch der entsprechend ge 
wünschte größere Luftwechsel erreicht. 
Die Heizkörper sind einsäulig und so an den Fenstern 
verteilt, daß eine gleichmässige Erwärmung der Räume 
gegeben ist, auch wenn die Räume später anders unterteilt 
verwendet werden sollten. Jede wagerechte Rohrführung 
ist vermieden, die Heizkörper sind direkt an die an den 
Säulen herauf laufenden Steigestränge angeschlossen. Der 
Vorlauf und Rücklauf sind versetzt angeordnet, so daß die 
sonst übliche Rohrverkröpfung, die Mehrkosten erfordert 
und unschön ist, fortfällt. 
Unter jedem beweglichen Fensterflügel steht ein freier 
Heizkörper fast über die ganze Breite, der, da er nicht abge 
deckt ist, einen senkrecht auf steigenden Warmluftschleier 
vor das Fenster legt, der alle einströmende Frischluft mit 
nach oben reißt und als erwärmte Luft ins Innere führt. Isometrische Darstellung der Fenster.
	        
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