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Volume Nr. 35

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Abb. 10. Erste Ausführung der Dehnungsfuge. 
eisernen Muffenrohr von 1,30 cm (J) hergestellt werden sollte. 
Veranlassung zu der konstruktiven Aenderung bot der zufällige 
Umstand, daß dem Bauamt das Rohrmaterial oh ne Auf Wendung 
neuer Kosten zur Verfügung stand. 
Als erste Arbeit wurde mit der Verzimmerung der Pfahl 
rostfundierung begonnen, worauf die Betonierung der Pfeiler 
fundamente in der fetten Mischung 1 : 4 folgte. Dann wurde die 
Schalung der Brückenpfeiler und des Tragwerkes sogleich in 
der vollen Bauwerklänge hergestellt, um die Betonierung 
möglichst in einem Zuge ausführen zu können (Abb. 8). Zur 
Beurteilung der zulässigen spezifischen Pressung des moorigen 
Bodens unter der Brücke wurden Probebelastungen vorge 
nommen und hierbei der Wert von 0,1 kg/em 2 als höchst 
zulässiger Druck ermittelt. Die hölzernen Stützen der Schalung 
mußten dieser geringen Belastung entsprechend eng gestellt 
werden. Um die Verbindung der beiderseits der Brücke ge 
legenen Wiesenflächen während des Baues aufrecht zu erhalten, 
wurde eine Oeffnung mit dem in Abb. 9 dargestellten Lehr 
gerüst versehen. 
Die Einrichtungen für die Zubereitung des Betons befanden 
sich auf dem nordseitigen Talrande. Der Beton wurde in 
Mischung 1 : 4 (Zement: Kies) als schwerflüssiger Gußbeton 
hergestellt und in Kippwagen nach der Verwendungsstelle, am 
südlichen Ende beginnend, transportiert. Nach genügender 
Erhärtung des Tragwerks wurde das schmiedeeiserne Kanalrohr. 
aufgebracht und verstemmt. Es erfolgte der Einbau der 
Ringarmierung und Schalung für den Umhüllungsbeton des 
Rohres, welcher das gleiche Mischungsverhältnis 1 : 4 wie der 
Beton der Brücke erhielt. Die Sichtflächen des Betons wurden 
Abb, 11. Endgültige Ausführung der Dehnungsfuge. 
schalungsrauh belassen. Die Ausbildung der Dehnungsfugen 
der Rohrleitung geschah gemäß Abb. 10 unter Verwendung von 
Bleiwellen, die sich jedoch nicht bewährten, da sie brüchig 
wurden. Sie sind später durch eine stopfbüchsenartige Kon 
struktion (Abb. 11) ersetzt worden, die sich als absolut dicht 
und dauerhaft erwiesen hat. Um Abwasser für die Düngung 
der benachbarten Ländereien entnehmen zu können, sind zwei 
schmiedeeiserne Stutzen von 100 mm Lichtweite vom Kanal 
rohr nach unten durch den Beton des Tragwerks durchgeführt 
worden; sie werden durch gußeiserne Schieber verschlossen, 
die von einer Steigeleiter aus bedient werden. Die Zapfstellen 
sind von einem mit Torfmull gefüllten Holzkastcn frostsicher 
umschlossen. Der Uebergang des Brückenkanals in den nor 
malen Gefällkanal (Abb. 12) erfolgt an beiden Enden in 
Schieberschächten, mit deren Hilfe nach Einbau der zweiten 
Hälfte des Kanaltrogs im Bedarfsfälle jeweils das eine 
Rohr zur Vornahme von Reinigungs- oder Reparatur 
arbeiten ausgeschaltet werden kann. Sie sind zu diesem Zweck 
mit je zwei Kettenrollenzugschiebern der Firma Geyger- 
Karlsruhe ausgestattet. Sämtliche Arbeiten mit Ausnahme 
der bereits in den Jahren 1915/16 ausgeführten Pfahlrammung 
wurden innerhalb der vertraglichen Frist von 6 Monaten 
erledigt. Da die Bauzeit in die Infiations-Periode fiel, lassen 
sich zutreffende Angaben über die tatsächlichen Kosten kaum 
machen. Als Anhalt kann das Vorkriegs-Angebot von Wayß 
u. Freytag dienen, das für die vollständige Brücke mit rd. 
135000 M abschloß; von dieser Summe entfielen auf die Grün 
dungsarbeiten 34 300 M, auf Pfeiler und Brückentragwerk 
44 800 M und auf den Kanaltrog (Doppelprofil) 55 900 M. 
Abb. 12, Südliches Übergangsbauwerk mit Schieberschacht und Notauslaß. 
M. 1:150.
	        
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