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Volume Nr. 28

Full text: Zentralblatt der Bauverwaltung vereinigt mit Zeitschrift für Bauwesen (Public Domain) Issue 1931 (Public Domain)

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und mit dem bei Rohrleitungen üblichen Zeichen X = 4g 
]/Ä= ]/4 ■ 1,587a Q — \/a k oder a k — 6,35a e - 
Dies ergibt nach den Versuchsergebniasen erstmals glaub 
hafte, endlich vergleichbare Werte der bisher bei Kanälen 
gefundenen oq mit den bei gleicher Wandrauheit gefundenen a\ 
bei Rohrleitungen; z. B. zeigen mehrere Aquädukte mit ge 
glättetem Zement = 0,044 bis 0,045, somit a Q ^ 0,00194 
bis 0,00202, also ^^=6,35 0,0123 bis 0,0128; und im Ein 
klang damit ergeben sehr glatte gefüllte Zementrohre von 0,15 
bis 4,42 m Durchmesser ein a* — 0,0120 bis 0,0130; dasselbe ax 
findet sich bei Rohren von Blei, Glas, Messing und neuem 
asphaltiertem Eisen. 
Die anfangs erwähnte Formel für Vq müßte somit ver 
allgemeinert geschrieben werden 
vi-V^V^P+VW- <”> 
Es wäre unrichtig, in dieser auch für gefüllte Rohrleitungen 
gültigen Gleichung Ö durch die Länge Rh zu ersetzen, wie es 
bisweilen geschieht; denn dies würde für kreisrunde Rohre, 
mit ihrem Rh = «f/4 und x — 8 im zweiten Summanden von 
l/ß, zunächst zu "j/ 
SxZ 
dv ’ 
dann bei laminarem Fließen zu 
]/ A = ]/ 4 0 *|/~ v ~ = l / 2> f v Z führen, wogegen für 
diese Rohre bekannterweise 
V- 
dv 
gefordert wird. Da 
gegen ist bei Kanälen und Flüssen S = mittlere Wassertiefe f, 
und bei Flüssen mit ihrem großen — erfahrungsgemäß t R n \ 
t 
o 
Vj) kann = v und bei b > 0,5 m der zweite Summand 
gesetzt werden. 
-j / d 6 / • 
Der Koeffizient 1/ — \ 4 hat sich also bei runden, 
r Rh 
gefüllten Rohrleitungen mit ihrem konstanten hinter dem 
_ Rh 
Wert ]/ X bisheriger Formeln versteckt gehalten. Das Binomen 
von V Q und V~x führt zu einer dreiteiligen Summe für das 
Quadrat der Wurzel, die zwar den genauen Ausdruck für e 
oder X sehr verwickelt erscheinen läßt, aber auch die einfache, 
gekürzte Formel Lang (entdeckt 1892, 1902 im Taschenbuch 
der „Hütte“ erstmalig richtig veröffentlicht) für d>0,05 m oder 
richtiger d<v >0,005 m 2 /sek rechtfertigt: 
ß_ 
V dv 
Für Kanäle mit gleicher Rauheit am Boden und an den 
Wänden, wie sie den „neu hergestellten Gerinnen“ von Bazin 
entsprechen, gilt also, wenn b oder d > etwa -0,5 m, 
A = et 
v — 
Yty-VSa 
]/ß e ■ Yb oder d 
dies bestätigen die 30 zugehörigen Diagramme. Mit dem 
Werte k von Strickler (1923) ist 1c = und 
Yr„ 
= V2 g 
~e 6, ' 
k ’ y b oder d 
Y»„ = 
Galt das Vorstehende für neu hergestellte Kanäle, so 
zeigen schon Bazins 20 Versuchsreihen an „älteren Kanal 
strecken“ teilweise starke Abweichungen von der Formel, 
Also erscheinen weitere Koeffizienten erforderlich; sie müßten 
im Einklang des Verfassers mit den Ansichten von Scobey 
viel scheinbar Nebensächliches berücksichtigen, z. B. das Auf 
treten von Moos an der Wandung und von Kraut im Wasser, 
die Länge des letzteren bei Niedrigwasser, die Jahreszeit, den 
Zustand der Seitenwandung gegenüber dem des Bodens bei 
den verschiedenen Wasserständen und anderes mehr, was 
nicht mehr formelmäßig, sondern nur erfahrungsgemäß erfaßt 
werden könnte. 
Diese Vielseitigkeit der Einflüsse auf den Wert von Va Q 
führt nach den Ergebnissen zu Linien von log v über log ife, 
die eine ein- oder mehrfach gebrochene Gerade darstellen mit 
stückweis verschiedenen Neigungen gegen die Abszissenachse, 
welche bestimmten Exponenten für Rh von 1,0 bis 1,8 
anstatt des erwarteten 0,666 entsprechen. Die höchsten Ex 
ponenten finden sich bei Kanälen mit der Bezeichnung von 
Bazin: „Bruchstein und Kraut, viel Kraut, steinig und viel 
Kraut, steinig, krautig“; die kleinsten Exponenten gehören zu 
Kanälen mit der Angabe „glatt, kein Kraut“. 
Die Auftragung von Ve Rh v über VRh v oder l/^ifoüber 
VRr ergibt unzweifelhaft Linien, deren einzelne Versuchspunkte 
auf einer fast durch den Koordinatenanfangspunkt gehenden 
Geraden liegen, deren Neigung sonach a y (p darstellt. 
Die 20 „älteren“ Kanäle führen für diesen Wert zu 0,240 
bis 0,071 und für 
■l/ 3 /— 
a ] HO für]/« , zu 0,170 bis 0,053. 
Erst nach Einführung dieses Zuschlagkoeffizienten ]/^ zu 
]/ a gelangt man zu vergleichbaren Rauheitszahlen ]/ a . 
Bei nicht regulierten Flußläufen, bei denen die Strömung 
naturgemäß anders verläuft als in geraden Kanalstrecken, 
treten, wie zu erwarten, noch zahlreiche weitere Einflüsse 
auf, die sehr sonderbare Linien für log v über log Rh hervor- 
rufen. Z. B. beginnen manche dieser Linien parallel zur Ordi- 
natenachse, andere dagegen parallel zur Abszissenachse; erst 
bei höherem Wasserstand schließen sich diese Linien mehr der 
Neigung*? — a- ü! 0 - 666 an. Dies läßt auf ein so wechselreiches Ver- 
,.. u . v z ßg J ~i*/Rh A v 2g J ... n 
haltms von —~ r — = — 1/ odcr^- = schließen, 
Rh oq V b R h v 
a Q V <P
	        
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