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Volume Nr. 36

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

Aula. 
Tagesheim. 
Lesesaal. 
Seminar für Mathematik. 
Erweiterungsbau der Pädagogischen Akademie in Elbing. 
DIE MÄNGEL DER G AN G UILLET - KUTTE R S C H E N GESCHWINDIGKEITSFORMEL 
FÜR FLÜSSE UND DIE GEFAHREN BEI IHRER ANWENDUNG 
AUF GEFÜLLTE ROHRLEITUNGEN. 
Von Geh. Baurat H, Lang in Bonn 1 ). 
(Vergl. a. den Aufsatz über die Abflußformel auf S. 424.) 
Alle Rechte, insbesondere die Uebersetzung in fremde Sprachen, Vorbehalten. 
Die Formel von Ganguillet und Kutter betrifft allein die 
Bewertung des Begriffes oder Beiwertes c in der bekannten 
Durchflußformel von Brahms und Chezy (1753 bzw. 1775) 
v = c\/rj =* j/-?^ • Vrj, 
worin bedeutet 
v die mittlere Geschwindigkeit im benetzten Durchfluß 
querschnitt F in m/sek, 
R den hydraulischen Radius dieses Querschnitts, also den 
„ ,. . Querschnitt F 
Quotienten -r , T - T - . , in m, 
benetzter Umfang u 
J das Gefälle, d. i. das Verhältnis der Fallhöhe h zwischen 
den Flüssigkeitsspiegeln an beiden Enden der Meßstrecke 
zur Länge l derselben, also J —hfl, 
c den die Widerstandszahl q (Reibungszahl) einschließenden 
sog. Geschwindigkeitsbeiwert ü in j/m/sek 2 , 
q eine dimensionslose Zahl, die zunächst den Einfluß der 
Rauheit der benetzten Wandung, dann den Einfluß der 
inneren Reibung und Turbulenz im Querschnitt und damit 
auch den Einfluß der mit der Temperatur wechselnden 
') Lindquist hat 1926 ln schwedischer Sprache als Sonderdruck der 75. Jahres 
schrift schwedischen „Wege- und Wasserbaues“, Stockholm, auf 30 Seiten eine Kritik 
über die Formel von G. ti. K., aber in anderer als der vorliegenden Weise, veröffentlicht. 
Auch Bazin bespricht diese Formel 1897 in den Annales des Ponts et ChaussO», 
4. Trimestre Nr. 41 S. 20. Er erklärt die Abhängigkeit der Rauheitszahl auch vom 
Gefälle J, wie es die Formel von G. u. K. anzeigt, für unnütz. 
Beyerbaus veröffentlichte im Zentralblatt der Bauverwaltung 1921, S. 168 einen 
Aufsatz über „Die Trugschlüsse aus den Mississippi-Messungen von Humphreys u. Abbot 
und den fehlerhaften Bau der Ganguiilet-Kutterachen Fonnel“. 
Zähigkeit der Flüssigkeit enthält (hiernach Reibungszahl 
genannt), die aber noch andere Einflüsse in Form von 
Verhältniszahlen aufzunehmen hat, z. B. den Einfluß der 
Querschnittsform sowie einer Veränderung des Querschnitt 
bildes auf die Länge l hin, den Einfluß von Geschiebe 
bewegung u. a. m. 
Der Wert c ist von G. u. K. nur für Kanäle und für Flüsse, 
also nur für Wasscrläufe mit Spiegelflächen aufgestellt worden; 
er wird aber bisweilen auch für gefüllte Rohrleitungen als gültig 
angesehen. 
Es soll zuerst untersucht werden, ob oder wieweit die 
Formel ohne Bedenken auf Kanäle und Flüsse anwendbar ist. 
Dabei muß man auf die Geschichte der Formel eingehen. 
Der 1869 in der Zeitschrift des Oesterreichischen Ar 
chitekten- und Ingenieurvereins auf 31 Seiten veröffentlichten 
Formel von G. u. K. sind die umfangreichen, planvollen Ver 
suche Bazins von 1865 zugrunde gelegt, die durch ihre einwand 
freie Feststellung von v, R und J erstmals eine ausreichende 
Grundlage für eine Formel für c dargeboten haben; vordem 
wurde c meistens als konstant, «ü 50 im metrischem und 90 
im englischem Maß, erachtet. 
Die Versuche von Bazin, schon 1856 im Aufträge der 
französischen Regierung von Darey mit seinem Assistenten 
Bazin begonnen, von letzterem nach dem 1859 erfolgten Tode 
Darcys fortgesetzt und veröffentlicht, sind erstens mit neu 
hergestellten Kanälen fester Wandung zu verschiedenster 
Jahreszeit, und zweitens mit vorhandenen älteren Kanälen im 
Juli und August 1859 angestellt worden. 26 Versuchsreihen
	        
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