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Volume Nr. 32

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Abb. 3. Meßvorrichtung bei den Versuchen 8 bis 11. 
Zum Kontrollversuch (Setzungswerte durch ein liegendes 
Kreuz gekennzeichnet) wurde der Pfahl 5b gleicher Größe 
und Stärke mit gleicher Hülse gewählt. Auch hier wurde mit 
demselben Erweiterungsbohrer der Fuß verbreitert, der Beton 
jedoch mit der Schüttbüchse eingebracht und festgestampft, 
also nicht unter Druck eingepreßt. Der Preßbetonpfahl 5a 
zeigte eine durch den Druck vermehrte Fuß Verbreiterung, die 
eine etwas größere Tragfähigkeit erzeugte. 
Schließlich wurde noch ein 32 cm starker sechster 
Hülsenpfahl von 8,00 m Länge, ohne Anstrich und ohne Fuß 
verbreiterung, einer Probebelastung unterzogen. Die Trag 
fähigkeit dieses Pfahles im Vergleich zu Pfahl 2 ist entsprechend 
der kleineren Fläche geringer. Der Einfluß der kleineren 
Mantelfläche zeigt sich auch bei diesem Pfahl für den be 
schriebenen Boden als gering. 
Im übrigen wurde noch in einem 42 cm großen Bohrrohr 
vor der Herstellung eines Pfahles mit einer Kreisfläche von 
900 cm 2 in 8,0 m Tiefe eine Belastungsprobe (Versuch Nr. 7) 
angestellt. Bemerkt sei, daß gegenüber den üblichen Be- 
astungs proben der Boden am Rande der Platte nur auf kleiner 
cm Einsenkung 
Abb. 4. Setzungskurven der belasteten Pfähle 8 bis 11. 
Breite (Differenz zwischen Rohrradius und Plattenradius) frei 
von Ueberlagerung war. Die Setzungskurve der Platte ist 
gleichfalls in Abb. 1 aufgetragen. 
Die Pfähle Nr. 8 bis 11. in Längen von 14,00 m her 
gestellt, standen 13,00 m in fast gleichmäßigem, scharfem, 
grauem, im Wasser liegendem Grobsand (nach DIN). Das Raum 
gewicht des trockenen Bodens in natürlicher Lagerung betrug 
1,81; der Hohlraumprozentsatz war 29,9. Der Boden war bis 
zu 19 m als fast gleichmäßig erbohrt. 
Die Belastung dieser Pfähle wurde unter Verwendung von 
zwei stark belasteten Gebäudeteilen als Totlast durch eine 
hydraulische Presse bewirkt. Die Meßvorrichtungen bei den 
Versuchen 8 bis .11 sind in Abb. 3 wiedergegeben. 
Als Pf ah 1 8 wurde ein Hülsenbohrpfahl von 30 cm Durch 
messer mit 4 mm starker, glatter, innen und außen asphal 
tierter Hülse, ohne Armierung in Stampfbeton im Mischungs 
verhältnis 1:4 hergestellt, zur Probe belastung gewählt. Der 
Pfahlfuß erhielt keine Verbreiterung. Nach Abbinden des mit 
der Unterwasserschüttbüchse versenkten und sogleich fest 
gestampften Fußbetons wurde das Wasser aus dem Hülsen 
pfahl entfernt und der weitere Beton eingebracht. Die Prüfung 
des Pfahles wurde 35 Tage nach Fertigstellung vorgenommen. 
Abb. 4 zeigt das Setzungsdiagramm. 
Pfahl 9 war in gleicher Weise ausgebildet. Der Durch 
messer der glatten, innen und außen asphaltierten Hülse betrug 
jedoch 32 cm. Das Setzungsdiagramm gibt den Einfluß der 
Vergrößerung von Pfahlfuß und Mantelfläche wieder. 
Pfahl 10, von gleicher Länge und Ausführung wie Pfahl 8 
und 9, besaß ein stark verrostetes und vernarbtes Mantelrohr 
von 30 cm Durchmesser. (Die Hülse war nur innen asphal 
tiert.) Wie das Setzungsdiagramm Nr. 10 in Abb. 4 erkennen 
läßt, ist der Einfluß der größeren Mantelreibung wesentlich. 
Mit Pfahl 11 wurde ein weiterer Pfahl, gleicher Länge 
und Ausführung wie Pfahl 9, mit glatter, außen und innen 
asphaltierter Hülse, jedoch vom Durchmesser 40 cm, gewühlt. 
Den Einfluß der Vergrößerung von Pfahlfuß und Mantelfläche 
zeigt sein Setzungsdiagramm in Abb. 4 deutlich. 
Auch bei diesen Versuchen wurde in einem Bohrrohr von 
40 cm Durchmesser auf der Gründungskote der Pfähle mit 
einer 900 cm 2 großen Kreisfläche ein Belastungsversuch (Ver 
such Nr. 12) durchgeführt, dessen Setzungskurve gleichfalls, 
des besseren Vergleichs wegen, in Abb. 4 aufgetragen w r orden ist. 
M I T T EILUNG E N. 
Hans Krey zum Gedächtnis. 
In der preußischen Versuchsanstalt für Wasserbau und Schiff 
bau in Charlottenburg fanden sich am 13. Juli die nächsten 
Angehörigen des vor drei Jahren verstorbenen Leiters, Professor 
Dr.-Ing. e. h. Krey, die Vertreter des Ministeriums für Land 
wirtschaft, Domänen und Forsten und des Vereins deutscher 
Ingenieure ein, um gemeinsam mit dem Personal der Anstalt 
in schlichter Feier ein Bronzebild von Krey zu enthüllen, das 
der Amerikaner John R. Freeman in Providence gestiftet hat. 
Der Bildhauer Eberhard Encke hat es geschaffen. Es ist im 
Eingang zu dem Erweiterungsbau angebracht, der nach den 
Plänen von Krey in den letzten Jahren errichtet worden ist. 
Professor Seifert — Kreys Nachfolger — würdigte dessen 
Forschungen auf dem Gebiete der Bodenmechanik und der 
Hydrodynamik, die sich zum Teil auf Neuland bewegen, zum 
Teil wesentliche Fortschritte in der Erkenntnis darstellen; 
in der Praxis haben sie sich vielfach als ungemein nutzbringend 
erwiesen. Der älteste der Mitarbeiter Kreys, Regierungsbau- 
Oberinspektor Maaß, legte im Namen der Belegschaft einen 
Eichenkranz in dankbarem Gedenken an den gütigen Menschen 
nieder. Geheimer Baurat Prof, de Thierry brachte für die 
zahlreichen Freunde und Verehrer Kreys einen Lorbeerkranz 
mit den schleswig-holsteinischen Farben für den heimattreuen 
Mann. Dann übergab Ministerialdirigent Thomas, unter 
Würdigung der vorbildlichen Persönlichkeit Kreys, das Bildnis 
in die Obhut der Versuchsanstalt. Der älteste Sohn, Hans 
Siem Krey, sprach den Dank der Familie an den Stifter und 
an die Redner aus. 
Der Stifter des Bildwerkes ist der weitblickende Anreger des 
wasserbaulichen Versuchswesens in den Vereinigten Staaten. 
Er erkannte den Vorsprung Europas auf diesem Gebiete. Auf 
eigene Kosten entsandte er — und entsendet noch heute — 
junge und ältere Ingenieure nach Europa, damit sie hier in den 
Laboratorien die Arbeiten von Grund auf kennen lernen und
	        
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