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Volume Nr. 31

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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Als Rechtsform für Bausparkassen werden nur Aktien 
gesellschaften, Kommanditgesellschaften auf Aktien oder Ge 
sellschaften mit beschränkter Haftung zugelassen, dagegen 
soll die Genossenschaftsform in Zukunft nicht mehr anwendbar 
sein. Für in Genossenschaftsform bestehende Bausparkassen 
sind Uebergangsvorschriften vorgesehen. 
Dem bisher oft beklagten Mangel einer ausreichenden 
Publizität und Durchsichtigkeit der Geschäftspläne und Spar 
und Darlehnsbedingungen hilft das Gesetz durch Einführung 
von Mindestanforderungen an diese Unterlagen ab, und damit 
wird hoffentlich den unverantwortlichen Werbemethoden 
mancher Bausparkassen, die mit haltlosen und unerfüllbaren 
Versprechungen Bausparer zu werben suchen, ein Ende ge 
macht werden. Nichts hat dem Bauspargedanken und den 
solide und ehrlich geleiteten Bausparkassen so geschadet wie 
diese Werbemethoden mit den naturgemäß nachfolgenden 
Enttäuschungen der verführten Bausparer. 
Wenn das Gesetz aus guten Gründen die Rechtsform 
der Genossenschaft ablehnt, so hat es doch richtig erkannt, 
daß eine Auslieferung der Bausparer an Bausparkassen, deren 
Rechtsform den Sparern keinerlei .Einfluß auf die Geschäfts 
gebarung vorbehält, schweren Bedenken begegnet, falls nicht 
anderweit die Wahrung der Interessen der Bausparer sicher 
gestellt wird. Deshalb soll in Zukunft bei jeder Bausparkasse ein 
vom Reichsaufsichtsamt bestellter Vertrauensmann darüber zu 
wachen haben, daß die Zuteilungen geschäftsplanmäßig erfolgen. 
Das Reichsaufsichtsamt kann dem Vertrauensmann weitere Auf 
gaben übertragen. Daneben sind Buchführung und Rechnungs 
abschlüsse der Bausparkassen alljährlich durch besondere Prü 
fer nach Grundsätzen, welche die Aufsichtsbehörde bestimmen 
kann, zu prüfen; der Prüfungsbericht mit den Bemerkungen 
der Verwaltung ist dem Aufsichtsamt vorzulegen, das erforder 
lich erscheinende Ergänzungen der Prüfung veranlassen kann. 
Auch im übrigen ist die Aufsichtsbehörde berechtigt und ver 
pflichtet, den gesamten Geschäftsbetrieb der Bausparkassen zu 
überwachen und alle Anordnungen zu treffen, welche geeignet 
und erforderlich- sind, den Geschäftsbetrieb mit den gesetz 
lichen Vorschriften und dem Geschäftsplan im Einklang zu 
erhalten oder Mißstände zu beseitigen, durch welche die Inter 
essen der Bausparer gefährdet werden. 
Durch die Unterstellung der Bausparkassen unter die 
Aufsicht des Reichsaufsichtsamts erwächst diesem eine völlig 
neue, ebenso schwierige wie verantwortliche Aufgabe. Der 
Verzicht des Gesetzes auf materielle Rechtsvorschriften be 
deutet keinen Verzicht der Staatsgewalt auf materielle Ein 
griffe in das Bauspar wesen, im Gegenteil. Das Reichsaufsichts 
amt wird sich nicht scheuen dürfen, mit eisernem Besen da 
auszufegen, wo offenbare Mißstände vorhanden sind, und ein 
beträchtlicher Teil der heutigen Bausparkassen wird das Sieh 
des Zulassungsverfahrens nicht oder doch nicht ohne ganz 
wesentliche Aenderungen passieren können. Umso ängstlicher 
aber wird sich das Aufsichtsamt davor hüten müssen, zunächst 
mehr zu tun, als Sauberkeit und Ehrlichkeit da zu schaffen, 
wo diese heute fehlen. Keinesfalls wird es in den Fehler ver 
fallen dürfen, den das Gesetz bewußt und erfolgreich vermieden 
hat, Entwicklungsmöglichkeiten da abzuschneiden, wo ver 
antwortungsfreudiger Wille zur Fortbildung der Erkenntnis 
und zur Nutzbarmachung dieser Erkenntnisse in der Praxis 
strebt. Dann kann und wird unter zielbewußter, aber behut 
samer Leitung des Aufsichtsamts das Bausparwesen in 
Deutschland zu einem wirtschaftlichen Faktor werden, dessen 
soziale Bedeutung schon an den bisherigen positiven 
Leistungen und an der Zahl der deutschen Bausparer er 
messen werden kann. 
ELEKTUISCIIE SCIIWIMMPUMPE. 
Auf der diesjährigen Wanderausstellung der „Deutschen 
Landwirtschafts-Gesellschaft“ in Hannover war eine leicht 
transportable, elektrische, selbstansaugende Schwimm 
pumpe unter der Bezeichnung „Hawig-Schwimmpumpe“ 
ausgestellt, die für mannigfache Zwecke verwendbar sein 
dürfte. Diese patentrechtlich geschützte Pumpe (Abb. 1 und 2) 
wird lediglich in Brunnenschächte, in offene Gewässer, wie 
Seen, Flußläufe, Wassergräben und dergl. m. eingesetzt 
(vgl. Abb. 3), und der Pumpbetrieb kann nach Anschluß des 
Abb. 1. Hawig-Schwimmpumpe. 
1. Frischluftventil. 
2. Boje. 
3. Kohlenbürsten. 
4. Erdung. 
5. Motor. 
6. Preßbuchse. 
7. Saugsieb. 
8. Pumpenkörper. 
9. Ventilator. 
10. Schlauchanschluß. 
Abb. 2. Inneneinrichtung der Schwimmpumpe. 
elektrischen Pumpenmotors an ein Leitungsnetz beginnen. 
Die bei sonstigen Pumpenanlagen erforderlichen Rohrleitungen 
sowie die Montage der Pumpe und des Zubehörs entfallen hier 
völlig. Unter den Verwendungsmöglichkeiten der Pumpe 
seien besonders genannt: Bewässerung von Gartenland, 
Wasserförderung in einen Tank oder sonstigen Behälter, auch 
für die Hauswasserversorgung oder für Feuerlösch zwecke, Betrieb 
künstlicher Beregnungsanlagen, Grundwasserabsenkung in 
Baugruben, Wasserförderung aus Tiefbrunnen mit einem 
Wasserspiegel von mehr als 8 m Tiefe unter dem Gelände 
niveau, für die sonst nur Abteuf schacht- und Tauchpumpen 
in Frage kommen würden, kurzum zur Förderung von Flüssig 
keiten jeglicher Art mit Temperaturen bis zu 50° C auf Druck 
höhen bis zu 20 m. 
Die Hawig-Schwimmpumpe besteht aus folgenden vier 
Hauptteilen: 1. Die Schwimmboje, ein mit Luft gefüllter Metall 
kessel, der, ringsum luft- und wasserdicht abgeschlossen, der 
Pumpe die Schwimmfähigkeit gibt. In seinem Innern ist der 
Elektromotor zum Betrieb der Pumpe eingebaut. Die Pumpe ist 
unten am Boden der Boje über einen soliden Abdichtungs- 
Gummiring mittels 6 Schrauben — wie in Abb. 1 erkennbar — 
befestigt. Zum Ausgleich des unterschiedlichen Luftdruckes, 
der durch die Erwärmung während des Betriebes und durch 
die Abkühlung nach erfolgtem Stillstand der Pumpe im Innern 
der Boje entsteht, ist auf der Oberseite des Metallkessels ein 
Luftventil vorgesehen, das in Abb. 1 und 2 als kleiner 
zylindrischer Aufsatz zu erkennen ist. 2. Der Elektromotor 
(vgl. Abb. 2), ein sogenannter Universalmotor mit Haupt- 
Abb. 3. Die Schwimmpumpe in einem Wasserlauf.
	        
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