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Volume Nr. 31

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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stromwicklung und. vertikaler Welle, der für jede Stromart 
verwendbar ist. Es ist nur nötig, ihn für die im Leitungsnetz 
herrschende Spannung zu. bestellen. Die Nennleistung des 
Motors beträgt etwa 0,5 PS bei 6800 Umdrehungen in der 
Minute. Der Motor besitzt Kugellagerung mit großen anschlie 
ßenden Schmiergefäßen, die mit einem säurefreien konsistenten 
Fett angefüllt sind, das erst bei 120° C flüssig wird. Der Motor 
ist mit einem Windflügel ausgerüstet, der im Betriebe die im 
Kessel der Schwimmboje befindliche Luft in wirbelnde 
Bewegung versetzt und so für Kühlung sorgt, die von 
außen her durch die Förderflüssigkeit unterstützt wird. 
3. Die Zentrifugalpumpe (vgl. Abb. 1 und 2), die wasserdicht 
gegen das Innere der den Elektromotor einschließenden Boje 
unten an derselben befestigt ist und mit vertikaler Welle von 
dem Motor direkt angetrieben wird. Sie befindet sich immer 
unter Wasser und besteht aus Leichtmetall, das von Rost, 
Säuren und Basen nicht angegriffen wird. Die Förderflüssigkeit 
läuft der Pumpe durch den Saugstutzen zu über ein Filtersieb, 
das grobe Verunreinigungen und alle den Betrieb der Pumpe 
störende Fremdkörper zurückhält; sie wird dann von der 
Pumpe über den Druckstutzen in den Anschluöschlauch ge 
drückt. Die Schwimmpumpe fördert durch Druck unter Ver 
wendung eines einzölligen Wasserschlauches ohne Düse bei 
der Nennspannung des Motors, je nach der Schlauchlänge, 
die bis zu 80 m und mehr betragen kann, und je nach der 
manometrischen Förderhöhe bis zu 20 m im Höchstfall, 
Flüssigkeitsmengen ohne Höhenförderung und ohne Schlauch 
widerstand bis zu 180 1. 4. Die Dichtung (vgl. Abb. 2) 
in Gestalt einer Stopfbuchsendichtung zwischen Motor 
und Pumpe; sie ist derart in den Saugraum der Pumpe 
eingebaut und ausgeführt, daß sie während des Betriebes 
stets unter einem Unterdrück von etwa 30 mm Wassersäule 
steht, d. h. sie hat das Bestreben, Luft vom Motorraum 
in den Pumpenraum zu saugen, wodurch auch dem 
Eindringen von Feuchtigkeit in den Motorraum entgegen 
gewirkt wird. 
Die Schwimmpumpe kann — worauf zum Schluß noch 
hingewiesen sei — mit einem automatischen Schutzschalter 
versehen werden, um den Hauptstrommotor bei Leerlauf der 
Pumpe nötigenfalls selbsttätig abzustellen. 
Das Gewicht der Hawig - Schwimmpumpe beträgt etwa 
15 kg. Sie ist also leicht transportabel. Ihr Preis stellt 
sich zurZeit auf 300 RM ohne und 320 RM mit automatischem 
Schutzschalter. Oberingenieur F. A. Förster. 
MITTEILUNGEN. 
Max Kumbier 40 Jahre im Dienst. 
Berechtigte Freude ging durch die Reihen der beamteten 
Techniker, als zum 1. April 1921 der Reichspräsident einen der 
ihrigen, den Geheimen Oberbaurat Ministerialrat Kumbier, 
zum Staatssekretär bei den Eisenbalmabteilungen des Reichs 
verkehrsministeriums ernannte. Der eTste fachtechnische Be 
rater des Feldeisenbahnchefs während des Krieges hatte damit 
eine wohlverdiente Ehrung erfahren. Am 22. Juli d. J. konnte 
Kumbier, dem inzwischen noch zahlreiche andere Auszeich 
nungen zu Teil wurden — u. a. die Würde eines Doktor-Inge 
nieurs ehrenhalber der Technischen Hochschule Stuttgart —, 
als Direktor der Betriebs- und Bauabteilung und Vorstands 
mitglied der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft auf eine 
40jährige Dienstzeit bei der Eisenbahn zyrückblicken, und mit 
freudigem Stolz denken dieses Ehrentages seine alten und 
jungen Fachgenossen. 
Hochschulen. 
Die Würde eines Doktor-Ingenieurs ehrenhalber 
haben verliehen: Rektor und Senat der Technischen Hoch 
schule Danzig dem Professor Karl Emil Jac o by in Riga,,wegen 
seiner Verdienste als langjähriger Lehrer, als wissenschaftlicher 
Forscher und erfahrener Ingenieur auf dem Gebiete des Wasser 
baues^ ; dem Geheimen Regierungsrat Professor Dr. h. c. 
Ludwig Borchardt in Kairo „in Anerkennung seiner bahn 
brechenden und führenden Leistungen auf dem Gebiete der 
Bauforschung in Aegypten“; dem Geheimen Admiralitätsrat 
Professor Dr. phil. Emst Kohlschütter in Potsdam „wegen 
seiner ganz besonders hervorragenden Verdienste um die Zu 
sammenfassung des gesamten Vermessungswesens der deutschen 
Gliedstaaten und in den einzelnen Ländern“; — Rektor und 
Senat der Technischen Hochschule Dresden anläßlich der 
Gründungsfeier der Hochschule am 20. Juni 1931: auf ein 
stimmigen Antrag der Hochbau-Abteilung dem Professor Paul 
Schmitthenner in Stuttgart, „dem ausgezeichneten Bau 
künstler und Lehrer“; auf einstimmigen Antrag der Mecha 
nischen Abteilung dem Direktor der Motoreniabrik Deutz, 
Dipl.-Ing. Franz Schultz-Balluff, „in Anerkennung der 
Förderung des deutschen Motorenbaues und der Fürsorge für 
die Ingenieur-Erziehung sowie der erfolgreichen Vertretung 
deutscher Technik gegenüber dem Auslände“; dem Oberinge- 
nieur Karl Arnhofd in Gelsenkirchen „für seine Verdienste 
um die Ausbildung und Erziehung des Arbeiternachwuchses 
für unsere Industrie und um den Ausbau des Fabrikschulungs- 
wesens“; dem Direktor der Hermsdorf-Schomburg-Isolatoren 
G.m.b.H. in Hermsdorf i. Thür., Johann Friedrich Scheid, 
„in Anerkennung seiner hervorragenden Verdienste um die Ent 
wicklung der Hochspannungs-Porzellan-Isolatoren"; auf ein 
stimmigen Antrag der Chemischen Abteilung dem Oberregie 
rungsrat Professor Dr. phil Josef Houben in Berlin „in An 
erkennung der Verdienste, die er sioh durch das ,Handbuch 
der organischen Chemie* um die wissenschaftliche Forschung 
erworben hat“. 
Konstruktion und Ausführung. 
Richtlinien für Hauskläranlagen. 
Hauskläranlagen gehören mit zu den unerfreulichsten Dingen, 
mit denen sich Verwaltungs- und Aufsichtsbehörden in der 
Praxis zu beschäftigen haben. Man weiß, daß diese Einzel 
anlagen grundsätzlich schlecht und unerwünscht sind, läßt 
sich aber schließlich doch in vielen Fällen dazu bereden, sie 
widerwillig zu genehmigen oder stillschweigend zu dulden. 
Nach und nach wurden Richtlinien der obersten Landes 
stellen herausgegeben in der Hoffnung, man könnte die lästige 
Angelegenheit dadurch einigermaßen erträglich regeln. Be 
sondere Bedeutung haben in dieser Beziehung, weil sie für den 
größten Bezirk gelten, die preußischen Richtlinien für die 
Beurteilung und Zulassung von Hausklärgrvben und Grund 
stückskläranlagen gewonnen. Sie sind Ende 1929 von der 
Landesanstalt für Wasser-, Boden- und Lufthygiene in Berlin 
aufgestellt worden und als Sonderdruck aus der Zeitschrift 
„Volkswohlfahrt“ 1930, Nr. 1, im Verlag von Carl Heymanns, 
Berlin W 8, erschienen. 
Hier werden zunächst die grundsätzlichen Bedenken gegen 
Hauskläranlagen dargelegt und durchaus richtig die Fälle 
aufgezählt, wo Hausldäranlagen „eigentlich“ überhaupt nicht 
angewendet werden sollten. Leider haben sich die preußischen 
Richtlinien aber praktisch dahin ausgewirkt, daß wir jetzt 
vielfach Hauskläranlagen nach amtlichen Vorschriften haben*). 
Die Richtlinien bemühen sich, möglichst keinem wehe zu tun, 
und lassen sich daher leicht so auslegen, daß man im Einzelfali 
das Gregenteil von dem allgemeinen Ziel für wünschenswert 
halten kann. 
Nach den schlechten Erfahrungen mit den preußischen Richt 
linien betrachtet man die vor kurzem erschienenen bayerischen 
Richtlinien für die Beurteilung, Zulassung, Bemessung und 
Bedienung von Hauskläranlagen zunächst mit einigem Miß 
trauen. Sie sind aufgestellt Von der bayerischen Landesstelle 
für Gewässerkunde, der Biologischen Versuchsanstalt und dem 
Hygienischen Institut der Universität München. Zu beziehen 
sind sie von der Ländesstelle für Gewässerkunde, München, 
Königinstraße 3. Sie unterscheiden sich aber von den preußi 
schen Richtlinien dadurch, daß sie nur halb so lang und von 
erfrischender Deutlichkeit sind. Hier werden die Sünden der 
Vergangenheit knapp und treffend dargestellt. Die bayerischen 
Richtlinien fassen die Aufgabe mehr vom praktischen Stand 
punkt aus auf. Sie weisen auf eine Tatsache hin, die bisher 
viel zu wenig beachtet worden ist: Hauskläranlagen sind im 
allgemeinen nicht nur viel schlechter, sondern auch viel teuerer 
als eine gemeinsame Ortsentwässerung, Das ist ein Grund, 
der in der Praxis durchschlagen wird und. sicher schwerwiegender 
ist als die schönsten wissenschaftlichen Ueberlegungen. Im 
einzelnen wird diese Feststellung mit Zahlen belegt. 
Mit der Ausführung und den Abmessungen von Hausklär 
anlagen beschäftigen sich die bayerischen Richtlinien nur ganz 
kurz. Schon äußerlich wird, dadurch angedeutet, daß sdche 
Anlagen nur in Ausnahmefällen errichtet werden sollen. 
Die bayerischen Richtlinien gegen Hauskläranlagen können allen 
Beteiligten, Aufsichtsbehörden und Stadtbaumeistem als treff 
liche und brauchbare Waffe in dem Kampf für sachgemäße 
Entwässerung dringend empfohlen werden. 
Essen. Mahr. 
• ' *) Vgl. auch S. 251 d. Bl. „Abwauer-HauBklinudagen“.
	        
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