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Volume Nr. 37

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Abb. 4. Arbeitsgeriist. 
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Mindestmaß beschränkt wird. Vor Beginn derßauarbeiten wurden 
verschiedene Proberammungen auf der Baustelle ausgeführt, die 
erkennen ließen, daß eine wesentlich größere Leistung gegenüber 
den früheren Rammarbeiten zu erreichen sein würde. Diesem 
Umstande wurde unter Berücksichtigung der örtlichen Verhält 
nisse und der anzunehmenden Gewichte durch Ausbildung 
eines leichten Ramm- und Arbeitsgerüstes Rechnung getragen. 
Das Rammgerüst (Abb. 3) ist ein gewöhnlicher Dreibock, 
dessen vordere Stütze als Mäkler dient, Ueber den Mäkler wird 
die Gleitklaue mit der Schlaghaube und der Führungsstange 
geschoben; der Rammbär, der auf Land in einem besonderen 
Wagengestell fortbewegt wird, wird von oben auf die Führungs 
stange gesetzt (Abb. 2). Das Arbeitsgerüst (Abb. 4) wird so aufge 
stellt, daß die Achse der Buhne durch die Mitte des Pfahljoches 
geht. Die in 3m Abstand angeordneten Pfahljoche tragen auf 
Längshölzern das Zubringergleis und die Ramm schiene. Auf 
dem Zubringergleis und der Rammschiene laufen die Rohrwalzen 
des Rammgerüstes. Das Umsetzen der Ramme von der einen 
zur anderen Pfahlreihe erfordert nur das Verlegen der Ramm 
schiene, während das Zubringergleis, dessen Achse mit der 
Buhnenachse zusammenfällt, liegen bleiben kann. 
Bei dem Buhnenbau wurde vorwiegend harter Tonboden 
angetroffen, der stellenweise von einer 30 bis 60 cm starken 
Sand- und Geröllschicht überlagert und von großen Steinen 
durchsetzt war. Es wurden berindete Eichen- und Buchen 
pfähle von etwa 2 bis 3 m Länge und einem Durchmesser von 
18 bis 22 cm gerammt. Die durchschnittliche Rammtiefe 
betrug 1,50 m, die durchschnittliche Rammleistung auf gerader 
Strecke 90 Pfähle je 8 std. Arbeitstag, die Größtleistung 
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Abb. 5. Arbeitsgerüst mit Ramme im Betriebe. 
130 Pfähle je 8 std. Arbeitstag, so daß ein Pfahl in durchschnitt 
lich 5,3 Minuten geschlagen wurde. Hiervon entfielen auf die 
eigentliche Schlagzeit rd. 3 Minuten, während in den restlichen 
2,3 Minuten die Ramme weiter bewegt und der neue Pfahl 
gesetzt wurde. Es erhielt also jeder Pfahl im Durchschnitt 
3-45 = 135 Schläge auf 1,50 m, d. h. 90 Schläge auf lm 
Ramm länge. 
Die Länge der Buhnen betrug 60 bis 80 m. Da je lfdm 
2-3=6 Pfähle vorgesehen waren, so war die Anzahl der zu 
schlagenden Pfähle je Buhne 360 bis 480 Stück zuzüglich 
5 Stück für die Buhnenwurzel und 6 Stück für den abgerundeten 
Buhnenkopf, so daß die Rammarbeiten für eine Buhne in 4% 
bis 6 Tagen fertiggestellt werden konnten. Die Arbeit wurde an 
der Buhnenwurzel begonnen und eine Pfahlreihe bis zum Kopf 
geschlagen (Abb. 5), dann wurde der Kopf fcrtiggestellt und die 
zweite Pfahlreihe vom Kopf zur Buhnenwurzel gerammt. Hierauf 
wurde das Arbeitsgerüst abgebrochen und über der nächstfol 
genden Buhnenachse aufgestellt, so daß die Rammarbeiten bei 
günstiger Witterung fortlaufend ausgeführt werden konnten. 
Abb. 6 zeigt eine fertige Buhne. 
Da der Rammboden etwa 1 m über MW lag, war die Aus 
führung der Rammarbeiten bei einem Seegang von 4 bis 5 
noch möglich. Bei auf kommendem Sturm konnte die Ramme in 
etwa 10 bis 15 Minuten in Sicherheit gebracht werden. Das 
Arbeitsgerüst hat mehrfach Stürmen stand gehalten, ohne daß 
seine Wiederverwendungsfähigkeit dadurch in Frage gestellt 
worden wäre. 
Die Ramme arbeitete, nachdem auf der Baustelle noch 
einige Verbesserungen vorgenommen worden waren, störungs- 
Abb. 6, Fertige Buhne.
	        
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