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Volume Nr. 16

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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MITTEILUNGEN. 
Hochschulen. 
Zu Ehrensenatoren 
haben ernannt: Rektor und Senat der Technischen Hochschule 
Breslau den Oberpräsidenten der Provinz Oberschlesien 
Dr. jur. Hans Lukaschek in Oppeln, „den tatkräftigen Ver 
teidiger deutscher Kultur im gefährdeten Osten 54 ; — Rektor 
und Senat der Technischen Hochschule Karlsruhe auf ein 
stimmigen Antrag der Abteilung für Chemie den Verlags 
direktor Hermann Degener in Berlin „in Anerkennung seiner 
großen Verdienste, die er den deutschen chemischen Vereini 
gungen und damit der deutschen Wissenschaft und Industrie 
durch den Aufbau und die umsichtige, erfolgreiche Leitung des 
Verlages Chemie während eines Jahrzehntes geleistet hat.“ 
Technische Hochschule Aachen. 
Der Privatdozent für Mathematik Dr. Heinrich Graf bei der 
Fakultät für Allgemeine Wissenschaften der Technischen Hoch 
schule Aachen ist zum außerordentlichen Professor ernannt 
worden. 
* 
ßeebrücke auf Senkbrunnen. 
Zu dem Aufsatz auf S. 222 d. Bl. wird uns mitgeteilt, daß der 
Bau der Anlegemole bei Le Vcrdon {Seebrücke) von der 
Arbeitsgemeinschaft Julius Berger Tiefbau Akt.«Ges., Berlin, 
und der Firma Hersenfc, Paris, ausgeführt wird. 
Wettbewerbe. 
Keichswettbewerb zur Förderung des wirtschaftlichen Massiv 
deckenbaues für Wohnhäuser (vgl. 1930 d. Bl., S. 527). 
Der allgemeine Inhalt der Aufgabe ging dabin (gekürzt), orts 
übliche, massive Deckenkonstruktionen, oder andere, bekannte, 
technisch und -wirtschaftlich empfehlenswerte Bauarten oder 
verbesserte Deekenkonstruktionen oder neu durchgebildete 
Bauarbeiten einander prüfend gegenüberzustellen und ihre Vor 
teile gegenüber der ortsüblichen Holzbalkendecke zu kenn 
zeichnen. Diese Gegenüberstellung hat sich auf trägerlose 
Eisenbetondecken und auf Stahlträgerdecken (Normen- oder 
Spezialprofile) zu erstrecken. „Als Ziel der Untersuchung wird 
gefordert, daß eine oder wenige Deckenbauarten als Best 
formen massiver Decken zum Ersatz der Holzbalkendecke im 
Wohnungsbau herausgehoben werden. Dabei sind alle Ver 
gleichspunkte — bauliche, geldliche, volkswirtschaftliche, ge 
sundheitliche, feuerschutz-, wärme- und schalltechnische usw. 
■— klar darzustellen und im Erläuterungsbericht gegeneinander 
zum Hervorheben der Bestform abzuwägen. Die vorgeschlagene 
Bestform kann sein: eine bekannte Decke oder eine Umfor- 
mung einer vorhandenen Deckenbauart oder ein neuer Kon 
struktionsvorschlag.“ Es folgen dann eine Reihe von Einzel 
angaben, namentlich die Zahlcnunterlagen für die verglei 
chende Beurteilung, die hier aus Raummangel nicht wieder 
gegeben werden können. 
Trotz der umfassenden Unterlagen, die der Auslobung bei 
gegeben waren, ergab sich im Laufe der Bearbeitung eine er 
hebliche Anzahl von Rückfragen, so daß den Bearbeitern 
meines Wissens 15 umgedruckte Nachtragsfragen mit den zu 
gehörigen Antworten übersandt werden mußten. 
Es war also im voraus gewissermaßen vorgeechrieben, die 
wirtschaftliche Ueberlegcnheit von Bestformen massiver 
Decken gegenüber den Holzbalkendecken darzutun. Inwie 
weit dies geschehen ist, konnte nach den bisher zugänglichen 
Unterlagen noch nicht festgestellt werden, wird aber nach 
geholt werden können, wenn die Ergebnisse öffentlich aus 
gestellt werden (s. unten). 
Die Zielstellung der Aufgabe in Verbindung mit den sehr all 
gemein gehaltenen Anforderungen beweist schon durch die 
Notwendigkeit der zahlreichen nachträglichen Fragen, daß ein 
derartiges konkretes und wirtschaftliches Ziel nicht unein 
geschränkt Gegenstand eines Wettbewerbes sein kann und muß, 
wenigstens nicht eines Ideen- oder Entwurfwettbewerbes im 
üblichen Sinne, auf den Verbandsbestimmungen zugeschnitten 
sind. Das Preisgericht spricht sich selbst über diesen Punkt 
folgendermaßen aus: „Das Ziel des Wettbewerbes lag in erster 
Linie darin, zu einer vergleichenden kritischen Betrachtung von 
Massivdecken zu kommen und eine Decke als Bestform zu ent 
wickeln, die für bestimmte Verhältnisse als besonders günstig 
in Konstruktion und Wirtschaftlichkeit zu gelten hat. Dabei 
war nicht verlangt, daß die vorgeschlagene Bestform etwas un 
bedingt Neues darstellen sollte; den Forderungen des Wett 
bewerbes konnte auch durch Heraushebung eines bekannten 
und bewährten Systems in vollem Umfange entsprochen 
werden.“ Und ferner: „Das Gesamtergebnis des Wettbewerbes 
hat den Zielen der Ausschreibung zweifellos in hohem Maße und 
in weitgehendem Umfange entsprochen. Freilich kann auch in 
einem gewissen Sinne auf eine Unvollständigkeit hingewiesen 
werden. Manche Bewerber haben sich von dem Wunsche 
leiten lassen, möglichst etwas Neues zu bieten; daher dürfte es 
sich erklären, daß manche gute und bewährte Konstruktion 
nicht in die engste Wahl gekommen ist, weil sic überhaupt 
fehlt oder nur unvollkommen bearbeitet worden ist. Aus 
drücklich muß betont werden, daß die güte Bewertung einer 
Decke in diesem Preisausschreiben noch keinerlei Maßstab für 
ihre Güte im Vergleich zu anderen Deckensystemen abgibt. 
Wenn eine Deckenart bei der Preisverteilung besser abge 
schnitten hat als eine andere, so soll hiermit keine Vergleichs 
bewertung der Deckensysteme untereinander zum Ausdruck 
gebracht werden.“ Und schließlich: „Als Gesamtergebnis des 
Wettbewerbes darf auch hervorgehoben werden, daß die Ar 
beiten hinsichtlich der technischen und wirtschaftlichen Ge 
sichtspunkte einen ausgezeichneten Ueberblick über den 
jetzigen Stand des Deckenbaues geben und daß ihre Ergeb 
nisse mit den praktischen Erfahrungen besonders der letzten 
Jahre übereinstimmen.“ 
Der Preisspruch kommt zu dem auf S. 209 d. Bl. mitgeteilten 
Ergebnis, das sich mit diesen bedingten Aeußerungen im Ein 
klang befindet. Im ganzen waren nahezu 200 Arbeiten einge- 
f angen, von denen eine außergewöhnlich große Anzahl wegen 
'ormfehlem oder nicht erschöpfender Bearbeitung ausge 
schieden werden mußte. Es ist dies wohl zum Teil auch darauf 
zurückzuführen, daß die Praktiker, die sich in großer Zahl an 
diesem Wettbewerb beteiligt hatten, in der Einhaltung .von 
Formvorschriften nicht genügend geschult und dadurch in 
Nachteil gekommen sind. Aus dem umfangreichen Gutachten 
des Preisgerichtes, das die in engere Wahl gekommenen Ar 
beiten sehr eingehend würdigt und vergleicht, geht ebenfalls 
hervor, wie schwierig es war, die Arbeiten wertmäßig gegen 
einander abzuwägen. Wenn man über diese in der Natur der 
Sache liegenden Hemmungen hinwegsieht, kann man mit Ge 
nugtuung feststellen, daß trotzdem eine Fülle wertvollen 
Materials zutage gekommen ist, das unzweifelhaft in gesich 
teter Form der Fachwelt und der Oeffentlichkcit zugänglich 
gemacht werden muß, auch wenn damit kein unbedingter Be 
weis für die Ueberlegenheit dieser oder jener Deckenform er 
bracht ist. 
Im Vordergründe der Bewertung steht eine gestelzte Beton 
plattendecke zwischen I-Trägern, ferner eine Eisenbeton 
rippendecke in steifer Armierung oder mit Rundeisenbeweh 
rung, schließlich eine Stahlträgerdecke mit Zement- oder Bims 
dielen, auf die Unterflansche der Träger aufgelegt. Als träger 
lose Eisenbetondecke ist ferner die bekannte Eisenbetonrippen 
decke mit Tonhohlkörper als wirtschaftlich nachgewiesen, ein 
System, das sich in der Praxis bereits in den verschiedensten 
Formen bewährt hat. Das Grundsätzliche aller bekannten 
Formen ist jedenfalls ■ in den Bearbeitungen vertreten, ferner 
zahlreiche neue Formen und lehrreiche Abänderungen und Er 
gänzungen bekannter Systeme. 
Immerhin erscheint es fraglich, ob es unbedingt geboten ist, 
den Holzbau so planmäßig zu verdrängen, wie es bei diesem 
Wettbewerb als Ziel herausgestellt wurde. In ländlichen 
Gegenden, namentlich in Waldgebieten, und bei bescheidenen 
Mitteln und Ausstattungsansprüchen der Bauherren wird man 
dem Holzbau immer noch ein gewisses Wirkungsgebiet lassen 
müssen, schon um die jetzt ohnehin reichlich gespannte Arbeits 
verteilung nicht noch schwieriger zu gestalten. 
Dr.-Ing. Hasse. 
Die öffentliche Ausstellung der Arbeiten vom Reichswettbewerb 
zur Förderung des wirtschaftlichen Massivdeckenbaues für 
Wohnhäuser findet vom 18. tys 23. Mai d. J. im Lichthof 
der Technischen Hochschule Berlin, Charlottenbure, Berliner 
Straße 170—172, statt. 
Jüdisches Krankenhaus in Zagreb 
(vgl. 1930 d. BL, S. 495). Eingegangen waren 225 Entwürfe. 
Ein erstem Preis wurde nicht erteilt; je einen zweiten Preis von 
30 000 Dinar erhielten Architekt Dipl. - Ing. Heinz Thoma, 
Düsseldorf, und Architekt Dipl.-Ing. Josef Neufeld mit Archi 
tekt Sigmund Ochs, Berlin-Halensee; einen dritten Preis von 
20 000 Dinar die Architekten Dipl.-Ing. St. Gombos und 
W. Kauzlaric, Zagreb; einen vierten Preis von 15 000 Dinar 
Dipl.-Ing. Emest Weißmann, Paris. Außerdem wurden 
drei Arbeiten zu je 8300 Dinar angekauft.
	        
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