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Volume Nr. 31

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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GESCHÄFTSHAUS UND UMFORMERWERK „ALEXANDERPLATZ“. 
BERLINER UNTERGRUNDBAHN. 
Architekt: Professor Alfred Grenander (f), Berlin. 
Im Zusammenhang mit dem Bau der zweiten Nordsüd 
linie der Berliner Untergrundbahn von Gesundbrunnen über 
Alexanderplatz bis Neukölln, die im April 1930 eröffnet wurde, 
entstanden drei neue Stromversorgungsanlagen: die Umformer 
werke Hermannplatz, Pankstraße und Alexanderplatz. Uber 
die bauliche Erscheinung der beiden ersten ist im Jahrg. 1929 
d. Bl. auf S. 825 ff. berichtet worden. Das Umformerwerk 
Alexanderplatz, das sechs Großgleichrichter zu je 1100 kW 
faßt und das zugleich die Fernsteuerung des bedienungslosen 
Umformerwerkes Pankstraße besorgt (Einrichtung Siemens- 
Schuckert), ist ein zweigeschossiger Bau auf dem Hinter 
gelände eines Eckgrundstückes an der Kaiser-Wilhelm-Straße 
und Dircksenstraße. In unmittelbarer Nähe liegt der Alexander 
platz, ein Verkehrsknoten erster Ordnung, an dem vier Unter- 
grundlinien in einem zweigeschossigen unterirdischen Bahnhof 
Zusammentreffen, den die Stadtbahn schneidet und der das 
Zentralmarkthallengebiet erschließt. Gründe genug, das Grund 
stück in seinem vorderen Teil, der bogenförmig von der Unter 
grundbahn unterfahren wird, stark auszunutzen. Das geschah 
in einem siebengeschossigen Bürohaus, dessen Erdgeschoß und 
erstes Obergeschoß für Läden und Geschäftsräume bestimmt 
sind. Im äußeren Aufbau zeigen Umformergebäude und 
Bürohaus die gleiche straffe Haltung, die im wesentlichen 
von der Klinkerverblendung bestimmt wird. Scheiben- und 
Fensterumrahmungen sind beim Bürohaus, das als Stahl 
skelett konstruiert ist, mit Muschelkalk verkleidet, beim Um 
former tritt an Stelle des Natursteins das struktive Element 
des Betons, entsprechend seinem Aufbau als Eisenbeton 
skelett. Die Fenster charakterisieren die verschiedenen Ge 
bäudeinhalte : Beim Umformer setzen sich in weitem Abstande 
hochformatige Eisenfenster bündig in die Fläche, beim Büro 
haus reihen sich breitgelagerte Holzfenster in kräftigem Relief 
zu langen Horizontalen. Der knappe und zügige Charakter 
des Äußern ist im Innern übersetzt in helle, glatte Flächigkeit, 
die beim Umformer die Rhythmik der technischen Apparatur 
in voller Stärke sprechen läßt. Die Baukosten betrugen für 
das Geschäftsgebäude rund 2 200 000 RM, für den Umformer 
rund 1 200 000 RM. Mitarbeiter bei Entwurf und Ausführung 
war Dipl.-Ing. Tschimmer. Jedes Gebäude beanspruchte 
etwa ein Jahr Ausführungszeit. 
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UmformerwerJc, Längsschnitt. 
Umjormerwerh, Querschnitt.
	        
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