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Volume Nr. 37

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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frei. Lediglich die Kolbenfeder der Ramme, die starken Be 
anspruchungen ausgesetzt ist, mußte nach etwa 90 000 Schlägen 
ausgewechselt werden, was einen Aufenthalt von 2 bis 3 Stunden 
verursachte imd vorsorglich außerhalb der regelmäßigen 
Arbeitszeit ausgeführt wurde. Der Verbrauch an Betriebs 
stoffen und Ersatzteilen ist gering, und da auch der Lohn 
anteil niedrig ist, weil zur Bedienung und zum Fortbewegen 
der Ramme nur ein Motorenwärter und zwei Bauhilfsarbeiter 
erforderlich sind, hat die Ramme sehr wirtschaftlich gearbeitet. 
Die entsprechenden Kostenanteile betrugen für 1 lfdm Ramm 
länge : 
1. Betriebsstoffe 6Rpf. 
2. Ersatzteile 7 ,, 
3. Löhne 30 „ 
Zusammen . . 43 Rpf. 
Die Anschaffungskosten betrugen: 
1. für die Ramme 2 200,00 RM 
2. für das Rammgerüst 300,00 „ 
3. für den Wagen zum Fortbewegen der 
Ramme 295,00 ,, 
Zusammen . . 2 795,00RM. 
ÜBER DAS DOCKEN GROSSER SCHLEUSENTORE. 
Von Regierungsbau rat Hoffmann, Emden. 
In dem Aufsatz von Baurat Quadbeck ,,Die Schiebetore 
und Umlaufschützen für die Nordschleuse in Bremerhaven“ 
(vgl. „Bautechnik“ 9. Jahrg. S. 317) ist auf die Möglichkeit 
hingewiesen, die drei neuen Tore dieser Schleuse in dem Bremer- 
havener Trockendock II docken zu können. Die Tore haben 
dabei einen Tiefgang von 10,9 m, ihre Hauptabmessungen 
sind: Länge = 46,60 m, Breite — 8,4 m, Höhe = 19,4 m. 
Im Anschluß an diese Mitteilung dürfte es von Interesse 
sein, von einer anderen Art Lösung dieser Frage zu berichten, 
wie sie in Emden seit 1924 ausgeführt wird. Während in Bremer 
haven die Tore in einem nahe gelegenen Trockendock gedockt 
werden können, standen für die im Jahre 1912 erbauten 
Schiebetore der neuen Emder Seeschleuse zunächst nur die 
Trockendocks der Marinewerft Wilhelmshaven zur Verfügung, 
sobald es sich um die Ausführung von Unterwasserarbeiten 
handeln sollte. Da aus diesem Grunde der erste Anstrich mit 
größter Sorgfalt aufgebracht worden ist und sonstige Schäden 
nicht eintraten, wurde ein solches Docken erst im Jahre 1920 
erforderlich. Zum Vergleich seien auch die Abmessungen der 
Emder Tore nachstehend angegeben: Länge = 42,25 m, 
Breite = 7,9 m, Höhe = 17,91 m. Die für derartige Schwimm 
körper recht gefahrvollen Schleppfahrten zwischen Emden und 
Wilhelmshaven gaben Anlaß, nach einer anderen Dockmöglich 
keit Umschau zu halten. 
Als daher im Jahre 1923 für das Maschinenbauamt (Staats 
werft) Emden ein Schwimmdock beschafft werden sollte, wurden 
dessen Abmessungen so gewählt, daß es auf den zur Aufnahme 
eines Schiebetorcs nötigen Tiefgang abgesenkt werden konnte. 
Die Seitenkästen dieses Docks bekamen deshalb die für ein 
Dock dieser Größe (1560 t Tragfähigkeit) ungewöhnliche Höhe 
von 14,45 m über Unterkante Bodenkasten. Da die Tore ohne 
Wasser bailast beim Eindocken je nach der Schlickauflast 
8,5 bis 8,6 m tiefgehen, ist bei einer Höhe des Bodenpontons 
von 3,44 m, einer Stapelklotzhöhe von 0,5 m und bei nur 
0,10 m Spielraum zwischen Tor und Stapelklötzen ein Absenken 
des Docks auf 12,6 m erforderlich. Die hierfür nötige Dockgrube 
von rd. 15 m Tiefe nebst Verankerung und Stromz'uführung von 
Fall zu Fall im neuen Binnenhafen herzustellen, hätte bei der 
dort im Durchschnitt vorhandenen Wassertiefe 
von rd. 10 m und in Anbetracht des starken 
Schlickanfalls recht erhebliche Kosten ver 
ursacht, ganz abgesehen davon, daß das Dock 
im Innern durch den beim Absenken ein- 
dringenden Schlick jedesmal stark verschmutzt 
würde. 
Zur Vermeidung dieser Schwierigkeiten 
wird die neue Seeschleuse selbst als Dock 
grube verwendet, die zu diesem Zwecke 
für die Stromversorgung der elektrisch an 
getriebenen Dockpumpen mit einem An- 
schlußmast nebst biegsamer Zuleitung ver 
sehen wurde. Die Schleuse besitzt eine 
Drempeltiefe unter Mittelhochwasser von 
13,06 m und weist 40 m Breite bei einer 
Länge der Kammer zwischen den Toren von 
260 m auf. Der erforderliche Drehstrom von 
500 Volt und 50 Hertz wird von dem in der 
Nähe befindlichen Erzkai, dessen Verlade 
brücken mit dieser Stromart betrieben werden, 
herangeführt. 
Zum Eindocken werden das Tor und das 
von der rd. 3 km entfernt liegenden Staats 
werft herangeschleppte Dock nebst Schlepp 
dampfer in die Kammer der neuen See 
schleuse eingesehleust, deren Wasserstand 
nötigenfalls durch einen der großen Emder 
Pumpenbagger auf die erforderliche Höhe ge 
bracht wird. Das Dock wird dann abgesenkt, 
und das Tor in dieses eingeschleppt. Abb. 1 
zeigt den Beginn des Hebens; bevor das Tor 
auf den Stapelklötzen anfängt aufzusitzen, 
muß es mit Hilfe von vier Flaschenzügen erst 
in die richtige Lage gerückt werden. Auf 
Abb. 2 ist das ganz gehobene Tor zu sehen. 
In diesem Zustande wird das Dock an seinen 
Liegeplatz in der Staatswerft zurüekgesehleppt, 
wo dann die Reinigungs- und Instand 
setzungsarbeiten vorgenommen werden. Das 
Ausdocken geht in umgekehrter Reihenfolge 
vor sich. 
Auf diese Weise sind bereits fünfmal 
Dockungen der Tore durchgeführt worden, 
ohne daß sich dabei irgend welche Schwierig 
keiten ergeben hätten. 
Abb. 1. Schleusentor der neuen Seeschleuse im Dock der Staatswerft Emden. 
Beginn des Hebens. 
Abb. 2. Schleusentor der neuen Seeschleuse im Dock der Staatswerft Emden. 
Ganz gehoben.
	        
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